Wortvogels ganz persönlicher DVD-Tipp: “Garth Marenghi’s DARKPLACE”

Gepostet am 31. Mai, 2009 um 19:44 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Lustiges, Neues.

Das hier läuft außer der Reihe – ich kam gestern drauf, weil ich angesichts von “Lesbian Vampire Killers” über die große Tradition der britischen Horror-Komödie nachdachte.

“Garth Marenghi’s DARKPLACE” ist eine britische Sitcom von 2004, die vorgibt, eine wiederentdeckte Horror-Dramaserie aus den 80ern zu sein. Nie ausgestrahlt, wurde sie von ihrem leicht wichtigtuerischen Erfinder nun aus dem Archiv gekramt, und mit einleitenden Kommentaren versehen.

“DARKPLACE” parodiert die pompöse Attitüde eines Clive Barker ebenso wie die Klischees der 80er Jahre-Actionserien mit ihren billigen Sets, schlechten Schnitten, und aufgekochten Höhepunkten.

“As a horror writer I don’t ask for much. I just hope I’ve changed the way you think about life.”

Matthew Holness alias “Garth Marenghi” hat die Meta-Parodie konsequent durchgezogen: sein Alter Ego hat eine eigene Webseite, und auch die Figur des Herausgebers “Dean Lerner” wurde ausgebaut – es gab später eine Staffel der Talkshow “Man to Man with Dean Lerner”. Erster Gast: natürlich Garth Marenghi.

“Then there’s “Hellbent”, a novel about a gay demon who has to fight for acceptance within his own diabolical community.”

Neben “Spaced” und “Coupling” ist “Garth Marenghi’s DARKPLACE” für mich eine der besten britischen Sitcoms der Gegenwart – und den Kauf der DVD allemal wert (bei Amazon UK nur 6 Pfund, “Man to Man” für 5 gebraucht). Um das zu beweisen, habe ich euch hier mal den Prolog der ersten Episode hochgeladen:

http://www.vimeo.com/4927039

“They’ll get you in the end!” – Comeback des Toilettenhumors der 80er

Gepostet am 31. Mai, 2009 um 16:03 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Lustiges, Neues.

1985 war das alberne B-Movie “Ghoulies” ein Überraschungserfolg – sicher auch wegen der Artwork:

ghouliesplakat

Tatsächlich enthielt der Film die dargestellte Szene gar nicht! Diesen Fehler bügelte man bei “Ghoulies 2″ aus:

ghoulies

Nun sollte man meinen, damit wäre das Thema “grüne Viecher, die aus dem Klo kommen” eigentlich ausgereizt. Aber was muss ich eben im Trailer zum familienfreundlichen Sommerfilm “Aliens in the Attic” sehen?

aliens

Sachen gibt’s…

Ein kurzes Lehrstück zum Thema Film-PR

Gepostet am 30. Mai, 2009 um 21:30 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Neues.

Diese Inhaltsangabe zu “Terminator: Die Erlösung” findet sich mehr oder weniger wortgetreu dieser Tage in Dutzenden von Zeitungen, Zeitschriften, und auf vielen Webseiten:

“In der mit höchster Spannung erwarteten neuen Folge des TERMINATOR-Filmfranchises, die im postapokalyptischen Jahr 2018 angelegt ist, spielt Hauptdarsteller Christian Bale John Connor. Connors Schicksal ist es, den Widerstand der Menschen gegen Skynet und seine Armee von Terminatoren anzuführen. Aber die Zukunft sieht für Connor anders aus als geplant: Marcus Wright (Sam Worthington) taucht plötzlich auf – ein Fremder, dessen letzte Erinnerung ist, dass er zum Tode verurteilt wurde. Connor muss entscheiden, ob Marcus aus der Zukunft entsandt worden ist oder aus der Vergangenheit gerettet wurde. Als Skynet seinen finalen Angriff vorbereitet, begeben sich Connor und Marcus auf eine Odyssee, die sie ins Innere der Organisation von Skynet führt, wo sie das schreckliche Geheimnis hinter der möglichen Vernichtung der Menschheit aufdecken.”

Kein Wunder, dass sich die Inhaltsangaben in fast allen Medien gleichen: es ist der offizielle Presse-Text, den Sony u.a. auf seiner deutschen Webseite präsentiert. Eine etwas detailliertere Synopsis stellte man der Presse nicht zur Verfügung, was besonders Kollegen, die mehr als zwei Absätze zu füllen hatten, ins Schwitzen brachte. Pressevorführungen, die weiterhelfen könnten, gab es bis letzte Woche auch nicht.

