8
März 2012

Farewell to Sin: Das Ende der “TV Sünde”

Es war ein leiser Tod und mit über 50.000 verkaufter Auflage ein nicht ganz so trauriger wie der Abgang der SpaceView mit nicht mal 12.000. Niemand wird der “TV Sünde” nachweinen – es hat ja auch hier keiner gemerkt, dass das Heft seit letztem Oktober nicht mehr am Kiosk liegt. Aber ich dachte mir: einen besseren und aktuelleren Grund, meine Erinnerungen an die “Sünde” hier aufs Blog zu bringen, werde ich kaum mehr bekommen. Natürlich hole ich dabei mal wieder uferlos weit aus. Ihr kennt das ja nicht anders von mir.

In den 90ern wurde der Markt der TV-Zeitschriften, der bis dahin fast 40 Jahre lang relativ statisch gewesen war, signifikant umgekrempelt. Manche Veränderungen waren für die Käufer offensichtlich: Wo es früher nur wöchentliche Magazine wie Hörzu, Gong und den Beileger rtv gegeben hatte, drängten plötzlich Hefte auf den Markt, die zwei und sogar vier Wochen Programmvorschau bereit hielten (wie begrenzt sinnvoll das ist, hat kürzlich DWDL mal hübsch aufgeschlüsselt). Mit der steigenden Anzahl an Sendern seit Mitte der 80er reduzierten sich die individuellen Informationen zu den Sendungen bald in einem Maße, dass die Programmteile austauschbar wurden. Wo früher nur vier bis sechs Sender auf vier Seiten präsentiert wurden, mussten nun 24 untergebracht werden.

Es gab aber auch Veränderungen hinter den Kulissen, in den Redaktionen. Die Tatsache, dass Programminformationen kaum noch individuelle Aufarbeitung benötigten, führte zum Siegeszug der Programmdienstleister: Keine Redaktion in Deutschland lässt heute mehr die Senderinformationen von hauseigenen Redakteuren abtippen, wie ich 1991 einer war. Stattdessen liefern große Dienstleister die fertigen Programmspalten an – in Länge und Breite exakt passend, reduziert auf genau die Informationen, die das jeweilige Magazin seinen Lesern zumuten möchte. Auch Spielfilmtipps, Bewertungen und Background gehören zum Paket.

So wie zu den Vollprogrammen vom Schlage ZDF, RTL und WDR immer mehr Spartensender mit klarem Nischenprofil kamen, so entstanden in den 90er Jahren auch immer mehr Sparten-TV-Zeitschriften, die im Gegensatz zu den vollpreisigen „Programmies“ auf bestimmte Zielgruppen und bestimmte Interessen ausgerichtet waren. Durch Computer, Datenübertragung und digitale Bildbeschaffung erodierende Redaktionskosten trafen auf flexiblere Druck- und Vertriebsmöglichkeiten – und ermöglichten die relativ schnelle und nur noch begrenzt riskante Einführung neuer Zeitschriften. Eine Handvoll Redakteure schreibt, Bilder stellen die Sender, ein Grafiker setzt alles zusammen, Programmteil vom Dienstleister, Schlusskorrektur, ab zur Druckerei. An die Stelle von Traditionszeitschriften traten Ex- und Hop-Magazine mit geringer Marge, aber ebenso geringem Risiko. Man musste nur Masse verkaufen.

Ich erinnere mich – neben der “TV Serien” – an eine TV-Zeitschrift aus den frühen 90ern, die sich speziell das Qualitätsfernsehen auf die Fahnen geschrieben hatte (und die ihren Titel nach einer EV ändern musste). Sie überlebte ebenso wenig wie die seltsam lustlos benamste “Kabel TV” aus dem Verlag Milchstraße. Sogar Fernsehmoderator Stefan Raab stieg in den publizistischen Ring – allerdings ging sein auf launig getrimmtes “TV total”-Programmie sang- und klanglos unter. Obwohl als Anheizer auch mal Nacktfotos von Gina Wild aka Michaela Schaffrath drin waren. Der Markt schluckt eben vieles, aber doch nicht alles. Kaum eine Zeitschrift testete die Toleranz des Marktes allerdings wie die “TV Sünde”…

