Kinderkino: Wortvogel im Cinetipp

Gepostet am 18. August, 2010 um 20:00 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Lustiges, Neues, Privates.

Weil vermutlich kaum einer von euch (Peroy ausgenommen) zu ungöttlicher Stunde noch ProSieben schaut, um Marketing-Clips für neue Kinofilme zu checken, habe ich euch den hier mal hochgeladen (Ungeduldige spulen bis 10:20 vor):

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Jawoll, ich war (in Begleitung des Kinonachwuchses – auch zu sehen, aber aus Gründen der Privatsphäre an dieser Stelle nicht identifiziert) in “Cats & Dogs: Die Rache der Kitty Kahlohr”. Das lohnt keinen langen Review, es ist kunterbunte Unterhaltung für Kids, von der man sagen kann: Als Erwachsener langweilt man sich nicht zu Tode. Das ist alles, was man erwarten darf.

Bonuspunkt für die Idee des Synchroredakteurs, aus “Kitty Galore” (eine Nacktkatze) passenderweise “Kitty Kahlohr” zu machen.

Bezaubernd fand ich den Vorfilm: Wile E. Coyote und der Road Runner in 3D! Die begeisterten Reaktionen der Pimpfe lassen darauf schließen, dass “extreme cartoon violence” noch lange nicht out ist. Die Dreikäsehochs verstehen durchaus, dass da keine echten Tiere plattgemacht werden – und dass man hinterher keinen Truck klauen sollte, um Vierbeiner in den Asphalt zu stampfen. Beruhigend!

Etwas gegen den Strich ging mit dann allerdings der Erziehungsberechtigte in der Reihe hinter mir, der seiner Tochter erklärte: “Das ist Woody Woodpecker”. Seine väterliche Autorität konsequent untergrabend drehte ich mich um und zischte überlaut: “Das ist NICHT Woody Woodpecker, das ist natürlich der ROAD RUNNER!”

Überhaupt ist der Kinobesucher mit kleinen Steppkes immer faszinierend – solange man keinen Wert auf Konzentration und heilige Ruhe legt. Die sind nämlich super begeistert, wenn sie einen Gag verstehen, und äußern das auch lautstark. Szene: Diggs (Schäferhund) ist durch einen Geheimgang im Boden aus dem Zwinger stiften gegangen. Sein Herrchen Shane beschwert sich, der Hund könne doch wohl kaum durch ein Loch im Boden abgehauen sein. Gleich ein paar Kids kichern und proklamieren: “Wohl! Der ist nämlich durch den Boden gegangen! Hihiii…”

Ent-zückend!

Meine Geschichte von Frau Fenster und dem jungen und hübschen Fräulein Apfel

Gepostet am 13. August, 2010 um 19:19 Uhr
Kategorien: Gedanken, Neues, Privates.

Seit vielen Jahren lebe ich nun mit Frau Fenster. Es war keine Liebe auf den ersten Blick, eher eine Vernunftbeziehung. Sie war nicht schön, konnte zickig sein, gerade am Anfang. Was man sagte und tat – es war falsch, und oft trennte man sich zur Nacht brummelnd und unversöhnt. Ich zweifelte oft, ob sie die Mühen wert war. Doch ich gab nicht auf. Ich kaufte Frau Fenster Kleinigkeiten, machte ihr Geschenke, fragte nach ihren Wünschen und Ideen, und so manches Mal ließ ich mich ein auf ihre Art, meinen Haushalt zu führen und meine Arbeit zu erledigen. Wir wuchsen aneinander und aus Respekt wurde im Laufe der Zeit ehrliche Freundschaft. Frau Fenster wurde entgegen kommender, sie gab sich mehr Mühe, auf mich einzugehen. Ich kannte ihre Schwächen und Marotten. Manchmal brauchte sie nur ein freundliches Wort, um wieder mit Begeisterung für mich da zu sein.

Ich weiß nicht mehr, wann aus der Last, mit Frau Fenster zusammen zu sein, eine Lust wurde. Wann wir so blind eingespielt waren, dass wir uns gegenseitig zu Höchstleistungen anspornen konnten. Sie war perfekt für mich, und ich war perfekt für sie. In meinem kleinen Häuschen lebten wir glücklich und zufrieden.

Bis ich Fräulein Apfel traf.

Ich hatte schon von ihr gehört – sie hatte Freunde von mir reihenweise vernascht, die es besser hätten wissen müssen. Man beschrieb sie als jung und sexy, intelligent und anspruchsvoll. Das reizte mich nicht. Mein Heimchen am Herd, Frau Fenster, war mir genug. Ich bin zu monogam, um eine lange gewachsene Beziehung so einfach aufs Spiel zu setzen. Da kann die Neue noch so mit den Augen klimpern und mir süße Sachen versprechen.

Irgendwann traf ich Fräulein Apfel dann im beruflichen Kontext. Sie saß in einem Büro, strahlend schön, von einer edlen Eleganz, der sich zu verschließen fast unmöglich war. Obwohl sie immer wieder betonte, nur arbeiten zu wollen, baten ihre Kurven und ihr buntes Kleid: Spiel mit mir. Nur ein bisschen.

Und ich spielte mit ihr. Ich bin ja auch nur ein Mann. Während zu Hause Frau Fenster saß, vergnügte ich mich in gestohlenen Stunden mit Fräulein Apfel. Die Frau, die Geliebte – das konnte nicht gut gehen. Zu meiner Überraschung war es nicht Frau Fenster, die eifersüchtig war. Vielleicht, weil ich ihr in letzter Zeit immer wieder vorgeworfen hatte, bestimmte Aufgaben im Haushalt nicht sorgfältig genug erledigt zu haben. Sie genoss wahrscheinlich die Ruhe in meinem Haus. Nein, es war Fräulein Apfel, die immer unverhohlener behauptete, in meinem Leben die Einzige sein zu müssen. Sie versprach, alles zu können, was die gute Frau Fenster konnte – besser, schneller, schöner. Mit ihr an meiner Seite stünden mir neue Wege offen, Ruhm, der Zugang zu kreativen und intellektuellen Kreisen.

Mir war klar, dass Fräulein Apfel keine billige Geliebte war. Sie wollte viel, sie wollte es teuer, und was nicht von ihrer Lieblingsmarke war, das ließ sie beleidigt links liegen. Kapriziös nannte man so ein Verhalten früher. Aber ich nahm sie mit nach Hause, bat Frau Fenster um Verständnis, und richtete Fräulein Apfel die Wohnung ein. Sie wollte gar nicht viel Platz, nur ein helles Eckchen. Irgendwie würde es schon gut gehen, und genau genommen gab ich ja nichts auf, sondern verbreiterte nur das Spektrum meiner Möglichkeiten.

Eine Weile lang ging es gut. Fräulein Apfel hatte Sachen drauf… ui ui ui… So manche Nächste brachte sie mich um den Schlaf, erlaubte mir Dinge, die Frau Fenster immer empört abgelehnt hatte. Sie war so rein, so schön, so … sportlich. Nie ein Makel, nie ein Fauxpas. Die Jahre mit Frau Fenster schienen mir plötzlich verschwendet, als wäre ich immer dem falschen Pfad gefolgt. Mit Fräulein Apfel würde es anders werden. Geld! Ruhm! Macht! Alles stand mir offen.

Die Flitterwochen dauerten kaum vier Wochen. Fräulein Apfel begann, sich bei einfachen häuslichen Aufgaben quer zu stellen: Nein, das wolle sie so nicht machen. Es sei ja nicht so, dass sie es gar nicht machen wolle – nur eben nicht so. Sie habe ihre eigenen Methoden. Dafür bräuchte sie aber neue Haushaltsgeräte. Die alten passten sowieso nicht zusammen. Wie hatte ich in so einem Chaos nur leben können? Komisch, MIR war das Chaos nie aufgefallen. Aber Fräulein Apfel wurde nun energischer: Der Staubsauger funktioniert nur mit dem richtigen Kühlschrank, und für ein gutes Bett braucht es den passenden Fön. Sie wusste genau, in welchem Laden ich die ganzen Luxuswaren kaufen sollte – und warum der Preis nicht etwa völlig überteuert, sondern allemal angemessen war.

Es lief darauf hinaus, dass Fräulein Apfel durchaus Arbeiten erledigte, wie sie es versprochen hatte: Schnell, effizient, schick. Aber in der Freizeit war kaum etwas mit ihr anzufangen, und wenn sie mal nicht wollte, wollte sie nicht. Im Gegensatz zu Frau Fenster war mit ihr da nicht zu reden. An/aus, schwarz/weiß, ja/nein. Ein Leben ohne Kompromisse. So manches Mal hörte ich Frau Fenster flüstern, wenn ich mit Fräulein Apfel wieder über irgendeine Banalität stritt: ICH würde es ja klaglos für dich machen, aber du ziehst ja neuerdings dieses aufgedonnerte Flittchen vor.

Der Wind drehte sich: Immer öfter kroch ich heimlich zu Frau Fenster, die ohne Murren meine Wünsche erfüllte. Natürlich bemerkte Fräulein Apfel das, und stellte sich patzig. Wenn ich ihr sagte, dass sie die Böden nicht geputzt hatte, verwies sie auf die Sockenschublade, in der sie alles nach Farben geordnet habe – als ob es dasselbe wäre! Wenn sie nur einen Topf Linsensuppe kochen sollte, brauchte sie dazu Herd, Backofen, Mikrowelle, Lagerfeuer, und mindestens drei Töpfe.

Es wurde eine unmögliche Situation. Statt mehr Möglichkeiten zu haben, stand ich nun permanent zwischen den Stühlen, und wurde von beiden Seiten angefeindet. Frau Fenster verwies auf ihre Erfahrungen und ihre älteren Rechte, Fräulein Apfel hingegen weigerte sich schlicht, mit “der ollen Schnepfe” zu arbeiten.

Irgendwann hatte ich die Nase voll, stampfte mit dem Fuß auf, und brüllte laut in den Raum: “RUHE! Jetzt hat das Gekeife ein Ende. Ich sperre euch beide in EIN Zimmer, und da könnt ihr zusehen, wie ihr miteinander klar kommt. Und wenn ich was brauche, dann dürft ihr euch gerne überlegen, welche von euch das übernimmt. Und zwar klaglos, verstanden?!”

Sie nickten betroffen – soviel Wut hatten sie von mir nicht erwartet.

Nun leben wir in einer Mischung aus Menage a trois und 3er-WG. Es funktioniert. Und meine Arbeit wird endlich wieder erledigt. Ich bin sicher, dass die beiden Weiber sich hinter meinem Rücken das Maul zerreißen. Aber das ist mir egal.

Und hier die Übersetzung für alle eher prosaischen Leser:

(mehr…)

London + Silvester = Wow!

Gepostet am 8. August, 2010 um 22:04 Uhr
Kategorien: Neues, Privates.

Dass ich den letzten Jahreswechsel in London erlebt habe, dürfte den etwas kombinierfreudigeren Lesern schon aufgefallen sein. Einen größeren Reisebericht dazu gibt es aber nicht:

- Das Thema hatte ich ja schon

- Die Theaterstücke “Breakfast at Tiffany’s” und “The 39 Steps” habe ich anderweitig besprochen

- “Sherlock Holmes“, den ich im Empire Premieren-Kino am Leicester Square gesehen habe, ist ebenfalls bereits abgehakt

Deshalb schicke ich jetzt nur ein paar Details stichpunktmäßig nach.

