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	<title>Wortvogel - 100 % Torsten Dewi &#187; Gedanken</title>
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		<title>Der Reiz gebrochener Helden: Die BBC zeigt, wie man gute Krimis entwickelt</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Jul 2010 10:30:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wortvogel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Weil es vielleicht sonst keiner merkt, verkünde ich es hier mal offiziell: Es ist ein neues &#8220;Golden Age&#8221; des britischen Krimis angebrochen. Drei- und sechsteilige Serien mit abgeschlossenen Fällen, aber übergreifenden Handlungssträngen, kommen momentan in einer Qualität und Geschwindigkeit, dass einem nur noch schwindelig werden kann. Hat Kenneth Branagh in &#8220;Wallander&#8221; schon gezeigt, was aus [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Weil es vielleicht sonst keiner merkt, verkünde ich es hier mal offiziell: Es ist ein neues &#8220;Golden Age&#8221; des britischen Krimis angebrochen. Drei- und sechsteilige Serien mit abgeschlossenen Fällen, aber übergreifenden Handlungssträngen, kommen momentan in einer Qualität und Geschwindigkeit, dass einem nur noch schwindelig werden kann.</p>
<p>Hat Kenneth Branagh in &#8220;Wallander&#8221; schon gezeigt, was aus den Mankell-Schmökern noch an Spannung und Atmosphäre zu quetschen ist, beweist &#8220;Luther&#8221; mit geradezu erschreckender Leichtigkeit, dass ein hoch komplexer Thriller keine literarische Vorlage braucht, um literarischen Vorlagen gerecht zu werden:</p>
<p><a href="http://wortvogel.de/2010/07/der-reiz-gebrochener-helden-die-bbc-zeigt-wie-man-gute-krimis-entwickelt/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
<p>Alle, die es nicht gar so düster mögen, haben seit letzten Sonntag einen neuen Champion. Sein Name ist Sherlock Holmes. &#8220;Dr. Who&#8221;-Leitwolf Steven Moffat hat eine der bekanntesten Krimi-Franchises durch einen simplen wie genialen Kniff entstaubt &#8211; er hat ihn in die Gegenwart verlegt. Ohne Erklärung. Ohne Schnickschnack. Ohne Zeitreise oder Enkel. In der Welt der neuen BBC-Serie &#8220;Sherlock&#8221; hat es den literarischen Holmes nie gegeben, und Sherlock ist ein junges, aggressives Genie, das eine Webseite namens &#8220;The Science of Deduction&#8221; betreibt, und mit John Watson einen traumatisierten Afghanistan-Veteranen zum willigen Partner hat. Die Scripts &#8220;clever&#8221; zu nennen, wird ihnen nicht gerecht. Das hier ist &#8220;drama at its best&#8221;:</p>
<p><a href="http://wortvogel.de/2010/07/der-reiz-gebrochener-helden-die-bbc-zeigt-wie-man-gute-krimis-entwickelt/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
<p>Und da fragt mich einer, warum ich keinen &#8220;Tatort&#8221; schaue&#8230;</p>
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		<title>Big Band Theory: Des Wortvogels Lebenswerk erfährt seinen Ritterschlag</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Jul 2010 11:53:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wortvogel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücherregal]]></category>
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		<description><![CDATA[Der Typ hier &#8211; das ist Charles Band: Die Internet Movie Database listet ihn als Produzent von mehr als 200 Filmen, darunter B-Klassiker wie &#8220;Trancers&#8221;, &#8220;Dolls&#8221;, &#8220;Re-Animator&#8221;, &#8220;The Caller&#8221;, und &#8220;Prison&#8221;. Ich war schon in den 80ern ein Fan, als die &#8220;Cinema&#8221; ausführlich über seinen &#8220;Metalstorm: The Destruction of Jared-Syn&#8221; berichtete &#8211; ein 3D-Spektakel, in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Typ hier &#8211; das ist Charles Band:</p>
<p><img class="attachment wp-att-10256 alignleft" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/04/CharlesBand2008.jpg" alt="CharlesBand2008" width="370" height="285" /></p>
<p>Die Internet Movie Database listet ihn als Produzent von mehr als 200 Filmen, darunter B-Klassiker wie &#8220;Trancers&#8221;, &#8220;Dolls&#8221;, &#8220;Re-Animator&#8221;, &#8220;The Caller&#8221;, und &#8220;Prison&#8221;.</p>
<p>Ich war schon in den 80ern ein Fan, als die &#8220;Cinema&#8221; ausführlich über seinen &#8220;Metalstorm: The Destruction of Jared-Syn&#8221; berichtete &#8211; ein 3D-Spektakel, in dem kein Metallsturm vorkam und Jared-Syn am Ende auch nicht vernichtet wurde.</p>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-11677" style="float: left;" title="sorority_babes_in_slimeball_bowlorama_poster_01" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/07/sorority_babes_in_slimeball_bowlorama_poster_01-220x320.jpg" alt="sorority_babes_in_slimeball_bowlorama_poster_01" width="220" height="320" />Band war für mich neben Roger Corman immer DER quintessentielle B-Produzent, weil er nicht einfach lieblos &#8220;product&#8221;  in den Markt scheißen wollte, sondern ein klares Business-Modell verfolgte, das ihn mir sympathisch machte: Empire und später Full Moon Pictures produzierten Filmcomics, die teilweise im selben Universum spielten, Crossover erlaubten, und mit den &#8220;Videozone&#8221;-Magazinen am Ende der Kassette eine starke Bindung an die Fangemeinde suchten. &#8220;Dollman&#8221;, &#8220;Puppet Master&#8221;, &#8220;Dr. Mordrid&#8221;. Dazu Comics, Puppen, Soundtracks, Trading Cards &#8211; Band machte das, was Marvel Entertainment heute auch tut. Nur nicht ganz so teuer. Und nicht ganz so erfolgreich. Trotzdem arbeiteten ihm damals schon viele Comicexperten zu, inklusive der Legende Jack Kirby.</p>
<p><a href="http://wortvogel.de/2010/07/big-band-theory-des-wortvogels-lebenswerk-erfahrt-seinen-ritterschlag/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
<p>Schon zu Zeiten meines Fanzines &#8220;<a href="http://wortvogel.de/2008/06/wortvogels-erste-schritte-dark-palace/">Dark Palace</a>&#8221; war ich ein Band-Geek, besprach Filme wie &#8220;Dolls&#8221;, &#8220;Arena&#8221; und &#8220;Robotjox&#8221;. In den letzten Jahren habe angefangen, Artwork von Band <a href="http://wortvogel.de/2007/09/wortvogel-galerist-des-schreckens/">gleich im Dutzend</a> zu kaufen.</p>
<p>Natürlich sind Band-Filme selten wirklich gut. Sie sind meistens das Bruzzeln ohne das Steak. Toller Poster, tolle Ideen, knallige Figuren &#8211; am Ende aber (aus Budgetgründen) viel zu langatmig, und ohne wirkliche Höhepunkte. Als Fan verzeiht man vieles.</p>
<p><img style="float: right;" title="robot_jox_poster_01" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/07/robot_jox_poster_01-220x331.jpg" alt="robot_jox_poster_01" width="220" height="331" /></p>
<p>Irgendwann in den frühen 90ern begann ich mich zu ärgern, dass es so wenig Literatur über Charles Band gibt. Klar, <a href="http://www.kaimeyer.com/">Kai Meyer</a> hatte mal einen tollen Beitrag für die &#8220;Moviestar&#8221; geschrieben, in dem sogar das deutsche Cover des nie fertig gestellten &#8220;Time Crash&#8221; (aka &#8220;Pulse Pounders&#8221;) zu sehen war. Und die Fangoria hatte Band sogar einen Zweiteiler gegönnt. Aber das war mir nicht substanziell genug, zumal Band in Interviews gerne auf die immer gleichen Phrasen auswich (&#8220;Ich wurde praktisch auf einem Filmset groß&#8230;&#8221; ist der Klassiker-Einstieg). Bei aller Liebe, es gibt mindestens fünf Biographien von und über Roger Corman, eine über Sam Arkoff, eine über William Castle, eine über das Geschäftsgebahren von Cannon &#8211; da muss doch Platz im Regal sein für einen Band über den Macher von &#8220;Parasite 3D&#8221; (mit Demi Moore!)!</p>
<p>Ich habe eine manchmal fatale Eigenschaft: Wenn ich etwas will, dass es nicht gibt &#8211; dann mache ich es halt selbst. So sind seinerzeit ja auch meine &#8220;<a href="http://wortvogel.de/2009/06/wortvogels-dunkle-vergangenheit-%E2%80%9Cscience-fiction-tv-guide%E2%80%9D-1/">Science Fiction TV Guides</a>&#8221; entstanden. Und das Buch über &#8220;Babylon 5&#8243;.</p>
<p><a href="http://wortvogel.de/2010/07/big-band-theory-des-wortvogels-lebenswerk-erfahrt-seinen-ritterschlag/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
<p>Also beschallte ich meine damaligen Kumpel mit der hochtrabenden Ankündigung: &#8220;Eines Tages mache ich das ultimative Buch über Charles Band!&#8221;. Ich war 20. Und doof. Ihr kennt das schon.</p>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-11679" style="float: left;" title="ghoulies_2_poster_01" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/07/ghoulies_2_poster_01-220x323.jpg" alt="ghoulies_2_poster_01" width="220" height="323" />Obwohl es weder Zeit noch Möglichkeit gab, das Projekt zu verfolgen, verlor ich es nie ganz aus den Augen. Jeder neue Band-Film erinnerte mich daran, jeder Zeitschriftenartikel dazu wurde gesammelt. Als ich im <a href="http://wortvogel.de/2007/09/wortvogel-im-paradies/">großartigen Archiv</a> von Harald Dolezal stöbern durfte, scannte ich mir zuerst alle Band-Cover, Reviews und Artikel ein, die er ranschleppen konnte (darunter das phänomenale japanische Pressbook zu &#8220;Re-Animator&#8221;).</p>
<p>Dabei stellte sich heraus, dass Bands Karriere einer Hydra gleicht: Hakt man einen bisher unbekannten Film ab, tauchten drei neue Titel auf, die in keinem Referenzwerk verzeichnet sind. Band ist der Meister der Ankündigungen, der &#8220;pre production artwork&#8221;, des filmischen Versuchsballons.</p>
<p>Das Internet ist auch keine große Hilfe: Es gibt Webseiten zu Godfrey Hos Ninja-Heulern und Cannons Trash-Actionern, aber erschreckend wenig zu Charles Band. Irgendwann um die Jahrtausendwende fand ich aber die recht krude Webseite eines <a href="http://wortvogel.de/2009/08/musik-zwo-drei-vier/">Engländers namens Dave</a>, der zwar wenig Infos besaß, diese aber erstaunlich kompetent einzuordnen wusste. Schnell kam per Mail ein reger Austausch von Ideen (und Kassetten) zustande. Dave wusste noch erheblich mehr als ich zum Thema, und konnte sehr präzise und pointiert schreiben. An einem lauen Sommerabend machte ich ihm den fatalen Vorschlag, doch gemeinsam am &#8220;ultimate Charles Band book&#8221; zu arbeiten.</p>
<p><a href="http://wortvogel.de/2010/07/big-band-theory-des-wortvogels-lebenswerk-erfahrt-seinen-ritterschlag/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
<p>Später kam dann noch Nathan Shumate von &#8220;<a href="http://www.coldfusionvideo.com/">Cold Fusion Video</a>&#8221; dazu, der in diesem Jahr einen sehr empfehlenswerten Sammelband seiner besten/schlechtesten Reviews <a href="http://www.goldenageofcrap.com/">veröffentlicht hat</a>. Der Australier John Klyza steuerte ein eigenes Kapitel über Bands Zeit mit dem Label &#8220;Wizard Video&#8221; bei.</p>
<p>Am Anfang versuchte ich noch, mit Daves Enthusiasmus für das Projekt mitzuhalten, aber es war die Zeit, in der ich an meiner Telenovela werkelte, und das Tempo, das der Musiker und &#8220;all around good guy&#8221; vorlegte, war erschreckend: Im Wochentakt flatterten mir Reviews ins Haus und Interviews mit Band-Komplizen, die Dave mit detektivischem Eifer aufspürte. Wir machten bald eine eigene Yahoo-Group auf, um das ganze Material zu organisieren. München, Utah, London, Australien &#8211; das nennt man wohl eine &#8220;internationale Koproduktion&#8221;.</p>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-11681" style="float: right;" title="TTot_poster" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/07/TTot_poster-220x308.jpg" alt="TTot_poster" width="220" height="308" />Mehr als 50 Regisseure, Autoren, Schauspieler und Effekt-Experten haben wir für das Buch interviewt, darunter: Albert Pyun, Tim Thomerson, Jaqueline Lovell, John Buechler, J.R. Bookwalter, Richard Band, Courtney Joyner, Dave Parker, und Peter Manoogian.</p>
<p>Es zeigte sich sehr schnell, dass Dave einfach der geeignete Schreiber für das Projekt war, und ich meine Energie besser darauf konzentrieren konnte, seltene Artwork und Recherche-Materialien zu organisieren. Es gab Zeiten, da kaufte ich pro Woche ein Dutzend Kassetten &#8211; aus Hongkong, Australien, Brasilien. Viele Band-Produktionen waren anders kaum noch zu bekommen (mittlerweile hat sich das geändert &#8211; Band selbst <a href="http://www.fullmoondirect.com/">vertreibt</a> einen Großteil auf DVD). Dank einiger geschäftlicher Kontakte zu der Firma, die mit Bands Partnern Kushner/Locke zu tun hat, kam ich kostenlos an eine ganze Kiste obskurer Softcore- und Kidfilme.</p>
<p>Was die Arbeit von einem, vielleicht zwei Jahren werden sollte, geht nun ins neunte Jahr, und das Ende ist vielleicht in Sicht, aber noch lange nicht erreicht. Klar ist längst, dass es mit EINEM Buch nicht getan sein wird. Da wir ALLE Filme aus Bands Kinofabrik ausführlich vorstellen und besprechen wollen, wird es wenigstens ein Doppelband werden. Suck on that, Corman!</p>
<p><a href="http://wortvogel.de/2010/07/big-band-theory-des-wortvogels-lebenswerk-erfahrt-seinen-ritterschlag/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
<p>Einen besonderen Meilenstein passierten wir vor einigen Wochen, als es uns ENDLICH gelang, mit Charles Band selbst ein mehrteiliges und mehrstündiges Telefon-Interview zu führen (sein Bruder Richard öffnete uns dafür die Tür). Tatsächlich war Band angesichts von Davids Detailwissen ausnahmsweise bereit, den PR-Sprech außen vor zu lassen, und ganz tief in seinen Erinnerungen zu kramen, um seine Sicht der nun 40 Jahre dauernden Karriere als Produzent zu Protokoll zu geben.</p>
<p>Warum ich euch das alles ausgerechnet heute so ausführlich erzähle? Ganz einfach: Am Wochenende hatte ich den Ausdruck des ersten Buches von Dave aus London in der Post. Knapp 400 Seiten geballte Begeisterung für das B-Movie-Geschäft:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11671" title="bandmanus" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/07/bandmanus.jpg" alt="bandmanus" width="370" height="315" /></p>
<p>Und das ist erst der Anfang&#8230;</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>20 Jahre Wortvogel in München: Wie er kam, was er wollte, warum er blieb (3)</title>
		<link>http://wortvogel.de/2010/07/20-jahre-wortvogel-in-munchen-wie-er-kam-was-er-wollte-warum-er-blieb-3/</link>
