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	<title>Wortvogel - 100 % Torsten Dewi &#187; In Arbeit</title>
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	<description>torsten.dewi@gmail.com</description>
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		<title>Big Band Theory: Des Wortvogels Lebenswerk erfährt seinen Ritterschlag</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Jul 2010 11:53:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wortvogel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücherregal]]></category>
		<category><![CDATA[Film, TV & Presse]]></category>
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		<description><![CDATA[Der Typ hier &#8211; das ist Charles Band: Die Internet Movie Database listet ihn als Produzent von mehr als 200 Filmen, darunter B-Klassiker wie &#8220;Trancers&#8221;, &#8220;Dolls&#8221;, &#8220;Re-Animator&#8221;, &#8220;The Caller&#8221;, und &#8220;Prison&#8221;. Ich war schon in den 80ern ein Fan, als die &#8220;Cinema&#8221; ausführlich über seinen &#8220;Metalstorm: The Destruction of Jared-Syn&#8221; berichtete &#8211; ein 3D-Spektakel, in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Typ hier &#8211; das ist Charles Band:</p>
<p><img class="attachment wp-att-10256 alignleft" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/04/CharlesBand2008.jpg" alt="CharlesBand2008" width="370" height="285" /></p>
<p>Die Internet Movie Database listet ihn als Produzent von mehr als 200 Filmen, darunter B-Klassiker wie &#8220;Trancers&#8221;, &#8220;Dolls&#8221;, &#8220;Re-Animator&#8221;, &#8220;The Caller&#8221;, und &#8220;Prison&#8221;.</p>
<p>Ich war schon in den 80ern ein Fan, als die &#8220;Cinema&#8221; ausführlich über seinen &#8220;Metalstorm: The Destruction of Jared-Syn&#8221; berichtete &#8211; ein 3D-Spektakel, in dem kein Metallsturm vorkam und Jared-Syn am Ende auch nicht vernichtet wurde.</p>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-11677" style="float: left;" title="sorority_babes_in_slimeball_bowlorama_poster_01" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/07/sorority_babes_in_slimeball_bowlorama_poster_01-220x320.jpg" alt="sorority_babes_in_slimeball_bowlorama_poster_01" width="220" height="320" />Band war für mich neben Roger Corman immer DER quintessentielle B-Produzent, weil er nicht einfach lieblos &#8220;product&#8221;  in den Markt scheißen wollte, sondern ein klares Business-Modell verfolgte, das ihn mir sympathisch machte: Empire und später Full Moon Pictures produzierten Filmcomics, die teilweise im selben Universum spielten, Crossover erlaubten, und mit den &#8220;Videozone&#8221;-Magazinen am Ende der Kassette eine starke Bindung an die Fangemeinde suchten. &#8220;Dollman&#8221;, &#8220;Puppet Master&#8221;, &#8220;Dr. Mordrid&#8221;. Dazu Comics, Puppen, Soundtracks, Trading Cards &#8211; Band machte das, was Marvel Entertainment heute auch tut. Nur nicht ganz so teuer. Und nicht ganz so erfolgreich. Trotzdem arbeiteten ihm damals schon viele Comicexperten zu, inklusive der Legende Jack Kirby.</p>
<p><a href="http://wortvogel.de/2010/07/big-band-theory-des-wortvogels-lebenswerk-erfahrt-seinen-ritterschlag/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
<p>Schon zu Zeiten meines Fanzines &#8220;<a href="http://wortvogel.de/2008/06/wortvogels-erste-schritte-dark-palace/">Dark Palace</a>&#8221; war ich ein Band-Geek, besprach Filme wie &#8220;Dolls&#8221;, &#8220;Arena&#8221; und &#8220;Robotjox&#8221;. In den letzten Jahren habe angefangen, Artwork von Band <a href="http://wortvogel.de/2007/09/wortvogel-galerist-des-schreckens/">gleich im Dutzend</a> zu kaufen.</p>
<p>Natürlich sind Band-Filme selten wirklich gut. Sie sind meistens das Bruzzeln ohne das Steak. Toller Poster, tolle Ideen, knallige Figuren &#8211; am Ende aber (aus Budgetgründen) viel zu langatmig, und ohne wirkliche Höhepunkte. Als Fan verzeiht man vieles.</p>
<p><img style="float: right;" title="robot_jox_poster_01" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/07/robot_jox_poster_01-220x331.jpg" alt="robot_jox_poster_01" width="220" height="331" /></p>
<p>Irgendwann in den frühen 90ern begann ich mich zu ärgern, dass es so wenig Literatur über Charles Band gibt. Klar, <a href="http://www.kaimeyer.com/">Kai Meyer</a> hatte mal einen tollen Beitrag für die &#8220;Moviestar&#8221; geschrieben, in dem sogar das deutsche Cover des nie fertig gestellten &#8220;Time Crash&#8221; (aka &#8220;Pulse Pounders&#8221;) zu sehen war. Und die Fangoria hatte Band sogar einen Zweiteiler gegönnt. Aber das war mir nicht substanziell genug, zumal Band in Interviews gerne auf die immer gleichen Phrasen auswich (&#8220;Ich wurde praktisch auf einem Filmset groß&#8230;&#8221; ist der Klassiker-Einstieg). Bei aller Liebe, es gibt mindestens fünf Biographien von und über Roger Corman, eine über Sam Arkoff, eine über William Castle, eine über das Geschäftsgebahren von Cannon &#8211; da muss doch Platz im Regal sein für einen Band über den Macher von &#8220;Parasite 3D&#8221; (mit Demi Moore!)!</p>
<p>Ich habe eine manchmal fatale Eigenschaft: Wenn ich etwas will, dass es nicht gibt &#8211; dann mache ich es halt selbst. So sind seinerzeit ja auch meine &#8220;<a href="http://wortvogel.de/2009/06/wortvogels-dunkle-vergangenheit-%E2%80%9Cscience-fiction-tv-guide%E2%80%9D-1/">Science Fiction TV Guides</a>&#8221; entstanden. Und das Buch über &#8220;Babylon 5&#8243;.</p>
<p><a href="http://wortvogel.de/2010/07/big-band-theory-des-wortvogels-lebenswerk-erfahrt-seinen-ritterschlag/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
<p>Also beschallte ich meine damaligen Kumpel mit der hochtrabenden Ankündigung: &#8220;Eines Tages mache ich das ultimative Buch über Charles Band!&#8221;. Ich war 20. Und doof. Ihr kennt das schon.</p>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-11679" style="float: left;" title="ghoulies_2_poster_01" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/07/ghoulies_2_poster_01-220x323.jpg" alt="ghoulies_2_poster_01" width="220" height="323" />Obwohl es weder Zeit noch Möglichkeit gab, das Projekt zu verfolgen, verlor ich es nie ganz aus den Augen. Jeder neue Band-Film erinnerte mich daran, jeder Zeitschriftenartikel dazu wurde gesammelt. Als ich im <a href="http://wortvogel.de/2007/09/wortvogel-im-paradies/">großartigen Archiv</a> von Harald Dolezal stöbern durfte, scannte ich mir zuerst alle Band-Cover, Reviews und Artikel ein, die er ranschleppen konnte (darunter das phänomenale japanische Pressbook zu &#8220;Re-Animator&#8221;).</p>
<p>Dabei stellte sich heraus, dass Bands Karriere einer Hydra gleicht: Hakt man einen bisher unbekannten Film ab, tauchten drei neue Titel auf, die in keinem Referenzwerk verzeichnet sind. Band ist der Meister der Ankündigungen, der &#8220;pre production artwork&#8221;, des filmischen Versuchsballons.</p>
<p>Das Internet ist auch keine große Hilfe: Es gibt Webseiten zu Godfrey Hos Ninja-Heulern und Cannons Trash-Actionern, aber erschreckend wenig zu Charles Band. Irgendwann um die Jahrtausendwende fand ich aber die recht krude Webseite eines <a href="http://wortvogel.de/2009/08/musik-zwo-drei-vier/">Engländers namens Dave</a>, der zwar wenig Infos besaß, diese aber erstaunlich kompetent einzuordnen wusste. Schnell kam per Mail ein reger Austausch von Ideen (und Kassetten) zustande. Dave wusste noch erheblich mehr als ich zum Thema, und konnte sehr präzise und pointiert schreiben. An einem lauen Sommerabend machte ich ihm den fatalen Vorschlag, doch gemeinsam am &#8220;ultimate Charles Band book&#8221; zu arbeiten.</p>
<p><a href="http://wortvogel.de/2010/07/big-band-theory-des-wortvogels-lebenswerk-erfahrt-seinen-ritterschlag/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
<p>Später kam dann noch Nathan Shumate von &#8220;<a href="http://www.coldfusionvideo.com/">Cold Fusion Video</a>&#8221; dazu, der in diesem Jahr einen sehr empfehlenswerten Sammelband seiner besten/schlechtesten Reviews <a href="http://www.goldenageofcrap.com/">veröffentlicht hat</a>. Der Australier John Klyza steuerte ein eigenes Kapitel über Bands Zeit mit dem Label &#8220;Wizard Video&#8221; bei.</p>
<p>Am Anfang versuchte ich noch, mit Daves Enthusiasmus für das Projekt mitzuhalten, aber es war die Zeit, in der ich an meiner Telenovela werkelte, und das Tempo, das der Musiker und &#8220;all around good guy&#8221; vorlegte, war erschreckend: Im Wochentakt flatterten mir Reviews ins Haus und Interviews mit Band-Komplizen, die Dave mit detektivischem Eifer aufspürte. Wir machten bald eine eigene Yahoo-Group auf, um das ganze Material zu organisieren. München, Utah, London, Australien &#8211; das nennt man wohl eine &#8220;internationale Koproduktion&#8221;.</p>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-11681" style="float: right;" title="TTot_poster" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/07/TTot_poster-220x308.jpg" alt="TTot_poster" width="220" height="308" />Mehr als 50 Regisseure, Autoren, Schauspieler und Effekt-Experten haben wir für das Buch interviewt, darunter: Albert Pyun, Tim Thomerson, Jaqueline Lovell, John Buechler, J.R. Bookwalter, Richard Band, Courtney Joyner, Dave Parker, und Peter Manoogian.</p>
<p>Es zeigte sich sehr schnell, dass Dave einfach der geeignete Schreiber für das Projekt war, und ich meine Energie besser darauf konzentrieren konnte, seltene Artwork und Recherche-Materialien zu organisieren. Es gab Zeiten, da kaufte ich pro Woche ein Dutzend Kassetten &#8211; aus Hongkong, Australien, Brasilien. Viele Band-Produktionen waren anders kaum noch zu bekommen (mittlerweile hat sich das geändert &#8211; Band selbst <a href="http://www.fullmoondirect.com/">vertreibt</a> einen Großteil auf DVD). Dank einiger geschäftlicher Kontakte zu der Firma, die mit Bands Partnern Kushner/Locke zu tun hat, kam ich kostenlos an eine ganze Kiste obskurer Softcore- und Kidfilme.</p>
<p>Was die Arbeit von einem, vielleicht zwei Jahren werden sollte, geht nun ins neunte Jahr, und das Ende ist vielleicht in Sicht, aber noch lange nicht erreicht. Klar ist längst, dass es mit EINEM Buch nicht getan sein wird. Da wir ALLE Filme aus Bands Kinofabrik ausführlich vorstellen und besprechen wollen, wird es wenigstens ein Doppelband werden. Suck on that, Corman!</p>
<p><a href="http://wortvogel.de/2010/07/big-band-theory-des-wortvogels-lebenswerk-erfahrt-seinen-ritterschlag/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
<p>Einen besonderen Meilenstein passierten wir vor einigen Wochen, als es uns ENDLICH gelang, mit Charles Band selbst ein mehrteiliges und mehrstündiges Telefon-Interview zu führen (sein Bruder Richard öffnete uns dafür die Tür). Tatsächlich war Band angesichts von Davids Detailwissen ausnahmsweise bereit, den PR-Sprech außen vor zu lassen, und ganz tief in seinen Erinnerungen zu kramen, um seine Sicht der nun 40 Jahre dauernden Karriere als Produzent zu Protokoll zu geben.</p>
<p>Warum ich euch das alles ausgerechnet heute so ausführlich erzähle? Ganz einfach: Am Wochenende hatte ich den Ausdruck des ersten Buches von Dave aus London in der Post. Knapp 400 Seiten geballte Begeisterung für das B-Movie-Geschäft:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11671" title="bandmanus" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/07/bandmanus.jpg" alt="bandmanus" width="370" height="315" /></p>
<p>Und das ist erst der Anfang&#8230;</p>
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		<title>Tüten für den Führer</title>
		<link>http://wortvogel.de/2010/06/tuten-fur-den-fuhrer/</link>
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		<pubDate>Thu, 24 Jun 2010 05:56:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wortvogel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film, TV & Presse]]></category>
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		<category><![CDATA[Neues]]></category>

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		<description><![CDATA[Zu den für diesen Beitrag irrelevanten Fakten gehört, dass ich bis zu meinem 13. Lebensjahr in der gesamten Familie den unerklärlichen Spitznamen &#8220;Tüte&#8221; hatte. Meine Tante nennt mich heute noch so, und auch meine Mutter ruft mich in Fällen unangemessener Sentimentalität gerne &#8220;Tütemann&#8221;. Darum geht&#8217;s aber hier nicht. Ich habe nur dieser Tage einen Artikel [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zu den für diesen Beitrag irrelevanten Fakten gehört, dass ich bis zu meinem 13. Lebensjahr in der gesamten Familie den unerklärlichen Spitznamen &#8220;Tüte&#8221; hatte. Meine Tante nennt mich heute noch so, und auch meine Mutter ruft mich in Fällen unangemessener Sentimentalität gerne &#8220;Tütemann&#8221;.</p>
