FAZ, CHIP: Doof kann nicht nur BILD

Gepostet am 30. Juni, 2009 um 21:34 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Lustiges, Neues.

Ich sehe mich nicht als Rächer einer ordentlichen Rechtschreibung, als Zorro des Zeitgeistes, der jedem Denk-Rülpser im Netz hämisch lachend ein “D”* in die Wange ritzt. Nur in extremen Fällen fühle ich mich genötigt.

Heute z.B. ließen sich zwei Formulierungen beim besten Willen nicht überlesen, die ich nun präsentieren möchte.

Den Anfang macht eine Autorenzeile in der FAZ online:

faz

Sehe nur ich das so, oder sollte die Komik, die Peter Richter den Themen verleiht, nicht besser voll beabsichtigt sein? Ich hätte auch nichts dagegen, wenn er in den Themen unfreiwillige Komik fände. Aber wenn ich Peter Richter wäre, würde es mir nicht gefallen, mein Werk vom Arbeitgeber als “unfreiwillig komisch” ausgewiesen zu sehen.

Und damit zu CHIP online:

chip

“Fremd entwenden”? Ist das irgendeine furchtbar aufgedröselte Variante von “entfremden”, die sich bisher erfolgreich vor mir verstecken konnte? Höre ich leise den Rotor meine verstorbenen Deutschlehrerin Frau Kleinlosen? Und by the way: Ich bin ziemlich sicher, dass sich Krut auch wunderbar eignet, um total uncoole Internet-Streams aufzuzeichnen.

*(D wie Duden, logo)

BILD-Mamis und das Erziehungs-1×1

Gepostet am 30. Juni, 2009 um 14:57 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Lustiges, Neues.

Ich freue mich, dass Christiane “Ich weiß es!” Hoffmann nun endlich wieder eine produktive Aufgabe gefunden hat – zusammen mit Caroline Hamann bestückt sie das “Mami-Blog” bei BILD online.

Nun ist bei BILD tragischerweise oft genug nachzulesen, dass der Zielgruppe gewisse Basis-Kenntnisse in Sachen Kinderbetreuung fehlen: zum Beispiel, dass man das Kind am Leben lassen sollte. Wohl auch deshalb fangen Hamann und Hoffmann mit… na ja… eher offensichtlichen Ratschlägen an:

mamiblog

Vor meinem geistigen Auge sehe ich tausende von Müttern, die sich mit der flachen Hand vor die Stirn patschen, und entgeistert ausrufen: “Ach SO! Zuviel unnützer Kram im Kinderzimmer ist also gar nicht förderlich. Wieso SAGT mir das denn keiner?”

Jetzt sagt es ja wer. Danke dafür. Und verpassen Sie nicht die nächsten, womöglich lebensrettenden, Erkenntnisse: “Kinder nicht bei voller Fahrt aus dem Wagen werfen!”, “Kinder nicht mit Whisky ruhig stellen!”, und “Kinder nicht Adolf nennen!”.

Wortvogels Guide to the West Coast, USA

Gepostet am 29. Juni, 2009 um 20:01 Uhr
Kategorien: Gedanken, Privates.

Ich mache gerne Urlaub in Amerika. Weil der meistens irgendwie mit meinem Beruf zusammenhängt, konzentrieren sich meine Trips allerdings auf die Metropolen: ich war in New York, Austin, Miami, Washington, San Diego, Los Angeles, etc.  Ich würde gerne mal mit einem Wagen einfach drei Wochen quer durchs Land fahren. Vielleicht den Lincoln Highway.

Eine Tour, die ich ziemlich perfektioniert habe, führt in 14 bis 15 Tagen durch Kalifornien, und Teile Nevadas. Sie erscheint mir perfekt für USA-Anfänger, die in kurzer Zeit eine größtmögliche Vielfalt an Landschaften und Sehenswürdigkeiten abhaken wollen, ohne dass es in Stress ausartet. Das ist natürlich relativ touristisch, aber ich empfehle ja auch für London, zuerst einmal den Sightseeing-Bus zu nehmen.

