“Dr. Hope”: Waffenruhe

Gepostet am 12. März, 2010 um 14:24 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Gedanken, In Arbeit, Neues, Privates.

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((c) ZDF und Erika Hauri)

Die SZ hat es eben vermeldet:

“”Dr. Hope”: Lösung in Sicht

(…) Danach erhält Krauss 15 000 Euro “als Abgeltung der wissenschaftlich-publizistischen Leistung, die in Auffindung und Darstellung des verfilmten Stoffes liegt”; so seien alle etwaigen Rechte Krauss” an der Verwertung des Films und eines Begleitromans abgegolten, sie erhebe keinen Plagiatsvorwurf (…)  tyc”

Nochmal fürs Protokoll: “sie erhebe keinen Plagiatsvorwurf“.

Am Ende musste die Gegenseite einsehen, dass der Plagiatsvorwurf nicht halt- oder belegbar ist, und hat gar nicht erst Anzeige erstattet. Aus dem Skandal wurde plötzlich wieder eine Verhandlungssache, und was noch vor zwei Jahren unverschämt und inakzeptabel war, schien der Gegenseite plötzlich fair und angemessen. Schau an.

Damit ist die hässliche Angelegenheit ausgestanden, der Vorwurf hinfällig, und ich kann mich wieder mit Sachen beschäftigen, die tatsächlich relevant sind. Zum Beispiel dem Badmovies-Forumstreffen in Nürnberg an diesem Wochenende.

Es ist kein fauler Kompromiss, ganz im Gegenteil. Schon in unserem Autorenvertrag hatten wir die Bitte eintragen lassen, Frau Krauss als Beraterin zu würdigen. Ihr erinnert euch vielleicht:

Darum wurde der Historikerin, die die größte „Hope“-Biographie geschrieben hatte, von uns als Beraterin der Produktionsfirma vorgeschlagen. Wir hofften darauf, dass sie uns bei den Details zur Seite stehen könne, für ein Honorar, eine Erwähnung im Nachspann, eine Danksagung.

Es wurde ihr Geld für ihre Quellenarbeit und ein Credit angeboten.

Das lehnte sie unter allerlei Forderungen und Drohungen ab. Sie wollte mehr. Viel mehr.

Jetzt bekommt Geld für ihre Quellenarbeit und einen Credit.

Weniger Geld, als sie bekommen hätte, wenn sie vor zwei Jahren unterschrieben hätte. Sie bekommt auch keine Rechte an der Figur Hope. Den Vorwurf des Plagiats muss sie zurückziehen. Den Zweiteiler in ihrem Sinne zu beraten und zu beeinflussen, die Chance hat sie ebenfalls vertan. Sie wurde beim Filmfest nicht auf die Bühne geladen, bei den Pressekonferenzen nicht als Fachfrau präsentiert. Das muss schal schmecken, und weh tun.

Sie hätte es einfacher haben können – ohne Drohungen, ohne Verleumdungen, ohne Schmierkampagne in der Presse. Das Ergebnis wäre dasselbe gewesen. Sogar besser noch: Hofmann & Voges hätte ihr sicher mehr geboten, hätte man nicht in den letzten Wochen beträchtliche Honorare an Anwälte zahlen müssen, die gegen die Vorwürfe vorgehen.

Auch der Sache ist nicht gedient: Da Frau Krauss explizit keine Rechte an dem Stoff zugesprochen bekommt, ist kein Präzedenzfall für andere Sachbuchautoren und Biographen geschaffen worden. Ihre kreative Eigenleistung wurde weder anerkannt, noch vergütet.

Viel Lärm um nichts also? Na ja, ich fühle mich wohler damit, dass die primäre Quelle unserer Recherchen entsprechend gewürdigt wird. Ich habe ihr das ja nie missgönnt. Noch vor drei Wochen habe ich in einem Interview mit dem Münchner Merkur betont:

Meine Mit-Autorin Katrin Tempel hat Frau Krauss kontaktiert, weil wir so begeistert waren von dem Stoff und der Arbeit, die sie geleistet hat, dass wir unbedingt mit ihr zusammenarbeiten wollten.

Die Pressekampagne werde ich Frau Krauss allerdings nicht verzeihen. Das war niederträchtig und verlogen. Letztlich ineffektiv, aber trotzdem niederträchtig.

Ich bin auch froh, dass der Plagiats-Vorwurf aus der Welt ist. Wer mich kennt weiß, dass ich sowas nicht nötig habe. Oder zumindest nicht dumm genug wäre zu glauben, ich käme damit durch.

sie erhebe keinen Plagiatsvorwurf

Ich bin sauber. Und jetzt habe ich es auch schriftlich.

Besonders dankbar bin ich den Lesern meines Blogs, die daran nicht gezweifelt haben.

“Dr. Hope” Special (2): Regie-Tagebuch

Gepostet am 5. März, 2010 um 09:48 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, In Arbeit, Neues.

“Die Zeitreise gelingt”

Drehtagebuch von Regisseur Martin Enlen

Am 6. Dezember 2008 wurde nicht nur in ganz Deutschland Nikolaus gefeiert, sondern auch im Münchner Wirtshaus am Schlachthof das Abschlussfest vom Dreh “Dr. Hope”. Weit über hundert Mitwirkende (Team und Schauspieler) waren mit dabei, um das Ende der 50 Dreh­tage zu feiern. Ein emotionaler, bewegender Abschied, da für die allermeisten die Zeit und Arbeit mit “Dr. Hope” hier wirklich endete (für mich sollte sie noch bis Ende Juni 2009 weitergehen). In meiner tradi­tionellen Abschlussrede kam ich auf einige ganz persönliche “magi­sche Momente” während des Drehzeitraums zu sprechen. Sicherlich hat jeder Mitarbeiter so seine eigenen Erinnerungen, manche über­schneiden sich auch bestimmt – aber dies sind meine:

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((c) ZDF und Erika Hauri)

1. Drehtag
Wir beginnen im Park von Schloss Nymphenburg (den wir für Leipzig verkaufen) an einem großen See. Ursprünglich sollte die Szene mit Hope in einem Ruderboot stattfinden, aber da der See und die darin lebenden Tiere unter Naturschutz stehen, gibt es keine Boote – statt­dessen viele Komparsen, die flanierend über Wege und Wiesen lau­fen. Und es ist ein wahrhaft großer Moment, als unsere Darsteller in ihren Originalkostümen an diesem besonderen Ort auftauchen. Es liegt noch ein leichter Morgennebel über dem See, die Sonne bricht zaghaft durch die Bäume, als nach meinem ersten “Bitte” diese einge­frorene, historische Postkarte das erste Mal zum Leben erwacht. Mein großer Respekt gilt auch Tim, meinem zweiten Regieassistenten, der es tatsächlich schafft, im Kostüm auf einem riesigen Hochrad durch das Bild zu fahren – ohne umzukippen! Und Heike (Makatsch), soviel ist nach wenigen Augenblicken klar, wird Dr. Hope mit soviel Leben füllen, dass ich mir um eine historische Starre keine Gedanken ma­chen muss.

3. Drehtag
Hope und Otto heiraten standesamtlich. Das ging schnell, erst der dritte Drehtag, aber schön zu sehen, wie gut die Chemie zwischen Heike und Justus (von Dohnányi) stimmt. Nach seinen anfänglichen Beden­ken hat er offensichtlich nun auch Freude, sich selber mal 20 Jahre jünger zu sehen…

5. Drehtag
Der erste Auftritt von Carl (Martin Feifel) – und dann gleich eine ab­solut mitreißende Rede vor über hundert “Arbeitern und Sozialisten” in einem engen, dampfigen Wirtshaussaal. Und Martin (Feifel) reißt uns alle mit. Nach einer Woche kann man sagen: Die Zeitreise gelingt!