Ich rate dringlich, nicht mit EasyJet zu fliegen. Organisation katastrophal, keine festen Sitzplätze, und Verspätungen bei Hin- und Rückflug. Sowas muss man sich nicht antun, wenn deutlich bessere Airlines wie Airberlin nicht deutlich mehr kosten.

Erstmals bin ich in Gatwick gelandet (Stanstead, Luton und Heathrow hatte ich schon mehrfach). Das ist soweit okay, auch die Bahnverbindung in die Stadt ist akzeptabel, aber es bleibt ein Pendlerzug mit extrem hoher Passagierdichte zu den Stoßzeiten. Stehplätze und Gedränge inklusive.

Kulturell ist in London bekanntermaßen die Hölle los. Aber es muss nicht immer teuer sein: Der Eintritt z.B. in die “National Portrait Gallery” am Trafalgar Square ist kostenlos. Sein Geld wert ist hingegen das Ticket für das Naturhistorische Museum, in dem jeder echte Skeptiker ein Foto von sich neben der Statue Charles Darwins machen lässt.

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Danach bietet es sich an, durch das bezaubernde und ruhige Kensington zu schlendern.

Kulinarisch habe ich diesmal Pizza Express für mich entdeckt: Nicht billig, abends gerne brechend voll, und man muss bereit sein anzustehen – aber die Pizza ist wirklich exzellent. Ebenfalls klasse: Wagamama, eine japanische Nudelküchen-Kette. Gibt es in ganz England.

SchlüsselWer irgendwelchen Souvenir-Schnickschnack braucht, kommt an “Cool Britannia” nicht vorbei. Ein Kaufhaus voller Touristen-Kram, weder so teuer noch so albern, wie man vermuten mag. Ich habe meinen aktuellen Schlüsselanhänger daher.

Diesmal habe ich “Forbidden Planet” NICHT verpasst. Der neue Laden ist schicker, übersichtlicher – und wer nicht zu den Merchandise-Junkies gehört, fühlt sich im Untergeschoss zwischen Büchern und Zeitschriften sehr wohl.

Das legendäre Kaufhaus “Harrod’s” kann ich empfehlen, wenn man edel shoppen gehen und eine unglaubliche Delikatessabteilung bewundern will. Aber um den Jahreswechsel herum fühlt man sich wie in der Tokioter Ubahn, oder dem Oktoberfest zur Primetime. Das ist schon nicht mehr feierlich. Überrascht hat mich, dass die Umkleidekabinen keine Kabinen sind, sondern eher Umkleideräumen in Schwimmbädern ähneln – da müssen sich an die zehn Kerle voreinander ausziehen! Es gibt keine Ablagen, keine Bänke, keine Regale: raus aus der Hose, auf den Boden fallen lassen, und das ausgesuchte neue Modell anziehen.

Ein bisschen geärgert habe ich mich, dass ich erst ein paar Monate nach dem Kurztrip (durch eine Szene in “Luther“) auf das spektakuläre Westfield-Einkaufszentrum gestoßen bin. Das ist bei meiner nächsten Reise aber SOWAS von fällig!

Nun aber zum eigentlichen Grund, warum ich in London war: Silvester. Wieder einmal bin ich im “The Grand” abgestiegen. Das ist sowieso nie ein Fehler. Diesmal habe ich entdeckt, dass an der Straßenecke direkt gegenüber der “Sherlock Holmes Pub” liegt!

Nun ist es in London so, dass es gerade mal EIN spektakuläres Feuerwerk gibt: Das am “London Eye” (dem Riesenrad an der Themse). Für den Rest der Stadt wird es auf vielen Großleinwänden und im Fernsehen übertragen. In der Innenstadt werden die Schaufenster mit Holzbrettern vernagelt, an Laternen werden Vorrichtungen angebracht, damit man sie nicht erklettern kann. Damit die Menschenmassen sich nicht allzu sehr quetschen, hat die Stadtverwaltung festgelegt, dass nur eine begrenzte Menge dem Feuerwerk an der Themse zuschauen darf – ich meine was von 125.000 gelesen zu haben. Wenn das Limit erreicht ist, wird das Gebiet großräumig von berittener Polizei abgeriegelt.

Das Problem: Um unbedingt dabei zu sein, strömen die Londoner immer früher zur Themse, und es kann sein, dass ab 20.00 Uhr alles bereits dicht ist. Wer es geschafft hat, darf dann vier Stunden bis Silvester frieren – wer es nicht geschafft hat, hat Pech gehabt.

silvester

Wir hatten keine Lust, uns das anzutun, sind am Silvester-Abend lieber in “The 39 Steps” gegangen, danach zu “Pizza Express”, im festen Glauben, irgendwas würde sich schon ergeben.

Und es ergab sich. Zu unserer Überraschung stellten wir fest, dass das “The Grand” IN der Sperrzone für das Feuerwerk liegt. Unsere Hotelschlüssel waren der “backstage pass”, um auch nach 22.00 Uhr noch locker an den Polizeisperren vorbei zu kommen. Also schauten wir im warmen Bett einen satirischen Jahresrückblick im BBC-Programm, und schlenderten dann gemütlich um 23.40 Uhr die 200 Meter zur Themse. Dort war es in der Tat voll, aber nicht gedrängelt, und die Menschen waren außerordentlich guter Stimmung.

Der Aufwand – sogar die ganze Reise! – hat sich hierfür gelohnt:

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Ich LIEBE Feuerwerk!

0.15 Uhr war der farbenprächtige Spuk vorbei, und um 0.25 Uhr waren wir wieder im kuscheligen Hotelzimmer. Die Polizei entließ noch drei Stunden lang die Menschenmengen kontrolliert wieder in die Innenstadt – was von unserem Fenster so aussah:

Ablauf

Glück gehabt.

Wie lässig die Londoner sind, war sehr schön zu erleben, als es doch einmal ganz kurz ein paar Flocken schneite: Die Feuerwerks-Besucher klatschten begeistert, und eine Welle guter Stimmung wogte mitreißend durch die Straßen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Silvester in London ist toll, und wenn man ein Hotel innerhalb des Sperrgebietes bucht, noch besser.

Bleibt nur noch die Frage: Wohin fahren wir dieses Jahr?

Ich wollte damit bis Montag warten…

Gepostet am 5. August, 2010 um 21:18 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, In Arbeit, Neues, Privates.

… aber nachdem Amazon heute schon geliefert hat:

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“Hhhhmmm…. das kommt mir irgendwie bekannt vor…”

Immerhin ist das Buch diesmal bis zur letzten Seite failerfrei:

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Das Unheil wirft seine Schatten voraus: Fantasy Film Fest 2010 in Berlin

Gepostet am 30. Juli, 2010 um 10:33 Uhr
Kategorien: Fantasy Filmf. 10, Film, TV & Presse, Neues, Privates.

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17. August bis 25. August 2010.

Es ist mal wieder soweit: Fantasy Film Fest. Ich bin zum siebzehnten Mal dabei, zum vierten Mal für dieses Blog, und zum ersten Mal in Berlin! Das bedeutet: First! Diesmal kommen meine Reviews rechtzeitig, damit ihr euch (wenn ihr wollt und mir vertraut) in anderen Städten daran orientieren könnt. Der Aktualität willen fahre ich quer durch die Republik und buche mich für eine Woche in ein Hotel in der Nähe des Potsdamer Platz ein. Es ist ein knallharter Job, aber einer muss ihn ja machen.

Wenn man Hardcore-Nerd ist wie ich, dann ist schon die jährliche Filmauswahl beim FFF eine Wissenschaft: Oft genug überschneiden sich zwei Streifen, die man unbedingt sehen will. Nur einen Film um 13.00 Uhr und einen um 23.30 Uhr anzuschauen ist uneffizient. Zwischendrin sollte aber auch Zeit sein, Reviews zu schreiben. Asiatische Kriegsepen? Nicht meins. Torture Porn? Auch heuer ohne mich. Banale Crime-Dramen oder das Zeug, das von den Veranstaltern immer als “black comedy” verbrämt wird? Wird ausgelassen. Einige Filme kommen sowieso groß ins Kino, da muss ich nicht die knappe FFF-Zeit dran verschwenden. Ebenso Zeug wie “Centipede” und “Harry Brown” – die DVD kostet in England soviel wie die Eintrittskarte beim FFF.

Vier Stunden Gehudel mit dem Tagesplan, den Online-Beschreibungen. Trailer anschauen, Kritiken lesen. Klar, Asia-Kram mag ich nicht – aber “Redline” sieht rasant aus. Und “Clash”, ein vietnamesischer Action-Kampfsportfilm? Scheiße, “Vampires” und “Enter the Void” schließen sich gegenseitig aus. Da fällt mir ein, dass ich ja ein paar Nachzügler in München mitnehmen kann. Cool. Erschreckend viele Schema-F-Heuler à la “Teenies verfahren sich / haben Unfall / wollen in die Wildnis – aber dort wartet ein grausames Schicksal…”. Und viel Klaustrophobisches. Die Welt ist pervers, düster, und zynisch. Ich nicht. Ein paar “Wildcards” müssen sein – Filme, die ich quasi “blind” auswähle, in der Hoffnung auf eine Überraschung.

Hier nun meine Gesamtliste (DVD-Reviews inbegriffen), und die Gründe, warum ich gerade diese Filme erwählt habe:

Hidden: Norwegischer Horror, der ganz nach klassischem Grusel klingt. Gibt es selten genug.

The Last Days of Emma Blank: Das klingt nach fieser Familiensatire, und seit “Ex Drummer” haben Belgier bei mir einen Stein im Brett.

The Ape: Eine typische “Wildcard”. Die Beschreibung ist seltsam vage, und ich hoffe auf ein kontemplatives Erlebnis.

Harpoon – Whale Watching Massacre: “Texas Chainsaw Massacre” als Fischkutter-Horror? Und sei es nur die Neugier, die mich rein treibt…

Symbol: Das klingt ultra-strange, und “Nothing” fand ich ja auch schon toll. Könnte der existentialistische Knaller des Festivals werden.

Harry Brown: Michael Caine in der britischen Variante von “Gran Torino”. Das muss reichen.

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Ghost Machine: Ein bisschen Science Fiction à la “Gamer” tut zwischen all dem Horror vielleicht mal ganz gut.

The Reeds: Ich habe gerade eine Geschichte über Reet-Dächer für die LandIdee gemacht, und die Inhaltsangabe verspricht mehr als nur einen spinnerten Killer auf der Jagd nach Ausflüglern.

Metropia: Das sieht visuell einfach großartig aus, und gute Animation jenseits von Hollywood-CGI sieht man viel zu selten.

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The Human Centipede: Ich weiß – der ist wahrscheinlich nur eklig. Und scheiße. Aber ich habe die DVD geschenkt bekommen.

Timer: Zur Abwechslung mal eine harmlose SciFi-Comedy. Durchatmen.

Monsters: Alien-Invasionen sind meins. Da kann mich selbst “Alien Apocalypse” nicht vom Gegenteil überzeugen.

Suck: Altrocker und die EXTREM leckere Jessica Paré – da nehme ich sogar die scheiß Indie-Mucke in Kauf!

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Clash: Heißes Babe, Kampfsport, Action – okay, einer geht noch…

Frozen: “Open Water” im Skigebiet. Sähe der Trailer nicht so gut aus, es tät mich nicht scheren.

Centurion: Ahhh, Historien-Drama mit viel Dreck und alten Rüstungen. Meins! Außerdem ist die Legende der verschwundenen 9. Legion seit den 70ern eins einer Steckenpferde.

Gallants: Hommage und Reminiszenz an den Handkanten-Film der 70er. Dafür bin ich gerade alt genug.

Four Lions: Doofe Terroristen. Konnte ich schon in “Postal” drüber lachen.

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Enter the Void: Sieht einfach nur “trippy” aus, und da ich sonst keine Drogen nehme….

Tucker & Dale vs. Evil: Backwood-Slasher mal aus der Sicht der Hinterwäldler. Trailer sieht lustig aus.

The Wild Hunt: Thriller-Drama im Kontext eines Live-Rollenspiels. Das könnte interessant werden, und heuer habe ich es eh nicht zu den “Kaltenberger Ritterspielen” geschafft.

Black Death: Pestilenz und Sean Bean – zwei gute Gründe.

Corridor: Ich hoffe auf einen leisen “slow burner”. Die sind gut fürs Karma.

Kaboom: Bunt, sexy, sinnlos, und hoffentlich typisch Araki.

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Devil’s Playground: Zombies, Endzeit, Action – ein “28 Days” pro Jahr ist ausreichend.

Hybrid 3D: Diese Neuauflage würde mich NULL interessieren, wenn das Skript nicht von Band-Hausschreiber “Benjamin Carr” wäre…

The Disappearance of Alice Creed: Die Inhaltsangabe sagt “…schleppen sie ins frisch gezimmerte Gefängnis und ketten sie nackt ans Gitterbett“. Gemma Arterton. GEMMA ARTERRTON! Nuff said.

Red Hill: Moderner Western. Schöne Bilder. Tolle Musik. Ich bin sooo leicht zu ködern.

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Chatroom: Der ist eine Wildcard, weil er dem Trailer nach extrem pfiffig oder extrem scheiße werden könnte. Wir werden sehen.

Vampires (Vampire als Reality-TV), Redline (hyperaktiver Rennfahrer-Zeichentrick), Amer (Giallo-Hommage) und Silent House (“The Strangers”-Variante, die in einem Take gedreht wurde) schaffe ich in Berlin auf Grund von Terminüberschneidungen nicht, die sind dann in München dran.

Alles Weitere (Trailer, Beschreibungen, Bilder) auf der offiziellen Webseite.

Big Band Theory: Des Wortvogels Lebenswerk erfährt seinen Ritterschlag

Gepostet am 27. Juli, 2010 um 13:53 Uhr
Kategorien: Bücherregal, Film, TV & Presse, Gedanken, In Arbeit, Neues, Privates.

Der Typ hier – das ist Charles Band:

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Die Internet Movie Database listet ihn als Produzent von mehr als 200 Filmen, darunter B-Klassiker wie “Trancers”, “Dolls”, “Re-Animator”, “The Caller”, und “Prison”.

Ich war schon in den 80ern ein Fan, als die “Cinema” ausführlich über seinen “Metalstorm: The Destruction of Jared-Syn” berichtete – ein 3D-Spektakel, in dem kein Metallsturm vorkam und Jared-Syn am Ende auch nicht vernichtet wurde.

sorority_babes_in_slimeball_bowlorama_poster_01Band war für mich neben Roger Corman immer DER quintessentielle B-Produzent, weil er nicht einfach lieblos “product”  in den Markt scheißen wollte, sondern ein klares Business-Modell verfolgte, das ihn mir sympathisch machte: Empire und später Full Moon Pictures produzierten Filmcomics, die teilweise im selben Universum spielten, Crossover erlaubten, und mit den “Videozone”-Magazinen am Ende der Kassette eine starke Bindung an die Fangemeinde suchten. “Dollman”, “Puppet Master”, “Dr. Mordrid”. Dazu Comics, Puppen, Soundtracks, Trading Cards – Band machte das, was Marvel Entertainment heute auch tut. Nur nicht ganz so teuer. Und nicht ganz so erfolgreich. Trotzdem arbeiteten ihm damals schon viele Comicexperten zu, inklusive der Legende Jack Kirby.

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Schon zu Zeiten meines Fanzines “Dark Palace” war ich ein Band-Geek, besprach Filme wie “Dolls”, “Arena” und “Robotjox”. In den letzten Jahren habe angefangen, Artwork von Band gleich im Dutzend zu kaufen.

Natürlich sind Band-Filme selten wirklich gut. Sie sind meistens das Bruzzeln ohne das Steak. Toller Poster, tolle Ideen, knallige Figuren – am Ende aber (aus Budgetgründen) viel zu langatmig, und ohne wirkliche Höhepunkte. Als Fan verzeiht man vieles.

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Irgendwann in den frühen 90ern begann ich mich zu ärgern, dass es so wenig Literatur über Charles Band gibt. Klar, Kai Meyer hatte mal einen tollen Beitrag für die “Moviestar” geschrieben, in dem sogar das deutsche Cover des nie fertig gestellten “Time Crash” (aka “Pulse Pounders”) zu sehen war. Und die Fangoria hatte Band sogar einen Zweiteiler gegönnt. Aber das war mir nicht substanziell genug, zumal Band in Interviews gerne auf die immer gleichen Phrasen auswich (“Ich wurde praktisch auf einem Filmset groß…” ist der Klassiker-Einstieg). Bei aller Liebe, es gibt mindestens fünf Biographien von und über Roger Corman, eine über Sam Arkoff, eine über William Castle, eine über das Geschäftsgebahren von Cannon – da muss doch Platz im Regal sein für einen Band über den Macher von “Parasite 3D” (mit Demi Moore!)!

Ich habe eine manchmal fatale Eigenschaft: Wenn ich etwas will, dass es nicht gibt – dann mache ich es halt selbst. So sind seinerzeit ja auch meine “Science Fiction TV Guides” entstanden. Und das Buch über “Babylon 5″.

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Also beschallte ich meine damaligen Kumpel mit der hochtrabenden Ankündigung: “Eines Tages mache ich das ultimative Buch über Charles Band!”. Ich war 20. Und doof. Ihr kennt das schon.

ghoulies_2_poster_01Obwohl es weder Zeit noch Möglichkeit gab, das Projekt zu verfolgen, verlor ich es nie ganz aus den Augen. Jeder neue Band-Film erinnerte mich daran, jeder Zeitschriftenartikel dazu wurde gesammelt. Als ich im großartigen Archiv von Harald Dolezal stöbern durfte, scannte ich mir zuerst alle Band-Cover, Reviews und Artikel ein, die er ranschleppen konnte (darunter das phänomenale japanische Pressbook zu “Re-Animator”).

Dabei stellte sich heraus, dass Bands Karriere einer Hydra gleicht: Hakt man einen bisher unbekannten Film ab, tauchten drei neue Titel auf, die in keinem Referenzwerk verzeichnet sind. Band ist der Meister der Ankündigungen, der “pre production artwork”, des filmischen Versuchsballons.

Das Internet ist auch keine große Hilfe: Es gibt Webseiten zu Godfrey Hos Ninja-Heulern und Cannons Trash-Actionern, aber erschreckend wenig zu Charles Band. Irgendwann um die Jahrtausendwende fand ich aber die recht krude Webseite eines Engländers namens Dave, der zwar wenig Infos besaß, diese aber erstaunlich kompetent einzuordnen wusste. Schnell kam per Mail ein reger Austausch von Ideen (und Kassetten) zustande. Dave wusste noch erheblich mehr als ich zum Thema, und konnte sehr präzise und pointiert schreiben. An einem lauen Sommerabend machte ich ihm den fatalen Vorschlag, doch gemeinsam am “ultimate Charles Band book” zu arbeiten.

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Später kam dann noch Nathan Shumate von “Cold Fusion Video” dazu, der in diesem Jahr einen sehr empfehlenswerten Sammelband seiner besten/schlechtesten Reviews veröffentlicht hat. Der Australier John Klyza steuerte ein eigenes Kapitel über Bands Zeit mit dem Label “Wizard Video” bei.

Am Anfang versuchte ich noch, mit Daves Enthusiasmus für das Projekt mitzuhalten, aber es war die Zeit, in der ich an meiner Telenovela werkelte, und das Tempo, das der Musiker und “all around good guy” vorlegte, war erschreckend: Im Wochentakt flatterten mir Reviews ins Haus und Interviews mit Band-Komplizen, die Dave mit detektivischem Eifer aufspürte. Wir machten bald eine eigene Yahoo-Group auf, um das ganze Material zu organisieren. München, Utah, London, Australien – das nennt man wohl eine “internationale Koproduktion”.

TTot_posterMehr als 50 Regisseure, Autoren, Schauspieler und Effekt-Experten haben wir für das Buch interviewt, darunter: Albert Pyun, Tim Thomerson, Jaqueline Lovell, John Buechler, J.R. Bookwalter, Richard Band, Courtney Joyner, Dave Parker, und Peter Manoogian.

Es zeigte sich sehr schnell, dass Dave einfach der geeignete Schreiber für das Projekt war, und ich meine Energie besser darauf konzentrieren konnte, seltene Artwork und Recherche-Materialien zu organisieren. Es gab Zeiten, da kaufte ich pro Woche ein Dutzend Kassetten – aus Hongkong, Australien, Brasilien. Viele Band-Produktionen waren anders kaum noch zu bekommen (mittlerweile hat sich das geändert – Band selbst vertreibt einen Großteil auf DVD). Dank einiger geschäftlicher Kontakte zu der Firma, die mit Bands Partnern Kushner/Locke zu tun hat, kam ich kostenlos an eine ganze Kiste obskurer Softcore- und Kidfilme.

Was die Arbeit von einem, vielleicht zwei Jahren werden sollte, geht nun ins neunte Jahr, und das Ende ist vielleicht in Sicht, aber noch lange nicht erreicht. Klar ist längst, dass es mit EINEM Buch nicht getan sein wird. Da wir ALLE Filme aus Bands Kinofabrik ausführlich vorstellen und besprechen wollen, wird es wenigstens ein Doppelband werden. Suck on that, Corman!

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Einen besonderen Meilenstein passierten wir vor einigen Wochen, als es uns ENDLICH gelang, mit Charles Band selbst ein mehrteiliges und mehrstündiges Telefon-Interview zu führen (sein Bruder Richard öffnete uns dafür die Tür). Tatsächlich war Band angesichts von Davids Detailwissen ausnahmsweise bereit, den PR-Sprech außen vor zu lassen, und ganz tief in seinen Erinnerungen zu kramen, um seine Sicht der nun 40 Jahre dauernden Karriere als Produzent zu Protokoll zu geben.

Warum ich euch das alles ausgerechnet heute so ausführlich erzähle? Ganz einfach: Am Wochenende hatte ich den Ausdruck des ersten Buches von Dave aus London in der Post. Knapp 400 Seiten geballte Begeisterung für das B-Movie-Geschäft:

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Und das ist erst der Anfang…

20 Jahre Wortvogel in München: Wie er kam, was er wollte, warum er blieb (3)

Gepostet am 25. Juli, 2010 um 20:43 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Gedanken, Neues, Privates.

Neueinsteiger bitte Teil 1 und 2 lesen!

gong-cover-jan10Ich bin also nun “fester” Programmredakteur, bekomme als Ressort SAT.1 zugeteilt. Im Grunde genommen besteht meine Aufgabe darin, die Programm-Infos (eine ca. 100seitige Auflistung des wöchentlichen SAT.1-Programms mit allen Daten) zu einer Programmspalte nach genauen Vorgaben (z.B. 117 Zeilen à 37 Anschläge) zusammen zu dampfen. Ich muss entscheiden, welcher Spielfilm mit Bild dargestellt wird, Kritiken aus Filmenzyklopädien suchen, Todesdaten eintragen, und viele Schauspieler um ein “(bek. aus “XY”)” ergänzen. Sind alle sieben Spalten für eine Programmwoche abgenommen, kürze ich sie noch für die Bedürfnisse der Schwesterzeitschrift “die2″ ein.

Ich bin deswegen nur in Anführungsstrichen “fester” Redakteur, weil ich den missverständlichen Status “fester Freier” habe. Ein Aufgabengebiet ist mir damit sicher, aber ich arbeite auf Rechnung. Krank feiern, Urlaub nehmen – das geht alles komplett auf meine eigenen Kosten. Krankenversicherung ist ebenso mein Problem wie Rente. Streng genommen ist das rechtlich sehr fragwürdig, und so manches mal sind wir Redakteure uns einig, dass nur mal jemand einen Musterprozess gegen das System anstrengen müsste, um es zu Fall zu bringen. Aber dafür verdienen wir alle zu gut.

In der Tat befinde ich mich in der letzten Phase der “goldenen Ära” klassischer Programmzeitschriften. Zwar erodieren die Auflagen schon ein wenig, seit es die brandneuen und sehr schicken Konkurrenten von TV Movie und TV Spielfilm gibt, aber unser GONG hat als Vollpreisler eine erstaunliche Gewinnmarge, und einen großen Abonnentenstamm. Wer seit teilweise mehr als 20 Jahren hier arbeitet, ist praktisch unkündbar, und verdient ein kleines Vermögen. Vielen Kollegen merkt man beides an.

Bei aller Begeisterung für meinen neuen “Beruf” (wenn man das Abtippen von Programmspalten so nennen will) bin ich natürlich nicht damit ausgelastet, den ganzen Tag “16.00 SAT.1 Blick, 16.30 Zapp mit Frank Laufenberg” in die Tastatur zu hämmern. Weil ich sehr flott und präzise arbeite, kann ich das Wochenpensum in lässigen zweieinhalb Tagen schaffen. Die Leerzeit wird mit den Kollegen verratscht, im Archiv gekruscht – oder bei Presseterminen rumgebracht.

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Einer der Vorteile dieser Arbeit ist nämlich: Ständig flattern Einladungen ins Haus, und vielen Kollegen ist der Feierabend zu heilig, um auf Veranstaltungen zu gehen. Mangels eines Freundeskreises in München werde ich bald zum Staubsauger für die a5-Flyer und nehme alles mit, was geht: Drei bis vier Kinobesuche die Woche sind normal, bei RTL “Zum heißen Stuhl” sitze ich ebenso im Publikum wie bei der Präsentation einer neuen SAT.1-Tierdokumentation. Ich bekomme im Arri-Kino die ersten beiden Folgen der “Highlander”-TV-Serie vorgeführt, und futtere mich in der Journalisten-Lounge beim “Glücksrad” durch. Ich erlebe die Gründung des Kabelkanals, und das (vorläufige) Ende von Tele5. Beim Konzert der “New Kids on the Block” überrage ich die Zielgruppe so signifikant, dass ich einen tollen Blick bis zur Bühne habe.

Es ist eine geile Zeit: Ich freunde mich mit einer Praktikantin an, die meinen Filofax (sowas hatte man damals noch) der letzten Leerstellen beraubt: Ich gehe auf Partys, ins Theater, in Konzerte, und in Bars. Geld ist genug da, und vor 10 Uhr brauche ich eigentlich nie in der Redaktion auftauchen. Prüft auch niemand, solange ich meine Arbeit gut mache.

messe

Dienstags findet man eine Handvoll Kollegen und mich meistens zur Happy Hour im “Juleps“, wo wir uns in uanständigem Maße “die Kante geben”. Und am Wochenende hocken wir oft genug in der Redaktion zusammen, weil es da einen Großbildfernseher und Bundesliga live dank Pay-TV gibt.

Ich lerne in dieser Zeit Dinge, die ich früher bestritten hätte: Der Wert eines Kollegen misst sich nicht an seiner Freundlichkeit, sondern an seiner Kompetenz und seinem Willen, diese Kompetenz weiterzugeben. Der Redakteur, der meine Randspalten redigiert, ist ein ziemlich aufgeblasener Wichtigtuer, der auf großer unverstandener Autor machte, aber nie wirklich den Arsch hoch bekommt. Er haut mir jeden Kommafehler mit sadistischem Genuss um die Ohren. Aber genau deswegen entwickle ich den Ehrgeiz, besser zu werden, denn er hat ja RECHT. Manchmal kommen Vertretungen, wenn er in Urlaub ist, die erheblich entspannter an die Endkorrektur gehen – dafür bekomme ich dann einen dreimal so fetten Einlauf verpasst, wenn deswegen ein Tippfehler im gedruckten Heft landet.

Außerdem ist es IMMER ein Vorteil, erfahrenen Kollegen gut zu zu hören, auch wenn sie viel schwadronieren. Die wichtigsten Faustregeln für eine gute Geschichte bekomme ich von einem Textchef, der im Restaurant immer als erstes seinen Kuli rausholt, um die Speisekarte zu redigieren.

Trotzdem ist es nicht immer einfach: Ich bin immer noch ein Muttersöhnchen, immer noch mit dem Herzen (und fast jedes Wochenende) in Düsseldorf, und immer noch Zielscheibe blöder Sprüche früh verbitterter Senior-Redakteure. Eines Morgens komme ich um 10.00 Uhr in mein Büro, nur um völlig irrational von meinem mies gelaunten Programmchef angepflaumt zu werden, warum ich so spät (also so spät wie alle anderen) dran sei. Ich will mich zuerst irgendwie wegducken, aber diesmal habe ich einfach die Schnauze voll, und als er “Wenn es dir hier nicht passt, kannst du ja abhauen!” schreit, klappe ich meinen Koffer zu (ja, es ist die Zeit, in der jeder Depp mit Aktenkoffer rumläuft), und sage entschieden: “Okay, dann mache ich das doch mal”. Der Vorteil: Ich bin “Freier”, er hat keine arbeitsrechtlichen Möglichkeiten, dagegen vorzugehen. Andererseits: Ich bin damit augenblicklich arbeitslos.

Nach drei oder vier verdödelten Tagen beginne ich an der Cleverness dieser Kraftprobe zu zweifeln. Dann ruft der Textchef an: “Der Chef hat gestern Abend völlig besoffen in der Runde kund getan, dass es ihm leid tut – mehr kannst du echt nicht erwarten”. Ich erwarte aber mehr. Trotzdem will ich nicht gar so bockig sein, und mache mich nochmal auf den Weg in die Redaktion, um “Sachen aus meinem Schreibtisch zu holen”. Der Programmchef sieht mich, und knurrt mich nur an: “Wenn du Arbeit brauchst – dein Schreibtisch ist noch frei”. Ich mache mich wortlos dran, die verlorenen vier Tage aufzuholen. Hernach werde ich nicht mehr als “der Jungspund” verarscht.

Ach ja, der Programmchef: Um Sprüche ist er nie verlegen. Urlaubsanträge werden grundsätzlich mit “Entfällt wegen Bodennebel!” abgeschmettert, dumme Fragen mit “Bin ich Jesus – wächst mir Gras aus der Tasche?”, und zu lahme Redakteure mit “Wir machen hier eine Zeitschrift – keinen Kalender!”. Zur Motivation brüllt er gerne mal in unser Büro “Seid ihr Männer oder Mäuse?”, woraufhin wir im Chor und mit erhobenen Fäusten zurück geben: “MÄUSE!”.

Und sogar der aufgeblasene Korrekturredakteur hat seine Spuren in meinem Sprachschatz hinterlassen – noch heute sage ich nach einem langen Arbeitstag gerne vernehmlich: “Alle Zeilen sind, so scheint’s, geschrieben.”

Mittwochs um 11.00 Uhr ist Redaktionskonferenz. Da sitzen die Mantelteil- und die Programmredakteure mit den Chefs beisammen, und die möglichen Themen für das neue Heft werden besprochen. Wir Programmies sind eigentlich nur dazu da, aus den Programminfos vorzulesen, was neu startet. Dann vergibt der Chefredakteur die Artikel an die Mantelredakteure. Ist nicht so spannend, aber es weht immerhin ein Hauch von echtem Journalismus durch das Konferenzzimmer. Irgendwann startet auf SAT.1 die Serie “Superboy“, und als der Chefred fragt, warum das interessant ist, rattere ich eine kurze Historie der Superman-Verfilmungen herunter, die er mit der Frage quittiert: “Meinst du, du kannst eine halbe Seite drüber schreiben?”. So komme ich zu meinem ersten richtigen Artikel für den Gong – den ich gleich (gottseidank unbemerkt) vergeige, weil ich Max und Richard Fleischer verwechsle. Ich schwitze (unter Anleitung eines erfahrenen Kollegen) Blut und Wasser, bis der Text sitzt. Schon zwei Wochen später bekomme ich den nächsten Auftrag: eine halbe Seite über 200 neue Folgen “Nachbarn”.

Der Damm ist gebrochen, ich schreibe in immer kürzeren Abständen kleine und größere Artikel. Ich interviewe Wolf Larson zur neuen “Tarzan”-Serie, fliege nach Hamburg zur Präsentation des SAT.1-Jugendmagazins “Mag”, bin sogar in London vor Ort, als die Besetzung der “Scarlett”-Verfilmung vorgestellt wird (Timothy Dalton!). Flugreisen werden auf Zuruf gebucht, Taxischeine gibt es ohne Nachfrage. Alles sehr lässig, sehr leger.

Es ist schade, dass ich 15 Jahre brauche, um zu begreifen, dass das Leben kaum angenehmer sein kann.

Wie unglaublich viel Geld  in der Branche unterwegs ist, kann man auch daran sehen, dass der GONG überall Korrespondentenbüros hat. LA und Hamburg kann ich noch nachvollziehen, aber Paris? London? Frankfurt? Aus dieser Ecke kommt doch praktisch nie ein relevantes Thema. Und wenn doch mal eine Knallerserie in London gedreht wird, ist es allemal billiger, einen Redakteur wie mich kurzfristig dorthin zu schicken. Aber solche Fragen werden gar nicht erst gestellt.

spasstvErfreulich finde ich, dass die Redakteure je nach Kompetenz und Interesse immer wieder auch in anderen Bereichen eingesetzt werden. So kommt eines Tages der Ehapa Verlag auf uns zu – man sucht eine TV-Redaktion, die eine 16seitige Beilage für die “Micky Maus” gestalten kann. Zusammen mit Katrin Kaiser fahre ich nach Stuttgart, befrage Schulklassen, und identifiziere bald eines der Grundprobleme einer solchen Beilage: Soll die Auswahl der Sendung nach dem erfolgen, was die Eltern für den Nachwuchs wollen, oder soll sie sich nach dem Geschmack der Kids selbst richten? Die Differenzen sind beträchtlich: Eltern wünschen sich für ihre Kinder “Sesamstraße” und “Janosch”, während die Zielgruppe selbst schon längst “Knight Raider” und “A-Team” sehen will. Wir entscheiden uns, den Pimpfen den Vorrang zu geben, und die “Spass-TV” wird für eine Weile lange in großer Erfolg.

