6
Februar 2013

Ich bin geizig. Warum bin ich geizig?

Es ist nicht die verachtenswerte Form von Geiz, die andere Leute benachteiligt. In Restaurants gebe ich sehr gutes Trinkgeld, bei Blumensträußen und dem Weihnachtsbaum wird auch nicht geknausert. Ich kaufe gutes Fleisch, weil das Leben zu kostbar ist für schlechtes Fleisch. Ich kaufe keine Eier aus Käfighaltung, auch wenn das billiger wäre. Ich gönne mir was, ich gönne aber auch anderen was. Die Jungs vom FFF, dem WWF und dem ASB sind meine Zeugen: der Wortvogel ist nicht knickerig.

Und trotzdem. Ich bin geizig, albern geizig. Anders kann man das kaum nennen, wenn jemand unnötige Mühen auf sich nimmt, um Kleinstbeträge zu sparen – wohl wissend, dass der Aufwand in keinem Vergleich zur Ersparnis steht.

Beispiel 1: Ich wollte Cablox haben, um meine diversen Kabel aufhängen zu können. So verknoten sie nicht immer hoffnungslos in der Schublade. Bei Amazon 7,50 Euro. Leider nicht über Prime verfügbar, daher noch 3 Euro Versandkosten. Macht 10,50. Bei Conrad Electronic 8,45 Euro. Was mache ich? Beim nächsten Einkaufe FAHRE ich in zum Olympia-Einkaufszentrum. Mindestens eine halbe Stunde Aufwand plus Benzin, um 1,55 Euro zu sparen. Warum 1,55 und nicht 2,05? Weil bei Conrad der Parkplatz gebührenpflichtig ist.

Beispiel 2: Nachdem ich der LvA den Kobo gekauft habe, gehe ich noch zum Supermarkt im selben Zentrum. Blauschimmel-Käse, Spinat, Joghurt, alles da – aber der Bresaola-Schinken kostet hier 5,65 Euro für 100 Gramm. Ich weiß, dass er bei Lidl nur 2,99 für 80 Gramm kostet. Macht 3,74 für 100 Gramm. Was mache ich? Ich lasse den Schinken stehen und fahre auf dem Heimweg noch bei Lidl vorbei.

Beispiel 3: Heute habe ich meinen Mobilfunkvertrag gekündigt. Im Internet fand ich eine Seite, auf der ich das entsprechende Schreiben einfach durch meine persönlichen Angaben ergänzen musste. Dann bot mir die Seite noch an, das Schreiben gleich zu faxen. Für 1,49 Euro. Was mache ich? Ich gehe in die Internet-Bude hier um die Ecke, weil ich mich zu erinnern meine, dass ein Fax da nur 30 Cent kostet. Leider nein: 1,20 Euro. Raus in den Schneeregen, um insgesamt 29 Cent zu sparen.

Und das sind nur die Beispiele EINER beliebigen Woche!

Kleinvieh mag auch Mist machen, aber das ist hirnverbrannt.

Was zur Hölle ist los mir? Ist es ein Kindheitstrauma aus der Zeit, als ich mit 8 Mark im Monat auskommen musste und nicht mal John Sinclair-Hörspielkassetten kaufen konnte? Schlechte Organisation? Wieso habe ich kein Problem damit, dass ich am Sonntag Geld für die FAS ausgegeben habe, ohne sie zu lesen? Wieso höre ich nicht auf meinen Verstand, wenn er mir sagt: “Alter, dein Zeigefinger schwebt schon über dem Bestellknopf – und nu willst du wegen 2 Euro echt auf den Roller steigen und ans andere Ende der Stadt fahren?”

Ich muss was dagegen tun. Das geht so nicht. Es ist okay, wenn mich die Leute für einen Spinner halten. Hier halte ich mich selbst für einen.

Trackback-URL 47 Kommentare
  1. 1

    Ah, selektiver Geiz. Hab ich auch. Ist normal. Denke ich.

