lil BushDie USA haben eine neue Comedy-Serie über ihren Präsidenten. Gestern Abend lief die erste Episode von „li’l Bush“ auf Comedy Central. Das Prinzip: der „kleine Bush“ und seine Sandkasten-Freunde erleben spannende Abenteuer in der großen Welt der Politik.

Braucht die Welt noch eine Comedy-Serie über den scheidenden Präsidenten, der sich selber besser zum Affen macht, als jeder Drehbuchautor das könnte? Hat nicht „That’s my Bush!“ eigentlich schon alles gesagt? Lachen wir über den Deppen, der gleichzeitig mächtigster Mann der Erde ist, bei der „Daily Show“ nicht genug?

Einfache Antwort: Alles richtig. „li’l Bush“ ist so überflüssig wie ein Kropf.

Was die Sache aber schlimmer macht: „li’l Bush“ ist brutal unkomisch. Es ist mir nicht gelungen, in einer der ersten beiden Geschichten (aus denen eine 21minütige Folge besteht) auch nur einmal die Mundwinkel gen Himmel zu biegen. Bush ist doof, Cheney spricht undeutlich, und Rummy will immer alles kaputt machen. Har, har, har – wo ist die Pointe? Das Prinzip, dass Parodie und Satire von Überspitzung leben, ist bei den Machern augenscheinlich nicht angekommen.

Erklärbar ist die geradezu asthmatische Humorschwäche von „li’l Bush“ allerdings: Die Serie basiert auf ein paar kurzen Clips, die von dem mittlerweile bankrotten Mobilfunkanbieter Amp’d auf die Handys der Kunden geschickt wurden. Da man niemanden verprellen wollte, musste „li’l Bush“ natürlich so harmlos wie irgendwas sein. Geht ja nicht an, dass ein Republikaner seinen Mobilfunkvertrag kündigt.

Aus dem Ursprung als Handy-Serie erklärt sich außerdem die anachronistische Natur der Serie, die nicht nur einen scheidenden Präsidenten veralbern will, sondern dazu als Charakter auch noch seinen längst gefeuerten Verteidigungsminister heran zieht. Warum die Autoren hier nicht aktualisiert haben, ist mir ein Rätsel.

Kurzum: In die Tonne damit.



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MarioTorstenTornhill Letzte Kommentartoren
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Tornhill

Wirklich eine traurige, aber interessante Entwicklung: Ein Politiker, der so dämlich ist, dass sich die Satire an ihm totläuft und bald peinlicher wird, als er selber.

„That’s my Bush“ wählte ja noch den klugen Weg, nur scheinbar Politsatire zu sein, in Wahrheit aber verschrobene Comedy, die nur eben den Presidenten als Hauptfigur hatte.

Inzwischen nerven mich auch die meisten Bush-Witze, weil er einfach ein so leichtes Ziel ist, auf das schon Milliarden von Schüssen abgegeben wurden.

Mario

Ich habe „That’s my Bush“ eigentlich eher als eine Persiflage des Sitcom-Genres begriffen. Doofer Hausherr, blöde Ehefrau und sogar noch ein nerviger Nachbar, der permanent in der Tür steht. Alles Elemente, die halt in eine Standard-Sitcom gehören.

Aber entweder die Serie war in diesem Sinne zu meta-mäßig gemeint oder ich habe das Ding zu meta-mäßig begriffen: Lustig war es so oder so nicht.