Ich habe ein paar schwere Wochen hinter mir: In Rekordzeit musste ich mein erstes Kinoskript schreiben (mehr dazu, wenn das Thema spruchreif ist), einen Pitch für einen TV-Zweiteiler ausarbeiten, meine Webseite umgestalten, und diverse Kostenvoranschläge und Besichtigungen für meinen Dachgeschoss-Umbau organisieren. Mittwoch Abend war alles in trockenen Tüchern, und ich habe es ja schon mal gesagt – dann kommt üblicherweise der Crash. Und auf den ist Verlass: In den letzten drei Tagen habe ich pro Nacht zwar neun Stunden geschlafen, bin aber genau so gerädert aufgewacht, wie ich auf die Matratze gefallen bin.
Mir fehlt nicht die Ruhe, mir fehlt die Abwechslung. Die Chance, den Kopf freizublasen, die ewig gleichen Denktretmühlen zu verlassen. Vor ein paar Wochen war mir das mit der Düsseldorf/Köln/Berlin-Tour ganz gut gelungen. Und deshalb bin ich froh, auch diesmal etwas geplant zu haben, was nicht entspannend, aber zumindest abwechslungsreich sein wird.
Ich schreibe diese Zeilen in der Lobby des Motel One-Hotels in Nürnberg-City, kaum 400 Meter vom Cinecittá-Kinocenter entfernt, wo ich mir binnen 4 Tagen 16 Filme ansehen werde. Mein treuer Begleiter ist Doc Acula von Badmovies.de, und das ist nur gerecht, denn vor zwei Jahren kam er nach München, um dort am Fantasy Filmfest 2006 teilzunehmen. Ich gebe den Gefallen also nur zurück.
Einer der Hauptgründe, warum ich heuer nach Nürnberg fahre, statt mir das Festival in meiner eigenen Stadt anzusehen (wie 17 mal zuvor), ist: Die Festivalleitung hat sich dieses Jahr entscheiden, die Tour umzudrehen. Bis 2007 war München immer der Start des FFF, heute sind wir ganz zum Schluß dran. Das kränkt nicht nur mein Ego, es ist auch extrem ärgerlich für meine Blog-Arbeit, weil ich meinen Lesern nicht empfehlen kann, was sie sich in ihren Städten unbedingt ansehen sollen.
Angesichts der Menge der Filme, und der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit, werde ich keine so ausführlichen Kritiken schreiben wie im letzten Jahr. Stattdessen werde ich Filme, die ich an einem Tag gesehen habe, „gruppieren“. Ich hoffe, trotzdem ausreichend Information bieten zu können.
Gestern läutete ich das Festival mit dem Kiefer Sutherland-Gruselstreifen “Mirrors” ein, gefolgt von der Clive Barker-Adaption “Midnight Meat Train”. Diese bespreche ich allerdings erst morgen, denn schon im Vorfeld des Festivals hatte ich diverse Filme in Presse-Screenings und auf DVD gesehen. Die möchte ich zuerst einmal aufarbeiten.
(mehr…)