11. Drehtag
Wir drehen in der Münchner Ruhmeshalle, direkt an der Bavaria. Das Oktoberfest ist gerade erst am Wochenende zu Ende gegangen, die Abbauarbeiten sind in vollem Gange. Wir versuchen, einen Blickwinkel zu finden, die unsere historische Illusion nicht stören, während der Tonmann einen hoffnungslosen Kampf führt: gegen den Lärm der Ab­rissarbeiten auf der “Wiesn”.

12. Drehtag
Der Münchner Hofgarten ist unser Motiv. Großartig, wie viel man hier fast im 360 Grad Winkel zeigen kann (inkl. Frauenkirche), ohne später eine digitale Retouche vornehmen zu müssen – alles echt! Aber natür­lich hat man an einem so zentralen Platz auch viele Zuschauer – lei­der nicht historisch gekleidet. Das weitläufige Absperren ist ein wahr­haft kompliziertes, logistisches Unterfangen mit vielen Zusatz­helfern. Aber es gelingt.

16. Drehtag
Wir sind an den sogenannten Osterseen (südlich von Starnberg), und der Wettergott meint es (wieder mal!) sehr gut mit uns: klare Sicht auf das fantastische bayerische Alpenpanorama! Heut hat “Baby” seine Premiere – das ist Hopes Oldtimer, der für diesen Film speziell ange­fertigt wurde, da es ja nicht nur historisch korrekt aussehen, sondern auch über Stock und Stein (und Wiese …) fahren soll. Ein großer Mo­ment für uns alle, als der Wagen angetuckert kommt – und Heike lernt wirklich schnell, ihn zu beherrschen. Und auf dem Kühler (dem Fabri­katennamen) haben wir unsere Produzentin (Claudia) “Rittig” ver­ewigt. Eine Überraschung, sie sieht es an diesem Tag das erste Mal und ist sichtlich gerührt. Wie schön – sie hat es mehr als verdient!

20. Drehtag
Ein sehr langer Tag bzw. eine sehr lange Nacht, da wir die Ankunft von Ottos Kutsche zum Jahrhundertwechsel drehen und dafür auch künstlichen Schnee erzeugen. Und zwar einen besonderen Schnee. Ich möchte einen, der durch die Luft schwebt, nur ganz langsam zu Boden fällt. Das ist in Wirklichkeit eine Art Asche, die sanft durch den Wind gleitet. Der Haken: Die “Fackeln”, wie die speziellen Schnee-kanonen genannt werden, können nur bis zu zwei Minuten am Stück laufen. Schon deshalb erweist sich dieses Nachtbild als sehr mühsam, es ist sehr kalt und nass, und alle sind am Frieren.

(mehr…)

Fotofrei & Spaß dabei: Der ungedruckte “Coyote Ugly”-Artikel aus der TV Sünde

Gepostet am 2. März, 2010 um 12:00 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, In Arbeit, Neues.

Ich hatte es vor einigen Tagen angekündigt: Ein Artikel von mir, der aus Streitigkeiten über die Fotorechte nicht abgedruckt werden konnte, findet sein Gnadenbrot nun hier. Aus naheliegenden Gründen lasse ich lediglich die Bildunterschriften weg. Man berücksichtige bei der Lektüre bitte Medium und Zielgruppe.

Coyote Ugly: Der heisseste Tresen des Universums!

Gute Laune, gutes Bier, und scharfe Ladys hinter der Bar: In mehr als einem Dutzend „Coyote Ugly“-Saloons weltweit geht es rund

Es ist eine dieser Ideen, die man eigentlich nur haben kann, wenn man betrunken ist – oder verdammt clever: 1992 entschied sich Liliana Lovell, eine Karriere an der Wallstreet sausen zu lassen, um Bartenderin zu werden. Und sie machte schnell Furore, weil sie auf der Theke tanzte, und die meist männlichen Gäste singend und johlend dazu animierte, immer mehr Getränke zu ordern. Schon bald brachte sie anderen Girls bei, das Publikum sexy, aber anständig aufzuheizen, und im Januar 1993 eröffnete in Manhattan das erste „Coyote Ugly“: Ein Saloon, in dem man zum Bier auch richtig was für die Augen geboten bekommt.

Vier Jahre später schrieb ein Bar-Girl für das „GQ“-Magazin einen Artikel über seine Erlebnisse – daraus wurde am Ende der Film „Coyote Ugly“, der 100 Millionen Dollar einspielte, und den Begiff CU weltweit populär machte. Mittlerweile ist aus den „Ugly“-Bars eine ganze Kette geworden, die zwar nach strengen Regeln aufgebaut ist, in den einzelnen Saloons aber lässig entspannt rüberkommt. Ein Besuch im „Coyote Ugly“ von Las Vegas beweist es: Die Musik ist laut, das Bier kommt aus der Flasche, und Bri hinter der Bar hat mehr Tattoos als die meisten Trucker auf dem Highway. Vickie schwenkt den knackigen Hintern im kurzen Schottenröckchen, wenn sie sich zur Kasse umdreht, und irgendwann steckt sich Violet einen Plastikbecher in den üppigen Ausschnitt, und fordert zum „Booze Ball“ auf: Besucher können einen Dollar zerknüllen, und auf den Becher werfen. Wer trifft, bekommt einen Drink umsonst. Wenn der Dollar daneben geht, ist er Trinkgeld für Violet.

Plötzlich grölen ein paar Jungs, die einen feuchtfröhlichen Junggesellenabschied feiern: Einer von ihnen muss sich über den Tresen legen, und kriegt den Hintern von der resoluten Lorie mit dem Gürtel verdroschen. Immer wieder gibt es neue Spiele, neue Tänze, neue Aktionen. Ein paar bullige Security-Jungs achten dabei darauf, dass der Spass nicht ausufert, und niemand die Mädels unerlaubt antatscht. Denn eins ist das „Coyote Ugly“ nicht: Ein getarnter Neppschuppen, in dem sich billige und willige Bardamen abschleppen lassen. Jen, Bri, Tiffany und ihre Kolleginnen sind Profis, und verdienen Respekt, auch wenn sie immer wieder begeistert auf den Tresen springen, und die Meute mit heißen Tänzen anheizen.

Mittlerweile gibt es ein Dutzend „Coyote Ugly“-Saloons in den USA, einen in Moskau – und endlich auch zwei bei uns! In Koblenz und in Baumholder warten Girls wie Steffi, Sabrina, und die rassige Vanessa darauf, den Gästen zu beweisen, dass sie sich vor den US-Ladys nicht zu verstecken brauchen. Das lohnt auch die Fahrt in die Provinz – am besten mit guten Kumpeln…

Wer jetzt traurig ist, dass sich die Bardamen der CU-Kneipen nicht mit nach Hause nehmen lassen, der kann sich mit mit dem aktuellen Girl-Kalender 2010 trösten, den es in den Bars immer noch zu kaufen gibt…

Nibelungen 3 – besser spät als nie!

Gepostet am 25. Februar, 2010 um 11:49 Uhr
Kategorien: Bücherregal, In Arbeit, Neues, Privates.

nibneuIch hatte ja angekündigt, dass mein neuer Nibelungen-Roman im März erscheinen soll.

Dem ist nicht so.

