10
Dezember 2014

Ja, is’ denn scho’ Weihnachten? Nein, aber des Wortvogels Kalenderplunder muss unters Volk! (10)

Ich bin sehr froh, dass eine der heutigen Serien in der gestrigen Gewinner-Antwort erwähnt wurde, weil das für so eine schöne Kontinuität sorgt. Es gibt ein rein britisches Quadrupel-Pack zu gewinnen.

streichel mich

Die Kult-Space-Sitcom “Red Dwarf” erwischt ihr mit den Staffeln 2 und 3 auf dem genau richtigen Fuß, denn nach der noch etwas mauen ersten Staffel findet die Serie hier ihre ersten Höhepunkt. Mit der dauerhaften Hinzunahme des Androiden “Kryten” in Staffel 3 geht es dann richtig los:
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Kaum zu glauben, dass es auch 2015 neue Folgen geben wird – 25 Jahre nach der Erstausstrahlung!

“My hero” ist eine etwas verquere Mischung aus stoffeliger britischer Familien-Sitcom und Superhelden-Show – und entwickelt genau daraus ihren Charme. Nicht so hip wie “No heroics“, aber immer wieder einfallsreich, wenn es um die häuslichen Probleme von “Thermo Man from the Planet Ultron” geht:
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Die beiden DVD Boxen enthalten die komplette Staffel 3.

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9
Dezember 2014

Ja, is’ denn scho’ Weihnachten? Nein, aber des Wortvogels Kalenderplunder muss unters Volk! (9)

Noch ist es ein Gimmick, aber wer weiß – vielleicht gelingt es mir, diese Woche zur “superhero week” zu machen. Ich bleibe mal so lange an dem Thema, wie ich kann.

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Zwei lesenswerte Biographien, beide englisch, eine Hardcover – vom gescheiterten “Man of Steel” und vom “Dark Knight”, der lernte, das Rampenlicht zu lieben.

Aus Adam Wests Buch wurde seinerzeit auch ein grandios-beknackter TV-Film gemacht, der ein ganz besonderes Schmankerl für Batfans bereit hielt – die Original-Testaufnahmen mit Lyle Waggoner als Bruce Wayne.

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8
Dezember 2014

Ja, is’ denn scho’ Weihnachten? Nein, aber des Wortvogels Kalenderplunder muss unters Volk! (8)

Zum Wochenstart gibt’s ein echtes Zuckerl, das ich normalerweise nicht verschenken würde – aber ich habe tonnenweise Bücher über die großen Comic-Imperien, da ist dieses Teil nur Ballast. Bezaubernder Ballast.

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Den Untertitel “Museum in a book” trägt “The DC Vault” nicht ohne Grund – es sind wirklich haufenweise Flyer, Eintrittskarten, Papiermasken und sonstige Memorabilia liebevoll reproduziert und eingeheftet worden. Man blättert nicht in einem Buch, sondern schlendert durch eine Ausstellung. Ein Hardcover zum staunen und schmökern.

Ihr könnt euch das auch auf Video erklären lassen:

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7
Dezember 2014

Ja, is’ denn scho’ Weihnachten? Nein, aber des Wortvogels Kalenderplunder muss unters Volk! (7)

Ich bin etwas unsicher – instinktiv hätte ich gedacht, dass ich an den Advents-Sonntagen die etwas edleren Geschenke raushauen sollte. Tatsächlich habe ich am Wochenende aber deutlich weniger Leser, weil wohl viele User lieber wertvolle bezahlte Arbeitszeit an den Wortvogel verschwenden (schämt euch!). Darum ist es vermutlich vernünftiger, sich am Wochenende auf die “kleineren” Präsente zu konzentrieren.

Wie dem auch sei – üben wir uns im Spagat:

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Zwei exzellente Dokumentationen über Hollywood auf DVD, beide auf englisch. “Easy Riders, Raging Bulls” habe ich auch als Buch gelesen – ein wirklicher Augenöffner über das Kino der 70er.

Zwei Perlen für Cineasten – und zumindest von denen sollten heute doch ein paar online sein, oder?

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6
Dezember 2014

Hardcore-Horror für die Harten im Garten

Isses nicht schön, wenn eine exotische Perle, nach der man lange gesucht hat, plötzlich wieder auftaucht – und dann sogar noch auf YouTube, wo man sie mit der Welt teilen kann?

Nicht immer.

Das kleine Fernsehspiel “Cherie mir ist schlecht” ist seit über 30 Jahren mein Totschlagargument zum Thema Wave-Horror und dem Rotz, für den seinerzeit öffentlich-rechtliche Gelder rausgeschmissen wurden. Ich kann mich gut erinnern, wie ich als 15jähriger begeistert und weit nach Bettzeit vor dem Fernseher kauerte und die Ansagerin den ersten auf Video gedrehten TV-Film versprach – mit Vampiren! Da konnte mich auch der abstruse Titel nicht schrecken.

Eine gute Stunde später ging ich verwirrt, ernüchtert und latent angewidert ins Bett. Das war kein Film, das war auch kein Horror, das war – Kunst! Und nicht die gute Sorte mit dicken nackten Frauen in Öl oder pokernden Hunden am Spieltisch. Das war quasi KunstKunst – selbstbesoffene Verwurstung von unverstandenen Mitteln des Kinos und bewusste Verachtung des bourgeoisen Zuschauer-Packs.

Immer wieder habe ich versucht, eine Kopie von dem Film zu bekommen – und sei es nur, um gute Freunde zu verschrecken. So was glaubt einem keiner, wenn man es nicht selber gesehen hat. Leider war “Cherie”  bis auf ein paar in ein Musikvideo eingeschnittene Szenen verschwunden. Gerecht, aber ärgerlich.

Bis jetzt!

Ein guter Geist hat den Film in einer schwammigen, aber guckbaren Kopie hochgeladen und ich möchte euch einladen – ach was, herausfordern! -, diese Stunde deutscher cineastischer Avantgarde in einem Rutsch, ohne Pinkel- oder Brechpause, durchzustehen. Leidet, wie ich gelitten habe!

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Endlich nicht mehr allein mit dem Schmerz. ENDLICH! MWAHAHAAAA!!!

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6
Dezember 2014

Ja, is’ denn scho’ Weihnachten? Nein, aber des Wortvogels Kalenderplunder muss unters Volk! (6)

Uiiii…. meine erste BluRay! Ein Geschenk eines netten Lesers!

Und wech.

Das Problem: Isch abe gar keine BluPlayer.