<p>Darum geht&#8217;s aber hier nicht. Ich habe nur dieser Tage einen Artikel für die <a href="http://www.landidee.info/">LandIdee</a> über Kultur und Brauchtum der Schultüte geschrieben. Das ist faszinierender, als man meinen sollte &#8211; es gab deutliche regionale Unterschiede, was Design und Inhalt angeht, die DDR entwickelte ganz eigene sechseckige Tüten, und politische Themen waren mitnichten tabu. In schweren Zeiten wurden die Spitzkegel unten mit Holzwolle ausgestopft, um nicht vorhandenen Inhalt vorzutäuschen.</p>
<p>Es gibt in Hamburg übrigens den pensionierten Lehrer Hans-Günter Löwe,  der eine <a href="http://www.erster-schultag.de/">eigene Webseite</a> zu dem Thema &#8220;Erster Schultag&#8221; betreibt, und  Tausende von antiken Tüten und Stundenplänen gesammelt hat. Ich durfte  ihn besuchen, und war wirklich begeistert von Vielfalt und Kunsthandwerk:</p>
<p><img class="aligncenter size-large wp-image-11118" title="tüte" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/06/tüte-370x246.jpg" alt="tüte" width="370" height="246" /></p>
<p>Bei den weiteren Recherchen bin ich auf eine Tüte gestoßen, die wir in der LandIdee nicht abbilden können &#8211; die Nazis hatten sich nämlich seinerzeit (erfolglos) an der Einheits-Schultüte versucht:</p>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-11157" title="tut" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/06/2_29-232x3001-220x284.gif" alt="tut" width="370" height="478" /></p>
<p>Der Haken: Unsere Chefredaktion besteht nun darauf, dass die  LandIdee-Redaktion ihre eigenen Einschulungs-Fotos mit Schultüten ran schafft. Ob ich  der Leserschaft DAS antun kann, weiß ich wirklich nicht&#8230;</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Wortvogel goes Landromantik</title>
		<link>http://wortvogel.de/2010/04/wortvogel-goes-landromantik/</link>
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		<pubDate>Fri, 23 Apr 2010 10:33:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wortvogel</dc:creator>
				<category><![CDATA[In Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Neues]]></category>
		<category><![CDATA[Privates]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt Tage, da bin ich glücklich und dankbar, für ein Heft wie die LandIdee schreiben zu dürfen &#8211; gestern war mal wieder so ein Tag: Was ihr da auf meinem Arm seht, ist ein schwarzes Lämmchen, das auf einem artgerechten Hof lebt, zwischen Schafen, Ziegen, zwei Hunden, ungefähr sechs Katzen, und einem Pferd. Weil [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt Tage, da bin ich glücklich und dankbar, für ein Heft wie die LandIdee schreiben zu dürfen &#8211; gestern war mal wieder so ein Tag:</p>
<p><img class="attachment wp-att-10176 alignleft" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/04/Mit-Lamm.thumbnail.jpg" alt="Mit-Lamm" width="370" height="556" /></p>
<p>Was ihr da auf meinem Arm seht, ist ein schwarzes Lämmchen, das auf einem artgerechten Hof lebt, zwischen Schafen, Ziegen, zwei Hunden, ungefähr sechs Katzen, und einem Pferd.</p>
<p>Weil dem Redakteur nix zu schwör ist, habe ich mich bei &#8220;Stöckelchen&#8221; auch gleich mal an die Zitze gemacht:</p>
<p><img class="attachment wp-att-10177 alignleft" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/04/Melken.jpg" alt="Melken" width="370" height="556" /></p>
<p>Und was soll ich sagen? Es geht!</p>
<p>Bei Ziegen ist man übrigens der umjubelte König, sobald man ein bisschen altes Brot aus der Tasche holt:</p>
<p><img class="attachment wp-att-10180 alignleft" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/04/Mit-Ziegen.jpg" alt="Mit Ziegen" width="370" height="556" /></p>
<p>Für den Artikel unwichtig, aber ein persönliches Anliegen von mir war der Schnappschuss am idyllischen Teich, der zum Hof gehört. Kaum hatte ich (im Nieselregen) Platz genommen, kam schon einer der beiden alten (und sehgeschwächten) Hunde angelaufen, um mir das Image des englischen Landlords zu verpassen:</p>
<p><img class="attachment wp-att-10179 alignleft" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/04/Am-Teich.jpg" alt="Am Teich" width="370" height="246" /></p>
<p>Schön war&#8217;s, erholsam war&#8217;s &#8211; so entspannt mag ich meine Reportagen! Worum es dabei im Detail ging, könnt ihr in der nächsten LandIdee lesen, die gibt&#8217;s ab dem 19.5. am Kiosk.</p>
<p>Fotos (c) LandIdee / P. Raider</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Kurzkrimi: Endstation Scheiterhaufen</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Apr 2010 13:20:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wortvogel</dc:creator>
				<category><![CDATA[In Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Neues]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe mal wieder eine Kurzgeschichte für die LandIdee geschrieben, diesmal unter dem Pseudonym &#8220;Paul Terrid&#8221; &#8211; eine Anspielung auf den verstorbenen Autor Peter Terrid, mit dem ich bei den Braunschweiger SF-Tagen einst nette Gespräche führte. Thematische Vorgabe diesmal: Weiblicher Protagonist und Walpurgisnacht. Als &#8220;Pointe&#8221; habe ich die Idee für eine andere Kurzgeschichte verwurstet. Endstation [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe<a href="http://wortvogel.de/2009/12/wortvogels-kurzkrimi-zum-jahreswechsel-niemand-totet-an-silvester/"> mal wieder</a> eine Kurzgeschichte für die LandIdee geschrieben, diesmal unter dem Pseudonym &#8220;Paul Terrid&#8221; &#8211; eine Anspielung auf den verstorbenen Autor Peter Terrid, mit dem ich bei den Braunschweiger SF-Tagen einst nette Gespräche führte. Thematische Vorgabe diesmal: Weiblicher Protagonist und Walpurgisnacht. Als &#8220;Pointe&#8221; habe ich die Idee für eine andere Kurzgeschichte verwurstet.</p>
<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --><span style="font-size: large;"><strong> Endstation Scheiterhaufen </strong></span></p>
<p><strong>Walpurgisnacht, Maifeuer, und eine Leiche, die den Bewohnern von Bollenrode Angst macht. Doch Sophia Franzen glaubt nicht an Hexerei – nur an Mord…<br />
</strong><img class="attachment wp-att-9760 alignleft" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/03/feuer.jpg" alt="feuer" width="400" height="265" /><br />
<span id="more-9756"></span>Die Flammen fauchten mehrere Meter in den Nachthimmel und Sophia drückte immer wieder auf den Auslöser ihrer Digitalkamera, um das prächtige Treiben beim Walpurgis-Fest von Bollenrode festzuhalten. Es war Tradition. Kinder tanzten mit Fratzen-Masken um das große Maifeuer, Männer prosteten sich mit Schnäpsen zu. Irgendwo bellte Sophias Schäferhund Gerry. Vermutlich ließ er sich mal wieder begeistert von schnell gemachten Freunden mit Leckereien füttern. Das war in Ordnung – Gerry war ebenso in Pension wie sein Frauchen und durfte schon mal eine Süßigkeit mehr haben als früher. Sie lächelte unwillkürlich.</p>
<p>Plötzlich donnerte es gewaltig. Wütender Platzregen trieb die feiernde Gemeinde auseinander und beendete das wilde Walpurgis-Fest schlagartig. Das mächtige Maifeuer fiel im Sturm in sich zusammen. Sophia flüchtete unter die Zeltplane der Sanitäter und war gerade dabei, das Wetter schade zu finden, als ein Gewitterblitz von einem gellenden Schrei begleitet wurde. Obwohl sie schon nass bis auf die alten Knochen war, eilte Sophia in den Regen hinaus. Sie fand eine junge Frau direkt vor dem dampfenden, sterbenden Maifeuer. Gebannt starrte die in die zischende Glut – auf eine fast bis zur Unkenntlichkeit verkohlte Leiche, die im noch zuckenden Feuer lag. Verbrannt wie eine Hexe auf dem Scheiterhaufen&#8230;</p>
<p>Eine halbe Stunde später saß Sophia mit dem völlig verstörten Bürgermeister Schmieder im Saal des Schützenvereins, direkt an der Festwiese. Er kippte seinen vierten Schnaps und schüttelte immer wieder den Kopf: „Hätte der Regen das Feuer nicht überraschend gelöscht, wäre die Frau wohl mit verbrannt worden und keiner hätte sie so schnell identifizieren können. Einfach furchtbar. Sowas, sowas, sowas&#8230;“</p>
<p>Man wusste schnell, dass es sich bei der Leiche um die Überreste einer Landarbeiterin namens Elsa handelte, die vor drei Wochen durch Bollenrode gekommen war. Einer der Feuerwehrmänner hatte sie an ihrer Kleidung erkannt. Aber wo war Elsa seitdem gewesen, was hatte sie gemacht? Und wer hatte ein Motiv gehabt, sie zu töten? In diese Richtung hätte zumindest mein Herbert gefragt, dachte Sophia. Immer im Dienst war er gewesen, der gute Herbert. Immer. Sie vermisste ihn noch jeden Tag.</p>
<p>„Regen auf Walpurgisnacht hat nie ein gutes Jahr gebracht“, murmelte Schmieder, den klaren Kopf endgültig an den Alkohol verlierend. „Sagt man so bei uns. Sowas&#8230;“<br />
Sophia nahm Gerry an die Leine. Es war schon sehr spät, aber sie war zu aufgeregt, um zurück in die kleine Pension, wo sie für ein Wochenende Quartier bezogen hatte zu gehen.</p>
<p>Ein Mord, hier in der Provinz!</p>
<p>Auf der Festwiese war die Spurensicherung der Polizei damit beschäftigt, den Tatort zu sichern. Die Leiche hatte man bereits abtransportiert, aber auf einem kleinen Klapptisch lagen Beweisstücke, die man wohl der Toten zuordnete. Dazu gehörte ein angekokeltes Taschentuch aus weißer Baumwolle. Sophia ließ es unauffällig in ihre Manteltasche gleiten, ohne genau zu wissen warum. Dann beschloss sie, die Gegend zu erkunden. Der Spaziergang würde auch Gerry gut tun.</p>
<p>Herbert hatte immer gesagt, ein bestimmtes Gefühl, eine Ahnung ist mehr wert als manche Zeugenaussage. Nie hätte Sophia gedacht, einmal selber mit einem Mord zu tun zu haben.</p>
<p>Von der Landstraße bog ein Feldweg ab. Im Dunkel von Nacht und Bäumen sah sie dort Licht hinter den Fenstern eines alten Bauernhauses. Natürlich war es unangebracht, die Leute um diese Uhrzeit zu stören. Aber Sophia vertraute ganz ihrem Instinkt, und dem Instinkt kam Ruhestörung nicht weiter schlimm vor. Entschlossen klopfte sie an die schwere Tür und als sie Geräusche dahinter hörte rief sie: „Mein Name ist Sophia Franzen. Beim Walpurgis-Fest ist eine Leiche gefunden worden. Ich würde Ihnen gerne ein paar Fragen dazu stellen.“<br />
Die Tür ging auf. Klaus Hecklinger entsprach so gar nicht dem Klischee vom Bauern, wirkte eher wie ein schlaksiger Geographielehrer, der sich mit der Familie aufs Land zurück gezogen hatte. Seine zierliche Frau Miriam stand hinter ihm. „Polizei?“<br />
Sophia nickte stumm und streichelte Gerry dabei nervös den Kopf. Sie spielte gerade ein gefährliches Spiel.<br />
Die Hecklingers ließen sie herein, fragten nicht mal nach einem Dienstausweis. Sophia nahm das Angebot eines wärmenden Tees dankend an und in der gemütlichen Stube erzählte sie von der toten Elsa. Klaus Hecklinger war sichtlich schockiert, seine Frau wurde bleich.<br />
„Aber was hat das denn mit uns zu tun?“ fragte der Hausherr, als Sophia geendet hatte.<br />
Sophia räusperte sich. Sie war ein paar Mal dabei gewesen, wenn Herbert so etwas gemacht hatte. „Die Leiche muss in den 24 Stunden zwischen der endgültigen Aufschichtung des Brennholzes und dem Beginn des Fests zur Wiese verbracht worden sein. Vermutlich in der letzten Nacht. Das Gelände war abgesperrt, ein Auto hat der Täter also nicht benutzt.“<br />
„Ich verstehe nicht&#8230;“ stammelte Miriam Hecklinger.<br />
„Weit kann der Weg vom Tatort zum Fundort demnach nicht gewesen sein“, fuhr Sophia fort.<br />
„Und deshalb halten Sie uns für verdächtig?“, fragte Hecklinger, offensichtlich empört. Seine Stimme zitterte.<br />
„Das habe ich nicht gesagt“, hielt Sophia dagegen. Sie zog das angekokelte Taschentuch der Toten hervor. „Ihr Hof ist allerdings der Einzige im näheren Umkreis.“<br />
Gerry begann aufgeregt zu schnuppern, als Sophia ihm das Taschentuch vor die Nase hielt. „Kannst du damit etwas anfangen, mein Lieber?“<br />
Sie sprach mit dem Hund wie mit einem Menschen. Herbert hatte das immer furchtbar unangebracht gefunden. Mit der Nase am Boden sauste Gerry durch das Haus, den Kopf pendelnd, alle Sinne in vollem Anschlag. Irgendwann fand er seinen Weg durch die Küche nach draußen, zur alten Scheune.</p>
<p>„Wollen wir mal nachsehen, worüber sich Gerry so aufregt?“ fragte Sophia.<br />
Zwei Minuten später stand sie mit den Hecklingers in der Scheune, die zu einem einfachen Gästezimmer umgebaut worden war. Gerry schaute Sophia stolz an. Sie gab ihm aus ihrer Jackentasche einen Hundekeks. „Er riecht die junge Frau oder ihre Kleidung. Wollen Sie etwas dazu sagen?“<br />
Hecklinger fuhr sich durch die Haare. „Ja, Herrgott nochmal, Elsa war hier. Sie hat auf dem Hof geholfen. Vorgestern ist sie plötzlich abgereist&#8230; weil&#8230; weil&#8230;“<br />
Sophia brauchte nur in das leere Gesicht von Miriam zu schauen, um den Satz vollenden zu können: „Sie kamen dahinter, dass Elsa mehr als nur „ausgeholfen“ hat, richtig?“<br />
Die Frau des Bauern schaute schweigend auf den Boden. Ihr Mann verlor die Fassung: „Wir haben Elsa nicht ermordet! Ich war an dem Abend bei der Gemeinderatssitzung! Dafür gibt es jede Menge Zeugen!“<br />