Wir alle sind tragische Opfer eines Kommunikationsproblems geworden: Der März 2010 als Veröffentlichungstermin stand noch in meinem Vertrag aus der Zeit, als Heyne hoffte, ich würde das Brikett irgendwann im Frühjahr 2009 anliefern. Mehrfach bettelte ich um Aufschub, der Verlag war so freundlich – nur das anvisierte Erscheinungsdatum wurde versehentlich nicht aktualisiert.

Also: “Das Erbe der Nibelungen” erscheint nach aktuellem Katalog im August, zu meiner Freude rechtzeitig zu Buchmesse und Weihnachtsgeschäft (machen wir uns nichts vor: März ist eher eine maue Zeit für solche Schinken).

Bin ich sauer, dass ich mich im Dezember so gequält habe, um den Roman rechtzeitig für eine März-Veröffentlichung fertig zu bekommen? I wo. Machen wir uns nichts vor: Hätte ich von dem August-Termin gewußt, wäre das Ding am 30. Juli noch nicht fertig gewesen. Ich brauche den Druck, und fertig ist fertig.

“Dr. Hope” Special (1): Szenenbild

Gepostet am 21. Februar, 2010 um 11:45 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, In Arbeit, Neues.

Wie angekündigt werde ich in den nächsten Wochen bis zur Ausstrahlung viel Material aus dem üppigen Presse-Special des ZDF posten – leider ist ja nicht zu erwarten, dass viele Magazine den Platz haben, um z.B. ein Interview mit der Szenenbildnerin abzudrucken, so spannend es auch sein mag.

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((c) ZDF und Erika Hauri)

“Wir haben extra ein Oldtimer-Auto gebaut”

Su Proebster

(Ausstattung/Szenenbild)

Su Proebster ist in Bielefeld geboren und in Berlin aufgewachsen. Zehn Jahre lang betrieb sie Schwimmen als Leistungssport. Nach ihrer Gesellenprüfung als Tischlerin belegte sie Seminare in Bildhauerei und machte erste kleine Schritte in Richtung Szenenbild als Bühnen- und Kostümbildnerin bei kleinen Independent Art Festivals. Kontakt zum Film bekam Su Proebster zunächst als Stuntfrau. Ab 1985 war sie dann für Baubühne und Requisite bei der Musiksendung “Formel Eins” zuständig. Nach einer Szenenbildnerassistenz folgten erste eigene Arbeiten als Szenenbildnerin für Musikvideos. Nach ihrer letzten “For­mel Eins”-Sendung 1989 war Su Proebster als Requisiteurin, Requisi­tenbauerin und Art Director tätig, seit 1993 als Szenenbildnerin in di­versen Produktionen. Mit dem Drama “Roula” (1995) begann Su Proebsters langjährige Zusammenarbeit mit dem Regisseur Martin Enlen. Su Proebster war außerdem für die Designs von Red-Carpet-Shows und After-Show-Partys zum Beispiel für “Interview mit einem Vampir”, “Brave Heart”, “Drei Engel für Charly”, “Terminator”, “James Bond”, “Spiderman” und verschiedene andere verantwortlich. Außer­dem arbeitete sie im Art Department bei “Peter Jackson’s King Kong” (2005) und Roland Emmerichs “10.000 B.C.” (2008). Für den ZDF-Dreiteiler “Der Liebe entgegen” wurde Su Proebster in der Kategorie Bestes Szenenbild für den Deutschen Fernsehpreis nominiert.

Interview mit Szenenbildnerin Su Proebster

Dr. “Hope” ist nicht Ihr erster historischer Film. Sind solche Aus­stattungen ein besonderer Reiz oder eher ein Fluch?

Natürlich sind die Herausforderungen wesentlich größer als an einen Gegenwartsfilm – allerdings ist es für jeden Szenenbildner ein Traum, historische Stoffe verwirklichen zu dürfen. Die Möglichkeit, eine Zeit­reise antreten und bildlich umsetzen zu dürfen, ist, wie in eine Zeitma­schine zu springen. Und im Fall von “Dr. Hope” war die medizinische Ausstattung noch eine weitere große Herausforderung. Eine Requisi­teurin war nur damit beschäftigt, alle medizinischen Requisiten zu fin­den. Oft war der Zustand aber sehr schlecht, und sie mussten restau­riert, repariert oder sogar komplett neu hergestellt werden.

…und der Gynäkologenstuhl?

Ja, Hopes Gynäkologenstuhl war eine besondere Herausforderung, aber manchmal muss man auch ein wenig Glück haben. Nachdem wir lange bei Sammlern und in Museen recherchiert und nichts gefunden haben, stießen wir zufällig bei der Suche nach anderen Gegenständen auf einen alten kaputten Gynäkologenstuhl im Filmfundus in Stuttgart. Er wurde dann von meinen Werkstätten komplett restauriert, die nach­träglich angebrachten Dinge entfernt und so wieder in den alten Zu­stand versetzt. Mann muss ja bedenken, dass all das, was man heute aus jener Zeit findet, über 100 Jahre alt ist, damals aber brand­neu war.

Haben Sie an Originalschauplätzen drehen können?

Das Münchner Wohnhaus von Dr. Hope steht heute noch, doch die Gabelsbergerstraße ist eine extrem befahrene und belebte Gegend in München, und es war unmöglich, dort zu drehen. Man kann ein sol­ches Gebiet nicht für Wochen sperren lassen. Also musste ich einen Ort finden, der möglichst viel alte Substanz besitzt und für die Vorbe­reitung und den Dreh zu kontrollieren ist. Überhaupt war die Motivsu­che in diesem Fall besonders schwierig, da die Handlung in vielen Großstädten spielt: in London, Leipzig, Frankfurt und München. Aber die passenden Locations haben wir alle in München und Umge­bung gefunden.

Inwieweit konnten Sie bei Ihren Recherchen auf authentisches Material von der historischen “Hope” zurückgreifen?

Am Anfang meiner Recherche habe ich natürlich versucht, soviel wie möglich über die Ärztin zu erfahren und Material über ihre Arbeit zu finden. Wir recherchierten in Archiven der Münchner Ludwig-Maximili­ans-Universität, dem Medizin-Historischen Museum Ingolstadt, der Charité in Berlin, in vielen Büchern und im Internet. Um die vielen Sets zu bestücken, ist das Ausstattungsteam in ganz Deutschland und Österreich in Fundis, bei Sammlern und in Museen unterwegs gewe­sen, um Stoffe, Möbel, Lampen und Requisiten zusammenzutragen. Teilweise wurden Sachen aus England geschickt. Und Utensilien, die nicht gefunden werden konnten, wurden speziell für den Film angefer­tigt.

Was denn, zum Beispiel?

Hopes Oldtimer-Auto. Ich habe Fotos davon an das Technische Mu­seum München geschickt, um Marke und Herstellungsort festzustellen und dabei erfahren, dass es um 1906 noch nicht wirklich Autofabriken gab. Viele Fahrzeuge wurden damals in Hinterhöfen von ehemaligen Kutschenbauern angefertigt, so wie auch das von Dr. Hope. Um einen reibungslosen Ablauf des Drehs zu garantieren, haben wir sogar extra ein Oldtimer-Auto gebaut. Denn ein Auto, das so aussieht wie das von Dr. Hope war nirgends zu finden, und Museumsstücke sind zu wertvoll bzw. überhaupt nicht zu bekommen. Außerdem mussten die Darsteller sicher damit fahren können. Trotz der üblichen Probleme wie Zeit und Geld ist es gelungen, dieses Fahrzeug in 20 Tagen zu bauen. Alle an­deren Fahrzeuge wie Kutschen oder Background-Autos wurden von Sammlern und speziellen Filmfahrzeug-Verleihern angemietet und teilweise beschriftet oder so verändert, dass sie authentisch ausse­hen.