  2. 2
    Spandauer

    Naja, es heißt zwar wer den Pfennig nicht ehrt ist des Talers nicht wert.
    ABER: es gibt auch den Spruch:”Pfennigklug und Talerdumm”.
    Manchmal habe ich auch das Gefühl, man spart auch Teufel komm raus, z.B. billigste Tanke und verfährt das gesparte Geld gleich mehrfach. So kommen mir einige Beispiele von Dir auch vor.
    Wenn man die Arbeitszeit noch gegenrechnen würde, so wird die Rechnung noch schlimmer…

    Bezgl. Käfighaltung, die ist in Dtl. schon länger verboten (seit 2009), in der EU seit 2012 (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%A4fighaltung#K.C3.A4fighaltung).
    Ohne jetzt zu weit OT zu werden: Aus Gesichtspunkte der Hygiene ist die Trennung von Fress-, Lege- und Kotbereich am Besten.

  3. 3
    Wortvogel

    @ Spandauer: Schon klar. Ich wollte nur ein Beispiel nennen, das jeder sofort nachvollziehen kann.

  4. 4

    ..ich sitze seit 12 Stunden an Juniors Kostüm, weil es im Handel 25.-€ kostet und so meine Materialkosten nur 15.-€ betragen..

    Um während dieser Zeit nicht wahnsinnig zu werden habe ich für 35.-€ neue DVDs gekauft.

    Noch Fragen?

  5. 5
    heino

    Ich kann dich beruhigen, es gibt weit schlimmere Fälle. Der extremste davon ist mir über den Weg gelaufen, als ich noch im Einzelhandel bei einer großen amerikanischen Spielwarenfirma arbeitete (muß so ca. 1996 gewesen sein). Damals hatten wir das “Wenn Sie eine hier gekaufte Ware woanders billiger sehen, bekommen Sie ihr Geld zurück”-Lockangebot im Programm, was ein Kunde dazu nutzte, ein Teil umzutauschen, das er in der City für sage und schreibe 1 Pfennig weniger gesehen hatte. Dass die Fahrtkosten mit der Strassenbahn schon ca. 5 DM betrugen, ist ihm nicht aufgefallen. Dagegen stehst du noch richtig gut da:-)

  6. 6
    Dietmar

    Gostwritet meine Frau neuerdings für Deinen Blog? Eigenartig vertraut das Ganze …

  7. 7
    Wortvogel

    @ Dietmar: “Gostwritet meine Frau neuerdings für Deinen Blog?” – ja. Wir wollten dich überraschen :-)

  8. 8
    Howie Munson

    naja, wenn der lidl in 2) direkt am Heimweg liegt sind 2 euro für 5-10 Minuten aufwand auch nicht sooo schlecht, es sei denn es ist Wochenden oder Feierabendzeit, dann würde ich einen vollen Laden auch nicht riskieren. Das mit dem Fax ist zusätzliche Bewegung, die ist eher positiv. Für’s joggen bekommst du ja sonst auch nix… *duck*

    Also wenn das repräsmetative Beispiele sind und du unterm Strich im schlimmsten Fall deine Freizeit umsonst vertrödelst, seh ich das allenfalls als Marotte an die immerhin besser ist, als immer alles gleich zu kaufen oder zu überlegen ob’s unnötig teuer ist. Sind die Cabloxdinger für dich wenigsten so nützlich wie gedacht?

  9. 9
    jimmy1138

    Warum man geizig ist? Ich tippe auf Programmierung in der Kindheit bzw z.T. evolutionär bedingt. Das Problem an den oben genannten Beispielen sind versteckte Kosten – Benzin fürs Auto, aber v.a. Zeit. Ebenso übersieht man, daß das Sparpotential bei den kleinen Dingen des Lebens nicht unbedingt groß ist – für die bezahlt man zumeist bar (und sieht damit, was man ausgibt), die großen Budgetposten, die man bargeldlos bezahlt tun da nicht so “weh”.
    Interessant wird in der Hinsicht in Zukunft das Bezahlen per NFC.

  10. 10
    Wortvogel

    @ jimmy1138: Das Problem ist ja – ich WEISS das alles! Ich bin jemand, der gewöhnlich NICHT auf versteckte Kosten herein fällt. Ich bin entschlossen, einen Euro zu sparen, obwohl ich IN DEM MOMENT weiß, dass es Unfug ist. Ich kann da nur schwer gegen meine Programmierung an – werde es aber versuchen.

    Die gehässigste der versteckten Kosten ist die Zeit – meine ist eigentlich ziemlich teuer. Und wenn ich dann für jemanden aus der Bekanntschaft zwei Tage investiere, um sein uraltes Schrottnotebook noch mal fit zu machen, damit er sein Lieblingsspiel spielen kann, das er nicht für sein Konsole oder sein Tablet besitzt (true story), dann ist das eine hanebüchene Verschwendung MEINER Ressourcen.