Die “TV Sünde” hat eine lange, wechselhafte Geschichte. Sie begann mit der Idee, eine TV-Zeitschrift zu konzipieren, die jenen Spartensender und Nischenproduktionen Raum gibt, die in anderen Magazinen gerne schamhaft unter den Tisch gekehrt werden: Den Erotikfilmen, die anno 2002 noch regelmäßig im Abendprogramm diverser Privatsender ausgestrahlt wurden und den Softpornos, die man auf entsprechenden Pay-Kanälen eingespeist bekam. Es war die Zeit, in der einige Anbieter noch hoffen konnten, in absehbarer Zeit (verschlüsselt) Hardcore über Satellit senden zu dürfen – und in der mit Dolly Buster und Gina Wild der (Ex-)Porno eine gewisse Gesellschaftsfähigkeit zugesprochen bekam.

Die erste Ausgabe der “TV Sünde” zierte (mal wieder) Gina Wild – und für das Programmschema hatte man sich einen kuriosen Gimmick überlegt: Um aufzufallen, deckte “TV Sünde” nicht eine, zwei oder vier Wochen ab – sondern drei. Fragt mich nicht, was das soll. So ein ungerader Erscheinungsrhythmus ist in meinen Augen kontraproduktiv, weil der Käufer sich nicht dran gewöhnen kann.

Davon abgesehen war die “TV Sünde” in der ersten Inkarnation nicht anders als die Konkurrenz, wenn man von der leicht sündigen Ausrichtung mal absieht: Layout, Gewichtung und Wortwahl waren eher konservativ. Ich bin da nicht genau im Bilde, aber das Heft verkaufte sich wohl ganz okay, wenn auch nicht sensationell. Zumal der erhoffte Boom der Erotiksender ausblieb. Es zeigte sich auch damals schon das Problem, Anzeigenkunden für die “Sünde” zu finden. So verklemmt das Heft auch war – den Werbetreibenden war es schon vom Ansatz her zu “schmutzig”. Letztlich musste sich der Titel weitgehend über tatsächliche Kioskverkäufe amortisieren.

Allerdings hatte die “Sünde” auch einen Vorteil: Es war das einzige “gewagte” Heft, das den Sprung in den auflagenträchtigen TV-Sektor geschafft hatte, ohne als jugendgefährdend eingestuft zu werden. Es war “sauber” und konnte gekauft werden, ohne dass man sich dafür schämen musste. Aus genau diesem Grund wurde auch darauf verzichtet, das Cover mit tatsächlichen nackten Tatsachen zu schmücken. Letztlich zeigten die Dame hier nicht mehr als auf der “TV Spielfilm”.

Ein mir unbekanntes Münchner Redaktionsbüro hatte die Aufgabe, das Heft an den Kiosk zu bringen. Warum der Auftrag dann von den Finanziers anderweitig vergeben wurde, habe ich nie erfahren. Ich weiß nicht genau, wann und warum das Magazin bei der Redaktion “Blattgold” landete, der ich freundschaftlich verbunden war und bin. Es kam wohl im Paket mit ein paar anderen TV-Zeitschriften dort (“TV piccolino”, “TV 4×7″), für die ich bald die Kinoseiten schreiben durfte. Das tue ich bis heute. Es machte und macht Spass. Mit der “Sünde” hatte ich anfänglich nichts zu tun. Am Heftkonzept wurde weiterhin gefeilt: Mit der Blattgold-Ära bekam das Magazin einen ordentlichen Monatsrhythmus, wurde vom a4-Format auf piccolo umgestellt (das spart massiv Druckkosten).

Irgendwann kam die Frage, ob ich auch die Kinoseiten (plus DVD) für die “Sünde” schreiben wolle. Da machte mehr Spass als bei den anderen Heften, denn der “Sünde”-Leser wollte natürlich vornehmlich Sachen mit Action, Sex und Horror. Da durfte ich bei der Film- und Wortwahl mal richtig auf die Kacke hauen. Das blieb auch den Verleihern nicht verborgen. Bei “Todeszug nach Yuma” z.B. gab es ein eigenes Screening für die Redakteure der “Herrenmagazine” – und ich war dabei.