Hat ein fesches 3D-Wackelcover, dieser Film, über den ich ansonsten rein gar nichts sagen kann. Klassiker? Müll? You decide.

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Wer mehr wissen will:
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5
Dezember 2014

Festival Fiktiv: Wortvogels Wunschtrash-Programm

Es wird auch 2015 wieder ein “B-Movie Basterds”-Festival geben und wenn man mich nicht mit wilden Hunden am Betreten des Saales hindert, bin ich auch wieder dabei. Aber natürlich wird dort NICHT laufen, was ICH sehen will – ich hatte dem doofen Acula (seit der Eheschließung vielleicht lieber Ankenstein?) eine List von Trashperlen geschickt, die er mit dem lahmen Verweis auf mangelnde Lizenzrechte, mangelnde Verfügbarkeit und mangelnde Qualität abschmetterte.

Macht nix – euch zeige ich gerne, was MEINE 30 Favoriten für ein Trash-Festival wären:

3 Supermänner räumen auf

Sicher der unterhaltsamste Comic-Superheldenfilm aus dem südeuropäischen Raum der 60er.  Was ihn auszeichnet, sind der gewollte und funktionierende Humor, die liebevolle Inszenierung und die generelle “Hoppla jetzt komme ich!”-Attitüde. Gab’s auch viele (zunehmend schlechtere) Sequels zu:

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Sternenkrieg im Weltall

Der zu früh verstorbene Norbert Stresau hat mal behauptet, der Film sein eine verkannte Perle und Lucas habe sich bestimmte Details für “Die Rückkehr der Jedi-Ritter” hier abgeschaut. Beides ist Kappes, aber unter den asiatischen Star Wars-Ripoffs ist “Sternenkrieg im Weltall” der Beste – und der mit den meisten Nüssen:

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Mad Mission 3

Über die Frage, welcher Film der “Mad Mission”-Reihe der Beste ist, lässt sich trefflich streiten. Für das Festival wäre sicher Teil 3 wegen seiner diversen Anspielungen auf andere Action-Franchises (Bond, Mission Impossible) der größte Crowdpleaser. Wenn Jackie Chan in den 80ern die “The Fast & the Furious”-Franchise erfunden hätte, wäre vermutlich so etwas dabei herausgekommen:

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Bonditis

Ich finde es immer wieder toll, wenn man Kuriositäten ausgräbt – die deutsch-schweizerische (!) Bond-Parodie “Bonditis” (!!) von 1968 mit Gerd Baltus (!!!) ist so eine. Kam wohl 1983 mal von VPS auf Video raus, ist aber weitgehend verschollen. Will ich sehen!

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Laser Mission

Ein deutsch-südafrikanische Ko-Produktion mit dem damals völlig unbekannten Brandon Lee, deren Cover James Bond-Action verspricht, die aber nur lahme Klamaukabenteuer in der südafrikanischen Pampa liefert und deren teuerstes Element – der Song “Mercenary Man” von David Knopfler – bis zum Erbrechen den Soundtrack zumüllt. Ernest Borgnine scheint sich in jeder Szene zu fragen, was der Unfug soll:

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Macho Man

Über den haben wir hier schon häufiger geredet – die Perle des Nürnberger Actionkinos der 80er Jahre:

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Roots of Evil

Auch diesen Klassiker des Schlager-Karatefilms haben wir schon gefeiert:

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Der Videopirat

Den habe ich selber nicht gesehen – in Düsseldorf hingen 1985 als Werbung trashige Aufkleber an Straßenlaternen. Ist wohl ein echter Kolportage-Reißer aus einer Zeit, da Video-Raubkopierer als Verbrecher mit Drogen- und Mädchenhändlern weitgehend gleichgestellt wurden. Man lese mal dieses SPIEGEL-Interview.

Der Formel Eins Film

Noch einer von 1985 nach dem Motto “Man muss wohl dabei gewesen sein”. Ingolf Lück gibt mittlerweile zu, dass er vertraglich verpflichtet war, den Film zu machen, ihn aber scheiße fand. Recht hatter:

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Murder in a blue World

Ein über weite Strecken banaler spanischer Sleaze/Crime-Streifen, der massiv gewinnt, weil er im ersten Akt so tut, als wäre er ein Ripoff von Kubricks “Uhrwerk Orange”, der hier sogar im Fernsehen läuft.

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Magic Sticks

Trommler George Kranz war so eine Art One Hit Wonder mit “Trommeltanz” anno 1987. Wie er es schaffte, daraus noch eine in Amerika gedrehte Musik-Komödie zu quetschen, erschließt sich mir nicht. Ein belangloses Trendprodukt seiner Zeit – und gerade deshalb interessant. Und ja – das bei 2:27 ist Samuel L. Jackson:

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Cross Club – Legend of the Living Dead

Der deutsche Genre-Film soll auch nicht zu kurz kommen – und womit könnte man ihn besser feiern als mit Oliver Krekels “Cross Club – Legend of the Living Dead”, in dem mit Zachi Noy und Sibylle Rauch zwei echte Altwracks der 80er noch mal die Gesichter in die Kamera halten dürfen?

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Star Crash 2

“Star Crash” ist ein anerkannter Kultklassiker, aber das für erheblich weniger Lire produzierte und dem Original nur locker verwandte Sequel bekommt einfach zu wenig Nerdlove. Das werde ich ändern – hier die Pracht in voller Länge:

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Robowar

Man kann nie genug Italiener auf dem Festival haben – dieser tranige RoboCop/Rambo/Predator-Ripoff mit Mister Big McLargehuge himself, Reb Brown, hat sich seine Kult-Meriten wahrlich verdient:

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Roboter der Sterne

Ab nach Asien – genau genommen habe ich diesen Trash-Klassiker so oft gesehen (inklusive auf dem inoffiziellen Vorläufer des B-Basterds-Festivals beim Doc daheim), dass ich ihn aus dieser Liste rauslassen könnte. Andererseits kann man den nicht oft genug sehen und es gibt auch immer wieder neue Gläubige zu rekrutieren:

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Zoning

Cooler Titel,”urban angst”, Musik von Tangerine Dream. Klingt wie ein stylisher New Wave-Thriller – ich kann mich allerdings nur daran erinnern, dass ich nach der Ausleihe in den 80ern kräftig gegähnt und mich verwirrt am Kopf gekratzt habe.