Nun ist das nicht ungewöhnlich – immer mehr Filme (Wolverine, Indiana Jones 4, Star Trek 11) machen aus ihrer Story ein Geheimnis. Aber es ist trotzdem massiv ärgerlich – wenn der Verleih den Streifen schon nicht rechtzeitig zeigt, dann sollte er wenigstens genügend Material bereitstellen, um eine angemessene und neutrale Vorab-Berichterstattung zu ermöglichen.

“Terminator: Die Erlösung” spielt allerdings in einer ganz eigenen Liga, denn die offizielle Inhaltsangabe ist in Teilen falsch! Wer den Film gesehen, und auch den in meinem Review verlinkten CHUD-Artikel gelesen hat, der wird schnell feststellen: bestimmte Teile der Synopsis beziehen sich offensichtlich auf eine frühere Drehbuchfassung, und niemand bei Sony hat sich die Mühe gemacht, den Text anhand des fertigen Films zu aktualisieren (die amerikanische Webseite hingegen hat die groben Schnitzer vermieden oder gestrichen).

Hunderte von Journalisten beschreiben den Inhalt des Films anhand des Materials, das ihnen vom Verleiher zur Verfügung gestellt wird. Viele von ihnen müssen die paar mickrigen Zeilen von hier nach Finnland ausschmücken – und stehen nun wie die letzten Trottel da.

Klasse. Vielen Dank.

Das Empire-Filmrätsel – gelöst

Gepostet am 29. Mai, 2009 um 23:39 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Lustiges, Neues.

Für alle, die immer noch an den gesuchten Filmtiteln verzweifeln, hat Onkel Filmi mal eine Komplett-Auflistung produziert:

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Ruhe da vorne! Movie-Mania 2009 (89-91) Heute: Lesbian Vampire Killers, Parasomnia, Mule Skinner Blues

Gepostet am 29. Mai, 2009 um 22:34 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Movie-Mania 2009, Neues.

Lesbian Vampire Killers

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England 2009. Regie: Phil Claydon. Darsteller: James Corden, Matthew Horne, MyAnna Buring, Silvia Colloca, Paul McGann u.a.

Jimmy ist mal wieder von seiner tyrannischen Freundin abserviert worden. Kumpel Fletch schlägt massiv Party zur Selbstfindung vor, aber Jimmy hat eine bessere Idee – wandern durch das englische Hinterland. Erstaunlich genug, dass sich die unterschiedlichen Interessen unter einen Hut bringen lassen: im Kuhkaff Cragwich tummeln sich nämlich die schärfsten Weiber der Welt, als hätte man eine Wagenladung FHM-Modelle hier vergessen. Dummerweise geht das auf einen Fluch zurück, demnach alle Mädchen des Ortes mit 18 zu lesbischen Vampirinnen werden. Zusammen mit ein paar wohlgesonnenen (und wohlproportionierten) Studentinnen nehmen Fletch und Jimmy widerwillig den Kampf auf.

Seufz. Da erwartet man einen zweiten “Shaun of the Dead”, und was bekommt man? Einen zweiten “Stefan & Erkan gegen die Mächte der Finsternis”.

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Body revolution – hardcore

Gepostet am 29. Mai, 2009 um 01:17 Uhr
Kategorien: Neues.

Warum haben die für “Spider-Man” CGI gebraucht? Weil Toby Maguire ein Weichei ist.

In Zukunft bitte alle Ninja/Martial Arts/Superhelden-Filme nur noch mit diesem Typen:

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Gut, dass wir drüber gesprochen haben: Genital-Rasur mit Gillette

Gepostet am 29. Mai, 2009 um 00:12 Uhr
Kategorien: Lustiges, Neues.

Kein Scherz, keine Parodie:

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Ruhe da vorne! Movie-Mania 2009 (86-88) 12 Runden, Paco – Kampfmaschine des Todes, The Terminators

Gepostet am 28. Mai, 2009 um 20:52 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Movie-Mania 2009, Neues.

Willkommen zur Hirntot-Action-Sonderedition!

Es gibt Fleisch, Baby! Wenn die heute anliegenden Filme etwas gemeinsam haben, dann ist es neben der Action die Tatsache, dass alle drei mit muskelbepackten Ochsen in den Hauptrollen aufwarten. Wenn die Monatskarte für das Fitnessstudio das Budget für die Schauspielstunden auffrisst, dann hat meistens der Zuschauer das Nachsehen…

12 Runden

12roundsUSA 2009. Regie: Renny Harlin. Darsteller: John Cena, Ashley Scott, Aidan Gillen, Steve Harris u.a.

