Movie Mania Minis (19)
Kategorien: Fantasy Filmf. 09, Film, TV & Presse, Movie-Mania 2009, Neues.
Sky Crawlers
Japan, 2008. Regisseur: Mamoru Oshii.
Inhalt: In einer nicht näher erklärten Parallelwelt ist der Krieg auf Konzerne verlagert, die ihre Luftkämpfe von genetisch gezüchteten Kinderpiloten austragen lassen. Kannami wird auf eine Basis der Rostock Corporation versetzt, wo er sich in die Flugleiterin Kusanagi verliebt, ebenfalls ein “Kildren”. Mehr und mehr wird Kannami klar, dass er zu seinem Vorgänger, einem verstorbenen Piloten, eine mehr als psychische Verbindung besitzt…
Kritik: Dankt mir für die Zusammenfassung. Das, was ich da oben als Plot beschrieben habe, ist das, was man sich nach geschlagenen zwei Stunden als Zuschauer mühsamst zusammen reimen kann – wenn man denn wach geblieben ist. Ich kenne nur wenige Filme, die sich to träge und vage einer klaren Narrative verweigern, deren Figuren so stumm und apathisch bleiben. Es mag sein, dass im Roman von Mori Hiroshi erheblich genauer auf die Details eingegangen wird – auf der Leinwand ist davon allerdings nichts angekommen.
Nicht nur die konkrete Geschichte und die Personen bleiben nebulös – auch die gesamte Welt, in der “Skycrawlers” spielt, ist kaum über Chiffren hinaus definiert. Wo spielt die Handlung? WANN spielt die Handlung? Wer gegen wen? Was ist Sinn und Zweck eines Krieges, der scheinbar nur aus vereinzelten Luftkämpfen besteht, und jenseits der Politik stattfindet? Wieso rauchen die Kildren alle Kette? Es ist eine fremde, kalte Welt, die wir nicht verstehen können – und die uns deshalb auch nicht im Geringsten schert.
Nachdem der Film sich 90 Minuten lang konsequent weigert, irgendwas zu erklären, werden die gesamte Backstory und der emotionale Aufhänger dann in den letzten 20 Minuten dem Zuschauer in zwei groben, statischen Packen Exposition vor die Füße geworfen. Friss oder stirb. Da sterbe ich lieber.
Diese ganze lähmend diffuse Erzählweise wäre als Realfilm schlimm genug – als Trickfilm ist sie unerträglich. Simpelst gezeichnete Figuren ohne Details, die zehn Sekunden lang aus dem Fenster starren, ohne dass sich im Frame IRGENDWAS bewegt – das ist schon provozierend lethargisch. Die attraktivste 2D-Animation gehört dann auch passenderweise dem Basset Hound der Basis, dem mit Abstand lebendigsten Charakter des Films.
Ich sage sowas immer ungern, aber: Das Ende ist eine bodenlose Frechheit. Die Geschichte wird nicht beendet, sie hört einfach auf. Klappe zu, Affe tot. Keine Erklärungen, keine emotionalen Abschlüsse, gar nichts. Eine “post credits”-Sequenz setzt einfach wieder alles auf Anfang.
All das ist umso enttäuschender, da “Skycrawlers” nicht nur ein an sich spannendes Konzept spazieren trägt, sondern in der technischen Umsetzung hart an der Grenze zum Meisterwerk vorbei schrammt. DIe Figuren mögen detailarm sein, aber ihre Animation ist geradezu erschreckend flüssig. Simple Vorgänge, wie das Absteigen von einem Motorroller, oder das Falten einer Zeitung, haben eine hypnotische Wirkung, einfach weil sie so real wirken. Gegenstände, Hintergründe, Fahrzeuge – anhand von Referenzbildern wurde alles liebevoll gestaltet, mit geradezu manischer Perfektion.
Und die Luftkämpfe! Grundgütiger, diese Luftkämpfe! In dem Moment, wenn die Piloten von der Basis abheben, explodiert die Dramaturgie, springt “Skycrawlers” aus dem Koma in hyperaktive Action, die wirklich sehenswert ist. Komplett in CGI (bis auf die Piloten), zieht eine “mittendrin statt nur dabei”-Choreographie den Zuschauer ins Geschehen, wie ich es in den letzten Jahren nur bei “Battlestar Galactica” erlebt habe. Man hat das Gefühl, die 3D-Abteilung habe einen ganz anderen Film machen wollen, als die Zeichner der 2D-Drama-Sequenzen. Was “Skycrawlers” an Dogfights bietet, ist mehr als State of the Art – es definiert State of the Art für diesen Bereich.
Aber es hilft nicht: Letztlich quält man sich durch die emotionslosen Dialoge der ausdruckslosen Charaktere, um alle 20 Minuten mal ein Bonbon in Form eines Luftkampfes hingeworfen zu bekommen. Und das KANN nicht genug sein.
Fazit: Eine unsäglich fade “Wings of Honneamaise”-Variante, die sich in Parallelwelt- und Psycho-Details verliert, und dafür ungefähr eine Stunde zu lang ist. Es lohnt sich aber, die DVD auszuleihen, um sich zu den einzelnen Luftkämpfen durchzuspulen.




Inhalt: Arbeiterkind Jude reist von Liverpool nach Amerika, um den Vater zu finden, den er nie kennen gelernt hat. Fasziniert von den kulturellen Umwälzungen der 60er Jahre, bleibt er dort hängen, zieht mit Kumpel Max nach New York, und verliebt sich in dessen Schwester Lucy. Nach und nach müssen Lucy, Jude, Max, und ihre Freunde lernen, ihren Weg in einer Welt zu machen, die den Weg nicht mehr vorgibt. Drogen, Musik, Geld, Politik, Liebe – alles muss mit dem eigenen Lebensentwurf unter einen Hut gebracht werden.
Inhalt: Professor Krupen und sein kleines Team beobachten in der Arktis die Folgen des Klimawandels. Im Kadaver eines tauenden Mammuts finden sie eine seltsame Form von Parasit, die jeden infiziert, der ihr zu Nahe kommt. Alle Versuche, die Ausbreitung der Infektion einzudämmen, scheitern. Dann bringt ein Hubschrauber Studenten zum Camp – und Krupens Tochter…