„Ich hätte auch nicht notwendigerweise auf Sie getippt“, bemerkte Sophie und sah sich nach Gerry um, der nun mühsam mit der Schnauze ein schweres Werkzeug unter dem Bett hervor zerrte und dabei entschlossen knurrte. Es war eine Axt – eine Axt mit verdächtigen dunklen Flecken&#8230;<br />
Klaus Hecklinger blickte seine Frau an, als sähe er sie zum ersten Mal. Sophia ahnte, dass in seinem Kopf gerade sein gesamtes Leben zusammenbrach. „Miriam, du hast&#8230; du kannst doch gar nicht&#8230; sag, dass das nicht stimmt!“<br />
„Sie war eine Hexe“, sagte Miriam tonlos „und sie wollte nicht gehen, uns nicht in Ruhe lassen, dich mir wegnehmen. Mit der Schubkarre habe ich sie zum Scheiterhaufen gebracht.“</p>
<p>„Ich denke, wir sollten den Rest der Polizei überlassen“, sagte Sophia ruhig.<br />
„Ich dachte, Sie sind von der Polizei“, krächzte Klaus Hecklinger völlig außer sich.<br />
Sophia schüttelte den Kopf. „Das habe ich nie behauptet. Gerry ist von der Polizei, wenn auch im Ruhestand. Früher hörte er auf den Namen Gerold von Grafenhorst und war in der Hundestaffel meines Mannes. Wie es aussieht, hat Gerry nichts verlernt.“<br />
Sophia dachte wieder an Herbert, als Miriam abgeführt wurde. Er wäre stolz auf sie gewesen. Und auf seinen Gerry&#8230;</p>
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		<title>&#8220;Dr. Hope&#8221;-Quoten zum und im Zweiten: Das Haus bleibt gerockt</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Mar 2010 08:14:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wortvogel</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Neues]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich kann in Frieden sterben: 5,6 Millionen Zuschauer, 17 Prozent Marktanteil, satte 9,4 in der Zielgruppe. Keine Sensation, aber sehr gut. Vergleichbar mit &#8220;Margarethe Steiff&#8221;. Schön. Im Sport nennt man das einen Arbeitssieg. Diese Zahlen gleichzeitig &#8220;toll&#8221;, &#8220;stark&#8221; UND &#8220;mäßig&#8221; zu finden &#8211; dazu muss man wohl Fabian Riedner heißen&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich kann in Frieden sterben: <a href="http://www.dwdl.de/story/25308/zweiteiler_dr_hope_punktet_auch_im_zdf/">5,6 Millionen Zuschauer</a>, 17 Prozent Marktanteil, satte 9,4 in der Zielgruppe. Keine Sensation, aber sehr gut. Vergleichbar mit &#8220;Margarethe Steiff&#8221;. Schön.</p>
<p>Im Sport nennt man das einen Arbeitssieg.</p>
<p>Diese Zahlen <a href="http://www.quotenmeter.de/cms/?p1=n&amp;p2=40907&amp;p3=">gleichzeitig </a>&#8220;toll&#8221;, &#8220;stark&#8221; UND &#8220;mäßig&#8221; zu finden &#8211; dazu muss man wohl <a href="http://wortvogel.de/2008/09/endlich-wieder-da-quotenmeter-desaster/">Fabian Riedner</a> heißen&#8230;</p>
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		<title>&#8220;Dr. Hope&#8221; Special (4): Die Autoren</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Mar 2010 08:45:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wortvogel</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
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		<description><![CDATA[Mit Katrin Tempel habe ich folgenden Text für das ZDF-Pressematerial verfasst. ((c) ZDF und Erika Hauri) &#8220;Der lange Weg zu Hope Bridges Adams Lehmann&#8221; Die Geschichte von Hope Lehmann ist einzigartig, und ein Geschenk für jeden Autor. Es kommt selten genug vor, dass man auf einen Stoff stößt, der sich geradezu aufdrängt, der erzählt werden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit Katrin Tempel habe ich folgenden Text für das ZDF-Pressematerial verfasst.</p>
<p><a title="F1_0221" rel="lightbox" href="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/03/F1_0221.jpg"><img class="attachment wp-att-9887 alignleft" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/03/F1_0221.thumbnail.jpg" alt="F1_0221" width="370" height="244" /></a></p>
<p>((c) ZDF und Erika Hauri)</p>
<p><strong>&#8220;Der lange Weg zu Hope Bridges Adams Lehmann&#8221;</strong></p>
<p>Die Geschichte von Hope Lehmann ist einzigartig, und ein Geschenk für jeden Autor. Es kommt selten genug vor, dass man auf einen Stoff stößt, der sich geradezu aufdrängt, der erzählt werden <em>will</em>.</p>
<p>&#8220;Die Hoffnung stirbt nie&#8221; – so lautete der erste Untertitel für &#8220;Dr. Hope&#8221;. Und daran haben wir uns auch immer wieder festgehalten. Denn der Weg von der ersten Idee bis zum fertigen Film war lang &#8230;</p>
<p>Das Leben dieser Frau ist zu üppig, zu unglaublich für einen Zweitei­ler. Alle ihre Ziele, ihre Freunde, ihre Pläne – es hätte leicht für einen Vierteiler gereicht. Also war von Anfang an nicht die Frage &#8220;Was müs­sen wir noch erfinden, damit die Handlung richtig spannend wird?&#8221;, sondern: &#8220;Was müssen, was können, was dürfen wir weg lassen?&#8221;</p>
<p>Die Liste wurde mit jedem Treffen mit den Produzenten länger. Hopes Übersetzungen für ihren langjährigen Bekannten August Bebel? Ein schönes Detail, mehr nicht. Ihre Pläne für den zweisprachigen Kinder­garten? Ein neuer Erzählstrang, der mehr als 30 Minuten in Anspruch nehmen würde. 30 Minuten, die wir nicht hatten. Die Begeisterung von Carl Lehmann für die Berge, sein Engagement für Berghütten, seine Zusammenarbeit mit der katholischen Kirche für die Lamsenjochhütte? Eine Nebengeschichte, die nichts mit Hope zu tun hat. Ebenso seine Verwicklungen mit den Freiburger Sozialistenprozessen. Szenen mit dem Heimatdichter Ludwig Thoma im Dachauer Biergarten? Gestri­chen. Der &#8220;Gastauftritt&#8221; von Lenin? Er fiel erst in der letzten Fassung raus.</p>
<p>Der Literatur-Nobelpreisträger William Faulkner hatte Recht: &#8220;Du musst bereit sein, deine Lieblinge zu töten.&#8221;</p>
<p>Dabei waren wir Drehbuchautoren nicht die einzigen, die unter der strengen Zeitvorgabe litten. Auch die Produzentin Claudia Rittig ver­liebte sich in Szenen und Figuren, von denen sie sich dann wieder verabschieden musste.</p>
<p>Ein weiteres Problem: Welche Sprache hatten die Menschen im aus­gehenden 19. Jahrhundert? Es ist ein Dilemma: Einerseits darf es nicht so staubig und verzopft klingen, dass der moderne Zuschauer sich nicht &#8220;einhören&#8221; kann – andererseits sind moderne Ausdrücke und Sprachbilder ein Tabu. Uns halfen zeitgenössische Briefe, Berichte, Romane. Am Ende stand eine verfilmbare &#8220;Kunstsprache&#8221;, die den Eindruck von Klassik erweckt, ohne unangemessen getragen zu wir­ken.</p>
<p>In manchmal endlos scheinenden Diskussionen, bei Recherchen in so vielen Archiven, formte sich – über vier Jahre hinweg und am Leben von Hope Lehmann orientiert – eine Geschichte, so tragisch wie hoff­nungsfroh, so lebensbejahend wie erschütternd.</p>
<p>Kaum jemand kann sich vorstellen, wie schön es ist, nach sieben Jah­ren Arbeit endlich den fertigen Film zu sehen. Die Dialoge von den Lippen der Schauspieler zu hören. Und dabei zu merken: Es fehlt nichts. Die gestrichenen Szenen und Personen mögen wir schmerzlich vermissen – aber die Stärke dieser ungewöhnlichen Frau sorgt dafür, dass wir auf das Ergebnis stolz sind. Und dankbar, dass wir mit Hope sieben Jahre verbringen durften.</p>
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		<title>&#8220;Dr. Hope&#8221; Special (3): Heike Makatsch-Interview</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Mar 2010 12:04:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wortvogel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film, TV & Presse]]></category>
		<category><![CDATA[In Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Neues]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Den Mut, Regeln zu brechen, kenne ich auch&#8221; Interview mit Heike Makatsch Dr. Hope ist nach Margarete Steiff und Hildegard Knef eine wei­tere Person der Zeitgeschichte, die Sie verkörpern. Worin be­steht für Sie der Reiz, in historische Rollen zu schlüpfen? Bei Hope, wie auch bei Margarete Steiff, ging es nicht darum, eins zu eins die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --><span style="font-size: small;"><strong>&#8220;Den Mut, Regeln zu brechen, kenne ich auch&#8221;</strong></span></p>
<p>Interview mit Heike Makatsch</p>
<p><a title="45034-1-14" rel="lightbox" href="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/03/45034-1-14.jpg"><img class="attachment wp-att-9878 alignleft" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/03/45034-1-14.thumbnail.jpg" alt="45034-1-14" width="370" height="246" /></a></p>
<p><em>Dr. Hope<span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: x-small;"> </span></span>ist nach Margarete Steiff und Hildegard Knef eine wei­tere Person der Zeitgeschichte, die Sie verkörpern. Worin be­steht für Sie der Reiz, in historische Rollen zu schlüpfen<span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: x-small;">? </span></span></em></p>
<p>Bei Hope, wie auch bei Margarete Steiff, ging es nicht darum, eins zu eins die Biografie einer berühmten Person zu verfilmen. Diesen An­spruch erheben wir nicht, aber wir wollten einen gewissen Grad an Authentizität erreichen. Es machte großen Spaß, eine Figur zu ent­werfen, die zwar kein Abbild der echten Hope ist, aber so gelebt ha­ben könnte, mit ihren Taten, ihrem Kämpfergeist. Ich wollte sie so dar­stellen, dass man das Feuer spürt, das in ihr brennt, und glaubhaft herüberbringen, warum sie so gehandelt hat.</p>
<p><em>Was ist für Sie das Besondere an Hope?</em></p>
<p>Sie musste Widerstände überwinden und Tabus brechen. Wenn man sich vorstellt, dass Frauen damals kein Abitur machen oder studieren durften&#8230; Sie konnten heiraten, und ein Beruf stand nicht zur Debatte. Hope hatte aber gar nicht das Gefühl, Grenzen zu überschreiten oder bewusst einem Rollenmodell zu widersprechen, sondern sie hat ein­fach getan, was sie für richtig hielt. Sie wollte nur ihren Weg gehen.</p>
<p><em>Wie viel &#8220;Hope&#8221; steckt in Heike Makatsch? </em></p>
<p><span id="more-9877"></span>Sicherlich hat die Rolle mit mir zu tun, denn ich kann nur aus mir schöpfen, um sie zu spielen. Ich besitze zwar nicht ihren Pioniergeist, aber den Mut, Regeln zu brechen, kenne ich auch.</p>
<p><em>Sind Sie Frauen wie Hope dankbar, was sie für die Emanzipation erreicht haben? </em></p>
<p>Ja, natürlich. Aber die Zeit war reif dafür, bestimmte Dinge zu ändern. Und wenn Hope es nicht gewesen wäre, dann hätte eine andere ge­kämpft, dass Frauen mehr Rechte bekommen.</p>
<p><em>Hopes Buch galt damals als revolutionär, was haben Sie beim Lesen heute empfunden?</em></p>
<p>Vieles, was sie schreibt, ist nach wie vor gültig. Revolutionär war vor allem, dass sie sich auch dem Thema &#8220;Sexualität&#8221; gewidmet hat und die Geschlechtsorgane abgebildet wurden. Aber ihre Aussagen sind auch heute noch modern. Nur ihre Forderungen zur Hygiene sind heute Gott sei Dank selbstverständlich geworden. Zur Vorbereitung auf die Rolle möchte ich noch ergänzen, dass ich mit dem Regisseur Martin Enlen viele Gespräche über die historischen Hintergründe ge­führt habe. Und mit den Kostüm- und Maskenbildnerinnen haben wir überlegt, wie wir Hope optisch zum Leben erwecken können. Sie hat ja auch äußerlich nicht den Konventionen entsprochen, hat sich die Haare abgeschnitten und trug einen richtig strengen Herrenhaar­schnitt, noch viel strenger als im Film.</p>
<p><em>Haben Sie extra Ihre Haare abschneiden lassen? </em></p>
<p>Nein, das war nicht nötig. Ich habe verschiedene Perücken getragen und ungefähr 90 Kostüme. Hope hat ja später auch ihr Korsett abge­legt &#8230;</p>
<p><em>Wie war es denn, ein Korsett zu tragen?</em></p>
<p>Das war gar nicht so schlimm, denn bei den Dreharbeiten war ich oh­nehin sehr dünn, so dass ich gar nicht sehr eingezwängt werden musste. Immerhin habe ich es auf einen Taillenumfang von 54 Zenti­meter gebracht. Mit Scarlett O’Hara und ihrer berühmten 43-Zentime­ter-Taille konnte ich trotzdem nicht mithalten. Aber eines bewirkt das Korsett doch: Die Haltung ändert sich automatisch. Und dieser auf­rechte Gang hat mir eigentlich gut gefallen.</p>
<p><a title="45034-1-05" rel="lightbox" href="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/03/45034-1-05.jpg"><img class="attachment wp-att-9879 alignleft" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/03/45034-1-05.thumbnail.jpg" alt="45034-1-05" width="370" height="246" /></a></p>
<p><em>Wie war die Fahrt mit dem Oldtimer?</em></p>
<p>Das Auto wurde ja extra für den Film gebaut. Ich bin da ganz furchtlos herangegangen. Knöpfe drücken, Gas geben und dann über die Wiese heizen. Das war überhaupt nicht kompliziert.</p>
<p><em>Mussten Sie bestimmte medizinische Handgriffe lernen? </em></p>
<p>Ein Arzt war am Set und hat immer aufgepasst, dass wir nichts falsch machen. Er hat mir auch verschiedene Handgriffe gezeigt, aber das war nicht besonders schwer.</p>
