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	<title>Wortvogel - 100 % Torsten Dewi &#187; Fantasy Filmf. 08</title>
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		<title>Fantasy Filmfest Fun-Kritiken 2008 (5): Dance of the Dead / Repo! The Genetic Opera / Jack Brooks: Monster Slayer</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Sep 2008 23:49:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wortvogel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fantasy Filmf. 08]]></category>
		<category><![CDATA[Film, TV & Presse]]></category>
		<category><![CDATA[Neues]]></category>

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		<description><![CDATA[Vorab ein Wort an die Freunde von 13th Street, denen ich ja schon lange verbunden bin: Ich habe kein grundsätzliches Problem damit, dass ihr in diesem Jahr WIEDER den Spot mit der Villa im Wald und dem kleinen Jungen zeigt. Klar, nach dem 30igsten Mal nervt es ein wenig, aber ich finde die &#8220;kühle Rote&#8221; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vorab ein Wort an die Freunde von 13th Street, denen ich ja schon lange verbunden bin: Ich habe kein grundsätzliches Problem damit, dass ihr in diesem Jahr WIEDER den Spot mit der Villa im Wald und dem kleinen Jungen zeigt. Klar, nach dem 30igsten Mal nervt es ein wenig, aber ich finde <span style="text-decoration: line-through;">die &#8220;kühle Rote&#8221;</span> Franziska Petri eigentlich ziemlich lecker, besonders wenn sie süffisant-vieldeutig &#8220;vielleicht&#8230;&#8221; sagt.</p>
<p><a href="http://wortvogel.de/2008/09/fantasy-filmfest-fun-kritiken-2008-5-dance-of-the-dead-repo-the-genetic-opera-jack-brooks-monster-slayer/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
<p>ABER: Es macht mich kirre &#8211; jedes Mal! &#8211; wenn der Junge fragt, ob sie vielleicht eine Packung Kekse kaufen möchte.</p>
<p>Er hat ein Glas in der Hand. Ein GLAS!!!</p>
<p>Das muss doch jemandem bei der Produktion aufgefallen sein!</p>
<p>Da werde ich zum Hulk&#8230;</p>
<p>Okay, ich habe diesmal versucht, die Reviews halbwegs thematisch zu ordnen: &#8220;JCVD&#8221; und &#8220;My name is Bruce&#8221; zusammen, &#8220;Virus Undead&#8221; und &#8220;36 pasos&#8221; zusammen &#8211; und heute sind die Funsplatter-Komödien dran. Zwei aus dem Highschool-Umfeld, eine als Musical.</p>
<p><span id="more-1981"></span></p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p><strong>DANCE OF THE DEAD</strong></p>
<p><a title="Dance of the Dead Poster" rel="lightbox" href="/wp-content/uploads/2008/09/dance-of-the-dead.jpg"><img style="float: left;" src="/wp-content/uploads/2008/09/dance-of-the-dead.jpg" alt="Dance of the Dead Poster" width="200" /></a>USA 2008. Regie: Gregg Bishop. Darsteller: Jared Kusnitz, Greyson Chadwick, Carissa Capobianco, Mark Oliver u.a.</p>
<p><strong>Kurz gesagt</strong>: Romero-eske Zombies hüpfen just in der Nacht aus den Gräbern, als die Teenager einer Kleinstadt zum Abschlussball gehen wollen. Will man sich von fleischfressenden Untoten wirklich &#8220;die wichtigste Nacht des Lebens&#8221; versauern lassen?</p>
<p><strong>Ins Detail</strong>: Splatterkomödien sind schwierig, weil die Balance aus Grusel und Humor notorisch schwer zu halten ist. Besonders, wenn Teenager im Spiel sind, die Geißel des modernen Horrorfilms. Das hängt sicher auch damit zusammen, dass Autoren die eigenen Highschool-Jahre meistens schon zwei Dekaden hinter sich haben, und sich nur noch rudimentär daran erinnern können. Darum wird dann bei den Figuren zumeist tief in die Klischeekiste gegriffen. Und weil man die Teenager als Publikum haben will, wird die Gewalt vergleichsweise runtergefahren. So macht man sich auf keiner Seite Freunde.</p>
<p>&#8220;Dance of the Dead&#8221; ist da anders. Der Film ist in diversen Kritiken als eine US-Variante von &#8220;Shaun of the Dead&#8221; bezeichnet worden. Das ehrt ihn, auch wenn er deutlich weniger smart ist als die britische Vorlage. Aber ich glaube, die (vielleicht zu jungen) Kritiker haben die offensichtlichsten Vorbilder übersehen: &#8220;Dance of the Dead&#8221; ist die Romero-Version der frühen Teenager-Komödien vom Schlag &#8220;Fast Times at Ridgmont High&#8221;, &#8220;Rock&#8217;n'Roll Highschool&#8221;, und &#8220;Porky&#8217;s&#8221;. Das fällt schon im Look der Produktion auf: Fast alle Autos sind alte 70er-Schleudern, die Wuschel-Frisuren der Jungs erinnern mit den labberigen No Name-Shirts an Episoden von &#8220;That 70&#8242;s Show&#8221;, und würden nicht ab und an Handys benutzt &#8211; man könnte &#8220;Dance of the Dead&#8221; unterstellen, 1978 zu spielen. Es ist kein Zufall, dass Hauptfigur Jimmy aussieht wie der kleine Bruder der Ramones. Das wird auch beim Soundtrack durchgehalten, der uns gleich zwei sehr schöne Fassungen des Pat Benatar-Klassikers &#8220;Shadows of the Night&#8221; präsentiert.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1989" style="float: left;" title="Dance of the Dead" src="/wp-content/uploads/2008/09/danceofthedead.jpg" alt="Dance of the Dead" width="370" height="309" /></p>
<p>Weil der Film sich auf die Frühzeit der Teenager-Komödie bezieht, ist er weder so zynisch, noch so berechnend wie die modernen Varianten: eigentlich sind alle Kids ganz nett, man hat halt so die üblichen Probleme, und die Welt ist noch nicht strikt in Gewinner und Verlierer aufgeteilt. Dazu passt, dass der Film auch nicht versucht, irgendwelche Jocks als menschliche Antagonisten aufzubauen. Man schaut den handelnden Personen gerne zu, statt ihnen dauernd die Zombiepest an den Hals zu wünschen.</p>
<p>Zu verdanken hat Regisseur Bishop das nicht zuletzt einer gut aufgelegten Besetzung, allen voran Greyson Chadwick und Carissa Capobianco, die aus den Rollen &#8220;Final Girl&#8221; und &#8220;Cheerleader&#8221; mehr rausholen, als drinstecken sollte. Falls Greyson das hier liest: Ich will dich heiraten! Combat Boots und Prom Dress &#8211; eine unwiderstehliche Mischung&#8230;</p>
<p>&#8220;Dance of the Dead&#8221; bezieht sich nicht nur stilistisch auf die 70er, sondern hat sich auch deren Unschuld und Sympathie bewahrt. Das allein steigert den Unterhaltungswert beträchtlich.</p>
<p><a href="http://wortvogel.de/2008/09/fantasy-filmfest-fun-kritiken-2008-5-dance-of-the-dead-repo-the-genetic-opera-jack-brooks-monster-slayer/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
<p>Hinzu kommt, dass der Film mit einer Energie und Geschwindigkeit abläuft, dass der Nachspann schon läuft, wenn man sich gerade mal im zweiten Akt wähnt. Exposition wird komplett vermieden (die Stadt hat ein riesiges Atomkraftwerk, da kann das mit den Zombies schon mal vorkommen). Die Actionszenen sind von einfacher Eleganz, alle Figuren sind ständig in Bewegung, und es wird keine Zeit an dämliche Subplots verschwendet. Fettfrei, fix, und frech &#8211; genau die richtige Einstellung für einen Film dieses Kalibers. Dazu Splatter satt und einfallsreich, und eine grandiose Sequenz, in der die Zombies wortwörtlich aus ihren Gräbern katapultiert werden. Es braucht so wenig, um mich glücklich zu machen&#8230;</p>
<p>Was aber am wichtigsten ist: Der Humor funktioniert. Nicht zuletzt deshalb, weil wir die Figuren ja sowieso sympathisch finden. Sprüche, Situationskomik, Slapstick &#8211; alles greift sauber ineinander. Und wo Klischees aufgebaut werden (Coach), da werden sie auch gerne am Ende wieder gebrochen.</p>
<p>Der Film deutet nicht auf eine Fortsetzung hin &#8211; er setzt sie einfach voraus. Und ich für meinen Teil kann es kaum erwarten.</p>
<p><strong>Fazit</strong>: Ein extrem kurzweiliger Splatterspass, der die besten Seiten der 80er Highschool-Komödie gekonnt mit sämtlichen billigen Zombieklischees mixt, und deshalb im Rahmen seiner Möglichkeiten durchaus <strong>9 von 10 Sternen</strong> verdient hat.</p>
<p><strong>Andere Meinung</strong>: <em>&#8220;</em><span><span><span class="text"><span class="text"><em>The most outrageous, most sanguine and most irrepressibly hilarious horror comedy since SHAUN OF THE DEAD&#8221;</em> (Bloody Disgusting)</span></span></span></span></p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p><strong>REPO! THE GENETIC OPERA</strong></p>
<p><a title="Repo Poster" rel="lightbox" href="/wp-content/uploads/2008/09/18193.jpg"><img style="float: left;" src="/wp-content/uploads/2008/09/18193.jpg" alt="Repo Poster" width="200" /></a></p>
<p>USA 2008. Regie: Darren Lynn Bousman. Darsteller: Anthony Stewart Head, Sarah Brightman, Paul Sorvino, Paris Hilton, Alex Vega</p>
<p><strong>Kurz gesagt</strong>: Punk/Goth/Sci-Fi-Musical &#8211; in einer düsteren Zukunft, in der Menschen ständig Organe austauschen müssen, regiert mit GeneCo ein gigantisches Unternehmen, dessen &#8220;Repo Man&#8221; auch gerne mal die Wirbelsäule zurückholt, wenn ein Patient mit den Zahlungen im Rückstand ist. Als der GeneCo-Präsident Rotti Largo erkrankt, sucht er sich ausgerechnet die abgeschirmt aufgewachsene Teenagerin Shilo Wallace als Nachfolgerin aus, deren Vater Nathan vor 17 Jahren sein Konkurrent um die Liebe der schönen Marni war.</p>
<p><strong>Ins Detail</strong>: Groucho Marx war es, der für eine seiner Spielshows den Begriff &#8220;close, but no cigar&#8221; prägte &#8211; auf deutsch: knapp daneben ist auch vorbei. Auf keinen Film des Festivals trifft das so sehr zu wie auf &#8220;Repo! The Genetic Opera&#8221;.</p>
<p>Die Produktion? Exzellent. Eine dystopische Welt, in der es nie Tag zu werden scheint, eine schräge Mischung aus Hongkong, &#8220;Dark City&#8221;, und der &#8220;Rocky Horror Picture Show&#8221;.</p>
<p>Die Darsteller? Fehlerfrei. Ein großartig aufgelegter Anthony Stewart Head, der mal wieder beweist, dass er für Musicals geboren wurde. Diva Sarah Brightman als Gothic-Tante mit einer extrem spookigen Fähigkeit (ihre digitale Hornhaut kann alles aufzeichnen, was sie sieht, und als geisterhafte Projektion in den Raum werfen).  Alex Vega zeigt, dass sie mehr sein kann als eins von den &#8220;Spy Kids&#8221; (wobei ihre Rocknummer verdächtig an Avril Lavigne erinnert).</p>
<p><a title="Repo Plakat" rel="lightbox" href="/wp-content/uploads/2008/09/poster1.jpg"><img style="float: right;" src="/wp-content/uploads/2008/09/poster1.jpg" alt="Repo Plakat" width="200" /></a>Das Drehbuch? Einem Musical angemessen &#8211; melodramatisch bis zum Anschlag, mit hübschen Verwicklungen, und überraschenden Wendungen. Man kann mit den Figuren leiden, auch wenn die angedeutete Liebesgeschichte von Shilo und dem Grabräuber am Ende etwas im Sande verläuft.</p>
<p>Die Effekte? Allererste Sahne, von der CGI bis zum erfreulich hemmungslosen Splatter. Wer wollte noch nicht sehen, wie der &#8220;Repo Man&#8221; einem Opfer die Wirbelsäule wieder entfernt? Dazu kommt eine erstaunliche Liebe zum Detail: Die Bilder von Marni, die in der Villa hängen, sind schwarzweiß, aber trotzdem krude Hologramme, was für einen interessanten &#8220;Dark Romance&#8221;-Effekt sorgt.</p>
<p>Und trotzdem: mehr als ein &#8220;geht so&#8221; gibt&#8217;s nicht.</p>
<p>Jetzt höre ich schon die Experten: &#8220;Klar, ist ja von der Lusche, die &#8216;Saw II-IV&#8217; gedreht hat &#8211; KANN ja nicht gut sein&#8221;.</p>
<p>Falsch. An Bousmans Regie ist nichts auszusetzen. Er kann die Action ebenso glaubwürdig inszenieren wie das Melodrama. Er hat außerdem ein Händchen für die Choreographie der Musiknummern. Ich bin kein Fan der &#8220;Saw&#8221;-Filme, aber an ihm mache ich den Mißerfolg nicht fest.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-2004" style="vertical-align: middle;" title="Repo" src="/wp-content/uploads/2008/09/repo3.jpg" alt="Repo" width="370" height="245" /></p>
<p>Ist Paris Hilton das Problem? Auch falsch. Sie schlägt sich ganz gut, und fällt stimmlich nicht annähernd so unangenehm auf wie Pierce Brosnan in &#8220;Mamma Mia!&#8221;. Regisseur Bousman hat gewußt, wieviel er von ihr erwarten kann, und hat genau das auch bekommen.</p>