Kaum zu glauben, aber ich machte das damals alles kostenlos, weil ich Freude dran hatte und Blattgold gerne zu Diensten war. Mein Geld verdiente ich ja locker mit Romanen und Drehbüchern. Irgendwann war es aber aus steuerlichen Gründen sinnvoll, ein Honorar auszuhandeln. Damit war ich ein bezahlter, in gewisser Weise aber auch verpflichteter “Freier”.

Ich war nicht gerade scharf darauf, mit der “Sünde” assoziiert zu werden, darum schrieb ich mich bei Pressevorführungen auch immer mit “TV piccolino” ein. Es dauerte fast zwei Jahre, bis ich meine Autorenschaft hier im Blog outete. Und das kam so: Blattgold musste immer mehr Hefte immer schneller produzieren und mit irgendeinem Urlaub oder einem Krankheitsfall war die Autorendecke so dünn, dass man einen Schreiber brauchte, um auch die Bildstrecken (Pictorials) in der “Sünde” zu betexten. Das machte tatsächlich eine perverse Form von Spass und als die Damen von Blattgold, deren Liebling die “Sünde” sowieso nicht war, es merkten, wurde ich gebeten, das auch dauerhaft zu übernehmen. Tatsächlich leistete ich mehr als Dienst nach Vorschrift: Ich suchte bald die Pictorials selber aus, legte Themen fest, organisierte Material. Schön war das manchmal nicht: Die “Sünde” musste aus Kostengründen so preiswert wie möglich bestückt werden und viele der SEHR preiswerten Pictorials kamen aus der osteuropäischen Provinz, was den dargestellten jungen Damen auch ansehbar war. Hochklassige Erotik sieht anders aus.

Ich fand zudem, dass das Heft zwischen zwei Stühlen zu verhungern drohte – man wollte Erotikfans anziehen, aber ja keinen “normalen” Kunden abstoßen. So war das weder Fisch noch Fleisch. Ich plädierte mit zunehmendem Erfolg dafür, rüder in Wort und Bild werden zu dürfen. Sollte die breite Masse ruhig “TV Spielfilm” kaufen – “TV Sünde” sollte sich nicht schämen, die Nische zu bedienen.

Eine bizarre Randbemerkung ist die “TV 4 Men” wert. Es war die “TV Sünde”, nur in ein anderes Cover verpackt, meistens mit einer rassigen Schwarzhaarigen vorne drauf, während die “TV Sünde” auf Blondinen abonniert war – oder andersum. Der Gedanke dahinter: Die “TV 4 Men” sollte mit ihrem etwas softeren Titel Leser ködern, die sich nicht trauten, die offensichtlichere “TV Sünde” mit nach Hause zu nehmen. Ich bin mir nicht sicher, ob das funktioniert hat, aber es lag auch nicht an mir, das zu beurteilen. Kurioserweise war der einzige inhaltliche Unterschied zwischen Heften andere Witze auf der letzten Seite und ein anderes Pictorial (da wurde asynchron gewechselt).

Letzten Endes war der “TV Sünde” kein großer Erfolg beschieden. Der Boom bei den Erotiksendern blieb, wie schon erwähnt, aus. Schleichend erodierten die Verkaufszahlen. Und die Durchdringung der Gesellschaft mit schnellen Internetanschlüssen machte das Heft auch als Vorlage für solo-amouröse Absichten obsolet wie die “Praline” oder “Wochenend”. Als Gimmick dachten wir mal dran, das Heft “mit abwaschbarem Outdoor-Cover” anzubieten – die etwas phantasiebegabtere Leserschaft möge sich ihren Teil denken und “iiiihhhh….!” kieksen.

Ist es schwierig, schwülstige Anheizer-Texte zu schreiben und “peppige Erotik”? Nein. Ich halte es da wie mit allen meinen Texten: Ich schreibe es so, wie ich es lesen wollen würde. Meistens ist das genug.