<p><em>Was war Ihre größte Herausforderung bei den Dreharbeiten? </em></p>
<p>Das waren die Dreharbeiten selbst. Wir hatten ein Riesenpensum von fast 50 Drehtagen, und ich spielte in jeder Szene. So musste ich im­mer wieder zwischen Hopes unterschiedlichen Lebenssituationen wechseln, morgens war ich die Hope von 1890, mittags dann die von 1910, und am Nachmittag spielte ich die Hope von 1900. Ein ziemlich emotionaler Parforce-Ritt.</p>
<p><em>Während Hope gesellschaftspolitisch eine Menge erreicht hat, zeigt der Film auch ihre privaten Schwierigkeiten, dass z. B. das Verhältnis zu ihrer Tochter nicht ungetrübt war.</em></p>
<p>Ja, ein trauriges Kapitel in ihrem Leben. Ich glaube, dass sie keine besonders gute Mutter war. Dafür war sie einfach nicht geschaffen. Sie wollte auch nicht wirklich Kinder, im Gegensatz zu ihrem Mann. Hope brannte für andere Ziele, hat ihre Energie und Zeit in diese Pro­jekte gesteckt.</p>
<p><em>Sie sind selbst Mutter, haben Sie Verständnis für diese Haltung?</em></p>
<p>Auch wenn ich anders als Hope sehr gern Mutter bin und mich trotz­dem für meinen Beruf engagiere, kann ich sie verstehen. Sie sah ihre Aufgabe darin, den Frauen zu helfen, für deren Rechte zu kämpfen. Auf der anderen Seite war es für sie schmerzhaft, dass ihr die Mutter­rolle misslang, und sie hat wohl sehr darunter gelitten. Genau diesen Konflikt wollte ich zeigen.</p>
<p><em>Auch in ihrer Ehe gab es Konflikte, und Hope verstieß erneut ge­gen Konventionen, als sie sich scheiden ließ&#8230;</em></p>
<p>Ich glaube schon, dass sie ihren ersten Mann geliebt hat, aber mehr auf einer freundschaftlichen Ebene. Otto zu heiraten, war mehr eine pragmatische Entscheidung, ohne große Romantik. Als Hope dann immer mehr ihrer Berufung als Ärztin nachging, hat die Liebe zu ihm nicht mehr den Raum in ihrem Leben eingenommen. Aber sie hatten eine gemeinsame Basis, sich gegenseitig gestärkt, und für die dama­lige Zeit war Otto ein sehr aufgeschlossener Mann. Für Carl empfand Hope tiefe Liebe und Leidenschaft. Außerdem wurde ein Lebenstraum wahr, denn sie kämpften Seite an Seite gegen soziale Ungerechtig­keiten. Sie hatten gemeinsame Ziele, passten viel besser zusammen und verstanden einander.</p>
<p><em>Wenn Sie sich so lange mit einer Rolle beschäftigen, nehmen Sie sie dann auch mit in Ihr Privatleben, oder ist mit der letzten Klappe alles vorbei?</em></p>
<p>Diesmal war es so, dass ich die Filme über Hildegard Knef und Hope kurz hintereinander gedreht habe, und so musste ich mich ziemlich schnell in die andere Figur versetzen. Aber nach Drehschluss bin ich dann nicht mehr der Filmcharakter, sondern fahre nach Hause und lebe ganz normal meinen Alltag.</p>
<p><em>Gibt es eine historische Persönlichkeit, die Sie gern einmal spie­len möchten?</em></p>
<p>Da liegt mir jetzt noch nichts auf der Zunge, das entscheide ich erst, wenn ein entsprechendes Angebot vorliegt.</p>
<p><em>Die Interviews führte Jutta Siekmann, Abdruck mit freundlicher Genehmigung des ZDF</em></p>
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		<title>&#8220;Dr. Hope&#8221;: Waffenruhe</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Mar 2010 13:24:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wortvogel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film, TV & Presse]]></category>
		<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[In Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Neues]]></category>
		<category><![CDATA[Privates]]></category>

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		<description><![CDATA[((c) ZDF und Erika Hauri) Die SZ hat es eben vermeldet: &#8220;&#8221;Dr. Hope&#8221;: Lösung in Sicht (&#8230;) Danach erhält Krauss 15 000 Euro &#8220;als Abgeltung der wissenschaftlich-publizistischen Leistung, die in Auffindung und Darstellung des verfilmten Stoffes liegt&#8221;; so seien alle etwaigen Rechte Krauss&#8221; an der Verwertung des Films und eines Begleitromans abgegolten, sie erhebe keinen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="attachment wp-att-9846 alignleft" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/03/45034-0-07.thumbnail.jpg" alt="45034-0-07" width="370" height="246" /></p>
<p>((c) ZDF und Erika Hauri)</p>
<p>Die SZ hat es eben <a href="http://www.sueddeutsche.de/a5I38a/3256606/Dr-Hope-Loesung-in-Sicht.html">vermeldet</a>:</p>
<p>&#8220;&#8221;<strong>Dr. Hope&#8221;: Lösung in Sicht </strong></p>
<p>(&#8230;) Danach erhält Krauss 15 000 Euro &#8220;als Abgeltung der wissenschaftlich-publizistischen Leistung, die in Auffindung und Darstellung des verfilmten Stoffes liegt&#8221;; so seien alle etwaigen Rechte Krauss&#8221; an der Verwertung des Films und eines Begleitromans abgegolten, sie erhebe keinen Plagiatsvorwurf (&#8230;)  tyc&#8221;</p>
<p>Nochmal fürs Protokoll: &#8220;<em><strong>sie erhebe keinen Plagiatsvorwurf</strong></em>&#8220;.</p>
<p>Am Ende musste die Gegenseite einsehen, dass der Plagiatsvorwurf nicht halt- oder belegbar ist, und hat gar nicht erst Anzeige erstattet. Aus dem Skandal wurde plötzlich wieder eine Verhandlungssache, und was noch vor zwei Jahren unverschämt und inakzeptabel war, schien der Gegenseite plötzlich fair und angemessen. Schau an.</p>
<p>Damit ist die hässliche Angelegenheit ausgestanden, der Vorwurf hinfällig, und ich kann mich wieder mit Sachen beschäftigen, die tatsächlich relevant sind. Zum Beispiel dem Badmovies-Forumstreffen in Nürnberg an diesem Wochenende.</p>
<p>Es ist kein fauler Kompromiss, ganz im Gegenteil. Schon in unserem Autorenvertrag hatten wir die Bitte eintragen lassen, Frau Krauss als Beraterin zu würdigen. Ihr erinnert euch vielleicht:</p>
<p>&#8220;<em>Darum wurde der Historikerin, die die größte „Hope“-Biographie geschrieben hatte, von uns als Beraterin der Produktionsfirma vorgeschlagen. Wir hofften darauf, dass sie uns bei den Details zur Seite stehen könne, für ein Honorar, eine Erwähnung im Nachspann, eine Danksagung.</em>&#8221;</p>
<p>Es wurde ihr Geld für ihre Quellenarbeit und ein Credit angeboten.</p>
<p>Das lehnte sie unter allerlei Forderungen und Drohungen ab. Sie wollte mehr. Viel mehr.</p>
<p>Jetzt bekommt Geld für ihre Quellenarbeit und einen Credit.</p>
<p>Weniger Geld, als sie bekommen hätte, wenn sie vor zwei Jahren unterschrieben hätte. Sie bekommt auch keine Rechte an der Figur Hope. Den Vorwurf des Plagiats muss sie zurückziehen. Den Zweiteiler in ihrem Sinne zu beraten und zu beeinflussen, die Chance hat sie ebenfalls vertan. Sie wurde beim Filmfest nicht auf die Bühne geladen, bei den Pressekonferenzen nicht als Fachfrau präsentiert. Das muss schal schmecken, und weh tun.</p>
<p>Sie hätte es einfacher haben können &#8211; ohne Drohungen, ohne Verleumdungen, ohne Schmierkampagne in der Presse. Das Ergebnis wäre dasselbe gewesen. Sogar besser noch: Hofmann &amp; Voges hätte ihr sicher mehr geboten, hätte man nicht in den letzten Wochen beträchtliche Honorare an Anwälte zahlen müssen, die gegen die Vorwürfe vorgehen.</p>
<p>Auch der Sache ist nicht gedient: Da Frau Krauss explizit keine Rechte an dem Stoff zugesprochen bekommt, ist kein Präzedenzfall für andere Sachbuchautoren und Biographen geschaffen worden. Ihre kreative Eigenleistung wurde weder anerkannt, noch vergütet.</p>
<p>Viel Lärm um nichts also? Na ja, ich fühle mich wohler damit, dass die primäre Quelle unserer Recherchen entsprechend gewürdigt wird. Ich habe ihr das ja nie missgönnt. Noch vor drei Wochen habe ich in einem Interview mit dem Münchner Merkur betont:</p>
<p>&#8220;<em>Meine Mit-Autorin Katrin Tempel hat Frau Krauss kontaktiert, weil wir so begeistert waren von dem Stoff und der Arbeit, die sie geleistet hat, dass wir unbedingt mit ihr zusammenarbeiten wollten.</em>&#8221;</p>
<p>Die Pressekampagne werde ich Frau Krauss allerdings nicht verzeihen. Das war niederträchtig und verlogen. Letztlich ineffektiv, aber trotzdem niederträchtig.</p>
<p>Ich bin auch froh, dass der Plagiats-Vorwurf aus der Welt ist. Wer mich kennt weiß, dass ich sowas nicht nötig habe. Oder zumindest nicht dumm genug wäre zu glauben, ich käme damit durch.</p>
<p>&#8220;<em><strong>sie erhebe keinen Plagiatsvorwurf</strong></em>&#8221;</p>
<p>Ich bin sauber. Und jetzt habe ich es auch schriftlich.</p>
<p>Besonders dankbar bin ich den Lesern meines Blogs, die daran nicht gezweifelt haben.</p>
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		<title>“Dr. Hope” Special (2): Regie-Tagebuch</title>
		<link>http://wortvogel.de/2010/03/%e2%80%9cdr-hope%e2%80%9d-special-2-regie-tagebuch/</link>
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		<pubDate>Fri, 05 Mar 2010 08:48:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wortvogel</dc:creator>
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		<category><![CDATA[In Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Neues]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Die Zeitreise gelingt&#8221; Drehtagebuch von Regisseur Martin Enlen Am 6. Dezember 2008 wurde nicht nur in ganz Deutschland Nikolaus gefeiert, sondern auch im Münchner Wirtshaus am Schlachthof das Abschlussfest vom Dreh &#8220;Dr. Hope&#8221;. Weit über hundert Mitwirkende (Team und Schauspieler) waren mit dabei, um das Ende der 50 Dreh­tage zu feiern. Ein emotionaler, bewegender Abschied, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --><span style="font-size: small;"><strong>&#8220;Die Zeitreise gelingt&#8221;</strong></span></p>
<p>Drehtagebuch von Regisseur Martin Enlen</p>
<p>Am 6. Dezember 2008 wurde nicht nur in ganz Deutschland Nikolaus gefeiert, sondern auch im Münchner Wirtshaus am Schlachthof das Abschlussfest vom Dreh &#8220;Dr. Hope&#8221;. Weit über hundert Mitwirkende (Team und Schauspieler) waren mit dabei, um das Ende der 50 Dreh­tage zu feiern. Ein emotionaler, bewegender Abschied, da für die allermeisten die Zeit und Arbeit mit &#8220;Dr. Hope&#8221; hier wirklich endete (für mich sollte sie noch bis Ende Juni 2009 weitergehen). In meiner tradi­tionellen Abschlussrede kam ich auf einige ganz persönliche &#8220;magi­sche Momente&#8221; während des Drehzeitraums zu sprechen. Sicherlich hat jeder Mitarbeiter so seine eigenen Erinnerungen, manche über­schneiden sich auch bestimmt – aber dies sind meine:</p>
<p><img class="attachment wp-att-9751 alignleft" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/03/hope2.jpg" alt="hope2" width="370" height="245" /></p>
<p>((c) ZDF und Erika Hauri)</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">1. Drehtag </span><strong><br />
</strong>Wir beginnen im Park von Schloss Nymphenburg (den wir für Leipzig verkaufen) an einem großen See. Ursprünglich sollte die Szene mit Hope in einem Ruderboot stattfinden, aber da der See und die darin lebenden Tiere unter Naturschutz stehen, gibt es keine Boote – statt­dessen viele Komparsen, die flanierend über Wege und Wiesen lau­fen. Und es ist ein wahrhaft großer Moment, als unsere Darsteller in ihren Originalkostümen an diesem besonderen Ort auftauchen. Es liegt noch ein leichter Morgennebel über dem See, die Sonne bricht zaghaft durch die Bäume, als nach meinem ersten &#8220;Bitte&#8221; diese einge­frorene, historische Postkarte das erste Mal zum Leben erwacht. Mein großer Respekt gilt auch Tim, meinem zweiten Regieassistenten, der es tatsächlich schafft, im Kostüm auf einem riesigen Hochrad durch das Bild zu fahren – ohne umzukippen! Und Heike (Makatsch), soviel ist nach wenigen Augenblicken klar, wird Dr. Hope mit soviel Leben füllen, dass ich mir um eine historische Starre keine Gedanken ma­chen muss.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">3. Drehtag</span><strong><br />
</strong>Hope und Otto heiraten standesamtlich. Das ging schnell, erst der dritte Drehtag, aber schön zu sehen, wie gut die Chemie zwischen Heike und Justus (von Dohnányi) stimmt. Nach seinen anfänglichen Beden­ken hat er offensichtlich nun auch Freude, sich selber mal 20 Jahre jünger zu sehen&#8230;</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">5. Drehtag</span><strong><br />
</strong>Der erste Auftritt von Carl (Martin Feifel) – und dann gleich eine ab­solut mitreißende Rede vor über hundert &#8220;Arbeitern und Sozialisten&#8221; in einem engen, dampfigen Wirtshaussaal. Und Martin (Feifel) reißt uns alle mit. Nach einer Woche kann man sagen: Die Zeitreise gelingt!</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">11. Drehtag </span><strong><br />
</strong>Wir drehen in der Münchner Ruhmeshalle, direkt an der Bavaria. Das Oktoberfest ist gerade erst am Wochenende zu Ende gegangen, die Abbauarbeiten sind in vollem Gange. Wir versuchen, einen Blickwinkel zu finden, die unsere historische Illusion nicht stören, während der Tonmann einen hoffnungslosen Kampf führt: gegen den Lärm der Ab­rissarbeiten auf der &#8220;Wiesn&#8221;.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">12. Drehtag </span><strong><br />