Heute stelle ich diese Tour vor, teilweise mit Bildern von meinen früheren Reisen. Wenn ihr eigene Tipps und Ergänzungen habt, wisst ihr ja, wo ihr die hinstecken könnt (in die Kommentare nämlich).

Es kann unter Umständen hilfreich sein, sich ein Kartenpaket vom ADAC zu Kalifornien schicken zu lassen, und die Reise mit Google Maps oder einem Programm wie “Streets and Trips” vorzuplanen. Das gibt einem ein gutes Gefühl für die zu erwartenden Strecken. Abweichen kann (und sollte!) man davon immer noch.

Ausgangspunkt ist eigentlich immer Los Angeles. Ich kann der Stadt nicht viel abgewinnen, aber Flüge nach LA gibt es preiswert und reichlich, das soll reichen.

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Man landet in LAX, einem selten langweiligen Flughafen, wenn man sich die Bedeutung dieser Metropole klar macht.

usa2

Den Rest der Reise absolviert man per Mietwagen. Den braucht man nicht unbedingt von Deutschland aus zu mieten: Vor den Gates von LAX kommen alle 20 Sekunden die Shuttle-Busse der großen Verleiher vorbei, und man kann sich von denen bequem zum Großparkplatz kutschieren lassen. Übrigens reicht selbst das, was Budget, Dollar, oder Enterprise Rentals als “kleinste Wagenklasse” bezeichnen, locker für die Tour aus. Wenn man mehr Geld in der Tasche hat, kann ein Cabrio den Erlebniswert durchaus steigern. Was die Unfallversicherung angeht: das muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich habe noch nie eine abgeschlossen. Nur einmal verlor ich auf einer engen Bergstraße meinen linken Außenspiegel an einen entgegenkommenden Reisebus – die Kosten waren immer noch geringer als die Gebühren für die Versicherung. In Amerika sind die Straßen breit, und die Parkplätze leicht zugänglich. Es ist nicht so, als müsste man zum Berufsverkehr durch Paris kutschieren.

Automatik ist Standard, Klimaanlage oft auch. Beim Tanken muss man übrigens VORHER an der Kasse zahlen, sonst gibt der Zapfhahn nichts her. Es gibt aber immer mehr Tankstellen, bei denen man mit Plastik-Karte an der Zapfsäule direkt bezahlen kann. Vorbildlich. Dran denken: in den USA rechnet man den Sprit in Gallonen (= 3,78 Liter).

Hat man sein Gepäck im Kofferraum des Mietwagens verstaut, sollte man sich ein Motel für die Nacht suchen. Nach dem langen Flug ist man erfahrungsgemäß ziemlich geschlaucht, und es gibt ein gutes Gefühl, eine “Basis” zu haben.

Motels in Amerika sind so eine Sache. Da kann man böse mit auf die Schnauze fallen, und die Preise schwanken massiv. Um sich Stress zu ersparen, empfehle ich daher, konsequent bei einer oder zwei der großen Ketten zu bleiben. Im Preis/Leistungsverhältnis und der landesweiten Verfügbarkeit hat mich Travelodge überzeugt. Besonders praktisch: an der Rezeption bekommt man ein daumendickes Buch, in dem alle Motels der Kette landesweit verzeichnet sind – mit Karten, Preisübersicht, und weiteren Details. Daran kann man sich prima für den Rest der Reise orientieren.

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Erinnerungen, unbewohnt und hässlich

Gepostet am 27. Juni, 2009 um 09:00 Uhr
Kategorien: Gedanken, Neues, Privates.

I remember way back then
When everything was true and when
We would have such a very good time
Such a fine time, such a happy time
And I remember how we’d play, simply waste the day away

Our house, was our castle and our keep
Our house, in the middle of our street
Our house, that was where we used to sleep
Our house, in the middle of our street

(Madness, “Our House”)

Meine Kindheit, meine Jugend – ich maße mir nicht an, sie zu dramatisieren. Klar, vieles lief nicht so, wie es im Handbuch steht, aber bei wem tut es das schon? Die Tatsache, dass die Ehe meiner Eltern scheiterte, dass mein Vater trank, entspricht den Klischees der 70er so sehr, dass man es fast schon zum Normalfall erklären möchte. Ich war ein begeistertes, aber auch unsicheres Kind, stark mitteilungsbedürftig in der ständigen Angst, nicht wahrgenommen zu werden.