Irgendwann kommt der Chefred (zu dem Zeitpunkt schon nicht mehr Markwort) in mein Büro, und klatscht mir ein Heft von Bastei namens “TV Serien-Hits” auf den Tisch: “Was könnten wir damit machen?”. Es stellt sich heraus, dass der GONG-Verlag die Möglichkeit hat, den Titel zu kaufen, und nach eigenem Gusto umzubauen. Aufgrund meiner Serienkenntnisse werde ich so etwas wie ein Entwicklungsredakteur. Das Ergebnis ist die “TV Serien” – ein monothematisches zweiwöchiges Programmmagazin, das von der Soap bis zur Science Fiction alles covert, was da kreucht und fleucht.

KolumneDie “TV Serien” wird ein großer Erfolg, und ich schreibe nicht nur die meisten Artikel, sondern bekomme auch eine eigene Kolumne namens “Scharf hingeguckt”. SAT.1 schickt mich mit David Hasselhoff nach Fuerteventura, ich interviewe die ersten Stars, die von “Gute Zeiten Schlechte Zeiten” hervorgebracht werden. Vor Ort sehe ich die deutsche Version von “Eine schrecklich nette Familie” entstehen, und beim Abbruch der Sets von “Star Command” bin ich ebenfalls dabei.

Das ist übrigens kein fetter Pickel an meinem linken Ohr – ich habe zwei Stecker im Fleisch, und meine Haare wachsen erstmals lang genug für einen Pferdeschwanz.

Über 250.000 Ausgaben verkaufen wir alle 14 Tage, und weil ich für jeden Artikel üppig und extra bezahlt werde, spült das zeitweise pro Monat eine fünfstellige Summe auf mein Konto. Zu keiner Zeit wird mir bewusst, wieviel Geld das ist. Geld hat für mich keine nennenswerte Relevanz, solange ich mein Leben komfortabel gestalten kann. Es freut mich lediglich, dass ich mir nun alle Ausgaben der “Cinefantastique” leisten kann, die ich haben möchte. Und Bücher. Ich kaufe VIELE Bücher. Zumeist über amerikanische Filme und Serien. Schierer Platzmangel ist es daher auch, der mich nach zwei Jahren dazu bringt, aus meinem Apartment auszuziehen. Das neue Domizil liegt auf der Nymphenburgerstraße gemütlich in einem begrünten Hinterhof, hat ein Zimmer mehr, und eine Tiefgarage. Ich finde das schon sehr mondän:

Wohnung3

Das Beste: keine drei Minuten Fußweg zum Cinema Kino – und damit zum Fantasy Film Fest. Und weniger als zwei Minuten zu meinem liebsten Irish Pub “Fiddler’s Green”.

Mein Ruf als Experte für Science Fiction verbreitet sich nicht nur in der Redaktion, sondern auch nach außen. Grund dafür ist der Anruf eines Kumpels, der in gewisser Weise (mehr darf ich dazu nicht sagen) mit der Synchronisation der Star Trek-Serien zu tun hat. “Star Trek TNG” läuft derzeit mit mäßigem Erfolg im ZDF, und als ich meinen Kumpel an der Strippe habe, teilt er mir mit, dass die neuen Synchronisationsaufträge nicht mehr aus Mainz, sondern von SAT.1 kämen. Ich zähle 2 + 2 zusammen, ziehe dem Privatsender ein (sehr widerwilliges) Statement aus der Nase, und habe eine Exklusiv-Geschichte: SAT.1 wird der neue Haussender von Star Trek!

trekromanA propos: Bei Trekkern ist der GONG unter anderem deswegen legendär, weil er in den 70ern Episoden der alten Serie zu Foto-Romanen verwurstet hat. Auch zu den Kinofilmen gab es diese Pseudo-Comics. Die Filmdosen mit den Negativen finde ich irgendwann auf einem zugestaubten Regal im Archiv. Ein Blick in die alten Ausgaben befreit mich allerdings von jeder Nostalgie: Die Fotoromane sind entsetzlich stümperhaft, mit hanebüchenen Dialogen und teilweise gänzlich falschen Bildern (die Enterprise wird fast schon störrisch häufig auf dem Kopf stehend dargestellt). Ich frage meinen Chefred, wer das denn verbrochen habe. Er lacht: “Das habe ich damals mit unserem Kinoredakteur gemacht, wenn die Feier zum Druckschluss durch war. Meistens waren wir total betrunken, und konnten uns am nächsten Tag nicht mal mehr erinnern, was wir da getextet haben”. Soviel dazu.

Zurück zum Thema: Von 1992-1994 bin ich eine wahre “Schreibmaschine”. Ich verfasse einen Artikel nach dem anderen, Interviews, Reportagen, Kritiken, Kolumnen. Ich sauge Wissen auf wie ein Schwamm, ziehe immer mehr Kompetenzen auf mich. Weil ich so ziemlich der Einzige bin, der eine Spielekonsole bedienen kann, darf ich auch Videogames besprechen. Also bekomme ich SNES, Sega Mega Drive, Gameboy – alles “unbefristet” gestellt, plus regelmäßig die neuen Spiele. Sony fliegt mich drei Tage nach Mallorca, damit ich einen neuen Camcorder teste.

Ach ja, der Camcorder-Test: Man drückt uns sieben Journalisten für drei Stunden je ein Gerät in die Hände mit der vagen Aufforderung, dessen Alltagstauglichkeit zu testen. Hinterher sollen die Aufnahmen gesichtet werden. Meine Kollegen filmen allesamt emsig mallorquinische Landschaften. Das ist mir zu wenig – ich schnappe mir den Presse-Sprecher der Firma und improvisierte ein wenig:

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Ich weiß, es ist peinlich. Aber das war alles vor Ort und im Augenblick improvisiert, also stellt euch nicht so an. Ist schließlich kostenlos.

Es gibt auch Rückschläge: Irgendwann glaubt Ehapa, die “SpassTV” auch allein erstellen zu können, was ihr baldiges Ende ankündigt. Eines Tages taucht der Chefred persönlich in der Redaktionskonferenz der “TV Serien” auf, und ich ahne schon: Das war’s. Zwar hat sich das Heft gut verkauft, aber es kam zu wenig Geld über Anzeigen rein. Das hat sich nicht gerechnet. Ich vermute, dass das auch daran liegt, dass wir einen unguten Spagat zwischen den wöchentlichen und den täglichen Serien versucht haben. “Star Trek” und “California Clan” gehören einfach nicht in ein Heft.

Irgendwie verzettel ich mich auch langsam, denn zwischen den Artikeln, Kommentaren und Presseterminen schreibe ich weiterhin stur die Randspalten für SAT.1. Urlaub ist praktisch nicht drin, ich schaffe es in diesen Jahren gerade ein mal auf die Malediven, wo allerdings eine Luftblase in der Backenzahnfüllung schmerzhaft verhindert, dass ich auf Tauchgang gehen kann. Ich tanze in der Redaktion auf einem Dutzend Hochzeiten, und langsam aber sicher wird mir schwindelig.

Ich spüre, dass sich was ändern muss. Dass ICH was ändern muss.

Aktuell in München: Hagel-Apokalypse

Gepostet am 14. Juli, 2010 um 23:18 Uhr
Kategorien: Neues, Privates.

In diesen Minuten:
Hagel 1

Die Körner sind so groß, dass sie beim Aufprall zerbrechen:

Hagel 2

Blöderweise kann ich gerade die Katastrophenfilm-Trailer-Parodie “HAIL!” aus “Saturday Night Live” online nicht finden…

It’s a bird! It’s a plane! It’s – LUNCH!

Gepostet am 13. Juli, 2010 um 10:35 Uhr
Kategorien: Lustiges, Neues, Privates.

Manchmal hat man eine Erleuchtung. Dinge werden klar, Wünsche werden konkret, und man steht im güldenen Glanz der Erkenntnis. In solchen Momenten wird die Relativitätstheorie entwickelt, der Friedensnobelpreis verdient, das Internet erfunden.

Ich hatte vor zwei Wochen auch so einen Augenblick. Schlagartig und ohne Vorwarnung war mir klar: Ich will eine Lunchbox. Aus Metall. Mit Superman drauf.

Nun sollte man meinen, dass dies ein Wunsch ist, dessen Erfüllung kaum Schwierigkeiten bereitet. Doch nicht OBWOHL das Angebot (besonders in den USA) sehr groß ist, sondern gerade DESHALB kam ich eine Woche lang nicht zu Potte. Es gibt mehr als 20 verschiedene Modelle.

Die hier ist z.B. nicht schlecht, was die knalligen Farben und die Dynamik angeht. Aber sie ist ein wenig zu gewalttätig, und ich kenne nicht mal den Typen, mit dem Supes sich da balgt (Darkseid?).

Lunchbox1

Die hier ist auch klasse – aber gerade die coole Form macht sie als Lunchbox eher untauglich. Sandwiches sind halt doch quadratischer Natur. Und Superman könnte ruhig weniger angestrengt gucken.

Lunchbox2

Dieses Modell ist natürlich sehr edel und reduziert. Aber das widerspricht meiner Intention – ich WILL ja eine auffällige Box.

Lunchbox3

Hart an der Grenze zur Perfektion dieses Modell mit der ganz klassischen Pose. Nur störe ich mich wieder an seinem etwas doofen Gesichtsausdruck. Und die Kofferform ist auch nicht so meins.

Lunchbox4

Diese Form will ich haben – der Henkelmann! Aber die Illustration finde ich etwas nichtssagend.

Lunchbox5

Abgesehen von Fragen der Praktikabilität angesichts der eigenwilligen Form finde ich diese (als Idee durchaus coole) Version eher… nehmt es mir nicht übel… schwul.

Lunchbox6

Oder doch eher Vintage, also ein Original aus alter Zeit? Diese Lunchbox gefällt mir schon SEHR, aber ich fürchte hygienische Probleme:

Lunchbox7

Eine Sekunde lang schwanke ich, was das Thema angeht – es gibt eine sensationelle “Lone Ranger”-Lunchbox, und dieses Prachtexemplar würde sicher alle Blicke auf sich ziehen:

Lunchbox8

Aber NEIN! Superman muss es sein! Nach langem hin und her (und Erfragung der Portokosten) entscheide ich mich für diese Schönheit:

(mehr…)

20 Jahre Wortvogel in München: Wie er kam, was er wollte, warum er blieb (2)

Gepostet am 12. Juli, 2010 um 08:18 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Gedanken, Neues, Privates.

Neueinsteiger bitte Teil 1 lesen!

Freitag Nachmittag, Ende April 1990. Mir ist gerade ein Praktikum zugesichert worden – für ab Montag. Und es klang gar nicht nach einem gemeinen Scherz.

Es gibt Momente, da muss man sich entscheiden. Ich habe keine Wohnung in München, keinen Plan, kein Geld, und nur 48 Stunden übers Wochenende, alles zu organisieren. Zu wenig Zeit, um Angst zu haben.

Also mache ich mich auf den Weg zur Mitwohnzentrale, lasse mir ein paar Adressen von potentiellen kurzfristigen Wohnorten geben. Dann rufe ich beim Sozialdienst in Düsseldorf an: Sie sollen die Papiere für einen dringlichen Eilantrag fertig machen – ich muss eine Freistellung für zwei Monate erreichen. Glücklicherweise ziehen meine Kollegen mit, und machen es möglich, auch wenn es den ganz kurzen Dienstweg nehmen muss.