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The Manitou

Lasst euch nicht täuschen – trotz des professionellen Trailers und der Beteiligung von Toni Curtis ist “The Manitou” mitnichten ein Kollege von “The Exorcist” und “The Omen”. Es ist eine total durchgeknallte Achterbahn des Grauens mit hanebüchenen Actionsequenzen und Spezialeffekten. Wer da nicht begeistert mit Popcorn schmeißt, dem ist nicht zu helfen:

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Devil’s Express (aka Gang Wars)

Blaxploitation meets Bruceploitation meets Death Tunnel in einem Harlem-Heuler der 70er,  der uns den unsterblichen (seither allerdings nie mehr gesichteten) Warhawk Tanzania schenkte. Der Trailer vermeidet jeden Hinweis auf den Monsterplot, der eigentlich Haupt-Hingucker ist:

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Zinksärge für die Goldjungen

Deutscher Kolportage-Krimi mit Henry Silva, Horst Janson und Hongkong-Action – mehr Entertainment, als wir verdienen:

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Rapeman

Hier wird’s hakelig, aber man muss auch mal was Kontroverses zeigen, um die Midnight Crowd zu füttern. In Asien gibt es tatsächlich ein Superheldencomic namens “Rapeman”, dessen Held nach dem wenig sympathischen Motto lebt: “Righting wrongs through penetration”. Na ja, einer muss es ja tun. Dem Comic folgten diverse Filme, eine Ableger-Reihe in der Edo-Ära und sogar eine Zeichentrickversion:

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Mädchen mit Gewalt 

Wo wir gerade bei frauenverachtender Gewalt sind – im Bereich Sexcrime war der deutsche Reißer der späten 60er auch ganz groß. Ich bezweifle allerdings, dass der Allstar-Kracher “Mädchen mit Gewalt” seinem Trailer und seinem Titel gerecht werden kann:

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Road to Hell

Dieser Film ist ein Verbrechen, eine Vergewaltigung im deutlich direkteren Sinne als der “Rapeman” und “Mädchen mit Gewalt”. Aus Walter Hills grandiosem “Streets of Fire” ein No Budget-Sequel zu quetschen, das praktisch komplett vor Greenscreen mit miserabler CGI umgesetzt wurde, das gehört sich einfach nicht. Regisseur Pyun hat im letzten Jahr verkündet, dass Multiple Sklerose seine Karriere beenden wird. Ich will da keinen Zusammenhang konstruieren, aber…

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R.O.T.O.R.

RoboCop mit Pornoschnäuzer und ein kaffeetrinkendes Pferd, muskelbepackte Wissenschaftlerin und echte Flop-Motion – die texanische Independent-Produktion ist ein Füllhorn, dass sich in den 80ern in so manche deutsche Videothek ergoss. Auch ich gehörte zu den Dummlingen, die sich zur Ausleihe verführenn ließen. Dafür räche ich mich nun an euch:

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tigerDie jungen Tiger von Hongkong

Noch so ein Reißer, den ich leider bisher nicht gesehen habe. Das Setting, die Story und die Besetzung versprechen allerdings granatenstarkes Entertainment:

“Eine Gruppe von Söhnen und Töchtern reicher Eltern langweiligen sich und heizen sich gegenseitig zu immer neueren Mutproben hoch. Parallel dazu kommt ein Amerikaner nach Hongkong und sucht seine verschwundene Frau. Seine Spuren führen ihn in den Club der Jugendlichen, wo er nicht gerne gesehen wird. Aber unabhängig voneinander geraten beide Parteien in Konflikt mit einem Mädchenschieberring…”

Mit an Bord dieser sleazigen Zelluloid-Dschunke: Jochen Busse und Gänsehaut-Garant Werner Pochath.

Schulmaedchen '84Schulmädchen ’84

Ein ganz hartes Stück Brot für anspruchsvolle Kinogänger. Ein paar Jahre nach dem offiziellen Ende der “Schulmädchen-Reports” wollte Nikolai Müllerschön das Konzept noch mal aufleben lassen, allerdings weniger für die Regenmantel-Fraktion, sondern für die Kids von BRAVO und Dr. Jochen Sommer (das Teenie-Blatt stieg denn auch voll auf die Promotion ein und verwertet jede Filmfoto mit nackten Tatsachen gleich mehrfach). Darüber hinaus ist der Film wenig bemerkenswert und frustrierend handzahm.

Einen Bonuspunkt verdient “Schulmädchen ’84” (auf Video dann aktualisiert als “Schulmädchen ’86” veröffentlicht) durch das Casting eines damals unbekannten, in München lebenden Musikers namens Terence Trent D’Arby…

Der Fan

Der Zeitgeist der Wave-Ära lebt und atmet! Ein echter “Skandalfilm”, in dem sich die 17jährige Desiree Nosbusch ausgiebig nackig machte (um sich hinterher empört davon zu distanzieren). Ein trashiger Streifen für die niedersten Instinkte, der uns beibrachte, dass sich elektrische Küchenmesser für improvisierten Kannibalismus eignen. Extrapunkt für die trendige Musik von Rheingold:

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Firecracker

Topless Kung Fu – nuff said:

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The Apple

Ein Früh-Machwerk von Cannon, gedreht in Berlin. Eine verfilmte Love Parade mit unfassbarer Musik, eingebettet in unfassbare Exzesse und biblischer Symbolik:

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Double Feature Ladies Nght:

Lady Dracula und Lady Terminator

Zwei Filme für den Preis von einem – und Trash für zehn!

Den Start machen die süße Evelyne Krafft, der Muskelmann Brad Harris und Comedy-Greis Theo Lingen in einer Vampirfarce mit gereimtem Trailer:

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Wer danach noch Sitzfleisch und Lebensmut hat, kann beides beim “Lady Terminator” abarbeiten, einer in Fankreisen viel gerühmten indonesischen Trashproduktion:

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In toto könnte man das Programm in sechs Tagen durchziehen – ich würde keines dieser Highlights auslassen. Und wer nun neugierig geworden ist: Den Großteil der Filme kann man mit einer einzigen Google-Suche auch in voller Länge genießen…

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5
Dezember 2014

Ja, is’ denn scho’ Weihnachten? Nein, aber des Wortvogels Kalenderplunder muss unters Volk! (5)

Heute gibt es fettes SciFi-Entertainment im Quadrupel-Pack zu gewinnen! Vier DVDs mit der ganzen Bandbreite futuristischer Abenteuer:

Mutant – Das Grauen im All: Der beste Alien-Ripoff aller Zeiten. Nackte Haut und Monstersplatter, soviel das Herz begehrt

Nydenion: Mit viel Leidenschaft und aufwändigen Modellen über Jahre produzierte deutsche Indie-Space Opera

Dune – Der Wüstenplanet: Eine 180 Minuten-Fassung von David Lynchs nicht immer perfektem, aber dennoch faszinierenden SF-Klassiker

Fortress 2: Eine überraschend kompetente Fortsetzung, die den Future-Knast ins All verlegt. Hilarity ensues!