Aber es gab ja Oma:

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Oma war geradezu unglaubwürdig perfekt. So eine findet man gewöhnlich nur in Kinderbüchern aus den 50ern. Eine herzensgute Frau, hart arbeitend, nie an sich selbst denkend, und eine Wärme ausstrahlend, dass man daran den Winter überstehen konnte. Gehärtet durch Krieg und zwei missglückte Ehen, war sie ein weicher, wunderbarer Fels, so krumm dieses Bild auch scheinen mag. Ich glaube nicht, einen Menschen je bedingungsloser geliebt zu haben.

Aber dies hier ist nicht die Geschichte meiner Oma – es ist die Geschichte ihres Hauses in Bramel bei Schiffdorf, in der Kirchenstraße. Das Haus, das ich letzten Samstag noch einmal besucht habe.

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Random Charts (5): Pop für Pussies

Gepostet am 26. Juni, 2009 um 17:49 Uhr
Kategorien: Gedanken, Neues, Random Charts.

Heute geht’s um wehleidige Chart-Hits, die Frauen schwach, und Männer schwul machen – vorgetragen mit dem größtmöglichen Pathos, aber minimaler Verve.

Versteht mich nicht falsch: ich liebe die meisten der hier vorgestellten Songs. Aber an verregneten Sonntag-Abenden, wenn man gerade von der Freundin verlassen wurde, können sie locker als “Beihilfe zum Suzid” durchgehen.

Den Anfang macht Bobby Goldsboros “Honey” – traurige Ode eines schmierigen Chauvinisten, der seinem offensichtlich mental zurückgebliebenen und frisch verstorbenen Heimchen hinterher schluchzt. Wenn er für den Auftritt wenigstens seinen Moped-Helm abgenommen hätte:

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Das Leben einer Frau ist sinnentleert, solange nicht der richtige Kerl vorbei kommt, um sie mal richtig zu bürsten – zumindest, wenn man “You light up my Life” glauben mag. Pointe der Geschichte: der oscar-prämierte Komponist des Songs wurde gerade wegen mehrfacher Vergewaltigung angeklagt:

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Wer glaubt, George Michael habe sich mit “Careless Whisper” oder “Last Christmas” ausreichend in Schmalz gewälzt, hat wohl “A different Corner” vergessen, den absoluten Höhepunkt der Sensibelchen-Saison 1986. Bonus: die Billy Ray Cyrus-Gedächtnisfrisur, und der aufgemalt wirkende Dreitage-Bart. Seht ihn leiden:

http://www.metacafe.com/watch/sy-1121358834/

Joe Cockers “You are so beautiful” ist in seiner devoten Simplizität schon wieder ein Klassiker – kein Wunder, dass der bei Hochzeiten in Amerika gerne gespielt wird:

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Das folgende Kleinod hatten wir gestern erst – Michael Jacksons Syrup-Song “She’s out of my life” lädt zum mitleiden ein. Diesmal live. De mortuis nil nisi bene, schon klar, aber das androgyn-geschmacksresistente Outfit sieht aus, als habe er den Glitter-Body einer Stripperin aus Versehen über statt unter dem T-Shirt getragen.

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Die Liste wäre nicht komplett ohne einen deutschen Beitrag, nämlich Michael Holms Moralschelte “Tränen lügen nicht” – auch in den permissiven 70ern war es nicht okay, einer heulenden Ex das Taschentuch zu verweigern, und sich in purem Hedonismus dem Glanz der “großen Stadt” hinzugeben – nein nein, mein Freund:

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Der Song geht natürlich nicht ohne die zugehörige Parodie:

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Es gab noch genügend andere Kandidaten: Den Refrain von “Big big world” von Emilia, ein beliebiger Schmachtfetzen von Dan Foglberg, “I’d really love to see you tonight”, “Blue Bayou”, “Annie’s Song”, der Country-Heulsusen-Kracher “Lucille”, oder “Tears in Heaven” von Eric Clapton. Aber die haben zumeist einen gewissen Schmiss, oder eine anständige Bridge.

