Ich nenne es Arbeit…

Gepostet am 28. November, 2009 um 19:25 Uhr
Kategorien: Gedanken, In Arbeit, Neues, Privates.

ibiza

Es ist mal wieder soweit: Um meinen Roman termingerecht zu beenden, fahre ich morgen für einen Schreib-Marathon nach Ibiza (derzeit 21 Grad – da geht noch mehr!). Anders ist das auch nicht machbar. Hier in München bin ich einfach zu sehr abgelenkt. Vor allem: auf Ibiza habe ich kein Internet – und so gut wie niemand meine Telefonnummer.

Ich werde alle paar Tage mal ins Internet-Café nach Eularia schlendern, um Sorge zu tragen, dass Ihr hier keinen Unsinn macht. Mein IT-Experte hat ebenfalls ein Auge auf euch. Wenn abends Zeit ist, schreibe ich sicher auch noch ein paar Beiträge, die ich dann sukzessive freischalte. Irgendwann um den 15.12. herum komme ich wieder. Vielleicht.

In diesem Sinne – bleibt mir gewogen.

Hitchens and Fry vs. Catholic Church: “Then what are you FOR?!”

Gepostet am 27. November, 2009 um 12:30 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Gedanken, Neues.

Es ist nervig bis unerträglich, sich mit frommen Menschen zu unterhalten. Denen sind die intellektuellen Scheuklappen auf die Schläfen getackert, weil – wären sie zu kritischem Denken fähig, wären sie ja nicht fromm, newahr? Immer wieder verweigern sich deshalb Atheisten und Skeptiker der Auseinandersetzung mit Kreationisten und Katholiken, weil sie ihnen kein Podium geben wollen, ihren Unfug unter die Leute zu bringen.

Richard Dawkins wurde zu dem Thema kürzlich sehr deutlich, und nannte den Kreationisten Ray Comfort einen Idioten:

“There is no refutation of Darwinian evolution in existence. If a refutation ever were to come about, it would come from a scientist, and not an idiot. Hunches aren’t interesting, hunches aren’t valuable. What’s important is scientific evidence. It doesn’t matter what mister whatever his name is, Comfort … what his opinion is. It doesn’t matter what my opinion is. What matters is evidence. And the evidence is clear. The evidence is in favor of evolution.”

Ich sehe das etwas differenzierter: In der Tat ist es unredlich und unproduktiv, z.B. die Frage zu diskutieren, ob Kreationismus in wissenschaftlichen Schulfächern gelehrt werden sollte. Es gibt Dinge, die sind geklärt, und solange es keine wissenschaftlich relevanten neuen Erkenntnisse gibt, muss das auch nicht ewig fruchtlos aufgekocht werden.

Aber wenn es darum geht, der breiten Mehrheit der Menschen diese nervige Ignoranz aus den Köpfen zu hämmern, diese ewigen, aber dennoch falschen Wahrheiten, die bequemen, aber trotzdem schädlichen Vorturteile – dann können die Skeptiker und Atheisten nicht genug trommeln. Dann müssen sie auf die Podien, dann müssen sie in die Arena. Sie haben die besseren Argumente, und im direkten Vergleich der Ideen können sie nur verlieren, wenn sie sich extrem dumm anstellen.

Ich hatte vor Ewigkeiten mal über eine TV-Diskussion berichtet, in der zwei Mitglieder der Rapid Rational Response Ray Comfort und Kirk Cameron als alberne Dampfplauderer entlarvt haben.

Jetzt gibt es wieder ein schönes Beispiel: In einer knapp 45minütigen Sendung debattieren Stephen Fry und Christopher Hitchens mit einem afrikanischen Bischof und einer konservativen britischen Abgeordneten die Frage “Ist die Katholische Kirche eine Macht des Guten?”.

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Wem die Debatte zu lang ist, soll sich einfach mal das Ergebnis der abschließenden Publikumsumfrage ansehen (ab 5:10):

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Es geht. Man muss nur dranbleiben, Leidenschaft zeigen, sich nicht unterkriegen lassen. Aufklärung FTW!

Papier ist geduldig – ich nicht.

Gepostet am 26. November, 2009 um 21:09 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Gedanken, Neues.