WWE (World Wrestling Entertainment) kann einem fast schon leid tun: vier Filme haben sie nun produziert – und alle vier sind am Boxoffice elendiglich verreckt: “See no evil” mit 18 Millionen, “The Marine” mit 22 Millionen, “The Condemned” mit 8 Millionen, und jetzt “12 Rounds” mit 15 Millionen.

Momentan und in absehbarer Zukunft konzentriert sich die Firma nun auf D2DVD-Filme.

Es scheint, als habe das breite Publikum nicht auf einen Erben der legendären Cannon Films (American Fighter, Over the Top, Missing in Action) gewartet.  Dabei ist WWEs Konzept gar nicht falsch: klare Genres, verständliche Titel, solide Produktion, und in der Hauptrolle grundsätzlich ein Star aus dem eigenen Wrestling-Stall.

Am meisten Hoffnung hat man im Hause WWE augenscheinlich in John Cena gesetzt, weil der im Ring ein sauberes Supermann-Image besitzt, und somit dem klassischen Heldentypus am nächsten kommt. Äußerlich passt das: Cena sieht aus wie Mark Wahlbergs steroid-freudiger großer Bruder, oder Matt Damon, wenn er einer von den “American Gladiators” wäre. Das Kinn kantig, die Stimme knurrig, Augen geradeaus – mehr haben Dolph Lundgren und Michael Dudikoff auch nicht zur Karriere gebraucht.

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Zurücklehnen, zuhören, entspannen:
In Memory of “Twin Peaks”

Gepostet am 28. Mai, 2009 um 15:25 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Neues.

Kollege Sixtus sprach mich kürzlich über eine Curry-Frikadelle darauf an, wie genial und zeitlos David Lynchs Mindfuck-Serie “Twin Peaks” doch war. Ich musste ihm Recht geben – zumal die Serie der Welt Sherilyn Fenn geschenkt hat.

Den stärksten Eindruck machte ich auf mich damals allerdings der Soundtrack von Angelo Badalamenti. Auf langen Autofahrten von Düsseldorf zurück nach München, spät in der Nacht, endloser Asphalt, müde – und dann “Twin Peaks” im CD-Player. Der Eintritt in eine andere Welt.

Aus genau diesem Grund präsentiere ich gerne und mit Begeisterung zwei Videos, in denen der Gitarrenvirtuose Martin Tallstrom die zwei signifikantesten Stücke des Soundtracks nachspielt.

Twin Peaks Theme:

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Laura’s Theme:

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“Buffy” ohne Buffy? Da ist was dran!

Gepostet am 27. Mai, 2009 um 15:02 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Gedanken, Neues.

buffyEine Meldung machte in den letzten Tagen im Internet die Runde: Fran Rubel Kuzui, die japanophile Regisseurin des Original-”Buffy”-Kinofilms, möchte gerne einen neuen “Buffy”-Kinofilm drehen – ohne Sarah Michelle Gellar (oder Kristy Swanson), ohne Joss Whedon, ohne jeglichen Bezug zur TV-Serie.

Die Fans sind erwartungsgemäß empört, und verweisen die Meldung gerne ins Reich der Phantasie.

Nicht so schnell.

Kurioserweise weiß ich mehr über die Sache. Das Projekt ist  mir nämlich schon Anfang des Jahrtausends auf einer Geschäftsreise nach Los Angeles vorgeschlagen worden.

Vor ein paar Jahren traf ich dort den Showbiz-Agenten Marty Fink, der bei uns vortasten wollte, ob es Interesse an einer Reihe von “Buffy”-Filmen gäbe, die allerdings ohne Sarah Michelle Gellar auskommen müssten. Da ich die Hintergründe nicht kannte, fand ich die Idee wenig Erfolg versprechend – die Serie lief damals ja noch wie Luzie im Fernsehen.

Auf Bitten meiner Chefin machte ich mir allerdings trotzdem ein paar Gedanken, wie man das Thema aufziehen könne, ohne die Fans vor den Kopf zu stoßen. Ich schlug ein Prequel vor – angesiedelt zwischen den Ereignissen des ersten Kinofilms, und Buffys Ankunft in Sunnydale. Man hätte so die Chance, eine Art Buffy Roadmovie zu drehen, der quasi dort endet, wo der Pilotfilm zur Serie beginnt. Allerdings hätte man das mit einer neuen Schauspielerin machen müssen. Ich konnte zu dem Zeitpunkt nicht wissen, dass eine neue Story sowieso nicht zur Diskussion stand…

Irgendjemand steckte die Pläne von Kuzui und Fink in dieser Zeit der Webseite Dark Horizons, die mangels weiterer Infos auch nur vermelden konnte, es sei ein Buffy-Film ohne Sarah Michelle Gellar geplant. Dieser Meldung widersprach prompt Alyson Hannigan. Es war ein typischer Fall von “keiner wusste genau, wovon er eigentlich redet”.