Was sind die Songs, die euch vor Selbstmitleid die Laune für das ganze Wochenende verderben können? Ich habe doch bestimmt ein paar großartige Beispiele vergessen!

Michael Jackson ist tot!

Gepostet am 26. Juni, 2009 um 01:22 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Gedanken, Neues.
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Der amerikanische Pop-Titan starb in dieser Nacht, nachdem er mit Herzversagen in eine Klinik in LA eingeliefert worden war. Hintergründe sind noch keine bekannt.

Sowas ist hier eigentlich kein Thema, aber hey – es ist Michael “Thriller” Jackson. Vielleicht kein Saubermann, aber ein Superstar.

Ich bin seit den 80ern kein Fan mehr, halte seine Karriere für ein Paradebeispiel von “stark angefangen, und dann stetig nachgelassen”. Die letzten 10 Jahre war er ein Freak, sein Leben eine Farce. In ein paar Wochen sollte eine Reihe von Comeback-Konzerten starten, für die er Medienmeldungen zufolge eigentlich nicht kräftig genug war.

Durch diesen Abgang bleibt ihm zumindest erspart, irgendwann doch noch in den Knast zu gehen, in Unwürde zu altern, oder sich in Las Vegas zu prostituieren.

“Darkness falls across the land…” (Thriller)

Meinungen? Gedanken? Nachrufe?

Seit wann hat Microsoft Humor?!

Gepostet am 25. Juni, 2009 um 18:50 Uhr
Kategorien: Lustiges, Neues.
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Noch lustiger ist der Spot allerdings, wenn man über Dean Cain weiß, was ich weiß…

Kino-Kritik: Transformers – Die Rache

Gepostet am 25. Juni, 2009 um 15:15 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Neues.

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USA 2009. Regie: Michael Bay. Darsteller: Shia LaBeouf, Megan Fox, John Turturro und viel CGI-Blech

Geht woanders hin, wenn ihr einen fairen Transformers-Review lesen wollt. Ich hasse Michael Bay mit derselben Inbrunst, mit der ich Uwe Boll verachte. Im Fall von Bay paart sich die Abneigung mit ohnmächtiger Wut, weil der Rest der kinogehenden Welt meine Meinung nicht zu teilen scheint. Armageddon, Pearl Harbor, Transformers – Bay macht genau die Sorte Blockbuster, zu denen Feuilltonisten Begriffe wie “Untergang des Abendlandes” und “Kulturverfall” rauskramen. Und ich weiß dann nie, wie ich dagegen halten soll. Es stimmt.

“Transformers” war ein gigantischer Erfolg, das läßt sich nicht bestreiten. Der Film hat über 700 Millionen Dollar weltweit eingespielt. Nun gab es für Bay zwei Möglichkeiten, die Fortsetzung anzugehen:

1) Aus der Sicherheit des kommerziellen Erfolges heraus die Fehler des Films analysieren, ausmerzen, die Charaktere und den Transformer-Mythos weiter ausbauen, und dank der nun etablierten technischen Vorgehensweise mehr Augenmerk auf Story und Dialoge legen.

2) Lauter, schneller, größer – BUMM!

Dreimal dürft ihr raten…

Leidet meine Glaubwürdigkeit, wenn ich WIEDER MAL behaupte, nun endgültig den Bodensatz des seelenlosen und hirntoten Effekt-Spektakels gesehen zu haben?

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BILD bizarr – Brüste jetzt anstößig?!

Gepostet am 25. Juni, 2009 um 01:15 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Neues.