</strong>Der Münchner Hofgarten ist unser Motiv. Großartig, wie viel man hier fast im 360 Grad Winkel zeigen kann (inkl. Frauenkirche), ohne später eine digitale Retouche vornehmen zu müssen – alles echt! Aber natür­lich hat man an einem so zentralen Platz auch viele Zuschauer – lei­der nicht historisch gekleidet. Das weitläufige Absperren ist ein wahr­haft kompliziertes, logistisches Unterfangen mit vielen Zusatz­helfern. Aber es gelingt.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">16. Drehtag</span><strong><br />
</strong>Wir sind an den sogenannten Osterseen (südlich von Starnberg), und der Wettergott meint es (wieder mal!) sehr gut mit uns: klare Sicht auf das fantastische bayerische Alpenpanorama! Heut hat &#8220;Baby&#8221; seine Premiere – das ist Hopes Oldtimer, der für diesen Film speziell ange­fertigt wurde, da es ja nicht nur historisch korrekt aussehen, sondern auch über Stock und Stein (und Wiese …) fahren soll. Ein großer Mo­ment für uns alle, als der Wagen angetuckert kommt – und Heike lernt wirklich schnell, ihn zu beherrschen. Und auf dem Kühler (dem Fabri­katennamen) haben wir unsere Produzentin (Claudia) &#8220;Rittig&#8221; ver­ewigt. Eine Überraschung, sie sieht es an diesem Tag das erste Mal und ist sichtlich gerührt. Wie schön – sie hat es mehr als verdient!</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">20. Drehtag</span><strong><br />
</strong>Ein sehr langer Tag bzw. eine sehr lange Nacht, da wir die Ankunft von Ottos Kutsche zum Jahrhundertwechsel drehen und dafür auch künstlichen Schnee erzeugen. Und zwar einen besonderen Schnee. Ich möchte einen, der durch die Luft schwebt, nur ganz langsam zu Boden fällt. Das ist in Wirklichkeit eine Art Asche, die sanft durch den Wind gleitet. Der Haken: Die &#8220;Fackeln&#8221;, wie die speziellen Schnee-kanonen genannt werden, können nur bis zu zwei Minuten am Stück laufen. Schon deshalb erweist sich dieses Nachtbild als sehr mühsam, es ist sehr kalt und nass, und alle sind am Frieren.</p>
<p><span id="more-9747"></span></p>
<p><span style="text-decoration: underline;">21. Drehtag </span><strong><br />
</strong>Ich glaube, dieser Drehtag steht stellvertretend für die nächsten zehn – und das unglaubliche Glück, was wir haben. Nachdem wider Erwar­ten unser Antrag auf Filmförderung aus Baden-Württemberg abgelehnt wurde (und das Projekt dank dem ZDF noch gerettet wurde!), wurden alle Motive, die wir im Schwarzwald und Umgebung bereits angedacht hatten, wieder abgesagt. Ich vertrete die Meinung: Wieso auch Geld in einem Bundesland ausgeben, dass uns nicht haben will? Als Ersatz­motiv haben wir einen alten Bauernhof bei Kiefersfelden (nahe der österreichischen Grenze) gefunden, der als Dr. Hopes erstes Sanato­rium dient. Ein magischer Ort, das war uns von der ersten Motivbe­sichtigung an schon klar. Die ansässige Familie ist unglaublich hilfsbe­reit, nett und verständig. Nur nicht die engagierte Katze, die auf Kom­mando durchs Bild laufen soll. Sie will einfach nicht auf ihren Tiertrai­ner hören. Zum Glück hatte der Kameramann sie einmal zufällig vor der Linse, und unsere Schnittmeisterin kann wahre Wunder bewirken. Doch die Natur hier draußen belohnt uns mit kaiserlichem Wetter und wirklich spektakulären Ausblicken. Wir sonnen uns in den Drehpausen auf den Almwiesen und genießen wirklich jeden Tag wie ein Geschenk.</p>
<p><img class="attachment wp-att-9750 alignleft" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/03/hope1.jpg" alt="hope1" width="370" height="246" /></p>
<p>((c) ZDF und Erika Hauri)</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">31. Drehtag </span><strong><br />
</strong>Der letzte Drehtag in der traumhaften Alpenkulisse! Das Motiv nennt sich ganz harmlos &#8220;Wanderweg&#8221; und wurde nach langer Suche am Kitzbüheler Horn in großer Höhe gefunden. Der Weg sollte gefährlich aussehen (Carl und Otto im Zweikampf) – und er ist es auch. Die Bergwacht hat viel zu tun mit dem Absichern von Team und Schau­spielern. Und insbesondere für Justus und mich ist es gelinde gesagt &#8220;schwierig&#8221;, da wir beide leider überhaupt nicht schwindelfrei sind. Eins ist klar – ein falscher Tritt, und man findet sich 500 Meter tiefer wieder&#8230; Doch die Naturkulisse ist einmalig: Über uns der Gipfel, in der Ferne das gesamte Alpenpanorama und über den Tälern die ge­schlossene Wolkendecke wie ein riesiges Meer aus Watte. Nie­mand, der hier mit dabei ist, wird diesen Tag je vergessen. Und allen, die diese Szene jetzt im Film sehen, sei gesagt: dies ist alles echt!</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">33. Drehtag</span><strong><br />
</strong>Ab heute drehen wir fast bis zum Ende auf dem Gelände der Bavaria Filmstudios. Viel Arbeit für die Ausstattung, diverse gebaute Wohnun­gen und Arztpraxen, aber ein Drehen mit der Logistik eines Studioge­ländes. Großer Lichtblick: Der Caterer wird ausgetauscht. Nun gibt es endlich gutes Essen, liebevoll zubereitet und freundlich serviert! Der vorige Caterer war zumindest beim Wirtschaften gut. Er hatte den In­halt der halbleeren Wasserflaschen als Spülwasser genutzt: Herpes-Gefahr!</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">39. Drehtag</span><strong><br />
</strong>Carl zieht in den Krieg, und Hope kann ihn nicht halten. Technisch nicht besonders aufwändig, aber ein echtes Paradestück für unsere beiden Schauspieler. Wie sie da stehen in ihren beeindruckenden Altersmasken und sich ein letztes Mal in den Arm nehmen! Man spürt sofort den epischen Rahmen unserer Geschichte. Beide schaffen es durch ihr intensives Spiel, die Anwesenden und mich zu Tränen zu rühren. Ein stiller, großer Moment.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">49. Drehtag</span><strong><br />
</strong>Ein sehr langer Tag mit ausführlich geplanter Logistik, der uns in eine alte Arbeitersiedlung nach Augsburg führt. Da es die letzten Tage schon geschneit hatte, wurde bereits in mühsamer Arbeit der ganze Schnee an unserem Motiv &#8220;entfernt&#8221; – der Anschluss im Film hätte sonst nie gepasst – und so können Hope und ihre Mutter bei Sonnen­schein ihre Wäsche auf der Wiese aufhängen.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">50. Drehtag</span> <strong><br />
</strong>Letzter Drehtag, wieder zurück in München. Der Drehort liegt ganz in der Nähe von Hopes wirklichem Wohnort in München. Und so schließt sich also der Kreis. Wehmütige Stimmung am Set, natürlich auch ge­paart mit Erschöpfung und Erleichterung, es geschafft zu haben. Dies waren drei Monate intensivster Lebenszeit für alle Beteiligten, und es ist bereits Abend, als die letzte Klappe fällt. Viele Gedanken, Erinne­rungen gehen mir durch den Kopf, und einiges davon werde ich am nächsten Abend in meiner Abschlussrede erwähnen. Magische Mo­mente – mit all diesen Menschen, die sie erst möglich machen. Ich bin erschöpft, ich bin glücklich – und ich bin zutiefst dankbar.</p>
<p><em>Abdruck mit freundlicher Genehmigung des ZDF</em></p>
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		<title>Fotofrei &amp; Spaß dabei: Der ungedruckte &#8220;Coyote Ugly&#8221;-Artikel aus der TV Sünde</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Mar 2010 11:00:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wortvogel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film, TV & Presse]]></category>
		<category><![CDATA[In Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Neues]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich hatte es vor einigen Tagen angekündigt: Ein Artikel von mir, der aus Streitigkeiten über die Fotorechte nicht abgedruckt werden konnte, findet sein Gnadenbrot nun hier. Aus naheliegenden Gründen lasse ich lediglich die Bildunterschriften weg. Man berücksichtige bei der Lektüre bitte Medium und Zielgruppe. Coyote Ugly: Der heisseste Tresen des Universums! Gute Laune, gutes Bier, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich hatte es vor einigen Tagen <a href="http://wortvogel.de/2010/02/journalismus-2010-drecksarbeit/">angekündigt</a>: Ein Artikel von mir, der aus Streitigkeiten über die Fotorechte nicht abgedruckt werden konnte, findet sein Gnadenbrot nun hier. Aus naheliegenden Gründen lasse ich lediglich die Bildunterschriften weg. Man berücksichtige bei der Lektüre bitte Medium und Zielgruppe.</p>
<p><strong>Coyote Ugly: Der heisseste Tresen des Universums!</strong></p>
<p><em>Gute Laune, gutes Bier, und scharfe Ladys hinter der Bar: In mehr als einem Dutzend <a href="http://www.coyoteuglysaloon.com/">„Coyote Ugly“-Saloons</a> weltweit geht es rund</em></p>
<p>Es ist eine dieser Ideen, die man eigentlich nur haben kann, wenn man betrunken ist – oder verdammt clever: 1992 entschied sich <a href="http://www.coyoteuglysaloon.com/history.html">Liliana Lovell</a>, eine Karriere an der Wallstreet sausen zu lassen, um Bartenderin zu werden. Und sie machte schnell Furore, weil sie auf der Theke tanzte, und die meist männlichen Gäste singend und johlend dazu animierte, immer mehr Getränke zu ordern. Schon bald brachte sie anderen Girls bei, das Publikum sexy, aber anständig aufzuheizen, und im Januar 1993 eröffnete in Manhattan das erste „Coyote Ugly“: Ein Saloon, in dem man zum Bier auch richtig was für die Augen geboten bekommt.</p>
<p>Vier Jahre später schrieb ein Bar-Girl für das „GQ“-Magazin einen Artikel über seine Erlebnisse – daraus wurde am Ende der Film „Coyote Ugly“, der 100 Millionen Dollar einspielte, und den Begiff CU weltweit populär machte. Mittlerweile ist aus den „Ugly“-Bars eine ganze Kette geworden, die zwar nach strengen Regeln aufgebaut ist, in den einzelnen Saloons aber lässig entspannt rüberkommt. Ein Besuch im „Coyote Ugly“ von Las Vegas beweist es: Die Musik ist laut, das Bier kommt aus der Flasche, und Bri hinter der Bar hat mehr Tattoos als die meisten Trucker auf dem Highway. Vickie schwenkt den knackigen Hintern im kurzen Schottenröckchen, wenn sie sich zur Kasse umdreht, und irgendwann steckt sich Violet einen Plastikbecher in den üppigen Ausschnitt, und fordert zum „Booze Ball“ auf: Besucher können einen Dollar zerknüllen, und auf den Becher werfen. Wer trifft, bekommt einen Drink umsonst. Wenn der Dollar daneben geht, ist er Trinkgeld für Violet.</p>
<p>Plötzlich grölen ein paar Jungs, die einen feuchtfröhlichen Junggesellenabschied feiern: Einer von ihnen muss sich über den Tresen legen, und kriegt den Hintern von der resoluten Lorie mit dem Gürtel verdroschen. Immer wieder gibt es neue Spiele, neue Tänze, neue Aktionen. Ein paar bullige Security-Jungs achten dabei darauf, dass der Spass nicht ausufert, und niemand <a href="http://www.coyoteuglysaloon.com/uglypix/main.php?g2_itemId=10172">die Mädels</a> unerlaubt antatscht. Denn eins ist das „Coyote Ugly“ nicht: Ein getarnter Neppschuppen, in dem sich billige und willige <a href="http://images.google.de/images?q=%22coyote%20ugly%22%20girls&amp;oe=utf-8&amp;rls=org.mozilla:de:official&amp;client=firefox-a&amp;um=1&amp;ie=UTF-8&amp;sa=N&amp;hl=de&amp;tab=wi">Bardamen</a> abschleppen lassen. Jen, Bri, Tiffany und ihre Kolleginnen sind Profis, und verdienen Respekt, auch wenn sie immer wieder begeistert auf den Tresen springen, und die Meute mit heißen Tänzen anheizen.</p>
<p>Mittlerweile gibt es <a href="http://www.coyoteuglysaloon.com/map.html">ein Dutzend</a> „Coyote Ugly“-Saloons in den USA, einen in Moskau – und endlich auch <a href="http://www.coyote-ugly.de/">zwei bei uns</a>! In Koblenz und in Baumholder warten Girls wie Steffi, Sabrina, und die rassige Vanessa darauf, den Gästen zu beweisen, dass sie sich vor den US-Ladys nicht zu verstecken brauchen. Das lohnt auch die Fahrt in die Provinz – am besten mit guten Kumpeln&#8230;</p>
<p>Wer jetzt traurig ist, dass sich die Bardamen der CU-Kneipen nicht mit nach Hause nehmen lassen, der kann sich mit mit dem aktuellen <a href="http://www.coyoteuglysaloon.com/store/index.php?main_page=product_info&amp;cPath=2_7&amp;products_id=99&amp;zenid=a820aeaa943c5ef300d630319f96920e">Girl-Kalender</a> 2010 trösten, den es in den Bars immer noch zu kaufen gibt&#8230;</p>
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		<title>Nibelungen 3 &#8211; besser spät als nie!</title>
		<link>http://wortvogel.de/2010/02/nibelungen-3-besser-spat-als-nie/</link>
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		<pubDate>Thu, 25 Feb 2010 10:49:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wortvogel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücherregal]]></category>
		<category><![CDATA[In Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Neues]]></category>