Vor ein paar Wochen hatte ich das Vergnügen, Tina Lorenz in den Räumen des CCC München für eine kommende Folge des “Elektrischen Reporter” zu interviewen. Es ging natürlich um die Themen “Porno 2.0″, Feminismus im Porno, Queer Cinema, etc. Eine höchst spannende Sache – schließlich gibt es mittlerweile feministische Porno-Preise, und die Idee von Teledildonics geistert ja auch noch herum. Wir sprachen über Andrea Dworkin, die PorNO-Kampagne, und die Frage, wie sich ein Genre weiterentwickeln kann, dessen Objekt sich nicht verändert.

Und was muss ich die Woche im SPIEGEL lesen? Ein Interview mit der Autorin “Erika Lust”, die angeblich “Pornos für Frauen” dreht.

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Wie muss er denn sein, der Porno, der auch die Damenwelt in süße Entzückung versetzt? Stärkere Rücksichtnahme auf weibliche Bedürfnisse? Weniger Reduktion auf geschlechtliche Großaufnahmen? Der männliche Orgasmus nicht mehr als Höhepunkt und Ende des Koitus? Lust als gleichberechtigtes Erzählelement?

Leider nein: Erika Lust versteht unter “Porno für Frauen” offensichtlich das, was sich eine “Brigitte”-Chefredakteurin darunter vorstellt. Schick muss es sein, und die Einrichtung muss stimmen:

  • “Frauen möchten Frauen sehen, mit deren Lebensrealität sie sich identifizieren können. Eine Art ‘Sex and the City’ mit expliziten Sexszenen.”
  • “Ich bin mit MTV, amerikanischen TV-Serien groß geworden – da bin ich anderen visuelle Standards gewohnt.”
  • “Frauen mögen eben schöne Dinge – warum muss es dann im Porno immer das hässlich stillose Sofa sein? Ich kann mich nicht entspannen, wenn ich so ein Möbelstück sehen muss.”

Ich hatte nach dem Gespräch mit Tina Lorenz eigentlich nicht gedacht, dass der “weibliche Porno” (so es ihn denn wirklich gibt) einfach nur frauenfeindlicher, konsumorientierter, dümmer, und objektfixierter sei als der “männliche Porno”. Ich denke es immer noch nicht – aber Tussen wie “Erika Lust” mit ihren Cosmopolitan-Klischees von Sex werfen die Emanzipation weiter zurück als jedes DVD-Boxset von Max Hardcore.

Und wo wir gerade bei Qualitäts-Journalismus sind: Kundenzeitschriften sind immer wieder ein Quell steter Freude, weil sie sich im Allgemeinen nicht über Verkäufe finanzieren, und damit auch nicht vom direkten Gefallen der Zielgruppe abhängig sind. Mag der Firmenchef die Postille, passt das schon. Darum kann man in diesen Blättern auch Lesestücke finden, für die Autoren bei jeder kostenlosen Stadtteil-Zeitung ausgelacht würden.

Schönes aktuelles Beispiel: Die “Reportage” über das neue Album von Marius Müller Westernhagen. Dass der Mann sich (wie Bono, Xavier Naidoo und Campino) seit ein paar Dekaden erheblich zu wichtig nimmt, ist bekannt. Und dass ihm Zeilenschinder auch immer wieder gerne die Authentizität und Eigentlichkeit bescheinigen, daran hat man sich gewöhnt. Aber Titelzeilen wie diese gehören in die TITANIC, nicht ins Bordmagazin der Airberlin:

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Geschwafel, Anglizismen, und Selbstüberschätzung – und das alles in nur sieben Worten sauber untergebracht. Respekt!

Nun hat es die Autorin des Beitrages (von der ich schwer hoffe, dass sie sich hinter einem Pseudonym versteckt – wie Erika Lust) augenscheinlich darauf angelegt, das “Phänomen Westernhagen” durch die konsequent schweinchenrosa Brille zu betrachten. Anders sind solche Bildunterschriften wirklich nicht zu erklären:

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Grundgütiger.

Ich verteidige das Medium Print sehr gerne. Es wäre ab und an allerdings ganz nett, wenn das Medium Print das im Gegenzug auch mal rechtfertigen würde. Die besten Texte der letzten Monate habe ich im Internet gelesen.

Poetry in Motion: Kartentricks ohne Tricks

Gepostet am 23. November, 2009 um 20:47 Uhr
Kategorien: Neues.
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Random Charts (10): 6 sehenswerte Serien, die ich nicht gesehen habe …

Gepostet am 21. November, 2009 um 13:47 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Gedanken, Neues, Privates.