<p>&#8220;Repo!&#8221; scheitert an der Musik. Und das ist bei einem Musical, das fast ausschließlich aus Musik besteht, der Todesstoß. Nun könnte man sagen, ich sei einfach nicht der richtige Kunde für diese bräsige Goth-Rock-Kiste. Das mag stimmen. Aber selbst wenn ich meinen persönlichen Geschmack außen vor lasse, funktioniert der Soundtrack einfach nicht. Die Nummern sind alle sehr gleichförmig &#8211; größenteils Power-Balladen mit Rock-Brücken, die dem Film jeglichen &#8220;flow&#8221; nehmen. Gerade Musicals leben von einer Abwechslung in der Stimmung: sanfte Ballade, harter Rock, hymnisches Finale. Bei &#8220;Repo&#8221; klingt alles irgendwie gleich, und ist so eng aneinander geklatscht, dass es eher wie ein albern pubertärer Goth-Rock-Teppich wirkt. Die Texte helfen nicht, denn sie sind oft redundant, und doppeln das, was wir sowieso auf der Leinwand sehen. Die Komposition der Songs ist so wenig eingängig, als hätten die Darsteller jede Zeile einzeln einfach mal drauf los gesungen. Strophen und Verse lassen sich kaum ausmachen. Ohrwürmer Fehlanzeige.</p>
<p><a href="http://wortvogel.de/2008/09/fantasy-filmfest-fun-kritiken-2008-5-dance-of-the-dead-repo-the-genetic-opera-jack-brooks-monster-slayer/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
<p>Verdammt. Verdammt, verdammt, verdammt! Mit einem anständigen Rock-Soundtrack aus der Steinman-, oder meinetwegen auch aus der Sisters of Mercy-Ecke (geht ja auch zusammen: &#8220;More&#8221;) hätte der Film eine totale Granate sein können. Alle Elemente sind vorhanden. Stattdessen ödet man sich durch eine lahme Goth-Nummer nach der anderen, und erinnert sich sehnsüchtig daran, wieviel besser das bei &#8220;Rocky Horror Picture Show&#8221; oder sogar dem &#8220;Buffy&#8221;-Musical war.</p>
<p><strong>Fazit</strong>: Eine wunderschöne Produktion und exzellente Darsteller können dem potentiellen Kultfilm leider nicht über seine schwachen und ausgegorenen Songs hinweghelfen, die das Gesamtniveau dann doch wieder auf <strong>4 von 10 Sternen</strong> drücken.</p>
<p><strong>Andere Meinung</strong>: <em>&#8220;A fiercely original sideshow freak-out of killer tunes and bloody mayhem unlike anything you’ve ever seen!&#8221;</em> (Dread Central)</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p><strong>JACK BROOKS: MONSTER SLAYER</strong></p>
<p><a title="Jack Brooks Poster" rel="lightbox" href="/wp-content/uploads/2008/09/jack-brooks-monster-slayer.jpg"><img style="float: left;" src="/wp-content/uploads/2008/09/jack-brooks-monster-slayer.jpg" alt="Jack Brooks Poster" width="200" /></a></p>
<p>USA 2007. Regie: Jon Knautz. Darsteller: Trevor Matthews, Robert Englund, Rachel Skarsten</p>
<p><strong>Kurz gesagt</strong>: Splatter-Komödie über einen Klempner mit Aggressionsschüben, der seine Bestimmung findet, als ein Dämonenherz aus einem Highschool-Professor ein Tentakel-Monster macht&#8230;</p>
<p><strong>Ins Detail</strong>: Jack Brooks ist nicht die Sorte Held, die wir gewohnt sind &#8211; und genau deshalb ist er mir sympathisch. Ein ewiger Loser, der kein Bein mehr auf die Erde bekommt, seit er als Kind mitansehen musste, wie seine Eltern und seine Schwester bei einem Campingausflug von einem Monster gekillt wurden. Seither hat er eine kurze Lunte, und haut Leuten gerne aus Prinzip aufs Maul. Seine Freundin Eve ist eine schrille Zicke, und die Stunden im Nacht-College gehen ihm massiv auf die Eier. Als aber der nette Professor Crowley (jau &#8211; Robert Englund läßt es mal wieder massiv in der Slapstickecke krachen) plötzlich als Tentakel-Monster von Jabba-Ausmaßen seine Mitschüler zu Dämonen zu machen, greift Jack zum Abflußrohr &#8211; &#8220;facing your demons&#8221; wurde noch nie so wörtlich genommen&#8230;</p>
<p>&#8220;Jack Brooks: Monster Slayer&#8221; ist der Versuch, einen positiven &#8220;character&#8221; für eine Horrorfilm-Reihe zu schaffen, so etwa im Stil von &#8220;Ash&#8221; aus &#8220;Tanz der Teufel&#8221;. Von der Sorte kann man nicht genug haben, sag&#8217; ich immer, und &#8220;Jack Brooks&#8221; haut da größtenteils (und größtenteils mit der Axt) in die richtige Kerbe. Es macht Spaß, wenn mal wieder so richtig old school gesplattert wird, ganz ohne CGI, dafür mit eimerweise Latex. Die Monster-Kostüme sind wirklich eine Freude für die Fans von Jack Arnold und Inoshiro Honda gleichermaßen. Nur der &#8220;big baddie&#8221;, in den sich Englund verwandelt, wirkt eher wie eins der drei Meter großen Zauselmonster aus der &#8220;Muppet Show&#8221;, und es mangelt an echter Bedrohung.</p>
<p>&#8220;Jack Brooks&#8221; ist auch ganz flüssig inszeniert, in der Action flott, und bei den Pointen relativ standsicher. Strukturelle Probleme gibt es nur, weil &#8220;Jack Brooks&#8221; sich mit dem titelgebenden Charakter soviel Zeit läßt, als handele es sich um den Pilotfilm einer TV-Serie. Erst im dritten Akt geht die Monsterschlacht los &#8211; und bis dahin zieht sich die Chose etwas.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-2038" title="Jack Brooks" src="/wp-content/uploads/2008/09/jack-brooks.jpg" alt="Jack Brooks" width="370" height="245" /></p>
<p>Die Besetzung ist durchweg sympathisch, Rachel Skarsten hat sich VERDAMMT verändert, seit sie in der Batman-Ablegerserie &#8220;Birds of Prey&#8221; dabei war &#8211; und nicht zum schlechteren. Als &#8220;Eve&#8221; bricht sie alle Rekorde, was hysterisches Rumgekiekse angeht.</p>
<p>EInen Extrapunkt bekommt &#8220;Jack Brooks&#8221; für die kleine Episode, die den Film einrahmt, und die Lust auf mehr macht.</p>
<p><strong>Fazit</strong>: Nicht so schlau oder so rasant inszeniert wie &#8220;Dance of the Dead&#8221;, aber als munterer Genre-Spass mit einer coolen Identifikationsfigur allemal <strong>7 von 10 Sternen</strong>.</p>
<p><a href="http://wortvogel.de/2008/09/fantasy-filmfest-fun-kritiken-2008-5-dance-of-the-dead-repo-the-genetic-opera-jack-brooks-monster-slayer/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
<p><strong>Andere Meinung</strong>: <em>&#8220;</em><span style="font-family: verdana;"><em>It obviously had budgetary restrictions but what they managed to do with the cash is certainly all up there on screen for you to enjoy. The monsters and creatures looked great and have that typical iconic 80&#8242;s style about them&#8221;</em> (Horror Asylum)<br />
</span></p>
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		</item>
		<item>
		<title>The Worst of Fantasy Film Fest 2008: &#8220;Virus Undead&#8221; &amp; &#8220;36 pasos&#8221;</title>
		<link>http://wortvogel.de/2008/09/the-worst-of-fantasy-film-fest-2008-virus-undead-36-pasos/</link>
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		<pubDate>Thu, 04 Sep 2008 18:20:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wortvogel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fantasy Filmf. 08]]></category>
		<category><![CDATA[Film, TV & Presse]]></category>
		<category><![CDATA[Neues]]></category>

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		<description><![CDATA[Sie sind heimtückisch. Man sieht sie nicht kommen. Hat man einmal auf dem Kinosessel Platz genommen, ist man ihnen ausgeliefert. Schmerz, Übelkeit, Depressionen sind die Folge. Man reibt sich die Augen, als ob sie bluten, man windet sich, verschränkt die Arme vor dem Bauch, als könne man damit signalisieren, dass man nicht weiter belästigt werden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-1921" style="float: left;" title="Shit" src="/wp-content/uploads/2008/09/shit.jpg" alt="Shit" width="220" height="141" />Sie sind heimtückisch. Man sieht sie nicht kommen. Hat man einmal auf dem Kinosessel Platz genommen, ist man ihnen ausgeliefert. Schmerz, Übelkeit, Depressionen sind die Folge. Man reibt sich die Augen, als ob sie bluten, man windet sich, verschränkt die Arme vor dem Bauch, als könne man damit signalisieren, dass man nicht weiter belästigt werden will. Sinnlos. Am Ende wird man von den albanischen Multiplex-Putztanten auf dem Boden zwischen den Reihen gefunden, wimmernd in fötaler Position, und zusammen mit klebrigem Popcorn und leeren Bierflaschen aus dem Saal gefegt.</p>
<p>Ich rede von Scheißfilmen. Nicht schlechten Filmen. Scheißfilmen. Da gibt es wesentliche Unterschiede: über &#8220;schlecht&#8221; oder &#8220;nicht schlecht&#8221; kann man diskutieren. Einen schlechten Film kann ich mir schön saufen. Er kann durchaus Spass machen, wenn man ihn in der richtigen Gesellschaft anschaut. Er gibt mir Material für Witze, Anekdoten. Und ganz besonders wichtig: ein schlechter Film ist ein normaler, gesunder Bestandteil der Kinokultur. Es gibt gute Filme, mittelmäßige Filme, schlechte Filme. So muss das auch sein.</p>
<p>Nicht so die Scheißfilme. Scheißfilme lassen einen um die Zeit und das Geld trauern, das man in sie investiert hat. Nach einem Scheißfilm möchte man die Tradition des &#8220;Fackeln und Mistgabeln&#8221;-Pöbels, der den Regisseur wütend aus dem Dorf treibt, wiederbeleben. Scheißefilme lassen einen an Gott zweifeln (oder zumindest an den Investoren), und immer wenn man an sie denkt, ballt sich der Magen zusammen (&#8220;Milz an Magen &#8211; soll ich mich auch ballen?&#8221;). Scheißfilme machen aus Zuschauern Opfer. Scheißfilme heißen so, weil sie wie Hundescheiße am Schuh sind &#8211; die kriegt man nicht so leicht aus dem Gehirn gekratzt, weil sie sich in allen Ritzen festsetzen. Man nimmt sie mit, und man versaut die ganze Umgebung mit ihrem Gestank.</p>
<p>Scheißfilme sind die Pest.</p>
<p>Bis jetzt hatte das Fantasy Filmfest 2008 zwei wirkliche Scheißfilme im Programm. Und es wundert wohl niemanden, dass einer davon aus Deutschland kommt.</p>
<p>Willkommen zu &#8220;Virus Undead&#8221;. Willkommen in der Hölle.</p>
<p><span id="more-1844"></span></p>
<p><strong>VIRUS UNDEAD</strong></p>
<p>Der Titel ergibt schon grammatikalisch keinen Sinn, aber das lasse ich jetzt mal durchgehen. Es gibt wichtigere Dinge zu besprechen.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1925" style="float: left;" title="Virus Undead Poster" src="/wp-content/uploads/2008/09/plakat-16c2.jpg" alt="Virus Undead Poster" width="200" height="282" />Dieser Film ist ein Schandmal, ein Menetekel, der scharlachrote Buchstabe des bewegten Bildes. Er wird das Ansehen der Deutschen in der Welt radikaler transformieren als der Holocaust. In Zukunft wird man uns nicht mehr mahnend &#8220;Aber Hitler&#8230;&#8221; vorhalten, sondern &#8220;Aber &#8216;Virus Undead&#8217;&#8230;&#8221;</p>
<p>&#8220;Virus Undead&#8221; ist ein ganz perverser Scheißfilm, weil er verkleidet daher kommt. Mit solider Kameraarbeit, professionellem Soundtrack und aktuellem Thema ausgestattet, sieht er auf den ersten Blick fast so aus wie&#8230; wie&#8230; wie ein Film. Also ein echter Film. So lockt man Besucher an. Doch der Kinositz ist noch nicht ganz warm, wenn &#8220;Virus Undead&#8221; seinen Zuschauern ins Gesicht spuckt.</p>
<p>Fangen wir mit dem an, was der Film uns als Handlung verkaufen möchte wie ein türkischer Straßenhändler sein &#8220;total echtes&#8221; Hilfiger-Sweatshirt: Ein Auto verunglückt &#8211; warum, mit wem, und wofür? Egal.</p>
<p>Schnitt. Ein alter Mann in einem runtergekommenen Landsitz wird von Vögeln ermordet. Ein geradezu lachhaft hilfloser Mix aus Clips und Zeitungsausschnitten versorgt uns mit einer Ladung Backstory, die wir an keiner Stelle brauchen werden: Professor Bergen hat wohl einen Impfstoff gegen ein besonders gräusliches Vogelgrippe-Virus gefunden, Medzinnobelpreis, böser Pharmakonzern, irgendwas ist schiefgelaufen, blablabla. Warum ein Medizin-Nobelpreisträger alleine in einer Ruine im Keller-Labor arbeitet, warum die Vögel ihn angegriffen haben &#8211; who gives a shit? Wir sehen: das mit der Scheiße bleibt ein roter Faden.</p>
<p>Schnitt. Drei Ärzte/Freunde/Whatever, die ungefähr so aussehen, als wäre die Tinte auf ihren Abitur-Urkunden noch nicht trocken, fahren ins ländliche Brandenburg, um&#8230; tja, und da verließen sie ihn schon. Was genau die Jungs da wollen (es wird &#8220;Angelegenheiten regeln&#8221; gefaselt), ist auch nicht Thema der folgenden 90 Minuten, gegen die sich ein Komplett-Screening von Edgar Reitz&#8217; &#8220;Heimat&#8221;-Trilogie wie ein Kurzfilm ausnimmt. Wenigstens sind unsere Protagonisten prima unterscheidbar: Held, Arschloch, und Nerd. Schon hier zeigt &#8220;Virus Undead&#8221;, wie wenig man die Mechanismen verstanden hat, die man so offensichtlich nachäfft: natürlich ist das Kanonenfutter in den US-Vorbildern nicht dreidimensionaler gestaltet &#8211; aber für gewöhnlich werden so unterschiedliche Charaktere einander aufgedrängt durch die Situation oder die Location. Bei &#8220;Virus Undead&#8221; glaubte ich von Minute 2 an schon nicht mehr, dass solche Typen jemals miteinander befreundet wären.</p>