		<category><![CDATA[Privates]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich hatte ja angekündigt, dass mein neuer Nibelungen-Roman im März erscheinen soll. Dem ist nicht so. Wir alle sind tragische Opfer eines Kommunikationsproblems geworden: Der März 2010 als Veröffentlichungstermin stand noch in meinem Vertrag aus der Zeit, als Heyne hoffte, ich würde das Brikett irgendwann im Frühjahr 2009 anliefern. Mehrfach bettelte ich um Aufschub, der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="nibneu" rel="lightbox" href="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/02/nibneu.jpg"><img class="attachment wp-att-9699 alignleft" style="float: left;" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/02/nibneu.thumbnail.jpg" alt="nibneu" width="200" height="311" /></a>Ich hatte ja angekündigt, dass mein neuer Nibelungen-Roman im März erscheinen soll.</p>
<p>Dem ist nicht so.</p>
<p>Wir alle sind tragische Opfer eines Kommunikationsproblems geworden: Der März 2010 als Veröffentlichungstermin stand noch in meinem Vertrag aus der Zeit, als Heyne hoffte, ich würde das Brikett irgendwann im Frühjahr 2009 anliefern. Mehrfach bettelte ich um Aufschub, der Verlag war so freundlich &#8211; nur das anvisierte Erscheinungsdatum wurde versehentlich nicht aktualisiert.</p>
<p>Also: &#8220;Das Erbe der Nibelungen&#8221; erscheint nach aktuellem Katalog im August, zu meiner Freude rechtzeitig zu Buchmesse und Weihnachtsgeschäft (machen wir uns nichts vor: März ist eher eine maue Zeit für solche Schinken).</p>
<p>Bin ich sauer, dass ich mich im Dezember so gequält habe, um den Roman rechtzeitig für eine März-Veröffentlichung fertig zu bekommen? I wo. Machen wir uns nichts vor: Hätte ich von dem August-Termin gewußt, wäre das Ding am 30. Juli noch nicht fertig gewesen. Ich brauche den Druck, und fertig ist fertig.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>&#8220;Dr. Hope&#8221; Special (1): Szenenbild</title>
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		<pubDate>Sun, 21 Feb 2010 10:45:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wortvogel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film, TV & Presse]]></category>
		<category><![CDATA[In Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Neues]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie angekündigt werde ich in den nächsten Wochen bis zur Ausstrahlung viel Material aus dem üppigen Presse-Special des ZDF posten &#8211; leider ist ja nicht zu erwarten, dass viele Magazine den Platz haben, um z.B. ein Interview mit der Szenenbildnerin abzudrucken, so spannend es auch sein mag. ((c) ZDF und Erika Hauri) &#8220;Wir haben extra [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --><strong>Wie angekündigt werde ich in den nächsten Wochen bis zur Ausstrahlung viel Material aus dem üppigen Presse-Special des ZDF posten &#8211; leider ist ja nicht zu erwarten, dass viele Magazine den Platz haben, um z.B. ein Interview mit der Szenenbildnerin abzudrucken, so spannend es auch sein mag.</strong></p>
<p><a title="45034-1-06" rel="lightbox" href="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/02/45034-1-06.jpg"><img class="attachment wp-att-9683 alignleft" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/02/45034-1-06.thumbnail.jpg" alt="45034-1-06" width="370" height="247" /></a></p>
<p>((c) ZDF und Erika Hauri)</p>
<p><span style="font-size: small;"><strong>&#8220;Wir haben extra ein Oldtimer-Auto gebaut&#8221;</strong></span></p>
<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } 		A:link { so-language: zxx } --><strong>Su Proebster</strong></p>
<p>(Ausstattung/Szenenbild)</p>
<p>Su Proebster ist in Bielefeld geboren und in Berlin aufgewachsen. Zehn Jahre lang betrieb sie Schwimmen als Leistungssport. Nach ihrer Gesellenprüfung als Tischlerin belegte sie Seminare in Bildhauerei und machte erste kleine Schritte in Richtung Szenenbild als Bühnen- und Kostümbildnerin bei kleinen Independent Art Festivals. Kontakt zum Film bekam Su Proebster zunächst als Stuntfrau. Ab 1985 war sie dann für Baubühne und Requisite bei der Musiksendung &#8220;Formel Eins&#8221; zuständig. Nach einer Szenenbildnerassistenz folgten erste eigene Arbeiten als Szenenbildnerin für Musikvideos. Nach ihrer letzten &#8220;For­mel Eins&#8221;-Sendung 1989 war Su Proebster als Requisiteurin, Requisi­tenbauerin und Art Director tätig, seit 1993 als Szenenbildnerin in di­versen Produktionen. Mit dem Drama &#8220;Roula&#8221; (1995) begann Su Proebsters langjährige Zusammenarbeit mit dem Regisseur Martin Enlen. Su Proebster war außerdem für die Designs von Red-Carpet-Shows und After-Show-Partys zum Beispiel für &#8220;Interview mit einem Vampir&#8221;, &#8220;Brave Heart&#8221;, &#8220;Drei Engel für Charly&#8221;, &#8220;Terminator&#8221;, &#8220;James Bond&#8221;, &#8220;Spiderman&#8221; und verschiedene andere verantwortlich. Außer­dem arbeitete sie im Art Department bei &#8220;Peter Jackson&#8217;s King Kong&#8221; (2005) und Roland Emmerichs &#8220;10.000 B.C.&#8221; (2008). Für den ZDF-Dreiteiler &#8220;Der Liebe entgegen&#8221; wurde Su Proebster in der Kategorie Bestes Szenenbild für den Deutschen Fernsehpreis nominiert.</p>
<p><strong>Interview mit Szenenbildnerin Su Proebster</strong></p>
<p><em>Dr. &#8220;Hope&#8221; ist nicht Ihr erster historischer Film. Sind solche Aus­stattungen ein besonderer Reiz oder eher ein Fluch?</em></p>
<p>Natürlich sind die Herausforderungen wesentlich größer als an einen Gegenwartsfilm – allerdings ist es für jeden Szenenbildner ein Traum, historische Stoffe verwirklichen zu dürfen. Die Möglichkeit, eine Zeit­reise antreten und bildlich umsetzen zu dürfen, ist, wie in eine Zeitma­schine zu springen. Und im Fall von &#8220;Dr. Hope&#8221; war die medizinische Ausstattung noch eine weitere große Herausforderung. Eine Requisi­teurin war nur damit beschäftigt, alle medizinischen Requisiten zu fin­den. Oft war der Zustand aber sehr schlecht, und sie mussten restau­riert, repariert oder sogar komplett neu hergestellt werden.</p>
<p><em>&#8230;und der Gynäkologenstuhl?</em></p>
<p>Ja, Hopes Gynäkologenstuhl war eine besondere Herausforderung, aber manchmal muss man auch ein wenig Glück haben. Nachdem wir lange bei Sammlern und in Museen recherchiert und nichts gefunden haben, stießen wir zufällig bei der Suche nach anderen Gegenständen auf einen alten kaputten Gynäkologenstuhl im Filmfundus in Stuttgart. Er wurde dann von meinen Werkstätten komplett restauriert, die nach­träglich angebrachten Dinge entfernt und so wieder in den alten Zu­stand versetzt. Mann muss ja bedenken, dass all das, was man heute aus jener Zeit findet, über 100 Jahre alt ist, damals aber brand­neu war.</p>
<p><em>Haben Sie an Originalschauplätzen drehen können?</em></p>
<p>Das Münchner Wohnhaus von Dr. Hope steht heute noch, doch die Gabelsbergerstraße ist eine extrem befahrene und belebte Gegend in München, und es war unmöglich, dort zu drehen. Man kann ein sol­ches Gebiet nicht für Wochen sperren lassen. Also musste ich einen Ort finden, der möglichst viel alte Substanz besitzt und für die Vorbe­reitung und den Dreh zu kontrollieren ist. Überhaupt war die Motivsu­che in diesem Fall besonders schwierig, da die Handlung in vielen Großstädten spielt: in London, Leipzig, Frankfurt und München. Aber die passenden Locations haben wir alle in München und Umge­bung gefunden.</p>
<p><em>Inwieweit konnten Sie bei Ihren Recherchen auf authentisches Material von der historischen &#8220;Hope&#8221; zurückgreifen?</em></p>
<p>Am Anfang meiner Recherche habe ich natürlich versucht, soviel wie möglich über die Ärztin zu erfahren und Material über ihre Arbeit zu finden. Wir recherchierten in Archiven der Münchner Ludwig-Maximili­ans-Universität, dem Medizin-Historischen Museum Ingolstadt, der Charité in Berlin, in vielen Büchern und im Internet. Um die vielen Sets zu bestücken, ist das Ausstattungsteam in ganz Deutschland und Österreich in Fundis, bei Sammlern und in Museen unterwegs gewe­sen, um Stoffe, Möbel, Lampen und Requisiten zusammenzutragen. Teilweise wurden Sachen aus England geschickt. Und Utensilien, die nicht gefunden werden konnten, wurden speziell für den Film angefer­tigt.</p>
<p><em>Was denn, zum Beispiel? </em></p>
<p>Hopes Oldtimer-Auto. Ich habe Fotos davon an das Technische Mu­seum München geschickt, um Marke und Herstellungsort festzustellen und dabei erfahren, dass es um 1906 noch nicht wirklich Autofabriken gab. Viele Fahrzeuge wurden damals in Hinterhöfen von ehemaligen Kutschenbauern angefertigt, so wie auch das von Dr. Hope. Um einen reibungslosen Ablauf des Drehs zu garantieren, haben wir sogar extra ein Oldtimer-Auto gebaut. Denn ein Auto, das so aussieht wie das von Dr. Hope war nirgends zu finden, und Museumsstücke sind zu wertvoll bzw. überhaupt nicht zu bekommen. Außerdem mussten die Darsteller sicher damit fahren können. Trotz der üblichen Probleme wie Zeit und Geld ist es gelungen, dieses Fahrzeug in 20 Tagen zu bauen. Alle an­deren Fahrzeuge wie Kutschen oder Background-Autos wurden von Sammlern und speziellen Filmfahrzeug-Verleihern angemietet und teilweise beschriftet oder so verändert, dass sie authentisch ausse­hen.</p>
<p><a title="45034-1-01" rel="lightbox" href="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/02/45034-1-01.jpg"><img class="attachment wp-att-9686 alignleft" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/02/45034-1-01.thumbnail.jpg" alt="45034-1-01" width="370" height="246" /></a></p>
<p>((c) ZDF und Erika Hauri)</p>
<p><em>Mussten Sie auch Straßen verändern? </em></p>
<p>Ja. Da es in einem historischen Film kein Set gibt, das man original benutzen kann, mussten alle Kulissen hergestellt bzw. bearbeitet wer­den. Das heißt, die Straßen mussten von Schildern, modernen Lam­pen, Ampeln und Markierungen befreit werden. Klingelschilder wurden entfernt, Verteilerkästen kaschiert, alte Straßenschilder angefertigt und moderne Fenster ausgetauscht oder bearbeitet. Außerdem muss­ten zeitgenössische Gardinen aufgehängt werden, und der Asphalt wurde mit Sand aufgeschüttet.</p>
<p><em>Wie authentisch sind denn die vielen Alltagsgegenstände?</em></p>
<p>Bei den Innenausstattungen – viele Sets wurden übrigens in den Ba­varia Filmstudios gebaut – ist eine enge Absprache mit den Kolle­gen von Kostüm und Kamera nötig, um Farbigkeit und Lichtstimmun­gen zu besprechen. Und um die historisch korrekten Tapeten und Stoffe zu finden, wurden Tapeten- und Stoffhersteller in ganz Europa kontak­tiert. Es gibt auch heute noch Firmen, die Repliken aus der da­maligen Zeit herstellen.</p>
<p><em>Wie war die Zusammenarbeit mit den Kollegen von der Ausstat­tung, ist sie enger als bei &#8220;aktuellen&#8221; Filmen?</em></p>
<p>Das Ausstattungsteam bei einem Film wie &#8220;Hope&#8221; besteht aus vielen Spezialisten, darunter Tischler, Maler mit speziellen Patina-Kenntnis­sen, Mechaniker, Dekorateure, Näherinnen und Requisiteure. Nur eine enge Zusammenarbeit aller künstlerischen Abteilungen kann die Ziel­setzung eines solchen Projektes erreichen.</p>
<p><em>Die Interviews führte Jutta Siekmann, Abdruck mit freundlicher Genehmigung des ZDF<br />
</em></p>
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		<title>&#8220;Dr. Hope&#8221;: Wortvogel unter Beschuss</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Feb 2010 21:57:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wortvogel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film, TV & Presse]]></category>
		<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[In Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Neues]]></category>
		<category><![CDATA[Privates]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt Dinge, die man über den Journalismus weiß, ganz besonders, wenn man jahrelang selber in dem Bereich gearbeitet hat. Dinge, die man nonchalant als „das ist halt so“ durchwinkt, wenn sie einen nicht selbst betreffen. Dass jeder von jedem abschreibt. Dass die spannende Story allemal wichtiger ist als die wahre Story. Dass Zeit für [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt Dinge, die man über den Journalismus weiß, ganz besonders, wenn man jahrelang selber in dem Bereich gearbeitet hat. Dinge, die man nonchalant als „das ist halt so“ durchwinkt, wenn sie einen nicht selbst betreffen. Dass jeder von jedem abschreibt. Dass die spannende Story allemal wichtiger ist als die wahre Story. Dass Zeit für Recherche ein Luxus ist, den sich kaum noch jemand leistet. Dass es Gefälligkeitsstorys gibt, sogenannte „hit pieces“, mit denen ein bewusster „spin“ unter die Leute gebracht werden soll.</p>
<p>Wie gesagt: Man winkt es durch – solange es einen nicht selbst betrifft.</p>
<p>Aber heute betrifft es mich selbst.</p>
<p>Es geht um eine Angelegenheit, zu der ich bisher geschwiegen habe, weil es ein Non-Thema ist, oder sein sollte. Es gibt keine Geschichte. Es gibt nichts aufzudecken. Das sind nicht die Droiden, die ihr sucht.</p>