Es ist eine schaurige Wahrheit: Ich kann nicht alles gucken. Wenn Filme UND Retro-TV, Web-Videos UND Dokumentationen, Kabarett UND Theater sehen will, dann gibt es zwangsläufig Lücken, die man nicht füllen kann, weil der Tag eben doch keine 48 Stunden hat. Ich schaue praktisch von allem die ersten zwei Folgen, um mitreden zu können – aber auf den festen Terminkalender schaffen es nur ganz wenige Serien.

Hier ein paar Produktionen, die ich wirklich gucken würde – wenn ich denn die Zeit dazu hätte.

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Supernatural: Wird mir allenthalben als derzeit beste Grusel-Serie empfohlen. War mir nach den ersten zwei Folgen nicht als sooo toll erschienen, aber ich vertraue da durchaus der Weisheit der Masse. Vielleicht nehme ich mir die DVD-Boxen nach Ibiza mit, um das nachzuholen.

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The West Wing: Ich mag Aaron Sorkin, ich mag Polit-Serien, und schon die Pilotepisode war der Kracher. Freunde wie der DWDL-Chef Thomas Lückerath sind des Lobes voll, und überhaupt – alles mit Martin Sheen ist gut. Nicht zu erklären, warum die Serie in Deutschland nicht gelaufen ist. Jetzt ist es für mich zu spät: 154 Folgen nachholen ist mir ein bisschen zu happig.

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Lost: DIE große Mystery-Serie des neuen Jahrtausends. Fans analysieren Details, wie sie es seit “Twin Peaks” nicht mehr getan haben. Wohl kaum eine zweite Serie wurde so schnell Kult, dann Popkultur, und wird mittlerweile allerorten parodiert. Was mich abgehalten hat: ich bin kein Freund von Ensemble-Serien, und ich habe den dumpfen Verdacht, dass “Lost” am Ende nicht weiß, worauf es hinaus läuft. Und das habe ich schon vor “X-Files” gehasst…

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24: Echtzeit-Action mit Kiefer Sutherland? Sollte ich eigentlich mit Begeisterung dabei sein, zumal ich einen der Erfinder der Serie (Bob Cochran) kenne. Aber irgendwie habe ich an die ganzen Polit-Plots nie andocken können, und ich bin auch nicht sicher, ob ich die Storys moralisch vertretbar finde. Es wird aber sicher der Tag kommen, an dem ich mir einen Kofferraum voller DVD-Boxen kommen lasse…

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The Wire: Mehr Preise, mehr Kritiker-Lob, und konsequentere Huldigung als beste Serie des neuen Jahrtausends kann man nicht bekommen. Jeder, der es guckt, ist begeistert bis ekstatisch. Mein Problem: Ich stehe nicht auf knallharte Krimiserien. Allerdings bin ich ziemlich sicher, dass mich schon zwei Folgen von “The Wire” umstimmen könnten. Darum lasse ich es lieber.

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True Blood: Vergesst “Vampire Diaries”, “Blood Ties”, und “Moonlight”: Die aktuell besten TV-Vampire (und Nacktszenen von Anna Paquin) hat nach Aussagen von Experten die HBO-Serie. Zu blöd, dass ich keine Zeit habe, das nachzuprüfen. Wenigstens habe ich bisher nur 24 Folgen verpasst – vielleicht wird das ja doch noch was.

Es zeigt mal wieder, wie verfickt gut das amerikanische Fernsehen in den letzten Jahren geworden ist, wenn man es sich leisten kann, eine solche Liga von Top-Produktionen ausfallen zu lassen. An embarassment of riches, indeed…

Unter ferner liefen (auch nicht): “Desperate Housewives”, “Dexter”, “Sopranos”, “Prison Break”, “Heroes”, “Legend of the Seeker”, “Stargate Universe”, “The Shield”, und “Mad Men”.

“Das macht dann zweimal Bordelaise und drei Fischstäbchen, bitte.”

Gepostet am 20. November, 2009 um 17:13 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Lustiges, Neues.

Manche Schlagzeilen verhübschen den Morgen:

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Den kompletten Artikel gibt es auch hier.

Hemmungslose Traffic-Hurerei: “Twilight”, “New Moon”, Bella & Edward etc.

Gepostet am 19. November, 2009 um 16:03 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Gedanken, Neues.