<p>Mittlerweile hat der mit einem Gehör gestrafte Zuschauer auch gemerkt, dass &#8220;Virus Undead&#8221; auf englisch gedreht wurde. Mit deutschen Darstellern, die meistens so klingen, als läsen sie die Texte von Karten ab, die hinter der Kamera hochgehalten werden. Der Größenwahn, diesen Heuler mit dem Auge auf den internationalen Markt fremdsprachlich zu drehen, rächt sich doppelt: die Schauspieler sind merklich verkrampft, und als deutscher Zuschauer kommt man nie in den Film rein, <em>weil Deutsche in Deutschland für gewöhnlich deutsch sprechen</em>.</p>
<p>Auf dem Weg zum nicht näher beschriebenen Ziel für die nicht näher beschriebene Aufgabe treffen unsere drei Helden zwei junge Damen in einer nicht näher beschriebenen Tankstelle. Hier kommt es zu einem Dialog, der Geschichte schreiben wird &#8211; Held und Tankwärtin kennen sich nämlich von früher. Und so plumpst aus ihrem Mund: &#8220;Ich habe die Tankstelle von meinen Eltern geerbt. Nebenher studiere ich Biologie. Und was ich dich fragen wollte: Wieso hast du mich vor zwei Jahren eigentlich sitzenlassen?&#8221;. Man fasst es nicht. Es war genau dieser Moment, an dem ich erstmals aus meinem Sessel rutschte.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1927" title="Virus Undead" src="/wp-content/uploads/2008/09/virusundead_36.jpg" alt="Virus Undead" width="370" height="169" /></p>
<p>Moment 2 der Unfassbarkeit kam bald darauf: Unser Held hat nämlich in seinem Heimatort, den er vor Jahren verließ, um in Berlin als Arzt Karriere zu machen, einige Feinde &#8211; den Dorfbully &#8220;Bollmann&#8221; und den Dorfbullen &#8220;Lehmann&#8221;. Beide sind in einem Maße albern schlecht geschrieben, als hätte man die Charaktere aus einem No Budget-Redneck-Drama der frühen 70er entführt. Bei diesen Begegnungen fing das Publikum im Kino erstmals lauthals zu lachen an. Klar, ein Kleinstadt-Cop, der immer Sonnenbrillen trägt, Donuts frißt, und so Sachen sagt wie &#8220;Ich will, dass du morgen aus meiner Stadt verschwunden bist&#8221;. Wäre es doch bloß Satire!</p>
<p>Ungefähr an dieser Stelle hört der Film dann auch auf, einen Plot vorzuheucheln, verwandelt ein paar Dörfler per infiziertem Vogelfleisch in Ekelzombies, und sperrt unsere Helden samt der zwei Schnitten im Landhaus ein, wo sie sich à la &#8220;Night of the Living Dead&#8221; verteidigen müssen (und ich kann es nicht fassen, Romeros Klassiker gerade in Hörweite von &#8220;Virus Undead&#8221; erwähnt zu haben). Weil das spannungstechnisch nicht reicht, greifen ab und an ein paar Vögel an, und unser Held versucht dem Virus auf die Spur zu kommen &#8211; nicht, dass das in irgendeiner Form Konsequenzen hätte. Weil man sich ein Stuntteam leisten konnte, explodieren ein paar Autos der Sorte &#8220;Kofferraum voll Napalm&#8221;, und ein Stuntman darf brennend durch die Gegend torkeln. Man zeigt ja gerne, was man hat (vor allem Darstellerin Anna Breuer).</p>
<p>Absolutes Highlight ist der Versuch des Helden, mit einem Fahrrad in dunkler Nacht Hilfe zu holen: auf einer unbeleuchteten Straße mit einem unbeleuchteten Drahtesel. Als ein Auto auftaucht, macht er auf sich aufmerksam, <em>in dem er vor das Auto fährt &#8211; und zu seiner Überraschung im Straßengraben landet</em>! Das Publikum im Kino hat Tränen gelacht.</p>
<p>Leider klingt das alles viel unterhaltsamer, als es ist. Vielleicht kann ich das Problem von &#8220;Virus Undead&#8221; am besten mit einer Koch-Analogie erklären: Man kann teure Lebensmittel kaufen, man kann die Zutatenliste für ein tolles, aufwändiges Gericht haben. Aber wenn man die Seite mit dem Rezept verloren hat, und sich einfach denkt &#8220;Ich schmeiße mal alles in einen Topf, koche das drei Stunden, das wird schon&#8221; &#8211; dann sieht das Ergebnis eben wie gequirlte Hundescheiße aus. Teure Hundescheiße, aber Hundescheiße.</p>
<p>Dabei sollte wenigstens einer der Beteiligten schon mal einen &#8220;Kochkurs&#8221; besucht haben: Markus Hahn ist ein mehr als kompetenter Maskenbildner (glaubt mir, ich muss das wissen&#8230;), Tobias Richter hat jahrelang exzellente CGI-Sequenzen für Werbungen und u.a. die &#8220;USS Highlander&#8221;-Fanfilme abgeliefert, Regisseur Wolff hat Dutzende von Musikvideos gedreht, und Autor Wolf Jahnke war sogar am &#8220;Lexikon des Science Fiction Films&#8221; beteiligt! Herrgott, wie können Leute mit soviel theoretischem Wissen so wenig praktisches Talent besitzen?!</p>
<p>Mal abgesehen von Story, Darstellern, Dialogen und Regie leistet sich &#8220;Virus Undead&#8221; noch ein paar Patzer, die man einem besseren Film vielleicht nachsehen würde: Die digitalen Raben sehen geradezu empörend schlecht aus, es gibt Anschlussfehler haufenweise, und in der Sexszene sieht man nicht genug.</p>
<p>Was genau macht aus &#8220;Virus Undead&#8221; keinen schlechten, sondern einen Scheißfilm? Ganz einfach: Es ist die bodenlose Frechheit, mit ausreichenden Mitteln in Deutschland einen Genrefilm realisieren zu können &#8211; und sich dann mangels Talent und eigener Ideen so sklavisch an die Topoi des amerikanischen Sudelfilms zu klammern, dass nicht mal ein versehentlicher Erfolg mehr denkbar ist. Es ist dieser fehlgeleitete &#8220;Was die Amis können, können wir auch&#8221;-Ansatz, der umso tragischer ist, weil sie es <em>eben nicht </em>können. Wenn man sich schon den kleinsten gemeinsamen Nenner des Proleten-Slashers zum Vorbild nimmt, und dann auch noch auf die Fresse fällt &#8211; DAS ist die Leistung, die aus dem schlechten Film einen Scheißfilm macht.</p>
<p>Es gibt keine Ausreden: &#8220;Wir hatten nicht genug Geld&#8221;, &#8220;nicht genug Drehtage&#8221;, &#8220;keine guten Schauspieler&#8221; &#8211; &#8220;Virus Undead&#8221; ist ein professionelles Produkt von Leuten, die angetreten sind, MEHR zu leisten als der Wald &amp; Wiesen-Amateurfilm irgendwelcher pfälzischer Splatterprolls, die am Wochenende mit Papas Camcorder ins Gehölz gehen. Und herausgekommen ist WENIGER. Man schämt sich als Zuschauer, weil es die Macher augenscheinlich nicht tun.</p>
<p>Die Ko-Regisseuse von &#8220;Virus Undead&#8221; heißt/nennt sich übrigens &#8220;Ohmuti&#8221;. Das ist wörtlich zu nehmen.</p>
<p>Jährlich beweisen ein paar Dutzend Filme auf dem Fantasy Filmfest, dass der Genrefilm &#8220;alive and well&#8221; ist. Von argentinischen Zeitreisefilmen zu spanischen Fantasy-Dramen, von kolumbianischen Gangsterstreifen bis zu neuseeländischen Splätter-Komödien. Nur wir Deutschen, im eigenen Land und vor eigenem Publikum (Heimvorteil!), blamieren uns mal wieder bis auf die Knochen. Nicht, weil wir nicht mithalten können &#8211; sondern weil wir es nicht einmal versuchen. Z-Klasse wäre uns genug, aber nicht mal dafür reicht es. Danke Ittenbach, danke Taubert, danke Schnaas.</p>
<p>Unbewertbar. Einen weiteren schönen Review vom Leidensgenossen Doc Acula gibt es <a href="http://badmovies.de/soap/client.php/Virus_Undead" target="_blank">hier</a>.</p>
<p>Durchatmen, Torsten. Das ist nicht gut für deinen Blutdruck. Du weißt, was der Arzt gesagt hat. Und der Beitrag ist ja auch erst zur Hälfte rum. Fasse er sich.</p>
<p>Okay, nachdem ich &#8220;Virus Undead&#8221; überlebt hatte (&#8220;überstanden&#8221; würde dem Martyrium nicht gerecht werden), dachte ich, es könne ja nur noch aufwärts gehen. Am dunkelsten ist es vor dem Morgengrauen, Licht am Ende des Tunnels, etc&#8230;</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p><strong>36 PASOS</strong></p>
<p><a title="36 pasos Poster" rel="lightbox" href="/wp-content/uploads/2008/09/36_steps_poster.jpg"><img style="float: left;" src="/wp-content/uploads/2008/09/36_steps_poster.jpg" alt="36 pasos Poster" width="200" /></a>Und dann kam &#8220;36 Pasos&#8221;. Ein Film, der augenscheinlich nur existiert, um den äußersten Rand cineastischer Dummdreistigkeit zu definieren. Eine Film gewordene Beleidigung, bei dem man das Schmatzen im Projektionsraum zu hören meint, wenn die Gülle von einer Rolle auf die andere gespult wird. &#8220;36 Pasos&#8221; ist kein Film, er ist die endlich entdeckte <a href="http://www.wer-weiss-was.de/theme52/article2367218.html" target="_blank">Ludovico-Therapie</a>. Sollten Politiker nach dem nächsten Schulmassaker beschließen, Jugendliche gewaltsam zu &#8220;deprogrammieren&#8221;, um ihnen die Liebe zum Schundfilm auszutreiben &#8211; &#8220;36 pasos&#8221; wird das Werkzeug dazu sein. Ein Streifen, der stärkere Menschen als mich zu brechen in der Lage ist&#8230;</p>
<p>Versuchen wir uns mal an der Story, wie wir sie uns während des Abspanns grob zusammenreimen können (jeder Versuch, während des Films die Handlung auszumachen, ist zum Scheitern verurteilt): Eine Handvoll knackiger Mädels verbringt den ganzen Tag in einer Villa im argentinischen Flachland, backt Kuchen, übt Tänze, mäht den Rasen. In Bikinis. Doch die oberflächliche Fröhlichkeit ist brüchig &#8211; es gibt strikte Verhaltensregeln, und wer gegen sie verstößt, wird gefoltert, vielleicht ermordet. Dahinter steckt eine Familie, die sich an den Mädchen rächen will, weil ihre eigene Tochter von den blöden Bitches in der Schule immer gehänselt wurde.</p>
<p>Tja. Ähem. Nun ja. Okay. Püüühh&#8230; Also gut. Klar.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1942" title="36 Pasos" src="/wp-content/uploads/2008/09/36_steps_still01.jpg" alt="36 Pasos" width="370" height="215" /></p>
<p>Mädchen in Bikinis, die in Furcht vor einer unbekannten Macht ihre Tage unter südlicher Sonne in Bikinis verbringen &#8211; erinnert ein wenig an Jess Francos Spätwerke ca. 1980, und das ist schon Warnung genug. Der magere Plot, der an KEINER Stelle irgendetwas ergibt, dem man den Aufkleber &#8220;Sinn&#8221; draufpappen könnte, wird auf unerträgliche 98 Minuten gestreckt, in dem die Entführungen der einzelnen Mädchen in drögen Flashbacks nacherzählt werden. Die eigentliche Handlung tritt dabei konsequent auf der Stelle. Gefoltert wird auch mal ein bißchen, aber das scheint eher dem Zweck zu dienen, den Film überhaupt in ein Genre einordnen zu können. Die angedeuteten Fluchtversuche sind so lächerlich wie unglaubwürdig, und das Ende ist vielleicht nicht logisch &#8211; aber eine Erlösung ist es allemal.</p>
<p>Ich habe erstmals in der Geschichte des Fantasy Filmfests (hochgerechnet 300 Filme in 17 Jahren) daran gedacht, das Kino zu verlassen. Gehalten hat mich Noelia Balbo als &#8220;Pilar&#8221;, die einfach lecker aussieht. Und die Tatsache, dass ich den Doc nicht alleine leiden lassen wollte. Und die Fassungslosigkeit, dass da nix mehr kommt &#8211; keine große Pointe, keine überraschende Wendung, keine Erklärung für die geballte Unerträglichkeit.</p>
<p>Erwähnte ich schon, dass &#8220;36 Pasos&#8221; auf Video gedrehte wurde? Und nicht etwa auf Digi Beta oder wenigstens Super VHS &#8211; der Film erreicht ungefähr die Auflösung und Bildschärfe eines durchschnittlichen Handyvideos, und erinnert optisch damit an die Clips von Schulhofprügeleien, die sich die Kids heute angeblich so gerne bei YouTube anschauen. Ich kann nicht ausschließen, dass der &#8220;Regisseur&#8221; ein paar heiße Feger am Pool liegen sah, sein Mobiltelefon aus der Tasche zog, und dann rief: &#8220;Los, lasse mache los filmo grande!&#8221;</p>
<p>&#8220;36 Pesos&#8221; wäre der bessere Titel gewesen. Mehr kann der Streifen nämlich nicht gekostet haben. Irgendwo sitzen heute Abend ein paar Argentinier und pissen sich vor Lachen in die Hose, dass sie diesen Müll tatsächlich einem Festival andrehen konnten&#8230;</p>
<p><strong>FAZIT</strong></p>
<p>Am Ende ist kaum auszumachen, welcher der beiden Filme nun scheißer war. &#8220;Virus Undead&#8221; hat mehr Geld verbrannt, und meine patriotischen Gefühle verletzt, während &#8220;36 Pasos&#8221; mitunter wirkt, als sei nie mehr als ein schlechter Scherz geplant gewesen. Die Frage, welchen Film ich &#8220;lieber&#8221; mag, ist ungefähr äquivalent zu der Frage, ob ich mir &#8220;lieber&#8221; das rechte oder linke Auge mit einem verrosteten Schaschlik-Spieß herauspuhle&#8230;</p>
<p>Rainer Stefan schuldet mir 16 Euro. Und meine Lebensfreude.</p>