Es war eine Frage der Effizienz und Optimierung, dass ich irgendwann 2010 das Heft komplett alleine übernahm, um es auf der Zielgerade zum Zeitschriftenfriedhof zu begleiten. Richtig gehört: ein Mann, eine Zeitschrift. Nur der Programmteil wurde, siehe oben, extern angeliefert. Ich dachte mir die Themen aus, besorgte die Bilder, führte die Interviews, schrieb die Texte, spielte den Sexberater – es ging. Für den Verleger war es sowieso ein guter Deal: ein Redakteur, ein Honorar.

Es gehört zu den Vorzügen der reduzierten Erwartungen, dass man auch weniger unter Kontrolle steht. Ich hatte fast freie Hand, die “TV Sünde” so zu machen, wie ich es für richtig hielt. Und das bedeutete: noch deutlicher im Text, noch schamloser im Bild. Nur meine Bitte, endlich auf dem Cover “oben ohne” zeigen zu dürfen, blieb unerfüllt.

Weil die Maßgabe war, so wenig Geld wie möglich in die Bildbeschaffung zu stecken, suchte ich mir neue Partner für mein ganz eigenes Konzept der “TV Sünde”. Denn ich war überzeugt, dass man das Heft allemal schicker machen konnte, ohne dabei gleich tiefer in die Tasche zu greifen.

Zuerst einmal wandte ich mich an die Pornofirmen, die außerhalb ihres Ghettos kaum eine Chance haben, für sich und ihre Stars zu werben. Ich führt den Zweiseiter “Das erotische Interview” ein. Conny Dachs, Lena Nitro, Mia Magma, Cara Cum – solange sie sexy Bilder von sich mitbrachten, gab ich den Stars der Branche ein Forum. Das war durchaus interessant, denn während einige verspielt und offenherzig waren, gaben sich andere frustriert und einsilbig. Manchmal erfüllte ich mir auch persönliche Wünsche, in dem ich z.B. Katja Bienert interviewte. Es war ein Win-Win für alle Beteiligten.

Mein zweites Standbein wurden US-Firmen, die gigabyteweise Bilder von Sexstars, Toys und Unterwäsche freigaben, so lange sie dafür nur ordentlich kreditiert wurden. Es war sehr einfach, auf diese Weise Beiträge über Fetisch oder Parodie-Pornos üppig zu bebildern, ohne einen Cent auszugeben.

Und dann war da noch DDF Productions, einer der erfolgreichsten europäischen Anbieter von Sex-Pictorials. Die waren einer meiner Kandidaten, um die elenden Fotostrecken der langweiligen Campingplatz-Ischen zu ersetzen. Bei DDF gab es edle Sets mit Branchenstars wie Zuzana Drabinova, Sophie Moon und Little Caprice. Erfreulicherweise stellte sich DDF als extrem entspannter und bescheidener Partner heraus, der mir die Nutzung von sieben Bildern (non-exklusiv) pro Heft für ein Taschengeld erlaubte. Zur Auswahl bekam ich einen Zugang zum gigantischen Archiv des Anbieters. Das war auch das Ende der erfundenen Sex-Maus im Stil von “Susanne (24) aus Leipzig, Malergesellin, sucht einen kräftigen Pinsel”. Ich hielt es für albern, bekannte Sexstars mit Pseudo-Identitäten auszustatten. Die meisten Leser kannten diese Girls sowieso. Also wurden sie auch beim Namen genannt. Der einzige Nachteil bei DDF: Die meisten Fotostrecken drehten nach sieben oder acht brauchbaren Strip-Bildern ins Pornografische ab und waren damit unbrauchbar für uns. Ich musste mitunter sehr sorgfältig auswählen, um noch eine “Geschichte” damit erzählen zu können.

Mit diesen neuen Quellen für die “nackten Tatsachen” schaffte es die “TV Sünde” für ein paar Monate auf ein ganz neues Level. Das Heft wurde (nach meinem Willen und in meinen Augen) stimmiger, unterhaltsamer und visuell hochwertiger. Schärfer wurde es auch.

Schwierigkeiten gab es nur selten – über den Fall “Coyote Ugly” habe ich ja bereits ausführlich geschrieben.