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((c) ZDF und Erika Hauri)

Mussten Sie auch Straßen verändern?

Ja. Da es in einem historischen Film kein Set gibt, das man original benutzen kann, mussten alle Kulissen hergestellt bzw. bearbeitet wer­den. Das heißt, die Straßen mussten von Schildern, modernen Lam­pen, Ampeln und Markierungen befreit werden. Klingelschilder wurden entfernt, Verteilerkästen kaschiert, alte Straßenschilder angefertigt und moderne Fenster ausgetauscht oder bearbeitet. Außerdem muss­ten zeitgenössische Gardinen aufgehängt werden, und der Asphalt wurde mit Sand aufgeschüttet.

Wie authentisch sind denn die vielen Alltagsgegenstände?

Bei den Innenausstattungen – viele Sets wurden übrigens in den Ba­varia Filmstudios gebaut – ist eine enge Absprache mit den Kolle­gen von Kostüm und Kamera nötig, um Farbigkeit und Lichtstimmun­gen zu besprechen. Und um die historisch korrekten Tapeten und Stoffe zu finden, wurden Tapeten- und Stoffhersteller in ganz Europa kontak­tiert. Es gibt auch heute noch Firmen, die Repliken aus der da­maligen Zeit herstellen.

Wie war die Zusammenarbeit mit den Kollegen von der Ausstat­tung, ist sie enger als bei “aktuellen” Filmen?

Das Ausstattungsteam bei einem Film wie “Hope” besteht aus vielen Spezialisten, darunter Tischler, Maler mit speziellen Patina-Kenntnis­sen, Mechaniker, Dekorateure, Näherinnen und Requisiteure. Nur eine enge Zusammenarbeit aller künstlerischen Abteilungen kann die Ziel­setzung eines solchen Projektes erreichen.

Die Interviews führte Jutta Siekmann, Abdruck mit freundlicher Genehmigung des ZDF

“Dr. Hope”: Wortvogel unter Beschuss

Gepostet am 19. Februar, 2010 um 22:57 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Gedanken, In Arbeit, Neues, Privates.

Es gibt Dinge, die man über den Journalismus weiß, ganz besonders, wenn man jahrelang selber in dem Bereich gearbeitet hat. Dinge, die man nonchalant als „das ist halt so“ durchwinkt, wenn sie einen nicht selbst betreffen. Dass jeder von jedem abschreibt. Dass die spannende Story allemal wichtiger ist als die wahre Story. Dass Zeit für Recherche ein Luxus ist, den sich kaum noch jemand leistet. Dass es Gefälligkeitsstorys gibt, sogenannte „hit pieces“, mit denen ein bewusster „spin“ unter die Leute gebracht werden soll.

Wie gesagt: Man winkt es durch – solange es einen nicht selbst betrifft.

Aber heute betrifft es mich selbst.

Es geht um eine Angelegenheit, zu der ich bisher geschwiegen habe, weil es ein Non-Thema ist, oder sein sollte. Es gibt keine Geschichte. Es gibt nichts aufzudecken. Das sind nicht die Droiden, die ihr sucht.

Es geht um “Dr. Hope” und die gerade epidemisch von der Presse weiter verbreitete Behauptung einer Historikerin, wir hätten uns an ihrem Werk auf justiziable Weise vergriffen.

Es wird eine Geschichte daraus gemacht. Und die passt oberflächlich prima in den Hegemann-Skandal, und zu der allgemeinen These, dass das geldgierige Fernsehen skrupellos die Geisteswissenschaften plündert, und sich an anderer Leute Arbeit bereichert.

Allein: Es stimmt nicht. Aber darum enthalten die derzeit erscheinenden Artikel auch so viel „soll“, „hat angeblich“, und „behauptet“. Das ganze Konstrukt würde implodieren, wenn sich nur ein Schreiberling mal die Mühe machen würde, die Fakten zu recherchieren, oder sich Grundlagenwissen zum Thema Plagiat und Copyright anzueignen. Kann man aber augenscheinlich nicht erwarten.

Ich erzähle jetzt einfach mal das, was ich erzählen kann, ohne mich in juristisch halsbrecherisches Fahrwasser zu begeben – in der Hoffnung, dass wenigstens ein Journalist, der die Story übernehmen will, auch mal die Hintergründe googelt. Vielleicht bin ich naiv.

Wie schon an anderer Stelle berichtet (und nie bestritten), sind Katrin Tempel (damals Kaiser) und ich durch eine Ausstellung auf die Figur der Hope Adams-Lehmann gestoßen. Es gibt eine exzellente Biographie der Frau, diverse weitere Bücher (darunter eines über Prozesse, die gegen sie angestrengt wurden), und unzählige Original-Unterlagen in den deutschen Archiven, u.a. in der Monacensia. Hinzu kommt Hopes eigenes Frauenbuch, das wir aus Osteuropa antiquarisch beziehen konnten. Katrin reiste auch nach Nordrach, wo Hope mit ihrem ersten Mann vor mehr als 100 Jahren ein Sanatorium eröffnet hatte. Insgesamt vier Jahre lang haben wir recherchiert, und die Story in immer neuen Variationen für einen Zweiteiler zusammen geschraubt.

Daraus entstand die „wahre Geschichte“ von Hope Adams-Lehmann – natürlich als Fiktion erzählt (es hat ja niemand neben ihr gestanden und ihre Gespräche mit dem Tonband aufgezeichnet). Sie ist so wahr, wie „Der Untergang“ wahr ist zum Thema Hitler. Oder „Apollo 13“ wahr ist zum Thema Apollo 13. Der TV-Film weicht dabei deutlich mehr von der Realität ab als das u.a. auf meinem Drehbuch basierende Roman-Skript von Katrin. Das liegt daran, dass wir für den Zweiteiler erheblich mehr straffen mussten, Figuren zusammen gelegt wurden (Hope hat im Film nur ein Kind, in Wahrheit hatte sie zwei), und ganze Teile von Hopes Leben (politisches Engagement, zweisprachiger Kindergarten) keinen Platz fanden. Katrin konnte für den Roman Elemente aus früheren, längeren Drehbuchfassung wieder übernehmen, und Straffungen wieder ausbreiten.

Daran ist nichts auszusetzen. Das ist normal. Es ist Fiktion. Der Zweiteiler ist keine Dokumentation, der Roman kein Sachbuch.

Es schien uns von Anfang an sinnvoll, kompetente Beratung zu haben, um die historischen Hintergründe so detailgenau wie möglich darstellen zu können. Nicht notwendigerweise „wahr“ – wir müssen uns an das halten, was auch dramaturgisch funktioniert, und das hat bei einer Fiction-Produktion Vorrang vor der historischen Realität. Trotz aller Recherche bin ich kein Historiker, und erhebe auch nicht den Anspruch. Darum wurde der Historikerin, die die größte „Hope“-Biographie geschrieben hatte, von uns als Beraterin der Produktionsfirma vorgeschlagen. Wir hofften darauf, dass sie uns bei den Details zur Seite stehen könne, für ein Honorar, eine Erwähnung im Nachspann, eine Danksagung. Vielleicht waren wir da naiv.

Dummerweise war die Historikern nach ersten Gesprächen mit der Produktionsfirma (bei denen wir nicht zugegen waren) plötzlich der Meinung, sie habe quasi ein „Copyright“ auf das Leben von Hope Adam-Lehmann. Ihr Sachbuch (eine Quelle von fast unendlich vielen) erklärte sie wohl kurzerhand zur Vorlage meines Drehbuchs (grober Unfug, das), und wollte nicht nur eine beträchtliche Summe Geld, sondern auch noch „Creator“-Credits mit weitreichenden Befugnissen. Die Produktionsfirma sah das allerdings anders – nämlich im Einklang mit der aktuellen Rechtslage.