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		<title>Radio-Interview: Wortvogel und das FFF</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Sep 2008 15:15:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wortvogel</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Film, TV & Presse]]></category>
		<category><![CDATA[Neues]]></category>

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		<description><![CDATA[Gestern hat mich ein Ausbildungs-Radiosender zum FFF interviewt:]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern hat mich ein <a href="http://www.afk.de/" target="_blank">Ausbildungs-Radiosender</a> zum FFF interviewt:</p>
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		<title>Fantasy Filmfest Kritiken-2008 (4):Like a Dragon / JCVD / My name is Bruce</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Sep 2008 18:49:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wortvogel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fantasy Filmf. 08]]></category>
		<category><![CDATA[Film, TV & Presse]]></category>
		<category><![CDATA[Neues]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich geb&#8217;s zu &#8211; ich bin ein Mädchen. Während ich diese Zeilen in München schreibe, sollte ich eigentlich in Nürnberg sitzen und mir &#8220;Jack Brooks: Monster Slayer&#8221; ansehen. Und danach noch &#8220;Dance of the Dead&#8221;. Da sich hier aber zuviel Arbeit angesammelt hat, und ich rechtschaffen müde bin, werde ich diese Filme nächste Woche bei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich geb&#8217;s zu &#8211; ich bin ein Mädchen. Während ich diese Zeilen in München schreibe, sollte ich eigentlich in Nürnberg sitzen und mir &#8220;Jack Brooks: Monster Slayer&#8221; ansehen. Und danach noch &#8220;Dance of the Dead&#8221;. Da sich hier aber zuviel Arbeit angesammelt hat, und ich rechtschaffen müde bin, werde ich diese Filme nächste Woche bei der letzten Etappe des FFF nachholen (plus &#8220;Repo! A Genetic Opera&#8221;).</p>
<p><a title="Transsiberian" rel="lightbox" href="/wp-content/uploads/2008/09/transsiberian1_large.jpg"><img style="float: left;" src="/wp-content/uploads/2008/09/transsiberian1_large.jpg" alt="Transsiberian" width="200" /></a>Auch heute gibt es wieder die kurze Erwähnung eines Films aus der Abteilung &#8220;was genau macht DER auf dem Fantasy Filmfest?&#8221;: &#8220;<strong>Transsiberian</strong>&#8220;, der neue Film von Brad Anderson, dem Regisseur von &#8220;The Machinist&#8221;, der sich mittlerweile scheinbar mit einer TV-Karriere abgefunden hat. Für &#8220;Transsiberian&#8221; ist es ihm allerdings gelungen, eine ziemlich gute Besetzung zusammen zu trommeln: Ben Kingsley, Woody Harrelson, Kate Mara, Emily Mortimer, und die deutsche Allzweckwaffe Thomas Kretschmann (der hoffentlich nicht nach Textmenge bezahlt wurde). Schade nur, dass es nicht für einen besseren Film gereicht hat. &#8220;Transsiberian&#8221; ist ein hitchcocksches Kriminalspiel, welches fast komplett im titelgebenden Zug angesiedelt ist. Es geht um Drogen, Mord und Korruption, und immer wieder offenbaren die Figuren Facetten, die wir nicht erwartet haben, die aber durchaus logisch erscheinen. Nur leider zieht sich der dünne Plot über 115 Minuten doch arg, und es gibt keine wirklichen Highlights, die den Zuschauer aus seiner Lethargie reißen. Alles schick konstruiert, gut gespielt, schön gefilmt &#8211; aber vergleichsweise leblos und ohne wirkliche Identifikationsfigur. Den Prolog hätte man sich schenken sollen.</p>
<p><span id="more-1852"></span></p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p><strong>LIKE A DRAGON</strong></p>
<p><a title="Like a dragon Poster" rel="lightbox" href="/wp-content/uploads/2008/09/like-a-dragon-1.jpg"><img style="float: left;" src="/wp-content/uploads/2008/09/like-a-dragon-1.jpg" alt="Like a dragon Poster" width="200" /></a>Japan 2007. Regie: Takashi Miike. Darsteller: Kazuki Kitamura, Shun Shioya, Yoo Gong</p>
<p><strong>Kurz gesagt</strong>: Der hyperaktive Japan-Trashfilmer Miike versucht sich an einer Verfilmung des Videospiels &#8220;Yakuza&#8221;, und verflechtet ein halbes Dutzend Storylines aus dem Gangstermilieu in einer einzigen heißen und gewalttätigen Nacht.</p>
<p><strong>Ins Detail</strong>: Es ist heiß in Tokio, und die Nacht gehört den Yakuza, von kleinen Geldeintreibern bis zu den großen Bossen, die von Hubschraubern aus auf die Stadt herabblicken. Auch die Dramen in den stickigen Straßen rangieren von banal bis existentiell: Ex-Knacki Kiryu will einem kleinen Mädchen helfen, seine Mutter zu finden; zwei Idioten sitzen in der geldbefreiten Bank fest, die sie eigentlich ausrauben wollten; Gangster Majima mischt die Gegend mit dem Baseballschläger auf; ein junges Pärchen geht eher aus Langeweile auf Raubzug; irgendwo fehlen dem Organisierten Verbrechen 10 Milliarden Yen. Am Ende haben alle diese Geschichten irgendwie miteinander zu tun, und es kommt zu einem furiosen Finale im obersten Stock eines gigantischen Hochhauses&#8230;</p>
<p>Man merkt an keiner Stelle, dass Miiki hier ein Videospiel adaptiert hat. &#8220;Like a Dragon&#8221; wirkt eher wie einer dieser kleinen Independent-Filme, in denen verschiedene Handlungsstränge scheinbar separat laufen, nur um sich am Ende doch zu überschneiden. Das, was &#8220;Pulp Fiction&#8221; ohne die großen Stars gewesen wäre. Doch Miike geht es nicht um menschliche Schicksale, oder um eine Botschaft: &#8220;Like a Dragon&#8221; macht Remmidemmi, als gelte es, das Publikum zum Mitmachen zu animieren. Film als Zirkus, ständig neue Sensationen, neue Figuren, neue Bilder! Alles muss raus, totaler Räumungsverkauf beim asiatischen Actionkino. Es wird geschossen, geschlagen, getreten, gebrüllt, und gemordet, als würden morgen neue Jugendschutzgesetze in Kraft treten. Alles bunt, alles laut, und mit dem größtmöglichen Pathos. Es darf auch gerne mal gelacht werden &#8211; &#8220;Like a Dragon&#8221; ist sich seiner eigenen Absurdität voll bewusst.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1863" title="Like a Dragon" src="/wp-content/uploads/2008/09/like-a-dragon-2.jpg" alt="Like a Dragon" width="370" height="246" /></p>
<p>Man muss Miike nicht mögen (und ich mag ihn nicht), aber &#8220;Like a Dragon&#8221; ist extrem &#8220;slick&#8221;, sehr fetzig gefilmt, und in jeder Szene auf der Höhe der Zeit. Der Film macht auch da noch Spass, wo andere Zahnbürsten nicht hinkommen.</p>
<p><strong>Fazit</strong>: Durchgedrehtes Comic-Kino ohne Sinn, Verstand, oder Message, aber unterhaltsam wie ein Abend auf der Kirmes, und deshalb <strong>7 von 10 Sternen</strong>.</p>
<p><strong>Andere Meinung</strong>: &#8220;<em>Blithely ignoring the opportunities for a CGI-stuffed extravaganza, helmer simply stir-fries his usual mixture of psychopathic gangsters, black humor and childlike innocence into a fast-paced, character-heavy yarn &#8212; set during a single sweltering night &#8212; that&#8217;s one of his most purely enjoyable pics in ages</em>&#8221; (Variety)</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p><strong>JCVD</strong></p>
<p><a title="JCVD Poster" rel="lightbox" href="/wp-content/uploads/2008/09/jcvd-aff-finale.jpg"><img style="float: left;" src="/wp-content/uploads/2008/09/jcvd-aff-finale.jpg" alt="JCVD Poster" width="200" /></a>Frankreich/Belgien/Luxemburg 2008. Regie: Mabrouk El Mechri. Darsteller: Jean-Claude Van Damme, Francois Damiens</p>
<p><strong>Kurz gesagt</strong>: Actionstar Jean Claude Van Damme gerät auf einem Heimaturlaub in seiner belgischen Geburtsstadt in einen Postbank-Überfall, der schon bald in ein Medienspektakel ausartet.</p>
<p><strong>Ins Detail</strong>: Der Doc und ich hatten keine Ahnung, was uns erwartet, als wir für &#8220;JCVD&#8221; in den Sesseln des Kinos Platz nahmen. Und 96 Minuten später waren wir immer noch nicht schlauer. &#8220;JCVD&#8221; verweigert sich standhaft jeder Einordnung: Der echte Van Damme wird in eine fiktive Geiselnahme verwickelt, die immer wieder durch bizarre Einschübe gebrochen wird &#8211; mitten in einer Szene wird JC mit einer Hebebühne aus dem Set gehoben, damit er einen dramatischen Monolog über seine Karriere als B-Star abliefern kann (samt Tränen!). Immer wieder sehen wir ihn außerdem, wie er versucht, endlich mal wieder bei den großen Hollywood-Studios unterzukommen, nur um dann doch wieder seine bulgarischen Klopper-Projekte an Steven Seagal zu verlieren. Es gibt auch den einsamen, introspektiven Van Damme zu sehen: den, der seine Tochter über die Maßen liebt, und dessen Körper mit 47 langsam zu alt ist für gigantische Actionsequenzen, die in einem Take gedreht werden müssen (eine solche führt uns in den Film ein).</p>
<p>JCVD &#8220;unausgegoren&#8221; zu nennen, würde dem Film nicht gerecht. Man hat das Gefühl, als würden hier lauter Sachen auf Zelluloid gekotzt, die Van Damme schon immer mal loswerden wollte. Das soll gar nicht strukturiert oder stimmig sein, es ist mehr ein Situationsbericht aus der B-Movie-Hölle von einem, der wirklich dabei ist. Der ganze Plot mit der Geiselnahme ist nur ein Katalysator, der bizarre Einbruch eines dummen Filmplots in das echte Leben des ehemaligen Kinostars. Gerade an der potentiell actiongeladenen Situation bricht JCVD mit seinem filmischen Alter Ego, zeigt sich verwundbar und hilflos.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1864" title="JCVD" src="/wp-content/uploads/2008/09/jcvd.jpg" alt="JCVD" width="370" height="233" /></p>
<p>JCVD lässt uns, zumindest können wir das vermuten, ganz nah an Van Damme ran. Ein Porträt ohne Maske, von einem Schauspieler, der anscheinend müde ist, sich endlos zum Affen zu machen, ohne mal sein wahres Gesicht zu zeigen. Er wirkt alt, verbraucht, frustriert &#8211; und trotzdem noch wie ein absurd sympathischer Kerl, der auflebt, wenn Fans ihn um ein Foto bitten. Man kann seine Leistung nicht genug loben &#8211; vielleicht liegt es daran, dass er seit langem erstmals wieder in seiner Muttersprache spielt, oder daran, dass er für die Performance seinen eigenen Gefühlshaushalt anzapfen kann, aber JCVD war noch nie so gut wie hier. Und darum gelingt dem Film auch genau das, was sein Ziel war: JC als etwas mehr zu zeigen als einen hirnlosen Klopper in DVD-Heulern.</p>
<p>Wer genau hinhört, erhält außerdem ein paar erstaunlich ehrliche und akkurate Lehrstunden in Sachen internationaler Filmproduktion. Als jemand, der lange genug dabei war, kann ich sagen: Jean Claudes Erklärung, warum so wenig Budget seiner Filme tatsächlich auf der Leinwand landet, ist absolut zutreffend, und zeugt von einem Verständnis für die Mechanismen der Branche, das man ihm nicht zugetraut hätte.</p>
<p>JCVD ist kein &#8220;guter&#8221; Film, nicht einmal ein Film. Es ist ein filmisches Experiment, eine kaum zu entwirrende Fusion aus Realität und Fiktion, ein Vexierspiel, die Standortbestimmung eines alternden Actionstars. Aber wer sich auf die Meta-Ebenen einlässt, und Van Damme mal als Mensch kennenlernen möchte, der ist hier genau richtig. Und lustig wird es mitunter auch.</p>
<p><strong>Fazit</strong>: Ein bizarrer Mix aus Geiseldrama und Nabelschau, der mehr fasziniert als funktioniert, und deshalb <strong>7 von 10 Sternen</strong> auf Bewährung erhält.</p>
<p><strong>Andere Meinung</strong>: &#8220;<em>With this picture, the man has proven himself 100% as more than a dude than can throw a mean kick</em>&#8221; (Arrow in the Head News)</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p><strong>MY NAME IS BRUCE</strong></p>
<p><a title="My Name is Bruce Poster" rel="lightbox" href="/wp-content/uploads/2008/09/mynameisbruce.jpg"><img style="float: left;" src="/wp-content/uploads/2008/09/mynameisbruce.jpg" alt="My Name is Bruce Poster" width="200" /></a>USA 2007. Regie: Bruce Campbell. Darsteller: Bruce Campbell, Ted Raimi, Grace Thorson, Taylor Sharpe</p>
<p><strong>Kurz gesagt</strong>: B-Movie-Kultstar Bruce Campbell wird von einem Fan entführt, um in einer Kleinstadt einen chinesischen Dämon zu bekämpfen.</p>
<p><strong>Ins Detail</strong>: &#8220;My name is Bruce&#8221; ist das Gegenstück zu &#8220;JCVD&#8221;, und ich kann jedem Fan empfehlen, sich beide Filme anzusehen, denn sie zeigen exzellent, wie man dasselbe Thema völlig unterschiedlich angehen kann.</p>