    Dieses Blog hier übrigens auch, wenn ich es genau bedenke…

  11. 11

    “Dieses Blog hier übrigens auch, wenn ich es genau bedenke…”

    Nanana. Das stimmt nur, wenn Du keinen Nutzen aus der “Ressourcenverschwendung” ziehen kannst. Und ich hoffe doch sehr, dass Du den Blog nicht ausschließlich für die Leser machst …

  12. 12
    Exverlobter

    So ein Mikromanagement beim Sparen wäre mir zu lästig. Dabei bin ich selber ein Geizkragen.
    Aber dann eher bei Grundsatzentscheidungen.
    Z.B. die Anzahl an Quadratmetern, die man sich bei einer Mietwohnung zugestehen will. Oder umziehen, wenn man realisiert, dass einem eine Stadt wie München generell zu teuer wird.
    Aber auf so 50 Cent-Spielchen hätte ich keinen Bock.

  13. 13
    Teleprompter

    Solange man das als a) als Spleen erkennt und b) im “Eigenbereich” bleibt ist das doch o.k., geht mir auch nicht viel anders (ab und zu schlucke ich den Geiz dann doch runter, vor allem wenn ich an die endlosen Kassenschlangen im nächsten Lidl denke, ich hasse Warteschlangen).

    Unangenehm wird es, wenn man damit andere Leute nervt. Ich kann mich an eine recht lange zurückliegende Doku (als die noch nicht gescripted waren) über Karrierefrauen erinnern, da trat so eine schreckliche Tussi auf, die wirklich in jedem Ladengeschäft mit dem Personal in höchst aggressivem, unangenehmen Tonfall feilschte, um mindestens mal den besten Internet-Preis zu bekommen. Um dann abends das “gesparte” Geld in irgendeinem Edelschuppen wieder zu “verfressen”.

  14. 14
    Lutz

    Wenn Du schon weißt, dass die versteckten Kosten Deine Ersparnis übertreffen, geht es Dir offensichtlich nicht ums sparen. Ich tippe eher, es geht Dir um eine Form von Gerechtigkeit.

    Hier ein eher spieltheoretischer Ansatz:

    Du empfindest die zu hohen Preise in dem Moment als “ungerecht” und gönnst dem Supermarkt nicht die die ungerechtfertigte Marge. Du machst lieber selbst einen kleinen Verlust, als dass Du diese Preispolitik noch belohnst. Wenn jetzt noch jeder so handeln würde, müsste der Supermarkt seine Preise senken ;-)

  15. 15
    Wortvogel

    @ Lutz: Ich vermute eher eine unbewusste, ungute Programmierung, die ich mir jetzt mal bewusst abtrainieren werde. Darum auch dieser Beitrag. Ich muss das aus mir raus holen, um ihm ins Gesicht treten zu können.

  16. 16

    Beliebte Denksportaufgabe: Wie viele Cent muss der Sprit an der x km entfernten Tankstelle A billiger sein, unter Berücksichtigung der Zeit t, der Verschleißkosten v und des Hirnschmalzaufwands h, bevor ich nicht doch wieder zu Tankstelle B fahre? Für E-Roller-Fahrer nicht unbedingt nachvollziehbar, ich weiß.

    Erinnert mich auch an Manfred, begeisterter Bild-Leser und Ex-Kollege aus dem Teilelager, der Woche für Woche Prospekte wälzte, um z. B. einen Pfennig pro Liter Milch zu sparen und seine ganzen Ersparnisse fein sauber protokollierte. Mit dem Ersparten flog er dann einmal pro Jahr “dick” nach Thailand, um seine Freundin zu besuchen.

    Wenn es also glücklich macht …

    (Dass die Fotos, die Manfred uns immer wieder zeigte, vielleicht doch eher einen Mann zeigten, ist dann noch eine andere Geschichte…)

  17. 17
    Wortvogel

    @ Torsten: Das wäre ja noch zu verstehen – wenn ich irgendwas mit dem “Ersparten” anfangen würde. Aber das Kleingeld wandert sowieso wieder in die Schublade und wird irgendwann bei 10 Kilo bei der Sparkasse in den Zählautomaten geschüttet. Ab aufs Konto, vergessen, weitermachen.