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Eine Sammlung, die ich haben wollen würde – wenn ich sie nicht hätte und loswerden wollen würde.

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4
Dezember 2014

The hercu-lesser of two evils: “The Legend of Hercules” & “Hercules”

Ich wollte diesen Text morgen online stellen, aber da Oliver Naujoks heute ebenfalls beide Filme besprochen hat, will ich nicht hintenan stehen.

herclegThe Legend of Hercules

USA 2014. Regie: Renny Harlin. Darsteller: Kellan Lutz, Gaia Weiss, Scott Adkins, Roxanne McKee, Liam Garrigan u.a.

Offizielle Synopsis: 1.200 vor Christus im antiken Griechenland: Königin Alkmene sucht verzweifelt nach einem Weg, ihr Volk von der tyrannischen Herrschaft ihres rachsüchtigen Ehemanns zu befreien. Der mächtige Göttervater Zeus erhört ihre Gebete und schenkt ihr einen Sohn, Hercules, zu dessen Bestimmung es wird, König Amphitryon zu stürzen und den Frieden im Land wiederherzustellen. Doch der mit gigantischer Kraft gesegnete Prinz ahnt noch nichts von seiner wahren Herkunft und dem Schicksal, welches ihm prophezeit wurde.

Hercules verliebt sich unsterblich in die kretische Prinzessin Hebe und plant eine gemeinsame Flucht, da Hebe bereits seinem Bruder Iphicles versprochen ist. Doch das Vorhaben wird verraten und Hercules ins Exil verbannt, wo er sich in der brutalen Welt der Gladiatoren behaupten muss. Nun endlich entdeckt er seine grenzenlose Stärke und seine wahre Berufung. Wild entschlossen macht er sich auf den Weg, die Herrschaft des Königs Amphitryon zu brechen, seine geliebte Prinzessin Hebe aus Iphicles’ Umklammerung zu befreien und zum größten Helden in der Geschichte seines Heimatlandes aufzusteigen.

Kritik: Man kann es als durchaus größenwahnsinnig und selbstbesoffen ansehen, dass das B-Studio Millennium Films mit einem Hercules-Film die Kinos stürmen wollte – in einem Jahr, in dem Paramount den Sommer schon für einen Blockbuster zum gleichen Thema gebucht hatte.

Dass “Legend of Hercules” mit 70 Millionen nur 30 Millionen weniger als die Ratner-Version gekostet haben soll, glaube ich keine Sekunde. Millennium entwickelt sich immer mehr zum Cannon des neuen Jahrtausends – hauseigene Action-Stars, Sylvester Stallone auf der Gehaltsliste, Ninja-Filme. Und genau wie Cannon lügen die in Sachen Budget, wenn sie den Mund aufmachen. 30, maximal 40 Millionen haben die in “Legend of Hercules” gesteckt, schätze ich.

Ich weiß, das gehört nicht hierher, aber weil es mich nervt, sage ich es trotzdem: Wieso glaubte Millennium, dass “Legend of Hercules” einen Kinostart mit mehr als 2000 Kopien rechtfertigt, während der erheblich originellere und bessere “Automata” direkt auf Scheibe ausgewertet wurde?

Genug drum herum geredet – wie isser denn nun, der Film selbst? Wobei: “WAS isser?” scheint die korrektere Frage.

Ein Eintopf. Dutzende Zutaten, die nicht ganz zusammen finden wollen, eine Handvoll ungarer Ansätze, zu lange gekocht und zu wenig gewürzt.

hercleg1Für einen Film, dessen primärer Schauwert tolle Kampfszenen sind, braucht “Legend” zu lange, bis tatsächlich mal gekämpft wird. Die erste halbe Stunde schlagen wir uns mit der “origin story” und einer suppigen Liebesgeschichte rum, die kein Schwein interessiert. Dann wird der Protagonist vom Antagonisten getrennt und prügelt sich durch die Antike. Das macht Spaß, hält über den gesamten zweiten Akt die Spannung hoch und das Tempo straff – trägt aber nichts zur Story bei. Das Finale hat dann eher was von “aufräumen, bevor die Putze kommt”. Beim letzten Shot habe ich gedacht: “Wow, jetzt ist ihnen gar nichts mehr eingefallen und sie haben sich einfach entschlossen, den Helden noch mal melancholisch in die Sterne schauen zu lassen”.

Mit dieser Struktur ähnelt “Legend of Hercules” allerdings sympathisch des Sandalenfilmen der 60er – auch wenn er inhaltlich stärker auf Ridley Scotts “Gladiator” schielt. Verschwitzte Männer hauen sich ordentlich auf die Schnauze, Schwerter klängen, Speere brechen – man mag das nicht für die grundlegenden Bestandteile eines Hercules-Films halten, aber es passt zu Bier und Chips, zumal die Kampfszenen wirklich gehörig WUMMS haben. Das wollte ich zuerst der Erfahrung Renny Harlins zuschreiben, aber der Nachspann belehrte mich, dass die Kampfszenen vermutlich in toto von Millenniums Action-As Isaac Florentine (“Undisputed II”, “Ninja”) inszeniert wurden.

Der (fast) komplette Verzicht auf mythologische Elemente ist einer der Hauptfehler des Films. Sieht man von ein, zwei sehr inkonsequenten Bezügen auf Zeus mal ab, ist hier nichts “Hercules”, was nicht auch “Hermann” sein könnte.

Auch bei den Darstellern ist Schmalhans Küchenmeister. Ich bewundere den Einsatz von Kellan Lutz genau so sehr, wie ich sein speckiges “Highschool Jock”-Gesicht verabscheue. Er lässt Hercules wie einen Hooligan aussehen. Scott Adkins müht sich redlich, scheitert aber an eine undefinierten Rolle, die im Skript vermutlich nur als “grausamer König” vermerkt war. Und Gaia Weiss ist primär hübsch anzuschauen.

Die Effekte und Bauten sind dafür, dass sie aus einer ehemaligen bulgarischen Billig-Klitsche stammen, erstaunlich solide, aber natürlich jederzeit erkennbar Pappmaché und CGI. Es wirkt nicht real, was bei solchen Filmen auch nicht real wirken muss.