Aber es zeigten sich Verfallserscheinungen: Irgendwann wurde die Charade aufgegeben und die “TV 4 Men” mit der “Sünde” fusioniert. Es rechnete sich nicht mehr, ein Heft mit zwei Covern auszuliefern. Die Seitenzahl wurde reduziert. Der wirkliche Relaunch, mit dem ich “mein” Konzept gerne (vielleicht unter dem neuen Titel “TV sexy”) am Markt getestet hätte, kam nie. Und was an Anzeigen noch übrig war, bestand aus Telefonsex und Klingeltönen. Das war mir so unangenehm, dass ich aufhörte, den interviewten Sexstars Belegexemplare zu schicken – sie bekamen das PDF, auf dem die Anzeigen nicht zu sehen waren. Ich bin überzeugt, dass uns die teilweise schmierigen bis ekelhaften Kleinanzeigen mehr geschadet haben als alles, was ich im redaktionellen Teil anstellte. Sie machten die “TV Sünde” zu einem Heft, mit dem man wahrlich nicht mehr assoziiert werden wollte.

Es war keine große Überraschung, als die “TV Sünde” im Sommer 2011 eingestellt wurde. Ich ärgerte mich ein wenig, denn sie war ein solider Gehaltsscheck für vergleichsweise wenig und unterhaltsame Arbeit gewesen. Aber ich bin zu lange dabei, um gegen sinkende Auflagenzahlen zu argumentieren. Ich weiß ja, wie der Hase läuft. Es wurde noch drüber diskutiert, das Heft am Markt durch ein neues Nischenprodukt zu ersetzen, aber das verlief im Sande. Der Verlag war so großzügig, mir meine Vorarbeiten für die nicht mehr erscheinenden Ausgaben zu bezahlen. Das ist selten genug.

Neun Jahre hat die “TV Sünde” durchgehalten. Ich kann im Gegensatz zu den meisten meiner Projekte nicht sagen, dabei viel gelernt zu haben. Aber es war eine weitere interessante Facette, ein Blick ins Rotlichtviertel des Printmarktes, für den ich allemal dankbar bin. Und hat es auch sonst wenig hinterlassen – so bleibt doch dieser Blogbeitrag.

Nachtrag: Wen’s interessiert – noch existiert die offizielle Webseite der “TV Sünde” mit diversen Pictorials zum Download in der Archiv-Sektion.

Trackback-URL 29 Kommentare
  1. 1
    Exverlobter

    Das erinnert mich so ein bisschen an den Burt Reynolds Charakter in Boogy Nights, der sich beschwert, wie VHS-Gonzo den ArtHouse-Porn immer mehr verdrängt.
    Und nun verdrängt der Internet-Gonzo, die Print-Erotik immer mehr vom Markt. Die Generation vor mir, hat ein Praline-Heftchen vielleicht noch beeindruckt, aber schon bei mir löste sowas keine Erektion mehr aus. Und selbst ich bin nicht mehr der Allerjüngste, gehe langsam aber sicher auf die 30 zu :-(.
    Print ist wohl nur noch was für Nostalgiker. Und wenn wie in der TV-Sünde nicht mal die Nacktheit gegeben ist, kann man die Existenzberechtigung wohl immer mehr anzweifeln. Von daher Hut ab, dass du da am Schluss einen neuen Kurs gefahren bist.

    BTW, den Kult von Gina Wild konnte ich nie nachvollziehen. Die IMO potthässliche (und damals schon relativ alte) Dame steht mit lediglich 7 Filmchen auf IAFD, (Standard ist da etwa 100) war nicht mal ein ganzes Jahr in der Branche tätig, ist aber in Deutschland immer noch eine der bekanntesten Darstellerinnen.
    Ist in den USA aber auch nicht anders (Jenna Jameson, seriously??)
    Warum werden nie die heißen Eisen bekannt?

  2. 2
    Wortvogel

    @ Exverlobter: Auch die erste Inkarnation der TVS hatte Nacktheit. Nur nicht allzuviel und immer sehr auf pärchentauglich getrimmt.

    Ich habe Gina Wild mal kennen gelernt. Die ist total nett.

  3. 3
    Proesterchen

    Danke für den Einblick in diese anachronistische Niesche des Verlagswesens!