<p>Bruce Campbell verkündet in Interviews gerne, dass er bestimmte Projekte jahrelang mit sich herumträgt, weil sie &#8220;persönlicher&#8221; sind als der Krempel, den er mitunter für den Sci Fi Channel dreht. Filme, die beweisen sollen, dass er mehr ist als ein Clown mit Kettensäge. Dummerweise belegen die Filme meistens das Gegenteil: &#8220;The Man with the Screaming Brain&#8221; war der Beweis, dass Campbell sich selbst, sein Image, und seine Fähigkeiten komplett falsch einschätzt. In jeder Folge &#8220;Burn Notice&#8221; ist er überzeugender und damit sympathischer.</p>
<p>Auch Campbells Biographie &#8220;If chins could kill&#8221; hat mich seinerzeit nicht überzeugt, weil er offensichtlich nicht bereit ist, den Leser an seinem Innenleben teilhaben zu lassen. Campbell weiß, dass seine Karriere stark auf die Bewunderung seiner Fans angewiesen ist &#8211; es passt ihm nur nicht, und deshalb will er sich ihnen auch nicht ausliefern.</p>
<p><a title="My Name is Bruce" rel="lightbox" href="/wp-content/uploads/2008/09/my_name_is_bruce-_20.jpg"><img style="float: left;" src="/wp-content/uploads/2008/09/my_name_is_bruce-_20.jpg" alt="My Name is Bruce" width="200" /></a></p>
<p>&#8220;My Name is Bruce&#8221; ist ein Film über genau dieses Thema &#8211; und genau deshalb eine massive Enttäuschung. Er hält an keiner Stelle das Versprechen, einen Blick hinter die Kulissen zu geben, in das Leben des Kultstars Bruce Campbell. Der Film begnügt sich stattdessen damit, das KLISCHEE der B-Movie-Welt zu präsentieren, mit doofen Starlets, schlechten Drehbüchern, versoffenen Hauptdarstellern, und nerdigen Fans. Bruce Campbell spielt sich nicht selbst &#8211; er spielt einen fiktiven Bruce Campbell, der keinen Hauch von Authentizität oder Würde besitzt. Der Charakter hätte auch &#8220;Clyde Malone&#8221; heißen können. Es gibt keinen Mehrwehrt durch die Meta-Ebene des &#8220;echten&#8221; Darstellers. Der echte Bruce Campbell lebt nicht mit billigem Fusel in einem Wohnwagen, sondern ist ein gut bezahlter, angesehener Darsteller der zweiten Liga.</p>
<p>Die ganzen Seitenhiebe auf Bruce Campbells schlechte Filme würden deutlich besser funktionieren, wenn MNIB nicht über weite Strecken genau so albern, mies gedreht, und platt wäre, wie die Streifen, die er zu parodieren behauptet. Hier ist wirklich JEDER Witz auf den kleinsten gemeinsamen Nenner gebracht, und JEDER Insider-Gag wird mit riesigen Neon-Schildern angekündigt.</p>
<p>Klar ist das launig, klar kann man sich mitunter herzhaft lachend auf die Schenkel klopfen &#8211; aber das geschieht alles auf erschreckend niedrigem Niveau, und nutzt an keiner Stelle die Möglichkeiten des Film/Realitäts-Crossovers. Wenn man schon versucht, sich über schlechte Filme lustig zu machen, dann sollte man wenigstens besser sein.</p>
<p>Aber was weiß denn ich? Das Publikum schien sich köstlich zu amüsieren, und am Ende war ich wohl der Einzige, der sich deutlich mehr erhofft hatte.</p>
<p>Kaum zu glauben, dass ich einmal vor Jean Claude Van Damme mehr Respekt haben würde als vor Bruce Campbell&#8230;</p>
<p><strong>Fazit</strong>: Eine alberne Farce, in der Bruce Campbell die Chance verspielt, den Fans einen echten Blick hinter die Kulissen zu ermöglichen. &#8220;JCVD&#8221; macht das viel besser, und daher nur <strong>5 von 10 Sternen</strong>.</p>
<p><strong>Andere Meinung</strong>: &#8220;<em>Fans of Bruce Campbell will love My Name is Bruce, because it delivers what they all want more than anything else, which is Bruce Campbell doing what Bruce Campbell does best, which is being Bruce Campbell</em>&#8221; (DVD Talk)</p>
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		<title>Fantasy Filmfest 2008-Kritiken (3): Outlander / Hush / Shuttle</title>
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		<pubDate>Sun, 31 Aug 2008 11:47:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wortvogel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fantasy Filmf. 08]]></category>
		<category><![CDATA[Film, TV & Presse]]></category>
		<category><![CDATA[Neues]]></category>

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		<description><![CDATA[No retreat, no surrender &#8211; nach vier Filmen in Folge fühle ich mich wie der im Finale zusammengeknüppelte Fighter eines x-beliebigen Bloodsport-Klons, dem der Trainer zubrüllt, er soll VERDAMMT NOCH MAL wieder aufstehen, um dem korrupten Champion, der seinen Bruder auf dem Gewissen hat, die Faust ins Gesicht zu rammen. Und wir wissen ja, wie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-1838" style="float: left;" title="Cinecitta bei nacht" src="/wp-content/uploads/2008/08/cinecitta_beinacht.jpg" alt="Cinecitta bei nacht" width="184" height="122" />No retreat, no surrender &#8211; nach vier Filmen in Folge fühle ich mich wie der im Finale zusammengeknüppelte Fighter eines x-beliebigen Bloodsport-Klons, dem der Trainer zubrüllt, er soll VERDAMMT NOCH MAL wieder aufstehen, um dem korrupten Champion, der seinen Bruder auf dem Gewissen hat, die Faust ins Gesicht zu rammen.</p>
<p>Und wir wissen ja, wie die Geschichte ausgeht: man rappelt sich auf die Füße, schwankt ein bisschen, geht in die Kranich-Stellung, hört Stimmen (&#8220;den Rhythmus deiner Faust findest du im Schlag deines Herzens!&#8221;) &#8211; und drischt der Drecksau die Schneidezähne in den Rachen.</p>
<p>Geben wir uns also wieder ran &#8211; einer muss es ja machen&#8230;</p>
<p>Gestern hatte ich angekündigt, heute u.a. &#8220;Like a Dragon&#8221; zu besprechen. Das verschiebe ich auf morgen, weil &#8220;Hush&#8221; und &#8220;Shuttle&#8221; einfach inhaltlich und stilistisch ideal zusammen passen, und sicher auch ein prima Double Feature abgäben.</p>
<p>Ich möchte noch erwähnen, dass zwei von vier Filmen gestern BluRay-Screenings waren, die direkt von der Silberscheibe kamen. Und was soll ich sagen: selbst auf der großen Leinwand ist das Ergebnis mehr als beeindruckend. Keinerlei digitale Artefakte, extrem gute Auflösung, bildstabil, farbecht. Das schlägt locker die Hälfte aller Filmkopien, die man sonst in diesem Rahmen zu sehen bekommt.</p>
<p>Ein paar Worte noch zu den Sternchen-Bewertungen: Eigentlich hasse ich solche mathematischen Fallstricke, weil sie Vergleichbarkeit suggerieren, die nicht vorhanden ist. Den nachfolgenden Wertungen zufolge wäre OUTLANDER &#8220;schlechter&#8221; als SHUTTLE. Das ist natürlich Blödsinn. Die Bewertungen beziehen viele Faktoren ein, die ohne die Lektüre des ganzen Textes verloren gehen: Anspruch, Budget, Produktionsgeschichte, etc. Hinzu kommt, dass die Bewertungen aus dem Spirit des Fantasy Filmfest entstehen. Das ist eine andere Atmosphäre als beim heimischen DVD-Abend (Begleitung, Müdigkeit, Harndrang). Im Ergebnis kann das sowohl positive als auch negative Auswirkungen haben: Letztes Jahr habe ich z.B. &#8220;The Ferryman&#8221; extrem positiv bewertet, was ich mir seither immer wieder vorwerfen lassen muss.</p>
<p>Kurz gesagt: your mileage may vary.</p>
<p><span id="more-1830"></span></p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;</p>
<p><strong>OUTLANDER</strong></p>
<p><a title="Outlander Poster" rel="lightbox" href="/wp-content/uploads/2008/08/outlander_xlg.jpg"><img style="float: left;" src="/wp-content/uploads/2008/08/outlander_xlg.jpg" alt="Outlander Poster" width="200" /></a>USA/Kanada 2008. Regie: Howard McCain. Darsteller: Jim Caviezel, Sophia Myles, John Hurt, Ron Perlman</p>
<p><strong>Kurz gesagt</strong>: Historien-Variante von &#8220;Predator&#8221; &#8211; im Skandinavien des 8. Jahrhunderts stürzt ein Außerirdischer menschlicher Gestalt ab, auf der Jagd nach einem Monster, das die einheimischen Wikinger für einen Drachen halten.</p>
<p><strong>Ins Detail</strong>: &#8220;Outlander&#8221; ist einer dieser Filme, die man prima unter dem Tagesordnungspunkt &#8220;Hollywood Storytelling&#8221; in Filmkursen zeigen kann. Man fängt mit einer &#8220;high concept&#8221;-Idee an: Ein Außerirdischer stürzt mit seinem Raumschiff auf der Erde ab, und muss das Monster jagen, das er selber eingeschleppt hat. Dazu ein Gimmick, um den Film von den anderen Versionen dieser Story zu unterscheiden: Es spielt im Skandinavien des 8. Jahrhunderts, also sind die menschlichen Mitspieler samt und sonders Wikinger. Natürlich glauben die zuerst nicht, dass Kainan von den Sternen kommt (Konflikt), aber die erste größere Attacke der Bestie ändert ihre Meinung. Kainan freundet sich NATÜRLICH zuerst mit einer Frau (Einführung Love Interest) und einem Waisenkind (Human Touch) an. Die ersten Versuche, das Monster zu töten, schlagen fehl (Hindernisse aufbauen!), man verbündet sich mit den anderen Stämmen (Message &#8211; Einigkeit macht stark!), und gegen Ende des zweiten Akts gibt es eine Überraschung auf emotionaler wie auf inhaltlicher Ebene &#8211; die Außerirdischen haben den Monstern zuerst den Krieg erklärt, und es gibt jetzt ZWEI davon. Dann muss sich eine Figur, die vorher Schuld auf sich geladen hat, für den Helden und die Sache opfern. Am Ende steht die Möglichkeit unseres Protagonisten, ins Weltall zurückzukehren, aber als Einlösung seiner &#8220;emotionalen Reise&#8221; bleibt er bei den Menschen, und der Frau, die er (mittlerweile) liebt.</p>
<p>Kurzum: Nichts, aber auch wirklich gar nichts ist hier neu, oder überraschend. Wenn man als Zuschauer in der Lage ist, auch hinter die Oberfläche des Storytellings zu schauen, auf wiederkehrende Strukturen zu achten, dann wird man hier jedes Klischee bedient finden.</p>
<p>Aber ich sage es gerne und immer wieder: Klischees existieren, weil sie funktionieren. Die dramaturgischen Haken, an denen sich &#8220;Outlander&#8221; entlang hangelt, sind millionenfach erprobt, und versagen eigentlich nur dann, wenn man sie nicht richtig zu greifen weiß. Aber im Gegensatz zu Dutzenden ähnlich strukturierter Billig-Heuler aus der UFO-Schmiede (&#8220;Dragon Storm&#8221;, &#8220;Grendel&#8221;) hat Howard McCain das Talent und das Budget, aus den bekannten Zutaten einen schmackhaften Abenteuerfilm zu kochen. Gut inszenierte Action, große Bilder, hervorragende Effekte, und ein paar archaische Momente sorgen für ziemlich perfekte Mainstream-Unterhaltung. &#8220;Outlander&#8221; ist für mich das, was der überkochte &#8220;Beowulf&#8221; hätte sein sollen.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1832" title="Outlander" src="/wp-content/uploads/2008/08/outlander.jpg" alt="Outlander" width="370" height="208" /></p>
<p>Auch dieser Film (dessen Kinoeinsatz übrigens noch nicht gesichert ist) hat aber seine Schwächen: Die Idee, das Monster aus sich heraus leuchten zu lassen, klingt im ersten Moment sehr cool &#8211; im Ergebnis wirkt es aber albern und kitschig. Auch ein, zwei Shots auf Kainans Heimatplaneten haben eher den Look einer Halo-Zwischensequenz auf der Xbox.</p>
<p>Größtes Problem ist für mich aber Jim Catweazle, der von jeder zweiten Eiche im Film an die Wand gespielt wird, und nur mal testweise einen Gesichtsausdruck zwischen Verstopfung und mildem Ärgernis vor sich her trägt. Er besitzt keinen heroischen Funken, und nimmt den Film erheblich zu ernst. Mit einem echten Star im Zentrum hätte &#8220;Outlander&#8221; einen großen Kinostart verdient, den ich in dieser Form leider für unangebracht halten würde.</p>
<p>Insgesamt ist &#8220;Outlander&#8221; aber gute Unterhaltung für Freunde der &#8220;fighting fantasy&#8221;, und weiß mit soliden Schauwerten zu beeindrucken. Es ist halt ein gradliniger Streifen, von dem man keine Innovationen erwarten darf.</p>
<p><strong>Fazit</strong>: Kommerziell gefälliger Action-Historien-SF-Monsterfilm, der einen charismatischeren Hauptdarsteller verdient hätte, und nur deshalb bei <strong>7 von 10 Sternen</strong> hängenbleibt.</p>
<p><strong>Andere Meinung</strong>: &#8220;<em>Dank einem ganz nett aussehenden Monster, einigen packenden Horrorszenen, epischen Schlachten, gut gewählten Schauspielern und einer vielseitigen Handlung kann Outlander durchaus unterhalten und auch mitreissen</em>&#8221; (OutNow.ch)</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p><strong>HUSH</strong></p>
<p>England 2008. Regie: Mark Tonderai. Darsteller: Will Ash, Christine Bottomley, Andreas Wisniewksi</p>
<p><strong>Kurz gesagt</strong>: Zakes glaubt, in der verregneten Nach auf der Autobahn eine nackte Frau im Laderaum eines LKW gesehen zu haben &#8211; und an der nächsten Raststätte ist plötzlich seine Freundin Beth verschwunden. Eine Odyssee durch die Nacht beginnt.</p>