Am Ende stellt man fest, dass Millennium vielleicht am Anspruch, in der A-Liga mitzuspielen, gescheitert ist, aber dafür einen sehr respektablen B-Film abgeliefert hat. Und das ist eine lobenswerte Steigerung für eine Firma, die normalerweise B-Ware anpeilt und Hundekacke liefert.

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Fazit: Ein aufgeblasenes B-Movie, das sich mehr an “Gladiator” als am Hercules-Mythos orientiert und dessen blasse Darsteller sich wacker in den exzellent choreographierten Kampfszenen bewähren.

hercHercules

USA 2014. Regie: Brett Ratner. Darsteller: Dwayne Johnson, Ian McShane, John Hurt, Rufus Sewell, Aksel Hennie u.a.

Offizielle Synopsis: Der legendäre Hercules führt seine Söldner und die Armee von König Cotys in die Schlacht um Thrakien. Sie wollen das Reich vom teuflischen Centaur Rhesus befreien, der das Land in einem blutigen Bürgerkrieg in Schutt und Asche gelegt hat. Ihr Ziel: den rechtmäßigen Throninhaber Cotys wieder an die Macht bringen. Doch Hercules, halb Mensch, halb Gott, ahnt nicht, dass Cotys ein doppeltes Spiel mit ihm treibt. Sein größter Kampf, der alles von ihm fordern und seine sagenumwobenen Fähigkeiten auf die Probe stellen wird, steht unmittelbar bevor…

Kritik: Brett Ratner dürfte neben Michael Bay der zweitmeist gehasste Regisseur Hollywoods sein. Seine Filme gelten als hirntotes Haudrauf-Entertainment, technisch effizient, aber leer und mechanisch.

Geht man davon aus, dass diese These stimmt, dann ist “Hercules” ein extrem typischer Ratner-Film, denn er ist hirntotes Haudrauf-Entertainment, technisch effizient, aber leer und mechanisch.

Schon im Vorfeld empörte sich io9, dass sich die im Trailer gezeigten Heldentaten der Hauptfigur im Film als Stammtischanekdoten heraus stellen, die im Prolog abgehakt werden. Und in der Tat macht sich “Hercules” an keiner Stelle die Mühe, der Film zu sein, den der Trailer verkauft. Hier geht es nicht um Fantasy-Schlachten, sondern um eine weitere “Die glorreichen Sieben”-Variante, in der ein paar Söldner ein Königreich schützen sollen und in politische Machenschaften verwickelt werden. Und das ist genau so spannend, wie ich es gerade beschrieben habe.

Am meisten erstaunt hat mich bei “Hercules”, wie es ein derart lahmes Skript durch die Hollywood-Maschine schaffen konnte. An welcher Stelle haben es die Beteiligten für eine gute Idee gehalten, dass Hercules gar kein Gottessohn ist und dementsprechend keine übermenschlichen Kräfte besitzt? Ich verstehe zwar den grundsätzlichen Ansatz: “Wir müssen Hercules auf Menschenmaß reduzieren, um sein Dilemma glaubwürdig zu machen”. Das ist so die “modern school of scriptwriting” (auch Bond wird ja regelmäßig zum normalen Menschen “degradiert”, Iron Man verliert seine Kräfte, etc).

herc1Aber Hercules ohne Zeus als Vater und ohne Superkräfte IST EBEN NICHT HERCULES! Man dreht auch keinen Superman-Film, in dem man feststellt, dass Superman gar kein Alien ist, sondern eine Erfindung von Clark Kent, der damit Schlagzeilen für den Daily Planet generieren will – und sich dann darauf konzentriert, dass Clark “den Helden in sich” finden muss.

Oh Gott, hoffentlich habe ich Hollywood nicht gerade einen Geistesblitz verpasst!

Die Jungs von io9 haben das schon gut zusammen gefasst:

“The movie doesn’t care. It doesn’t care about Hercules, it doesn’t care about telling a story you haven’t heard a thousand times before, it doesn’t care to show you anything you haven’t seen a thousand times before. And it certainly doesn’t care about you enjoying it. Do yourself a favor, and don’t.”

“Hercules” ist ein Blockbuster, dem alle Blockbuster-Elemente kastriert wurden. Die Schauwerte reduzieren sich auf diverse Schlachten (die allerdings solide inszeniert sind, Ratner ist ja kein Anfänger).

Nun könnte man hoffen, “The Rock” Dwayne Johnson würde es rausreißen. Dessen natürlicher Charme hat schon größere Karren aus dem Dreck geholt. Aber Ratner scheint entschlossen, seinen Star klein zu halten: Der Brustpanzer ist völlig falsch proportioniert, die Haare sehen nach Penner aus, und Johnsons Dialogzeilen sind so albern modern, dass sie den Zuschauer immer wieder aus der dargestellten Ära zerren. So wird die Performance eines Schauspielers, der für die Rolle geboren sein sollte, regelrecht bösartig torpediert.

Alles, was man an “Hercules” loben könnte (Menge der Komparsen, Musik, Bauten, CGI) ist dem reingepumpten Geld geschuldet, nicht der Leistung von Cast & Crew.

Ich wiederhole es noch mal: Dieser Trailer ist eine einzige Lüge.

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Fazit: Eine schrecklich banale und auf den kleinsten Nenner reduzierte Verfilmung, deren potente Darsteller und aufwändige Schlachtszenen über die Einfallslosigkeit von Skript und Inszenierung nicht hinwegtäuschen können.

P.S.: Full Disclosure: Ich fand Ratners “X-Men: Last Stand” gut.

Building a better Hercules: Fazit

Es ist nicht einfach, einen Gewinner unter den beiden “Hercules”-Verfilmungen auszumachen. Beide sind revisionistische Neuerzählungen der altbekannten Geschichte und lassen dabei alles weg, was die Hercules-Filme gewöhnlich ausmacht: Götter, übermenschliche Heldentaten, Monster, Höllenwelten. Im Kern sind es banale Sandalenfilme, einmal als “Gladiator”-Verschnitt und einmal als umpfzigste Version von “Die glorreichen Sieben”.

Was “Hercules” und “The Legend of Hercules” trennt, sind die mannigfaltigen Fehler, die beide machen. Während “Legend” nie das Format und die darstellerische Glaubwürdigkeit erreicht, um im Kino wie erhofft zu überzeugen, bietet “Hercules” zwar oberflächlich die Schauwerte eines Blockbusters, verkauft diese aber seltsam lustlos. Während “Legend” einen Hauptdarsteller hat, dem einfach das A-Charisma fehlt, hat man dem Hauptdarsteller von “Hercules” das vorhandene A-Charisma mit einem lächerlichen Haarschnitt und einem unpassenden Kostüm ausgetrieben.