    Ich nehme mal an, dass der erhoffte Erotikboom hauptsächlich im Blick auf die entsprechenden Anzeigenkunden hebeigesehnt wurde, oder schwang da auch die Hoffnung auf hochwertigeres Material für den Füllteil mit?

  4. 4
    Exverlobter

    Ich hab ja nix gegen die Person Michaela Schaffrath gesagt.
    Aber als Kunstfigur Gina Wild fand ich sie nicht so prickelnd.

  5. 5
    Frankie

    Oh, das tut mir Leid. Ist immer blöde, wenn eine gute (?) Einnahmequelle auf einmal wegfällt.

    Aber soo schade ist es um die Sünde nun auch nicht ;D Ich finde sowieso, dass Printmedien, die sich nur dem TV-Programm widmen keine Daseinsberechtigung mehr in Zeiten des Internets haben. Könnte mir vorstellen, dass die Verkaufszahlen da auch allgemein brach liegen. Aber da kann ich mich irren.

  6. 6
    Exverlobter

    @Frankie
    Also die TVSpielfilm kaufe ich noch regelmäßig. Wie es mit deren Auflage aussieht weiß ich nicht.
    Ich finde die TV-Programm-Webseiten im Internet alle kacke.
    Und TeleText ist einfach nur nervig.
    Ne, da bin ich old-school. (aber nicht was nackte Tatsachen anbelangt)

  7. 7
    Exverlobter

    BTW, heißt dass jetzt, das keine Porno-Parodien mehr auf Wortvogel besprochen werden?

  8. 8
    Howie Munson

    nur weil es sich mit google und tante wiki nicht eindeutig beantworten läßt: wie groß ist das “piccolo” Format in Millimeter?

    am sterben der Programmzeitschriften ist aber wohl nicht nur das Internet schuld, der EP-Guide (den es ab nächsten monat zwangsweise überall gibt wo kein analoges Kabel genutz vorhanden ist) wird auch große Teile der “internet brauch ich nicht aber den Videofestplattenrekorder programier ich selbst”-Fraktion nahelegen, das man eine gedruckte Zeitschrift für die Planung halt nicht mehr braucht…. es liegt also nahe das eine “männlich” orientierte Programmzeitschrift es in Zukunft noch schwerer hätte…
    laut diesen Blogartikel ist ShowView ja auch auf dem Rückzug…

    @exverlobter: es gibt auch Freeware Programme, die meiner Meinung nach übersichtlicher/komfortabler zu bedienen sind als die mir bekannten Webseiten, ich nutze die nur nicht weil ich sie so selten brauchte das ich imemr erst die lange 3(?) Tages-aktualisierung abwarten mussste *g*

    http://www.tvbrowser.org/de/screenshots-mainmenu-7.html

  9. 9
    Arne

    Mein Bruder hat einmal die TV 4 Men gekauft. Von der Coverfrau her fiel es ihm nicht auf und die Dame war so platziert, dass das »n« von Men verdeckt war. Er dachte, die Zeitung heißt TV 4 me. War das eine Überraschung. Es sollte doch nur irgendein 4-Wochen-Programmie sein. War übrigens die Ausgabe, die direkt hinter dem äußeren Cover das Cover der TV Sünde trug. Als Ankündigung, dass sie ab sofort nur noch so heißt. Inhaltlich haben wir uns eigentlich eher amüsiert. Also beömmelt.

  10. 10
    Beelzebuebchen

    Ich war am Anfang der TvSünde noch als Listingschrubber ( = Spaltenbefüller) bei einem der Programmdienstleister tätig. Wir hatten tatsächlich einigen Mehraufwand mit TvS und ihrer eineiigen Zwillings-Schwester Tv4M, weil wir bei den betippten PayTV-Sendungen immer extra Bilder bei den Sendern anfordern mussten, die weder Sender noch wir in Datenbank vorrätig hatten. Mal ganz davon abgesehen, dass dieser dreiwochen-Rhythmus für einiges an Unruhe in unserem Produktionszeitplan brachte, wenn sich die Monatsprogrammies mit der TvS mal wieder überschnitten …

  11. 11
    Uli

    “Heißt dass jetzt, das keine Porno-Parodien mehr auf Wortvogel besprochen werden?”
    Neeein, wir warten doch immer noch auf Star Wars!