  18. 18
    Wortvogel

    Dass die Suche nach dem besten Angebot auch sehr erfreulich sein kann, beweist dieses Beispiel:

    Letzte Woche bei Marc O’Polo hier in München eine traumhafte Lederjacke gesehen – kaffeefarben, weich wie ein Babyarsch, eher so Vintage-Stil:

    http://www.just4men.de/pimages/116/116955_norm.jpg

    Erfreulich im Preis reduziert. Im Netz nirgendwo annähernd zu dem Preis zu finden. In den wenigen Online-Shops, in denen man sie noch als Restposten bekommt, kostet sie das Dreifache.

    Typisch: Nur in Größe 50 und 52 verfügbar. 52 passt, ist aber doch zu knapp, sobald ich mich bewege oder hinsetze. Die Verkäuferin schaut im Lager nach, ruft beim Outlet-Store in Metzingen (Stuttgart) an – keine Chance auf 54. Weil sie sagt, Metzingen habe laut Inventarliste eigentlich schon noch das Modell, die Verkäuferin dort habe das aber bestritten, fotografiere ich die Modellnummer vom Label mit dem Handy. Freitag noch mal in Metzingen angerufen, Süßholz geraspelt, die Verkäuferin macht sich auf die Suche – 54 gefunden! Geld online überwiesen, Jacke für 3,50 Euro zugeschickt, eben angekommen.

    Mein neues Lieblingsstück.

  19. 19
    Uli

    Gerade bei Versandkosten geht es mir auch so das ich oft denke, ich zahl doch jetzt keine 3 € Porto um Warenwert für 5-10 € zu versenden. Eigentlich ein sinnvoller Reflex, den ist ja tatsächlich obszön dass man bei Amazon als Prime Kunde Ware für unter einen Euro versandkostenfrei durch die Gegend schicken kann.

    Im Supermarkt habe ich den Reflex auch, beispielsweise bei schweineteureren Macadamia Nüssen. Da fühle ich mich einfach veräppelt wenn sie im Vergleich zum Discounter doppelt so teuer sind.

  20. 20
    Wortvogel

    @ Uli: Richtig. Schlimmer noch, wenn die Waren weniger kosten als der Versand. Ich habe schon Kabel für 50 Cent online kauft. 3 Euro Versand? Das ist zwar korrekt, aber das Hirn sperrt sich.

    Was die Discounter angeht: Bresaola, den ich wegen des Geschmacks UND der geringen Kalorienmenge sehr gerne esse, gibt es praktisch nirgendwo “billig”. Er ist nun mal ein Luxusprodukt. Aber nun hat Lidl eine “Deluxe”-Eigenmarke eingeführt, die den Bresaola erstmals so preiswert macht, dass er bei uns die Regel und nicht die Ausnahme ist. Mein persönlicher Tipp: nicht anbraten oder in den Backofen, da wird er schnell trocken und bröselig (hat ja praktisch kein Fett). Stattdessen den Brötchenaufsatz auf den Toaster legen, Bresaola drauf, ein bis zwei Heizzyklen durchlaufen lassen. Heiß, aromatisch, bissfest!

  21. 21
    Shah

    Ich werde regelmäßig von einer Freundin ausgelacht, wenn ich ohne zu zögern 20 Euro in einer Kneipe / Club lassen kann, aber mich bei einem Einkauf über die ja viel zu hohen Preise aufrege. Letzteres konnte ich mir zum Glück in England abgewöhnen, aber diese fehlende Relation zwickt immer noch im Hinterkopf…

  22. 22
    gerrit

    Ich empfinde Leute, die Preise lesen, und rechnen/überschlagen können als sehr angenehm. Viel lästiger sind die Dussel, die Einkaufswagen vollpacken und an der Kasse alle und alles aufhalten, feilschen (müssen), weil sie nicht so liquide sind, wie sie sein müssten, um den Einkaufswageninhalt zu bezahlen.

  23. 23
    DMJ

    Auch ich knipse mir gleich mal eine Mitgliedskarte für den Club des irrational selektiven Geizes ab!

    Mein allerbester Fall: Ich war auf dem Heimweg und verspürte Hunger. Ich kam an einer McDonalds-Filiale vorbei und erwog, mir einen 1-Euro-Burger für den Weg zu kaufen… doch nix da! Gleich wäre ich ja eh im Reich bereits erworbener Lebensmittel, wo ich auch ohne diese Investition etwas essen könnte. Da wird jetzt sauber gespart!
    So ging ich heroisch weiter… und schnippste kurz danach einem Bettler 50 Cent in den Hut.