Kleiner, aber wichtiger, Schlenker: Historische Fakten und Personen sind nicht schützbar, enthalten als solche keine schützenswerte kreative Eigenleistung. Wenn ich morgen eine Biographie über Charles Darwin schreibe, gehören mir die darin präsentierten Daten und Fakten nicht, und ich kann für sie kein Copyright geltend machen, und andere Werke über Darwin für mich reklamieren. Es würde jede Geschichtsschreibung ad absurdum führen. Das ist nicht nur selbstverständlich, notwendig, und auch im „Tannöd“-Prozess vom Gericht gerade wieder bestätigt worden – es sollte auch Allgemeinwissen sein. Bei Historikern wie bei Journalisten.

Seit die Produktionsfirma ihre Forderungen zurückgewiesen hat, versucht die Historikerin nun, unserem Projekt ins Kreuz zu treten, in dem sie überall verbreitet, man habe sie um ihre Arbeit betrogen. Sie dreht dabei die Fakten recht geschickt so, dass sie als Opfer da steht – z.B. wird beklagt, dass ihr im Roman nicht einmal gedankt worden sei. Das ist richtig, aber nur die halbe Wahrheit: Die Danksagung wurde ihr mehrfach angeboten. Nur leider war sie nicht bereit, im Gegenzug von ihren Attacken gegen eben diesen Roman abzusehen. Sie wollte die Danksagung – und das Werk gleichzeitig beschädigen.

Bei dem TV-Zweiteiler ist ihre Argumentation ebenso schizophren, wie man im Münchner Merkur sehr schön erkennen kann: Einerseits behauptet sie, es sei quasi alles von ihr abgeschrieben (ohne zu erklären, wie ein Drehbuch mit seiner Narrative und seinen Dialogen von einem Sachbuch abgeschrieben sein kann), andererseits beschwert sie sich, vieles sei „extrem verfälschend“ dargestellt. Diese Behauptung wiederholt sie auch im Vorwort der aktuellen Ausgabe ihres Buches, das ebenfalls zur Schlammwerferei herhalten muss. Beides kann kaum sein, und es wirft die Frage auf: Was soll denn verfälscht worden sein? Die künstlerische Freiheit, Hopes Leben für die Verfilmung dramaturgisch anzupassen, wird wohl kaum in die Zuständigkeit der Historikerin gehören.

Ich sage es noch einmal, weil es genau der Punkt ist, den die Autoren der genannten Artikel nicht hören wollten, weil es ihnen ihre sexy Story kaputt gemacht hätte: Historische Fakten sind nicht schützbar, ein Sachbuch ist kein Roman, und „Dr. Hope“ ist weder die Adaption noch die Verfilmung eines Sachbuches (oder einer anderen Quelle).

Es ist kein „neuer Hegemann-Fall“, weil nicht plagiiert werden kann, was vor dem Gesetz nicht plagiierbar ist. Ich selber habe eine klare Meinung zu „Axolotl Roadkill“: abschreiben ohne Quellenangabe gilt nicht. Das ist unredlich und unfair. So Theorien wie „mashup“ oder „remix“ können mir den Buckel runter rutschen – in 20 Jahren und ebenso vielen Büchern hatte ich es nie nötig, mich bei den Formulierungen und Ideen anderer Autoren bedienen zu müssen. Wäre ja noch schöner. Und genau so haben wir uns auch nicht bei den Ideen und Formulierungen der Historikerin bedient. Das kann jeder nachlesen, der es möchte. Es tut nur keiner.

Und damit kommen wir zum eigentlichen Thema zurück, dem derzeitigen journalistischen System. Der Artikel in der SZ hat mir weh getan, weil ich das Blatt für eigentlich sehr seriös halte, und mich diese Form von Gefälligkeitsschreiberei schon überraschte. Der Autor sprach am Abend vor der Veröffentlichung mit mir, war aber nicht bereit, mit Katrin Tempel, der Produktionsfirma, oder dem Sender zu sprechen. Er ging auch auf meine Erklärungen gar nicht ein, sondern betonte immer wieder, er sei selbst Historiker, und könne die Empörung der Kollegin verstehen. Nun mag man (wenn man will) die Empörung verstehen, aber das sagt immer noch nichts über die Legitimität des Anspruchs. Im vorletzten Absatz des Artikels muss der Autor, nachdem er böse (und abfällig) gegen die Arbeit von Katrin und mir getrommelt hat, selber zugeben, dass der Vorwurf auf nicht einmal tönernen Füßen steht: „Grundsätzlich ist wohl wenig dagegen zu machen, wenn Zweitverwerter wichtige historische Stoffe verhackstücken“. Aha.

Ich hakte den Artikel als Enttäuschung ab, weil ich sowas von der ehrenwerten SZ nicht erwartet hatte. Das muss der „Journalist“ mit sich selber ausmachen. Es wurde nur immer deutlicher, dass es keinen wirklichen formulierten Vorwurf gab. Was GENAU hatten wir denn nun eigentlich Schändliches getan? Nachdem historische Fakten keine schützenswerten kreativen Eigenleistungen sind, kann es ja kaum ein Plagiat sein. Und die fehlende Anerkennung der Leistung der Historikern geht ja ursächlich auf ihre eigene konfrontative Strategie zurück – ich hätte mich gefreut, eng mit ihr zusammen zu arbeiten, und sie dafür auch entsprechend zu würdigen.

Ich komme mir langsam vor wie der Angeklagte in Kafkas „Der Prozess“, der keine Ahnung hat, was man ihm vorwirft, und der sich deshalb auch nicht verteidigen kann. Eine Anklage oder Anzeige gegen “Dr. Hope” liegt meines Wissens nach jedenfalls nicht vor.

Mitte der Woche rief dann eine Dame vom „Münchner Merkur“ an, die außer der Tatsache, dass sie wohl seitens der Historikern angespitzt worden war, keinerlei Hintergrundwissen mitbrachte. Den Roman hatte sie nicht gelesen, den Zweiteiler auch nicht gesehen. Als ich meinte, dass es doch besser wäre, wenn sie sich erstmal schlau mache, erklärte sie mir, der Zweiteiler sei ja noch nicht gelaufen – das ZDF verschickt allerdings seit Wochen an jeden Journalisten, der danach fragt, eine Screener-DVD. Die Tatsache, dass es sich bei „Dr. Hope“ um einen Roman und einen TV-Film handelt, und damit eine FIKTIVE Aufarbeitung einer historischen Figur, schien ihr nicht klar.

Interessant war auch die immer wiederholte Frage der Journalistin, was mich als „Science Fiction und Fantasy-Autor“ für „Dr. Hope“ qualifiziere – als ob ich das rechtfertigen müsse. Ich wies sie darauf hin, dass ich als Drehbuchautor wie ein Journalist arbeite – ich arbeite mich in ein Thema ein. So wie ein Journalist, der für einen Artikel über Gärtnerei kein ausgebildeter Landschaftsarchitekt sein muss. Die Reduzierung meiner Arbeit auf „Science Fiction und Fantasy“-Autor hatte die Journalistin übrigens „bei Wikipedia gelesen“ (schon der Blick in meine Bio auf meinem Blog wäre wohl zuviel der Recherche gewesen).

Die Frage, was eine Historikern denn qualifiziert hätte, ein fiktionales Drehbuch zu schreiben, blieb unbeantwortet. Oder die Frage, was genau der rechtlich relevante Vorwurf sein soll.