<p><strong>Ins Detail</strong>: &#8220;Hush&#8221; ist so einer der Filme, von denen man nicht viel erwartet, die man eher mitnimmt, weil man auf dem FFF eine möglichst große Bandbreite an Filmen sehen möchte &#8211; und weil es halt doch manchmal Überraschungen gibt. Es ist auch einer der Filme, die man am ehesten ausfallen lässt, wenn die Müdigkeit kommt, oder der kleine Hunger ruft. Britischer Thriller eines Erstlingsfilmers? Seien wir mal nicht so&#8230;</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1833" style="float: left;" title="Hush" src="/wp-content/uploads/2008/08/hush_2007_lg_02.jpg" alt="Hush" width="173" height="118" /></p>
<p>Tatsächlich entpuppt sich &#8220;Hush&#8221; als Paradebeispiel dessen, was ein solider Low Budget-Film sein kann. Hier wird nicht versucht, großes Kino zu machen, oder mit Spezialeffekten zu glänzen, die man sich sowieso nicht ordentlich leisten kann. Stattdessen wird eine drahtige kleine Geschichte konsequent und spannend durcherzählt, immer nah am Asphalt, immer nah an den Figuren, immer nah an der Erlebniswelt des Zuschauers.</p>
<p>Wir sind alle schon mal nachts über die Autobahn gefahren, müde, hungrig, im Regen, das Ziel nicht in Sicht. Da spielt die Phantasie gerne mal &#8220;Ich sehe was, was du nicht siehst&#8221;, und die Frage, was noch real ist, lässt sich entnervend schlecht beantworten. In dieses Situationen fokussiert das Bewusstsein nur noch auf eins: nach Hause kommen. Jedes minimale Hindernis lässt den Magen verkrampfen, die Augen brennen, die Faust ballen. Und die Nacht, der Regen, die Kälte &#8211; sie geben dir das Gefühle, der letzte Mensch auf einem ausgebrannten Planeten zu sein.</p>
<p>&#8220;Hush&#8221; baut aus diesem Szenario einen rasanten Verfolgungsthriller, bei dem die Rollen &#8220;Verfolgter&#8221; und &#8220;Verfolger&#8221; im Minutentakt wechseln, und jede neue Figur vom Zuschauer mißtrauisch beäugt wird &#8211; es könnte einer &#8220;von denen&#8221; sein. Man teilt schnell die Paranoia des Protagonisten.</p>
<p>Es hilft, dass Zakes und seine Freundin Beth extrem nah an der Realität gehalten sind &#8211; er ist ein Slacker, der im Laufe des Films lernen muss, dass man nicht aufgeben darf, wenn man etwas erreichen will (was sich auch in seiner Beziehung zu Beth spiegelt).</p>
<p>Müsste ich &#8220;Hush&#8221; etwas vorwerfen &#8211; es wäre vielleicht die geradezu körperverletztend eingesetzte Handkamera, die mir schon nach fünf Minuten den Schädel brummen ließ, und ein paar kleinere Logik-Schwächen, die sich aber durchaus ignorieren lassen (Batterien und Handy-Netzen geht immer in den dramaturgisch opportunen Momenten die Luft aus).</p>
<p><strong>Fazit</strong>: Low Budget-Variante von &#8220;Spurlos&#8221; und &#8220;Breakdown&#8221;, überzeugend konstruiert und spannend, aber für die kopfschmerzerzeugende Wackelkamera müssen wir leider einen abziehen: daher nur <strong>7 von 10 Sternen</strong>.</p>
<p><strong>Andere Meinung</strong>: &#8220;<em>Obwohl recht konventionell erzählt, überzeugt der Film mit der Konsequenz und Geradlinigkeit</em>&#8221; (&#8220;landscape&#8221; bei f3a.net)</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p><strong>SHUTLLE</strong></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1834" style="float: left;" title="Shuttle Poster" src="/wp-content/uploads/2008/08/shuttle-poster.jpeg" alt="Shuttle Poster" width="220" height="311" />USA 2008. Regie: Edward Anderson. Darsteller: Peyton List, Cameron Goodman, Cullen Douglas, Dave Power</p>
<p><strong>Kurz gesagt</strong>: Vier junge Reisende steigen spät nachts am Flughafen in einen kleinen Shuttle-Bus, dessen Fahrer verdächtig wenig Interesse hat, sie nach Hause zu bringen&#8230;</p>
<p><strong>Ins Detail</strong>: Ein Film, der wie der amerikanische Zwilling von &#8220;Hush&#8221; wirkt: Dunkelheit, Müdigkeit, das plötzliche Problem, doch nicht rechtzeitig nach Hause zu kommen, die Konfrontation mit den menschlichen Raubtieren der Nacht&#8230;</p>
<p>Ebenso wie &#8220;Hush&#8221; schlägt &#8220;Shuttle&#8221; viele Haken, saugt erstaunlich viel Saft auf einer Prämisse, die anfangs eher dürftig wirkt: was kann fünf Passagieren und einem Fahrer in einer Großstadt schon nennenswert passieren? Antwort: SEHR viel. Die Spannungskurven beherrscht Regisseur Anderson dabei perfekt: es ist schon ziemlich packend, wie verdammt nah unsere Opfer der Freiheit immer wieder kommen, nur um dann in letzter Sekunde wieder zu scheitern. Das rührt auch daher, dass die Figuren zwar sehr amerikanisch (Bimbo, Jock, Final Girl) gezeichnet, aber im gesetzten Rahmen sympathisch und flexibel gehalten sind. Das Kanonenfutter üblicher Teeny-Slasher bleibt hier glücklicherweise außen vor.</p>
<p>Streckenweise erinnerte mich &#8220;Shuttle&#8221; auch an &#8220;Kopfüber in die Nacht&#8221; und &#8220;Judgement Night&#8221;, zwei weitere Filme, in denen &#8220;Tag&#8221;-Protagonisten in die &#8220;Nacht&#8221;-Welt eintauchen und sich beweisen müssen.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1835" title="Shuttle" src="/wp-content/uploads/2008/08/shuttle-2.jpg" alt="Shuttle" width="370" height="235" /></p>
<p>Aber es wäre gelacht, wenn ich nicht auch was zu meckern fände. Ich sage das ungern, aber das Ende des Films geht für mich nicht. Es ist folgerichtig, es ist konsequent (und so mancher Reviewer mag es für &#8220;schön böse&#8221; halten), aber ich verweise auf meinen &#8220;Outlander&#8221;-Review weiter oben: Klischees existieren, weil sei funktionieren. Mit den Spielregeln des Genres brechen zu wollen, ist immer gefährlich. Man stelle sich einfach mal vor, am Ende von &#8220;12 Uhr mittags&#8221; wäre Gary Cooper erschossen worden. Man wäre kaum befriedigt aus dem Kino gegangen. Auch &#8220;Shuttle&#8221; tut sich keinen Gefallen, der Heldenreise der Protagonistin keinen angemessenen Abschluss zu geben.</p>
<p><strong>Fazit</strong>: Überzeugender urbaner Thriller mit erstaunlich vielen, aber nie störenden Twists, der sich die <strong>8 von 10 Sternen</strong> stolz abholen darf.</p>
<p><strong>Andere Meinung</strong>: &#8220;<em>SHUTTLE delivers one of the most compelling denouements of any genre film I’ve seen in the past year. It’s tragic and brutal and for eagle-eyed fans it is satisfying in that the film hints and pokes and prods the audience toward the conclusion</em>&#8221; (Bloody Disgusting)</p>
<p><strong>Morgen geht es weiter mit Kritiken zu &#8220;Like a Dragon&#8221;, &#8220;JCVD&#8221; und &#8220;My Name is Bruce&#8221;</strong></p>
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		<item>
		<title>Fantasy Filmfest 2008-Kritiken (2): Mirrors / Midnight Meat Train / Terra</title>
		<link>http://wortvogel.de/2008/08/fantasy-filmfest-2008-kritiken-1-mirrors-midnight-meat-train-terra/</link>
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		<pubDate>Sat, 30 Aug 2008 14:08:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wortvogel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fantasy Filmf. 08]]></category>
		<category><![CDATA[Film, TV & Presse]]></category>
		<category><![CDATA[Neues]]></category>

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		<description><![CDATA[Sodele, Tag 2 meines brachialen Review-Marathons. Bisher können wir auf jeden Fall schon mal festhalten, dass Nürnberg ein ziemlich idealer Ort für so ein Festival ist: man mag das Cinecittá für ein seelenloses Multiplex halten, aber es hat große Säle mit guter Sicht, sauberer Projektion, und liegt mitten in der Nürnberger Altstadt, umgeben von Restaurants, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sodele, Tag 2 meines brachialen Review-Marathons. Bisher können wir auf jeden Fall schon mal festhalten, dass Nürnberg ein ziemlich idealer Ort für so ein Festival ist: man mag das Cinecittá für ein seelenloses Multiplex halten, aber es hat große Säle mit guter Sicht, sauberer Projektion, und liegt mitten in der Nürnberger Altstadt, umgeben von Restaurants, Geschäften und Hotels. Das passt. Außerdem hat es in der fränkischen Metropole den Doc Acula, mit dem man auch längere Sessions stressfrei durchhält.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1801" style="float: left;" title="Perro Come Perro" src="/wp-content/uploads/2008/08/perrocomeperro.jpg" alt="Perro Come Perro" width="200" height="260" />Zu &#8220;Dog Eat Dog&#8221; (dem Ersatz für &#8220;Trailerpark of Terror&#8221;) nur ein paar Worte, weil ein vollständiger Review nicht lohnt: Eine kolumbianische Gangster-Dramedy um Geld, Verrat, und ziemlich siffige Männer in verschwitzten Hemden. Am Ende sind alle tot. Vergleichsweise unterhaltsam, wenn man auf sowas steht, aber als Beitrag beim FFF eigentlich fehl am Platze. Als große Moral nimmt man mit, dass das &#8220;Hotel Corso&#8221; in Cali sicher keine 3 Sterne bei Neckermann bekommt. Keine Bewertung.</p>
<p>Ebenfalls an dieser Stelle noch nicht besprechen möchte ich die deutsche Produktion &#8220;Virus Undead&#8221;. Das hebe ich mir für einen eigenen Artikel auf. Und es dauert ein paar Tage, bis ich von Amazon das &#8220;Schimpfwörter-Synomyme&#8221;-Buch bekomme&#8230;</p>
<p><span id="more-1799"></span></p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p><strong>MIRRORS</strong></p>
<p><a title="Mirrors Poster" rel="lightbox" href="/wp-content/uploads/2008/08/mirrors.jpg"><img style="float: left;" src="/wp-content/uploads/2008/08/mirrors.jpg" alt="Mirrors Poster" width="200" /></a>USA 2008. Regie: Alexandre Aja. Darsteller: Kiefer Sutherland, Paula Patton, Jason Flemyng, Amy Smart</p>
<p><strong>Kurz gesagt</strong>: Mainstream-Gruselmystery über einen traumatisierten Ex-Cop, der als Wachmann in einem abgebrannten Hotel von Dingen &#8220;hinter den Spiegeln&#8221; terrorisiert wird.</p>
<p><strong>Ins Detail</strong>: Stoppt mich, wenn ihr die Story kennt: Ein Ex-Alkoholiker, der immer noch mit seiner Sucht kämpft, und Probleme mit seiner Familie hat, nimmt den Job an, ein gigantisches leerstehendes Gebäude zu bewachen, nachdem sein Vorgänger auf bizarre Weise ums Leben gekommen ist. Visionen und seltsame Träume lassen ihn nach und nach an seinem Verstand zweifeln, und auch seine Frau hält ihn schnell für eine unberechenbare Gefahr. Der Schlüssel zu den seltsamen Ereignissen steckt in einer grausamen Tat, die Jahrzehnte zurück liegt.</p>
<p>Willkommen zu &#8220;Shining&#8221;. Willkommen zu &#8220;Mirrors&#8221;. Es ist komplett erstaunlich, wie schamlos sich Ajas Film an den King-Klassiker anlehnt, und Kiefer Sutherland ist als &#8220;Ben&#8221; der prototypische King-Protagonist: sympathisch, aber gebrochen, auf der Suche nach Erlösung.</p>
<p>Kurioserweise ist &#8220;Mirrors&#8221; aber nicht nur eine Variante von &#8220;Shining&#8221;, sondern auch das Remake eines koreanischen Gruslers namens &#8220;Into the mirror&#8221;. Das merkt man besonders in der ersten halben Stunde, wenn scheinbar willkürliche &#8220;Buh!&#8221;-Szenen dem armen Ben Angst einjagen sollen. Hier offenbart Aja, der ja gerade im Suspense-Bereich als kompetent gilt, erstaunliche Schwächen &#8211; ich drehte mich irgendwann zu Doc um und fragte: &#8220;Das mit der Spannung kommt dann später, oder?&#8221;</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1813" title="Mirrors" src="/wp-content/uploads/2008/08/mir-01666thumbnail.jpg" alt="Mirrors" width="370" height="245" /></p>
<p>Wenn der Plot dann tatsächlich in die Puschen kommt, und Ben die Geschichte des Mayberry-Kaufhauses zu recherchieren beginnt, wird es mainstreamiger, und auch deutlich fesselnder. Trotzdem konnte ich mir hier und da ein paar gehässige Gedanken nicht verkneifen, z.B.: Hätte die geheimnisumwobene Patientin statt &#8220;Esseker&#8221; z.B. &#8220;Smith&#8221; geheissen, wäre die ganze Recherche sicher im Sande verlaufen. Und Paula Patton hat auf ihrer Sed Card sicher die Notiz: &#8220;Anheuern, falls Sie sich Halle Berry nicht leisten können.&#8221;</p>
<p>Dafür, dass der Film in der ersten Hälfte relativ soft einstartet, legt er kräftig zu: Der Tod von Bens Schwester (Amy Smart &#8211; Nackszenen also garantiert) gehört zum fiesesten, was ich seit langem gesehen habe. Und ich komme nicht umhin, die geradezu fetische Fixierung auf Paula Pattons ansehnliche Oberweite zu bemerken.</p>