    Da war der homo oeconomicus wohl schon verhungert. ;)

  24. 24
    Peroy

    “Mein allerbester Fall: Ich war auf dem Heimweg und verspürte Hunger. Ich kam an einer McDonalds-Filiale vorbei und erwog, mir einen 1-Euro-Burger für den Weg zu kaufen… doch nix da! Gleich wäre ich ja eh im Reich bereits erworbener Lebensmittel, wo ich auch ohne diese Investition etwas essen könnte. Da wird jetzt sauber gespart!”

    So einer bist du… ?

  25. 25
    DMJ

    … Es sieht so aus.

  26. 26
    gerrit

    @Dirk: Das ist nicht irrational. Du hast eine überflüssige Investition vermieden, jemandem ein Geschenk gemacht. Schlimmstenfalls hat der sich nicht ausreichend dankbar gezeigt.
    Wenn du Geld für Müllfraß ausgegeben hättest, hättest du noch was für den Bettler übrig gehabt? Ja, dann Glückwunsch. Aber du hättest immer noch Geld für Müll ausgegeben.
    Nein? Du arme Sau! ;)

  27. 27
    Peroy

    Und gerrit ist also so einer… tja…

  28. 28

    Müllfraß? o_O Naja, sonderlich wertvoll ist der Kram bestimmt nicht, aber meine Güte, deswegen soll das gleich Müll sein?

    @ DMJ: Perfide Foltermethode! Da fehlt dem Bettler ja immer noch die gleiche Summe, um sich einen Burger leisten zu können! ;)

  29. 29

    Jetzt hab ich Appetit auf ‘nen Burger.

  30. 30
    DMJ

    @gerrit:
    Jetzt mach mich noch weiter fertig! Ich hätte wundervolle misanthrophe Arbeit verrichten können, indem ich einem Menschen was vorenthalte und einen anderen etwas ungesundes essen lasse… stattdesen habe ich zweimal versagt! Wie SOLL denn die Welt vor die Hunde gehen, wenn ich es nichtmal im kleinen hinkriege?

  31. 31
    DMJ

    @Marko:
    Oh, stimmt! Das tröstet mich jetzt doch ein wenig! :D

    @Doc:
    Hast du meine 50 Cent etwa schon verbraten?

  32. 32

    Ja, wie denn? Mir fehlen ja noch 50 Cent…

  33. 33
    sven

    Die Beispiele 1 und 3 sind schon relativ irrational.

    Sinnlos finde ich das aufrechnen gegen einen Stundenlohn. Ist ja nun nicht so, dass man sonst in der Zeit für Geld gearbeitet hätte wenn man stattdessen durch die Stadt gondelt. Solang man da mit Monatskarte im ÖPNV oder auf dem Rad unterwegs ist finde ich das auch nicht sonderlich verwerflich in der Freizeit in der Stadt unterwegs zu sein statt zuhause zu hocken – wenns einem denn Spaß macht. Und alles angenommen, dass man es eben in der Freizeit macht und nicht die Arbeit für die Schnäppchenjagd aufschiebt.

  34. 34

    @ sven: Das Ding ist aber, dass man Zeit für Arbeit HÄTTE. Und als Freiberufler (gerade als kreativer) weiß man nie, wann man die gebrauchen kann …

  35. 35
    PabloD

    @Marko: “Da fehlt dem Bettler ja immer noch die gleiche Summe, um sich einen Burger leisten zu können!”

    Jeden Morgen wirft ein Passant dem Bettler einen Euro in den Hut. Doch plötzlich gibt es nur noch 50 Cent. Da fragt ihn der Bettler nach dem Grund.
    “Mein Sohn hat mit dem Studium begonnen. Das kostet halt.”
    “Aha, und Sie finden das also völlig o.k.”, fragt der Bettler pikiert, “Dass Ihr Sohn jetzt auf meine Kosten studiert?”

    :-)

  36. 36

    Das liegt aber in Deiner Familie: Deinen Bruder habe ich auch oft genug kopfschüttelnd gerfragt, warum er denn einen ganzen Nachmittag mit dem Besuch verschiedener Einkaufsorte verplempert, um eine kaum nennenswerte Menge Geldmünzen zu sparen. Er verstand nicht, wie ich das nicht verstehen konnte, glaube ich mich zu erinnern :-)

  37. 37
    Wortvogel

    @ Mario: Dann bin ich beruhigt – es ist also genetisch und ich kann nix dafür.