BILD enthüllt zum Todestag von Siegfried Lowitz geschmackssicher wie immer, dass “Der Alte” eine Reihe von außerehelichen Affären hatte – unter anderem mit dem Erotik-Starlet Isa Haller. Da muss doch eine Galerie textilfreier Bilder drin sein, denkt man sich, und tatsächlich – BILD.de legt nackte Tatsachen vor.

Komisch nur – die harmlosen Nackedei-Aufnahmen von Frau Haller (“Dirndljagd am Kilimandscharo”) sind allesamt züchtig verpixelt:

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Nicht, dass wir uns die letzten zwei Quadratzentimeter nicht vorstellen können – aber seit wann bist du so prüde, BILD?

Ach ja: Mit den Altersangaben hat man in dem Artikel mal wieder so seine Probleme – das Alter von Lowitz’ Witwe schwankt zwischen 67 und 87.

Endlich mal Gelegenheit, meine liebste “Der Alte”-Anekdote zu erzählen: In einer der späteren Folgen gab es einen Satz, den ich so unerwartet altmodisch fand, dass ich ihn mir bis heute gemerkt habe. Kommissar Köster hat mal wieder einen reichen Weichling gestellt, der eine junge Dame ermordet hat. Stotternd berichtet der Täter, wie ihn die Frau immer wieder gedemütigt habe. Köster: “Und dann haben Sie sie totgemacht.”

Totgemacht? Echt jetzt? Aber Herr Kommissar…

Wortvogel on the road

Gepostet am 24. Juni, 2009 um 11:40 Uhr
Kategorien: Lustiges, Neues, Privates.

Ich war jetzt sechs Tage mit dem Auto unterwegs – von München nach Düsseldorf (Sanierung, Freunde, Geheimprojekt), dann nach Bremerhaven (ein Haus besichtigen, das mir bis vor 10 Jahren gehörte), weiter nach Berlin (Gesellschaftertreffen von Blinkenlichten, Freunde), und gestern dann zurück nach München (diesmal ohne Zwischenstopp bei Doc Acula). Nebenschauplätze: Ratingen, Köln, Bramel.

Es gibt viel zu erzählen, und mir sind auf den langen Fahrten auch ein paar Ideen für neue Beiträge gekommen, aber bis ich hier wieder klar Schiff gemacht habe, müssen ein paar ungeordnete und willkürliche Beobachtungen reichen.

So sieht es im kleinen Studio bei Blinkenlichten aus – und warum ausgerechnet der Wortvogel im Cord-Anzug vor der Greenscreen steht, wird (noch) nicht verraten:

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Kollege Sixtus hat sich übrigens wieder eine neue Digi-Kamera gekauft, an der er jetzt NOCH MEHR von Hand einstellen kann. Wie er selbst sagt: “Kameras sind meine Schuhe.”

Spiel, mit dem man in einer Kneipe locker einen halben Abend rum bekommt: Wo warst du beim Mauerfall, wo bei 9/11, etc.

Egal, wie sehr man die Stadt rausputzt – solange das Columbus Center in der Innenstadt nicht abgerissen wird, hat Bremerhaven keine Chance. Es ist auch kein Zufall, dass sich hier eine extrem hohe Arbeitslosenquote mit einer extrem hohen Teenager-Schwangerschaftsrate trifft. Was sollen die Kids sonst auch machen?

Der innere Schweinehund wehrt sich nach Kräften, wenn man in solchen Shops ins Internet gehen muss :

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Es ist bekannt, dass die Namensgebung der Kinder viel über die Eltern aussagt – ein schönes Beispiel begegnete mir auf der Autobahn nach Berlin:

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“Curry 36″ in Berlin – die einzige Currywurst-Bude mit langer Schlange davor. Russische Cuisine (in diesem Fall das “Gorky Park”) ist mein Fall nicht.

Ich bin ja nicht so der esoterische Typ, aber es hat einen gewissen mystischen Effekt, wenn man direkt auf den Regenbogen zufährt:

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Frechste Lüge der Woche: Autorin Claudia Kern besitzt natürlich einen Hund, der “Buffy” heißt – und behauptet, das (außerordentlich nette) Tier “hatte den Namen schon vorher”. Sicher.