Beide Filme leisten sich zudem inhaltliche Patzer, die kaum zu übertünchen sind. Bei “Legend” ist das die Darstellung von Amphitryon, der als Bösewicht nicht taugt, weil er für einen König des antiken Griechenlands genau das Verhalten an den Tag legt, das erwartbar und vernünftig ist. Das Skript müht sich vergeblich, ihn zum Monster zu stilisieren, ohne diese Behauptung zu decken. “Hercules” wiederum scheitert am zentralen Dilemma des Helden, das uns die Figur sympathisch machen soll: Die ganze Idee vom “Blood Rage”, unter deren Einfluss Hercules seine Familie getötet haben soll, ergibt keinen Sinn und es ist absolut unglaubwürdig, dass niemand seine Schuld anzweifelt. Hier wird vergeblich versucht, eine menschliche Ebene einzuziehen.

Weil beide Filme nicht auf die große Mythologie setzen, sind beide auch am Ende wenig spektakulär, begnügen sich für das Finale mit eifrigem Hauen und Stechen. Das ist 2014 einfach zu wenig.

So sind beide “Hercules”-Filme unbefriedigend, halbgar und keinesfalls geeignet, eine neue Ära der Sandalenfilme einzuläuten. Wie “Clash of the Titans” und “Conan” wirken sie leer und steril, haben keine Lebensberechtigung jenseits der buchhalterischen Notwendigkeit, die Franchises alle 20 Jahren neu in den Kinos auszuwerten. Dabei hat man allerdings übersehen, dass das Fernsehen mit “Spartacus” und “Rome” das Genre deutlich weiter entwickelt hat. “Legend of Hercules” und “Hercules” wirken um Vergleich wie peinliche Rückschritte.

Will man partout einen Sieger ausmachen, kommt zu meiner Überraschung “Legend of Hercules” ganz oben auf das Treppchen. Er macht mehr aus seinem Budget als die große Konkurrenz, hat nach anfänglichen Durchhängern eine hohe Erzählgeschwindigkeit und beeindruckt dann durch angemessen spektakuläre Kampfsequenzen, mit denen sich Second Unit-Regisseur Isaac Florentine endgültig für größere Aufgaben empfiehlt. Bei “Hercules” hingegen fällt es mir schwer, irgend etwas zu finden, dass mich milde stimmen würde. Der Film ist einfach nur “blah”.

In Sachen Kinoauswertung hat allerdings Ratners Film erwartbar gewonnen: Am US-Boxoffice fielen zwar beide durch (19 Millionen für “Legend”, 73 für “Hercules”), aber der internationale Appeal von Dwayne Johnson sorgte für genug weltweites Interesse, um den Streifen am Ende mit knapp 250 Millionen gerade so in die Gewinnzone zu schieben. Ein Sequel erscheint damit allerdings nicht wahrscheinlich.

Soviel dazu. Kann jetzt bitte mal jemand einen Hercules-Film produzieren, in dem die tatsächlichen Heldentaten des Hercules zu sehen sind? So wie das hier – nur in gut?

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4
Dezember 2014

Ja, is’ denn scho’ Weihnachten? Nein, aber des Wortvogels Kalenderplunder muss unters Volk! (4)

Heute aus der Abteilung “Original und Fälschung”.

Die “Daily Show” ist und bleibt der Maßstab für Politsatire des neuen Jahrtausends und schafft weiterhin beeindruckend mühelos den Spagat zwischen hemmungslosem Klamauk und gesellschaftskritischer Relevanz. Das erste Buch zur Show, “America (the book)”, ist ein prächtiges Hardcover mit vielen lesenswerten Texten, Schautafeln und Fotos. Klasse Lektüre, aber auch ein gutes Geschenk für Freunde.

Und weil ich heuer immer noch einen drauflege, packe ich das Äquivalent der deutschen Kopie dazu. Taschenbuch, Restexemplar – und auch in Sachen Humor gerne mal von bescheidenem Anspruch. Ich will damit nicht sagen, dass es nicht witzig zu lesen ist, aber es erinnert doch oft an einen Köter, der zwar gerne grinsend auf den Teppich scheißt, aber in akuter Not Beißhemmung hat. Ideale Klolektüre.

streichel mich

Falls übrigens jemand wissen will, warum ich Geld rauswerfe, in dem ich nicht nur Bücher und DVDs verschenke, sondern auch Porto und Verpackung übernehme, den kann ich beruhigen: Ich habe ein paar Premiumstücke bei Amazon eingestellt und teilweise schon verkauft. Die Einnahmen gleichen die Kosten für den Adventskalender prima aus. So hat die Aktion nur Gewinner.

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3
Dezember 2014

Sci-Fi Single Feature: “Predestination”

Bevor ich mit den Blockbustern des vergangenen Sommer weitermache (zieht schon mal eine Sandale aus), schiebe ich noch kurz eine Kritik zu einem “kleineren” SF-Film ein. Bei “Predestination” zeigt sich ähnlich wie kürzlich bei “Anomaly“, dass es immer wieder interessant sein kann, sich überraschen zu lassen. Ich habe den Streifen mit Ethan Hawke nämlich ohne jegliches Vorwissen in den Player geschoben. Warum die Credits umso erhellender waren, erzähle ich euch gleich…

pret01Australien 2014. Regie: Michael und Peter Spierig. Darsteller: Ethan Hawke, Sarah Snook, Noah Taylor

Story: Ein Barkeeper, der in Wirklichkeit keiner ist, unterhält sich im New York der 70er mit einem deprimierten Mann, der in Wirklichkeit keiner ist – und beide haben Geschichten zu erzählen, die unglaublich scheinen und erst in der Kombination ihre komplexe Narrative preisgeben. Es geht um zeitreisende Agenten, um einen unfassbaren Bombenleger, um Nutten für Astronauten und die Frage, ob die Schlange ihren eigenen Schwanz fressen muss. Nach und nach stellt sich heraus, dass der Barkeeper und der Gast im wahrsten Sinne eine Welt für sich sind. Und dass jedes Ende einen Anfang braucht und jeder Anfang ein Ende.

Kritik: Ich bin immer vorsichtig, wenn Filme “aus dem Nichts” auftauchen. Von “Predestination” hatte ich noch nie gehört und das Prinzip des Prädeterminismus ist mir generell suspekt. Aber Ethan Hawke war selbst in “Purge” gut und Zeitreisegeschichten sind bekanntermaßen meins, meins, meins.