<p>Es geht um &#8220;Dr. Hope&#8221; und die gerade epidemisch von der Presse weiter verbreitete Behauptung einer Historikerin, wir hätten uns an ihrem Werk auf justiziable Weise vergriffen.</p>
<p>Es wird eine Geschichte daraus gemacht. Und die passt oberflächlich prima in den Hegemann-Skandal, und zu der allgemeinen These, dass das geldgierige Fernsehen skrupellos die Geisteswissenschaften plündert, und sich an anderer Leute Arbeit bereichert.</p>
<p>Allein: Es stimmt nicht. Aber darum enthalten die derzeit erscheinenden Artikel auch so viel „soll“, „hat angeblich“, und „behauptet“. Das ganze Konstrukt würde implodieren, wenn sich nur ein Schreiberling mal die Mühe machen würde, die Fakten zu recherchieren, oder sich Grundlagenwissen zum Thema Plagiat und Copyright anzueignen. Kann man aber augenscheinlich nicht erwarten.</p>
<p>Ich erzähle jetzt einfach mal das, was ich erzählen kann, ohne mich in juristisch halsbrecherisches Fahrwasser zu begeben – in der Hoffnung, dass wenigstens ein Journalist, der die Story übernehmen will, auch mal die Hintergründe googelt. Vielleicht bin ich naiv.</p>
<p>Wie schon <a href="http://wortvogel.de/2008/09/hope-heist-hoffnung-1/">an anderer Stelle</a> berichtet (und nie bestritten), sind Katrin Tempel (damals Kaiser) und ich durch eine Ausstellung auf die Figur der Hope Adams-Lehmann gestoßen. Es gibt eine exzellente Biographie der Frau, diverse weitere Bücher (darunter eines über Prozesse, die gegen sie angestrengt wurden), und unzählige Original-Unterlagen in den deutschen Archiven, u.a. in der Monacensia. Hinzu kommt Hopes eigenes Frauenbuch, das wir aus Osteuropa antiquarisch beziehen konnten. Katrin reiste auch nach Nordrach, wo Hope mit ihrem ersten Mann vor mehr als 100 Jahren ein Sanatorium eröffnet hatte. Insgesamt vier Jahre lang haben wir recherchiert, und die Story in immer neuen Variationen für einen Zweiteiler zusammen geschraubt.</p>
<p>Daraus entstand die „wahre Geschichte“ von Hope Adams-Lehmann – natürlich als Fiktion erzählt (es hat ja niemand neben ihr gestanden und ihre Gespräche mit dem Tonband aufgezeichnet). Sie ist so wahr, wie „Der Untergang“ wahr ist zum Thema Hitler. Oder „Apollo 13“ wahr ist zum Thema Apollo 13. Der TV-Film weicht dabei deutlich mehr von der Realität ab als das u.a. auf meinem Drehbuch basierende Roman-Skript von Katrin. Das liegt daran, dass wir für den Zweiteiler erheblich mehr straffen mussten, Figuren zusammen gelegt wurden (Hope hat im Film nur ein Kind, in Wahrheit hatte sie zwei), und ganze Teile von Hopes Leben (politisches Engagement, zweisprachiger Kindergarten) keinen Platz fanden. Katrin konnte für den Roman Elemente aus früheren, längeren Drehbuchfassung wieder übernehmen, und Straffungen wieder ausbreiten.</p>
<p>Daran ist nichts auszusetzen. Das ist normal. Es ist Fiktion. Der Zweiteiler ist keine Dokumentation, der Roman kein Sachbuch.</p>
<p>Es schien uns von Anfang an sinnvoll, kompetente Beratung zu haben, um die historischen Hintergründe so detailgenau wie möglich darstellen zu können. Nicht notwendigerweise „wahr“ &#8211; wir müssen uns an das halten, was auch dramaturgisch funktioniert, und das hat bei einer Fiction-Produktion Vorrang vor der historischen Realität. Trotz aller Recherche bin ich kein Historiker, und erhebe auch nicht den Anspruch. Darum wurde der Historikerin, die die größte „Hope“-Biographie geschrieben hatte, von uns als Beraterin der Produktionsfirma vorgeschlagen. Wir hofften darauf, dass sie uns bei den Details zur Seite stehen könne, für ein Honorar, eine Erwähnung im Nachspann, eine Danksagung. Vielleicht waren wir da naiv.</p>
<p>Dummerweise war die Historikern nach ersten Gesprächen mit der Produktionsfirma (bei denen wir nicht zugegen waren) plötzlich der Meinung, sie habe quasi ein „Copyright“ auf das Leben von Hope Adam-Lehmann. Ihr Sachbuch (eine Quelle von fast unendlich vielen) erklärte sie wohl kurzerhand zur Vorlage meines Drehbuchs (grober Unfug, das), und wollte nicht nur eine beträchtliche Summe Geld, sondern auch noch „Creator“-Credits mit weitreichenden Befugnissen. Die Produktionsfirma sah das allerdings anders – nämlich im Einklang mit der aktuellen Rechtslage.</p>
<p>Kleiner, aber wichtiger, Schlenker: Historische Fakten und Personen sind nicht schützbar, enthalten als solche keine schützenswerte kreative Eigenleistung. Wenn ich morgen eine Biographie über Charles Darwin schreibe, gehören mir die darin präsentierten Daten und Fakten nicht, und ich kann für sie kein Copyright geltend machen, und andere Werke über Darwin für mich reklamieren. Es würde jede Geschichtsschreibung ad absurdum führen. Das ist nicht nur selbstverständlich, notwendig, und auch im<a href="http://www.buchmarkt.de/content/30616-die-rechte-kolumne.htm"> „Tannöd“-Prozess</a> vom Gericht gerade wieder bestätigt worden – es sollte auch Allgemeinwissen sein. Bei Historikern wie bei Journalisten.</p>
<p>Seit die Produktionsfirma ihre Forderungen zurückgewiesen hat, versucht die Historikerin nun, unserem Projekt ins Kreuz zu treten, in dem sie überall verbreitet, man habe sie um ihre Arbeit betrogen. Sie dreht dabei die Fakten recht geschickt so, dass sie als Opfer da steht – z.B. wird beklagt, dass ihr im Roman nicht einmal gedankt worden sei. Das ist richtig, aber nur die halbe Wahrheit: Die Danksagung wurde ihr mehrfach angeboten. Nur leider war sie nicht bereit, im Gegenzug von ihren Attacken gegen eben diesen Roman abzusehen. Sie wollte die Danksagung – und das Werk gleichzeitig beschädigen.</p>
<p>Bei dem TV-Zweiteiler ist ihre Argumentation ebenso schizophren, wie man im Münchner Merkur sehr schön erkennen kann: Einerseits behauptet sie, es sei quasi alles von ihr abgeschrieben (ohne zu erklären, wie ein Drehbuch mit seiner Narrative und seinen Dialogen von einem Sachbuch abgeschrieben sein kann), andererseits beschwert sie sich, vieles sei „extrem verfälschend“ dargestellt. Diese Behauptung wiederholt sie auch im Vorwort der aktuellen Ausgabe ihres Buches, das ebenfalls zur Schlammwerferei herhalten muss. Beides kann kaum sein, und es wirft die Frage auf: Was soll denn verfälscht worden sein? Die künstlerische Freiheit, Hopes Leben für die Verfilmung dramaturgisch anzupassen, wird wohl kaum in die Zuständigkeit der Historikerin gehören.</p>
<p>Ich sage es noch einmal, weil es genau der Punkt ist, den die Autoren der genannten Artikel nicht hören wollten, weil es ihnen ihre sexy Story kaputt gemacht hätte: Historische Fakten sind nicht schützbar, ein Sachbuch ist kein Roman, und „Dr. Hope“ ist weder die Adaption noch die Verfilmung eines Sachbuches (oder einer anderen Quelle).</p>
<p>Es ist kein „neuer Hegemann-Fall“, weil nicht plagiiert werden kann, was vor dem Gesetz nicht plagiierbar ist. Ich selber habe eine klare Meinung zu „Axolotl Roadkill“: abschreiben ohne Quellenangabe gilt nicht. Das ist unredlich und unfair. So Theorien wie „mashup“ oder „remix“ können mir den Buckel runter rutschen – in 20 Jahren und ebenso vielen Büchern hatte ich es nie nötig, mich bei den Formulierungen und Ideen anderer Autoren bedienen zu müssen. Wäre ja noch schöner. Und genau so haben wir uns auch nicht bei den <em>Ideen </em>und <em>Formulierungen </em>der Historikerin bedient. Das kann jeder nachlesen, der es möchte. Es tut nur keiner.</p>
<p>Und damit kommen wir zum eigentlichen Thema zurück, dem derzeitigen journalistischen System. Der Artikel in der SZ hat mir weh getan, weil ich das Blatt für eigentlich sehr seriös halte, und mich diese Form von Gefälligkeitsschreiberei schon überraschte. Der Autor sprach am Abend vor der Veröffentlichung mit mir, war aber nicht bereit, mit Katrin Tempel, der Produktionsfirma, oder dem Sender zu sprechen. Er ging auch auf meine Erklärungen gar nicht ein, sondern betonte immer wieder, er sei selbst Historiker, und könne die Empörung der Kollegin verstehen. Nun mag man (wenn man will) die Empörung verstehen, aber das sagt immer noch nichts über die Legitimität des Anspruchs. Im vorletzten Absatz des Artikels muss der Autor, nachdem er böse (und abfällig) gegen die Arbeit von Katrin und mir getrommelt hat, selber zugeben, dass der Vorwurf auf nicht einmal tönernen Füßen steht: „Grundsätzlich ist wohl wenig dagegen zu machen, wenn Zweitverwerter wichtige historische Stoffe verhackstücken“. Aha.</p>
<p>Ich hakte den Artikel als Enttäuschung ab, weil ich sowas von der ehrenwerten SZ nicht erwartet hatte. Das muss der „Journalist“ mit sich selber ausmachen. Es wurde nur immer deutlicher, dass es keinen wirklichen formulierten Vorwurf gab. Was GENAU hatten wir denn nun eigentlich Schändliches getan? Nachdem historische Fakten keine schützenswerten kreativen Eigenleistungen sind, kann es ja kaum ein Plagiat sein. Und die fehlende Anerkennung der Leistung der Historikern geht ja ursächlich auf ihre eigene konfrontative Strategie zurück – ich hätte mich gefreut, eng mit ihr zusammen zu arbeiten, und sie dafür auch entsprechend zu würdigen.</p>
<p>Ich komme mir langsam vor wie der Angeklagte in Kafkas „Der Prozess“, der keine Ahnung hat, was man ihm vorwirft, und der sich deshalb auch nicht verteidigen kann. Eine Anklage oder Anzeige gegen &#8220;Dr. Hope&#8221; liegt meines Wissens nach jedenfalls nicht vor.</p>
<p>Mitte der Woche rief dann eine Dame vom „Münchner Merkur“ an, die außer der Tatsache, dass sie wohl seitens der Historikern angespitzt worden war, keinerlei Hintergrundwissen mitbrachte. Den Roman hatte sie nicht gelesen, den Zweiteiler auch nicht gesehen. Als ich meinte, dass es doch besser wäre, wenn sie sich erstmal schlau mache, erklärte sie mir, der Zweiteiler sei ja noch nicht gelaufen – das ZDF verschickt allerdings seit Wochen an jeden Journalisten, der danach fragt, eine Screener-DVD. Die Tatsache, dass es sich bei „Dr. Hope“ um einen Roman und einen TV-Film handelt, und damit eine FIKTIVE Aufarbeitung einer historischen Figur, schien ihr nicht klar.</p>
<p>Interessant war auch die immer wiederholte Frage der Journalistin, was mich als „Science Fiction und Fantasy-Autor“ für „Dr. Hope“ qualifiziere – als ob ich das rechtfertigen müsse. Ich wies sie darauf hin, dass ich als Drehbuchautor wie ein Journalist arbeite – ich arbeite mich in ein Thema ein. So wie ein Journalist, der für einen Artikel über Gärtnerei kein ausgebildeter Landschaftsarchitekt sein muss. Die Reduzierung meiner Arbeit auf „Science Fiction und Fantasy“-Autor hatte die Journalistin übrigens „bei Wikipedia gelesen“ (schon der Blick in meine Bio auf meinem Blog wäre wohl zuviel der Recherche gewesen).</p>
<p>Die Frage, was eine Historikern denn qualifiziert hätte, ein fiktionales Drehbuch zu schreiben, blieb unbeantwortet. Oder die Frage, was genau der rechtlich relevante Vorwurf sein soll.</p>
<p>Bald fiel natürlich das Stichwort „Hegemann“. Ich erklärte ihr seufzend die Rechtslage – mit Hegemann ist das nicht vergleichbar, allenfalls mit „Tannöd“. Und bei „Tannöd“ hat der Autor des Sachbuches (natürlich) verloren. Weil historische Fakten &#8211; seufz &#8211; nicht schützbar sind. Als ich die Journalistin bat, statt der  hingenommenen Behauptung der Historikerin doch einfach mal einen Anwalt zu fragen, was denn die Tatsachen sind, legte sie einfach auf. Und mir schwante: Es wird nicht erzählt, was zu erzählen ist, sondern was sich als sexy „Täter/Opfer“-Geschichte verkaufen lässt.</p>
<p>Und so ist der Artikel auch erschienen – mit vielen relativierenden „soll“, „angeblich“, und „womöglich“. Tenor: Arme Historikerin von skrupellosen TV-Schreiberlingen über den Tisch gezogen. Und schon meldet „turi2“: „Das Drehbuch des TV-Zweiteilers &#8220;Dr. Hope &#8211; Eine Frau gibt nicht auf&#8221; mit Heike Makatsch in der Hauptrolle soll teilweise identisch sein mit einer Biographie, die von der bayerischen Historikerin Marita Krauss verfasst wurde.“</p>
<p>Es ist nicht wahr. Aber es liest sich gut. So schnell wird aus einer Ähnlichkeit dann auch „teilweise identisch abgeschrieben“. Was nicht stimmt, und für jeden überprüfbar ist, der sich die in jedem Buchladen erhältlichen Werke mal durchliest. Aber wer hat schon die Zeit? Journalisten bestimmt nicht.</p>
<p>So bleibt ein „Fall“, der keiner ist – und der massive Versuch, meine Reputation (und die meiner Koautorin) zu schädigen. Wir haben nicht abgeschrieben. Wir haben recherchiert. Wie das jeder gute Autor tut. Es wurden keine Ideen und Formulierungen aus irgendeiner Quelle übernommen. Wir haben zu jeder Zeit unsere Quellen offen gelegt, und „Dr. Hope“ ist eine 100prozentige kreative Eigenleistung. Wir dulden keinen Versuch, diese zu kapern. Rechtliche Schritte behalten wir uns nicht nur vor, wir gehen sie auch.</p>
<p>Aber das will wohl keiner hören.</p>
<p>Mir wurde nun klar, dass meine Strategie, offensichtlich tendenziellen Journalisten, die ihre Story schon fertig haben, meine Zitate nicht freizugeben, nach hinten losgeht. Damit ist die einzige laute Stimme da draußen die der Historikerin – und die bleibt unwidersprochen.</p>