  38. 38
    oli

    Wortvogel: Deine Zeit ist nicht teuer. Das ist Quatsch. Was Du in Deiner Freizeit machst, kannst Du nicht in Geld aufwiegen.

  39. 39
    Wortvogel

    @ oli: Gestehst du mir einen eigenen Lebensentwurf zu? Danke.

  40. 40

    Meine Gattin ghostwritet hier wohl auch mit… :D Jedenfalls kündigt sie wegen ein oder zwei Euro monatlicher Ersparnis Telefon- oder Versicherungsverträge. Aber da sie den Schriftkram im Alleingang erledigt, lasse ich sie werkeln.

    Ich hatte vor einiger Zeit auch mal ein absurdes Beispiel für irrationalen Geiz gelesen. In Rostock wurde ein privat finanzierter Tunnel unter der Mündung der Warnow gebaut, der sich durch Mauteinnahmen ammortisieren soll. Und was passiert? Die Leute fahren statt die kürzeste Verbindung zwischen den beiden Ufern innerhalb der Stadt zu benutzen lieber bis zu 20 Kilometer Umweg.

  41. 41
    John Lenin

    Öhm… wie haben es denn Deine Eltern gehalten? Vattern insbesondere? Ich kenne einen Fall, in dem es statt Liebe immer Geld gab, und sowas macht zu einem irrationalen Geizkragen. Nicht, dass ich unterstellen möchte, das sei bei Dir so. Aber mal aus der Psychologenküche gesprochen…

  42. 42
    Wortvogel

    @ John Lenin: Das kann es nicht sein. Ich wuchs frugal, aber behütet auf.

  43. 43
    Michael

    das letzte Hemd hat keine Taschen, du kannst eh nix mitnehmen…

  44. 44

    Du willst geizig sein und kaufst dann 10×10 cm² Plastikkacheln (mit Noppen drauf) für 4€/Stück? Wow.

    Hier werden Kabel mit Foldback-Klammern an Tisch- und Regalkanten gehalten und dank Klettband-Kabelbindern säuberlich zusammengerollt aufbewahrt. Da verknotet nix.

    Allerdings sind auch nirgends Noppen drauf … ;-)

  45. 45
    Jor

    Interessant wie selektiv Geiz und Preisbewußtsein ist. Manchmal ist man total fixiert und vergisst es beim nächsten Fall schon wieder.

    Ein Einzelhandensmitarbeiter, hat mir mal erzählt, dass es bestimmte Produkte gäbe, bei denen die meisten Kunden sehr Preissensibel wären und diese deshalb immer niedrig gehalten würden. Bei anderen Produkten könnten sie wahnsinnig spielen ohne große Effekte.
    Und die Wirtschaft hat ja inzwischen auch gelernt, wie sie uns mehr Geld aus den Achseln leihern können. Thema Gesundheit zieht immer siehe z.B. Rama Cremefine, da predige ich immer noch jedem der die kauft, abgespeist.de, so wirds gemacht und wir fallen drauf rein.

  46. 46
    Mr_E

    Ich halte die beschriebenen Beispiele nicht für “Geiz” – ich denke das ist eher eine Art irrationaler Trotz gegen bestehende Zustände. Man nimmt eine Mühe auf sich, weil man so zumindest im kleinen dem “system” trotzen kann. Es gibt Leute, die das sehr extrem betreiben und jede Zahnpastatube aufschneiden, um die letzten Reste rauszukratzen und eine riesen-Energie darauf verwenden Schnäppchen zu lokalisieren. Beim Wortvogel scheint das eigentlich im “normalen” Bereich zu sein. Das Wort “Geiz” beschreibt für mich klar eine (von außen oder innen) negativ wahrgenommene EINSCHRÄNKUNG seiner selbst oder von anderen. Sagen wir aus Geiz im Winter nicht heizen, auch wenn die Frau Rheuma hat. Oder nur simpelste Sachen essen, weil man nicht einsieht daß man für was anderes mehr Geld ausgeben muß.

  47. 47
    Peroy

    Der Wortvogel ist auch der einzige Mensch auf der Welt, der DVDs ohne Kuvert versendet… Das hat mich sehr schockiert.

Kommentar

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