<p>Technisch und darstellerisch ist &#8220;Mirrors&#8221; kompetent, auch wenn das digitale Compositing des abgebrannten Mayberry-Hotels nicht immer perfekt sitzt. Bei einem Budget von 35 Millionen Dollar darf man das aber sowieso erwarten.</p>
<p><strong>Fazit</strong>: Sauber produzierter Hollywood-Horror aus bewährten Versatzstücken. Mangels eigener Ideen trotzdem nur <strong>6 von 10 Sternen</strong>.</p>
<p><strong>Zweite Meinung</strong>: <em>&#8220;Actually a marked improvement over the plodding and confusing original&#8221; (TV Guide)</em></p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p><strong>THE MIDNIGHT MEAT TRAIN</strong></p>
<p><a title="MMT Poster" rel="lightbox" href="/wp-content/uploads/2008/08/meattrainmidnight-meat-train-posters.jpg"><img style="float: left;" src="/wp-content/uploads/2008/08/meattrainmidnight-meat-train-posters.jpg" alt="MMT Poster" width="200" /></a></p>
<p>USA 2008. Regie: Ryuhei Kitamura. Darsteller: Vinnie Jones, Bradley Cooper, Leslie Bibb</p>
<p><strong>Kurz gesagt</strong>: Der New Yorker Fotograf Leon stößt auf der Suche nach sensationellen Bildern auf einen korrekt gekleideten Mann, der des nachts in der U-Bahn seine Opfer mit Schlachter-Werkzeugen meuchelt. Der Versuch, den Metzger aus dem Fleischzug zu überführen, führt Leon allerdings weg von seiner Freundin, weg von seiner Karriere, in einen dunklen Tunnel.</p>
<p><strong>I</strong><strong>ns Detail</strong>: &#8220;Der Mitternachts Fleischzug&#8221; ist eine Geschichte aus dem ersten &#8220;Buch des Blutes&#8221; von Clive Barker, geschrieben zu einer Zeit, da der Brite tatsächlich noch wusste, wie man mit wenigen Worten unvorstellbaren Terror beschreibt. Immer ein bißchen perverser und subversiver als Stephen King, war Barker tatsächlich der Autor einer neuen Generation, die sich zu oft im sogenannten Splatterpunk verwickelte. Die Story vom desillusionierten New Yorker Leon, der in einer späten U-Bahn dem tumben Fleischer mit dem Metzgerhammer begegnet, trieft förmlich vor Blut, Entfremdung, und Hoffnungslosigkeit. Als Grundlage eines Films taugt sie nur bedingt, weil sie Leon nur einen rudimentären Charakter zuweist, und sich auf eine einzige U-Bahn-Fahrt konzentriert, die sich kaum auf 90 Minuten strecken läßt. Aus diesem Grund musste Drehbuchautor Jeff Buhler die Handlung strecken, ausschmücken, erweitern &#8211; Vorgänge, bei denen in den meisten Fällen die Essenz der Vorlage verloren geht. Die Zahl an missratenen Versuchen, Kurzgeschichten zu Langfilmen umzugestalten, ist Legion, auch und besonders bei Stephen King.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1820" style="float: left;" title="MMT" src="/wp-content/uploads/2008/08/meat-bild.jpg" alt="MMT" width="200" height="335" /></p>
<p>Buhler aber überrascht: Er verzichtet auf allzu grobe Horrorklischees, zeichnet Leon nicht sauber, sondern als widersprüchlichen Charakter, dessen Bezug zur normalen Welt von Anfang an brüchig ist. Seine Freundin ist nicht harmlos-verzweifeltes Opfer, sondern aktive Teilnehmerin an Leons Versuch, die Geheimnisse des Metzgers zu entschlüsseln. Perfekt fängt Regisseur Kitamura die Isolation der Geschichte ein: &#8220;The Midnight Meat Train&#8221; spielt in einem hoffnungslosen, müden, verkrusteten New York, voller dunkler Straßen und endloser Tunnel. Sich hier zu verlieren ist einfacher, als den Verstand zu bewahren.</p>
<p>Während Buhler und Kitamura Leon und seine Welt ausbauen, achten sie sorgfältig darauf, dem Metzger &#8220;Mahogany&#8221; nicht zuviel Backstory zu geben, und ihn so zu entmystifizieren. Er bleibt eine Chiffre, eine bullige Gestalt von monotoner Grausamkeit. Perfekter als mit Vinnie Jones ist diese Figur wohl kaum zu besetzen.</p>
<p>Und so wird aus der knappen Splatter-Story tatsächlich ein funktionierender Spielfilm mit 85 Minuten Laufzeit. Lediglich das Ende ist bei dieser Länge dann doch zu früh vorhersehbar, und hat einen ungesunden &#8220;Twilight Zone Twist&#8221;-Beigeschmack.</p>
<p>Umso erstaunlicher, dass Kitamura ausgerechnet bei Sachen patzt, die er als Regisseur von &#8220;Versus&#8221; und &#8220;Gozilla&#8221;-Filmen aus dem Schlaf beherrschen müssten: bei den Actionszenen und den Effekten. Der erste Kill, der uns als monströs-brutal schockieren soll, ist von der CGI so schlecht umgesetzt, dass er einfach nicht wirkt (als perfektes Gegenbeispiel sei auf die Hammerszene in &#8220;Misery&#8221; verwiesen). Und wenn ein paar Minuten später Ted Raimi dran glauben muss, ist das ebenfalls so lachhaft albern inszeniert, dass man als Zuschauer nicht geschockt aufschreit, sondern allenfalls amüsiert grinst. Hier hätte ein Minimum an mehr Sorgfalt wirklich geholfen.</p>
<p><strong>Fazit</strong>: Trotz einiger Schwächen eine überraschend gelungene Umsetzung der Barker-Kurzgeschichte für die große Leinwand, daher <strong>8 von 10 Sternen</strong>.</p>
<p><strong>Andere Meinung</strong>: &#8220;<em>Director Ryuhei Kitamura (Versus) is a bit weak when it comes to storytelling, but there are few who could so enthusiastically stage a butcher fight amid hanging human carcasses in a subway car</em>&#8221; (LA Weekly)</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p><strong>TERRA</strong></p>
<p><a title="Terra Poster" rel="lightbox" href="/wp-content/uploads/2008/08/terra-official-poster.jpg"><img style="float: left;" src="/wp-content/uploads/2008/08/terra-official-poster.jpg" alt="Terra Poster" width="200" /></a></p>
<p>USA 2007. Regie: Aristomenis Tsirbas. Sprecher: Evan Rachel Wood, Luke Wilson, Dennis Quaid, Danny Glover, James Garner</p>
<p><strong>Kurz gesagt</strong>: CGI-Mär über einen Planet friedliebender Wesen, der von den letzten Menschen überfallen wird, die mit aller Gewalt einen Planeten für den Neuanfang der Spezies terraformen wollen.</p>
<p><strong>Ins Detail</strong> <img src='http://wortvogel.de/wp-includes/images/smilies/icon_biggrin.gif' alt=':D' class='wp-smiley' /> as Volk der Terranier wird erstmals angegriffen &#8211; die Menschen wollen sich den Planeten untertan machen, nachdem sie ihren eigenen (und noch ein paar andere) zerstört haben. Es ist keine Frage der Entscheidung mehr &#8211; die Arche der Menschheit ist in katastrophalem Zustand, und wenn Terra nicht terraformt wird, werden die Menschen aussterben. Wenn der Preis für das Überleben die Vernichtung der terranischen Zivilisation ist, dann muss er halt bezahlt werden. Bei einem Angriff auf die terranischen Wolkenstädte stürzt ein Jäger den Menschen ab, an Bord der verletzte Soldat Stanton. Er wird von dem Alien-Mädchen Mala aufgenommen und gepflegt. Beide schließen Freundschaft, und geraten in ein moralisches Dilemma: kann man sich gegen die eigene Spezies stellen, auch wenn das vielleicht deren Vernichtung bedeutet?</p>
<p>Ich wollte den Film nicht sehen, aber Doc Acula hatte ihn eigenmächtig ausgesucht, und die Karten gekauft. CGI-Spielfilme, von denen ich nie gehört habe, sind mir einfach suspekt. Und den Bildern nach roch (nein, stank) &#8220;Terra&#8221; nach französischer Kunst-Kacke, esoterischem Bildermüll à la &#8220;Kaena&#8221;. Und auf sowas kann ich gar nicht.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1823" title="Terra" src="/wp-content/uploads/2008/08/terra2.jpg" alt="Terra" width="370" height="157" /></p>
<p>Aber weit gefehlt: &#8220;Terra&#8221; erzählt eine einfache Geschichte, schnörkellos und einfühlsam, sorgfältig für ein breites Publikum aufbereitet, absolut kindertauglich, und dennoch unterhaltsam genug für Erwachsene. Die Welt der Terranier ist ein beruhigender Traum aus Holz, Pflanzen und permanenter Schwebe, während bei den Menschen die Technik dominiert, die Lautstärke, das Gewicht, Metall. Die sich entwickelnde Freundschaft zwischen Mala und Stanton erinnert an &#8220;Enemy Mine &#8211; Geliebter Feind&#8221;, auch wenn der Preis, um den es hier geht, unendlich höher ist.</p>
<p>Natürlich ist &#8220;Terra&#8221; nicht komplexes Erzählkino mit vielen moralischen Grauzonen: gut und böse sind leicht unterscheidbar, und dem Zuschauer wird gar keine Wahl gelassen, als auf der Seite der öko-paxen Terrianer zu stehen. Wenn der Bund für Naturschutz jemals einen Film sponsorn würde &#8211; bei &#8220;Terra&#8221; wäre er genau richtig. Aber die Penetranz der Botschaft ändert nichts an ihrer Richtigkeit. &#8220;Terra&#8221; ist eine Fabel, ein Gleichnis über die Vereinbarkeit des Unvereinbaren, über den möglichen &#8220;dritten Weg&#8221; zwischen unmöglichen Alternativen.</p>
<p>Ästethisch macht der Film den Mangel an Details, der die Pixar-Filme auszeichnet, locker durch die Schönheit im Design wett. Es mag nicht der technisch ausgefeilteste CGI-Film aller Zeiten zu sein, einer der phantasievollsten ist er aber allemal. In die Hose gegangen ist nur (wieder mal) die Darstellung der Menschen, die knapp am Realismus von Big Jim-Puppen vorbei schrammt. Bemerkenswert ist auch, dass Regisseur Tsirbas die elegische Ruhe Terras und die spektakulärenn Weltraumschlachten mit gleicher Eleganz und Stilsicherheit durchkomponiert.</p>
<p>Einen Extra-Stern bekommt &#8220;Terra&#8221; allein schon für die Tatsache, dass er nicht ironisch, selbst-referenziell, postmodern, sarkastisch, oder augenzwinkernd daherkommt. Es ist straightes Kino, straightes Storytelling. Da bin ich manchmal wirklich dankbar für.</p>
<p><strong>Fazit</strong>:Ein bezaubernder, einfacher, unprätentiöser Science Fiction CGI-Film jenseits der Disney-Normen, und deshalb verdiente <strong>8 von 10 Sternen</strong>.</p>
<p><strong>Andere Meinung</strong>:<em>&#8220;While too violent for the youngest kids, the sci-fi invasion story, high-tech wizardry and high-profile vocal cast could make for substantial mainstream traffic&#8221;</em> (Variety)</p>
<p><strong>Morgen geht&#8217;s weiter mit &#8220;Outlander&#8221;, &#8220;Hush&#8221;, und <span style="text-decoration: line-through;">&#8220;Like a Dragon&#8221;</span> &#8220;Shuttle&#8221;.<br />
</strong></p>
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		<title>Fantasy Filmfest 2008-Kritiken (1): Restraint / Rage / Afro Samurai</title>
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		<pubDate>Fri, 29 Aug 2008 17:20:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wortvogel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fantasy Filmf. 08]]></category>
		<category><![CDATA[Film, TV & Presse]]></category>
		<category><![CDATA[Neues]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe ein paar schwere Wochen hinter mir: In Rekordzeit musste ich mein erstes Kinoskript schreiben (mehr dazu, wenn das Thema spruchreif ist), einen Pitch für einen TV-Zweiteiler ausarbeiten, meine Webseite umgestalten, und diverse Kostenvoranschläge und Besichtigungen für meinen Dachgeschoss-Umbau organisieren. Mittwoch Abend war alles in trockenen Tüchern, und ich habe es ja schon mal [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="FFF Plakat" rel="lightbox" href="/wp-content/uploads/2008/08/fff08_a4gross.jpg"><img style="float: left;" src="/wp-content/uploads/2008/08/fff08_a4gross.jpg" alt="FFF Plakat" width="200" /></a>Ich habe ein paar schwere Wochen hinter mir: In Rekordzeit musste ich mein erstes Kinoskript schreiben (mehr dazu, wenn das Thema spruchreif ist), einen Pitch für einen TV-Zweiteiler ausarbeiten, meine Webseite umgestalten, und diverse Kostenvoranschläge und Besichtigungen für meinen Dachgeschoss-Umbau organisieren. Mittwoch Abend war alles in trockenen Tüchern, und ich habe es ja schon mal <a href="/?p=287" target="_blank">gesagt</a> – dann kommt üblicherweise der Crash. Und auf den ist Verlass: In den letzten drei Tagen habe ich pro Nacht zwar neun Stunden geschlafen, bin aber genau so gerädert aufgewacht, wie ich auf die Matratze gefallen bin.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Mir fehlt nicht die Ruhe, mir fehlt die Abwechslung. Die Chance, den Kopf freizublasen, die ewig gleichen Denktretmühlen zu verlassen. Vor ein paar Wochen war mir das mit der Düsseldorf/Köln/Berlin-<a href="/?p=1585" target="_blank">Tour</a> ganz gut gelungen. Und deshalb bin ich froh, auch diesmal etwas geplant zu haben, was nicht entspannend, aber zumindest abwechslungsreich sein wird.