		<comments>http://wortvogel.de/2010/07/20-jahre-wortvogel-in-munchen-wie-er-kam-was-er-wollte-warum-er-blieb-3/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 25 Jul 2010 18:43:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wortvogel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Neueinsteiger bitte Teil 1 und 2 lesen! Ich bin also nun &#8220;fester&#8221; Programmredakteur, bekomme als Ressort SAT.1 zugeteilt. Im Grunde genommen besteht meine Aufgabe darin, die Programm-Infos (eine ca. 100seitige Auflistung des wöchentlichen SAT.1-Programms mit allen Daten) zu einer Programmspalte nach genauen Vorgaben (z.B. 117 Zeilen à 37 Anschläge) zusammen zu dampfen. Ich muss entscheiden, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Neueinsteiger bitte <a href="../2010/07/20-jahre-wortvogel-in-munchen-wie-er-kam-was-er-wollte-warum-er-blieb-1/">Teil  1</a> und <a href="http://wortvogel.de/2010/07/20-jahre-wortvogel-in-munchen-wie-er-kam-was-er-wollte-warum-er-blieb-2/">2</a> lesen!</p>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-11529" style="float: left;" title="gong-cover-jan10" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/07/gong-cover-jan10-220x297.jpg" alt="gong-cover-jan10" width="200" height="270" />Ich bin also nun &#8220;fester&#8221; Programmredakteur, bekomme als Ressort SAT.1 zugeteilt. Im Grunde genommen besteht meine Aufgabe darin, die Programm-Infos (eine ca. 100seitige Auflistung des wöchentlichen SAT.1-Programms mit allen Daten) zu einer Programmspalte nach genauen Vorgaben (z.B. 117 Zeilen à 37 Anschläge) zusammen zu dampfen. Ich muss entscheiden, welcher Spielfilm mit Bild dargestellt wird, Kritiken aus Filmenzyklopädien suchen, Todesdaten eintragen, und viele Schauspieler um ein &#8220;(bek. aus &#8220;XY&#8221;)&#8221; ergänzen. Sind alle sieben Spalten für eine Programmwoche abgenommen, kürze ich sie noch für die Bedürfnisse der Schwesterzeitschrift &#8220;die2&#8243; ein.</p>
<p>Ich bin deswegen nur in Anführungsstrichen &#8220;fester&#8221; Redakteur, weil ich den missverständlichen Status &#8220;fester Freier&#8221; habe. Ein Aufgabengebiet ist mir damit sicher, aber ich arbeite auf Rechnung. Krank feiern, Urlaub nehmen &#8211; das geht alles komplett auf meine eigenen Kosten. Krankenversicherung ist ebenso mein Problem wie Rente. Streng genommen ist das rechtlich sehr fragwürdig, und so manches mal sind wir Redakteure uns einig, dass nur mal jemand einen Musterprozess gegen das System anstrengen müsste, um es zu Fall zu bringen. Aber dafür verdienen wir alle zu gut.</p>
<p>In der Tat befinde ich mich in der letzten Phase der &#8220;goldenen Ära&#8221; klassischer Programmzeitschriften. Zwar erodieren die Auflagen schon ein wenig, seit es die brandneuen und sehr schicken Konkurrenten von TV Movie und TV Spielfilm gibt, aber unser GONG hat als Vollpreisler eine erstaunliche Gewinnmarge, und einen großen Abonnentenstamm. Wer seit teilweise mehr als 20 Jahren hier arbeitet, ist praktisch unkündbar, und verdient ein kleines Vermögen. Vielen Kollegen merkt man beides an.</p>
<p>Bei aller Begeisterung für meinen neuen &#8220;Beruf&#8221; (wenn man das Abtippen von Programmspalten so nennen will) bin ich natürlich nicht damit ausgelastet, den ganzen Tag &#8220;16.00 SAT.1 Blick, 16.30 Zapp mit Frank Laufenberg&#8221; in die Tastatur zu hämmern. Weil ich sehr flott und präzise arbeite, kann ich das Wochenpensum in lässigen zweieinhalb Tagen schaffen. Die Leerzeit wird mit den Kollegen verratscht, im Archiv gekruscht &#8211; oder bei Presseterminen rumgebracht.</p>
<p><img style="float: left;" title="rtl" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/07/rtl-370x251.jpg" alt="rtl" width="220" height="149" /></p>
<p>Einer der Vorteile dieser Arbeit ist nämlich: Ständig flattern Einladungen ins Haus, und vielen Kollegen ist der Feierabend zu heilig, um auf Veranstaltungen zu gehen. Mangels eines Freundeskreises in München werde ich bald zum Staubsauger für die a5-Flyer und nehme alles mit, was geht: Drei bis vier Kinobesuche die Woche sind normal, bei RTL &#8220;Zum heißen Stuhl&#8221; sitze ich ebenso im Publikum wie bei der Präsentation einer neuen SAT.1-Tierdokumentation. Ich bekomme im Arri-Kino die ersten beiden Folgen der &#8220;Highlander&#8221;-TV-Serie vorgeführt, und futtere mich in der Journalisten-Lounge beim &#8220;Glücksrad&#8221; durch. Ich erlebe die Gründung des Kabelkanals, und das (vorläufige) Ende von Tele5. Beim Konzert der &#8220;New Kids on the Block&#8221; überrage ich die Zielgruppe so signifikant, dass ich einen tollen Blick bis zur Bühne habe.</p>
<p>Es ist eine geile Zeit: Ich freunde mich mit einer Praktikantin an, die meinen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Filofax">Filofax</a> (sowas hatte man damals noch) der letzten Leerstellen beraubt: Ich gehe auf Partys, ins Theater, in Konzerte, und in Bars. Geld ist genug da, und vor 10 Uhr brauche ich eigentlich nie in der Redaktion auftauchen. Prüft auch niemand, solange ich meine Arbeit gut mache.</p>
<p><img class="aligncenter size-large wp-image-11657" title="messe" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/07/messe-370x336.jpg" alt="messe" width="370" height="336" /></p>
<p>Dienstags findet man eine Handvoll Kollegen und mich meistens zur Happy Hour im &#8220;<a href="http://www.juleps-muenchen.de/">Juleps</a>&#8220;, wo wir uns in uanständigem Maße &#8220;die Kante geben&#8221;. Und am Wochenende hocken wir oft genug in der Redaktion zusammen, weil es da einen Großbildfernseher und Bundesliga live dank Pay-TV gibt.</p>
<p>Ich lerne in dieser Zeit Dinge, die ich früher bestritten hätte: Der Wert eines Kollegen misst sich nicht an seiner Freundlichkeit, sondern an seiner Kompetenz und seinem Willen, diese Kompetenz weiterzugeben. Der Redakteur, der meine Randspalten redigiert, ist ein ziemlich aufgeblasener Wichtigtuer, der auf großer unverstandener Autor machte, aber nie wirklich den Arsch hoch bekommt. Er haut mir jeden Kommafehler mit sadistischem Genuss um die Ohren. Aber genau deswegen entwickle ich den Ehrgeiz, besser zu werden, denn er hat ja RECHT. Manchmal kommen Vertretungen, wenn er in Urlaub ist, die erheblich entspannter an die Endkorrektur gehen &#8211; dafür bekomme ich dann einen dreimal so fetten Einlauf verpasst, wenn deswegen ein Tippfehler im gedruckten Heft landet.</p>
<p>Außerdem ist es IMMER ein Vorteil, erfahrenen Kollegen gut zu zu hören, auch wenn sie viel schwadronieren. Die wichtigsten Faustregeln für eine gute Geschichte bekomme ich von einem Textchef, der im Restaurant immer als erstes seinen Kuli rausholt, um die Speisekarte zu redigieren.</p>
<p>Trotzdem ist es nicht immer einfach: Ich bin immer noch ein Muttersöhnchen, immer noch mit dem Herzen (und fast jedes Wochenende) in Düsseldorf, und immer noch Zielscheibe blöder Sprüche früh verbitterter Senior-Redakteure. Eines Morgens komme ich um 10.00 Uhr in mein Büro, nur um völlig irrational von meinem mies gelaunten Programmchef angepflaumt zu werden, warum ich so spät (also so spät wie alle anderen) dran sei. Ich will mich zuerst irgendwie wegducken, aber diesmal habe ich einfach die Schnauze voll, und als er &#8220;Wenn es dir hier nicht passt, kannst du ja abhauen!&#8221; schreit, klappe ich meinen Koffer zu (ja, es ist die Zeit, in der jeder Depp mit Aktenkoffer rumläuft), und sage entschieden: &#8220;Okay, dann mache ich das doch mal&#8221;. Der Vorteil: Ich bin &#8220;Freier&#8221;, er hat keine arbeitsrechtlichen Möglichkeiten, dagegen vorzugehen. Andererseits: Ich bin damit augenblicklich arbeitslos.</p>
<p>Nach drei oder vier verdödelten Tagen beginne ich an der Cleverness dieser Kraftprobe zu zweifeln. Dann ruft der Textchef an: &#8220;Der Chef hat gestern Abend völlig besoffen in der Runde kund getan, dass es ihm leid tut &#8211; mehr kannst du echt nicht erwarten&#8221;. Ich erwarte aber mehr. Trotzdem will ich nicht gar so bockig sein, und mache mich nochmal auf den Weg in die Redaktion, um &#8220;Sachen aus meinem Schreibtisch zu holen&#8221;. Der Programmchef sieht mich, und knurrt mich nur an: &#8220;Wenn du Arbeit brauchst &#8211; dein Schreibtisch ist noch frei&#8221;. Ich mache mich wortlos dran, die verlorenen vier Tage aufzuholen. Hernach werde ich nicht mehr als &#8220;der Jungspund&#8221; verarscht.</p>
<p>Ach ja, der Programmchef: Um Sprüche ist er nie verlegen. Urlaubsanträge werden grundsätzlich mit &#8220;Entfällt wegen Bodennebel!&#8221; abgeschmettert, dumme Fragen mit &#8220;Bin ich Jesus &#8211; wächst mir Gras aus der Tasche?&#8221;, und zu lahme Redakteure mit &#8220;Wir machen hier eine Zeitschrift &#8211; keinen Kalender!&#8221;. Zur Motivation brüllt er gerne mal in unser Büro &#8220;Seid ihr Männer oder Mäuse?&#8221;, woraufhin wir im Chor und mit erhobenen Fäusten zurück geben: &#8220;MÄUSE!&#8221;.</p>
<p>Und sogar der aufgeblasene Korrekturredakteur hat seine Spuren in meinem Sprachschatz hinterlassen &#8211; noch heute sage ich nach einem langen Arbeitstag gerne vernehmlich: &#8220;Alle Zeilen sind, so scheint&#8217;s, geschrieben.&#8221;</p>
<p>Mittwochs um 11.00 Uhr ist Redaktionskonferenz. Da sitzen die Mantelteil- und die Programmredakteure mit den Chefs beisammen, und die möglichen Themen für das neue Heft werden besprochen. Wir Programmies sind eigentlich nur dazu da, aus den Programminfos vorzulesen, was neu startet. Dann vergibt der Chefredakteur die Artikel an die Mantelredakteure. Ist nicht so spannend, aber es weht immerhin ein Hauch von echtem Journalismus durch das Konferenzzimmer. Irgendwann startet auf SAT.1 die Serie &#8220;<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Superboy_%28TV_series%29">Superboy</a>&#8220;, und als der Chefred fragt, warum das interessant ist, rattere ich eine kurze Historie der Superman-Verfilmungen herunter, die er mit der Frage quittiert: &#8220;Meinst du, du kannst eine halbe Seite drüber schreiben?&#8221;. So komme ich zu meinem ersten richtigen Artikel für den Gong &#8211; den ich gleich (gottseidank unbemerkt) vergeige, weil ich Max und Richard Fleischer verwechsle. Ich schwitze (unter Anleitung eines erfahrenen Kollegen) Blut und Wasser, bis der Text sitzt. Schon zwei Wochen später bekomme ich den nächsten Auftrag: eine halbe Seite über 200 neue Folgen &#8220;Nachbarn&#8221;.</p>
<p>Der Damm ist gebrochen, ich schreibe in immer kürzeren Abständen kleine und größere Artikel. Ich <a href="http://wortvogel.de/2008/02/off-the-record-interview-erinnerungen-2/">interviewe Wolf Larson</a> zur neuen &#8220;Tarzan&#8221;-Serie, fliege nach Hamburg zur Präsentation des SAT.1-Jugendmagazins &#8220;Mag&#8221;, bin sogar in London vor Ort, als die Besetzung der &#8220;Scarlett&#8221;-Verfilmung vorgestellt wird (Timothy Dalton!). Flugreisen werden auf Zuruf gebucht, Taxischeine gibt es ohne Nachfrage. Alles sehr lässig, sehr leger.</p>
<p>Es ist schade, dass ich 15 Jahre brauche, um zu begreifen, dass das Leben kaum angenehmer sein kann.</p>
<p>Wie unglaublich viel Geld  in der Branche unterwegs ist, kann man auch daran sehen, dass der GONG überall Korrespondentenbüros hat. LA und Hamburg kann ich noch nachvollziehen, aber Paris? London? Frankfurt? Aus dieser Ecke kommt doch praktisch nie ein relevantes Thema. Und wenn doch mal eine Knallerserie in London gedreht wird, ist es allemal billiger, einen Redakteur wie mich kurzfristig dorthin zu schicken. Aber solche Fragen werden gar nicht erst gestellt.</p>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-11654" style="float: left;" title="spasstv" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/07/1898-1-220x325.jpg" alt="spasstv" width="220" height="325" />Erfreulich finde ich, dass die Redakteure je nach Kompetenz und Interesse immer wieder auch in anderen Bereichen eingesetzt werden. So kommt eines Tages der Ehapa Verlag auf uns zu &#8211; man sucht eine TV-Redaktion, die eine 16seitige Beilage für die &#8220;Micky Maus&#8221; gestalten kann. Zusammen mit Katrin Kaiser fahre ich nach Stuttgart, befrage Schulklassen, und identifiziere bald eines der Grundprobleme einer solchen Beilage: Soll die Auswahl der Sendung nach dem erfolgen, was die Eltern für den Nachwuchs wollen, oder soll sie sich nach dem Geschmack der Kids selbst richten? Die Differenzen sind beträchtlich: Eltern wünschen sich für ihre Kinder &#8220;Sesamstraße&#8221; und &#8220;Janosch&#8221;, während die Zielgruppe selbst schon längst &#8220;Knight Raider&#8221; und &#8220;A-Team&#8221; sehen will. Wir entscheiden uns, den Pimpfen den Vorrang zu geben, und die &#8220;Spass-TV&#8221; wird für eine Weile lange in großer Erfolg.</p>
<p>Irgendwann kommt der Chefred (zu dem Zeitpunkt schon nicht mehr Markwort) in mein Büro, und klatscht mir ein Heft von Bastei namens &#8220;TV Serien-Hits&#8221; auf den Tisch: &#8220;Was könnten wir damit machen?&#8221;. Es stellt sich heraus, dass der GONG-Verlag die Möglichkeit hat, den Titel zu kaufen, und nach eigenem Gusto umzubauen. Aufgrund meiner Serienkenntnisse werde ich so etwas wie ein Entwicklungsredakteur. Das Ergebnis ist die &#8220;TV Serien&#8221; &#8211; ein monothematisches zweiwöchiges Programmmagazin, das von der Soap bis zur Science Fiction alles covert, was da kreucht und fleucht.</p>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-11655" style="float: left;" title="Kolumne" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/07/Kolumne-220x313.jpg" alt="Kolumne" width="220" height="313" />Die &#8220;TV Serien&#8221; wird ein großer Erfolg, und ich schreibe nicht nur die meisten Artikel, sondern bekomme auch eine eigene Kolumne namens &#8220;Scharf hingeguckt&#8221;. SAT.1 schickt mich <a href="http://wortvogel.de/2007/04/david-pam-der-sommer-von-93-und-ich/">mit David Hasselhoff nach Fuerteventura</a>, ich interviewe die ersten Stars, die von &#8220;Gute Zeiten Schlechte Zeiten&#8221; hervorgebracht werden. Vor Ort sehe ich die deutsche Version von &#8220;Eine schrecklich nette Familie&#8221; entstehen, und beim Abbruch der Sets von &#8220;Star Command&#8221; <a href="http://wortvogel.de/2008/04/am-set-von-%E2%80%9Estar-command%E2%80%9C/">bin ich ebenfalls dabei</a>.</p>
<p>Das ist übrigens kein fetter Pickel an meinem linken Ohr &#8211; ich habe zwei Stecker im Fleisch, und meine Haare wachsen erstmals lang genug für einen Pferdeschwanz.</p>
<p>Über 250.000 Ausgaben verkaufen wir alle 14 Tage, und weil ich für jeden Artikel üppig und extra bezahlt werde, spült das zeitweise pro Monat eine fünfstellige Summe auf mein Konto. Zu keiner Zeit wird mir bewusst, wieviel Geld das ist. Geld hat für mich keine nennenswerte Relevanz, solange ich mein Leben komfortabel gestalten kann. Es freut mich lediglich, dass ich mir nun alle Ausgaben der &#8220;Cinefantastique&#8221; leisten kann, die ich haben möchte. Und Bücher. Ich kaufe VIELE Bücher. Zumeist über amerikanische Filme und Serien. Schierer Platzmangel ist es daher auch, der mich nach zwei Jahren dazu bringt, aus meinem Apartment auszuziehen. Das neue Domizil liegt auf der Nymphenburgerstraße gemütlich in einem begrünten Hinterhof, hat ein Zimmer mehr, und eine Tiefgarage. Ich finde das schon sehr mondän:</p>
<p><img class="aligncenter size-large wp-image-11658" title="Wohnung3" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/07/Wohnung3-370x330.jpg" alt="Wohnung3" width="370" height="330" /></p>
<p>Das Beste: keine drei Minuten Fußweg zum Cinema Kino &#8211; und damit zum Fantasy Film Fest. Und weniger als zwei Minuten zu meinem liebsten Irish Pub &#8220;Fiddler&#8217;s Green&#8221;.</p>
<p>Mein Ruf als Experte für Science Fiction verbreitet sich nicht nur in der Redaktion, sondern auch nach außen. Grund dafür ist der Anruf eines Kumpels, der in gewisser Weise (mehr darf ich dazu nicht sagen) mit der Synchronisation der Star Trek-Serien zu tun hat. &#8220;Star Trek TNG&#8221; läuft derzeit mit mäßigem Erfolg im ZDF, und als ich meinen Kumpel an der Strippe habe, teilt er mir mit, dass die neuen Synchronisationsaufträge nicht mehr aus Mainz, sondern von SAT.1 kämen. Ich zähle 2 + 2 zusammen, ziehe dem Privatsender ein (sehr widerwilliges) Statement aus der Nase, und habe eine Exklusiv-Geschichte: SAT.1 wird der neue Haussender von Star Trek!</p>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-11659" style="float: left;" title="trekroman" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/07/trekroman-220x304.jpg" alt="trekroman" width="220" height="304" />A propos: Bei Trekkern ist der GONG unter anderem deswegen legendär, weil er in den 70ern Episoden der alten Serie zu Foto-Romanen verwurstet hat. Auch zu den Kinofilmen gab es diese Pseudo-Comics. Die Filmdosen mit den Negativen finde ich irgendwann auf einem zugestaubten Regal im Archiv. Ein Blick in die alten Ausgaben befreit mich allerdings von jeder Nostalgie: Die Fotoromane sind entsetzlich stümperhaft, mit hanebüchenen Dialogen und teilweise gänzlich falschen Bildern (die Enterprise wird fast schon störrisch häufig auf dem Kopf stehend dargestellt). Ich frage meinen Chefred, wer das denn verbrochen habe. Er lacht: &#8220;Das habe ich damals mit unserem Kinoredakteur gemacht, wenn die Feier zum Druckschluss durch war. Meistens waren wir total betrunken, und konnten uns am nächsten Tag nicht mal mehr erinnern, was wir da getextet haben&#8221;. Soviel dazu.</p>
<p>Zurück zum Thema: Von 1992-1994 bin ich eine wahre &#8220;Schreibmaschine&#8221;. Ich verfasse einen Artikel nach dem anderen, Interviews, Reportagen, Kritiken, Kolumnen. Ich sauge Wissen auf wie ein Schwamm, ziehe immer mehr Kompetenzen auf mich. Weil ich so ziemlich der Einzige bin, der eine Spielekonsole bedienen kann, darf ich auch Videogames besprechen. Also bekomme ich SNES, Sega Mega Drive, Gameboy &#8211; alles &#8220;unbefristet&#8221; gestellt, plus regelmäßig die neuen Spiele. Sony fliegt mich drei Tage nach Mallorca, damit ich einen neuen Camcorder teste.</p>
<p>Ach ja, der Camcorder-Test: Man drückt uns sieben Journalisten für drei Stunden je ein Gerät in die Hände mit der vagen Aufforderung, dessen Alltagstauglichkeit zu testen. Hinterher sollen die Aufnahmen gesichtet werden. Meine Kollegen filmen allesamt emsig mallorquinische Landschaften. Das ist mir zu wenig &#8211; ich schnappe mir den Presse-Sprecher der Firma und improvisierte ein wenig:</p>
<p><a href="http://wortvogel.de/2010/07/20-jahre-wortvogel-in-munchen-wie-er-kam-was-er-wollte-warum-er-blieb-3/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
<p>Ich weiß, es ist peinlich. Aber das war alles vor Ort und im Augenblick improvisiert, also stellt euch nicht so an. Ist schließlich kostenlos.</p>
<p>Es gibt auch Rückschläge: Irgendwann glaubt Ehapa, die &#8220;SpassTV&#8221; auch allein erstellen zu können, was ihr baldiges Ende ankündigt. Eines Tages taucht der Chefred persönlich in der Redaktionskonferenz der &#8220;TV Serien&#8221; auf, und ich ahne schon: Das war&#8217;s. Zwar hat sich das Heft gut verkauft, aber es kam zu wenig Geld über Anzeigen rein. Das hat sich nicht gerechnet. Ich vermute, dass das auch daran liegt, dass wir einen unguten Spagat zwischen den wöchentlichen und den täglichen Serien versucht haben. &#8220;Star Trek&#8221; und &#8220;California Clan&#8221; gehören einfach nicht in ein Heft.</p>
<p>Irgendwie verzettel ich mich auch langsam, denn zwischen den Artikeln, Kommentaren und Presseterminen schreibe ich weiterhin stur die Randspalten für SAT.1. Urlaub ist praktisch nicht drin, ich schaffe es in diesen Jahren gerade ein mal auf die Malediven, wo allerdings eine Luftblase in der Backenzahnfüllung schmerzhaft verhindert, dass ich auf Tauchgang gehen kann. Ich tanze in der Redaktion auf einem Dutzend Hochzeiten, und langsam aber sicher wird mir schwindelig.</p>
<p>Ich spüre, dass sich was ändern muss. Dass ICH was ändern muss.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Die Ehre des deutschen Kinos gerettet?</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Jul 2010 14:41:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wortvogel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mit Ruhm bekleckert hat sich der deutsche Film in diesem Jahr nicht gerade. Zwei Produktionen, die zum Fremdschämen geradezu einladen, werden jetzt aus der Schusslinie genommen: &#8220;Die Superbullen&#8221; mit Tom Gerhardt und Hilmi Sözer wird von September auf Januar 2011 verschoben. Der neue &#8220;Werner &#8211; eiskalt!&#8221; bekommt nicht einmal mehr einen konkreten Starttermin. Statt Ende [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-11605" style="float: left;" title="werner-2" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/07/werner-2-220x275.jpg" alt="werner-2" width="220" height="275" />Mit Ruhm bekleckert hat sich der deutsche Film in diesem Jahr nicht gerade. Zwei Produktionen, die zum Fremdschämen geradezu einladen, werden jetzt aus der Schusslinie genommen: &#8220;Die Superbullen&#8221; mit Tom Gerhardt und Hilmi Sözer wird von September auf Januar 2011 verschoben. Der neue &#8220;Werner &#8211; eiskalt!&#8221; bekommt nicht einmal mehr einen konkreten Starttermin. Statt Ende August 2010 verweist der Verleih nun vage auf &#8220;Sommer 2011&#8243;.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>First Look: Green Lantern</title>
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		<pubDate>Sat, 17 Jul 2010 17:41:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wortvogel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film, TV & Presse]]></category>
		<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich habe es mir hier ja zur Angewohnheit gemacht, neue Superhelden vorzustellen. Und nachdem auch meine Affinität für Green Lantern dokumentiert ist, komme ich kaum umhin, euch das aktuelle Cover von &#8220;Entertainment Weekly&#8221; zu präsentieren. Angeblich ist das NICHT das endgültige Kostüm. sondern nur ein digitales Rendering auf dem Körper von Ryan Reynolds (der erwartungsgemäß [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-11540" style="float: left;" title="EWcover" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/07/EW-1112-cover-comiccon_308-220x282.jpg" alt="EWcover" width="220" height="282" />Ich habe es mir hier ja zur Angewohnheit gemacht, neue Superhelden vorzustellen. Und nachdem auch meine Affinität für Green Lantern <a href="http://wortvogel.de/2009/08/ruhe-da-vorne-movie-mania-2009-99-101-heute-green-lantern-first-flight-coco-chanel-the-lost-patrol/">dokumentiert</a> ist, komme ich kaum umhin, euch das aktuelle Cover von &#8220;Entertainment Weekly&#8221; zu präsentieren.</p>
<p>Angeblich ist das NICHT das endgültige Kostüm. sondern nur ein digitales Rendering auf dem Körper von Ryan Reynolds (der erwartungsgemäß nicht schlecht in der Rolle aussieht). Der Ring passt, die Maske auch &#8211; aber die leeren Augen stören mich. Das ist freaky, und nimmt der Figur jede Menschlichkeit.</p>
<p>Eure Meinung?</p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>BILD-Blödsinns-Quadrupel (+ Bonus)</title>
		<link>http://wortvogel.de/2010/07/bild-blodsinns-quadrupel-bonus/</link>
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		<pubDate>Wed, 14 Jul 2010 12:34:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wortvogel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film, TV & Presse]]></category>
		<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Lustiges]]></category>
		<category><![CDATA[Neues]]></category>

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		<description><![CDATA[Für einen eigenen Beitrag taugt der BILD-Unfug nur noch selten. Erfreulicherweise haben die Online-Redakteure (deshalb?) die Schlagzahl des Wirrsinns erhöht, so dass ich euch heute gleich mal mehrere Beispiele präsentieren kann. Warum ich das tue? Nicht mal so sehr, um der BILD einen reinzutun. Das Boulevard-Blatt ist nur ein perfektes Beispiel, um bestimmte Grundlagen der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Für einen eigenen Beitrag taugt der BILD-Unfug nur noch selten. Erfreulicherweise haben die Online-Redakteure (deshalb?) die Schlagzahl des Wirrsinns erhöht, so dass ich euch heute gleich mal mehrere Beispiele präsentieren kann.</p>
<p>Warum ich das tue? Nicht mal so sehr, um der BILD einen reinzutun. Das Boulevard-Blatt ist nur ein perfektes Beispiel, um bestimmte Grundlagen der journalistischen Arbeit am Gegenteil zu erklären.</p>
<p>Erinnert ihr euch noch an <a href="http://wortvogel.de/2009/06/grundlagen-des-journalismus-fur-anfanger-erst-die-frage-dann-die-antwort/">diesen Beitrag</a>, in dem ich moniere, dass BILD im Aufmacher schon die Antwort auf die Frage gibt, die im Anreißer dann erst gestellt wird? Das ist ein Anfängerfehler, den ich einfach nicht fassen kann. Welcher Redakteur schreibt sowas, welcher Lektor lässt das durch? Wenn ich &#8220;Guttenberg neuer Bundeskanzler!&#8221; titele, dann bringt es nichts, den Leser im folgenden Anreißer mit dem Satz &#8220;Wer wird jetzt neuer Bundeskanzler?&#8221; ködern zu wollen.</p>
<p>Aber BILD wird es wohl nie lernen:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11482" style="vertical-align: middle;" title="Lena steht" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/07/Lena-steht.png" alt="Lena steht" width="226" height="303" /></p>
<p>Eines der beliebtesten Stilmittel der BILD ist das Fragezeichen, denn es macht aus jeder bösartigen Unterstellung eine harmlose (ja fast sorgenvolle) Frage. Gegen &#8220;Merkel schnupft Kokain!&#8221; könnte man klagen, gegen &#8220;Schnupft Merkel Kokain?&#8221; nicht.</p>
<p>Dumm nur, wenn die BILD dabei ein wenig durcheinander kommt:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11483" style="float: left;" title="Datenskandal" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/07/Datenskandal.png" alt="Datenskandal" width="226" height="305" /></p>
<p>In der Kopfzeile noch ein &#8220;Datenskandal!&#8221;, zwei Zeilen drunter nur noch ein &#8220;Datenskandal?&#8221;, der nicht einmal mehr konkret ist, sondern allenfalls &#8220;droht&#8221;. So schnell kann das gehen. Oder gibt es einen substanziellen Unterschied zwischen &#8220;Datenskandal&#8221; und &#8220;Daten-Skandal&#8221;?</p>
<p>Besonders hakelig wird es, wenn die BILD sich über etwas aufregen möchte, über das man sich eigentlich nicht aufregen kann &#8211; wenn z.B. <a href="http://wortvogel.de/2009/05/leser-wurde-von-bild-eklig-angeschrieben/">Nackte an einem FFK-Strand auftauchen</a>. Dann werden Vorwürfe regelmäßig so halbgar formuliert, dass letztlich kaum noch rauszulesen ist, um was es eigentlich geht. Schauen wir uns doch das hier mal an:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11484" style="float: left;" title="Eminem1" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/07/Eminem1.png" alt="Eminem1" width="154" height="311" /></p>
<p>Wow! Echt jetzt? Eminen klaut bei Haddaway? Musikalischer Diebstahl? Hat der das nötig? Wir ahnen schon: nein. Und die BILD ahnt es auch, denn unter der Schlagzeile ist von einer &#8220;Cover-Version&#8221; die Rede, was ja nichts mit Diebstahl zu tun hat.</p>
<p>Diebstahl stimmt also nicht.</p>
<p>&#8220;Cover-Version&#8221; leider auch nicht, weil Eminem &#8220;What is love?&#8221; nicht gecovered hat.</p>
<p>Den dritten Versuch mit &#8220;singt nach&#8221; können wir leider auch nicht gelten lassen, denn Eminem singt keinen Ton von Haddaway oder seinem Song.</p>
<p>Drei Fehler, aber BILD mag es damit nicht gut sein lassen. Wir klicken weiter:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11485" title="Eminem2" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/07/Eminem2.png" alt="Eminem2" width="370" height="280" /></p>
<p>Okay, jetzt &#8220;bedient sich&#8221; Eminem nur noch bei Haddaway &#8211; für einen einzigen Sample. Und BILD wundert sich, dass der Song trotzdem nicht &#8220;What is Love?&#8221; sondern &#8220;No love&#8221; heißt. So, wie &#8220;Ice Ice Baby&#8221; ja auch &#8220;Under Pressure&#8221; heißen müsste.</p>
<p>Ach ja: Ein Song, der ein Sample verwendet, heißt deswegen noch lange nicht &#8220;Sampler&#8221;&#8230;</p>
<p>Das Synonym-Wörterbuch der BILD-Redaktion ist damit aber noch nicht am Ende:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11486" style="vertical-align: middle;" title="Eminem3" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/07/Eminem3.png" alt="Eminem3" width="370" height="415" /></p>
<p>&#8220;Abkupfern&#8221; bezeichnet laut Wikipedia die Herstellung einer Kopie oder eines Plagiats. Trifft natürlich AUCH nicht zu.</p>
<p>Soviel Text, soviel Unfug, soviel Halbgares &#8211; nur für die Information, dass in einem neuen Eminem-Song (der übrigens gar nicht schlecht ist) ein Sample von Haddaway vorkommt.</p>
<p>Über die Frage, warum die Verwendung des Samples &#8220;ein genialer Seitenhieb auf die &#8216;wilden 90er&#8217;&#8221; ist, mag ich mir an dieser Stelle nicht auch noch den Kopf zerbrechen.</p>
<p>Wer glaubt, BILD hätte damit den Gipfel des Leer-Journalismus erreicht, den darf ich eines Besseren belehren:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11495" title="Belke" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/07/Belke.jpg" alt="Belke" width="370" height="397" /></p>
<p>Oberflächlich geht es darum: In einer Edel-Disco legt eine DJane &#8220;oben ohne&#8221; auf. Ein Nackedei namens Nicole Belke mag deshalb nicht hingehen: &#8220;<em>Ich habe abgesagt. In der Werbung für die Party  heißt es, die DJane hätte die schönsten Brüste. Lächerlich! Meine sind  viel schöner. Ich komme nicht nach Stuttgart, wenn ich in der  Busen-Platzierung nur auf Rang 2 liege.</em>&#8221;</p>
<p>Ja, genau: Über so etwas kann man &#8220;Artikel schreiben&#8221;. Der Hintergrund ist natürlich, dass BILD seit Monaten massiv für Playmate Mia Gray und das Pop-Duo &#8220;Candy Six&#8221; <a href="http://www.bild.de/kddb/cms/websearch.do?query=mia+gray&amp;pageid=2212">trommelt</a>. Was von diesem Dance-Act zu halten ist, vermittelt ausreichend die erste Minute ihres Debüt-Videos:</p>
<p><a href="http://wortvogel.de/2010/07/bild-blodsinns-quadrupel-bonus/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
<p>Ich hätte nie gedacht, dass ich <a href="http://www.google.de/images?q=sabrina%20salerno&amp;oe=utf-8&amp;rls=org.mozilla:de:official&amp;client=firefox-a&amp;um=1&amp;ie=UTF-8&amp;source=og&amp;sa=N&amp;hl=de&amp;tab=wi">Sabrina</a> mal für eine bessere Sängerin als irgendwen anders halte. Death to Auto-Tune!</p>
<p><span style="text-decoration: line-through;">Da ist es nur ein Detail, dass Nicole Belke nach meinen Recherchen trotz permanenter gegenteiliger Behauptungen von BILD niemals Playmate war.</span></p>
<p>Und nun zum Bonus.</p>
<p>Kein Bericht über die BILD wäre vollständig ohne eine Erwähnung des in permanenten Superlativen schwimmenden <a href="http://wortvogel.de/2006/11/papier-ist-geduldig/">Norbert Körzdörfer</a>. Wenn es um Superstars geht, also richtige Superstars, keine bloßen Stars, dann muss er ran. Bei Tom Cruise sowieso, der ist nämlich sein bester Freund. Zumindest scheint Körzdörfer das zu glauben: &#8220;<em>Ich kenne Tom Cruise seit zehn Jahren. Ich  saß mit ihm im Jeep, als er Katie Holmes knutschte. Ich flog in seinem  Jet. Ich habe mit ihm gegrillt.</em>&#8221;</p>
<p>Und so erklärt er in vorauseilendem Gehorsam den gefloppten &#8220;Knight and Day&#8221; zum &#8220;<em>sensationell witzigen Liebes-Thriller</em>&#8221; und erklärt uns obendrein: <em>&#8220;Tom Cruise ist 007, Clooney, Cary Grant, Paul Newman. Es ist der  witzigste Tom Cruise, den es je gab!&#8221;</em></p>
<p>Aber ich möchte von Mel Gibson reden, wie auch der Rest der Welt. Wie ist es möglich, dass ein Star sich selbst so konsequent demontiert, nach dem er 30 Jahre lang die Klaviatur der Selbstdarstellung doch so perfekt beherrschte? Warum hat Mel Gibson neulich und angeblich seine Freundin verhauen? Körzdörfer weiß es &#8211; weil er Gibson vor einem halben Jahr mal getroffen hat:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11496" title="gibson" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/07/gibson.jpg" alt="gibson" width="370" height="388" /></p>
<p>Allein: Aus einem Promo-Interview für den Film &#8220;Edge of Darkness&#8221; lassen sich nur wenige konkrete Erklärungen für das angeblich psychopathische Verhalten des Hollywood-Stars filtern. Was Körzdörfer bieten kann, sind vage Einschübe, die nichts mit seinem Gibson-Gespräch zu tun haben, und die ich hart an der Grenze zur Rufschädigung sehe: &#8220;<em>Sein Dämon ist der Alkohol. Die Drinks gegen  Langeweile und Melancholie. Wenn er anfängt, hört er nicht mehr auf. Er  strudelt. Er flucht. Er wird ordinär zum Macho, zum Rassisten, zum  Monster. Wenn er zu viel trinkt, wird es Nacht in seinem Kopf.</em>&#8221;</p>
<p>Er STRUDELT?</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Liebe Frau Künast&#8230;</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Jul 2010 10:16:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wortvogel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Lieber...]]></category>
		<category><![CDATA[Neues]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8230; ist es eigentlich justiziabel, wenn ich sagen würde &#8220;Halten Sie doch mal die Klappe!&#8221; ? Wenn dem so ist, weiche ich auf das hier aus: Endlich kommt (mit Schützenhilfe des neuen SPIEGEL) die Politikerkaste auf den Trichter, das Gesundheitssystem dadurch zu entlasten, dass man widerlegte &#8220;alternative Heilmethoden&#8221; wie Homöopathie einfach nicht mehr finanziert. Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230; ist es eigentlich justiziabel, wenn ich sagen würde &#8220;Halten Sie doch mal die Klappe!&#8221; ?</p>
<p>Wenn dem so ist, weiche ich auf das hier aus:</p>
<p><a href="http://wortvogel.de/2010/07/liebe-frau-kunast/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
<p>Endlich kommt (mit Schützenhilfe des neuen <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,705972,00.html">SPIEGEL</a>) die Politikerkaste auf den Trichter, das Gesundheitssystem dadurch zu entlasten, dass man widerlegte &#8220;alternative Heilmethoden&#8221; wie Homöopathie einfach nicht mehr finanziert. Die SPD hat sich dazu bekannt, und die Regierungskoalition ist angesichts der desolaten Lage im Gesundheitssystem auch dafür.</p>
<p>Wer sich seine Chakren justieren lassen will, soll das bitte nicht auf Kosten der Solidargemeinschaft tun. Rosinen im Kopf sollte man immer noch aus eigener Tasche bezahlen.</p>
<p>Wie richtig die Idee ist, zeigt sich schon daran, dass das alberne <a href="http://wortvogel.de/2009/01/spiegelblog-uber-die-fahigkeit-zur-kritik-und-die-unfahigkeit-zur-selbstkritik/">SPIEGELblog</a> vehement <a href="http://www.spiegelblog.net/homoopathie-die-grose-illusion-warum-der-spiegel-mit-seinem-aktuellen-titel-daneben-liegt.html">dagegen</a> ist.</p>
<p>Auftritt &#8220;Die Grünen&#8221;, respektive Sie, Renate Künast: &#8220;<em>Die pauschale Kritik an der Homöopathie verkennt, dass selbst die  Schulmedizin in vielen Fällen auf die industrielle Nachahmung von  Heilmitteln zurückgreift, die es in der Natur kostenlos gibt.</em>&#8221;</p>
<p>a) Die Widerlegung der Wirksamkeit von Homöopathie ist keine &#8220;pauschale Kritik&#8221;.</p>
<p>b) Der zweite Teil Ihres Satzes hat mit dem ersten nichts zu tun. Gar nichts. Null. Nada.</p>
<p>Desweiteren werden Sie zitiert, die  Kosten für Homöopathie stünden in keinem Verhältnis zu den gigantischen  Summen, die für Schulmedizin ausgegeben würden.</p>
<p>Das ist wohl so. Für Medikamente, Behandlungsmethoden und Therapien, die tatsächlich und nachgewiesenermaßen wirken, wird mehr Geld ausgegeben als für Quacksalberei. Erfreulich, aber manchmal auch fast schon wieder erstaunlich.</p>
<p>Frau Künast, für Sie nochmal ins Stammbuch:</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="370" height="298" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/V0W7Jbc_Vhw&amp;hl=de_DE&amp;start=343" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="370" height="298" src="http://www.youtube.com/v/V0W7Jbc_Vhw&amp;hl=de_DE&amp;start=343" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Ich würde gerne mal wieder die Grünen wählen &#8211; machen Sie mir das doch nicht so unmöglich!</p>
]]></content:encoded>
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		<title>20 Jahre Wortvogel in München: Wie er kam, was er wollte, warum er blieb (2)</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Jul 2010 06:18:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wortvogel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film, TV & Presse]]></category>
		<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Neues]]></category>
		<category><![CDATA[Privates]]></category>

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		<description><![CDATA[Neueinsteiger bitte Teil 1 lesen! Freitag Nachmittag, Ende April 1990. Mir ist gerade ein Praktikum zugesichert worden &#8211; für ab Montag. Und es klang gar nicht nach einem gemeinen Scherz. Es gibt Momente, da muss man sich entscheiden. Ich habe keine Wohnung in München, keinen Plan, kein Geld, und nur 48 Stunden übers Wochenende, alles [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Neueinsteiger bitte <a href="http://wortvogel.de/2010/07/20-jahre-wortvogel-in-munchen-wie-er-kam-was-er-wollte-warum-er-blieb-1/">Teil 1</a> lesen!</p>
<p>Freitag Nachmittag, Ende April 1990. Mir ist gerade ein Praktikum zugesichert worden &#8211; für ab Montag. Und es klang gar nicht nach einem gemeinen Scherz.</p>
<p>Es gibt Momente, da muss man sich entscheiden. Ich habe keine Wohnung in München, keinen Plan, kein Geld, und nur 48 Stunden übers Wochenende, alles zu organisieren. Zu wenig Zeit, um Angst zu haben.</p>
<p>Also mache ich mich auf den Weg zur Mitwohnzentrale, lasse mir ein paar Adressen von potentiellen kurzfristigen Wohnorten geben. Dann rufe ich beim Sozialdienst in Düsseldorf an: Sie sollen die Papiere für einen dringlichen Eilantrag fertig machen &#8211; ich muss eine Freistellung für zwei Monate erreichen. Glücklicherweise ziehen meine Kollegen mit, und machen es möglich, auch wenn es den ganz kurzen Dienstweg nehmen muss.</p>
<p>Samstag, zurück in Düsseldorf. Ich telefoniere mich durch die Liste von der Mitwohnzentrale. Sieht nicht gut aus. Alles zu kurzfristig. Dann: Eine ältere Dame aus Fürstenried meint, ihr möbliertes Zimmer sei noch nicht vermietet, ich könne gerne gleich am Sonntagabend vorbei kommen. 400 Mark. Muss gehen. Ich packe einen Seesack mit Klamotten, für Details ist keine Zeit. Schnell noch ein paar Instruktionen für meine WG-Bewohnerin (sie muss auf Marlowe aufpassen), dann sitze ich schon wieder im Zug nach München. Ich bin aufgeregt, aber zu überfordert, um die Bandbreite der Situation zu erfassen.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11362" title="hbf" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/07/hbf.jpeg" alt="hbf" width="370" height="278" /></p>
<p>München. Ich bin da.</p>
<p>Es ist weit nach Fürstenried. Damals fehlten der U-Bahn noch ein paar Stationen. Ich schleppe meine sieben Sachen in die U-Bahn, von der U-Bahn zur Straßenbahn, dann noch eine halbe Stunde zu Fuß.</p>
<p>Sonntag Abend: Ich klingle bei Frau Gerdom. Sie öffnet &#8211; und ist sichtlich baff angesichts des Seesacks auf meiner Schulter. Schnell stellt sich heraus: Sie will mich nicht sehen, um mir das Zimmer zu geben. Ich soll mich dafür <em>vorstellen</em>! Und in den letzten 24 Stunden hat sie es schon einem anderen Herrn versprochen.</p>
<p>München. Ich bin obdachlos. Am Tag vor meinem Praktikum.</p>
<p>Verzweifelt erkläre ich der erhofften Vermieterin meine Situation. Ich kann nirgendwo hin. Wenn ich nun gehe, muss ich zurück nach Düsseldorf. Das war&#8217;s dann. Ich habe Glück: Frau Gerdom bringt es nicht übers Herz, mich wegzuschicken. Ich kriege das Zimmer, dem anderen Herrn wird abgesagt.</p>
<p>In den kommenden Wochen entwickelt sich ein sehr herzliches Verhältnis zwischen mir und der knapp vor der Pensionsgrenze stehenden älteren Dame, die für die Verwaltung der Amerikaner am McGraw-Graben arbeitet. Ich lerne auch die ersten Tücken des Dialekts: Immer, wenn sie von &#8220;Der Mo&#8221; spricht, denke ich, sie meint (politisch unkorrekt) einen farbigen Kollegen aus der US-Armee (&#8220;der Mohr&#8221;). Es dauert ewig, bis ich darauf komme, dass sie generisch von &#8220;Der Mann&#8221; spricht&#8230;</p>
<p>Das Praktikum beim Gong ist anders, als ich erwartet habe. Statt durch alle Abteilungen durchgereicht zu werden, kommandiert man mich ab, die Programmspalten kleinerer Sender auf Schreibmaschine abzutippen. Eine Hilfsarbeit. Von tatsächlichem Praktikum keine Spur. Ist die Arbeit allerdings erledigt, habe ich ausreichend Gelegenheit, bei Kollegen reinzuschauen, Plausch zu halten. Es gibt nur offene Türen, und niemand macht auf &#8220;Du, ich hab&#8217; jetzt gerade echt keine Zeit&#8221;. Wenn man lernen will und ein wenig Initiative mitbringt, ist man hier genau richtig. <em>Ich</em> bin hier genau richtig.</p>
<p>Und es gibt Geld. Unglaublich viel Geld. 2000 Mark pro Monat. Für meine Verhältnisse bin ich damit stinkreich.</p>
<p>Aber glücklich bin ich nicht. Die Eltern meiner Herzdame erklären unsere Beziehung kurzerhand für beendet, und zu meiner Entgeisterung lässt sie es zu. Unter Tränen zwar, aber dennoch. Mein Herz ist gebrochen, ich habe Heimweh wie Bolle, und täglich telefoniere ich aus der Redaktion mindestens dreimal eine Stunde mit Freunden und Familie in Düsseldorf. Ich kann es kaum abwarten, wieder heim zu kommen. München! Was für eine scheiß Idee!</p>
<p>Typisch: Da ziehste mal wegen einer Frau in eine neue Stadt, und dann lässt sie dich fallen wie eine heiße Kartoffel. Wäre ihr das vor vier Wochen eingefallen, hätte ich meine Pläne noch absagen können. Nun habe ich den Salat. Weiber.</p>
<p>Ich lasse mir aus Frust einen Bart stehen &#8211; vielleicht auch bloß, um  mich etwas erwachsener zu fühlen.</p>
<p>Dann passiert etwas Seltsames: Die Kollegen in der Redaktion nehmen mich freundlich auf, registrieren mein enzyklopädisches Wissen zum Thema Fernsehen. Ich werde von einem Redakteur mit zu Presseterminen genommen, lerne Schauspieler wie Rainer Schöne kennen (den ich Jahre später bei den Dreharbeiten zu &#8220;Ice Planet&#8221; wiedersehe), und interviewe Dieter Laser und Jürgen Prochnow!</p>
<p><img class="aligncenter size-large wp-image-11322" title="Prochnow" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/07/Prochnow-370x232.jpg" alt="Prochnow" width="370" height="232" /></p>
<p>Kleiner Einschub: Prochnow habe ich nicht für den GONG interviewt, sondern für &#8220;Pinboard&#8221;, ein kleines Stadtmagazin in Düsseldorf. Aber diese Geschichte auch noch zu erzählen, würde hier zu weit führen.</p>
<p>In München ist das Wetter schön, ich sitze mit Kollegen im Biergarten, gehe mit meiner Co-Praktikantin ins Theater, und habe genug Geld in der Tasche, um nicht ständig zählen zu müssen. In der Redaktion ist es spannend: Die Arbeit mache ich auf einer Arschbacke, daneben verbringe ich Tage im Archiv, lese mich durch alte Ausgaben, schaue TV-historische Fotos an.</p>
<p>Jeden Donnerstag Abend gibt es im Konferenzraum zum Redaktionsschluss der neuen Ausgabe ein Buffet. Das ist eigentlich den Manteilteil-Redakteuren aus dem 3. Stock vorbehalten, wir Programmteil-Asseln aus dem 2. Stock haben da nichts zu suchen. Aber es war ein langer Tag, ich war fleißig, und ich habe Hunger. Irgendwann sitzt mir Chefredakteur <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Helmut_Markwort">Helmut Markwort</a> gegenüber. Ich schaue konsequent auf meinen Teller, hoffe, nicht aufzufallen. Umsonst. Er sagt plötzlich: &#8220;Wer sind Sie denn eigentlich, junger Mann?&#8221;. Ich schlucke runter, stammle: &#8220;Ich&#8230; ich bin niemand. Bloß aus dem Programm&#8221;. Er schüttelt den Kopf: &#8220;Es gibt bei uns keinen Niemand. Sie gehören dazu, das zählt was&#8221;. Dann wünscht er mir guten Appetit.</p>
<p>Wenn ich überhaupt irgendwas über den GONG sagen kann, dann das: Man gehört dazu. Es ist eine dysfunktionale, aber nichtsdestotrotz eine Familie. Jeder gegen jeden, aber alle gegen den Rest der Welt. Die Redaktion wird die soziale Sphäre, die mir bisher gefehlt hat.</p>
<p>Es gibt auch Sachen, die sind einfach lustig: Nach Bungee-Jumping will eine Firma &#8220;Barfly&#8221; als neuen Trendsport durchsetzen. Man zieht sich einen Anzug mit Klettstreifen an, springt auf ein Trampolin, und bleibt dann an einer Schaumstoffwand kleben. Als Schreiberling muss ich das natürlich ausprobieren:</p>
<p><img class="aligncenter size-large wp-image-11325" title="Barfly" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/07/Barfly-370x301.jpg" alt="Barfly" width="370" height="301" /></p>
<p>Mein Herzschmerz versickert so langsam, und obwohl ich mindestens alle zwei Wochen nach Hause trampe, beginnt mir München zu gefallen. Irgendwann greife ich mir ein Herz und frage den für Praktikanten zuständigen Redakteur, ob es denn möglich wäre, über das Praktikum hinaus zu bleiben. Er schüttelt resolut den Kopf: &#8220;Praktikanten werden nicht übernommen. Wir sind voll besetzt&#8221;. Schade. Ich richte mich langsam auf meine Rückkehr nach Düsseldorf ein, wo noch zwei Monate Zivildienst zu absolvieren sind.</p>
<p>Doch zu Hause wartet nicht das Düsseldorf, das ich verlassen habe. Mein Vater hat Krebs, und es sieht schlecht aus. Meine WG-Genossin hat hinter meinem Rücken die Wohnung gekündigt, um mit ihrem Andi zusammen zu ziehen (es wird knapp sechs Wochen gut gehen), weshalb auch ich ausziehen muss. Und nach dem Zivildienst habe ich keine Perspektive, weil ich mich nicht um einen Platz an der Uni gekümmert habe. Ich spüre: Auch wenn ich nach Düsseldorf zurück gehe, muss ich mich verändern. Das Nest ist weg.</p>
<p>Die letzte Woche beim GONG. Ich bin nervös, launisch. Irgendwann steht mein betreuender Redakteur im Büro, bittet mich nach draußen. Habe ich Scheiße gebaut? Er schaut mir in die Augen: &#8220;Ich wollte das nicht vor dem anderen Praktikanten sagen: Es gibt hier eine Redakteurin, die ihren Job nicht gut macht. Wenn du bleibst, werfen wir sie raus&#8221;.</p>
<p>Bamm.</p>
<p>Ich kenne die andere Redakteurin, war sogar mal ein Bier mit ihr trinken. Sie ist nett. Das kann ich nicht machen. Ich kann ihr nicht so in den Rücken fallen. Andererseits: Tatsächlich kommt sie gerne mal erst um 17.00 Uhr in die Redaktion, weil sie lieber im Englischen Garten liegt, statt ihren Job zu machen. Ich teile dem Redakteur meine Bedenken mit. Er sagt etwas sehr Kluges: &#8220;Glaubst du, die Kollegin würde auch nur eine Sekunde zögern, wenn sie dir DEINEN Job nehmen könnte?&#8221;. Vermutlich nicht. Ich habe schon gemerkt: man spielt hier mit harten Bandagen.</p>
<p>Ich verspreche, über das Angebot zu schlafen, aber schon bevor ich in meinem möblierten Zimmer in Fürstenried ins Bett gehe, frage ich Frau Gerdom, ob sie mich auch noch etwas länger ertragen würde. Sie würde.</p>
<p>Am nächsten Morgen nehme ich den Job als Programmredakteur beim GONG an. Ab Oktober 1990. Für 3600 Mark brutto, plus 1200, wenn ich auch die Programmspalten von SAT.1 für &#8220;Die2&#8243; aufbereite. 4800 Mark. Eine unglaubliche Summe für jemanden, der vor zwei Jahren noch für 5 Mark die Stunde beim Coop die Regale aufgefüllt hat. In meinem Düsseldorfer Freundeskreis bin ich damit der Krösus.</p>
<p>Wichtiger noch: Ich kann aus meiner Leidenschaft meinen Beruf machen. Schreiben, und seien es nur Programmspalten. Irgendwann vielleicht sogar Journalist werden. Ein richtiger. Ein gutes, irres Gefühl. Es kribbelt, wenn ich einschlafe, und es kribbelt, wenn ich aufwache.</p>
<p>In beschließe, die Zeit in Düsseldorf bestmöglich zu nutzen. Ich löse die Wohnung dort auf, mache den Führerschein, schließe Frieden mit meinem siechen Vater, und fahre mit Freunden in Urlaub nach Irland. Ich kann es nicht wissen, aber es wird für lange Zeit die letzte Zeit des reinen Herumalberns sein:</p>
<p><a href="http://wortvogel.de/2010/07/20-jahre-wortvogel-in-munchen-wie-er-kam-was-er-wollte-warum-er-blieb-2/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
<p>Stimmt übrigens: Ich hatte damals ECHT keinen Arsch in der Hose.</p>
<p>Es ist ein Sommer des Umbruchs, und ich spüre es.</p>
<p>Am Abend, bevor ich nach endgültig mit Sack und Pack nach München fahren soll, bekomme ich die große Sinnkrise. Ich will nicht weg! Ich will in Düsseldorf bleiben! Bei meiner Familie und den Freunden! Ich will Lehrer werden! Was soll ich in München? Ich kenne da doch praktisch niemanden! Und eine Freundin habe ich auch nicht.</p>
<p>Es ist eine krude Mischung aus Panikattacke, Feigheit und der düsteren Vorahnung, dass die Verantwortungslosigkeit der Jugend ihrem Ende zugeht. Bisher hat sich in meinem Leben alles ergeben &#8211; jetzt muss ich mich <em>entscheiden</em>.</p>
<p>Ich stehe knapp davor, alles in letzter Sekunde abzublasen. In meiner Ratlosigkeit besuche ich Onkel Klaus. Er hört sich die Sorgen an und sagt: &#8220;Klar kannst du hier bleiben. Da macht dir niemand einen Vorwurf. Aber dann wirst du dich immer fragen, ob es richtig war. Wenn du einmal kneifst, wirst du immer kneifen. Weil es einfach ist. Die Frage ist also &#8211; willst du heute anfangen, ein Kneifer zu sein?&#8221;. Ich weiß, das ist alberne Küchen-Psychologie, aber an diesem Abend im Herbst 1990 wirkt sie. Und ich werde in den nächsten 20 Jahren an neuralgischen Punkten meines Lebens immer wieder die Frage stellen: Fange ich heute an, ein Kneifer zu sein?</p>
<p>Alea jacta est.</p>
<p>Zum Ende des Sommers 1990 ziehe ich wieder in München zu Frau Gerdom. Marlowe bringe ich in einer Keksdose mit. Es ist nur für den Übergang: Das möblierte Zimmer ist klein, und der Weg vom und zum GONG zu weit. Ich brauche erstmals im Leben &#8220;was Eigenes&#8221;. Am Geld scheitert es ja jetzt nicht mehr.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11376" title="Konto" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/07/Konto.jpg" alt="Konto" width="370" height="215" /></p>
<p>Man weist mir einen Büroplatz ganz hinten in der Redaktion zu &#8211; &#8220;vorerst&#8221;. Ich teile das kleine Zimmer mit Patrick, der mich mit den Worten begrüßt: &#8220;Neu hier? Dann pass auf, dass du nicht hängen bleibst. Das ist ein Friedhof&#8221;. Ich habe keine Ahnung, was er meint. Es erinnert mich ungut an meinen ersten Tag in der Gesamtschule. Da kam ein Abiturient auf mich zu und sagte ansatzlos &#8220;Auch DU, mein Sohn, musst nicht ins Erziehungsheim&#8221;. People are strange.</p>
<p>Übrigens hat sich in den zwei Monaten meiner Abwesenheit beim GONG was verändert: Es gibt Computer statt Schreibmaschinen! Allerdings hat man anscheinend noch nicht so ganz begriffen, dass PCs mehr sind als angeberische Schreibmaschinen: Man tippt die Programmspalten in DOS-Word ein (nix Windows, nix Maus, nix), überspielt sie auf Diskette, und trägt sie dann zum einzigen Redaktionsdrucker (die Traube vor dem Gerät gibt dem Begriff &#8220;Drucker-Warteschlange&#8221; ein neue Dimension). Danach schreibt man von Hand neben die ausgedruckten Zeilen, ob sie kursiv oder halbfett gedruckt werden sollen, auch wenn Word das schon prima so ausgedruckt hat. Die Seiten gibt man dann in einer Mappe runter in den Satz, wo sie neu in den Satzcomputer getippt und gesetzt werden. Dann werden sie vom Satz ausgedruckt, und in der Mappe nach oben geschickt, wo ich handschriftlich Änderungen eintrage. Nach drei solchen Durchgängen passen die Spalten dann endlich. Warum man die Daten von meinem Computer nicht direkt an den Satz schicken kann? Na na &#8211; das wäre nun wirklich Science Fiction&#8230;</p>
<p>Eine Kollegin erzählt mir zwischen Tür und Angel, dass der Telefonanschluss im Praktikantenzimmer jetzt eine Sperre für Ferngespräche hat. Es stellt sich heraus, dass &#8220;jemand&#8221; im Mai/Juni von dort aus 1800 Mark vertelefoniert hat. Ich bin froh, dass sich niemand die Mühe macht zu checken, wer zu diesem Zeitpunkt Praktikant war. Die Lässigkeit des GONG in solchen Dingen wird mir noch oft in die Hände spielen.</p>
<p>Ich bin immer noch viel in Düsseldorf, kann mich schwer von Freunden und Familie lösen. Einmal komme ich gerade noch rechtzeitig, um meinen Vater zu besuchen &#8211; eine halbe Stunde darauf stirbt er. Es ist alles sehr schwierig, sehr viel, sehr unruhig, aber ich wachse daran. Ich er-wachse daran.</p>
<p>Ich kaufe ein Auto, mein erstes. Einen alten Renault 18. Der fährt zwar nur 130, und säuft kräftig Benzin, aber er fährt sich wie ein Panzer, und man sitzt in ihm wie in einem Wohnzimmer. Auf der Fahrt von der Abholung in Düsseldorf nach Köln fahre ich ihn zu Schrott. Nach nur drei Stunden. Das muss so eine Art Rekord sein:</p>
<p><img class="aligncenter size-large wp-image-11336" title="auto" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/07/auto-370x364.jpg" alt="auto" width="370" height="364" /></p>
<p>Zum Glück ist mein Stiefvater ein guter Mechaniker, und schweißt das Gefährt wieder zusammen. Aber er zeigt mir auch einen total geschrottenen BMW, aus dem der Fahrer nicht mehr lebend rausgekommen ist: &#8220;Das kann sehr schnell gehen&#8221;. Seither fahre ich unfallfrei.</p>
<p>In München steht das Thema Wohnungssuche an. Ich schaue in die Immobilienanzeigen der SZ, aber das ist mir zu nervig. Also inseriere ich selbst. Junggeselle, keine Tiere (psssst!!!), Nichtraucher, gut verdienend. Tatsächlich bekomme ich mehrere brauchbare Angebote, und nach einem weiteren Bewerbungsgespräch bei einer älteren Dame beziehe ich zum 1.11.1990 ein Ein Zimmer-Apartment mit Kochnische und Bad, aber ohne Keller oder Balkon. 36 Quadratmeter. Gabelsbergerstraße 32. Nur zehn Minuten vom GONG, wenn man mit dem Rad fährt &#8211; eine halbe Stunde, wenn man Lust hat, mit dem Auto so lange nach einem Parkplatz zu suchen. 650 Mark.</p>
<p><img class="aligncenter size-large wp-image-11399" title="gabelsberger" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/07/gabelsberger-Kopie-370x493.jpg" alt="gabelsberger" width="370" height="493" /></p>
<p>Es folgen Tage, in denen ich tue, was man so tut, wenn man seine erste eigene Wohnung hat, und Mutti nicht mehr in Reichweite lebt: Ich lasiere &#8220;Ivar&#8221;-Regale von Ikea, mache mich mit dem Waschsalon um die Ecke vertraut, und finde einen Zooladen, der Bachflohkrebse für Wasserschildkröten führt.</p>
<p>Wer das kulturhistorisch einordnen möchte &#8211; es war das kurze Jahr, in dem wir Seidenhemden für eine total modische Sache hielten:</p>
<p><img class="aligncenter size-large wp-image-11332" title="seidenhemd" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/07/seidenhemd-370x613.jpg" alt="seidenhemd" width="370" height="613" /></p>
<p>Es gibt kein Vertun: Fester Job, eigene Wohnung, ein Auto. Ich lebe in München.</p>
<p>Und jetzt?</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>München &#8211; Plakatopolis (Bonus)</title>
		<link>http://wortvogel.de/2010/07/munchen-plakatopolis-bonus/</link>
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		<pubDate>Sat, 10 Jul 2010 15:57:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wortvogel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Lustiges]]></category>
		<category><![CDATA[Neues]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn man einmal anfängt, hört das einfach nicht mehr auf&#8230; Ich kann verstehen, dass Prominenz auffährt, um für das Deutsche Theatermuseum zu trommeln. Aber muss Sunnyi Melles Testimonial gleich gar so strunzdumm, sinnentleert, herablassend, unpassend, hilflos, und albern sein? Der Spruch ist ungefähr so angebracht wie &#8220;Ich gehe ins Deutsche Theatermuseum, weil es genau so [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn man einmal anfängt, hört das einfach nicht mehr auf&#8230;</p>
<p>Ich kann verstehen, dass Prominenz auffährt, um für das Deutsche Theatermuseum zu trommeln. Aber muss Sunnyi Melles Testimonial gleich gar so strunzdumm, sinnentleert, herablassend, unpassend, hilflos, und albern sein?</p>
<p><img class="aligncenter size-large wp-image-11356" title="melles" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/07/melles-370x530.jpg" alt="melles" width="370" height="530" /></p>
<p>Der Spruch ist ungefähr so angebracht wie &#8220;Ich gehe ins Deutsche Theatermuseum, weil es genau so wichtig ist wie orthopädische Stützstrümpfe.&#8221;</p>
<p>Äpfel, meet Birnen&#8230;</p>
<p>Und dann ist da noch dieses sympathische Plakat einer Firma, die wohl im Fremdauftrag Immobilien verhökert. Darf man Text und Bild glauben schenken, ist der Selbstverkauf einer Immobilie ungefähr gleichzusetzen mit einem Raubüberfall albanischer Sonderschüler, die es auf deine magere Rente abgesehen haben:</p>
<p><img class="aligncenter size-large wp-image-11402" title="immo" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/07/immo-370x273.jpg" alt="immo" width="370" height="273" /></p>
<p>Ich würde auch gern was zur kreativen Kommasetzung sagen, aber da muss gerade, ich tunlichst die Klappe halten&#8230;</p>
<p>Least, aber sicher nicht last: Seit Monaten fasziniert mich diese Großwerbefläche am Luise-Kiesselbach-Platz:</p>
<p><img class="aligncenter size-large wp-image-11403" title="silvana" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/07/silvana-370x277.jpg" alt="silvana" width="370" height="277" /></p>
<p>Wir hatten das ja schon bei &#8220;<a href="http://wortvogel.de/2010/07/munchen-plakatopolis/">Evita</a>&#8220;, aber können wir mal kurz über die Körperhaltung reden?</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11406" title="schmittsolo" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/07/schmittsolo.jpg" alt="schmittsolo" width="370" height="695" /></p>
<p>Hat sie Schmerzen in der Schulter? Warum greift sie sich an den Schritt? Schüchtern?</p>
<p>Wer nun glaubt, hier lediglich eine Miet-Musikantin vor sich zu haben &#8211; weit gefehlt. Im Haus, das von ihrem Plakat verziert ist, findet sich auch La Voces Ladenlokal:</p>
<p><img class="aligncenter size-large wp-image-11409" title="Laden" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/07/Laden-370x262.jpg" alt="Laden" width="370" height="262" /></p>
<p>&#8220;<a href="http://www.esowatch.com/ge/index.php?title=Kinesiologie">Kinesiologie</a>&#8221; und &#8220;Persönlichkeitscoaching&#8221; &#8211; Volltreffer!</p>
<p>Da lohnt es sich, genauer hinzuschauen:</p>
<p><img class="aligncenter size-large wp-image-11411" title="urkraft" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/07/urkraft-370x320.jpg" alt="urkraft" width="370" height="320" /></p>
<p>Googelt man die Event-Sopranistin mit der unverständlichen Körperhaltung, findet man gleich mehrere Seiten von ihr und aus ihrem Umfeld: Sie ist nicht nur <a href="http://www.la-voce-silvana.de/galerie.htm">&#8220;La voce Silvana&#8221;</a> und staatlich geprüfte Opernsängerin, sondern auch Kinesiologin, Gesangstherapeutin, Dozentin, und betreibt obendrein die abgebildete Praxis für &#8220;<a href="http://www.urkraft-atem.de/">Atem- und Integrationsarbeit</a>&#8220;.</p>
<p>Das esoterische Geschwurbel auf diesen Webseiten ist erbaulich. Hier nur mal ein fast willkürliches Beispiel zum Thema Partneratemsitzungen:</p>
<p><em>&#8220;Partneratemsitzungen bieten sich für alle Menschen an, die die  beiden Pole männlich und weiblich in sich spüren und harmonisieren  möchten und sind sehr gut auch für Paare geeignet, die entweder  energetisch tiefer in Kontakt miteinander kommen möchten oder bestehende  Konflikte lösen möchten.</em></p>
<p><em>&#8230;</em></p>
<p><em>Die Partneratemsitzung findet im Sitzen statt. Das Paar sitzt  sich gegenüber und berührt sich an den Händen. Eine Person atmet aktiv  verbunden, die andere nimmt nur passiv auf. Der aktive, männlich gebende  Part berührt die offenen aufnehmenden Hände des weiblich empfangenden  Parts. Nach einer halben Stunde wird gewechselt. Die Person, die  verbunden atmete, nimmt nun Energie passiv auf, die andere Person atmet  aktiv verbunden.&#8221;</em></p>
<p>Mein persönlicher Favorit ist jedoch ein Kommentar von &#8220;Petra&#8221; im Gästebuch der Webseite, dem ich nur uneingeschränkt zustimmen kann: &#8220;<strong>ATMEN: lebensnotwendig!!</strong>&#8221;</p>
<p>Um zum Wochenende ein wenig versöhnlicher zu enden &#8211; hier ein cooler Bus, den ich auf meiner Foto-Safari gesehen habe:</p>
<p><img class="aligncenter size-large wp-image-11414" title="oldie1" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/07/oldie1-copy-370x310.jpg" alt="oldie1" width="370" height="310" /></p>
<p>Und kurz darauf stand ich am Mittleren Ring hinter dem hier:</p>
<p><img class="aligncenter size-large wp-image-11415" title="oldie2" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/07/oldie2-copy-370x312.jpg" alt="oldie2" width="370" height="312" /></p>
<p>Und jetzt geht raus &#8211; ist schön draußen!</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Natürlich wird dieser Film scheiße&#8230;</title>
		<link>http://wortvogel.de/2010/07/naturlich-wird-dieser-film-scheise/</link>
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		<pubDate>Fri, 09 Jul 2010 11:41:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wortvogel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film, TV & Presse]]></category>
		<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Neues]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Von den Machern von &#8216;Epic Movie&#8217; und &#8216;Disaster Movie&#8216;&#8221; muss mittlerweile als Warnung gelten &#8211; hier kommt &#8220;Vampires suck&#8221;: Ich traue es mich kaum zu sagen: Das Original &#8220;Twilight&#8221; ist vermutlich besser. Und lustiger. ABER: Für den deutschen Verleihtitel &#8220;Beilight &#8211; Biss zum Abendbrot&#8221; gibt es ein Fleißsternchen!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Von den Machern von &#8216;Epic Movie&#8217; und &#8216;<a href="http://wortvogel.de/2008/12/filmkritik-disaster-movie/">Disaster Movie</a>&#8216;&#8221; muss mittlerweile als Warnung gelten &#8211; hier kommt &#8220;Vampires suck&#8221;:</p>
<p><a href="http://wortvogel.de/2010/07/naturlich-wird-dieser-film-scheise/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
<p>Ich traue es mich kaum zu sagen: Das Original &#8220;Twilight&#8221; ist vermutlich besser. Und lustiger.</p>
<p>ABER: Für den deutschen Verleihtitel &#8220;<strong>Beilight &#8211; Biss zum Abendbrot</strong>&#8221; gibt es ein Fleißsternchen!</p>
]]></content:encoded>
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		<title>20 Jahre Wortvogel in München: Wie er kam, was er wollte, warum er blieb (1)</title>
		<link>http://wortvogel.de/2010/07/20-jahre-wortvogel-in-munchen-wie-er-kam-was-er-wollte-warum-er-blieb-1/</link>
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		<pubDate>Thu, 08 Jul 2010 17:36:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wortvogel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film, TV & Presse]]></category>
		<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Neues]]></category>
		<category><![CDATA[Privates]]></category>

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		<description><![CDATA[Keine Ahnung, ob euch das hier interessiert. Aber wenn ich es heute nicht aufschreibe, schreibe ich es vielleicht nie auf. Jubiläen und Jahrestage haben etwas sehr Willkürliches. Die Wiederkehr eines Datums bekommt ein Gewicht, zerrt an den Erinnerungen, und spiegelt früh gestellte Fragen in die Gegenwart zurück. Diesen Monat bin ich ziemlich genau 20 Jahre [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="attachment wp-att-10258 alignleft" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/04/münchen.jpg" alt="münchen" width="370" height="247" /></p>
<p>Keine Ahnung, ob euch das hier interessiert. Aber wenn ich es heute nicht aufschreibe, schreibe ich es vielleicht nie auf.</p>
<p>Jubiläen und Jahrestage haben etwas sehr Willkürliches. Die Wiederkehr eines Datums bekommt ein Gewicht, zerrt an den Erinnerungen, und spiegelt früh gestellte Fragen in die Gegenwart zurück.</p>
<p>Diesen Monat bin ich ziemlich genau 20 Jahre in München. In keiner Stadt habe ich länger gelebt, auch nicht in Düsseldorf, das ich immer noch als Heimat betrachte. Nicht mehr lange, und ich werde die Hälfte meines Lebens hier verbracht haben. Und meine gesamte berufliche Karriere.</p>
<p>20 Jahre ist es her. Vielleicht kein guter Grund, aber auf jeden Fall Grund genug, um euch zu erzählen, wie es dazu kam. Es war, wie so vieles im Leben, nicht geplant, nicht einmal für möglich oder wünschenswert erachtet. Manchmal denke ich, das Leben nahm damals zum ersten Mal ein Paddel und schlug mir wuchtig auf den Hintern: „Los jetzt! Es gibt viel zu tun!“</p>
<p><img title="zivi" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/07/zivi-370x221.jpg" alt="zivi" width="370" height="221" /></p>
<p>1990. Ich absolviere meinen <a href="http://wortvogel.de/2009/06/polizeistaat-deutschland-1989-der-wortvogel-als-rebell-pirat-verbrecher/">Zivildienst</a>, schreibe das Horror-Fanzine „<a href="http://wortvogel.de/2008/06/wortvogels-erste-schritte-dark-palace/">Dark Palace</a>“, und wohne in meiner ersten und einzigen WG mit Birgit (die ich auch schon ewig aus den Augen verloren habe). Ihr Freund Andi nervt, lässt sich aber wenigstens überreden, in unseren Amateur-Gruselfilmen mitzuspielen. Vor ein paar Monaten habe ich die Freuden von Pizza entdeckt. Ich bin frische 21. Führerschein habe ich keinen – aber eine feste Freundin. Zum ersten Mal. Wow. Vorher war ich bloß ein paar Mal mit Mädchen „gegangen“, und das ging selten über „first base“ hinaus, wie man so schön sagt.</p>
<p>Ihr ahnt es schon: Der Wortvogel und die Frauen, da kann das große Drama nicht weit sein. Kaum feiern wir unser „Halbjähriges“, werde ich eher nonchalant informiert, dass die Dame meines Herzens ein zweijähriges Volontariat angenommen hat. In München. Bei einem <a href="http://www.zeit.de/1994/07/Der-Hueter-der-Stars">Pressedienst</a>.</p>
<p>Ich bin 21. Da stellt man sich noch nicht so offensichtliche Fragen wie: „Wenn sie mich wirklich gern hat, dann haut sie doch nicht einfach zwei Jahre ab, oder?“. Mehr noch: Der Gedanke, meinetwegen nicht oder nicht sofort nach München zu gehen, kommt Herzdame gar nicht. Ich höre Glocken läuten, während ich diese Zeilen schreibe (es ist 12.00 Uhr, und ich wohne neben einer Kirche). Damals höre ich leider gar nichts läuten. Ich bin verliebt. Und doof.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11309" title="daheim" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/07/daheim.jpg" alt="daheim" width="370" height="383" /></p>
<p>Die Probezeit meiner Freundin überstehen wir, in dem ich immer wieder fürs Wochenende nach München trampe. Das ist eine ganz eigene Geschichte, die ich noch separat erzählen werde. Bahnfahrten kann ich mir schlicht nicht leisten. Herzblatt wohnt zur Miete bei einer älteren Dame, ich muss also anderweitig untergebracht werden. Da hilft Frank aus, ein Kumpel aus den Zeiten meiner <a href="http://www.zivildienst.de/cln_007/lang_de/Navigation/DasBAZ/Organisation/Zivildienstschulen/ZDSchulen/Herdecke/Herdecke__node.html__nnn=true">Zivildienst-Schulung in Witten-Herdecke</a>. In seiner WG ist eine Matratze frei.</p>
<p>Es ist eine hektische, aber auch hilflose Phase. Rückblickend weiß ich nicht einmal mehr, ob ich glücklich war.</p>
<p>Als sich heraus kristallisiert, dass meine Freundin in der Tat in München bleiben wird, mache ich mir Gedanken über einen Umzug. Mein Zivildienst soll sowieso nur bis zum Sommer dauern, und das geplante Lehramt-Studium in Düsseldorf ist sicher auch in München möglich. Zu diesem Zeitpunkt beginnen Herzdames Eltern ganz massiv, unsere Beziehung zu blocken – und jeden Versuch, über eine gemeinsame Wohnung auch nur nachzudenken. Sie übernehmen die Suche, die Einrichtung, die Kosten – für ihre Tochter. Und die Tochter? Lässt es geschehen. Nochmal: Ich bin verliebt. Und doof.</p>
<p>Weil München dank Herzdame das gelobte Land ist, orientiere ich mich also südwärts. Dazu muss man wissen, dass ich bis auf den Bauernhof meiner Oma in Niedersachsen praktisch noch nichts von der Republik gesehen habe, und ein extremer Stubenhocker bin. Zivildienst, C64, Horrorfilme – das ist meine Welt. Mein Bruder ist der Dewi, der mit Interrail durch die Länder reist, mit dem Bus nach London fährt. Ich? Weniger.</p>
<p><img title="horror" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/07/horror-370x276.jpg" alt="horror" width="370" height="276" /></p>
<p>Egal, was tut man nicht alles für die Backfischliebe. Das Problem: Ich kann mir München gar nicht leisten. Ich brauche Lohnarbeit. Das erste Mal in meinem Leben. Und wo soll ich wohnen? Schnell wird mir klar: Klären lassen sich diese Fragen nur vor Ort. Also plane ich ein langes Wochenende ein, eingebettet in drei Arbeitstage, die Vorstellungsgesprächen dienen sollen. Ich brauche ein Praktikum. Ein bezahltes.</p>
<p>Ich weiß nicht, ob man sich das heute noch vorstellen kann: Es ist die Zeit vor dem Internet. Praktikumsstellen kann man nicht googlen, und Bewerbungen schickt man nicht per Email. Ich kenne NIEMANDEN, habe kein Vitamin B, keine Ahnung. Ich habe nichts, ich bin nichts. Nur ein Typ aus Düsseldorf, der gerne ein Praktikum hätte. Bezahlt. Und bald.</p>
<p>Ich kann eigentlich nur zwei Sachen: Quatschen und fernsehen. Also denke ich mir: Medienjournalismus. Gibt ja in München genug Verlage und Redaktionen. Ich verschicke einen Haufen Faxe und Briefe (Quick, Playboy, Bravo, Gong, TZ, AZ, Heyne, Eltern, Journalistenschule), aber wirklich begeisterte Reaktionen bekomme ich nicht. Erstaunlicherweise hat die Branche nicht auf einen weltfremden Zivi ohne jede Berufserfahrung gewartet. Ich lerne Klinkenputzen, was mir sehr schwer fällt. Und die Faust in der Tasche machen.</p>
<p>Einige Termine sind regelrecht demütigend: Das Gespräch bei der AZ wird abgebrochen, als der Redakteur merkt, dass er sich vertan hat – mein Schulpraktikum hatte ich beim WAS-Verlag, nicht beim renommierten WAZ-Verlag. So einen wie mich können die nicht brauchen. Bei der SZ lacht man mich an der Sprechanlage aus: Der zuständige Redakteur ist gar nicht im Haus, und hat sich wohl nur einen Scherz erlaubt, als er mich zum Vorstellungsgespräch eingeladen hat. Das tut weh.</p>
<p>Es ist das alte gemeine Lied: Ohne Erfahrung kein Job, ohne Job keine Erfahrung. Der Redakteur von Köpenick.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11314" style="float: left;" title="gong" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/07/1171037757.jpg" alt="gong" width="200" height="150" />Irgendwann stehe ich am Kurfürstenplatz in Schwabing. Es ist Freitag Nachmittag, und ich bin am Ende. Gegenüber ist der GONG-Verlag. Denen hatte ich auch geschrieben, aber keine Antwort erhalten. Ich scheiß drauf &#8211; mehr als verlieren kann ich nicht. Ich rufe von einer Telefonzelle aus an, versuche nicht verzweifelt zu klingen. Der Redakteur, der für die beiden Praktikumsstellen zuständig ist, geht tatsächlich ran. Ich erkläre ihm, dass ich gerade zufällig in der Gegend sei, und falls er mich mal kennenlernen&#8230; er unterbricht mich hektisch: „Uns ist gerade eine Praktikantin abgesprungen. Wenn Sie Montag um 9 Uhr hier auf der Matte stehen, können Sie gleich da bleiben.“</p>
<p>Ich komme nicht mal dazu, nach Details zu fragen. Ich habe ein Praktikum. Ein bezahltes? Keine Ahnung. Was soll ich da überhaupt? Auch keine Ahnung. Wenn ich von etwas viel habe in diesen Tagen, dann von &#8220;keine Ahnung&#8221;. Aber ich habe ein Praktikum.</p>
<p>In Amerika nennt man sowas „big break“. Wie „big“ der ist, wird mir erst Jahre später bewusst&#8230;.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>München &#8211; Plakatopolis</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Jul 2010 09:49:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wortvogel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Lustiges]]></category>
		<category><![CDATA[Neues]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich bin froh, dass ich seit neustem immer eine preiswerte und kleine Digi-Kamera in der Tasche habe, um in Zweifelsfall schnell einen Schnappschuss machen zu können. Immer wieder fallen mir Sachen auf, die ich mit euch teilen möchte. Heute zum Beispiel. In der Nähe vom Harras steht einer dieser PKW-Anhänger, die von Table Dance Bars [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin froh, dass ich seit neustem immer eine preiswerte und kleine Digi-Kamera in der Tasche habe, um in Zweifelsfall schnell einen Schnappschuss machen zu können. Immer wieder fallen mir Sachen auf, die ich mit euch teilen möchte. Heute zum Beispiel.</p>
<p>In der Nähe vom Harras steht einer dieser PKW-Anhänger, die von Table Dance Bars Gebrauchtwagen-Händlern gerne als preiswerte Werbefläche abgestellt werden:</p>
<p><img class="aligncenter size-large wp-image-11286" title="Laufhaus" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/07/Laufhaus-370x291.jpg" alt="Laufhaus" width="370" height="291" /></p>
<p>Lasst euch von dem mir bis dato unbekannten Begriff &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Laufhaus">Laufhaus</a>&#8221; nicht täuschen &#8211; es geht um einen Puff. Faszinierend, wie Prostitution durch edle Optik und Begriffe wie &#8220;Gentlemanbar&#8221; rausgeputzt werden soll. Tut mir leid, aber Bordell bleibt Bordell, und wer da am Tresen hockt, ist vieles &#8211; aber kein Gentleman. Ein Gentleman zahlt nicht für Sex. Mit Geld.</p>
<p>Kampfsport hat in Deutschland immer noch ein schlechtes Image. Besonders Kickboxing riecht nach osteuropäischer Halbwelt, Zuhälterei und Türstehern, die dich gerne mal in der Mitte durchbrechen. Schweiß, Blut und Tränen &#8211; nichts, mit dem man die Sekretärin nach einem harten Tag noch vom &#8220;Sex and the City&#8221;-DVD-Set locken kann.</p>
<p>Als Gegenstrategie hat sich in den letzten Jahren durchgesetzt, dass viele Kampfsportschulen mit Bildern von blonden Frauen werben, die im Judo-Anzug freundlich lächelnd den Ellenbogen hoch halten, während aufmunternd versichert wird, Jiu-Kung-Thai-Kido-Pilates sei &#8220;MEHR als nur Selbstverteidigung!&#8221;. Quasi Wellness mit Körperkontakt. Ayurveda mit Asskicking. Power für Pussies.</p>
<p>Ich finde es erfrischend, wenn sich ein Anbieter mal wieder traut, &#8220;back to the roots&#8221; zu gehen:</p>
<p><img class="aligncenter size-large wp-image-11287" title="Thai" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/07/Thai-370x288.jpg" alt="Thai" width="370" height="288" /></p>
<p>Denn machen wir uns nichts vor: Mit wutverzerrtem Gesicht auf einen wehrlosen Gegner am Boden eindreschen &#8211; genau DARUM geht&#8217;s doch, oder? Scheiß auf Philosophie und Lebeneinsstellung. Die helfen dir nicht, wenn drei Schränke morgens um 3 vor dem &#8220;Boomerang&#8221; dein Fahrrad haben wollen.</p>
<p>Egal. Wo wir gerade von Blondinen sprechen&#8230;</p>
<p>Kennt ihr das auch &#8211; Plakate, die euch irritieren, weil sie irgendwie&#8230; falsch sind? Weil da was drauf ist, das einfach nicht passt? Schlechtes Photoshopping, ein Gesichtsausdruck konträr zur Werbebotschaft?</p>
<p>Mich hat die letzten Wochen die Ankündigung von &#8220;Evita&#8221; im temporären &#8220;Deutschen Theater&#8221; so aus dem Ruder geworfen, dass ich beim Autofahren manchmal gefährlich die Konzentration verlor, wenn eine Plakatsäule in Sicht kam. Um zu verstehen, woran das lag, fange ich am Besten mal mit der echten Evita Peron an:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11288" title="Evita Peron" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/07/Evita-Peron.jpg" alt="Evita Peron" width="370" height="278" /></p>
<p>Ein Klassiker. Eine Frau, die die Massen begeisterte. Ein Bild, das um die Welt ging. Kein Wunder, dass diese Pose ein zentraler Bestandteil von Film und Musical wurde.</p>
<p>Madonna gelang es, in Haltung und Ausdruck genau jenes überhöhte Drama darzustellen, das dem Musical zu diesem Thema gerecht wird &#8211; con pasión:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11289" title="Evita Madonna" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/07/Evita-Madonna.jpg" alt="Evita Madonna" width="370" height="388" /></p>
<p>Für die Aufführung in München hat man nun diese junge Dame und dieses Foto gewählt:</p>
<p><img class="aligncenter size-large wp-image-11290" title="Evita Musical" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/07/Evita-Musical-370x516.jpg" alt="Evita Musical" width="370" height="516" /></p>
<p>Sorry, das geht gar nicht!</p>
<p>Der Gesichtsausdruck völlig leer, der Mund debil halb geöffnet, die Arme ohne jegliche Spannung, und keinerlei Dramatik in der Bewegung. Diese Barbie stellt nicht Evita Peron dar, sondern eine Schaufensterpuppe. 100 Prozent Plastik. Leblos. Leidenschaftslos.</p>
<p>Es hat mich so verstört, wie man ein derart spannungsloses Bild für eine große Kampagne auswählen kann, dass ich sogar einen der Fotografen der LandIdee darauf ansprach. Er meinte nur: &#8220;Wahrscheinlich war das schon die beste Aufnahme, die sie mit der Frau hinbekommen haben. Du kannst als Fotograf hundert Mal sagen, sie soll ein wenig Ausdruck und Leidenschaft darstellen &#8211; wenn sie es nicht kann, kann sie es nicht. Habe ich oft genug erlebt.&#8221;</p>
<p>Mittlerweile ist das Plakat von den Säulen verschwunden, und ich kann wieder entgeisterungsfrei Auto fahren.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Liebe Nichtraucher&#8230;</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Jul 2010 14:59:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wortvogel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Lieber...]]></category>
		<category><![CDATA[Neues]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8230; ich bin einer von euch. Manchmal bezeichne ich mich sogar als militanten Nichtraucher &#8211; besonders wenn ein Raucher darüber schwadroniert, dass ausgerechnet sein Zigarettchen doch wohl niemanden störe, wenn offensichtlich das Gegenteil der Fall ist. Selber habe ich nie geraucht. Mein Vater ist an Lungenkrebs gestorben, nach 25 Jahren mit 2 Schachteln täglich. Es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11262" style="float: left;" title="rauchen" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/07/rauchen.gif" alt="rauchen" width="94" height="94" />&#8230; ich bin einer von euch. Manchmal bezeichne ich mich sogar als militanten Nichtraucher &#8211; besonders wenn ein Raucher darüber schwadroniert, dass ausgerechnet sein Zigarettchen doch wohl niemanden störe, wenn offensichtlich das Gegenteil der Fall ist.</p>
<p>Selber habe ich nie geraucht. Mein Vater ist an Lungenkrebs gestorben, nach 25 Jahren mit 2 Schachteln täglich. Es ist nicht der einzige Fall in meiner Familie, bei dem sich der Kausalzusammenhang so deutlich präsentiert. Trotzdem war meine Ablehnung der Fluppe nie grundsätzlicher Natur: Es schmeckt mir einfach nicht. Und ich habe naturgegebene Abhängigkeiten genug, da brauche ich keine Bonus-Sucht oben drauf, die mich um die Häuser treibt. Würde ich rauchen <em>wollen</em>, würde ich auch rauchen.</p>
<p>Der Beweis &#8211; oder der Beweis, dass ich inkonsequent bin: Manchmal stecke ich mir auf Medien-Partys, bei denen langbeinige Squaws auf Tabletts &#8220;Indian Spirit&#8221; herumreichen, eine an. Lässig, aber noch am nächsten Morgen kratzt es dann im Hals.</p>
<p>Generell befürworte ich die graduelle Ächtung von Raucher und Rauchwaren, die schleichende Ghettoisierung der Raucherzone. Statt mit harten Verboten zu arbeiten, ist es der Regierung tatsächlich gelungen, den Glimmstengel im Verlauf der letzten 30 Jahre uncool und unsexy zu machen. In den 70ern war Rauchen noch der Normalfall, und mit ihm der damit assoziierte Geruch, die dauernde Präsenz voller Aschenbecher, und der Gilb in Tapeten und Gardinen.</p>
<p>Obwohl ich Nichtraucher bin, respektiere ich die Zurückdrängung des  Rauchens als ausreichend. In Flughäfen und Flugzeugen wird nicht mehr  geraucht, in Straßenbahnen nicht, in Behörden und Schulen sowieso.  Ladenketten, Schnellrestaurants, Bahnhöfe: In der öffentlichen Sphäre  kommt Rauchen praktisch nur noch unter offenem Himmel vor, und selbst da  nur noch begrenzt.</p>
<p>Ergebnis: Nie war es dem Nichtraucher, der  Rauchen nicht nur ablehnt, sondern es in seinem näheren Umfeld nicht  ertragen kann, leichter, sich dem zu entziehen.</p>
<p>Niemand wird bestreiten, dass die Welt ohne permanenten Nikotin-Dunst besser dran ist.</p>
<p>Aber es gibt Grenzen, und genau die werden beim heutigen Volksentscheid über das totale Rauchverbot in bayerischen Kneipen und Gaststätten überschritten.</p>
<p>Zur Erklärung: Auch in Bayern gilt ein generelles Rauchverbot in der Gastronomie, basierend auf EU-Recht. Aber es gibt auch Ausnahmen, z.B. für Raucher-Clubs (also Kneipen, die sich frech so nennen), und für diverse Veranstaltungen und architektonische Sonderfälle.</p>
<p>Der Volksentscheid soll nun mit den Sondergenehmigungen Schluss machen &#8211; totales Rauchverbot in Gaststätten eben.</p>
<p>Es gehen die Gerüchte, dass die Organisation hinter dem Volksentscheid von der Pharma-Industrie gesponsort wird, und dass die Organisation gegen den Volksentscheid wiederum in der Tasche der Tabak-Lobby steckt. Beides ist mir wurscht, weil es um etwas ganz anderes geht.</p>
<p>Dies ist eine Zivilgesellschaft, die sehr stolz darauf ist, die Freiheit des Individuums zu verteidigen. Konflikte, das ist die Basis unseres Zusammenlebens, werden im Diskurs geklärt. Wenn es in der Sache kein &#8220;richtig&#8221; oder &#8220;falsch&#8221; gibt, dann muss eben ein Kompromiss her. Ein friedliches Gemeinwesen braucht und bedingt Konsens. Das ist nicht immer leicht, selten angenehm, aber ein notwendiger und gewollter Prozess.</p>
<p>Dass eine Bevölkerungsgruppe eine andere per Volksentscheid in diesem Maße unter Druck setzen, weg drängen, und stigmatisieren kann, empfinde ich als zutiefst undemokratisch. Wenn ein rauchender Wirt für rauchende Gäste ein Raucher-Lokal anbieten will &#8211; dann ist es schäbig, hier als Nichtraucher quasi gewaltsam eine Frischluft-Oase durchsetzen zu wollen. So, wie es Familien zuzumuten ist, dass sie sich kinderfreundliche Restaurants suchen, wenn die Kleinen während der Mahlzeiten ordentlich betreut werden sollen, so ist es Nichtrauchern zuzumuten, dass sie vor dem Betreten eines Lokals einen Blick auf die Tür werfen, ob sie in den Räumen mit Zigarettenrauch rechnen müssen. Jeder ist für seine eigenen Ansprüche verantwortlich. Das Argument &#8220;Wo ich hingehe, hat es gefälligst rauchfrei zu sein&#8221;, klingt für mich arg unsozial.</p>
<p>Ich bezweifle außerdem die basisdemokratische Funktion solcher  Volksbescheide, weil es traditionell leichter ist, die Gegner des Status  Quo zu mobilisieren als jene, die mit dem Ist-Zustand eigentlich ganz  gut leben können. Es besteht die Gefahr einer Verzerrung durch  Abstimmungsergebnisse, die dem tatsächlichen &#8220;Volkeswillen&#8221; nicht  entsprechen.</p>
<p>Wenn uns heute die Raucher in der Öffentlichkeit nicht passen &#8211; was kommt dann als nächstes? &#8220;Deutsche, kauft nicht bei Rauchern&#8221;? Verbieten wir Alkoholgenuss in der Öffentlichkeit, weil er Kindern ein schlechtes Vorbild sein könnte? Verbieten wir die Verwendung alteingesessener Schimpfwörter wie &#8220;Scheiße&#8221; oder &#8220;Verdammt!&#8221;, weil ältere Damen sich empören müssen? Könnte ich dann bitte für das Verbot von Arschlöchern, Crocs und Ballonseide-Joggginganzügen (auf Kombination steht Gefängnis) trommeln?</p>
<p>Kurz: Es darf nicht sein, dass man ein Verbot von Sachen durchsetzen kann, die einem schlicht nicht passen.</p>
<p>Die Raucher-Lobby hat sich allerdings bei mir auch keine Freunde  gemacht, als sie mit so affigen wie sexistischen Plakaten für ihre Sache  warb:</p>
<p><img title="rauch" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/07/SAM_0171-370x229.jpg" alt="rauch" width="370" height="229" /></p>
<p>Also, liebe Nichtraucher: Euer hehres Anliegen in Ehren, und Schutz von Kind und Hund im Blick &#8211; heute stimme ich <em>gegen</em> das &#8220;totale&#8221; Rauchverbot. Weil &#8220;total&#8221; sowieso nicht in das Vokabular eines Demokraten gehört. Weil mein Bruder, meine Tante, mein Kumpel, und mein Ex-Chef auch das Recht auf einen Kneipenbesuch haben, ohne alle zehn Minuten vor die Tür zu müssen. Kurzum: Weil ich diese Entscheidung nicht als Nichtraucher treffe &#8211; sondern als Staatsbürger. Und der muss eben auch mal über den eigenen Tellerrand schauen.</p>
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		<title>Flugzeug-Katastrophe: Anschnallen bitte!</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Jul 2010 17:20:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wortvogel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Neues]]></category>
		<category><![CDATA[Privates]]></category>

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		<description><![CDATA[Dies ist eine wahre Geschichte. Ich wünschte, es wäre nicht so&#8230; Am 12.2.2010 buchte ich über die Abteilung für Pressebuchungen einer bekannten Airline einen Flug für zwei Personen von München nach Hamburg und zurück. Die Bestätigung kam prompt per Email. Einen Namen für die zweite Person konnte ich zu diesem Zeitpunkt nicht angeben, da nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11239" style="float: left;" title="plane" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/07/INPLANE.jpg" alt="plane" width="150" height="180" />Dies ist eine wahre Geschichte. Ich wünschte, es wäre nicht so&#8230;</p>