Bald fiel natürlich das Stichwort „Hegemann“. Ich erklärte ihr seufzend die Rechtslage – mit Hegemann ist das nicht vergleichbar, allenfalls mit „Tannöd“. Und bei „Tannöd“ hat der Autor des Sachbuches (natürlich) verloren. Weil historische Fakten – seufz – nicht schützbar sind. Als ich die Journalistin bat, statt der  hingenommenen Behauptung der Historikerin doch einfach mal einen Anwalt zu fragen, was denn die Tatsachen sind, legte sie einfach auf. Und mir schwante: Es wird nicht erzählt, was zu erzählen ist, sondern was sich als sexy „Täter/Opfer“-Geschichte verkaufen lässt.

Und so ist der Artikel auch erschienen – mit vielen relativierenden „soll“, „angeblich“, und „womöglich“. Tenor: Arme Historikerin von skrupellosen TV-Schreiberlingen über den Tisch gezogen. Und schon meldet „turi2“: „Das Drehbuch des TV-Zweiteilers “Dr. Hope – Eine Frau gibt nicht auf” mit Heike Makatsch in der Hauptrolle soll teilweise identisch sein mit einer Biographie, die von der bayerischen Historikerin Marita Krauss verfasst wurde.“

Es ist nicht wahr. Aber es liest sich gut. So schnell wird aus einer Ähnlichkeit dann auch „teilweise identisch abgeschrieben“. Was nicht stimmt, und für jeden überprüfbar ist, der sich die in jedem Buchladen erhältlichen Werke mal durchliest. Aber wer hat schon die Zeit? Journalisten bestimmt nicht.

So bleibt ein „Fall“, der keiner ist – und der massive Versuch, meine Reputation (und die meiner Koautorin) zu schädigen. Wir haben nicht abgeschrieben. Wir haben recherchiert. Wie das jeder gute Autor tut. Es wurden keine Ideen und Formulierungen aus irgendeiner Quelle übernommen. Wir haben zu jeder Zeit unsere Quellen offen gelegt, und „Dr. Hope“ ist eine 100prozentige kreative Eigenleistung. Wir dulden keinen Versuch, diese zu kapern. Rechtliche Schritte behalten wir uns nicht nur vor, wir gehen sie auch.

Aber das will wohl keiner hören.

Mir wurde nun klar, dass meine Strategie, offensichtlich tendenziellen Journalisten, die ihre Story schon fertig haben, meine Zitate nicht freizugeben, nach hinten losgeht. Damit ist die einzige laute Stimme da draußen die der Historikerin – und die bleibt unwidersprochen.

Ich habe viel über Journalismus gelernt in dieser Woche – und wenig, was ich wissen wollte.

Das hier ist meine Seite der Geschichte. Glaubt, was ihr für richtig haltet. Ich werde kämpfen.

“Dr. Hope” – Teaser

Gepostet am 8. Februar, 2010 um 14:32 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, In Arbeit, Neues.

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Bildcopyright: Erika Hauri/ZDF

Ein Kommentator hat es ja schon erwähnt, und nun mache ich es offiziell: Am 19. März läuft auf arte mein Zweiteiler “Dr. Hope” komplett, am 22. und 24. März zieht dann das ZDF nach. Zur gleichen Zeit kommt die DVD.

Treue Leser werden sich erinnern – an “Dr. Hope” habe ich satte sechs Jahre gearbeitet, und ich bin mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. Der Zweiteiler (unter der Regie von Martin Enlen) ist toll geworden.

Ich werde in den nächsten vier Wochen vor der Ausstrahlung viele Bilder, Produktionsberichte, Biographien, und Interviews veröffentlichen, die mir das ZDF freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Da sind ein paar sehr interessante Sachen dabei, und ich hoffe, ihr werde dafür genau so viel Begeisterung aufbringen wie für meine anderen Arbeiten.

Zum Start verweise ich jetzt aber erstmal auf das, was es hier zum Thema in den letzten Jahren bereits gegeben hat:

Hopes Münchner Haus im Wandel der Zeit

“Hope” bekommt Filmförderung

“Hope” heißt Hoffnung

Set-Besuch bei “Dr. Hope”

Der Roman zu “Dr. Hope”

“Dr. Hope” – erste offizielle Bilder

“Dr. Hope” auf dem Münchner Filmfest

Wortvogels Kurzkrimi zum Jahreswechsel: Niemand tötet an Silvester

Gepostet am 31. Dezember, 2009 um 12:00 Uhr
Kategorien: In Arbeit, Neues.

Unter dem Pseudonym “Lars Henrikson” habe ich in der aktuellen Ausgabe der LandIdee einen zweiseitigen Kurzkrimi geschrieben. Folgende Vorgaben wurden gemacht: Es sollte ein “procedural” sein (die ersten beiden Ausgaben hatten schon Geschichten, in denen gepeinigte Frauen damit davon kommen, ihre Männer zu ermorden), um den Jahreswechsel spielen, und bei den Charakteren und den Locations halbwegs die Zielgruppe der LandIdee ansprechen. Keine Ironie, keine übermäßige Gewalt. Unterhaltsam, aber hausbacken also.

Es gibt wohl kaum einen besseren Tag als diesen, um den Krimi hier meinen Lesern zu präsentieren.

Niemand tötet an Silvester

nachtKommissar Heinrich Peters will um diese Uhrzeit nicht mehr vor die Tür. Es ist zu kalt. Es ist zu spät. Und es ist Silvester …

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Mein klitzekleines Ibiza-Tagebuch (2)

Gepostet am 12. Dezember, 2009 um 13:55 Uhr
Kategorien: Gedanken, In Arbeit, Neues, Privates.

Jeder sollte einen Ort wie Ibiza haben, an dem er sich in harten Zeiten vergraben kann, um herkulische Aufgaben ungestört von der schnatternden Restwelt zu erledigen. Ich lerne wieder einmal, dass epische Romane nicht zu den Dingen gehören, die man in einem Multitasking-Kontext nebenher erledigen kann. Das braucht Ruhe, und Fokus. Sangria hilft auch.

Natürlich vermisse ich die neusten Folgen von House, Bones, und Lie to Me. Ich bekomme weder die TV-Quoten mit, noch den Fortgang der Verhandlungen über die Gesundheitsreform in den USA. Aber das wird sich nachholen lassen, wenn ich zurück bin. Ich beschließe außerdem, im ersten Halbjahr 2010 nochmal strikt für Urlaub nach Eulalia zu kommen. Wenn es draußen 30 Grad hat. Wenn man den faulen Hintern an den Strand knallen kann. Wenn alle guten Restaurants der “Fressmeile” wieder auf haben. Sollte der Besitzer der Wohnung allerdings jemals einen Internet-Anschluss legen lassen, sehen die mich hier nie wieder. Dann ziehe ich vermutlich in eine Blockhütte nach Schweden.

Unter solchen Umständen werden Bestseller geschrieben!

5.12.: Noch schlechter geschlafen, eigentlich kaum. Entweder bricht sich die gesammelte Erschöpfung von 2009 Bahn, oder ich bin schlicht aus-geschlafen, und sollte die Pooferei wieder reduzieren. 15 Grad, sehr sonnig. Spülen. Ich gehe Kleinkram einkaufen, Batterien, Cola, Bananen. Danach Fotos – das beneidenswerte Wetter muss ausgenutzt werden. Der Roman wird recht politisch, und hat unerwartete Parallelen zu verschiedenen historischen Ereignissen der letzten 300 Jahre. Entscheide mich, heute auch den Epilog zu schreiben, um eine genauere Vorstellung von der zu bewältigenden Restmenge zu bekommen. Es werden fünf Seiten. Das reicht. Mein Unterbewusstsein murmelt ständig: noch fünf Tage, noch fünf Tage, noch fünf Tage. Aber egal: Jetzt ist Zielgerade! Brate zum Abend Frikadellen, schaue “Tough guys don’t dance”, und Folgen von “Saturday Night Live” aus den 70ern. Seitenstand: 350.