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Ich schreibe diese Zeilen in der Lobby des Motel One-Hotels in Nürnberg-City, kaum 400 Meter vom Cinecittá-Kinocenter entfernt, wo ich mir binnen 4 Tagen 16 Filme ansehen werde. Mein treuer Begleiter ist Doc Acula von <a href="http://badmovies.de/soap/client.php/Willkommen_bei_badmovies.de" target="_blank">Badmovies.de</a>, und das ist nur gerecht, denn vor zwei Jahren kam er nach München, um dort am Fantasy Filmfest 2006 teilzunehmen. Ich gebe den Gefallen also nur zurück.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Einer der Hauptgründe, warum ich heuer nach Nürnberg fahre, statt mir das Festival in meiner eigenen Stadt anzusehen (wie 17 mal zuvor), ist: Die Festivalleitung hat sich dieses Jahr entscheiden, die Tour umzudrehen. Bis 2007 war München immer der Start des FFF, heute sind wir ganz zum Schluß dran. Das kränkt nicht nur mein Ego, es ist auch extrem ärgerlich für meine Blog-Arbeit, weil ich meinen Lesern nicht empfehlen kann, was sie sich in ihren Städten unbedingt ansehen sollen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Angesichts der Menge der Filme, und der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit, werde ich keine so ausführlichen Kritiken schreiben wie im letzten Jahr. Stattdessen werde ich Filme, die ich an einem Tag gesehen habe, „gruppieren“. Ich hoffe, trotzdem ausreichend Information bieten zu können.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Gestern läutete ich das Festival mit dem Kiefer Sutherland-Gruselstreifen &#8220;Mirrors&#8221; ein, gefolgt von der Clive Barker-Adaption &#8220;Midnight Meat Train&#8221;. Diese bespreche ich allerdings erst morgen, denn schon im Vorfeld des Festivals hatte ich diverse Filme in Presse-Screenings und auf DVD gesehen. Die möchte ich zuerst einmal aufarbeiten.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><span id="more-1774"></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>RESTRAINT</strong></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><a title="Restraint Poster" rel="lightbox" href="/wp-content/uploads/2008/08/restraint.jpg"><img style="float: left;" src="/wp-content/uploads/2008/08/restraint.jpg" alt="Restraint Poster" width="200" /></a>Australien 2008. Regie: David Deneen. Darsteller: Travis Fimmel, Teresa Palmer, Stephen Moyer</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>Kurz gesagt</strong>: Ein australischer Thriller über ein psychopathisches Killerpärchen, das bei einem agoraphoben Millionär ins Landhaus einsteigt, um sich dort mit Geld für die Weiterreise zu versorgen. Schnell beginnen die Machtspielchen und psychologischen Tricks&#8230;</p>
<p><strong>Ins Detail</strong>: Ein außerordentlich überflüssiger Nervenkitzler, der inhaltlich (aber nicht vom Gewaltquotient) an die perverseren Italo-Sleazer der 70er erinnert, in denen man gerne versuchte, die Abgründe der menschlichen Seele publikumswirksam auszuschlachten. Diesen Ansatz peppt Regisseur Deneen mit einer schicken, aber doch arg ausgelaugten Graublau-Werbeclip-Ästethik auf. Schöne Menschen, die in schöner Kulisse hässliche Dinge tun. Oberflächlich scheint es außerdem Ähnlichkeiten zu &#8220;Them&#8221; und dem Remake &#8220;The Strangers&#8221; zu geben, aber denen kann &#8220;Restraint&#8221; nicht einmal den Nachttopf reichen.</p>
<p>Das Problem: Man glaubt keine der Figuren &#8211; das Killerpärchen ist genau so irre und psycho-geil, wie sich schlechte Drehbuchautoren das vorstellen, und der Millionär ist natürlich in jeder Beziehung überlegen. Die Polizisten spannen rein gar nix, was besonders absurd wirkt,wenn der Hausherr an der Türe (mit der Knarre im Rücken) völlig verstört und mit Blut im Mundwinkel erklärt, es sei alles in Ordnung. Die Handlung verläuft dann auch spannungs- und twistfrei exakt so, wie man es erwartet.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1783" title="Teresa Palmer" src="/wp-content/uploads/2008/08/teresa_palmer-070708-001.jpg" alt="Teresa Palmer" width="370" height="195" /></p>
<p>Bemerkenswert ist der Film allenfalls durch die erotische Präsenz von Teresa Palmer, die als Mischung aus Scarlett Johannsson und Reese Witherspoon eigentlich Hollywood-Karriere machen MUSS (sie ist prompt für den &#8220;Justice League&#8221;-Kinofilm im Gespräch). Erfreulich, dass sie hier noch ein paar mal ihren sehenswerten Körper gänzlich nackend zur Schau trägt.</p>
<p><strong>Fazit</strong>: Für das Thema zu gelackt inszenierter und vorhersehbarer Pseudo-Thriller, der allenfalls einen mauen Fernsehabend rumbringt. <strong>4 Sterne von 10</strong>, weil er auch nichts grundlegend falsch macht.</p>
<p><strong>Zweite Meinung</strong>: <em>&#8220;Delivers on all accounts through look, locations, casting and structure&#8221; (Eye for Film)</em></p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p><strong>THE RAGE</strong></p>
<p><a title="Rage Poster" rel="lightbox" href="/wp-content/uploads/2008/08/therageposternew.jpg"><img style="float: left;" src="/wp-content/uploads/2008/08/therageposternew.jpg" alt="Rage Poster" width="200" /></a></p>
<p>USA 2007. Regie: Robert Kurtzman. Darsteller: Andrew Divoff, Erin Brown (aka Misti Mundae), Reggie Bannister</p>
<p><strong>Kurz gesagt</strong>: Rüde Zombie-Comedy im B-Movie-Stil der 80er. Ein ziemlich mies gelaunter russicher Ex-Wissenschaftler (dem man sein Krebs-Heilmittel nicht gegönnt hat) erschafft in einem Holzschuppen im amerikanischen Hinterland ein Virus, der Menschen in tollwütige Zombies verwandelt. Leider greift das Virus auch auf Geier über, die damit gleich ein paar Urlauber infizieren. Ein Quartett junger Leute in einem Wohnmobil gerät zwischen alle Fronten&#8230;</p>
<p><strong>Ins Detail</strong>: Ja, schon klar: &#8220;The Rage&#8221; möchte ein Splatter-Funfest sein, maßgeschneidert für Festivals wie dieses, Dosenbier im Blut, und mit einer Handvoll Veteranen des Genres gecastet, um bei der Fangoria-Crowd vorschnell das ausgeleierte Label &#8220;Kultfilm&#8221; zu erbetteln.</p>
<p>Dumm nur, dass der Film erheblich zu berechnend und talentfrei daherkommt, um sich als &#8220;einer von uns&#8221; ans Fandom ranwanzen zu können. &#8220;The Rage&#8221; ist eine ranzige Proll-Schlachtplatte von Effektspezialist Bob Kurtzman, der stolz seinen Gore-Schmadder in die Kamera hält, als hätte er nicht seit 20 Jahren bei den Besten der Branche gelernt, wie es besser geht. Wie bei den Amis üblich, wird am Ekel nicht gespart, während Erotik tabu ist: Erin Brown (aka Misti Mundae) hat angeblich eine lesbische Erfahrung, aber wir sehen nur, wie sie morgens voll bekleidet aus dem Schlafsack steigt (buuuuhhhh!!!).</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1786" title="Rage Divoff" src="/wp-content/uploads/2008/08/vlcsnap-45716.jpg" alt="Rage Divoff" width="370" height="185" /></p>
<p>Dass das Skript keine dramaturgischen Bäume entwurzelt, war ja abzusehen. Ich habe aber noch nie einen Film gesehen, in dem derart viel redundant gequasselt wird &#8211; wirklich ALLES, was wir sehen, wird von den Charakteren auch ausgesprochen (in etwa: &#8220;Da! Ein Haus! Gehen wir rein! So, jetzt sind wir drin! Hier ist es aber dunkel! Ich mach mal das Licht an! So, nun können wir endlich etwas sehen!&#8221;). Würde auch als Hörspiel gehen. Und kann mir jemand erklären, warum der Bösewicht für ein Krebs-Heilmittel den FRIEDENS-Nobelpreis kriegen wollte?</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1787" title="Rage Geier" src="/wp-content/uploads/2008/08/vlcsnap-45223.jpg" alt="Rage Geier" width="370" height="185" /></p>
<p>Die &#8220;in-jokes&#8221; sind so schlecht, dass sie schmerzen &#8211; Humor braucht halt einen Autor, der auch welchen hat. Und selbst wenn man das hysterischeTeil (auch dank der Besetzung mit Andrew Divoff und Reggie Bannister) als Hommage an den tumben B-Splatter der 80er sehen will, verderben diverse extrem hilflose CGI-Billigeffekte den Spass an der Nostalgie. 85 Minuten Gekreische und Gefuchtel, das nervt.</p>
<p>Wenn man Uwe Boll die idee für &#8220;28 days later&#8221; gegeben hätte &#8211; er hätte einen Film wie &#8220;The Rage&#8221; draus gemacht (&#8220;Super, und dann machen wir da noch ein paar Monster rein, und das drehen wir dann im Wald, das ist billiger, und da brauchen wir auch nur ein paar Komparsen&#8221;).</p>
<p>Vielleicht bin ich aber einfach auch nur zu alt für so eine Scheiße.</p>
<p><strong>Fazit</strong>: Keine Ahnung, ob man sich den schönsaufen kann, oder ob ein Kino voll durchgeknallter FFF-Besucher den Spaßfaktor erhöht, aber in dieser Form <strong>2 Sterne von 10</strong>.</p>
<p><strong>Zweite Meinung</strong>: <em>&#8220;This year&#8217;s ultimate party movie&#8221; (Fangoria)</em></p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p><strong>AFRO SAMURAI</strong></p>
<p><a title="Afro Samurai Cover" rel="lightbox" href="/wp-content/uploads/2008/08/afro-samurai-cover.jpg"><img style="float: left;" src="/wp-content/uploads/2008/08/afro-samurai-cover.jpg" alt="Afro Samurai Cover" width="200" /></a>Regie: USA/Japan 2007. Regie: Fuminori Kizaki. Sprecher: Samuel L. Jackson, Kelly Hu, Ron Perlman</p>
<p><strong>Kurz gesagt</strong>: Schwertkampf-Blutspritz-Anime-Reihe, auf Spielfilmlänge zusammengeschnitten. In keinem nachvollziehbaren Universum angesiedelt, zerschnitzelt ein afro-amerikanischer Samurai Dutzende von Gegnern, um am Schluss den Mörder seines Vaters zu stellen&#8230;</p>
<p><strong>Ins Detail</strong>: Ich versteh&#8217;s nicht. Echt nicht. WAS? SOLL? DAS? Wer kommt auf sowas? Wer finanziert sowas? Wer findet sowas gut? Hat nicht IRGENDWANN mal einer gesagt: &#8220;Jungs, das ist doch Kappes, was wir hier machen&#8221;?!</p>
<p>&#8220;Afro Samurai&#8221; ist ein Sammelsurium an Ideen, auf die allenfalls ein hyperaktiver 12jähriger kommen kann, und die er dann atemlos begeistert auf dem Bolzplatz seinen Kumpels erzählt: &#8220;Und dann kämpfen die, und dann zieht der Afro Samurai sein Schwert, und ZACK &#8211; ist der Kopf ab! Fünf Meter Blutfontäne. Echt! FÜNF METER! Und da fliegen total viel die Körperteile rum, die ganze Zeit!&#8221;</p>
<p>Es gibt keine nennenswerte Story zu berichten: Afro Samurai killt, bis er den Mörder seines Vaters hat, und dann ist Ende. Das kann man dramaturgische Reduktion nennen, aber auch Langeweile. Technisch laufen die Kämpfe alle sehr gleichförmig ab, und es schimmert die episodische Grundstruktur der TV-Reihe durch.</p>
<p>Besonders ärgert mich der verworrene Schnickschnack, mit dem die Macher eine Komplexität vortäuschen wollen, die de facto nicht vorhanden ist: Es hat an keiner Stelle des Films irgendeine Bedeutung, dass der Afro Samurai ein Schwarzer ist (seine Herkunft wird auch nie erklärt). Und das Environment lässt zwar den Schluss zu, dass die Serie im Edo alter Zeiten spielt &#8211; die unregelmäßige Konfrontation mit moderner Technologie (z.B. arg kontempörärer Handys) deutet aber wieder auf eine undefinierte dystopische Zukunft hin. Auch hier fehlt jedes Gespür für dramaturgische Notwendigkeit. Das ist alles nur Deko für eine lächerlich simple Rachegeschichte, die nicht mal ansatzweise versucht, sowas wie eine Moral zu präsentieren. &#8220;Afro Samurai&#8221; ist nichts anderes als eine Zeichentrick-Roadmovie-Version von &#8220;Bloodsport&#8221;. Nur nicht so gut, wie sich das auf dem Papier vielleicht anhört.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1795" title="Afro Samurai" src="/wp-content/uploads/2008/08/afro_samurai_4.jpg" alt="Afro Samurai" width="370" height="208" /></p>
<p>Technisch überzeugt &#8220;Afro Samurai&#8221; im gesetzten Rahmen, die gold schimmernden Landschaften sind durchaus ästhetisch anzusehen. Die Framerate der Animation ist anime-typisch eher Mittelmaß, während die Choreographie der vielen Schwertkämpfe zwar halbwegs sauber ausgeführt, aber auch wenig innovativ ist.</p>
<p><strong>Fazit</strong>: Einfallslose Splatter-Animation für Schwertkampf-Onanisten &#8211; und wirklich nur für die. Für alle anderen <strong>3 von 10 Sternen</strong>.</p>
<p><strong>Zweite Meinung</strong>: <em>&#8220;A dizzying, wildly imaginative fusion of the classic samurai revenge tale with a very contemporary hip-hop sensibility&#8221; (Reel.Com)</em></p>
<p><strong>Morgen geht&#8217;s weiter mit &#8220;Mirrors&#8221;, &#8220;Midnight Meat Train&#8221;, und &#8220;Terra&#8221;.</strong></p>
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