SAT1. geht ja nun von Berlin nach München. Das hat auch unerwartete Auswirkungen – der Sender-Werbeballon, der fast schon sowas wie ein Wahrzeichen ist, bekommt einen neuen Sponsor:

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Es gibt Anblicke, bei denen man nicht anders kann, als unter Gefahr für Leib und Leben bei 160 km/h die Digi-Kamera aus dem Seitenfach des Wagens zu kramen – ein Riesenrad aus Planwagen?!

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Leben ist, wenn man auf einer gigantischen Terrasse frühstückt. Mit Rundumblick auf Berlin. In einem Haus, das Alfred Biolek gehört. In dem drunter Benjamin von Stuckrad-Barre wohnt. In dem die Loft nebenan Giovanni di Lorenzo gehört.

Gefährlich wird’s, wenn die Videospiele ins echte Leben kriechen: In den letzten Tagen daddelte ich das Suchspiel “Mystery Stories – Berlin Nights” (kein besonders guter Vertreter des Genres – “Sherlock Holmes: The Lost Cases” ist besser). Zuerst begegnete ich den Figuren aus dem Spiel auf Plakaten in Düsseldorf, die für ein Fernstudium warben (in beiden Fällen hatte man sich bei der gleichen preiswerten Foto-Datenbank bedient). In dem Spiel muss man lauter Gegenstände finden – Bonus gibt es, wenn man einen Bären entdeckt. Am Sonntag war ich mit Freunden und dem Anhang auf einem gigantischen Kinderspielplatz. Dort stand ein zwei Meter großer Holzbär. Mein erster, sehr starker Impuls: “Anfassen – das gibt Bonus-Punkte!”

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Die eben erwähnten Freunde haben sich ein “Townhouse” gekauft. Wie mondän ist das denn? Da fühle ich mich hier in Giesing richtig popelig…

Besonderer Dank geht an das zentral gelegene Motel One am Moritzplatz (mein Stamm-Hotel, wenn ich in Berlin bin): Nicht nur haben die das Frühstück nochmal radikal verbessert (Kaffee-Spezialitäten und Direkt-Säfte ohne Aufpreis), sondern auch mein orthopädisch geformtes Kissen aufbewahrt, das ich dort vergessen habe (Dank an den Comedy-Autor Eisert, der es für mich abgeholt hat).

Hörenswert auf langer Fahrt: “Der Baader Meinhof-Komplex” auf CD. Weniger hörenswert: “Bockmist” von Hugh Laurie.

Mir kommt kein Cartoonist mehr ins Haus!

Gepostet am 23. Juni, 2009 um 16:48 Uhr
Kategorien: Lustiges, Neues.

Comic-Tage in München, Besuch aus Jena – und das habe ich nun davon:

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(via und Dank: Beetlebum)

Warum Science Fiction-Filme für Nerds irrelevant werden – erklärt in zwei Bildern

Gepostet am 18. Juni, 2009 um 12:20 Uhr
Kategorien: Gedanken, Lustiges, Neues.

Uns geht das Spielzeug verloren:

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Addendum: Bin dieser Tage in Düsseldorf und Berlin unterwegs, neue Beiträge könnten also etwas spärlich sein.

Polizeistaat Deutschland ’05: Wortvogel als Rebell, Pirat – schon wieder?!

Gepostet am 16. Juni, 2009 um 23:21 Uhr
Kategorien: Gedanken, Privates.

Von meinem Stress mit der Staatsmacht hatte ich euch ja erst kürzlich berichtet. Das war 1989, die Welt war im Umbruch, ich war jung und brauchte (das) Geld…

Nicht gedacht hätte ich mir, dass es 2005 noch einmal zu einem ähnlichen Erlebnis kommen würde.