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Eben fragte Onkel Filmi an, ob ich “New Moon” besprechen würde, weil dem Vernehmen nach dadurch Kommentar-Rekorde zu erwarten sein. Die Moonies (äh…?) Twi-Hards sind wohl noch rabiater als Trekkies und Fußball-Hooligans – und intoleranter. Kritik ist da gleich Verrat, und Gleichmut ist Ignoranz. 14jährige können grausam sein.

Ich würde euch gerne den Gefallen tun – das Problem: ich habe die Bücher nicht gelesen, und die Filme nicht gesehen. Nur mal im Hugendubel drin geblättert, und bei YouTube die Trailer gesehen. Trotzdem möchte ich jetzt mal explizit versuchen, mir Ärger einzuhandeln.

Ich bin ein Mann, und ich bin 41 Jahre alt. Ich muss das nicht verstehen. Ich habe den Gören die Bay City Rollers verziehen, Tom Cruise, New Kids on the Block, und “Dirty Dancing”. Daniel Küblböck war schon grenzwertig – aber bei “Twilight” versagt meine Fähigkeit, altersbedingte Toleranz walten zu lassen.

“Twilight” ist exakt so dämlich wie die deutschen Buchtitel (“Bis(s) zum Morgengrauen”? WTF?). Es sind die ewig gleichen, ausgelutschten Romeo & Julia-Klischees, verbunden mit der pseudo-rebellischen Backfisch-Sehnsucht nach dem geheimnisvollen, aber letztlich doch herzensguten “bösen Jungen”, aufgepeppt mit New Age-Grusel und sexuellen Anspielungen. Wir gegen die Welt, wahre Liebe, nur ich kann ihn retten. Bla. Bla. Und nochmals bla. Ich habe BRAVO Foto-Lovestorys gelesen, die mehr Tiefe hatten.

Fassungslos macht mich, dass die Zielgruppe so anspruchslos ist, dass dieses Geschwurbel immer wieder funktioniert. Wahrscheinlich liegt das Erfolgsgeheimnis eben darin, dass gar nichts Neues versucht wird, was von der unerträglichen Banalität dieser Teenie-Schmonzette ablenken könnte. “Twilight” ist ein “dark romance”-Konzentrat. Keine Beilagen. Keine Deko. Das Unwichtige als das Wesentliche.

Natürlich bin ich nicht die Zielgruppe für schwülstige Jungmädchen-Phantasien, die verlogen Sex verkaufen, den sie gleichzeitig verleugnen. Aber deswegen kann ich der Zielgruppe doch allemal wünschen, dass sie qualitativ höhere Ansprüche entwickelt. “Harry Potter”, die puderigen Vampir-Schinken von Anne Rice, alles soweit okay – aber “Twilight”? Das ist für euch Literatur? Oder wenigstens akzeptabler Zeitvertreib?

Und lasst mich gar nicht erst auf die Geschlechterklischees zu sprechen kommen. “Twilight” ist wieder mal ein Beweis, dass Feminismus eben doch nicht mit der Muttermilch aufgesogen wird. Warum können sich Mädchen nicht an Buffy orientieren, an Scully, an Emma Peel, an Wendy Watson – an Veronica Mars?!

Bella Swan? Echt jetzt? Der schöne Schwan? Marie Louise Fischer würde sich im Grab rumdrehen. Da sage einer, chauvinistische Charakternamen gäbe es nur für die Betthäschen von James Bond.

Kommt den Jungkonsumentinnen nicht wenigstens ab und an mal der Gedanke, dass man sich ganz eigene Helden suchen kann, ganz eigene Idole – und dass es nicht die sein müssen, die von Mega-Konzernen entwickelt werden, und die auch jede andere Spangenträgerin in der Klasse dufte findet? Ist die Hysterie in der Gemeinschaft ein so starkes Bindemittel, dass sie die Freude über Individualität und eigene kulturelle Nischen überwindet?

Wahrscheinlich muss man einsehen, dass junge Mädchen junge Mädchen sind. Die kreischen gerne, schmachten gerne, seufzen gerne, und tuscheln gerne. Die kleben Poster an die Wand, schnibbeln Artikel aus, und warten sechs Stunden im strömenden Regen vor Hotels, um den Star in 100 Meter Entfernung mal vorbeilaufen zu sehen. War so, wird immer so sein.

Nur dass sie dabei ernst genommen werden wollen – das will mir nicht in den Kopf. Und da können sie bei mir auch lange drauf warten.

Thank Heaven for Little Girls.