Samstag, zurück in Düsseldorf. Ich telefoniere mich durch die Liste von der Mitwohnzentrale. Sieht nicht gut aus. Alles zu kurzfristig. Dann: Eine ältere Dame aus Fürstenried meint, ihr möbliertes Zimmer sei noch nicht vermietet, ich könne gerne gleich am Sonntagabend vorbei kommen. 400 Mark. Muss gehen. Ich packe einen Seesack mit Klamotten, für Details ist keine Zeit. Schnell noch ein paar Instruktionen für meine WG-Bewohnerin (sie muss auf Marlowe aufpassen), dann sitze ich schon wieder im Zug nach München. Ich bin aufgeregt, aber zu überfordert, um die Bandbreite der Situation zu erfassen.

hbf

München. Ich bin da.

Es ist weit nach Fürstenried. Damals fehlten der U-Bahn noch ein paar Stationen. Ich schleppe meine sieben Sachen in die U-Bahn, von der U-Bahn zur Straßenbahn, dann noch eine halbe Stunde zu Fuß.

Sonntag Abend: Ich klingle bei Frau Gerdom. Sie öffnet – und ist sichtlich baff angesichts des Seesacks auf meiner Schulter. Schnell stellt sich heraus: Sie will mich nicht sehen, um mir das Zimmer zu geben. Ich soll mich dafür vorstellen! Und in den letzten 24 Stunden hat sie es schon einem anderen Herrn versprochen.

München. Ich bin obdachlos. Am Tag vor meinem Praktikum.

Verzweifelt erkläre ich der erhofften Vermieterin meine Situation. Ich kann nirgendwo hin. Wenn ich nun gehe, muss ich zurück nach Düsseldorf. Das war’s dann. Ich habe Glück: Frau Gerdom bringt es nicht übers Herz, mich wegzuschicken. Ich kriege das Zimmer, dem anderen Herrn wird abgesagt.

In den kommenden Wochen entwickelt sich ein sehr herzliches Verhältnis zwischen mir und der knapp vor der Pensionsgrenze stehenden älteren Dame, die für die Verwaltung der Amerikaner am McGraw-Graben arbeitet. Ich lerne auch die ersten Tücken des Dialekts: Immer, wenn sie von “Der Mo” spricht, denke ich, sie meint (politisch unkorrekt) einen farbigen Kollegen aus der US-Armee (“der Mohr”). Es dauert ewig, bis ich darauf komme, dass sie generisch von “Der Mann” spricht…

Das Praktikum beim Gong ist anders, als ich erwartet habe. Statt durch alle Abteilungen durchgereicht zu werden, kommandiert man mich ab, die Programmspalten kleinerer Sender auf Schreibmaschine abzutippen. Eine Hilfsarbeit. Von tatsächlichem Praktikum keine Spur. Ist die Arbeit allerdings erledigt, habe ich ausreichend Gelegenheit, bei Kollegen reinzuschauen, Plausch zu halten. Es gibt nur offene Türen, und niemand macht auf “Du, ich hab’ jetzt gerade echt keine Zeit”. Wenn man lernen will und ein wenig Initiative mitbringt, ist man hier genau richtig. Ich bin hier genau richtig.

Und es gibt Geld. Unglaublich viel Geld. 2000 Mark pro Monat. Für meine Verhältnisse bin ich damit stinkreich.

Aber glücklich bin ich nicht. Die Eltern meiner Herzdame erklären unsere Beziehung kurzerhand für beendet, und zu meiner Entgeisterung lässt sie es zu. Unter Tränen zwar, aber dennoch. Mein Herz ist gebrochen, ich habe Heimweh wie Bolle, und täglich telefoniere ich aus der Redaktion mindestens dreimal eine Stunde mit Freunden und Familie in Düsseldorf. Ich kann es kaum abwarten, wieder heim zu kommen. München! Was für eine scheiß Idee!

Typisch: Da ziehste mal wegen einer Frau in eine neue Stadt, und dann lässt sie dich fallen wie eine heiße Kartoffel. Wäre ihr das vor vier Wochen eingefallen, hätte ich meine Pläne noch absagen können. Nun habe ich den Salat. Weiber.

Ich lasse mir aus Frust einen Bart stehen – vielleicht auch bloß, um mich etwas erwachsener zu fühlen.

Dann passiert etwas Seltsames: Die Kollegen in der Redaktion nehmen mich freundlich auf, registrieren mein enzyklopädisches Wissen zum Thema Fernsehen. Ich werde von einem Redakteur mit zu Presseterminen genommen, lerne Schauspieler wie Rainer Schöne kennen (den ich Jahre später bei den Dreharbeiten zu “Ice Planet” wiedersehe), und interviewe Dieter Laser und Jürgen Prochnow!

Prochnow

Kleiner Einschub: Prochnow habe ich nicht für den GONG interviewt, sondern für “Pinboard”, ein kleines Stadtmagazin in Düsseldorf. Aber diese Geschichte auch noch zu erzählen, würde hier zu weit führen.

In München ist das Wetter schön, ich sitze mit Kollegen im Biergarten, gehe mit meiner Co-Praktikantin ins Theater, und habe genug Geld in der Tasche, um nicht ständig zählen zu müssen. In der Redaktion ist es spannend: Die Arbeit mache ich auf einer Arschbacke, daneben verbringe ich Tage im Archiv, lese mich durch alte Ausgaben, schaue TV-historische Fotos an.

Jeden Donnerstag Abend gibt es im Konferenzraum zum Redaktionsschluss der neuen Ausgabe ein Buffet. Das ist eigentlich den Manteilteil-Redakteuren aus dem 3. Stock vorbehalten, wir Programmteil-Asseln aus dem 2. Stock haben da nichts zu suchen. Aber es war ein langer Tag, ich war fleißig, und ich habe Hunger. Irgendwann sitzt mir Chefredakteur Helmut Markwort gegenüber. Ich schaue konsequent auf meinen Teller, hoffe, nicht aufzufallen. Umsonst. Er sagt plötzlich: “Wer sind Sie denn eigentlich, junger Mann?”. Ich schlucke runter, stammle: “Ich… ich bin niemand. Bloß aus dem Programm”. Er schüttelt den Kopf: “Es gibt bei uns keinen Niemand. Sie gehören dazu, das zählt was”. Dann wünscht er mir guten Appetit.

Wenn ich überhaupt irgendwas über den GONG sagen kann, dann das: Man gehört dazu. Es ist eine dysfunktionale, aber nichtsdestotrotz eine Familie. Jeder gegen jeden, aber alle gegen den Rest der Welt. Die Redaktion wird die soziale Sphäre, die mir bisher gefehlt hat.

Es gibt auch Sachen, die sind einfach lustig: Nach Bungee-Jumping will eine Firma “Barfly” als neuen Trendsport durchsetzen. Man zieht sich einen Anzug mit Klettstreifen an, springt auf ein Trampolin, und bleibt dann an einer Schaumstoffwand kleben. Als Schreiberling muss ich das natürlich ausprobieren:

Barfly

Mein Herzschmerz versickert so langsam, und obwohl ich mindestens alle zwei Wochen nach Hause trampe, beginnt mir München zu gefallen. Irgendwann greife ich mir ein Herz und frage den für Praktikanten zuständigen Redakteur, ob es denn möglich wäre, über das Praktikum hinaus zu bleiben. Er schüttelt resolut den Kopf: “Praktikanten werden nicht übernommen. Wir sind voll besetzt”. Schade. Ich richte mich langsam auf meine Rückkehr nach Düsseldorf ein, wo noch zwei Monate Zivildienst zu absolvieren sind.

Doch zu Hause wartet nicht das Düsseldorf, das ich verlassen habe. Mein Vater hat Krebs, und es sieht schlecht aus. Meine WG-Genossin hat hinter meinem Rücken die Wohnung gekündigt, um mit ihrem Andi zusammen zu ziehen (es wird knapp sechs Wochen gut gehen), weshalb auch ich ausziehen muss. Und nach dem Zivildienst habe ich keine Perspektive, weil ich mich nicht um einen Platz an der Uni gekümmert habe. Ich spüre: Auch wenn ich nach Düsseldorf zurück gehe, muss ich mich verändern. Das Nest ist weg.

Die letzte Woche beim GONG. Ich bin nervös, launisch. Irgendwann steht mein betreuender Redakteur im Büro, bittet mich nach draußen. Habe ich Scheiße gebaut? Er schaut mir in die Augen: “Ich wollte das nicht vor dem anderen Praktikanten sagen: Es gibt hier eine Redakteurin, die ihren Job nicht gut macht. Wenn du bleibst, werfen wir sie raus”.

Bamm.

Ich kenne die andere Redakteurin, war sogar mal ein Bier mit ihr trinken. Sie ist nett. Das kann ich nicht machen. Ich kann ihr nicht so in den Rücken fallen. Andererseits: Tatsächlich kommt sie gerne mal erst um 17.00 Uhr in die Redaktion, weil sie lieber im Englischen Garten liegt, statt ihren Job zu machen. Ich teile dem Redakteur meine Bedenken mit. Er sagt etwas sehr Kluges: “Glaubst du, die Kollegin würde auch nur eine Sekunde zögern, wenn sie dir DEINEN Job nehmen könnte?”. Vermutlich nicht. Ich habe schon gemerkt: man spielt hier mit harten Bandagen.

Ich verspreche, über das Angebot zu schlafen, aber schon bevor ich in meinem möblierten Zimmer in Fürstenried ins Bett gehe, frage ich Frau Gerdom, ob sie mich auch noch etwas länger ertragen würde. Sie würde.

Am nächsten Morgen nehme ich den Job als Programmredakteur beim GONG an. Ab Oktober 1990. Für 3600 Mark brutto, plus 1200, wenn ich auch die Programmspalten von SAT.1 für “Die2″ aufbereite. 4800 Mark. Eine unglaubliche Summe für jemanden, der vor zwei Jahren noch für 5 Mark die Stunde beim Coop die Regale aufgefüllt hat. In meinem Düsseldorfer Freundeskreis bin ich damit der Krösus.

Wichtiger noch: Ich kann aus meiner Leidenschaft meinen Beruf machen. Schreiben, und seien es nur Programmspalten. Irgendwann vielleicht sogar Journalist werden. Ein richtiger. Ein gutes, irres Gefühl. Es kribbelt, wenn ich einschlafe, und es kribbelt, wenn ich aufwache.

In beschließe, die Zeit in Düsseldorf bestmöglich zu nutzen. Ich löse die Wohnung dort auf, mache den Führerschein, schließe Frieden mit meinem siechen Vater, und fahre mit Freunden in Urlaub nach Irland. Ich kann es nicht wissen, aber es wird für lange Zeit die letzte Zeit des reinen Herumalberns sein:

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Stimmt übrigens: Ich hatte damals ECHT keinen Arsch in der Hose.

Es ist ein Sommer des Umbruchs, und ich spüre es.

Am Abend, bevor ich nach endgültig mit Sack und Pack nach München fahren soll, bekomme ich die große Sinnkrise. Ich will nicht weg! Ich will in Düsseldorf bleiben! Bei meiner Familie und den Freunden! Ich will Lehrer werden! Was soll ich in München? Ich kenne da doch praktisch niemanden! Und eine Freundin habe ich auch nicht.

Es ist eine krude Mischung aus Panikattacke, Feigheit und der düsteren Vorahnung, dass die Verantwortungslosigkeit der Jugend ihrem Ende zugeht. Bisher hat sich in meinem Leben alles ergeben – jetzt muss ich mich entscheiden.

