Fremdschämen voraus: “Ich steh auf Country, sie auf New Wave”
Ist schon älter, hat auch die Runde gemacht, aber ich hab’s heute mal wieder gehört, und wollte euch das nicht vorenthalten. Fieser Ohrwurm:
Ist schon älter, hat auch die Runde gemacht, aber ich hab’s heute mal wieder gehört, und wollte euch das nicht vorenthalten. Fieser Ohrwurm:
Früher habe ich mir von den Filmmessen, die ich nicht selber besuchen konnte, alles mitbringen lassen, was irgendwie nach Genre-Material aussah: Horror, Science Fiction, Fantasy. Es liegt in der Natur der Sache, dass es sich dabei hauptsächlich um Flyer für Filme handelte, die oftmals noch nicht produziert waren – und oft genug auch nie produziert werden würden.
Nun sollte man meinen, dass Menschen, die etwas zu verkaufen haben, sich wenigstens ein Mindestmaß an Mühe geben, Begeisterung oder Optimismus zu verbreiten. Mitnichten. Auf den Filmmärkten wie dem AFM (American Film Market) trifft sich der Bodensatz, und Projekte werden nicht verkauft, sondern verhökert. Mancher Teilnehmer gebiert sich als eine Mischung aus Gebrauchtwagenhändler und Zuhälter. Der Wahrheitsgehalt bleibt gerne und oft auf der Strecke.
Ein paar ganz bezaubernde Beispiele habe ich euch hier mal rausgesucht. Alle Bilder sind klickbar.
Das fängt ja gleich gut an – schon der Titel dieses Prachtstücks ist anscheinend falsch geschrieben, jede Form von Design glänzt durch Abwesenheit, dafür gibt es Sex & Monsters, und meinen Recherchen zufolge blieb es bei diesem Flugblättchen.
Über den Regisseur “Robert Fani” konnte ich ebenso wenig herausfinden wie über die herzig benamste Darstellerin “Edel Weiss” (!!). Vielleicht weiß einer von euch ja mehr. Jedenfalls habe ich nicht das Gefühl, dass uns hier ein Meisterwerk entgangen ist. Besser als “The Wolfman” wäre er aber sicher gewesen…
Wenn es eine Sache gibt, die ich den asiatischen, afrikanischen, und russischen Distributoren ans Herz legen möchte, dann diese: Gebt einfach die 50 Dollar für einen anständigen Übersetzer eurer Promo-Materialien aus! Das ist gut angelegtes Geld. Nun mag man denken: “Okay, der Text auf dem Cover ist krude, aber man versteht doch halbwegs, worum es geht”.
Sicher.
Aber lest mal die Inhaltsangabe auf der Rückseite:
Wenigstens GIBT es dieses Prachtstück – als Import sogar in Deutschland (mit einer noch etwas stümperhafteren Artwork).
Machen wir den Sprung von “schräg” zu schlicht “inkompetent”. Hallmark ist nicht gerade eine kleine Firma, und gönnt sich immer wieder Produktionen, die bei Budget nicht kleckern, sondern klotzen. Ich erinnere mich gerne an Miniserien wie “Die Odyssey” mit Armand Assante (angeblich zusammen mit “Der Glöckner von Notre Dame” die erste kommerzielle DVD in Deutschland).
Aus diesem Grund muss ich unterstellen, dass man furchtbar in Eile war, und in der Hotellobby nur eine Papierschere und einen Farbkopierer zur Verfügung hatte, um die Artwork für “Aftershock” zu erstellen. Anders ist das, was bei der MIPCOM als Flyer verteilt wurde, echt nicht zu rechtfertigen.
Ein wirkliches Highlight ist hingegen “The Wild Cat”:
Falls es jemand nicht gleich erkennt: Von der üppigen Inderin links im Bild abgesehen ist das natürlich die “entliehene” Artwork von Charles Bands “Ghost Town“. Die Dame scheint dem Blick nach selber nicht begeistert. Wildkatze ist anders…
Das ist aber noch nicht alles – die Rückseite hält noch ein paar Überraschungen bereit, und es lohnt sich, die Inhaltsangabe zu lesen:
Die abschließend gestellten Fragen bringen mich um den Schlaf. Und jawoll, das ist Gabrielle Anwar in Abel Ferraras Remake von “Invasion der Körperfresser” (die Katze gehört nicht hierher).
Tatsächlich wurde “Billi (The Wild Cat)” gedreht, allerdings erst 2006, und der Name des Regisseurs (Autors, Cutters, Produzenten) wandelte sich von “Leo” in “Tilak”. Hhhhmmm….
Zurück in deutsche Gefilde. Horrorporno-Filmer Andreas Bethmann war noch nie dafür bekannt, sich um die Qualität seiner Filme zu scheren. Oder um Artwork. Oder Rechtschreibung. Oder “truth in advertising”. Case in point: “Angel of Death”.
Bethmann ist genau die Sorte Schundkurbler, die erheblich zuviele graue Zellen dem Trashfilm-Konsum geopfert hat, ohne auch nur im geringsten verstanden zu haben, was einen guten Trashfilm ausmacht. Irgendwie Sex und Gewalt in einen Topf, rühren, auskochen, bis auch eine eventuell vorhandene Restkompetenz sich verflüchtigt hat – fertig ist die Schlachtplatte für den Gore-Bauern.
Ich kann euch nur inständig bitten, die nachfolgende Inhaltsangabe in ihrer ganzen epischen Breite (Aufbau, Stringenz, Sprachgefühl, Rechtschreibung) zu genießen. Aus dann ersichtlichen Gründen aber erst nach dem Break.
Von meinem Kumpel Marlowe und der Tatsache, dass der mit seinen 36 Jahren ein paar tolle Sachen kann, habe ich ja schon berichtet. Aber so eine langfristige Beziehung bringt durchaus auch Stress mit sich.
Jedes Jahr im Winter mache ich mir Sorgen. Marlowe geht nicht in den Winterschlaf (dafür müsste ich ihn in einer Plastikdose in den Kühlschrank legen), aber er fährt seinen Stoffwechsel extrem weit runter. Faul liegt er unter der Heizung, den Kopf auf das warme Rohr gelegt, und pennt. Er scheißt kaum noch – und fressen mag er auch nicht. Das ist zwar alles ganz normal und wahrlich bekannt, aber immer wieder wächst in den dunklen Monaten die Panik, dass er diesmal, diesmal, den Stoffwechsel nicht wieder angeworfen bekommt, wenn der Frühling naht. Was würde ich ohne ihn machen?
Ich weiß nicht, welche biologischen Mechanismen meine Schildkröte befähigen, das Ende des Winters präzise vorher zu sagen. In meinem Wohnzimmer bekommt er weder was von Tageslicht oder schwankenden Temperaturen mit. Aber er hat diese Schalter im schildkrötischen System, auf die Verlass ist. Kommt der Frühling, scheißt er mir von einem Tag auf den anderen die Badewanne voll, und frisst danach Bachflohkrebse, bis der Panzer zu platzen droht. Ich atme dann immer dreimal gut durch, und meine Woche ist gerettet. Marlowe ist fit für die nächste Saison.
Deshalb vermelde ich heute aus aktuellem Anlass und absolut verbindlich: Der Winter ist vorbei. Der Frühling kommt.