Damit schlief das Projekt erstmal wieder ein, und ich habe die letzten sechs Jahre nichts mehr darüber gehört.

Um diese Vorgänge zu verstehen, braucht es vielleicht ein wenig Background.

Zuerst einmal sieht es so aus, dass Fran Rubel Kuzui aus der Zeit des ersten “Buffy”-Spielfilms noch Rechte an der Lizenz besitzt – nur deshalb wurde sie auch bei der Serie als Produzentin geführt. Viele relevante Elemente des Mythos (Buffy, Slayer, Guardian) können daher nicht ohne ihre Zustimmung verwendet werden. Auf der anderen Seite kann sie selbst diese Elemente zwar verwenden – nicht jedoch die Details, die Whedon spezifisch für die TV-Serie und die Comics erfunden hat. Das heißt: auch Sarah Michelle Gellars Darstellung ist für Kuzui “off limits”.

Fran Rubel Kuzui lebt seit 15 Jahren ausgezeichnet davon, dass der von ihr vergeigte Kinofilm eine profitträchtige TV-Serie nach sich zog, mit der sie zwar nichts zu tun hat, an der sie aber beteiligt ist. Einen vergleichbaren Fall gibt es im Bond-Universum: Kevin McClory besitzt Rechte an der Story zu  “Thunderball” – und hat sie mit “Never say never again” auch prompt neu verfilmt. Sogar ein zweites Remake unter dem Titel “Warhead” (mit Pierce Brosnan als Bond) war Ende der 80er mal geplant. Mit den offiziellen Bond-Filmen hat das allerdings nichts zu tun.

Kuzui besitzt demnach tatsächlich beschränkte Rechte, “Buffy” neu zu verfilmen – allerdings in einer Form, die mit der Serie nichts zu tun hat. Es geht hier also nicht um mangelnden Respekt vor der Vorlage, sondern um die verfügbare Lizenz. Darum beeilen sich die Autoren Roy Lee und Doug Davison auch zu versichern, dass es um ein Remake geht, nicht um ein Sequel oder ein Prequel. Zu nichts anderem als einem Remake ihres eigenen Films hat Kuzui nämlich die Rechte.

Es scheint, als wolle Kuzui die Idee nun wiederbeleben – verständlich, denn eine weltweite Fanbasis würde sich sicher freuen, die Figur in der einen oder anderen Form wiederzusehen.

Trotzdem glaube ich nicht daran. Weder Fox noch Whedon werden sich die Butter vom Brot nehmen lassen – als Franchise ist Buffy einfach zu wertvoll, und es würde mich nicht wundern, wenn in den nächsten 5 Jahren nicht von offizieller Seite ein Kinofilm angekündigt werden würde (ist ja auch nicht so, dass Miss Gellar die Knaller-Karriere gemacht hätte). Kuzui kann man problemlos verklagen – oder mit einer hohen Summe abfinden. Vielleicht ist letzteres auch der ganze Grund für die Ankündigung.

Zur Ansicht: neue Videos

Gepostet am 26. Mai, 2009 um 18:00 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Lustiges, Neues.

Ein erstaunlicher Fan-Trailer für “Green Lantern”:

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Die Franzosen haben US-Blockbuster zuerst erfunden:

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Die neue ABC-Serie “Eastwick” – sechs Folgen, maximal:

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Human Target auf Fox – cool, aber ich vermisse Rick Springfield:

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“Du bist Terrorist” – doch doch, du auch:

http://www.vimeo.com/4631958

Kino-Kritik: Terminator 4 – Die Erlösung

Gepostet am 26. Mai, 2009 um 17:25 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Neues.

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USA 2009. Regie: McG. Darsteller: Christian Bale, Sam Worthington, Moon Bloodgood, Helena Bonham Carter, Anton Yelchin, Bryce Dallas Howard u.a.

