Zu billig, um ein Angebot zu sein...Heute morgen kamen die Prospekte einer Großmarktkette, bei der ich mitunter einkaufe. Allerdings keine Kleidung. Da sind meine Ansprüche doch mittlerweile etwas höher. Manchmal ist man doch vom kleinen Preis überrascht, den dieser Konsumriese auf die Schilder schreibt. Heute aber fand ich mich erstmals von einem Niedrigpreis empört – man schaue den nebenstehenden, unkenntlich gemachten Scan. 4 Jeans für 23 Euro? Möchten wir wissen, woher die sind, und wie die entstanden sind? Möchten wir wissen, wie klein und ermüdet die Hände waren, die hier den Stoff zugeschnitten haben? Nein danke!

Ich gehöre eigentlich gar nicht zu den Heuchlern, die sich MP3-Player für 20 Euro kaufen, aber auf „Geiz ist geil“-Mentalität der Deutschen schimpfen. Fakt ist: gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten kann dem finanziell knapp gehaltenen Konsumenten kein Vorwurf gemacht werden, wenn er nach dem Preisschild auswählt – besonders dann, wenn Qualitätsunterschiede mit bloßem Auge nicht erkennbar sind. Daran ändert auch die hervorragende Titelgeschichte des letzten SPIEGEL nichts, die wirklich ein Weckruf sein sollte (aber wohl nicht sein wird).

Für Rindviecher...Meine Lösung? Waren müssen einen deutlich sichtbaren Aufkleber „Made in Ausland“ bekommen (das ist natürlich nur ein Platzhalter). Schließlich war der Kleber „Made in Germany“ ursprünglich auch mal als Hinweis gedacht, der den Kosumenten vor deutscher Ware warnen sollte. Nur wenn die Etikettierung so offensichtlich ist, kann man auch vom einfachen Konsumenten „von der Straße“ erwarten, dass er eine bewußte Entscheidung für den Binnenmarkt trifft.

Um den Beitrag gütlich enden zu lassen, hier noch eins der wirklich lustigen Angebote der Woche.

Ich glaube, seit den 70er Jahren habe ich kein Kuhfell mehr im Warenangebot eines nennenswerten Kaufhauses gesehen. Das hat was von Bonanza- Mentalität, von „iiihh, sowas fasse ich nicht an“.

Eine gefährliche Offerte – denn wer mich kennt, weiß, wie schwer ich einem solch obskuren Angebot widerstehen kann.

Natürlich BRAUCHE ich kein Kuhfell – aber wäre mir der Blick der Gäste es nicht wert?



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Nellson
Nellson

„Made in Ausland“ … Ist das dein Ernst? Sowas wird nie funktionieren, ehrlich!!! Dafür ist der gemeine Deutsche nicht aufnahmefähig. Gekauft wird, was günstig ist. Was kümmert es Erwin Sablowski wer die Jeans hergestellt hat die er trägt, was kümmert es mich? Das Problem der Kinderarbeit muss in den Herstellerländern gelöst werden, nicht hier.
Ein solches Bewusstsein zu schaffen ist schier unmöglich, dafür ist der Deutsche zu sehr in seiner Schnäppchen- Mentalität verankert. das sieht man gut an deinem Discount-Fan Link rechts …

Torsten
Torsten

Das sehe ich ein bißchen anders – heutzutage haben die Menschen die bequeme Ausrede, man wisse ja nie genau, wo was herkomme. Gäbe es das „Made in Ausland“-Label gut sichtbar auf jedem Produkt, würde das einen Unterschied machen. Als Beispiel: Gerade nach dem BenQ/Siemens-Skandal wären sicher viele darauf gekommen, mal ein Handy aus Deutschland zu kaufen. Ich bin da auch weniger desillusioniert: Ich hätte Ende der 80er nie im Leben gedacht, dass sich die Deutschen dazu bringen lassen, Papier- und Altglas-Container zu benutzen. Umso überraschter war ich, als sich das erstaunlich reibungslos eingebürgert hat. Wenn man immer nur glaubt, der Status Quo sei nicht zu ändern, wird er sich auch nicht ändern…

Nellson
Nellson

Klar kommt es auf den Versuch drauf an, aber ich bin in diesem Punkt wirklich seeehr skeptisch … gerade wenn die Zahlungsmittel in deutscehn Haushalten immer knapper werden und die private Verschuldung immer größer wird.