  12. 12
    Montana

    Ich führt den Zweiseiter “Das erotische Interview” ein. Conny Dachs, Lena Nitro, Mia Magma, Cara Cum – solange sie sexy Bilder von sich mitbrachten, gab ich den Stars der Branche ein Forum.

    Cara Cum zum erotischen Interview einladen. Klar, das drängt sich geradezu auf. ;-)

    […] in absehbarer Zeit (verschlüsselt) Hardcore über Satellit senden zu dürfen […]

    Das war immer der Traum von Premiere/Georg Kofler. “Blue Movie” gibt ja inzwischen, aber das ist natürlich kein TV-Sender, sondern ein Telemediendienst… Apropos: Es gab tatsächlich mal die “TV Kofler”. :-D

    @Howie/#8: […] nicht nur das Internet schuld, der EP-Guide […]

    Ich finde nicht, dass der EPG ein Ersatz für ein Programmie ist, jedenfalls nicht der DVB-EPG, so stiefmütterlich der inhaltlich von den Sendern behandelt wird. Und zum programmieren ist der auch nicht verlässlich, da er bei Verschiebungen nicht immer aktuell gehalten wird. Nächste Chance: HbbTV.

  13. 13

    […] […]

  14. 14
    Rax

    Die “zwei Titel – ein Heft”-Masche wird ja auch schon seit geraumer Zeit bei TV Spielfilm und TV Today angewandt. Da frage ich mich immer, welche Logik da wohl hintersteckt. Angst, dass die alteingesessen Today-Käufer bei einer Zusammenlegung zu einem Konkurrenzprodukt wechseln – oder den Programmies gleich ganz den Rücken zu kehren?

  15. 15
    Rax

    Die “zwei Titel – ein Heft”-Masche wird ja auch schon seit geraumer Zeit bei TV Spielfilm und TV Today angewandt. Da frage ich mich immer, welche Logik da wohl hintersteckt. Angst, dass die alteingesessen Today-Käufer bei einer Zusammenlegung zu einem Konkurrenzprodukt wechseln – oder den Programmies gleich ganz den Rücken kehren?

  16. 16
    DMJ

    Oha, das Ende der “TV Sünde” stellt dich natürlich vor ein Problem: Bisher hast du dein davon versautes Karma ja immer durch die “LandIdee” ausgeglichen… jetzt, wo die “Sünde” wegfällt, die “Idee” aber weiterläuft, droht moralischer Überschuss.
    Vielleicht solltest du zum Ausgleich ein paar Obdachlose erschlagen? ;)

  17. 17
    Howie Munson

    @Montana: Die zuverlässigkeit kann ich leider nicht beurteilen, da ich wie gesagt sowieso sehr selten das TV-Programm “global” durchforste und nicht schon vorher weiß auf welchen sender ich was suche… das meiste was ich ich schaue find ich eh in der jeweiligen Mediathek, oder zufällig beim zappen, letzterse ist aber sehr selten geworden.

    Der Punkt ist aber das der EPG eben deutlich präsenter als der Videotext ist. Ich sag ja nicht das alle damit zufrieden sind, sondern halt auch die erreicht die im Netz gar nicht erst suchen. Und gegenüber Monatszeitschriften für 99 cent kann man ja fast gar nicht verlieren was die Richtigkeit der Daten betrift.

  18. 18
    Wortvogel

    @ Howie: Der Preis hat nichts mit der Richtigkeit zu tun – lies mal den Artikel über die Vierwöchigen, den ich oben verlinkt habe.

  19. 19
    Stadtkind

    Interessanter Artikel. Vor allem weil ich während meines Studiums in besagtem Münchner Redaktionsbüro als Aushilfe tätig war. Da dort der Frauenanteil bei 80% lag, war die TV Sünde immer das ungeliebte Stiefkind mit dem niemand etwas zu tun haben wollte.