“Nine”: Cinema Italiano – natürlitsch!

Gepostet am 18. November, 2009 um 23:57 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Neues.

Ich mag Musicals, ich mag Style, ich mag so ziemlich jeden Schauspieler, der in diesem Trailer seine Nase in die Kamera hält. Vorab-Urteil: sehen wollen!

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P.S.: Die Pressevorführung von “Ninja Assassin” ist genau einen Tag nach meinem Abflug nach Ibiza – buuuuhhh!!!

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117 Spielzeuge auf einem Legostein!

Gepostet am 17. November, 2009 um 22:29 Uhr
Kategorien: Neues.

Wenn man mal sonst nichts zu tun hat:

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Batman und die Terroristen: “We have to show him that our way works!”

Gepostet am 16. November, 2009 um 19:14 Uhr
Kategorien: Gedanken, Neues.

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“Killing Joke” ist mein liebstes Batman-Comic. Es ist packend, psychologisch glaubwürdig, toll gezeichnet – versucht aber nicht, den ganzen Mythos neu zu erfinden, oder die Figuren zu verbiegen. Es ist die perfekte Gratwanderung zwischen klassischem Action-Comic und Graphic Novel.

Der Plot: Joker schießt Barbara Gordon zum Krüppel, und entführt ihren Vater, den Commissioner. Mit Bildern seiner misshandelten Tochter, und diversen anderen Grausamkeiten, möchte der Bösewicht erst den Polizisten, dann den Superhelden zu wahnsinniger Gewalt treiben. Sein Ziel: beweisen, dass in jedem Menschen ein brutaler Irrer steckt. Batman muss Joker nicht nur aufhalten – er muss auch seinen eigenen Wunsch nach Rache unterdrücken…

Gestern fiel mir auf, welche Parallelen der Plot zur aktuellen US-Politik hat: Die Terroristen haben an 9/11 versucht, Amerika in einen brutalen Konflikt zu ziehen, und damit herunter auf ihr eigenes Level. Teilweise hat das funktioniert, teilweise nicht. Doch seither gibt es ein Problem: was tun mit den Gefangenen? Stichworte Gitmo, Abu Ghraib. Und demnächst soll Scheich Khalid Mohammed der Prozess gemacht werden.

Viele Politiker empören sich bei dem Gedanken, dass der Terrorist einen anständigen Verteidiger bekommt, und rechtsstaatliche Ansprüche für sich geltend machen darf. Man befürchtet, der Scheich könne das Gericht als Plattform für Propaganda benutzen. Angesichts von fast 3000 Toten an 9/11 soll die Bestrafung eher alttestamentarischer Natur sein: Auge um Auge, Zahn um Zahn.

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Andere dagegen sagen, man MÜSSE den Scheich vor ein ordentliches Gericht stellen, gerade WEIL nur das die moralische Überlegenheit des US-Rechtssystems beweise. Ein Staat habe nicht das Recht, außerhalb seiner selbstgegebenen Befugnisse zu agieren.

“Killing Joke” hat dazu eine interessante Szene: Batman hat Gordon befreit, und will sich nun den Joker schnappen. Er ist außer sich vor Wut, und gefährlich entschlossen. Doch es ist der nackte und von der Folter seiner Tochter fast gebrochene Gordon, der ihn zurückpfeift:

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“We have to show him that our way works!”, indeed…

Ostzone 2009: www.politbüro.ddr?

Gepostet am 15. November, 2009 um 18:01 Uhr
Kategorien: Gedanken, Neues.

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In diesen Tagen wird ja wieder viel über die DDR geschrieben, bzw. deren Untergang. Dazu kann ich nichts beitragen, was nicht schon anderweitig hundertmal aufgekocht wurde. Ich habe den Fall der Mauer und die Wiedervereinigung aus der Ferne (Düsseldorf, bzw. München) erlebt, und war seinerzeit nun wirklich mit anderen Dingen beschäftigt. Es galt schließlich, als Zeilenschinder beim GONG anzufangen, und das Abendprogramm von SAT.1 beschäftigte mich daher mehr als das 10 Punkte-Programm der Bundesregierung.