Ich stehe knapp davor, alles in letzter Sekunde abzublasen. In meiner Ratlosigkeit besuche ich Onkel Klaus. Er hört sich die Sorgen an und sagt: “Klar kannst du hier bleiben. Da macht dir niemand einen Vorwurf. Aber dann wirst du dich immer fragen, ob es richtig war. Wenn du einmal kneifst, wirst du immer kneifen. Weil es einfach ist. Die Frage ist also – willst du heute anfangen, ein Kneifer zu sein?”. Ich weiß, das ist alberne Küchen-Psychologie, aber an diesem Abend im Herbst 1990 wirkt sie. Und ich werde in den nächsten 20 Jahren an neuralgischen Punkten meines Lebens immer wieder die Frage stellen: Fange ich heute an, ein Kneifer zu sein?

Alea jacta est.

Zum Ende des Sommers 1990 ziehe ich wieder in München zu Frau Gerdom. Marlowe bringe ich in einer Keksdose mit. Es ist nur für den Übergang: Das möblierte Zimmer ist klein, und der Weg vom und zum GONG zu weit. Ich brauche erstmals im Leben “was Eigenes”. Am Geld scheitert es ja jetzt nicht mehr.

Konto

Man weist mir einen Büroplatz ganz hinten in der Redaktion zu – “vorerst”. Ich teile das kleine Zimmer mit Patrick, der mich mit den Worten begrüßt: “Neu hier? Dann pass auf, dass du nicht hängen bleibst. Das ist ein Friedhof”. Ich habe keine Ahnung, was er meint. Es erinnert mich ungut an meinen ersten Tag in der Gesamtschule. Da kam ein Abiturient auf mich zu und sagte ansatzlos “Auch DU, mein Sohn, musst nicht ins Erziehungsheim”. People are strange.

Übrigens hat sich in den zwei Monaten meiner Abwesenheit beim GONG was verändert: Es gibt Computer statt Schreibmaschinen! Allerdings hat man anscheinend noch nicht so ganz begriffen, dass PCs mehr sind als angeberische Schreibmaschinen: Man tippt die Programmspalten in DOS-Word ein (nix Windows, nix Maus, nix), überspielt sie auf Diskette, und trägt sie dann zum einzigen Redaktionsdrucker (die Traube vor dem Gerät gibt dem Begriff “Drucker-Warteschlange” ein neue Dimension). Danach schreibt man von Hand neben die ausgedruckten Zeilen, ob sie kursiv oder halbfett gedruckt werden sollen, auch wenn Word das schon prima so ausgedruckt hat. Die Seiten gibt man dann in einer Mappe runter in den Satz, wo sie neu in den Satzcomputer getippt und gesetzt werden. Dann werden sie vom Satz ausgedruckt, und in der Mappe nach oben geschickt, wo ich handschriftlich Änderungen eintrage. Nach drei solchen Durchgängen passen die Spalten dann endlich. Warum man die Daten von meinem Computer nicht direkt an den Satz schicken kann? Na na – das wäre nun wirklich Science Fiction…

Eine Kollegin erzählt mir zwischen Tür und Angel, dass der Telefonanschluss im Praktikantenzimmer jetzt eine Sperre für Ferngespräche hat. Es stellt sich heraus, dass “jemand” im Mai/Juni von dort aus 1800 Mark vertelefoniert hat. Ich bin froh, dass sich niemand die Mühe macht zu checken, wer zu diesem Zeitpunkt Praktikant war. Die Lässigkeit des GONG in solchen Dingen wird mir noch oft in die Hände spielen.

Ich bin immer noch viel in Düsseldorf, kann mich schwer von Freunden und Familie lösen. Einmal komme ich gerade noch rechtzeitig, um meinen Vater zu besuchen – eine halbe Stunde darauf stirbt er. Es ist alles sehr schwierig, sehr viel, sehr unruhig, aber ich wachse daran. Ich er-wachse daran.

Ich kaufe ein Auto, mein erstes. Einen alten Renault 18. Der fährt zwar nur 130, und säuft kräftig Benzin, aber er fährt sich wie ein Panzer, und man sitzt in ihm wie in einem Wohnzimmer. Auf der Fahrt von der Abholung in Düsseldorf nach Köln fahre ich ihn zu Schrott. Nach nur drei Stunden. Das muss so eine Art Rekord sein:

auto

Zum Glück ist mein Stiefvater ein guter Mechaniker, und schweißt das Gefährt wieder zusammen. Aber er zeigt mir auch einen total geschrottenen BMW, aus dem der Fahrer nicht mehr lebend rausgekommen ist: “Das kann sehr schnell gehen”. Seither fahre ich unfallfrei.

In München steht das Thema Wohnungssuche an. Ich schaue in die Immobilienanzeigen der SZ, aber das ist mir zu nervig. Also inseriere ich selbst. Junggeselle, keine Tiere (psssst!!!), Nichtraucher, gut verdienend. Tatsächlich bekomme ich mehrere brauchbare Angebote, und nach einem weiteren Bewerbungsgespräch bei einer älteren Dame beziehe ich zum 1.11.1990 ein Ein Zimmer-Apartment mit Kochnische und Bad, aber ohne Keller oder Balkon. 36 Quadratmeter. Gabelsbergerstraße 32. Nur zehn Minuten vom GONG, wenn man mit dem Rad fährt – eine halbe Stunde, wenn man Lust hat, mit dem Auto so lange nach einem Parkplatz zu suchen. 650 Mark.

gabelsberger

Es folgen Tage, in denen ich tue, was man so tut, wenn man seine erste eigene Wohnung hat, und Mutti nicht mehr in Reichweite lebt: Ich lasiere “Ivar”-Regale von Ikea, mache mich mit dem Waschsalon um die Ecke vertraut, und finde einen Zooladen, der Bachflohkrebse für Wasserschildkröten führt.

Wer das kulturhistorisch einordnen möchte – es war das kurze Jahr, in dem wir Seidenhemden für eine total modische Sache hielten:

seidenhemd

Es gibt kein Vertun: Fester Job, eigene Wohnung, ein Auto. Ich lebe in München.

Und jetzt?

Sommer – Sonne – Lebensfreude

Gepostet am 11. Juli, 2010 um 10:30 Uhr
Kategorien: Neues, Privates.

Resteverwertung von Ibiza – weil’s Wetter so schön ist:

Und jetzt noch – Stimmung:

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20 Jahre Wortvogel in München: Wie er kam, was er wollte, warum er blieb (1)

Gepostet am 8. Juli, 2010 um 19:36 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Gedanken, Neues, Privates.

münchen

Keine Ahnung, ob euch das hier interessiert. Aber wenn ich es heute nicht aufschreibe, schreibe ich es vielleicht nie auf.

Jubiläen und Jahrestage haben etwas sehr Willkürliches. Die Wiederkehr eines Datums bekommt ein Gewicht, zerrt an den Erinnerungen, und spiegelt früh gestellte Fragen in die Gegenwart zurück.

Diesen Monat bin ich ziemlich genau 20 Jahre in München. In keiner Stadt habe ich länger gelebt, auch nicht in Düsseldorf, das ich immer noch als Heimat betrachte. Nicht mehr lange, und ich werde die Hälfte meines Lebens hier verbracht haben. Und meine gesamte berufliche Karriere.

20 Jahre ist es her. Vielleicht kein guter Grund, aber auf jeden Fall Grund genug, um euch zu erzählen, wie es dazu kam. Es war, wie so vieles im Leben, nicht geplant, nicht einmal für möglich oder wünschenswert erachtet. Manchmal denke ich, das Leben nahm damals zum ersten Mal ein Paddel und schlug mir wuchtig auf den Hintern: „Los jetzt! Es gibt viel zu tun!“

zivi

1990. Ich absolviere meinen Zivildienst, schreibe das Horror-Fanzine „Dark Palace“, und wohne in meiner ersten und einzigen WG mit Birgit (die ich auch schon ewig aus den Augen verloren habe). Ihr Freund Andi nervt, lässt sich aber wenigstens überreden, in unseren Amateur-Gruselfilmen mitzuspielen. Vor ein paar Monaten habe ich die Freuden von Pizza entdeckt. Ich bin frische 21. Führerschein habe ich keinen – aber eine feste Freundin. Zum ersten Mal. Wow. Vorher war ich bloß ein paar Mal mit Mädchen „gegangen“, und das ging selten über „first base“ hinaus, wie man so schön sagt.

Ihr ahnt es schon: Der Wortvogel und die Frauen, da kann das große Drama nicht weit sein. Kaum feiern wir unser „Halbjähriges“, werde ich eher nonchalant informiert, dass die Dame meines Herzens ein zweijähriges Volontariat angenommen hat. In München. Bei einem Pressedienst.

Ich bin 21. Da stellt man sich noch nicht so offensichtliche Fragen wie: „Wenn sie mich wirklich gern hat, dann haut sie doch nicht einfach zwei Jahre ab, oder?“. Mehr noch: Der Gedanke, meinetwegen nicht oder nicht sofort nach München zu gehen, kommt Herzdame gar nicht. Ich höre Glocken läuten, während ich diese Zeilen schreibe (es ist 12.00 Uhr, und ich wohne neben einer Kirche). Damals höre ich leider gar nichts läuten. Ich bin verliebt. Und doof.

daheim

Die Probezeit meiner Freundin überstehen wir, in dem ich immer wieder fürs Wochenende nach München trampe. Das ist eine ganz eigene Geschichte, die ich noch separat erzählen werde. Bahnfahrten kann ich mir schlicht nicht leisten. Herzblatt wohnt zur Miete bei einer älteren Dame, ich muss also anderweitig untergebracht werden. Da hilft Frank aus, ein Kumpel aus den Zeiten meiner Zivildienst-Schulung in Witten-Herdecke. In seiner WG ist eine Matratze frei.

Es ist eine hektische, aber auch hilflose Phase. Rückblickend weiß ich nicht einmal mehr, ob ich glücklich war.

Als sich heraus kristallisiert, dass meine Freundin in der Tat in München bleiben wird, mache ich mir Gedanken über einen Umzug. Mein Zivildienst soll sowieso nur bis zum Sommer dauern, und das geplante Lehramt-Studium in Düsseldorf ist sicher auch in München möglich. Zu diesem Zeitpunkt beginnen Herzdames Eltern ganz massiv, unsere Beziehung zu blocken – und jeden Versuch, über eine gemeinsame Wohnung auch nur nachzudenken. Sie übernehmen die Suche, die Einrichtung, die Kosten – für ihre Tochter. Und die Tochter? Lässt es geschehen. Nochmal: Ich bin verliebt. Und doof.

Weil München dank Herzdame das gelobte Land ist, orientiere ich mich also südwärts. Dazu muss man wissen, dass ich bis auf den Bauernhof meiner Oma in Niedersachsen praktisch noch nichts von der Republik gesehen habe, und ein extremer Stubenhocker bin. Zivildienst, C64, Horrorfilme – das ist meine Welt. Mein Bruder ist der Dewi, der mit Interrail durch die Länder reist, mit dem Bus nach London fährt. Ich? Weniger.

horror

Egal, was tut man nicht alles für die Backfischliebe. Das Problem: Ich kann mir München gar nicht leisten. Ich brauche Lohnarbeit. Das erste Mal in meinem Leben. Und wo soll ich wohnen? Schnell wird mir klar: Klären lassen sich diese Fragen nur vor Ort. Also plane ich ein langes Wochenende ein, eingebettet in drei Arbeitstage, die Vorstellungsgesprächen dienen sollen. Ich brauche ein Praktikum. Ein bezahltes.