Und siehe da: “Predestination” entpuppt sich als anspruchsvolles, aber nie zu verkopftes Gedankenspiel, das die inhärenten Probleme von Zeitreisen eigenwillig durchexerziert und mit jedem neuen Sprung eine neue Wendung nimmt. Der Fokus liegt dabei klar auf dem Drama, auf dem Schicksal der beiden Hauptfiguren, die weit mehr und weit weniger sind als die beiden Hauptfiguren (dieser kryptische Satz wird sich euch erschließen, wenn ihr den Film anschaut).

Ich würde das gerne genauer erklären, aber der Film lebt davon, dass der Zuschauer die vielen Twists selber entdeckt.

Dass “Predestination” trotz langer Dialoge und wenig Action zu fesseln weiß, verdankt er sowohl der sorgsamen Nachbildung verschiedener Jahrzehnte (40er, 50er, 60er und 70er Jahre) als auch den zwei Hauptdarstellern, die mit sichtlicher Spielfreude immer wieder neue Facetten ihrer Figuren pellen. Dass Sarah Snook in der Rolle als Mann nicht immer 100 Prozent überzeugt, liegt in der Natur der Sache – sie hat eine gewisse Ähnlichkeit mit der jungen Jodie Foster, die Leonardo di Caprio spielt.

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Bemerkenswert auch, dass “Predestination”, obwohl die zu Grunde liegende Geschichte aus dem Jahr 1959 stammt, so eine Art LGBT-SF ist, eine empathische Auseinandersetzung mit der Qual der geschlechtlichen Zuordnung.

Das klingt jetzt alles arg verque(e)r, was einerseits zum Film passt, andererseits aber niemanden abschrecken sollte – “Predestination” ist über die ganze Laufzeit sehr spannend, ohne auf Remmidemmi zu setzen.

Und nun zu den Credits. Erst der Nachspann verriet mir, dass hier die australischen Spierig Brothers am Werk waren, die mit dem preiswerten, aber beeindruckenden “Undead” ziemlich gut im Genre reüssiert hatten, deren Quasi-Sequel “Daybreakers” ich allerdings eher so mittel fand. Bei “Predestination” zeigen sie wieder, dass sie mit vergleichsweise überschaubaren Mitteln durchaus punkten können.

Vor allem aber: Die Qualität der Story ist kein Zufall, basiert “Predestination” doch auf der Kurzgeschichte “All you zombies” von niemand geringerem als SF-Legende Robert Heinlein. Wenn ich das richtig recherchiert habe, hält sich der Film recht genau an die Vorlage, erweitert sie aber um den Bombenleger als externen Motivator, was durchaus sinnvoll ist. Die Werktreue geht sogar so weit, dass Voraussagen von 1959, die heute längst anachronistisch sind, übernommen werden. Das ist Respekt, vor dem ich Respekt habe.

“Automata”, “The Anomaly”, “These final hours”, “The Machine” – es ist eine wahrlich gute Saison für Freunde futuristischer Unterhaltung. Ich hoffe auf mehr von der Sorte und aus der Ecke.

Ein spätes SF-Highlight von 2014 oder bereits das erste frühe Highlight von 2015?

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Fazit: Ein hochwertiges kleines Drama über die Unmöglichkeit, die Vergangenheit zu ändern, ohne sie zu zementieren, getragen von liebevoller Ausstattung und zwei hervorragenden zentralen Performances. Ein echter Geheimtipp für die Freunde “ernster” Science Fiction mit literarischem Hintergrund.

P.S.: Nerdbonus – ich habe ein Gebäude erkannt, dessen Interieur schon in der TV-Serie “Total Recall 2070″ abgefilmt wurde. Can I get a “what what?” für mein Gedächtnis?

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Dezember 2014

Ja, is’ denn scho’ Weihnachten? Nein, aber des Wortvogels Kalenderplunder muss unters Volk! (3)

Es konnte nicht lange dauern – heute ist edler Schweinkram dran:

streichel mich

Die Biographie von Pornoqueen Jenna Jameson ist tatsächlich ziemlich gut (nicht von ihr) geschrieben und so spannend wie offenherzig. “Schlechter Sex” ist eine unter Pseudonym herausgegebene Anekdotensammlung launiger Bumskatastrophen, die ich für so echt halte wie den Namen der Verfasserin, was dem Unterhaltungswert und der Vortragstauglichkeit auf Partys allerdings keinen Abbruch tut.

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Dezember 2014

TV-Programm 2.0: Suchmaske statt Tabelle?

Disclaimer: Dies ist ein Beitrag, den ich für das heute-Blog verfasst habe, der aber aus Abstimmungsgründen nicht dem Format entsprach, das die Redaktion sich gewünscht hatte. Weil ich die enthaltenen Schlussfolgerungen immer noch für stimmig halte, präsentiere ich ihn hier.

Vom identitätsstiftenden Familienmagazin zum rotblauen Klon-Listing samt austauschbarer Blondine auf dem Cover: Mit der Vermehrung der TV-Sender ist eine Vermehrung der TV-Zeitschriften einher gegangen, die einen ruinösen Wettbewerb ausschließlich über den Preis betreibt. Dabei würde der Markt im Zeitalter des individualisierbaren Programmangebots ganz andere Ansätze brauchen.

Über die 80er Jahre hinaus definierten Schüler ihren TV-Konsum über die daheim verfügbare Fernsehzeitschrift: Es gab Hörzu- und Gong-Kids, Familien mit TV Hören & Sehen oder der sympathisch altmodisch betitelten Funkuhr. In anspruchsvoller interessierten Haushalten musste die kostenlose Beilage zur Wochenzeitung reichen, Vorreiter mit Videorekorder und Privatfernsehen griffen gerne zur damals hochmodernen TV Spielfilm. Ein gesunder Markt mit gesundem Wettbewerb.

Der Boom von Privatfernsehen und Pay-TV führte in den 90ern zu einer Homogenisierung der Listings, weil immer mehr Programme übersichtlich präsentiert werden mussten. Wo nur noch Platz für Startzeit, Sendungstitel und Laufzeit ist, fällt natürlich der individuelle Stil weg, zumal die Zeitschriften immer mehr dazu übergingen, die Listings nicht mehr von hauseigenen Redakteuren erstellen zu lassen, sondern von externen Dienstleistern. Der Versuch, einen Überblick über das Programm von fast 80 Sendern zu geben, scheitert zwangsläufig, die Listings erinnern an Excel-Tabellen, die Informationen an einen Code-Wust aus Zahlen und Abkürzungen.