Was ich über die “friedliche Revolution” weiß, stammt aus dem SPIEGEL, und aus den “Tagesthemen”. Ich glaube, ich denke da wie viele: das ging alles zu hopplahopp, die Wiedervereinigung war zwar politisch gewollt, wäre bei einer Volksabstimmung zumindest im Westen mit Paukenschlag durchgefallen, und am Ende zahlen wir noch heute für die falschen Weichenstellungen der Jahre 1989-1993. Das macht die Wiedervereinigung allerdings nicht weniger richtig, allein schon im historischen Kontext.

Gestern kam mir allerdings ein – wie ich finde – hübscher Gedanke, den ich euch zur Diskussion stellen möchte: wie stünde es heute um die DDR, wenn es die Ereignisse von 1989 nicht gegeben hätte, und der Staat auch nicht an seinen Schulden erstickt wäre? Wie sähe ein real existierender Sozialismus (unter einem Honecker-Nachfolger, z.B. Krenz) heute aus?

Ich frage aus einem ganz bestimmten Grund: Ich kann mir die DDR mit Internet und Handys, mit Wlan und iPods, einfach nicht vorstellen. Schon in den 80ern hinkte der Osten böse hinterher, was Elektronik anging, Unterhaltungselektronik ganz besonders. Nennenswerte Heimcomputer gab es so wenig wie Videospiele, und vom Kombinat Robotron auf Messen stolz gezeigte Platinen waren oft nicht funktionsfähig. Man sich vorstellen, wie sehr sich dieser Graben in den 90ern vergrößert hätte.

Trotzdem lässt sich eine Situation in der DDR 2009 nicht einfach aus den Erfahrungen der 80er extrapolieren. Was in den 90ern passierte, war die Globalisierung auf informations-technologischem Gebiet. Internet und Handys bilden ein schwer kontrollierbares System, mit dem sich normale Bürger frei austauschen können. Wie hätte sich die DDR, mitten im technologisch hochgerüsteten Europa, dagegen abschotten sollen?

Hätte es irgendwann ein staatseigenes F-Netz für zum Westen inkompatible, altmodische Mobiltelefone gegeben? Eine Transferprotokoll, um ein in sich geschlossenes sozialistisches Internet zu ermöglichen? Hätte man, wie in China, eine gigantische Zensurbehörde aufgebaut, um das unaufhaltbare WWW wenigstens inhaltlich im Zaum zu halten? Hätte Margot Honecker heute eine Facebook-Seite? Gäbe es einen Ost-Codec, der MP3 Paroli bieten soll, und eine eigene Handhabung von Lizenzrechten der DDR-Musiker? Ein Ost-”Brauser” statt Firefox?

Mich würde interessieren, was ihr denkt: hätte sich die DDR (nach Gewöhnungsschmerzen) in das westliche/globale Informationssystem eingeklinkt? Hätte man nach eigenen, typisch spießig-hilflosen Alternativen gesucht? Hätte man die DDR zu einer “Insel der Ahnungslosen” im globalen Informationsmeer verkommen lassen? Oder wäre das ganze System DDR an den Widersprüchen zerbrochen?

Zum Wochenende: 50 x miserables Voice Acting in Videospielen

Gepostet am 14. November, 2009 um 12:04 Uhr
Kategorien: Lustiges, Neues.

“Stay a while… stay FOREVER!!!”:

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BILD sieht was, was du nicht siehst…

Gepostet am 13. November, 2009 um 15:59 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Neues.

Natürlich ist die tägliche BILD-Jagd nach Busenblitzern (“oh lala!“, “schau mal an“, “ganz schön frech!“) gleichzeitig pubertär, voyeuristisch, und spießig-verlogen. Das Verbotene, zufällig Erhaschte wird zum Fetisch gemacht, obwohl (oder gerade weil) die beteiligten Damen ganz offiziell regelmäßig mehr fleischige Quadratzentimeter in die Kameras halten.

Die Penetranz, mit der Fotografen deshalb ihren Opfern auf die Pelle rücken, wird zunehmend unerträglicher. Und der Zwang, über etwas zu berichten, was man zwar nicht gesehen hat, aber fast hätte sehen können, wird zunehmend größer.

Alberner geht’s ja wohl nicht mehr:

kristew

Man sieht, dass man nichts sieht…

“No soup for you!”: Windows 7-Pleite

Gepostet am 13. November, 2009 um 11:20 Uhr
Kategorien: Gedanken, Neues, Privates.

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Ihr erinnert euch vielleicht: am 15. Juli beteiligte ich mich am eher unfairen Wettrennen um die Vorab-Lizenzen für Windows 7. Amazon vergeigte die Sache richtig, aber glücklicherweise bekam ich bei Avitos noch einen Gutschein für das neue Betriebssystem.