Während sich Steven Seagal als Hilfssheriff blamiert, und van Damme beim Bühnentanz einen Ständer bekommt, zeigt der baumlange Schwede in der Heimat, wie man wirklich abrockt:
… was ist das ausgelutschteste Horrorklischee im ganzen Land?
Tipp: Es ist nicht die “plötzlich” herbeispringende Katze:
Würde eigentlich prima in den Kontext des Star War Specials passen. Ziemlich offensichtlich, dass die Produzenten Zugriff auf lizensierte Masken hatten, die Kostüme aber selber schneidern mussten.
Nach 70 Minuten “Phantom Menace”-Schlachtung nun das:
Und der Bum hat auch noch was zu sagen:

“Es gibt zwei Sorten von Menschen, die sich Gedanken darüber machen, wie man andere Leute umbringt – Mörder, und Schriftsteller. Ich gehöre zu der Sorte, die besser bezahlt wird.” (Richard Castle)
Im Februar startet auf Kabel 1 die sehr putzige und erfreulich unanstrengende Krimiserie “Castle” – so eine Art “Remington Steele” für das neue Jahrtausend.
Die Handlung: Bestsellerautor Rick Castle möchte für eine neue Romanreihe vor Ort recherchieren – bei den Cops von New York. Weil er mit dem Bürgermeister befreundet ist, darf er fortan Detective Kate Beckett bei der Arbeit begleiten. Begeistert lässt sich Castle sogar eine schusssichere Weste mit der Aufschrift “Writer” anfertigen. Beckett nimmt den albernen Schreiberling nur widerwillig mit – ganz besonders, als sie erfährt, dass sie als Vorlage für seine neue Krimi-Heldin “Nikki Heat” herhalten soll…
Wer bei TV-Serien keine staffelübergreifenden Arcs, komplexe Charakterisierungen, oder moralische Ambivalenz erwartet, der ist bei “Castle” genau richtig. Es ist eine Romantic Crime Comedy im Stil der 80er, schick aufgestylt, gut geschrieben, und mit wirklich sympathischen Darstellern besetzt, allen voran Fan Favorite Nathan Fillion (“Firefly”, “Drive”, “Dr. Horrible’s Sing-along Blog”).
Besonders beeindruckt mich die Bereitschaft des Senders ABC, die Welt von “Castle” mit unserer Wirklichkeit zu verzahnen. In den USA ist nämlich gerade ausnahmsweise nicht der Roman zur Serie erschienen – sondern Rick Castles erster Band über die doppelt fiktive Heldin Nikki Heat: “Heat Wave”.
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Es gibt bei Amazon sogar eine fiktive Biographie des “Bestseller-Autors” Rick Castle, und wer den Roman tatsächlich geschrieben hat, wird streng geheim gehalten. Selbst die Kollegen aus der “Vereinigung der Media Tie In Writers” sind ahnungslos, auch wenn sie vermuten, dass der Ghostwriter aus den eigenen Reihen stammt.
Ich war’s nicht, wär’s aber gern gewesen.
Finde ich gut, kann ich empfehlen.
Es macht mich immer wieder fassungslos und hibbelig vor Begeisterung, mit welcher Entschlossenheit Menschen erhebliche Mengen Lebenszeit und Energie verschwenden, um völlig sinnfreie, aber nichtsdestotrotz bezaubernde Dinge zu kreieren, die sie dann auf den Cyberspace loslassen.
Ich präsentiere mein liebstes virales Video zum Jahreausklang:
Wenn ich schon kein Weihnachtsgeschenk für euch habe – der Nostalgia Critic stellt sich seinem schlimmsten Alptraum:
Manche Schlagzeilen verhübschen den Morgen:

Den kompletten Artikel gibt es auch hier.
Weil sie mit Football wohl nicht ausgelastet sind, produzieren die Kansas City Chiefs Parodien auf bekannte Fernsehserien – im eigenen Haus, mit den eigenen Stars: