Liebe Unterhaltungsindustrie…

Gepostet am 2. September, 2010 um 03:26 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Gedanken, Lieber..., Neues.

audience… dieser Tage geht die Internationale Funkausstellung los. In Berlin. Habe ich im Radio gehört. Ich selbst werde wieder nicht dabei sein – seit 1994 habe ich die Veranstaltung nicht mehr besucht. Damals fiel mir vor allem auf. dass etliche Besucher augenscheinlich nur darauf aus sind, die größtmögliche Menge an Tüten und Prospekten mit nach Hause zu schleppen. Es ist wahrscheinlicher, dass man mich bei der “Venus 2010” trifft. Da geht es auch um große Tüten.

Egal.

Deutschlandradio hat berichtet, was der Mega-Trend dieses Jahr ist. Zu meiner Überraschung nicht “Kühlschränke mit Internet-Anschluss“. Das Thema scheint nach zehn Jahren endlich durch zu sein.

Es ist – tataaa!!! – 3D-Fernsehen! In fünf Jahren sollen schon 20 Prozent aller neuen TV-Geräte 3D-tauglich sein. Wenngleich, wie der befragte Branchen-Guru erklärt, es derzeit leider noch an Programmangeboten in 3D mangelt. Aber man könnte. Wenn man wollte. Und gelassen würde.

Ich habe mir 3D-TV neulich mal im Kaufhof angesehen: “Monsters vs. Aliens” lag im Player, die Brille war schon leicht angegrabbelt. Ergebnis des subjektiven Sehtests: Coole Spielerei. Braucht kein Mensch.

Nun könnte ich sagen: Schauen wir doch mal, wie sich das entwickelt. Ist ja irgendwie gelebte Science Fiction. Obwohl ich immer gedacht hatte, dass 2010 schon holographisches Fernsehen dran sei.

Stattdessen sage ich: LECKT MICH DOCH ALLE AM ARSCH!!!

3D-Fernsehen? Geht’s noch? Schon wieder neue Fernseher, neue Dekoder, neue Sender, neue Abspiel- und Aufzeichnungsgeräte? Für ein paar Spielfilme vom Schlage “Clash of the Titans“? Oder ein paar Ego-Shooter, bei denen mir 2D schon speiübel wird? Bundesliga endlich noch mittendrinner statt nur dabeier? Porno mit (fast) anfassen?

Ihr könnt mich mal gepflegt und kreuzweise. Etabliert erstmal HD flächendeckend und mit verlässlichen Standards, und lasst mich danach 10-15 Jahre in Ruhe. Vorher gibt es von mir keinen müden Cent für neue TV-Hardware oder andere Systeme.

HD. Genau. Das Zeug, mit dem ihr uns seit 10 Jahren ködert, Flachbild-Fernseher samt Receiver neu zu kaufen und Premiere/Sky zu abonnieren. Jenes hochauflösende Bild, dass selten GANZ HD ist, dann wieder gar nicht, dann nur über Satellit, dann nur mit speziellen Kabeln, kopiergeschützt, gerne auch mal runter- oder raufgerechnet. Das Zeug, bei dem keiner vollends durchblickt, und von dem Otto Normalkunde (ich eingeschlossen) bisher hauptsächlich weiß: gibt es. Aber nicht bei mir. Zumindest nicht jetzt. Oder so richtig. Muss ich erst mehr zahlen.

Dass das neue “over the air”-Fernsehen DVB-TV zwar gänzlich digital, aber auch nicht in HD kommt, ist da fast schon eine Randnotiz.

Der Übergang von analog auf digital und von Low Res auf High Definition ist wie kaum ein zweiter von der Unterhaltungsindustrie verbockt worden. Dagegen waren die Formatkriege VHS vs. Betamax, CD vs. MiniDisc und HDDVD vs. Blu-Ray, die allesamt auf dem Rücken der Konsumenten ausgetragen wurden, harmlos. Seit Jahren können wir theoretisch hochauflösend die Kaffeeflecken auf der Krawatte des Nachrichtensprechers analysieren. Praktisch kann das fast niemand. Weil Hard- und Software nicht ineinander greifen, weil Hersteller, Sender und Politik keinen für alle Beteiligten vertretbaren Übergang definieren konnten. Jeder wurschtelt vor sich hin, verspricht viel, und zeigt beleidigt auf den anderen, wenn man ihn fragt, warum das alles nicht richtig funktioniert.

Totales Chaos.

Machen wir uns nichts vor: Der Umstieg auf HD war von der Industrie gewollt, um endlich den Tod des (aus ökonomischer Sicht erheblich zu langlebigen) Röhrenfernsehers zu forcieren. Gebeten hat darum keiner. Genauso wie um das alberne 16:9-Format, das ebenso nur dazu diente, den Kauf neuer TV-Geräte zu rechtfertigen. Von der EU gefördert, dafür ohne erklärbaren Nutzwert. Wer jetzt “aber für Spielfilme ist das doch ideal!” schreit, den erinnere ich gerne daran, dass auch Spielfilme oft nicht in 16:9 gedreht wurden, und nach 60 Jahren die Masse der TV-Produktionen in der Wiederholungsschleife nun mal 4:3 vorliegt.

Früher war das so: Man hatte einen Fernseher zu Hause von der Größe einer Umzugskiste. Der hatte zwei Kabel: Eins für Strom, eins für Programm. Das Bild war gewöhnlich hell und scharf, die Auflösung konstant, und was ausgestrahlt wurde, konnte man auch ohne Schnickschnack oder Einschränkungen anschauen. Bei Spielfilmen war oben und unten ein schwarzer Rand. Der verhieß uns unausgesprochen: Hollywood. Nachts gab es Schnee, und wenn man ausschaltete, gab es noch eine Weile lang einen neckischen Leuchtpunkt in der Mitte des Bildschirms. Technische Expertise war nur einmal von Nöten: wenn die Kiste nach dem Kauf eingestellt werden musste, damit das ZDF auch auf dem zweiten Knopf der Fernbedienung lag.

Heute hat mein Flachbild-Fernseher mehr Anschlüsse als das Control Panel des Space Shuttle, das Low Res-Kabelsignal ist irgendwie matschig, HD-Sender kann ich nicht empfangen, und ich könnte schwören, dass die Fußball-WM auf meiner alten Röhre knackiger ausgesehen hat. Liegt vielleicht auch nur am Alter. Meinem, nicht dem des Gerätes.

Und jetzt also 3D.

3D my ass.

Bevor die Zukunft des Fernsehens kommt, soll erstmal die Gegenwart funktionieren.

Nur ein Quotenmeter bis zur Schmerzgrenze

Gepostet am 31. August, 2010 um 19:55 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Gedanken, Lustiges, Neues.

Ich habe in letzter Zeit einfach zuviel zu tun. Es ist nicht so, dass es mir an der Zeit fehlt, die Texte von Fabian Riedner durch den Kakao zu ziehen. Es fehlt mir sogar die Zeit, sie überhaupt noch zu lesen.

Heute hatte ich aber mal wieder ein laues Stündchen, und da wollte ich (willkürlich ausgewählt) sehen, was der gute Fabian zur neuen Staffel “Heroes” (noch so ‘ne Serie, die ich nicht gucke) zusammen stammelt.

Es wird euch nicht wundern, dass ich fündig wurde.

Nur ein paar Highlights:

“Inhaltlich hatte das Format schon immer Schwächen, denn von den Fans und Kritikern wurde oft bemängelt, dass die Serie ihre Zeit brauche, um „in Fahrt“ zu kommen.”

Nun könnte ich schwören, dass diese These von den Fans der Serie eher als Entschuldigung vorgebracht wurde, nicht als Kritik. Ähnlich wie bei “Voyager”.

“Diese brachte nur miserable Einschaltquoten und auch die Qualität lässt sich fast 1:1 auf die Zuschauerzahlen übertragen.”

Was da auf wen übertragen wird, erschließt sich mir nicht. Es ist wie so oft bei Fabian: Man hat eine grobe Ahnung, was er meint, aber nicht wirklich artikulieren kann.

“Auch ihre erste Figur wurde umgebracht, da man die Darstellerin nicht verlieren wollte, sollte ein hanebüchener Plot ihr Erscheinen erklären.”

Wow. Ich bin raus. Offiziell.

“Die Superhelden dieser Fernsehserie sind verbraucht und haben ohnehin wenig Tiefe, weshalb man mit den Figuren wenig arbeiten kann.”

Inwiefern man mit Figuren “arbeiten” soll, kann mir Fabian ja vielleicht noch erklären. Und wenig hatten wir zweimal, da müssen wir einen Punkt abziehen.

“Das Ensemble-Drama kommt nicht voran, denn es bleibt für den einzelnen Charakter nicht mehr als sechs Minuten Story.”

Pro Folge? Pro Staffel? Pro Mondphase?

“Hier wollten die Macher wohl einfach eine Liebesgeschichte einbauen, die nur bei «Transporter» überflüssiger war.”

Eine Liebesgeschichte, die in “Transporter” überflüssiger war? Und hat der gerade was gegen den heiligen Statham gesagt?

“Das Fazit der neuen Staffel fällt erschreckend aus”

Nach der ersten Folge. Das ging aber schnell.

Ist es nicht schön, dass manche Dinge und Menschen sich nie ändern?

“Monsters”: Die große Budget-Lüge

Gepostet am 29. August, 2010 um 22:13 Uhr
Kategorien: Fantasy Filmf. 10, Film, TV & Presse, Gedanken, Neues.

Best Buy (eine Elektro-Supermarktkette in den USA) hat zur Promotion dieses Video über die Dreharbeiten von “Monsters” veröffentlicht:

Ich bin hin- und hergerissen: Natürlich ist das sensationell. 15.000 Dollar für einen Film, der eben NICHT wie ein hastig runtergekurbelter Experimentalfilm à la “Blair Witch Project” oder “Paranormal Activity” aussieht, sondern eher wie ein legitimes Sequel zu “Cloverfield” und “District 9″? Hollywood-Format aus der Portokasse? Ich finde das toll. Da möchte ich gleich selber zu Prosumer-Kamera greifen.

Das Problem: Die 15.000 Dollar sind gelogen. Sie kommen nur zustande, weil niemand in diesem Film für seine unglaubliche Arbeit bezahlt wurde. Weder die Darsteller, noch der Cutter, noch der Regisseur. Die Reisekosten allein sind damit nicht zu bestreiten. Hunderte von Arbeitsstunden, Dutzende von Komparsen. Hardware, Software, Ausstattung.

So funktioniert das nicht. “The Expendables” hat 60 Millionen gekostet, weil die Stars und die Crew tatsächlich bezahlt wurden. Weil es eben nicht geht, dass ein unternehmerisches Projekt wie ein Kinofilm von der Ausbeutung seiner Beteiligten lebt.

Hätte es mir als Drehbuchautor gefallen, für das Skript von “Monsters” nicht die übliche Gage zu bekommen – die übrigens mehr als das Vierfache des Budgets beträgt? Sicher nicht.

Nun kann man argumentieren: “Ja-haaa, aber die kriegen ja alle ihr Geld hinterher, wenn der Streifen an der Kinokasse Kohle macht”. Mag sein, aber damit überträgt man das Risiko auf Leute, bei denen es nichts verloren hat. Der Tontechniker soll nicht mit seinem Honorar für den Erfolg bürgen müssen. Das ist Aufgabe des Produzenten.

Und wenn Gareth Edwards tatsächlich allen Beteiligten eine Gewinnausschüttung versprochen hat: Damit relativieren sich die 15.000 Dollar wieder, weil das echte Budget (inklusive der realen Kosten) bloß nach hinten verschoben wurde.

Fakt ist: “Monsters” hat nicht 15.000 Dollar gekostet – es sind bisher bloß nur 15.000 Dollar bezahlt worden.

Superma(rketi)n(g) der frühen 80er Jahre

Gepostet am 23. August, 2010 um 11:17 Uhr
Kategorien: Gedanken, Lustiges, Neues.

Kleines Intermezzo im FFF-Stress: Lukas war so freundlich, angesichts meiner Begeisterung für Superman (siehe Tattoo und Lunchbox) im Keller seiner Eltern zu wühlen. Ergebnis: zwei antiquarische Taschenbücher vom Ehapa Verlage. Eins davon hatte ich als Steppke, daran kann ich mich genau erinnern:

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Ach ja, Luthors lila-grüner Anzug mit dem hohen Kragen, der durchgeknallte Brainiac-5 – DAS waren noch Zeiten!

Schon erstaunlich, dass diese Bände erheblich unmoderner sind, als ich es in Erinnerung hatte. 1981 hieß “Black Canary” bei uns noch “Blitzschwalbe”, und “Wonder Woman” hieß “Wundergirl”?

Das elektronische Lettering ist natürlich für den Eimer, und auch die Übersetzung lässt keinen Fettnapf aus (“Alien” wird konsequent als “Fremder” übersetzt).

Mein Favorit sind allerdings die reißerischen Texte in den Eigenwerbungen des Verlages, mit denen die hippe Jugend anno ’78 bzw. ’81 zum Kauf weiterer Taschenbücher animiert werden sollte:

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Ein “toller Hammer”? Superstories, die mich “vom Sockel hauen”?

“Dylan Dog”: Hundefutter?

Gepostet am 18. August, 2010 um 08:18 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Gedanken, Neues.

Wenn ich dieser Tage einen Beweis gebraucht habe, dass ich noch immer ein beinharter Geek bin, dann ist er in Form dieses Trailers gekommen:

Hier stimmt so gut wie gar nichts:

  • Brandon Routh (“Superman returns”) als Dylan Dog? Check.
  • Eins der meistverkauftesten Comic der Welt? Check.
  • Der Sidekick sieht nicht wie Groucho Marx aus? Check.
  • Eine olle Plotte über irgendein magisches Relikt? Check.
  • Vampire wie aus Buffy? Check.
  • Allenfalls mäßiges Budget auf TV-Niveau? Check.
  • Vom Regisseur von “Teenage Mutant Ninja Turtles”? Check.

Lassen wir mal die Tatsache außen vor, dass es mit “Cemetary Man” schon einen guten und semi-offiziellen “Dylan Dog“-Film gab, in dem mit Rupert Everett sogar die direkte Vorlage der Figur die Hauptrolle spielte. Und dass Anna Falchi sich in dem Streifen ausgiebig nackig machte.

So viele Minuspunkte – und doch will ich den sehen. Unbedingt sogar. Warum läuft der nicht auf dem Fantasy Film Fest? Warumwarumwarum?

Ich stehe auf Horrorfilme mit Heldenfiguren, die den Fokus eben nicht auf Bestien oder Opfer legen. Darum habe ich “John Sinclair” gelesen. Darum ist “Ash” mein Vorbild. Darum brauchen wir ein einfach nur größere Knarren…

Es siegt Hoffnung über Vernunft. Das ist Geek Love.

P.S.: Und bei “Green Lantern” haben sie zumindest Tomar-Re gut getroffen (sehe ich da etwa ein Eckchen von Kilowog?):

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Ohr an Ohr mit dem Bodensatz: “Nothings gonna stop me now” von D. Katzenberger

Gepostet am 17. August, 2010 um 15:36 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Gedanken, Lustiges, Neues.

Immer wenn man überzeugt ist, den endgültigen Bankrott des Dancefloors gehört zu haben – wie im Fall “Boys Boys Boys” von Candy Six -, findet sich eine Produktion, die noch ungleich peinlicher, hanebüchener, und ich-glaub-ich-muss-kotzen-iger ist.

Vorhang auf für die “Reality”-TV-”Persönlichkeit” Daniela Katzenberger und ihre Cover-Version des Samantha Fox-”Klassikers” (wow, gleich dreimal ironische Anführungszeichen in einem Satz – Rekord?):

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Das Video in voller Länge hat NATÜRLICH exklusiv BILD.

Versteckter Unfug: Para-Wissenschaften und Immobilienmakeleien

Gepostet am 15. August, 2010 um 21:54 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Gedanken, Lustiges, Neues.

Ich hatte ja schon mal von obskuren Presse-Beiträgen berichtet, die mir auf Ibiza unter die Augen gekommen sind. Ursache für den gesammelten kruden Unfug ist die Tatsache, dass hier viele Blätter für die fremdsprachigen Urlauber produziert werden, die sich praktisch komplett über das Anzeigengeschäft finanzieren. Meistens Immobilien. Wie schlecht die Magazine gemacht sind, oder was den Platz zwischen den Finca-Präsentationen einnimmt, ist so erschreckend wie augenscheinlich zweitrangig.

SAM_0312Nehmen wir mal dieses schöne Beispiel, das im Internet-Café meines Vertrauens auslag. Wie der Name schon andeutet, geht es auch hier um die Verschacherung von Haus und Grund. Oder wie der Untertitel es ausdrückt: “Immobilien, Dekoration und Artikel über Ibiza”.

Ich sage es ungern, aber – die schiere Ansammlung von Dummfug, die einem hier viersprachig im Vierfarbdruck geboten wird, macht das Heft fast schon wieder unterhaltsam. Ich frage mich ernsthaft, was die Redakteure den ganzen Tag rauchen, und mit was für Gebetsschellen sie ihre Chakren harmonisieren.

Es geht hier grundsätzlich um die ganz großen Themen – nicht kleckern, sondern klotzen ist die Devise:

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Nachdem also klar ist, dass nicht weniger als die Einheit von Mensch und Universum (unter Berücksichtigung einer traumhaften 4 Zimmer-Finca mit Meerblick, leicht renovierungsbedürftig) hier gesucht wird, geht es gleich richtig los. Wasser hat ein Gedächtnis, ist gar durch böse oder freundliche Gedanken dazu bringbar, verschiedene kristalline Strukturen zu bilden. Doch, doch – steht doch hier:

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Okay, ich würde Masaru Emoto (vielleicht kein Pseudonym, sollte aber eins sein!) nicht als Pionier der Wissenschaft bezeichnen. Eher so wie die Wikipedia: “Ehem. Präsident des mittlerweile aufgelösten Schweizer Instituts Wise Crystal. Emoto graduierte mit Schwerpunkt auf Internationale Beziehungen an der Städtischen Universität Yokohama.”

Dort findet sich auch der Text: “Emotos Annahmen stehen in erheblichen Widerspruch zu bestehenden Erkenntnissen der Wasserchemie und -physik. Insbesondere seine Methodik kann nach den für die Wissenschaft geltenden Qualitätsanforderungen nicht bestehen. Da sich seine vermeintlichen Erkenntnisse weder logisch noch empirisch nachvollziehen lassen, werden seine gedanklichen Konstrukte von der Fachwelt nicht ernstgenommen.”

Angemessen wissenschaftlich ist auch der Text, der uns versichert, dass es zur Erklärung der wundersamen Wasserphänomene nur noch ein paar Wissenschaftler braucht, die das ganze Drumherum irgendwie erklären. Ist doch alles ganz einfach:

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Ich habe versucht, positiv darüber nachzudenken. Aber das führte leider nicht zu Schönheit und Harmonie, nur zu Kopfschmerzen.

Ein paar Seiten später geht es dann um den Segen der Solartechnik, den ich gar nicht in Abrede stellen will. Grundlegende Kenntnisse der Materie darf man allerdings auch hier nicht erwarten:

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Fragen über Fragen. Für Antworten jemanden zu fragen, der sich damit auskennt, ist offensichtlich zuviel verlangt.

Und wo New Age und Esoterik so ungehemmt grasen, ist auch die Verdammung der Schulmedizin nicht weit, und der Lobgesang auf so alternative wie wirkungslose Heilmethoden. Schauen wir uns mal Marja van Engelen an, eine besonders heuchlerische Vertreterin der Holistischen Medizin:

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Jawohl, verflucht sei die konventionelle Medizin, die Patienten operiert und ihnen Medikamente verschreibt! Wie kann sie nur! Inhumanes Kittelgesindel!

Gottseidank hat Frau van Engelen den besseren Weg gefunden (und das müsst ihr jetzt ernsthaft mal in Ruhe durchlesen):

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Natürlich, der geliebte Feind Elektrosmog. Der Höhlenmensch musste sich mit sowas nicht rumschlagen, darum wurde er auch gerne mal satte 20 Jahre alt.

Wäre ich nicht so liberal, ich würde endlich mal ein Gesetz gegen volksverdummende Scheiße verlangen.

Auch die Webseite von Ibicasa ist ein Quell der Freude für lesewütige Skeptiker.

Meine Geschichte von Frau Fenster und dem jungen und hübschen Fräulein Apfel

Gepostet am 13. August, 2010 um 19:19 Uhr
Kategorien: Gedanken, Neues, Privates.

Seit vielen Jahren lebe ich nun mit Frau Fenster. Es war keine Liebe auf den ersten Blick, eher eine Vernunftbeziehung. Sie war nicht schön, konnte zickig sein, gerade am Anfang. Was man sagte und tat – es war falsch, und oft trennte man sich zur Nacht brummelnd und unversöhnt. Ich zweifelte oft, ob sie die Mühen wert war. Doch ich gab nicht auf. Ich kaufte Frau Fenster Kleinigkeiten, machte ihr Geschenke, fragte nach ihren Wünschen und Ideen, und so manches Mal ließ ich mich ein auf ihre Art, meinen Haushalt zu führen und meine Arbeit zu erledigen. Wir wuchsen aneinander und aus Respekt wurde im Laufe der Zeit ehrliche Freundschaft. Frau Fenster wurde entgegen kommender, sie gab sich mehr Mühe, auf mich einzugehen. Ich kannte ihre Schwächen und Marotten. Manchmal brauchte sie nur ein freundliches Wort, um wieder mit Begeisterung für mich da zu sein.

Ich weiß nicht mehr, wann aus der Last, mit Frau Fenster zusammen zu sein, eine Lust wurde. Wann wir so blind eingespielt waren, dass wir uns gegenseitig zu Höchstleistungen anspornen konnten. Sie war perfekt für mich, und ich war perfekt für sie. In meinem kleinen Häuschen lebten wir glücklich und zufrieden.

Bis ich Fräulein Apfel traf.

Ich hatte schon von ihr gehört – sie hatte Freunde von mir reihenweise vernascht, die es besser hätten wissen müssen. Man beschrieb sie als jung und sexy, intelligent und anspruchsvoll. Das reizte mich nicht. Mein Heimchen am Herd, Frau Fenster, war mir genug. Ich bin zu monogam, um eine lange gewachsene Beziehung so einfach aufs Spiel zu setzen. Da kann die Neue noch so mit den Augen klimpern und mir süße Sachen versprechen.

Irgendwann traf ich Fräulein Apfel dann im beruflichen Kontext. Sie saß in einem Büro, strahlend schön, von einer edlen Eleganz, der sich zu verschließen fast unmöglich war. Obwohl sie immer wieder betonte, nur arbeiten zu wollen, baten ihre Kurven und ihr buntes Kleid: Spiel mit mir. Nur ein bisschen.

Und ich spielte mit ihr. Ich bin ja auch nur ein Mann. Während zu Hause Frau Fenster saß, vergnügte ich mich in gestohlenen Stunden mit Fräulein Apfel. Die Frau, die Geliebte – das konnte nicht gut gehen. Zu meiner Überraschung war es nicht Frau Fenster, die eifersüchtig war. Vielleicht, weil ich ihr in letzter Zeit immer wieder vorgeworfen hatte, bestimmte Aufgaben im Haushalt nicht sorgfältig genug erledigt zu haben. Sie genoss wahrscheinlich die Ruhe in meinem Haus. Nein, es war Fräulein Apfel, die immer unverhohlener behauptete, in meinem Leben die Einzige sein zu müssen. Sie versprach, alles zu können, was die gute Frau Fenster konnte – besser, schneller, schöner. Mit ihr an meiner Seite stünden mir neue Wege offen, Ruhm, der Zugang zu kreativen und intellektuellen Kreisen.

Mir war klar, dass Fräulein Apfel keine billige Geliebte war. Sie wollte viel, sie wollte es teuer, und was nicht von ihrer Lieblingsmarke war, das ließ sie beleidigt links liegen. Kapriziös nannte man so ein Verhalten früher. Aber ich nahm sie mit nach Hause, bat Frau Fenster um Verständnis, und richtete Fräulein Apfel die Wohnung ein. Sie wollte gar nicht viel Platz, nur ein helles Eckchen. Irgendwie würde es schon gut gehen, und genau genommen gab ich ja nichts auf, sondern verbreiterte nur das Spektrum meiner Möglichkeiten.

Eine Weile lang ging es gut. Fräulein Apfel hatte Sachen drauf… ui ui ui… So manche Nächste brachte sie mich um den Schlaf, erlaubte mir Dinge, die Frau Fenster immer empört abgelehnt hatte. Sie war so rein, so schön, so … sportlich. Nie ein Makel, nie ein Fauxpas. Die Jahre mit Frau Fenster schienen mir plötzlich verschwendet, als wäre ich immer dem falschen Pfad gefolgt. Mit Fräulein Apfel würde es anders werden. Geld! Ruhm! Macht! Alles stand mir offen.

Die Flitterwochen dauerten kaum vier Wochen. Fräulein Apfel begann, sich bei einfachen häuslichen Aufgaben quer zu stellen: Nein, das wolle sie so nicht machen. Es sei ja nicht so, dass sie es gar nicht machen wolle – nur eben nicht so. Sie habe ihre eigenen Methoden. Dafür bräuchte sie aber neue Haushaltsgeräte. Die alten passten sowieso nicht zusammen. Wie hatte ich in so einem Chaos nur leben können? Komisch, MIR war das Chaos nie aufgefallen. Aber Fräulein Apfel wurde nun energischer: Der Staubsauger funktioniert nur mit dem richtigen Kühlschrank, und für ein gutes Bett braucht es den passenden Fön. Sie wusste genau, in welchem Laden ich die ganzen Luxuswaren kaufen sollte – und warum der Preis nicht etwa völlig überteuert, sondern allemal angemessen war.

Es lief darauf hinaus, dass Fräulein Apfel durchaus Arbeiten erledigte, wie sie es versprochen hatte: Schnell, effizient, schick. Aber in der Freizeit war kaum etwas mit ihr anzufangen, und wenn sie mal nicht wollte, wollte sie nicht. Im Gegensatz zu Frau Fenster war mit ihr da nicht zu reden. An/aus, schwarz/weiß, ja/nein. Ein Leben ohne Kompromisse. So manches Mal hörte ich Frau Fenster flüstern, wenn ich mit Fräulein Apfel wieder über irgendeine Banalität stritt: ICH würde es ja klaglos für dich machen, aber du ziehst ja neuerdings dieses aufgedonnerte Flittchen vor.

Der Wind drehte sich: Immer öfter kroch ich heimlich zu Frau Fenster, die ohne Murren meine Wünsche erfüllte. Natürlich bemerkte Fräulein Apfel das, und stellte sich patzig. Wenn ich ihr sagte, dass sie die Böden nicht geputzt hatte, verwies sie auf die Sockenschublade, in der sie alles nach Farben geordnet habe – als ob es dasselbe wäre! Wenn sie nur einen Topf Linsensuppe kochen sollte, brauchte sie dazu Herd, Backofen, Mikrowelle, Lagerfeuer, und mindestens drei Töpfe.

Es wurde eine unmögliche Situation. Statt mehr Möglichkeiten zu haben, stand ich nun permanent zwischen den Stühlen, und wurde von beiden Seiten angefeindet. Frau Fenster verwies auf ihre Erfahrungen und ihre älteren Rechte, Fräulein Apfel hingegen weigerte sich schlicht, mit “der ollen Schnepfe” zu arbeiten.

Irgendwann hatte ich die Nase voll, stampfte mit dem Fuß auf, und brüllte laut in den Raum: “RUHE! Jetzt hat das Gekeife ein Ende. Ich sperre euch beide in EIN Zimmer, und da könnt ihr zusehen, wie ihr miteinander klar kommt. Und wenn ich was brauche, dann dürft ihr euch gerne überlegen, welche von euch das übernimmt. Und zwar klaglos, verstanden?!”

Sie nickten betroffen – soviel Wut hatten sie von mir nicht erwartet.

Nun leben wir in einer Mischung aus Menage a trois und 3er-WG. Es funktioniert. Und meine Arbeit wird endlich wieder erledigt. Ich bin sicher, dass die beiden Weiber sich hinter meinem Rücken das Maul zerreißen. Aber das ist mir egal.

Und hier die Übersetzung für alle eher prosaischen Leser:

(mehr…)

Die Vergangenheit… of the future!

Gepostet am 11. August, 2010 um 12:43 Uhr
Kategorien: Gedanken, Lustiges, Neues.

Konzeptautos üben eine fast magische Anziehungskraft auf mich aus, obwohl ich eigentlich kein Autofan bin. Sie sind gelebte Science Fiction, eine anfassbare (wenn auch manchmal unfassbare) Utopie. Innovation ohne den Ballast der Marktakzeptanz oder Massentauglichkeit.

Es ärgert mich, dass man auf Messen immer den Mund wässerig gemacht bekommt mit Autos, die dann doch nie auf den Markt kommen. Zum Beispiel sah der Dacia Duster als Konzeptstudie mal so aus:

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In die Läden kam dann diese Variante:

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Das Thema ist nicht neu. Eines meiner allerersten Blog-Postings (November 2006 – wow!) präsentierte dieses atemberaubend schöne Autokonzept aus dem Jahr 1956, den Dodge Dart:

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Das (damals schon) alte Lied – mit dem Konzept konnte das fertige Produkt nicht mithalten:

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Jetzt bin ich wieder auf ein Schmuckstück gestoßen, ebenfalls aus dem Jahr 1956 – Vorhang auf für den Buick Centurion:

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Genauso so hatte ich mir die Zukunft vorgestellt. Früher.

Diesen Wagen hat es nie gegeben, Anfang der 70er wurde lediglich ein (langweiliges) Modell gleichen Namens auf den Markt gebracht.

Wer sich generell gerne über Retro-Utopien amüsiert, ist wie immer bei Paleo Future bestens aufgehoben.

SF-Filmkritik kurz & zur Diskussion

Gepostet am 7. August, 2010 um 16:34 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Gedanken, Neues.

1984vidgHeute schickte mir jemand eine Liste von “100 Science Fiction-Filmen, die man gesehen haben sollte”. Grün waren jene markiert, die er schon gesehen hat. Die anderen sollte ich bitteschön kurz kommentieren, um die Auswahl zu vereinfachen.

Vielleicht interessieren euch meine jeweils einzeiligen Kurz-Einschätzungen, die ich in aller Eile aufgeschrieben habe. Am Ende sind auch noch ein paar Filme aufgelistet, die ich eigentlich als “must see” betrachte.

Es würde mich wundern, wenn ihr dazu nicht eigene und gegensätzliche Meinungen hättet…

1984 Regie: Michael Anderson
Schlechte Verfilmung – es gibt bis heute aber keine bessere.

13th Floor Regie: Josef Rusnak
Total langweiliger Matrix-Verschnitt – besser: Existenz von Cronenberg.

Alarm im Weltall Regie: Fred McLeod Wilcox
Gilt als Klassiker, wirkt heute aber nur nostalgisch und leicht albern.

Andromeda Regie: Robert Wise
Ganz toller Streifen, seiner Zeit weit voraus.

Das Ding aus einer anderen Welt (1982) Regie: John Carpenter
Wenn man es richtig eklig und zum Nagelbeißen spannend mag – moderner Klassiker.

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Das Ding aus einer anderen Welt (1951) Regie: Christian Nyby, Howard Hawks
Wieder so ein Original, das nach 50 Jahren dann doch SEHR gelitten hat.

Das schwarze Loch Regie: Gary Nelson
Super Musik, tolle Effekte, aber (da von Disney) teilweise sehr für Kids. Trippiges Ende.

Demolition Man Regie: Marco Brambilla
Coole Action, viel Humor – garantiert einen unterhaltsamen Abend.

Der Omega-Mann Regie: Boris Sagal
Die Neuverfilmung „I am legend“ ist besser, aber wenn man auf 70er-SF steht, ist er toll.

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Die phantastische Reise Regie: Richard Fleischer
Immer noch phantastisch, wenn auch unrealistisch. Der lohnt wie „Omega Mann“.

Die Reise ins Ich Regie: Joe Dante
Comedy-Neuverfilmung von „Die phantastische Reise“. Sehr 80s, aber schöne Effekte.

Die unglaubliche Reise in einem verrückten Raumschiff Regie: Ken Finkleman
Gnadenlos albern, nicht so gut wie das verrückte Flugzeug, aber allemal ein paar Lacher wert.

Endstation Mars Regie: Nick Webster
Veralteter Müll – kannze knicken.

Enemy Mine Regie: Wolfgang Petersen
Wirkt heute naiv und technisch veraltet, aber als Konzept-SF immer noch schön.

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Equilibrium Regie: Kurt Wimmer
Super Action, tolles Production Design, auch wenn das ganze Konzept doof und zu simpel ist.

Flash Gordon Regie: Mike Hodges
Knallbunter Film-Comic, der Zuckerschock auslösen kann. Ich fand ihn knorke.

Futureworld Regie: Richard T. Heffron
Nicht so gut wie „Westworld“, aber als Paranoia/Roboter-Thriller der 70er toll.

Gattaca Regie: Andrew Niccol
Tolles Konzept, toller Look, mir nur etwas zu langsam und überraschungsarm.

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I, Robot Regie: Alex Proyas
Der ist klasse bei Story UND Action – bis auf die doofe Mütze, die Will Smith trägt.

In den Fesseln von Shangri-La Regie: Frank Capra
Wirkt heute sehr naiv und geht wirklich nur als Klassiker noch.

Die Körperfresser kommen Regie: Philip Kaufman
Für mich die mit Abstand beste Verfilmung des Stoffes. Sehr 70s in Look & Feel.

Kampf der Welten Regie: Byron Haskin
Das Konzeptalbum ist besser, aber ist schon toll atmosphärisch.

Lost in Space Regie: Stephen Hopkins
Ganz übel, kriegt man Hodenjucken von. Um jeden Preis vermeiden.

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Mars Attacks Regie: Tim Burton
Sehr schräg, sehr schrill, aber nicht halb so lustig, wie alle Beteiligten zu glauben scheinen.

Mission to Mars Regie: Brian de Palma
Gerechtfertigterweise ein Flop, nur wenig erträglicher als der zeitgleiche „Red Planet“

Moon 44 Regie: Roland Emmerich
Erstaunlich kompetente Low Budget-Action, ansonsten hohl wie Brot.

Mystery Science Theater Regie: Jim Mallon
Ich habe ALLE 200 MST3K-Filme gesehen! Die deutsche Synchro von Kalkofe ist sensationell!

Nr. 5 lebt Regie: John Badham
Kinder-Kino der 80er. Kannste auslassen. Teil 2 auch.

Outland – Planet der Verdammten Regie: Peter Hyams
Wenn man „High Noon“ im Weltraum sehen möchte – warum nicht? Connery ist gut.

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Paycheck – Die Abrechnung Regie: John Woo
Eine GANZ miese Dick-Verfilmung (wie auch „Next“), die man auslassen sollte.

Red Planet Regie: Antony Hoffman
Habe ich bei „Mission Mars“ schon erwähnt – würg.

Science Fiction Regie: Dany Deprez
Auslassenwerter Jugendfilm.

Solaris Regie: Steven Soderbergh
Ich fand dieses Remake erstaunlich gelungen. Das Original ist aber besser.

Stalker Regie: Andrej Tarkowski
Ich kann (außer „Solaris“) mit Tarkowski gar nicht. Verfilmtes Wachkoma.

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The Core – Der innere Kern Regie: Jon Amiel
Strunzdumme Actionklamotte, die selbst im Kino schon gelangweilt hat.

(T)Raumschiff Surprise Regie: Michael Herbig
Ich mag Bully Herbig, aber der ist über weite Strecken einfach entertainmentfrei.

Generell würde ich noch empfehlen:

Shaun of the Dead, Frequently Asked Questions about Time Travel, den ersten Cube, Nothing, Cypher, Watchmen, Shoot ‘Em Up, Crank 1 & 2, Memento, Iron Man, District 9, Starship Troopers 3, The Others, The Tournament, Galaxy of Terror, Open Water, Black Dynamite, OSS 117, Thirst, I am a cyborg but that’s okay, Old Boy, Butterfly Effect 1, Religulous, Race with the Devil.

NACHTRAG: Hier die Filme, die der Fragende von der Liste bereits GESEHEN hat:

  • 12 Monkeys Regie: Terry Gilliam
  • 2001 – Odyssee im Weltall Regie: Stanley Kubrick
  • 2010 – Das Jahr, in dem wir Kontakt aufnehmen Regie: Peter Hyams
  • A.I. – Künstliche Intelligenz Regie: Steven Spielberg
  • Abyss Regie: James Cameron
  • Alien Regie: Ridley Scott
  • Armageddon Regie: Michael Bay
  • Barbarella Regie: Roger Vadim
  • Blade Runner Regie: Ridley Scott
  • Brazil Regie: Terry Gilliam
  • Contact Regie: Robert Zemeckis
  • Dark City Regie: Alex Proyas
  • Das 5. Element Regie: Luc Besson
  • Das Philadelphia Experiment Regie: Stewart Raffill
  • Deep Impact Regie: Mimi Leder
  • Der 200 Jahre Mann Regie: Chris Columbus
  • Der Schläfer Regie: Woody Allen
  • Die Klapperschlange Regie: John Carpenter
  • Unheimliche Begegnung der dritten Art Regie: Steven Spielberg
  • Die Zeitmaschine Regie: George Pal
  • Dune – Der Wüstenplanet Regie: David Lynch
  • E.T. – Der Außerirdische Regie: Steven Spielberg
  • Event Horizon Regie: Paul Anderson
  • Fahrenheit 451 Regie: Francois Truffaut
  • Galaxy Quest Regie: Dean Parisot
  • Independence Day Regie: Roland Emmerich
  • Judge Dredd Regie: Danny Cannon
  • Lautlos im Weltraum Regie: Douglas Trumbull
  • Mad Max Regie: George Miller
  • Matrix Regie: Andy und Larry Wachowski
  • Matrix Reloaded Regie: Andy und Larry Wachowski
  • Matrix Revolutions Regie: Andy und Larry Wachowski
  • Men in Black Regie: Barry Sonnenfeld
  • Men in Black II Regie: Barry Sonnenfeld
  • Metropolis Regie: Fritz Lang
  • Minority Report Regie: Steven Spielberg
  • Planet der Affen Regie: Franklin J. Schaffner
  • Predator Regie: John McTiernan
  • Predator II Regie: Stephen Hopkins
  • Riddick – Chroniken eines Kriegers Regie: David Twohy
  • Robocop Regie: Paul Verhoeven
  • Running Man Regie: Paul Michael Glaser
  • …Jahr 2022…die überleben wollen Regie: Richard Fleischer
  • Spaceballs Regie: Mel Brooks
  • Star Trek – Der Zorn des Khan Regie: Nicholas Meyer
  • Star Wars: Angriff der Klonkrieger Regie: George Lucas
  • Star Wars: Das Imperium schlägt zurück Regie: George Lucas
  • Star Wars: Die Rückkehr der Jediritter Regie: George Lucas
  • Stargate Regie: Roland Emmerich
  • Starship Troopers Regie: Paul Verhoeven
  • Terminator Regie: James Cameron
  • Terminator II Regie: James Cameron
  • Terminator III Regie: Jonathan Mostow
  • The Day After Tomorrow Regie: Roland Emmerich
  • Total Recall – Die totale Erinnerung Regie: Paul Verhoeven
  • Uhrwerk Orange Regie: Stanley Kubrick
  • Waterworld Regie: Kevin Reynolds
  • Westworld Regie: Michael Crichton
  • Zurück in die Zukunft Regie: Robert Zemeckis
  • Zurück in die Zukunft II Regie: Robert Zemeckis
  • Zurück in die Zukunft III Regie: Robert Zemeckis

Plastik-Promis für einsame Nächte (NSFW)

Gepostet am 31. Juli, 2010 um 15:27 Uhr
Kategorien: Film Funnies, Gedanken, Lustiges, Neues.

Nackte Tatsachen! Schmutz! Pornographie! Schamlosigkeiten! Blas- und Wortspiele! Versandhandel! Darum gleich jetzt ein Break – zum Jugendschutz:

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Der Reiz gebrochener Helden: Die BBC zeigt, wie man gute Krimis entwickelt

Gepostet am 29. Juli, 2010 um 12:30 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Gedanken, Neues.

Weil es vielleicht sonst keiner merkt, verkünde ich es hier mal offiziell: Es ist ein neues “Golden Age” des britischen Krimis angebrochen. Drei- und sechsteilige Serien mit abgeschlossenen Fällen, aber übergreifenden Handlungssträngen, kommen momentan in einer Qualität und Geschwindigkeit, dass einem nur noch schwindelig werden kann.

Hat Kenneth Branagh in “Wallander” schon gezeigt, was aus den Mankell-Schmökern noch an Spannung und Atmosphäre zu quetschen ist, beweist “Luther” mit geradezu erschreckender Leichtigkeit, dass ein hoch komplexer Thriller keine literarische Vorlage braucht, um literarischen Vorlagen gerecht zu werden:

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Alle, die es nicht gar so düster mögen, haben seit letzten Sonntag einen neuen Champion. Sein Name ist Sherlock Holmes. “Dr. Who”-Leitwolf Steven Moffat hat eine der bekanntesten Krimi-Franchises durch einen simplen wie genialen Kniff entstaubt – er hat ihn in die Gegenwart verlegt. Ohne Erklärung. Ohne Schnickschnack. Ohne Zeitreise oder Enkel. In der Welt der neuen BBC-Serie “Sherlock” hat es den literarischen Holmes nie gegeben, und Sherlock ist ein junges, aggressives Genie, das eine Webseite namens “The Science of Deduction” betreibt, und mit John Watson einen traumatisierten Afghanistan-Veteranen zum willigen Partner hat. Die Scripts “clever” zu nennen, wird ihnen nicht gerecht. Das hier ist “drama at its best”:

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Und da fragt mich einer, warum ich keinen “Tatort” schaue…

Big Band Theory: Des Wortvogels Lebenswerk erfährt seinen Ritterschlag

Gepostet am 27. Juli, 2010 um 13:53 Uhr
Kategorien: Bücherregal, Film, TV & Presse, Gedanken, In Arbeit, Neues, Privates.

Der Typ hier – das ist Charles Band:

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Die Internet Movie Database listet ihn als Produzent von mehr als 200 Filmen, darunter B-Klassiker wie “Trancers”, “Dolls”, “Re-Animator”, “The Caller”, und “Prison”.

Ich war schon in den 80ern ein Fan, als die “Cinema” ausführlich über seinen “Metalstorm: The Destruction of Jared-Syn” berichtete – ein 3D-Spektakel, in dem kein Metallsturm vorkam und Jared-Syn am Ende auch nicht vernichtet wurde.

sorority_babes_in_slimeball_bowlorama_poster_01Band war für mich neben Roger Corman immer DER quintessentielle B-Produzent, weil er nicht einfach lieblos “product”  in den Markt scheißen wollte, sondern ein klares Business-Modell verfolgte, das ihn mir sympathisch machte: Empire und später Full Moon Pictures produzierten Filmcomics, die teilweise im selben Universum spielten, Crossover erlaubten, und mit den “Videozone”-Magazinen am Ende der Kassette eine starke Bindung an die Fangemeinde suchten. “Dollman”, “Puppet Master”, “Dr. Mordrid”. Dazu Comics, Puppen, Soundtracks, Trading Cards – Band machte das, was Marvel Entertainment heute auch tut. Nur nicht ganz so teuer. Und nicht ganz so erfolgreich. Trotzdem arbeiteten ihm damals schon viele Comicexperten zu, inklusive der Legende Jack Kirby.

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Schon zu Zeiten meines Fanzines “Dark Palace” war ich ein Band-Geek, besprach Filme wie “Dolls”, “Arena” und “Robotjox”. In den letzten Jahren habe angefangen, Artwork von Band gleich im Dutzend zu kaufen.

Natürlich sind Band-Filme selten wirklich gut. Sie sind meistens das Bruzzeln ohne das Steak. Toller Poster, tolle Ideen, knallige Figuren – am Ende aber (aus Budgetgründen) viel zu langatmig, und ohne wirkliche Höhepunkte. Als Fan verzeiht man vieles.

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Irgendwann in den frühen 90ern begann ich mich zu ärgern, dass es so wenig Literatur über Charles Band gibt. Klar, Kai Meyer hatte mal einen tollen Beitrag für die “Moviestar” geschrieben, in dem sogar das deutsche Cover des nie fertig gestellten “Time Crash” (aka “Pulse Pounders”) zu sehen war. Und die Fangoria hatte Band sogar einen Zweiteiler gegönnt. Aber das war mir nicht substanziell genug, zumal Band in Interviews gerne auf die immer gleichen Phrasen auswich (“Ich wurde praktisch auf einem Filmset groß…” ist der Klassiker-Einstieg). Bei aller Liebe, es gibt mindestens fünf Biographien von und über Roger Corman, eine über Sam Arkoff, eine über William Castle, eine über das Geschäftsgebahren von Cannon – da muss doch Platz im Regal sein für einen Band über den Macher von “Parasite 3D” (mit Demi Moore!)!

Ich habe eine manchmal fatale Eigenschaft: Wenn ich etwas will, dass es nicht gibt – dann mache ich es halt selbst. So sind seinerzeit ja auch meine “Science Fiction TV Guides” entstanden. Und das Buch über “Babylon 5″.

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Also beschallte ich meine damaligen Kumpel mit der hochtrabenden Ankündigung: “Eines Tages mache ich das ultimative Buch über Charles Band!”. Ich war 20. Und doof. Ihr kennt das schon.

ghoulies_2_poster_01Obwohl es weder Zeit noch Möglichkeit gab, das Projekt zu verfolgen, verlor ich es nie ganz aus den Augen. Jeder neue Band-Film erinnerte mich daran, jeder Zeitschriftenartikel dazu wurde gesammelt. Als ich im großartigen Archiv von Harald Dolezal stöbern durfte, scannte ich mir zuerst alle Band-Cover, Reviews und Artikel ein, die er ranschleppen konnte (darunter das phänomenale japanische Pressbook zu “Re-Animator”).

Dabei stellte sich heraus, dass Bands Karriere einer Hydra gleicht: Hakt man einen bisher unbekannten Film ab, tauchten drei neue Titel auf, die in keinem Referenzwerk verzeichnet sind. Band ist der Meister der Ankündigungen, der “pre production artwork”, des filmischen Versuchsballons.

Das Internet ist auch keine große Hilfe: Es gibt Webseiten zu Godfrey Hos Ninja-Heulern und Cannons Trash-Actionern, aber erschreckend wenig zu Charles Band. Irgendwann um die Jahrtausendwende fand ich aber die recht krude Webseite eines Engländers namens Dave, der zwar wenig Infos besaß, diese aber erstaunlich kompetent einzuordnen wusste. Schnell kam per Mail ein reger Austausch von Ideen (und Kassetten) zustande. Dave wusste noch erheblich mehr als ich zum Thema, und konnte sehr präzise und pointiert schreiben. An einem lauen Sommerabend machte ich ihm den fatalen Vorschlag, doch gemeinsam am “ultimate Charles Band book” zu arbeiten.

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Später kam dann noch Nathan Shumate von “Cold Fusion Video” dazu, der in diesem Jahr einen sehr empfehlenswerten Sammelband seiner besten/schlechtesten Reviews veröffentlicht hat. Der Australier John Klyza steuerte ein eigenes Kapitel über Bands Zeit mit dem Label “Wizard Video” bei.

Am Anfang versuchte ich noch, mit Daves Enthusiasmus für das Projekt mitzuhalten, aber es war die Zeit, in der ich an meiner Telenovela werkelte, und das Tempo, das der Musiker und “all around good guy” vorlegte, war erschreckend: Im Wochentakt flatterten mir Reviews ins Haus und Interviews mit Band-Komplizen, die Dave mit detektivischem Eifer aufspürte. Wir machten bald eine eigene Yahoo-Group auf, um das ganze Material zu organisieren. München, Utah, London, Australien – das nennt man wohl eine “internationale Koproduktion”.

TTot_posterMehr als 50 Regisseure, Autoren, Schauspieler und Effekt-Experten haben wir für das Buch interviewt, darunter: Albert Pyun, Tim Thomerson, Jaqueline Lovell, John Buechler, J.R. Bookwalter, Richard Band, Courtney Joyner, Dave Parker, und Peter Manoogian.

Es zeigte sich sehr schnell, dass Dave einfach der geeignete Schreiber für das Projekt war, und ich meine Energie besser darauf konzentrieren konnte, seltene Artwork und Recherche-Materialien zu organisieren. Es gab Zeiten, da kaufte ich pro Woche ein Dutzend Kassetten – aus Hongkong, Australien, Brasilien. Viele Band-Produktionen waren anders kaum noch zu bekommen (mittlerweile hat sich das geändert – Band selbst vertreibt einen Großteil auf DVD). Dank einiger geschäftlicher Kontakte zu der Firma, die mit Bands Partnern Kushner/Locke zu tun hat, kam ich kostenlos an eine ganze Kiste obskurer Softcore- und Kidfilme.

Was die Arbeit von einem, vielleicht zwei Jahren werden sollte, geht nun ins neunte Jahr, und das Ende ist vielleicht in Sicht, aber noch lange nicht erreicht. Klar ist längst, dass es mit EINEM Buch nicht getan sein wird. Da wir ALLE Filme aus Bands Kinofabrik ausführlich vorstellen und besprechen wollen, wird es wenigstens ein Doppelband werden. Suck on that, Corman!

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Einen besonderen Meilenstein passierten wir vor einigen Wochen, als es uns ENDLICH gelang, mit Charles Band selbst ein mehrteiliges und mehrstündiges Telefon-Interview zu führen (sein Bruder Richard öffnete uns dafür die Tür). Tatsächlich war Band angesichts von Davids Detailwissen ausnahmsweise bereit, den PR-Sprech außen vor zu lassen, und ganz tief in seinen Erinnerungen zu kramen, um seine Sicht der nun 40 Jahre dauernden Karriere als Produzent zu Protokoll zu geben.

Warum ich euch das alles ausgerechnet heute so ausführlich erzähle? Ganz einfach: Am Wochenende hatte ich den Ausdruck des ersten Buches von Dave aus London in der Post. Knapp 400 Seiten geballte Begeisterung für das B-Movie-Geschäft:

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Und das ist erst der Anfang…

20 Jahre Wortvogel in München: Wie er kam, was er wollte, warum er blieb (3)

Gepostet am 25. Juli, 2010 um 20:43 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Gedanken, Neues, Privates.

Neueinsteiger bitte Teil 1 und 2 lesen!

gong-cover-jan10Ich bin also nun “fester” Programmredakteur, bekomme als Ressort SAT.1 zugeteilt. Im Grunde genommen besteht meine Aufgabe darin, die Programm-Infos (eine ca. 100seitige Auflistung des wöchentlichen SAT.1-Programms mit allen Daten) zu einer Programmspalte nach genauen Vorgaben (z.B. 117 Zeilen à 37 Anschläge) zusammen zu dampfen. Ich muss entscheiden, welcher Spielfilm mit Bild dargestellt wird, Kritiken aus Filmenzyklopädien suchen, Todesdaten eintragen, und viele Schauspieler um ein “(bek. aus “XY”)” ergänzen. Sind alle sieben Spalten für eine Programmwoche abgenommen, kürze ich sie noch für die Bedürfnisse der Schwesterzeitschrift “die2″ ein.

Ich bin deswegen nur in Anführungsstrichen “fester” Redakteur, weil ich den missverständlichen Status “fester Freier” habe. Ein Aufgabengebiet ist mir damit sicher, aber ich arbeite auf Rechnung. Krank feiern, Urlaub nehmen – das geht alles komplett auf meine eigenen Kosten. Krankenversicherung ist ebenso mein Problem wie Rente. Streng genommen ist das rechtlich sehr fragwürdig, und so manches mal sind wir Redakteure uns einig, dass nur mal jemand einen Musterprozess gegen das System anstrengen müsste, um es zu Fall zu bringen. Aber dafür verdienen wir alle zu gut.

In der Tat befinde ich mich in der letzten Phase der “goldenen Ära” klassischer Programmzeitschriften. Zwar erodieren die Auflagen schon ein wenig, seit es die brandneuen und sehr schicken Konkurrenten von TV Movie und TV Spielfilm gibt, aber unser GONG hat als Vollpreisler eine erstaunliche Gewinnmarge, und einen großen Abonnentenstamm. Wer seit teilweise mehr als 20 Jahren hier arbeitet, ist praktisch unkündbar, und verdient ein kleines Vermögen. Vielen Kollegen merkt man beides an.

Bei aller Begeisterung für meinen neuen “Beruf” (wenn man das Abtippen von Programmspalten so nennen will) bin ich natürlich nicht damit ausgelastet, den ganzen Tag “16.00 SAT.1 Blick, 16.30 Zapp mit Frank Laufenberg” in die Tastatur zu hämmern. Weil ich sehr flott und präzise arbeite, kann ich das Wochenpensum in lässigen zweieinhalb Tagen schaffen. Die Leerzeit wird mit den Kollegen verratscht, im Archiv gekruscht – oder bei Presseterminen rumgebracht.

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Einer der Vorteile dieser Arbeit ist nämlich: Ständig flattern Einladungen ins Haus, und vielen Kollegen ist der Feierabend zu heilig, um auf Veranstaltungen zu gehen. Mangels eines Freundeskreises in München werde ich bald zum Staubsauger für die a5-Flyer und nehme alles mit, was geht: Drei bis vier Kinobesuche die Woche sind normal, bei RTL “Zum heißen Stuhl” sitze ich ebenso im Publikum wie bei der Präsentation einer neuen SAT.1-Tierdokumentation. Ich bekomme im Arri-Kino die ersten beiden Folgen der “Highlander”-TV-Serie vorgeführt, und futtere mich in der Journalisten-Lounge beim “Glücksrad” durch. Ich erlebe die Gründung des Kabelkanals, und das (vorläufige) Ende von Tele5. Beim Konzert der “New Kids on the Block” überrage ich die Zielgruppe so signifikant, dass ich einen tollen Blick bis zur Bühne habe.

Es ist eine geile Zeit: Ich freunde mich mit einer Praktikantin an, die meinen Filofax (sowas hatte man damals noch) der letzten Leerstellen beraubt: Ich gehe auf Partys, ins Theater, in Konzerte, und in Bars. Geld ist genug da, und vor 10 Uhr brauche ich eigentlich nie in der Redaktion auftauchen. Prüft auch niemand, solange ich meine Arbeit gut mache.

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Dienstags findet man eine Handvoll Kollegen und mich meistens zur Happy Hour im “Juleps“, wo wir uns in uanständigem Maße “die Kante geben”. Und am Wochenende hocken wir oft genug in der Redaktion zusammen, weil es da einen Großbildfernseher und Bundesliga live dank Pay-TV gibt.

Ich lerne in dieser Zeit Dinge, die ich früher bestritten hätte: Der Wert eines Kollegen misst sich nicht an seiner Freundlichkeit, sondern an seiner Kompetenz und seinem Willen, diese Kompetenz weiterzugeben. Der Redakteur, der meine Randspalten redigiert, ist ein ziemlich aufgeblasener Wichtigtuer, der auf großer unverstandener Autor machte, aber nie wirklich den Arsch hoch bekommt. Er haut mir jeden Kommafehler mit sadistischem Genuss um die Ohren. Aber genau deswegen entwickle ich den Ehrgeiz, besser zu werden, denn er hat ja RECHT. Manchmal kommen Vertretungen, wenn er in Urlaub ist, die erheblich entspannter an die Endkorrektur gehen – dafür bekomme ich dann einen dreimal so fetten Einlauf verpasst, wenn deswegen ein Tippfehler im gedruckten Heft landet.

Außerdem ist es IMMER ein Vorteil, erfahrenen Kollegen gut zu zu hören, auch wenn sie viel schwadronieren. Die wichtigsten Faustregeln für eine gute Geschichte bekomme ich von einem Textchef, der im Restaurant immer als erstes seinen Kuli rausholt, um die Speisekarte zu redigieren.

Trotzdem ist es nicht immer einfach: Ich bin immer noch ein Muttersöhnchen, immer noch mit dem Herzen (und fast jedes Wochenende) in Düsseldorf, und immer noch Zielscheibe blöder Sprüche früh verbitterter Senior-Redakteure. Eines Morgens komme ich um 10.00 Uhr in mein Büro, nur um völlig irrational von meinem mies gelaunten Programmchef angepflaumt zu werden, warum ich so spät (also so spät wie alle anderen) dran sei. Ich will mich zuerst irgendwie wegducken, aber diesmal habe ich einfach die Schnauze voll, und als er “Wenn es dir hier nicht passt, kannst du ja abhauen!” schreit, klappe ich meinen Koffer zu (ja, es ist die Zeit, in der jeder Depp mit Aktenkoffer rumläuft), und sage entschieden: “Okay, dann mache ich das doch mal”. Der Vorteil: Ich bin “Freier”, er hat keine arbeitsrechtlichen Möglichkeiten, dagegen vorzugehen. Andererseits: Ich bin damit augenblicklich arbeitslos.

Nach drei oder vier verdödelten Tagen beginne ich an der Cleverness dieser Kraftprobe zu zweifeln. Dann ruft der Textchef an: “Der Chef hat gestern Abend völlig besoffen in der Runde kund getan, dass es ihm leid tut – mehr kannst du echt nicht erwarten”. Ich erwarte aber mehr. Trotzdem will ich nicht gar so bockig sein, und mache mich nochmal auf den Weg in die Redaktion, um “Sachen aus meinem Schreibtisch zu holen”. Der Programmchef sieht mich, und knurrt mich nur an: “Wenn du Arbeit brauchst – dein Schreibtisch ist noch frei”. Ich mache mich wortlos dran, die verlorenen vier Tage aufzuholen. Hernach werde ich nicht mehr als “der Jungspund” verarscht.

Ach ja, der Programmchef: Um Sprüche ist er nie verlegen. Urlaubsanträge werden grundsätzlich mit “Entfällt wegen Bodennebel!” abgeschmettert, dumme Fragen mit “Bin ich Jesus – wächst mir Gras aus der Tasche?”, und zu lahme Redakteure mit “Wir machen hier eine Zeitschrift – keinen Kalender!”. Zur Motivation brüllt er gerne mal in unser Büro “Seid ihr Männer oder Mäuse?”, woraufhin wir im Chor und mit erhobenen Fäusten zurück geben: “MÄUSE!”.

Und sogar der aufgeblasene Korrekturredakteur hat seine Spuren in meinem Sprachschatz hinterlassen – noch heute sage ich nach einem langen Arbeitstag gerne vernehmlich: “Alle Zeilen sind, so scheint’s, geschrieben.”

Mittwochs um 11.00 Uhr ist Redaktionskonferenz. Da sitzen die Mantelteil- und die Programmredakteure mit den Chefs beisammen, und die möglichen Themen für das neue Heft werden besprochen. Wir Programmies sind eigentlich nur dazu da, aus den Programminfos vorzulesen, was neu startet. Dann vergibt der Chefredakteur die Artikel an die Mantelredakteure. Ist nicht so spannend, aber es weht immerhin ein Hauch von echtem Journalismus durch das Konferenzzimmer. Irgendwann startet auf SAT.1 die Serie “Superboy“, und als der Chefred fragt, warum das interessant ist, rattere ich eine kurze Historie der Superman-Verfilmungen herunter, die er mit der Frage quittiert: “Meinst du, du kannst eine halbe Seite drüber schreiben?”. So komme ich zu meinem ersten richtigen Artikel für den Gong – den ich gleich (gottseidank unbemerkt) vergeige, weil ich Max und Richard Fleischer verwechsle. Ich schwitze (unter Anleitung eines erfahrenen Kollegen) Blut und Wasser, bis der Text sitzt. Schon zwei Wochen später bekomme ich den nächsten Auftrag: eine halbe Seite über 200 neue Folgen “Nachbarn”.

Der Damm ist gebrochen, ich schreibe in immer kürzeren Abständen kleine und größere Artikel. Ich interviewe Wolf Larson zur neuen “Tarzan”-Serie, fliege nach Hamburg zur Präsentation des SAT.1-Jugendmagazins “Mag”, bin sogar in London vor Ort, als die Besetzung der “Scarlett”-Verfilmung vorgestellt wird (Timothy Dalton!). Flugreisen werden auf Zuruf gebucht, Taxischeine gibt es ohne Nachfrage. Alles sehr lässig, sehr leger.

Es ist schade, dass ich 15 Jahre brauche, um zu begreifen, dass das Leben kaum angenehmer sein kann.

Wie unglaublich viel Geld  in der Branche unterwegs ist, kann man auch daran sehen, dass der GONG überall Korrespondentenbüros hat. LA und Hamburg kann ich noch nachvollziehen, aber Paris? London? Frankfurt? Aus dieser Ecke kommt doch praktisch nie ein relevantes Thema. Und wenn doch mal eine Knallerserie in London gedreht wird, ist es allemal billiger, einen Redakteur wie mich kurzfristig dorthin zu schicken. Aber solche Fragen werden gar nicht erst gestellt.

spasstvErfreulich finde ich, dass die Redakteure je nach Kompetenz und Interesse immer wieder auch in anderen Bereichen eingesetzt werden. So kommt eines Tages der Ehapa Verlag auf uns zu – man sucht eine TV-Redaktion, die eine 16seitige Beilage für die “Micky Maus” gestalten kann. Zusammen mit Katrin Kaiser fahre ich nach Stuttgart, befrage Schulklassen, und identifiziere bald eines der Grundprobleme einer solchen Beilage: Soll die Auswahl der Sendung nach dem erfolgen, was die Eltern für den Nachwuchs wollen, oder soll sie sich nach dem Geschmack der Kids selbst richten? Die Differenzen sind beträchtlich: Eltern wünschen sich für ihre Kinder “Sesamstraße” und “Janosch”, während die Zielgruppe selbst schon längst “Knight Raider” und “A-Team” sehen will. Wir entscheiden uns, den Pimpfen den Vorrang zu geben, und die “Spass-TV” wird für eine Weile lange in großer Erfolg.

Irgendwann kommt der Chefred (zu dem Zeitpunkt schon nicht mehr Markwort) in mein Büro, und klatscht mir ein Heft von Bastei namens “TV Serien-Hits” auf den Tisch: “Was könnten wir damit machen?”. Es stellt sich heraus, dass der GONG-Verlag die Möglichkeit hat, den Titel zu kaufen, und nach eigenem Gusto umzubauen. Aufgrund meiner Serienkenntnisse werde ich so etwas wie ein Entwicklungsredakteur. Das Ergebnis ist die “TV Serien” – ein monothematisches zweiwöchiges Programmmagazin, das von der Soap bis zur Science Fiction alles covert, was da kreucht und fleucht.

KolumneDie “TV Serien” wird ein großer Erfolg, und ich schreibe nicht nur die meisten Artikel, sondern bekomme auch eine eigene Kolumne namens “Scharf hingeguckt”. SAT.1 schickt mich mit David Hasselhoff nach Fuerteventura, ich interviewe die ersten Stars, die von “Gute Zeiten Schlechte Zeiten” hervorgebracht werden. Vor Ort sehe ich die deutsche Version von “Eine schrecklich nette Familie” entstehen, und beim Abbruch der Sets von “Star Command” bin ich ebenfalls dabei.

Das ist übrigens kein fetter Pickel an meinem linken Ohr – ich habe zwei Stecker im Fleisch, und meine Haare wachsen erstmals lang genug für einen Pferdeschwanz.

Über 250.000 Ausgaben verkaufen wir alle 14 Tage, und weil ich für jeden Artikel üppig und extra bezahlt werde, spült das zeitweise pro Monat eine fünfstellige Summe auf mein Konto. Zu keiner Zeit wird mir bewusst, wieviel Geld das ist. Geld hat für mich keine nennenswerte Relevanz, solange ich mein Leben komfortabel gestalten kann. Es freut mich lediglich, dass ich mir nun alle Ausgaben der “Cinefantastique” leisten kann, die ich haben möchte. Und Bücher. Ich kaufe VIELE Bücher. Zumeist über amerikanische Filme und Serien. Schierer Platzmangel ist es daher auch, der mich nach zwei Jahren dazu bringt, aus meinem Apartment auszuziehen. Das neue Domizil liegt auf der Nymphenburgerstraße gemütlich in einem begrünten Hinterhof, hat ein Zimmer mehr, und eine Tiefgarage. Ich finde das schon sehr mondän:

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Das Beste: keine drei Minuten Fußweg zum Cinema Kino – und damit zum Fantasy Film Fest. Und weniger als zwei Minuten zu meinem liebsten Irish Pub “Fiddler’s Green”.

Mein Ruf als Experte für Science Fiction verbreitet sich nicht nur in der Redaktion, sondern auch nach außen. Grund dafür ist der Anruf eines Kumpels, der in gewisser Weise (mehr darf ich dazu nicht sagen) mit der Synchronisation der Star Trek-Serien zu tun hat. “Star Trek TNG” läuft derzeit mit mäßigem Erfolg im ZDF, und als ich meinen Kumpel an der Strippe habe, teilt er mir mit, dass die neuen Synchronisationsaufträge nicht mehr aus Mainz, sondern von SAT.1 kämen. Ich zähle 2 + 2 zusammen, ziehe dem Privatsender ein (sehr widerwilliges) Statement aus der Nase, und habe eine Exklusiv-Geschichte: SAT.1 wird der neue Haussender von Star Trek!

trekromanA propos: Bei Trekkern ist der GONG unter anderem deswegen legendär, weil er in den 70ern Episoden der alten Serie zu Foto-Romanen verwurstet hat. Auch zu den Kinofilmen gab es diese Pseudo-Comics. Die Filmdosen mit den Negativen finde ich irgendwann auf einem zugestaubten Regal im Archiv. Ein Blick in die alten Ausgaben befreit mich allerdings von jeder Nostalgie: Die Fotoromane sind entsetzlich stümperhaft, mit hanebüchenen Dialogen und teilweise gänzlich falschen Bildern (die Enterprise wird fast schon störrisch häufig auf dem Kopf stehend dargestellt). Ich frage meinen Chefred, wer das denn verbrochen habe. Er lacht: “Das habe ich damals mit unserem Kinoredakteur gemacht, wenn die Feier zum Druckschluss durch war. Meistens waren wir total betrunken, und konnten uns am nächsten Tag nicht mal mehr erinnern, was wir da getextet haben”. Soviel dazu.

Zurück zum Thema: Von 1992-1994 bin ich eine wahre “Schreibmaschine”. Ich verfasse einen Artikel nach dem anderen, Interviews, Reportagen, Kritiken, Kolumnen. Ich sauge Wissen auf wie ein Schwamm, ziehe immer mehr Kompetenzen auf mich. Weil ich so ziemlich der Einzige bin, der eine Spielekonsole bedienen kann, darf ich auch Videogames besprechen. Also bekomme ich SNES, Sega Mega Drive, Gameboy – alles “unbefristet” gestellt, plus regelmäßig die neuen Spiele. Sony fliegt mich drei Tage nach Mallorca, damit ich einen neuen Camcorder teste.

Ach ja, der Camcorder-Test: Man drückt uns sieben Journalisten für drei Stunden je ein Gerät in die Hände mit der vagen Aufforderung, dessen Alltagstauglichkeit zu testen. Hinterher sollen die Aufnahmen gesichtet werden. Meine Kollegen filmen allesamt emsig mallorquinische Landschaften. Das ist mir zu wenig – ich schnappe mir den Presse-Sprecher der Firma und improvisierte ein wenig:

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Ich weiß, es ist peinlich. Aber das war alles vor Ort und im Augenblick improvisiert, also stellt euch nicht so an. Ist schließlich kostenlos.

Es gibt auch Rückschläge: Irgendwann glaubt Ehapa, die “SpassTV” auch allein erstellen zu können, was ihr baldiges Ende ankündigt. Eines Tages taucht der Chefred persönlich in der Redaktionskonferenz der “TV Serien” auf, und ich ahne schon: Das war’s. Zwar hat sich das Heft gut verkauft, aber es kam zu wenig Geld über Anzeigen rein. Das hat sich nicht gerechnet. Ich vermute, dass das auch daran liegt, dass wir einen unguten Spagat zwischen den wöchentlichen und den täglichen Serien versucht haben. “Star Trek” und “California Clan” gehören einfach nicht in ein Heft.

Irgendwie verzettel ich mich auch langsam, denn zwischen den Artikeln, Kommentaren und Presseterminen schreibe ich weiterhin stur die Randspalten für SAT.1. Urlaub ist praktisch nicht drin, ich schaffe es in diesen Jahren gerade ein mal auf die Malediven, wo allerdings eine Luftblase in der Backenzahnfüllung schmerzhaft verhindert, dass ich auf Tauchgang gehen kann. Ich tanze in der Redaktion auf einem Dutzend Hochzeiten, und langsam aber sicher wird mir schwindelig.

Ich spüre, dass sich was ändern muss. Dass ICH was ändern muss.

Die Ehre des deutschen Kinos gerettet?

Gepostet am 20. Juli, 2010 um 16:41 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Gedanken, Neues.

werner-2Mit Ruhm bekleckert hat sich der deutsche Film in diesem Jahr nicht gerade. Zwei Produktionen, die zum Fremdschämen geradezu einladen, werden jetzt aus der Schusslinie genommen: “Die Superbullen” mit Tom Gerhardt und Hilmi Sözer wird von September auf Januar 2011 verschoben. Der neue “Werner – eiskalt!” bekommt nicht einmal mehr einen konkreten Starttermin. Statt Ende August 2010 verweist der Verleih nun vage auf “Sommer 2011″.