Ich war zufrieden.

Nun kam der Release-Tag von Windows 7 (22.10.) – aber das Paket mit der entsprechenden DVD nicht. Kein Problem: Ich habe derzeit genug andere Probleme. Da muss ich mich nicht auch noch mit der Installation eines neuen Betriebssystems herum schlagen.

Nach einer Woche wurde ich aber ein wenig unruhig, kramte die Bestellbestätigung raus und rief bei der Avitos-Hotline an. Man erklärte mir freundlich, dass es nur eine Frage von Tagen sei, bis das OS bei mir eintreffe.

Eine weitere Woche später. Kein Windows 7. Ich google “Windows 7″ und “Avitos”.

Tscha: Hätte man mir auch sagen können, dass die Firma im August in Insolvenz gegangen ist.

Gestern: Ich rufe wieder an. Nun gibt die Hotline wenigstens zu, dass die Firma bankrott ist. Man warte “stündlich” darauf, dass der Konkursverwalter Bescheid sage, wie mit den Bestellungen zu verfahren ist.

Was tun, sprach der Scheich? Ich sehe drei Szenarien:

  • Avitos rückt die Kopie von Windows 7 noch raus – die bieten das OS auf ihrer Webseite ja auch noch fleißig an.
  • Avitos stellt sich tot – dann habe ich wenig Möglichkeiten.
  • Microsoft erklärt sich bereit, gegen Vorlage der Kaufbestätigung zumindest einen Download von Windows 7 für geprellte Käufer zu ermöglichen. Und der Mond ist aus grünem Käse.

Prima. Ganz prima.

UPDATE: Nachdem ich mich in einigen Foren schlau gelesen habe, und eben nochmal die Hotline dran hatte, sieht es so aus: Windows 7 wird angeblich definitiv ausgeliefert, sogar schon dieser Tage. Ich  muss Avitos lediglich bestätigen, dass meine Bestellung in die Konkursmasse aufgenommen wird (simple Email). Sollte dem so sein, will ich mich nicht weiter beschweren. Warten wir es ab…

UPDATE 2: Die Bestätigung des eben genannten Vorgangs: “Sehr geehrter Herr Dewi, heute haben wir eine gute Nachricht für Sie: Ihre bei der AVITOS erworbene Windows 7 Version kann an Sie ausgeliefert werden.”

Jetzt muss es nur noch kommen…

UPDATE 3: Selten genug, dass Geschichten heutzutage noch ein Happy End haben: Mein Windows 7 ist da! Installiert wird es allerdings erst Mitte Dezember, wenn mein Roman fertig ist.

Chuck Norris Fact: he’s a moron

Gepostet am 12. November, 2009 um 19:58 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Neues.

Ich mochte Chuck Norris mal. Er war nie ein wirklich beeindruckender Kämpfer, oder gar ein akzeptabler Schauspieler, aber er war ein richtiger Kerl. Der haute dem Gegner ordentlich in die Fresse, und machte keine schwulen Hüpfer, oder komische Geräusche dabei. “Cusack der Schweigsame”, “McQuade der Wolf”, “Octagon” – 80’s action at its best.

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Dann geriet er in die Fänge von Cannon Films, ließ seine Filme nur noch von der minderbegabten Verwandtschaft drehen, und verkaufte sich in den 90ern fürs Fernsehen und Teleshopping:

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Als konservativ war er schon länger bekannt – und seine Kampagne “kick drugs out of America” zeugt von einem albernen Unverständnis, wie Drogen unsere Gesellschaft bedrohen.

Im letzten Wahlkampf unterstützte Chuck die Kandidatur von Mike Huckabee mit Spots, die man durchaus noch lustig finden konnte, auch wenn sie schon kräftig auf die Paranoia-Pauke hauten:

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Leider ist Chuck mittlerweile auf den Glenn Beck-Idiotenzug aufgesprungen, und schwurbelt abstruse Verschwörungstheorien ins Fernsehen, die noch vor ein paar Monaten nur auf Miliz-Webseiten verbreitet wurden:

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Schade Chuck, du warst mal SO nahe dran, cool zu sein…

Da ist mir Steven Seagal mittlerweile lieber – der verhökert bloß Energy Drinks, verhaut Schwächere, und nennt sich in seinem neuen Film “Handsome B. Wonderful”.