Es fing damit an, dass ich bei Ebay weltweit nach allen möglichen obskuren Filmen des Produzenten Charles Band für mein Buchprojekt suchte. Teilweise bestellte ich gebrauchte Videos und DVDs aus Hongkong und Australien. Hätte ich bloß ein paar Jahre gewartet – heute bietet Band das meiste davon preiswert auf DVD über seine eigene Webseite an…

Nicht immer lief alles glatt: ein Typ aus Nürnberg verkaufte mir “Meister des Grauens” auf VHS – und nach Ankunft des Päckchens stellte ich fest, dass es sich dabei um eine private Aufnahme vom Fernsehen auf Leerkassette handelte! Ich machte dem Verkäufer richtig Stress, vor allem, weil er sich dumm stellte:” Wieso? Ich habe doch nie gesagt, dass es sich um ein Original handelt!” (ja ja – aber das Cover einer Original-Kassette in der Auktion zeigen).

Ein paar Monate, nachdem ich den Großteil der Filme ersteigert hatte, fand ich auf meinem Anrufbeantworter die Nachricht eines Polizeibeamten, der mich dringlich um Rückruf bat. In Bayern tut man gut daran, den Aufforderungen der Staatsmacht nachzukommen – und siehe da: man wollte mich “wegen des Erwerbs von Raubkopien” belangen.

Ich sagte dem Beamten, dass ich keine Raubkopien kaufe – grundsätzlich und niemals. Er verwies auf eine Ebay-Auktion. Man habe den Verkäufer hops genommen, und arbeite nun die Kundenliste ab. Es sei nämlich auch strafbar, wissentlich Raubkopien zu kaufen. Ich wies den Polizisten erneut darauf hin, dass ich mein gutes Geld nicht für Raubkopien ausgeben würde. Er schien nicht überzeugt.

Nun ist es gar nicht so leicht, in so einem Fall meine Unschuld zu beweisen: Ebay hatte die Auktionsdaten nach 90 Tagen gelöscht, und ich wusste nicht einmal, um welche Filme es ging (wäre diese Info nicht in die Bringschuld der Polizei gefallen?).

Nich mit mich! Glücklicherweise habe ich (auch aus steuerlichen Gründen) alle gewonnen Ebay-Auktionen als PDF-Datei abgespeichert, und so konnte ich die Transaktionen mit dem angeklagten Verkäufer aus den Untiefen meiner Festplatte fischen. Und siehe da: Die Kassetten, die ich von ihm gekauft hatte, waren eindeutig als Originale gekennzeichnet – somit konnte mir eine Absicht, Raubkopien zu kaufen, nicht unterstellt werden. Und die Filme waren auch tatsächlich Originale gewesen – ob der Mann nebenher noch schwunghaft Schwarzware unter die Leute gebracht hat, kann ich nicht sagen. Ist mir auch egal.

Der Beamte klang tatsächlich etwas enttäuscht, und bat mich, ihm die PDF-Dateien zu schicken (die können auf dem Amt tatsächlich PDF öffnen? Respekt!).

Es endete wieder mal unspektakulär:

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Grundlagen des Journalismus für Anfänger: Erst die Frage, dann die Antwort

Gepostet am 16. Juni, 2009 um 19:21 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Neues.

Schaut euch diese beiden Anreißer von BILD.de mal an:

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Fällt euch was auf? Links ist es so, wie es sein sollte: Die Überschrift stellt eine Frage, der Anreißer gibt zusätzliche Info, und der geneigte Leser möchte auf  “mehr…” klicken, um eine Antwort zu bekommen.

Rechts aber scheint ein Praktikant gewerkelt zu haben: Der Titel ist die Antwort auf die Frage im Anreißer. Warum sollte da noch jemand “mehr…” wissen wollen?!

Keine große Sache, aber eine erstaunlich auffällige Schlamperei, die ich vor 15 Jahren nicht einmal bei den Fernsehtipps für die “Super TV” durchbekommen hätte.

Meldungen, die mich lachen machen…

Gepostet am 15. Juni, 2009 um 20:41 Uhr
Kategorien: Lustiges, Neues.

“The Maryland Zoo spent $500,000 to make an escape-proof prairie dog habitat, called Prairie Dog Town. The prairie dogs escaped within 10 minutes of being introduced to their new habitat.” (via boingboing)