Ich weiß nicht, ob man sich das heute noch vorstellen kann: Es ist die Zeit vor dem Internet. Praktikumsstellen kann man nicht googlen, und Bewerbungen schickt man nicht per Email. Ich kenne NIEMANDEN, habe kein Vitamin B, keine Ahnung. Ich habe nichts, ich bin nichts. Nur ein Typ aus Düsseldorf, der gerne ein Praktikum hätte. Bezahlt. Und bald.

Ich kann eigentlich nur zwei Sachen: Quatschen und fernsehen. Also denke ich mir: Medienjournalismus. Gibt ja in München genug Verlage und Redaktionen. Ich verschicke einen Haufen Faxe und Briefe (Quick, Playboy, Bravo, Gong, TZ, AZ, Heyne, Eltern, Journalistenschule), aber wirklich begeisterte Reaktionen bekomme ich nicht. Erstaunlicherweise hat die Branche nicht auf einen weltfremden Zivi ohne jede Berufserfahrung gewartet. Ich lerne Klinkenputzen, was mir sehr schwer fällt. Und die Faust in der Tasche machen.

Einige Termine sind regelrecht demütigend: Das Gespräch bei der AZ wird abgebrochen, als der Redakteur merkt, dass er sich vertan hat – mein Schulpraktikum hatte ich beim WAS-Verlag, nicht beim renommierten WAZ-Verlag. So einen wie mich können die nicht brauchen. Bei der SZ lacht man mich an der Sprechanlage aus: Der zuständige Redakteur ist gar nicht im Haus, und hat sich wohl nur einen Scherz erlaubt, als er mich zum Vorstellungsgespräch eingeladen hat. Das tut weh.

Es ist das alte gemeine Lied: Ohne Erfahrung kein Job, ohne Job keine Erfahrung. Der Redakteur von Köpenick.

gongIrgendwann stehe ich am Kurfürstenplatz in Schwabing. Es ist Freitag Nachmittag, und ich bin am Ende. Gegenüber ist der GONG-Verlag. Denen hatte ich auch geschrieben, aber keine Antwort erhalten. Ich scheiß drauf – mehr als verlieren kann ich nicht. Ich rufe von einer Telefonzelle aus an, versuche nicht verzweifelt zu klingen. Der Redakteur, der für die beiden Praktikumsstellen zuständig ist, geht tatsächlich ran. Ich erkläre ihm, dass ich gerade zufällig in der Gegend sei, und falls er mich mal kennenlernen… er unterbricht mich hektisch: „Uns ist gerade eine Praktikantin abgesprungen. Wenn Sie Montag um 9 Uhr hier auf der Matte stehen, können Sie gleich da bleiben.“

Ich komme nicht mal dazu, nach Details zu fragen. Ich habe ein Praktikum. Ein bezahltes? Keine Ahnung. Was soll ich da überhaupt? Auch keine Ahnung. Wenn ich von etwas viel habe in diesen Tagen, dann von “keine Ahnung”. Aber ich habe ein Praktikum.

In Amerika nennt man sowas „big break“. Wie „big“ der ist, wird mir erst Jahre später bewusst….

Zur Entspannung: Kröten-Content

Gepostet am 6. Juli, 2010 um 13:38 Uhr
Kategorien: Lustiges, Neues, Privates.

Früher wollte ich Marlowe einen Schlüsselfinder auf den Panzer kleben, um ihn leichter (per Pfiff) zu finden.

Später  habe ich drüber nachgedacht, Marlowe eine ultraleichte Kamera auf den Rücken zu montieren, um seine Abenteuer auf Film zu bannen. Glücklicherweise hat mir der Besitzer einer anderen Rotwangen-Schildkröte die Mühe abgenommen:

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Wir erinnern uns:

marlowe

Der Besitzer einer nah verwandten Gelbwange beweist eindrucksvoll, wie empfindlich diese Schildkröten am Panzer sind – Kraulen ist eine ganz tolle Sache:

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Flugzeug-Katastrophe: Anschnallen bitte!

Gepostet am 2. Juli, 2010 um 19:20 Uhr
Kategorien: Gedanken, Neues, Privates.

planeDies ist eine wahre Geschichte. Ich wünschte, es wäre nicht so…

Am 12.2.2010 buchte ich über die Abteilung für Pressebuchungen einer bekannten Airline einen Flug für zwei Personen von München nach Hamburg und zurück. Die Bestätigung kam prompt per Email. Einen Namen für die zweite Person konnte ich zu diesem Zeitpunkt nicht angeben, da nicht sicher war, welcher Fotograf mich begleiten würde. Die Bestätigung weist für diesen Fall auf eine Gebühr von 30 Euro hin, wenn die zweite Person nicht binnen zwei Tagen nachgetragen wird. Das Risiko war ich bereit einzugehen.

Am 2.3. kam ich mit dem Fotografen (Nick) um 5.45 Uhr zum Check In der Airline in München. Dort wurde mir mitgeteilt, dass ich wir nochmal zum Ticketschalter müssten, um Nick als zweiten Reisegast eintragen zu lassen. Am Ticketschalter wurde uns dann mitgeteilt, dass wir statt der Gebühr von 30 Euro satte 225 Euro bezahlen müssten.

Begründung: Das Ticket müsse neu ausgestellt werden, und man stelle uns die Differenz zum Tagespreis in Rechnung. Auf meine Aussage, dass das doch wohl kaum sein könne, und auch meine Flugbestätigung nichts dergleichen sage, wurde ich unfreundlich beschieden: „Wollen Sie mit mir diskutieren – oder Ihren Flieger verpassen?“. Mangels Alternativen bezahlte ich den verlangten Preis unter Protest. Die Dame druckte Unterlagen aus, und schickte uns explizit zur Sicherheitsschleuse.

Dort angekommen teilte man uns aber mit, dass es sich noch gar nicht um eingecheckte Tickets handele, und wir NOCHMAL zum Check In müssten. Weil es zeitlich sehr eng wurde, ging ich zum Gate, während Nick wieder zum Check In lief. Dort wurde ihm mitgeteilt, der Ticket Counter habe seine Daten nicht übertragen, also müsse er dorthin. Vom Ticket Counter wurde Nick nach erneuter Bearbeitung wieder zum Check In geschickt, wo man sich nun endlich in der Lage sah, ihn einzuchecken – aufgrund von „Problemen mit dem System“ allerdings nur für den Hinflug. Nick erreichte den Flieger nur noch rennend und unter größten Anstrengungen. Mit 195 Euro Aufpreis zum eigentlichen Ticketpreis.

Und dann war die Maschine kaputt, wir standen zwei Stunden auf dem Rollfeld, und kamen mit einer Ersatzmaschine und drei Stunden Verspätung in Hamburg an, was alle unsere Termine über den Haufen warf.

Den Rest des Tages waren wir zwischen Kiel und Hamburg beschäftigt, alle Meetings im Eiltempo zu absolvieren, um die von der Airline verschuldete Verspätung wieder reinzuholen. Tatsächlich gelang es uns, um 16.00 Uhr in Hamburg wieder am Check In zu sein – 20 Minuten vor Abflug nach München. Die Dame dort warf einen Blick auf unsere Unterlagen, und beschied uns knapp: „Sie (ich) können fliegen – Sie (der Fotograf) müssen sich am Ticket Counter ein neues Ticket für den nächsten Flug holen, weil die Maschine schon zu ist“.

Auf meine Bemerkung, dass es wohl kaum sein könne, dass ich an Bord gehen dürfe, mein zeitgleich anwesender Fotograf aber zu spät sei, meinte sie, sie würde nun niemanden mehr einchecken. Und Nick sei nicht eingecheckt. Wie gesagt: 20 Minuten vor Abflug.

Ich erklärte ihr, dass

  1. wir so spät dran seien, weil die Airline uns am Morgen drei Stunden gekostet hatte, und
  2. dass sich die Airline in München unfähig gezeigt hatte, den Fotografen dort schon einzuchecken.

Ich bekam zu hören, dass ihr das alles egal sei, und ich ja rennen könne, wenn ich (allein) die Maschine erreichen wolle. Ich bat um ihren Namen, weil die Unhöflichkeit und totale Unwilligkeit, auch nur den Versuch von Hilfestellung zu geben, mich völlig verdatterte. Sie weigerte sich, mir ihren Namen zu nennen: „Das muss ich nicht“. Mein Fotograf meinte daraufhin, er könne sie gerne fotografieren, damit wir später belegen könnten, mit wem wir gesprochen haben. Die Dame am Schalter rief daraufhin empört, sie würde dann sofort die Polizei rufen!

Stattdessen rief sie ihre Managerin, die knapp zehn Minuten vor Abflug auftauchte.

Ich erklärte erneut und sehr knapp die Sachlage, die Managerin schrieb augenblicklich einen Passierschein aus, und reichte ihn mir mit den Worten: „Damit kommt ihr Fotograf zum Flieger durch – beeilen Sie sich.“ Als ich meinte, dass ihre Kollegin uns doch seit zehn Minuten vorbete, der Flieger sei geschlossen, behauptete eben jene Kollegin nun: „Das habe ich nie gesagt!“

Uns blieb leider nicht die Zeit, das auszudiskutieren – wir rannten durch den Flughafen zum Gate. Dort angekommen, war die Maschine zwar noch nicht gestartet – aber reingelassen wurden wir nicht mehr. Der Pilot habe mittlerweile die Maschine geschlossen, hieß es – und der Check In habe es leider versäumt, unsere späte Ankunft telefonisch und namentlich anzukündigen. Das sei wohl vergessen worden. Kurz gesagt: Man hatte uns am Check In so lange mit der Behauptung hingehalten, wir seien zu spät dran, bis wir es tatsächlich waren.

Nach all dem Ärger, und der Tatsache, dass wir trotz der von der Airline gemachten Schwierigkeiten rechtzeitig am Gate waren, hob die Maschine ohne uns ab. Wir mussten uns zwei WEITERE Tickets kaufen, und über zwei Stunden am Hamburger Flughafen herum sitzen.

Es war ein Horrortrip, geprägt von unfreundlichen und erstaunlich service-feindlichen Handlungen seitens der Airline, der uns eine Menge Geld, Zeit und Nerven gekostet hat.

Nochmal kurz zusammengefasst:

  • Erneuter Ticketzwang zum deutlich erhöhten Preis wegen fehlender Namensnennung des zweiten Passagiers
  • Totales Chaos beim Ausstellen des neuen Tickets, inklusive der Unfähigkeit, auch für den Rückflug den Check In vorzunehmen
  • Maschinenschaden und dreistündige Verspätung bis Hamburg
  • Verweigerung eines Check Ins in Hamburg, obwohl noch 20 Minuten Zeit bis zum Abflug war
  • Genehmigung des Check Ins erst nach großer Diskussion und Herbeiholung einer Vorgesetzten, keine 10 Minuten vor Abflug
  • Flug verpasst dank Versäumnis (?) der Check In-Angestellten, unsere Namen dem Gate durchzugeben

Dies ist (zu 99%) das Protokoll dieses Tages, das ich für die offizielle Beschwerde aufgeschrieben habe. Wenigstens hat die Redaktion die Kosten für den Ärger übernommen.

Und da wundern die sich, dass Leute Amok laufen…

Keine Flasche Pommes Frites…

Gepostet am 1. Juli, 2010 um 11:27 Uhr
Kategorien: Lustiges, Neues, Privates.

… aber ein Eimer Currywurst:

curry

Echt, da geht man EINMAL zum Penny, um Margarine fürs Frühstück zu kaufen, und dann SOWAS!

Geschmackstest liefere ich nach…

Weitere gourmetische Ekligkeiten hier, hier, hier und hier.