So geht es prima in den Abend

6.12.: Geschlafen. Nicht wirklich gut, aber geschlafen. Entweder hat es wieder 15 Grad bei strahlendem Sonnenschein, oder das Thermometer ist kaputt. Ich schreibe auch am Sonntag/ Nikolaus – no rest for the wicked! Mein Zeitgefühl geht völlig verloren, ohne dieses Tagebuch wüsste ich nicht, wie lange ich schon hier bin. Es kommen die grundsätzlichen Fragen auf – habe ich am Anfang des Romans genügend Tempo drin? Hätte ich eine distanziertere, weniger echtzeitige Erzählform für den Einstieg finden können? Geht es, besonders in der ersten Hälfte, zu sehr um Sex? Geht es bei den Nibelungen überhaupt um etwas anderes? No regrets – hinterher ist man immer schlauer. Zum Ende muss ich die Szenen genauer vorplanen, weil der Roman die vereinbarte Länge haben soll. Sieht gut aus. Bin spektakulär früh fertig. Trip zum Internet-Café: 171 Emails downloaden, drei Beiträge uploaden. Schicke bisherige Ergüsse als Email an mich selbst (siehe –> Autoren-Paranoia). Graf Lambsdorff ist tot. Ich schaue “Infestation” – cool ekliger B-Käfer-Grusel. Warum macht ProSieben nicht mal sowas? Seitenstand: 370.

Zunehmende Degeneration mit einhergehender äußerlicher Vergammelung

7.12.: Zweite Woche fängt gut an: 15 Grad laut Thermometer, 20 Grad laut N24. Tatsächlich: Draußen Sommerwetter, und alles blüht um die Wette. Ich dusche ausgiebig, will Brötchen kaufen, Supermarkt hat zu. Egal. Keine Dramen in den 171 Emails. Stress lässt nach. Habe die Adresse des Lektors bekommen, damit der über den Jahreswechsel an die Arbeit gehen kann. Ups: Die Nibelungen reden diesmal anders als früher – in direkter Rede statt in Italics. Da muss ich nochmal drüber. Man kann ja nicht alles dem Lektor überlassen. Schreibe etwas zäh, brauche bis 20.30 Uhr für das normale Pensum. Es geht jetzt in die letzten Schlachten – mein nächster Roman wird garantiert eine “schwertfreie Zone” (© Kai Meyer). Ächz. Ausflug: In Ibiza Stadt ist kurioserweise Kirmes. Ich esse ein Eis, und versaue mir den Rest des Abends mit “Der Superbulle auf dem KuDamm”. Es gibt keinen Gott, in der Tat. Seitenstand: 390.

Die Sonne knallt hier zum Jahresende nochmal richtig rein!

8.12.: Ich schlafe immer noch unruhig, träume von den Problemen, die ich habe, weil ich unruhig schlafe. Meta-Träume? Deutsche Bäckerei in Eulalia backt kleine Brötchen. Endlich wieder SPIEGEL – macht die größte Isolation von der Heimat baum erträglich. Essay von Sascha Lobo (vs. Schirrmacher) ist auf den Punkt. Kaufe zusätzlich den “Guardian”. Wetter wieder wunderschön. Der Druck im Kopf ebbt ab. Spanier fahren wie Schweine – könnten aber auch deutsche Überwinterer sein. Ich gehe die 400 an, trete ihr gegen das Knie, verhöhne sie, sagte hässliche Sachen über ihre Mutter. Sie gibt auf. <spoiler> Die Bösewichter der Geschichte sterben. </spoiler> Ich starte die fünfte Text-Datei (immer 100 Seiten pro Block, Gewohnheit). Höre schon die Jubelschreie an der Ziellinie. Es siegt so aus, als würde der Roman ein paar Seiten kürzer als geplant – man will das Ende ja nicht ewig hinaus ziehen. Aber solange ich zwischen 400 und 500 Seiten bleibe, ist es vertragsgemäß. Ich mache mir Albondigas warm (vulgo: Hackbällchen), und Bratkartoffeln. Der Rest des Abends gehört Video-Kleinkram, der seit Ewigkeiten auf der Festplatte rumlungert (Dawkins, Dittsche, deutsche Experimentalfilme der 20er, etc.). Seitenstand: 410.

9.12.: Die Arbeit läuft immer besser, der Schlaf immer schlechter. Aber wieder Kaiserwetter bei 17 Grad. Kaufe ein Sixpack Bier, koche sieben Eier hart. Eine Siamkatze schlendert am Pool vorbei. Die Schokolade im Advents-Kalender ist verdorben. SO sollte Milka frisch aus der Folie wahrscheinlich nicht aussehen... Seltsam. Dem Roman fehlt jetzt nur noch der Ausklang, die ordentliche Auflösung der Beziehungen, das finale Verbeugen der Figuren vor dem narrativen Vorhang. Ich bin zuversichtlich, das auch noch zu schaffen. Und tatsächlich: Mit 10 Seiten weniger als erwartet, und einen Tag früher als errechnet, schreibe ich “Ende” in die letzte Zeile. Bin wie immer ein wenig verwirrt: Was mache ich jetzt? Wer bin ich überhaupt? Ich feiere lustlos mit einem Bier und Spaghetti Carbonara. Ansonsten weiß ich nichts mit mir anzufangen. Weil noch Restenergie vorhanden ist, schreibe ich eine Sackladung Kurzkritiken. Der Crash kommt früh genug. Seitenstand: 420.

10.12.: Mich hin und her gewälzt, als lasteten Kindesmorde auf meinem Gewissen. Zur Strafe lange bei wunderschönem Wetter spazieren gegangen, Fotos gemacht, prima Mehrkorn-Brötchen gekauft. Frühstück um 14.00 Uhr, dann Arbeit an weiteren Kurzkritiken. Schließlich lässt es sich nicht vermeiden: Ich führe alle Textdateien zusammen, schreibe den “Nibelungen-Speak” um, schaue nochmal, was die Rechtschreibprüfung sagt, und verfasse einen neuen Text für das Backcover und die Prospekte, der den aktuellen Inhalt wiederspiegelt. So kann es Samstag vom Internet-Café rausgeschickt werden. Die Pflicht ist getan – die Tage bis zum Rückflug dienen der Kür (Ideen, Konzepte, Projekte). Wetterbericht kündigt für den Tag meiner Rückkehr in ganz Deutschland Dauerfrost an, brrr… Reste-Essen, Schnack mit einheimischem Kumpel, der auf einmal vor der Tür steht. Endgültiger Seitenstand: 429.

Auf der Strasse nach Süden...

Wer generell wissen will, warum ich ausgerechnet nach Ibiza fahre, um meinen Roman zu schreiben, kann das hier nachlesen.

Mein klitzekleines Ibiza-Tagebuch (1)

Gepostet am 8. Dezember, 2009 um 21:35 Uhr
Kategorien: Gedanken, In Arbeit, Neues, Privates.