<p>Ich habe viel über Journalismus gelernt in dieser Woche &#8211; und wenig, was ich wissen wollte.</p>
<p>Das hier ist meine Seite der Geschichte. Glaubt, was ihr für richtig haltet. Ich werde kämpfen.</p>
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		<title>&#8220;Dr. Hope&#8221; &#8211; Teaser</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Feb 2010 13:32:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wortvogel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film, TV & Presse]]></category>
		<category><![CDATA[In Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Neues]]></category>

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		<description><![CDATA[Bildcopyright: Erika Hauri/ZDF Ein Kommentator hat es ja schon erwähnt, und nun mache ich es offiziell: Am 19. März läuft auf arte mein Zweiteiler &#8220;Dr. Hope&#8221; komplett, am 22. und 24. März zieht dann das ZDF nach. Zur gleichen Zeit kommt die DVD. Treue Leser werden sich erinnern &#8211; an &#8220;Dr. Hope&#8221; habe ich satte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="attachment wp-att-9628 alignleft" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/02/hope11.jpg" alt="hope1" width="370" height="246" /></p>
<p>Bildcopyright: Erika Hauri/ZDF</p>
<p>Ein Kommentator hat es ja schon erwähnt, und nun mache ich es offiziell: Am 19. März läuft auf arte mein Zweiteiler &#8220;Dr. Hope&#8221; komplett, am 22. und 24. März zieht dann das ZDF nach. Zur gleichen Zeit kommt die DVD.</p>
<p>Treue Leser werden sich erinnern &#8211; an &#8220;Dr. Hope&#8221; habe ich satte sechs Jahre gearbeitet, und ich bin mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. Der Zweiteiler (unter der Regie von Martin Enlen) ist toll geworden.</p>
<p>Ich werde in den nächsten vier Wochen vor der Ausstrahlung viele Bilder, Produktionsberichte, Biographien, und Interviews veröffentlichen, die mir das ZDF freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Da sind ein paar sehr interessante Sachen dabei, und ich hoffe, ihr werde dafür genau so viel Begeisterung aufbringen wie für meine anderen Arbeiten.</p>
<p>Zum Start verweise ich jetzt aber erstmal auf das, was es hier zum Thema in den letzten Jahren bereits gegeben hat:</p>
<p><a href="http://wortvogel.de/2007/06/zeitreise/">Hopes Münchner Haus im Wandel der Zeit</a></p>
<p><a href="http://wortvogel.de/2008/05/ihr-solltet-das-zuerst-von-mir-erfahren/">&#8220;Hope&#8221; bekommt Filmförderung</a></p>
<p><a href="http://wortvogel.de/2008/09/hope-heist-hoffnung-1/">&#8220;Hope&#8221; heißt Hoffnung</a></p>
<p><a href="http://wortvogel.de/2008/10/hope-heist-hoffnung-2-set-besuch/">Set-Besuch bei &#8220;Dr. Hope&#8221;</a></p>
<p><a href="http://wortvogel.de/2009/05/ach-ja-autor-bin-ich-ja-auch-noch/">Der Roman zu &#8220;Dr. Hope&#8221;</a></p>
<p><a href="http://wortvogel.de/2009/07/dr-hope-wortvogel-im-und-furs-kino/">&#8220;Dr. Hope&#8221; &#8211; erste offizielle Bilder</a></p>
<p><a href="http://wortvogel.de/2009/07/dr-hope-premiere-gefuhle-gedanken/">&#8220;Dr. Hope&#8221; auf dem Münchner Filmfest</a></p>
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		<title>Wortvogels Kurzkrimi zum Jahreswechsel: Niemand tötet an Silvester</title>
		<link>http://wortvogel.de/2009/12/wortvogels-kurzkrimi-zum-jahreswechsel-niemand-totet-an-silvester/</link>
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		<pubDate>Thu, 31 Dec 2009 11:00:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wortvogel</dc:creator>
				<category><![CDATA[In Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Neues]]></category>

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		<description><![CDATA[Unter dem Pseudonym &#8220;Lars Henrikson&#8221; habe ich in der aktuellen Ausgabe der LandIdee einen zweiseitigen Kurzkrimi geschrieben. Folgende Vorgaben wurden gemacht: Es sollte ein &#8220;procedural&#8221; sein (die ersten beiden Ausgaben hatten schon Geschichten, in denen gepeinigte Frauen damit davon kommen, ihre Männer zu ermorden), um den Jahreswechsel spielen, und bei den Charakteren und den Locations [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Unter dem Pseudonym &#8220;Lars Henrikson&#8221; habe ich in der aktuellen Ausgabe der <a href="http://www.landidee.info/">LandIdee </a>einen zweiseitigen Kurzkrimi geschrieben. Folgende Vorgaben wurden gemacht: Es sollte ein &#8220;procedural&#8221; sein (die ersten beiden Ausgaben hatten schon Geschichten, in denen gepeinigte Frauen damit davon kommen, ihre Männer zu ermorden), um den Jahreswechsel spielen, und bei den Charakteren und den Locations halbwegs die Zielgruppe der LandIdee ansprechen. Keine Ironie, keine übermäßige Gewalt. Unterhaltsam, aber hausbacken also.</p>
<p>Es gibt wohl kaum einen besseren Tag als diesen, um den Krimi hier meinen Lesern zu präsentieren.</p>
<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --><span style="font-size: large;"><strong> Niemand tötet an Silvester </strong></span></p>
<p lang="de-DE"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Times Regular;"><span style="font-size: small;"><strong><img class="attachment wp-att-9314 alignleft" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2009/12/nacht.jpg" alt="nacht" width="370" height="278" />Kommissar Heinrich Peters will um diese Uhrzeit nicht mehr vor die Tür. Es ist zu kalt. Es ist zu spät. Und es ist Silvester …</strong></span></span></span></p>
<p><span id="more-9306"></span>Peters war kein Fan von Silvester. Nie gewesen. Die Knallerei ging ihm auf die Nerven, und die Kollegen von der Schutzpolizei waren immer bis in den frühen Morgen damit beschäftigt, Betrunkene aus dem Verkehr zu ziehen und alberne Schlägereien zu schlichten. Ein Gutes hatte der Jahreswechsel jedoch: Niemand tötet an Silvester. Das war seine ganz persönliche Statistik nach 30 Dienstjahren. Das Morddezernat konnte in dieser einen Nacht eine Auszeit nehmen, ein Schild raushängen: „Wegen Betriebsferien geschlossen“.</p>
<p>Und so saß Heinrich Peters bei geschlossenen Rolläden in seiner Junggesellen-Wohnung und versuchte sich an einem dieser neumodischen Sudoku-Rätsel, als der Anruf von der Zentrale kam: „Eine Leiche an der B967, kurz vor Schiffhausen. Beim alten Böhnkes-Hof. Sieht nach Mord aus.“</p>
<p>Missmutig zog sich Peters feste Schuhe sowie einen dicken Mantel an und stapfte durch den frisch gefallenen Schnee zu seinem Wagen. Es krachte zwischen den Häusern. Peters erschrak. Überall war der Schnee mit kleinen schwarzen Kratern übersät, eine Miniatur-Version eines Kriegsgebietes. Stöcke ausgebrannter Raketen lagen herum, durchweichte Pappe aufgeplatzter Knaller. Nur weil Kinder mit der Böllerei nicht warten wollten. Verdammte Kinder.</p>
<p>Es waren fast 30 Kilometer Fahrt. „Plattes Land“, wie man hier gerne sagte. Peters sah schon aus der Ferne die roten und blauen Lichter durch die trübe Nacht blinken. Hektische Betriebsamkeit von Menschen, die alle lieber woanders sein wollten.</p>
<p>Der Hof war das erste Haus von Schiffhausen, direkt hinter dem Ortsschild. Der alte Böhnkes lag in dem kleinen Graben, der eine natürliche Barriere zwischen seinem üppigen Grundstück und der Schnellstraße bildete. Die linke Seite seines Kopfes war kaum noch zu erkennen, und sein Brustkorb war seltsam nach innen gedellt. „Wenn der nicht sofort tot war, tut er mir nachträglich noch leid“, sagte Adam Höllerich zur Begrüßung. Er und Peters arbeiteten schon seit mehr als zehn Jahren in derselben Dienststelle. Der Kommissar sah sich die Leiche nur oberflächlich an: „Sieht aus, als hätte ihn ein Wagen erwischt“. Höllerich legte den Kopf schräg: „Wir haben keine Reifenspuren gefunden, aber das könnte am Wetter liegen. Was wollte der Mann hier an der Straße?“</p>
<p>Peters deutete auf den kleinen Pfosten mit dem Klingelbrett und der Sprechanlage, der neben der Einfahrt zum Hof stand: „Vielleicht hat jemand geläutet und ihn nach draußen gelockt“. Den Verletzungen nach hatte dieser jemand sein Opfer dann mindestens mit einer Brechstange bearbeitet, eher noch mit einem Vorschlaghammer. Peters bückte sich, seine Fingerkuppen glitten durch den Hauch von Schnee, der den Boden benetzte. Darunter fühlte er Schotter und schließlich Reste von feuchtem Papier. Papier?</p>
<p>Eine stämmige Frau kam nun auf die Polizisten zu, einen Daunenmantel über dem Kittel und ein Kopftuch über den Lockenwicklern: „Ist was mit dem alten Böhnkes?“. Ein Streifenpolizist schirmte sie ab, damit sie keinen allzu genauen Blick auf die Leiche werfen konnte. „Jetzt nicht mehr“, sagte Peters mürrisch und bat die Frau zum Gespräch. Neugierige Nachbarn waren oft ein Geschenk des Himmels: Ihnen musste man Informationen nicht aus dem Kreuz leiern, sie sprudelten über mit Geschichten, Gerüchten und Klatsch. Man musste nur lernen, die Spreu vom Weizen zu trennen, Dichtung von Wahrheit. Nach fünf Minuten wusste Peters, dass der alte Böhnkes allein gelebt hatte seit seine Frau an Krebs gestorben war. Das Paar war kinderlos gewesen, und der durchaus wohlhabende Böhnkes hatte die wenige freie Zeit neben der Bewirtschaftung seines Hofes hauptsächlich damit verbracht, den Dorfbewohnern das Leben zur Hölle zu machen. Mit Beschwerden, Eingaben und Anzeigen hatte der Bauer so ziemlich alle Nachbarn gegen sich aufgebracht. Außerdem wollte die Landesregierung die Straße verbreitern, Böhnkes hatte sich aber quergestellt – wodurch seinen entfernten Verwandten, von denen keiner etwas mit ihm zu tun haben wollte, viel Geld entging. An Tatverdächtigen mangelte es also nicht. Na prima.</p>
<p>Nach einer Stunde zogen die Männer von der Spurensicherung ab, den Tatort ließen sie mit gelbem Plastikband abgesperrt zurück. Die Nachbarin war auch wieder weg, und Höllerich blickte verstohlen auf die Uhr an seinem Handgelenk – er wollte Schlag zwölf bei seiner Frau und den Kindern sein, um zu feiern.</p>
<p>Peters stand einfach nur da. Ließ Schneeflocken auf seinen Kopf rieseln und das Wasser durch seine Schuhe ziehen. Er konnte in der Dunkelheit die Stallungen kaum sehen, die zum Hof gehörten. Weiter hinten quietschte ein offenes Gatter. Durch die offene Haustür war leise das Radio zu hören, dem der alte Böhnkes zugehört hatte, bis ihn irgendetwas – irgendjemand – in seiner Abendruhe gestört hatte. Auf einmal fühlte Peters fast so etwas wie eine Seelenverwandtschaft. Zwischen seinen Fingerspitzen zerbröselte er den Rest Papier. „Ein alter Sturkopf, den keiner leiden kann und von dessen Tod eine Menge Leute profitieren, wird erschlagen, und das Wetter verwischt alle relevanten Spuren“, resümierte Höllerich mit leicht ungeduldigem Unterton in der Stimme. „Die SpuSi hat Metallpartikel in den Wunden gefunden. Vermutlich von der Tatwaffe. Wenn die Obduktion durch ist, können wir sicher Konkreteres sagen. Dann machen wir uns gleich morgen auf die Suche nach Zeugen.“</p>
<p>Peters drehte sich langsam im Kreis. Auf der anderen Seite der Landstraße sah er Felder und dahinter ein ausgedehntes Waldgebiet: „Ruf noch ein paar Kollegen von der Streife zusammen. Ich möchte, dass ihr die Gegend absucht. Abseits der Straße, bis zum Dorf.“</p>
<p>„Du glaubst, der Mörder ist noch irgendwo hier?“ fragte Höllerich entgeistert, weil er gerade jede Chance auf eine zeitige Heimkehr schwinden sah. Peters schüttelte bedächtig den Kopf: „Der Täter. Nicht der Mörder.“</p>
<p>Höllerich verstand ihn nicht, und Peters erklärte es auch nicht. Sein Kollege tat ihm leid, aber nicht leid genug, um ihn bei der mühsamen Suche zu unterstützen. Er wollte nach Hause. Bei diesem Wetter konnte man sich ja den Tod holen. Sozusagen.</p>
<p>Wieder in seiner Wohnung, setzte sich Peters erst mal einen Tee auf. Die Tasse füllte er zu einem Drittel mit Rum. Das hatte er sich verdient. Der Alkohol tat gerade wärmend seine Wirkung, als das Telefon wieder klingelte. Es war Höllerich: „Wir haben ein Pferd gefunden, das knapp 500 Meter vom Hof entfernt nervös durch den Wald trabte. Die Nachbarin hat uns bestätigt, dass es Böhnkes gehörte. Vermutlich wurde es von einem Knall aufgeschreckt, hat den alten Mann getreten, gegen Kopf und Brust, und ist dann panisch weggelaufen“.</p>
<p>„Und die Metallpartikel in den Wunden …“</p>
<p>„Von den Hufeisen“, vollendete Höllerich.</p>
<p>„Kein Mord“, murmelte Peters, mehr für sich selbst. „Der alte Böhnkes wollte bloß seinen störrischen Gaul von der Wiese in den Stall bringen.“</p>
<p>„Woher wusstest du das?“, wollte der Kollege wissen.</p>
<p>Kommissar Peters antwortete nicht, er grunzte nur zufrieden und legte auf. Draußen hörte er die Böller. Er erschrak wieder. Bunte Lichter blitzten zwischen den Ritzen der Rollläden in sein Wohnzimmer. Mitternacht. Er mochte Silvester immer noch nicht. Aber wenigstens stimmte seine Statistik.</p>
<p>Niemand tötet an Silvester.</p>
<p>Frohes Neues Jahr.</p>
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