Vom Mischwald zur Monokultur

Wer 2014 einen gut sortierten Kiosk aussucht, hat die Wahl zwischen Dutzenden gleichartiger Titel, die nur noch über den Preis um Kunden kämpfen. Versuche, Nischentitel wie TV 4 Men oder TV Total zu etablieren, scheiterten. Aus dem Mischwald ist eine Monokultur geworden. Das sieht auch Philipp Welte, Vorstandsmitglied von Hubert Burda Media, in einem Interview mit dem Handelsblatt so: „Mit Schrottprodukten für 49 Cent frustrieren wir den Konsumenten und verstopfen die Angebotsflächen in den Märkten.“

Dabei ist der Bedarf nach kompetenter Programminformation durchaus groß. Mittlerweile können deutsche TV-Haushalte im Durchschnitt 79 Sender empfangen und auch der Konsum ist – allen Unkenrufen zum Trotz – nicht gesunken: Mit 221 Minuten pro Zuschauer und Tag hat er eine neue Höchstmarke erreicht.

Frustriert verzichten viele Zuschauer gleich auf die Zeitschrift und lassen sich von den Elektronischen Programmführern (EPGs) ihrer TV-Geräte mehr schlecht als recht durch das aktuelle Programm lotsen.

Neue Anbieter jenseits der Sender

In den letzten Jahren ist ein weiteres Problem hinzu gekommen: Immer mehr, was als TV konsumiert wird, kommt nicht über klassische Sender. Man kann sich Serien und Spielfilme ebenso von Amazon Prime streamen wie von Netflix oder Watchever. Die Mediatheken der Sender lösen das traditionelle Programmschema weiter auf, erlauben „Fernsehen à la carte“. Bei einem nicht durch Sendezeiten vorsortierten Sortiment versagen die Programmzeitschriften zwangsläufig.

Ein spannender Lösungsansatz sind neue Meta-Suchmaschinen wie wheretowatch und die deutschsprachige Version werstreamt.es. Hier gibt der Zuschauer ein, was er sehen will, und bekommt eine verständliche Auflistung der Angebote, über die er darauf Zugriff bekommt – inklusive möglicher Kosten. Einfacher geht’s nicht.

Die Crux dabei ist natürlich: Man kann nur finden, was man sucht. Das Fernsehen als breites Angebot, auf das man sich einlässt, um mit der Zeit seine Lieblinge zu finden, wird obsolet. Ein völlig individualisiertes Programm zementiert die Sehgewohnheiten. Das Ende des unterhaltsamen Zappings ist die Folge.

Fernsehzeitschriften – umdenken oder untergehen?

In genau diese Nische könnte eine neue Generation von TV-Zeitschriften für Zuschauer stoßen, die nicht permanent den Computer konsultieren wollen, um ihre Lieblingssendungen zu finden, aber auch die verwirrenden Datenwüsten aktueller Programmlistings ablehnen. Für sie würden sich Printprodukte anbieten, die nach Trüffelsucher-Prinzip Highlights heraus picken, neue Angebote der Streaming-Portale präsentieren, Pay-TV im Auge behalten, sich aber ansonsten auf die Sender konzentrieren, die immer noch den Großteil des Konsums abdecken: ARD, ZDF, die großen Privaten, Dritte Programme. Es wäre wieder Platz für ausführliche Berichte, kritische Kommentare, recherchierten Hintergrund.

Und weil die Interessen der Zuschauer verschieden sind, könnten diese Gourmet-Programmführer sich eigene Zielgruppen suchen, von Spielfilmen über Serien bis Dokumentationen oder Shows. Jedem seine Nische. Das dürfte sogar Herrn Welte gefallen.

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Dezember 2014

Ja, is’ denn scho’ Weihnachten? Nein, aber des Wortvogels Kalenderplunder muss unters Volk! (2)

DVDs werden immer mehr zur Wühltischware, die gebraucht für Cents weg geht. Eigentlich eine Schande. Um dem nachlassenden Wert Rechnung zu tragen, verlose ich dieses Jahr “bundles”, also thematisch geschnürte DVD-Päckchen für vielleicht nicht jeden, aber so manchen Geschmack. Den Anfang macht heute das Paket “Was in den 80ern als deutscher Humor durchging – für Anfänger”.

streichel mich

Vier Filme wie Fäuste in die Fresse! Der Klassiker “Piratensender Powerplay” (nur echt ohne die Originalsongs, für die bei diesem Release die Rechte nicht zu bekommen waren), der Blockbuster “Geld oder Leber” und obendrein das legendäre Double Feature “Zärtliche Chaoten I & II”, als deutsch-amerikanische Zusammenarbeit quasi die NATO des bundesrepublikanischen 80er-Kinos.

Dreimal Gottschalk, zweimal Krüger, plus Winnetou und der Knight Rider! Mehr 80er geht nicht, selbst wenn man Zauberwürfel mit Edding bemalt und an Lederkrawatten an den Weihnachtsbaum über dem Futon hängt, während man Vanille-Tee trinkt und dabei “Kuschelrock 1″ hört.

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Dezember 2014

Ja, is’ denn scho’ Weihnachten? Nein, aber des Wortvogels Kalenderplunder muss unters Volk! (1)

Vor zwei Jahren hatte ich erstmals einen Adventskalender, um meinen Schnickschnack-Bestand ein wenig zu entschlacken. Dieses Jahr ist es wieder soweit – und ich kann euch versprechen, dass die Gaben heuer noch reichhaltiger ausfallen. Ganze Pakete von DVDs (thematisch sortiert), Prachtbände, Raritäten – würde der Kram nicht mir gehören, würde ich ihn auf jeden Fall haben wollen.

Die Spielregeln sind wie immer und wie folgt: Im Laufe des Tages werde ich eine Frage in den Kommentaren stellen. Der erste, der sie richtig beantwortet, bekommt den Preis hinter dem Türchen. Angesichts des Wertes der Gaben und der Portokosten bitte ich, nur für Sachen zu raten, die ihr wirklich haben wollt.

Den Anfang macht natürlich ein sehr offensichtliches Giveaway, das ihr sehen könnt, wenn ihr mit der Maus über dieses Bild fahrt:

streichel mich

Und nun beginnt das Warten – nicht aufs Christkind, sondern auf die Eingebung des Vogels, welche Preisfrage er heute stellt.

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