Für jemanden, der sehr viel kommuniziert, ist es eine fast religiöse Erfahrung, zwei Wochen ohne nennenswerten zwischenmenschlichen Kontakt zu sein. Ich spreche mit praktisch niemandem, an manchen Tagen sehe ich auch niemanden. Was ich erlebe, kann ich mit niemandem teilen. Also mache ich, was ich immer mache: Ich schreibe es auf.

Herbstfarben - Ein frisch gepflügtes Feld

29.11.: Abflug zu humaner Zeit. Leider diesmal mit Zwischenstopp in Palma. Mein Flieger ist zu langsam – dafür kann ich direkt in das Insel-Taxi nach Ibiza weiter schlendern. Es regnet. Klasse, da hätte ich auch zu Hause bleiben können. Na ja, ich bin nicht zum Spaß hier. Abholservice bringt mich vom Flughafen zur Wohnung. Alles perfekt wie immer. Beruhigend. Aus dem Regen wird ein schweres Gewitter. Telefon geht nicht. Komisch. Kühlschrank leer, Supermärkte zu, weil: Sonntag und Winter. Ich springe in den Wagen und fahre zur Tanke: Nacho-Chips, eine Dose Ravioli, ein Energydrink. Das muss für heute reichen. Schaue das erste Mal seit Wochen auf meinem Computer einen Film ohne Unterbrechung (“Dolan’s Cadillac”). Falle um 23.00 Uhr tot ins Bett. Morgen stehe ich 9 Uhr auf. Spätestens! Seitenstand: 223.

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Ich nenne es Arbeit…

Gepostet am 28. November, 2009 um 19:25 Uhr
Kategorien: Gedanken, In Arbeit, Neues, Privates.

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Es ist mal wieder soweit: Um meinen Roman termingerecht zu beenden, fahre ich morgen für einen Schreib-Marathon nach Ibiza (derzeit 21 Grad – da geht noch mehr!). Anders ist das auch nicht machbar. Hier in München bin ich einfach zu sehr abgelenkt. Vor allem: auf Ibiza habe ich kein Internet – und so gut wie niemand meine Telefonnummer.

Ich werde alle paar Tage mal ins Internet-Café nach Eularia schlendern, um Sorge zu tragen, dass Ihr hier keinen Unsinn macht. Mein IT-Experte hat ebenfalls ein Auge auf euch. Wenn abends Zeit ist, schreibe ich sicher auch noch ein paar Beiträge, die ich dann sukzessive freischalte. Irgendwann um den 15.12. herum komme ich wieder. Vielleicht.

In diesem Sinne – bleibt mir gewogen.

Endlich interaktiv und eingebettet: Wortvogel beim DOK-Leipzig

Gepostet am 30. Oktober, 2009 um 15:36 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, In Arbeit, Neues.

Da, wo es hingehört – auf YouTube:

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Zeichentrick: “One Minute Fly” + Bonus

Gepostet am 28. Oktober, 2009 um 18:42 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, In Arbeit, Neues.

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Es gibt schon ein paar schöne Sachen auf dem DOK-Leipzig zu sehen. Heute gelang es mir, mich in ein Animations-Showcase zu schleichen, weil die aktuelle Episode meines Video-Tagebuchs genau davon handelt. Es ist immer wieder erstaunlich, wie groß und prächtig die Bandbreite auf diesem Gebiet ist – stilistisch, erzählerisch, und kulturell.

Einen putzigen animierten Film gibt es schon auf YouTube – leider kann man ihn nicht einbetten, ihr müsst also auf das Fenster klicken, um ihn dort zu sehen. Es lohnt sich!

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Ich habe auch noch mit Markus Wende gesprochen, dessen “The Animator´s Way of Surviving the Crisis” hier ebenfalls läuft:

Watch more cool animation and creative cartoons at Aniboom

Wider den Leipziger Ernst: Wortvogel mit Mikrofon bewaffnet! (UPDATE)

Gepostet am 27. Oktober, 2009 um 17:27 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, In Arbeit, Neues.

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Ich stehe nicht gerne vor der Kamera. Ich hasse es auch, “lustig”  improvisieren zu müssen. Klar, dass ich genau deshalb launige Mikro-Reportagen für den MDR zum Thema “DOK-Leipzig” machen muss.

Die erste Ausgabe finde sich hier – und lässt sich leider nicht anderweitig einbinden. Schade, so wird das Mitmach-Netz doch wieder zum passiven Zuguck-Netz. Natürlich ist das alles noch ein wenig (ich verkneife mir das “gewollt!”) krude. Es war halt noch nicht wirklich was los, und wir saßen den Tag über in gähnigen Konferenzen, die kaum für heitere Szenen taugten.

Wir haben jetzt gerade das letzte Material gedreht, aus dem wir bis in den heutigen Abend die Episode 2 schneiden werden, die morgen online geht.

Es gibt Highlights, es gibt Lowlights – das Interview mit einer Simultan-Dolmetscherin war super nett, dafür hat dann ein muskeliner Army Shop-Betreiber mir Haue angedroht, weil ich eine seiner Schaufensterpuppen interviewen wollte. Die Bockwurst schmeckte, die Kartoffelsuppe nicht.

Es werden knochenharte sieben Tage, das steht schon mal fest. Und für mich als Doku-Fan ist es besonders schmerzlich, dass ich nicht dazu komme, mir die spannenderen Streifen auch mal anzusehen.

UPDATE: Folge drei ist online. Diesmal Schwerpunkt Animation. Wir haben Kasperl-Puppen gekauft, um auch selber im Bereich Trickfilm zu experimentieren. Es war die Hölle. Dafür habe ich mit City-Comics einen schönen Laden entdeckt, in dem wir drehen durften (Dank nochmal an den Besitzer). Curryfire ist eine empfehlenswerte Wurstbude für zwischendurch. Unsere filmischen Auswürfe kommen bei den Verantwortlichen gut an, wenn man dem Feedback glauben schenken darf. Langsam kommen wir in den Groove…

“Sumuru: The Series”: reborn?

Gepostet am 25. Oktober, 2009 um 15:37 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Gedanken, In Arbeit, Neues.

Manchmal macht man etwas nicht, und erst Jahre später dämmert einem, dass das vielleicht auch ganz gut so war.

Wie ihr wisst, habe ich seinerzeit das Drehbuch von “Sumuru” übernommen, und komplett neu geschrieben. Der resultierende Film lief erfolgreich auf RTL2. Was kaum noch einer weiß: die Produktionsfirma bat mich seinerzeit, auch noch ein Konzept für eine TV-Serie zu schreiben, die an den Film anschließt. Ist ja auch inhaltlich kein Problem: am Ende des Films fliegen die Helden (und ein Häufchen Getreue) mit einem uralten Raumschiff ins All, auf der Suche nach den Resten der Menschheit (die von einem Gen-Virus dezimiert wurde).

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Meine Idee für “Sumuru: The Series” war damals, nur Teile der Serie im Weltraum spielen zu lassen. Es war nicht mein Interesse, “Star Trek” oder “Battlestar Galactica” Konkurrenz zu machen. Vielmehr konzipierte ich den Plot so, dass die Helden nach ein paar Episoden die Erde finden – ohne Menschen, aber beileibe nicht entvölkert: Dutzende von Alien-Rassen haben unseren rohstoffreichen, und mit einer guten Infrastruktur ausgestatteten Planeten übernommen, und missbrauchen ihn als Müllhalde, “lawless zone”, Handelsplatz, und Testgelände für gefährliche Experimente. Unsere Protagonisten beschließen, die Erde zurück zu erobern. Zuerst als Guerilla, später als Armee.

F1000017Hier ist der Pitch, den ich damals geschrieben habe – im übertrieben-angemessenen Marketing-Speak:

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