  20. 20
    Frankie

    Mal ne andere Frage: Kommt dieses Vorlander-Special noch bzw. ist es noch in Planung? Es war ja mal von zwischen Weihnachten und Neujahr die Rede. Oder hat sich das erledigt, wegen der letzten Eskapaden Vorlanders in diesem Blog? Wäre jedenfalls schade…

  21. 21
    Howie Munson

    @wortvogel: hab ich doch

    Auf den ersten Blick scheinen sie ja auch ein attraktives Angebot zu machen: Ein Überblick über gleich vier Wochen TV-Programm für Preise zwischen 79 und 99 Cent.

    und das es eher an den Launen der Sender und nicht den willen der Zeitschiften liegt, wollt ich auch gar nicht bestreiten. Wobei mich da interessieren würde wieso man da öfter kurzfristiger als 6 Wochen vor Austrahlung noch umplnanen muss, wenn nicht gerade jemand wie Micheal Jackson gestorben ist… …war das bei ProSieben in den 90er auch schon so??

  22. 22
    Wortvogel

    @ Frankie: Ich weiß es ehrlich nicht. Den ersten Teil des Dreiteilers habe ich schon fertig, aber – was soll das noch? Was zu beweisen war, wurde bewiesen. Und einen Film besprechen, den vielleicht zwei Dutzende Leute gesehen haben und der genau so lachhaft ist, wie alle sowieso schon ahnen – es fühlt sich redundant an. Wenn ich mal wirklich einen Schub an Selbsthass habe, dann vielleicht. Momentan geht es mir zu gut.

  23. 23
    Howie Munson

    Du kannst ihn ja zur TV-Austrahlung bringen, kann ja nicht mehr lange dauern bis der endlich im “freeTV” läuft, bis dahin warte ich geduldig… *duck*

    (ich fürchte marcus wird jetz ganz merkwürdige Videos verlinken, um uns seine Emotionen bezüglcih die Hiobsbotschaft näher zu bringen *weg*)

  24. 24
    G

    @Wortvogel: Andererseits wäre es auch schade umd die schon vertne Arbeitszeit, wenn du Teil 1 deines Specials jetzt icht hochlande würdest. Wie wäre es, wenn du an den rest ein paar Gastautoren ranlassen würdest? ;)

  25. 25
    Marcus

    @Howie: :twisted:

    Kannste haben!

    Ich habe allerdings einen Moment gebraucht, um Bands und Songs zu finden, die ich genug hasse, um sie mit DIESEM Thema zu assoziieren. :-D

  26. 26
    Marcus

    Und falls eine von euch irre genug war, sich das echt anzuhören – mit Humor geht alles besser:

    http://thatguywiththeglasses.com/videolinks/teamt/tis/tpsr/27613-ep10-heysoulsister

    TGWTG-Style-Reviews von Popsongs – mal was anderes. Echt lustig, vor allem die Train-Episode.

    “INXS?! You were trying to sound like INXS? And instead you recorded ‘Hey Soul Sister”? That’s like if you were trying to make scrambled eggs and instead you caught SYPHILIS!” 8-)

  27. 27
    PabloD

    “Um aufzufallen, deckte “TV Sünde” nicht eine, zwei oder vier Wochen ab – sondern drei. Fragt mich nicht, was das soll.”

    Irgendjemand wird da wohl eine Assoziation mit dem “Flotten Dreier” (Für Ihr TV-Gerät) gehabt, aber dann die entsprechende Tagline auf dem Cover vergessen haben :-)

  28. 28
    DMJ

    Oha, erst jetzt fällt mir auf, dass der Artikel mit dem Weltfrauentag und dem Ende der BILD-Seite-1-Trulla zusammenfällt. Da können Altfeministinnen feiern… falls die zu soviel Freude überhaupt in der Lage sind.

    Von Gastautoren beim Vorländer-Special würde ich aber dringend abraten: Das Ding muss aus einem Guss sein und einen klaren Autor und damit spezifischen “Totfeind” haben.

  29. […] der Anzeigen aufgehängt werden, sondern der Kern jeder Publikation (von “Coupé” und anderen Ausnahmen mal abgesehen). Mit dem Text fängt alles an, er ist nicht die lästige Füllung […]

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