<p>Am 12.2.2010 buchte ich über die Abteilung für Pressebuchungen einer bekannten Airline einen Flug für zwei Personen von München nach Hamburg und zurück. Die Bestätigung kam prompt per Email. Einen Namen für die zweite Person konnte ich zu diesem Zeitpunkt nicht angeben, da nicht sicher war, welcher Fotograf mich begleiten würde. Die Bestätigung weist für diesen Fall auf eine Gebühr von 30 Euro hin, wenn die zweite Person nicht binnen zwei Tagen nachgetragen wird. Das Risiko war ich bereit einzugehen.</p>
<p>Am 2.3. kam ich mit dem Fotografen (Nick) um 5.45 Uhr zum Check In der Airline in München. Dort wurde mir mitgeteilt, dass ich wir nochmal zum Ticketschalter müssten, um Nick als zweiten Reisegast eintragen zu lassen. Am Ticketschalter wurde uns dann mitgeteilt, dass wir statt der Gebühr von 30 Euro satte 225 Euro bezahlen müssten.</p>
<p>Begründung: Das Ticket müsse neu ausgestellt werden, und man stelle uns die Differenz zum Tagespreis in Rechnung. Auf meine Aussage, dass das doch wohl kaum sein könne, und auch meine Flugbestätigung nichts dergleichen sage, wurde ich unfreundlich beschieden: „Wollen Sie mit mir diskutieren – oder Ihren Flieger verpassen?“. Mangels Alternativen bezahlte ich den verlangten Preis unter Protest. Die Dame druckte Unterlagen aus, und schickte uns explizit zur Sicherheitsschleuse.</p>
<p>Dort angekommen teilte man uns aber mit, dass es sich noch gar nicht um eingecheckte Tickets handele, und wir NOCHMAL zum Check In müssten. Weil es zeitlich sehr eng wurde, ging ich zum Gate, während Nick wieder zum Check In lief. Dort wurde ihm mitgeteilt, der Ticket Counter habe seine Daten nicht übertragen, also müsse er dorthin. Vom Ticket Counter wurde Nick nach erneuter Bearbeitung wieder zum Check In geschickt, wo man sich nun endlich in der Lage sah, ihn einzuchecken – aufgrund von „Problemen mit dem System“ allerdings nur für den Hinflug. Nick erreichte den Flieger nur noch rennend und unter größten Anstrengungen. Mit 195 Euro Aufpreis zum eigentlichen Ticketpreis.</p>
<p>Und dann war die Maschine kaputt, wir standen zwei Stunden auf dem Rollfeld, und kamen mit einer Ersatzmaschine und drei Stunden Verspätung in Hamburg an, was alle unsere Termine über den Haufen warf.</p>
<p>Den Rest des Tages waren wir zwischen Kiel und Hamburg beschäftigt, alle Meetings im Eiltempo zu absolvieren, um die von der Airline verschuldete Verspätung wieder reinzuholen. Tatsächlich gelang es uns, um 16.00 Uhr in Hamburg wieder am Check In zu sein – 20 Minuten vor Abflug nach München. Die Dame dort warf einen Blick auf unsere Unterlagen, und beschied uns knapp: „Sie <em>(ich)</em> können fliegen – Sie <em>(der Fotograf)</em> müssen sich am Ticket Counter ein neues Ticket für den nächsten Flug holen, weil die Maschine schon zu ist“.</p>
<p>Auf meine Bemerkung, dass es wohl kaum sein könne, dass ich an Bord gehen dürfe, mein zeitgleich anwesender Fotograf aber zu spät sei, meinte sie, sie würde nun niemanden mehr einchecken. Und Nick sei nicht eingecheckt. Wie gesagt: 20 Minuten vor Abflug.</p>
<p>Ich erklärte ihr, dass</p>
<ol>
<li>wir so spät dran seien, weil die Airline uns am Morgen drei Stunden gekostet hatte, und</li>
<li>dass sich die Airline in München unfähig gezeigt hatte, den Fotografen dort schon einzuchecken.</li>
</ol>
<p>Ich bekam zu hören, dass ihr das alles egal sei, und ich ja rennen könne, wenn ich (allein) die Maschine erreichen wolle. Ich bat um ihren Namen, weil die Unhöflichkeit und totale Unwilligkeit, auch nur den Versuch von Hilfestellung zu geben, mich völlig verdatterte. Sie weigerte sich, mir ihren Namen zu nennen: „Das muss ich nicht“. Mein Fotograf meinte daraufhin, er könne sie gerne fotografieren, damit wir später belegen könnten, mit wem wir gesprochen haben. Die Dame am Schalter rief daraufhin empört, sie würde dann sofort die Polizei  rufen!</p>
<p>Stattdessen rief sie ihre Managerin, die knapp zehn Minuten vor Abflug auftauchte.</p>
<p>Ich erklärte erneut und sehr knapp die Sachlage, die Managerin schrieb augenblicklich einen Passierschein aus, und reichte ihn mir mit den Worten: „Damit kommt ihr Fotograf zum Flieger durch – beeilen Sie sich.“ Als ich meinte, dass ihre Kollegin uns doch seit zehn Minuten vorbete, der Flieger sei geschlossen, behauptete eben jene Kollegin nun: „Das habe ich nie gesagt!“</p>
<p>Uns blieb leider nicht die Zeit, das auszudiskutieren – wir rannten durch den Flughafen zum Gate. Dort angekommen, war die Maschine zwar noch nicht gestartet – aber reingelassen wurden wir nicht mehr. Der Pilot habe mittlerweile die Maschine geschlossen, hieß es – und der Check In habe es leider versäumt, unsere späte Ankunft telefonisch und namentlich anzukündigen. Das sei wohl vergessen worden. Kurz gesagt: Man hatte uns am Check In so lange mit der Behauptung hingehalten, wir seien zu spät dran, bis wir es tatsächlich waren.</p>
<p>Nach all dem Ärger, und der Tatsache, dass wir trotz der von der Airline gemachten Schwierigkeiten rechtzeitig am Gate waren, hob die Maschine ohne uns ab. Wir mussten uns zwei WEITERE Tickets kaufen, und über zwei Stunden am Hamburger Flughafen herum sitzen.</p>
<p>Es war ein Horrortrip, geprägt von unfreundlichen und erstaunlich service-feindlichen Handlungen seitens der Airline, der uns eine Menge Geld, Zeit und Nerven gekostet hat.</p>
<p>Nochmal kurz zusammengefasst:</p>
<ul>
<li>Erneuter Ticketzwang zum deutlich erhöhten Preis wegen fehlender Namensnennung des zweiten Passagiers</li>
<li>Totales Chaos beim Ausstellen des neuen Tickets, inklusive der Unfähigkeit, auch für den Rückflug den Check In vorzunehmen</li>
<li>Maschinenschaden und dreistündige Verspätung bis Hamburg</li>
<li>Verweigerung eines Check Ins in Hamburg, obwohl noch 20 Minuten Zeit bis zum Abflug war</li>
<li>Genehmigung des Check Ins erst nach großer Diskussion und Herbeiholung einer Vorgesetzten, keine 10 Minuten vor Abflug</li>
<li>Flug verpasst dank Versäumnis (?) der Check In-Angestellten, unsere Namen dem Gate durchzugeben</li>
</ul>
<p>Dies ist (zu 99%) das Protokoll dieses Tages, das ich für die offizielle Beschwerde aufgeschrieben habe. Wenigstens hat die Redaktion die Kosten für den Ärger übernommen.</p>
<p>Und da wundern die sich, dass Leute Amok laufen&#8230;</p>
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		<title>Blockbuster 2010: The summer so far&#8230;</title>
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		<pubDate>Sat, 26 Jun 2010 20:06:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wortvogel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film, TV & Presse]]></category>
		<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Neues]]></category>

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		<description><![CDATA[Okay, die Blockbuster-Saison ist &#8220;in full swing&#8221;, wie man so sagt, und da kann ich ja ruhig mal schauen, wie ich mit meinen Vorhersagen gelegen habe. Zwischenbilanz, sozusagen. Vorab sei angemerkt, dass sich ein Trend der letzten Jahre (wie schon erwähnt) immer mehr verstärkt: Auch teure Filme müssen nicht in den USA punkten, um an [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11168" style="float: left;" title="blockbuster" src="http://wortvogel.de/wp-content/uploads/2010/06/blockbuster.jpg" alt="blockbuster" width="170" height="144" />Okay, die Blockbuster-Saison ist &#8220;in full swing&#8221;, wie man so sagt, und da kann ich ja ruhig mal schauen, wie ich mit meinen Vorhersagen gelegen habe. Zwischenbilanz, sozusagen.</p>
<p>Vorab sei angemerkt, dass sich ein Trend der letzten Jahre (wie schon erwähnt) immer mehr verstärkt: Auch teure Filme müssen nicht in den USA punkten, um an Ende ihr Geld einzuspielen. Der weltweite Markt fängt auch Big Budget-Produktionen auf, die daheim sehr soft gestartet sind.</p>
<p>Ich gehe die Filme so durch, wie ich sie in meinem <a href="http://wortvogel.de/?s=%22blockbuster-vorschau%22&amp;p=">dreiteiligen Vorabbericht</a> vorgestellt habe &#8211; auch wenn sich einige Starttermine mittlerweile wieder verschoben haben.</p>
<p><strong>Robin Hood</strong>: Wie vermutet interessierten sich durch die Bank erwachsenere Zuschauer für den Film, was ihm zwar den explosiven Start versaute, aber eine gewisse Durchhalte auf der Langstrecke ermöglichte. Gut 100 Millionen ist in den USA für einen 200 Millionen-Budget ziemlich desaströs, aber der Weltmarkt hat nochmal knapp 200 zugeschossen, und dank DVD/TV-Lizenzen müssen weder Ridley Scott noch der Verleih ab nächste Woche mit dem Blechnapf in der Fußgängerzone sitzen. <strong>Kurzum</strong>: Gelaufen wie erwartet.</p>
<p><strong>Prince of Persia</strong>: Da kann man mal wieder sehen &#8211; eine Blockbuster-Franchise lässt sich eben nicht am Reißbrett planen, und Jake Gyllenhaal war von der Rolle genau so überfordert, wie ich befürchtet hatte. Zwar hat der effektüberladene Film wie &#8220;Robin Hood&#8221; dank globalem Wohlwollen fast 300 Millionen Dollar eingespielt &#8211; für den Beginn einer großen Franchise à la &#8220;Pirates of the Caribbean&#8221; hatte man sich aber sicher mehr erhofft. So 100, 200 Millionen mehr. Ich zweifle, ob das noch was wird. Vielleicht gibt es D2DVD-Sequels mit neuen Darstellern. <strong>Kurzum</strong>: Schlechter als erwartet.</p>
<p><strong>Splice</strong>: Da hatte ich genau richtig gelegen mit meiner Vermutung: Trotz guter Kritiken konnte der Gen-Thriller von Vincenzo Natali gerade mal 15 Mio in den USA einfahren. Ein Debakel. In den anderen Territorien wird es kaum besser sein. Keine Stars, eine (oberflächlich) abgeschmackt wirkende Story, kein nennenswerter USP &#8211; man musste kein Orakel sein, um das kommen zu sehen. <strong>Kurzum</strong>: Meine geringen Erwartungen wurden noch kräftig untertroffen.</p>
<p><strong>Repo Men</strong>: Weltweit keine 20 Millionen Dollar &#8211; das muss allen Beteiligten schwer wehtun, besonders dem Ego von Jude Law, der nach &#8220;Sherlock Holmes&#8221; vielleicht gehofft hatte, auch selbst als Action-Lead reüssieren zu können. <strong>Kurzum</strong>: Die Pleite nach dem US-Start im März hat sich konsequent gehalten.</p>
<p><strong>Predators</strong>: Noch nicht angelaufen, aber ich sehe den Streifen demnächst. Ich lasse euch wissen, ob er so sehr enttäuscht, wie ich den Vorab-Infos und den Trailern nach unterstellen muss.</p>
<p><strong>Karate Kid</strong>: Ich gebe zu &#8211; der hat mich kalt erwischt. Ein sensationelles 55 Millionen-Starwochenende, und mittlerweile 130 Millionen nur in den USA. Unglaublich für so einen kleinen Film (40 Mio Budget) mit einer so begrenzten Zielgruppe. Der hat &#8220;A-Team&#8221; an der Kinokasse zermalmt. Die Story ist wohl doch zeitloser, als ich dachte. <strong>Kurzum</strong>: Dieses Remake habe ich massiv unterschätzt.</p>
<p><strong>Knight and Day</strong>: Auch hier habe ich klar daneben gelegen. Eine Action-Romanze mit Cruise und Diaz sollte eigentlich kugelsicher sein. Aber wie es aussieht, startet der Film nach alarmierend mauen Marktforschungsergebnissen erschreckend soft, wird &#8220;Toy Story 3&#8243; den ersten Platz sicher nicht nehmen können. Aber es ist anzunehmen, dass bei &#8220;nur&#8221; 117 Millionen Produktionskosten weltweit schon noch ein brauchbarer Gewinn hinten rauskommt. Ich habe den Film vorgestern gesehen, und werde ich voraussichtlich morgen ausführlich besprechen. <strong>Kurzum</strong>: Cruises&#8217; schlechtester Action-Filmstart seit 20 Jahren. Wenn sowas nicht mehr geht, was dann?</p>
<p><strong>Shrek 4 &amp; Toy Story 3</strong>: Ich hatte ja gesagt, dass man beide nicht in die Liste aufnehmen muss, weil sie kritikresistent sind, und ihr Publikum schon mitbringen. Nach 312 Millionen (trotz eines überraschend trägen Starts) respektive 228 Millionen ist das bewiesen. Und beide Streifen sind noch frisch im Verleih. CGI-Filme bleiben damit eine erstaunlich sichere Bank. <strong>Kurzum</strong>: Blockbuster garantiert, Blockbuster geliefert.</p>
<p><strong>Killers</strong>: Mit bisher 53 Millionen Dollar ist der hierzulande &#8220;Kiss &amp; Kill&#8221; benamste Actionheuler sicher kein Überflieger, aber er hat auch nur halb soviel wie der thematisch ähnliche &#8220;Knight and Day&#8221; gekostet, bietet nur Kutcher und Heigl auf &#8211; und hat trotzdem das Potential, an den Kinokassen mit der Big Budget-Variante mitzuhalten. Respekt. <strong>Kurzum</strong>: Solides Boxoffice hatte ich prophezeit, und das Ergebnis bleibt im Erwartungsrahmen.</p>
<p><strong>A-Team</strong>: AUTSCH! Die harten Jungs mussten sich an der Kinokasse vom zwölfjährigen &#8220;Karate Kid&#8221; vermöbeln lassen &#8211; gerade mal die Hälfte spielten sie im Duell der 80er-Remakes ein. Und dann ging es ganz schnell bergab. Bisher sind knapp 100 Millionen weltweit reingekommen, aber arg viel mehr wird es wohl kaum werden. <strong>Kurzum</strong>: Trotz des hohen Potentials als reiner Actionfilm habe ich mit meiner Prognose auf dem Punkt gelegen: mau.</p>
<p><strong>MacGruber</strong>: Ich klopfe mir hier wirklich nicht auf die Schulter &#8211; dass ich diesen Flop prophezeit habe, ist kaum eine Leistung. Wer will auch schon eine halbgare MacGyver-Parodie im Kino sehen?! Erbärmliche 8 Millionen Dollar später wissen wir es. Niemand. Ich warte jetzt nur drauf, dass auch meine zweite Prognose eintrifft: DVD-Start in Deutschland. <strong>Kurzum</strong>: Was nicht geht, geht halt nicht.</p>
<p><strong>Jonah Hex:</strong> Dieser Flop ist noch katastrophaler als &#8220;MacGruber&#8221;, weil &#8220;Jonah Hex&#8221; mit 50 Millionen Dollar Budget teurer war, und im Golden Age der Comic-Verfilmungen eigentlich eine sichere Bank sein sollte. All das, UND Megan Fox! Aber nach den miesen Trailern hatte augenscheinlich nicht nur ich Lunte gerochen, und gerade mal 8 Millionen haben die Zuschauer bisher ausgegeben, um die Fox im eng geschnürten Mieder zu sehen. <strong>Kurzum</strong>: Ist der Film so schlecht wie der Trailer, ist er verdienter- und erwartetermaßen gefloppt.</p>
<p>Wenn ich mir das so ansehe, habe ich mich nirgendwo wirklich in die Nesseln gesetzt. &#8220;Knight and Day&#8221; und &#8220;Prince of Persia&#8221; habe ich überschätzt, &#8220;Karate Kid&#8221; dafür deutlich unterschätzt. Der Rest ist ziemlich genau da gelandet, wo ich ihn erwartet habe.</p>
<p>Jetzt bin ich mal gespannt auf &#8220;Exendables&#8221;, &#8220;Scott Pilgrim&#8221; und &#8220;Inception&#8221;&#8230;</p>
<p>Wie sieht es mit eurer ganz persönlichen &#8220;Scorecard&#8221; aus?</p>
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