Story: Im Jahr 2018 glaubt der menschliche Widerstand, endlich eine wirksame Waffe gegen Skynet und die Heerscharen an Terminatoren zu kennen, die der Zivilisation das Licht ausgeblasen haben. Eine weltweit koordinierte Attacke wird geplant – doch John Connor muss befürchten, dass dabei Kyle Reese umkommt, den er eigentlich in naher Zukunft in das Jahr 1984 schicken muss, damit dieser sein Vater wird. Und plötzlich taucht mit dem verdächtig robusten Marcus Wright ein weiterer unberechenbarer Faktor im Mensch/Maschine-Krieg auf…

Kritik: Darauf habt ihr doch jetzt gewartet, oder? Der Wortvogel reißt dem seelenlosen Hollywood-Flop des Nulltalents McG ein neues Arschloch…

Bringen wir es hinter uns: Der Film ist gut. Sehr gut sogar. Ich saß in der Pressevorführung und wartete die ersten 15 Minuten gespannt darauf, dass T4 dramaturgisch zerfällt, dass McG sich blamiert, dass der Terminator-Mythos implodiert – und dann musste ich mir eingestehen, dass ich mich eigentlich recht solide amüsierte. Und das Amüsement ließ im Verlauf der 115 Minuten nicht etwa nach, es steigerte sich sogar noch.

“Terminator: Die Erlösung” ist zerstörungsgeiles Hardware-Kino, harte Männer gegen harte Maschinen. Wenn nicht geschossen wird, explodiert was, und wenn nichts explodiert… naja, dann ist der Film aus. Ähnlich wie “Star Trek” gönnt sich T4 praktisch keine Pausen, bleibt ständig in Bewegung. Der Plot ordnet sich völlig der visuellen Dynamik unter – die Charaktere finden immer im richtigen Moment genau das, was sie brauchen, um den nächsten Action-Beat zu setzen. Man hätte den Film auch “Terminator: The Ride” nennen können.

Dramaturgisch ist das die einzig richtige Entscheidung, denn das gesamte Terminator-Universum ist an keiner Stelle plausibel. Aber bevor jemand daraus eine Kritik lesen will: das war es schon im ersten Film nicht. Das Zeitreise-Element entzieht sich konsequent jeder Logik, weil es sich permanent auf den Fuß tritt – ist Connors Existenz nicht schon in “Terminator” der Beweis, dass der T-800 seinen Auftrag nicht erfüllen konnte? Wenn durch die Hardware des zerstörten T-800 Skynet erst möglich wurde – wieso konnte es dann in einer Zukunft existieren, in der Connor Kyle noch nicht zurück geschickt hatte? Würde der Verzicht auf Kyles Mission dadurch nicht zwangsläufig zwar die Existenz Connors, aber auch die von Skynet beseitigen?

Mit solchen Fragen hält sich T4 nicht auf, sondern packt in einen recht einfachen Rescue-Plot die Zerstörungswut von fünf Blockbustern – dagegen sehen “Wolverine” und “Star Trek” teilweise anämisch aus. Hier ist wirklich jeder Dollar auf der Leinwand gelandet – viel Film fürs Geld.

Natürlich macht der sauber orchestrierte Blechschaden aus T4 noch keinen guten Film. Connor bleibt als Hauptfigur blass und eindimensional – die Story von Marcus und Blair, die gleichberechtigt erzählt wird, entwickelt deutlich mehr Zugkraft. Dem Film fehlt dadurch der Fokus, der klare Protagonist – genau das, was “Wolverine” letztlich noch halbwegs aus der Scheiße zog.

termin2Es gibt auch einige vermeidbare Fehltritte, die sich durch noch soviel CGI-Spektakel nicht übertünchen lassen: Helena Bonham Carters Rolle ist so peinlich wie unnötig; Bryce Dallas Howard steht nur dumm rum; die Mototerminators sind der feuchte Traum der Merchandise-Hersteller; die meisten Dialoge gehen bestenfalls als “okay” durch; John Connor benutzt den selben USB-Stick wie ich; und natürlich kann man die ganze Plot-Logik nach Belieben zerpflücken (warum will Skynet John Connor töten – sie haben doch Kyle Reese in ihrer Gewalt, dessen Tod das gleiche Ergebnis brächte).

Am schlimmsten fand ich aber das armselig rührselige Ende, das die “ab 12-Freigabe” scheinbar noch fix auf “ab 6″ drücken will. Es entzieht uns auch das Ende, auf das wir eigentlich gewartet haben, und das wir verdienen – Connor schickt Kyle in die Vergangenheit, um seine Mutter Sarah vor dem T-800 zu beschützen. Leider dachten sich die Macher, dass man für diesen saftigen Story-Bogen in den Teilen 5 und 6 genug Zeit haben würde. Nach den aktuellen Boxoffice-Zahlen sage ich da mal: Pustekuchen.

Aber all diese Schwächen ändern nichts daran, dass T4 115 Minuten lang wie ein filmischer Panzerwagen durch ein Spielzeugland fährt, ohne Rücksicht auf Verluste.

Ein Sommer-Blockbuster, wie er sein sollte: laut, fett, pubertär – und nicht so dumm, dass es einem schon im Kino auffällt. Das ist viel mehr, als ich erwartet hatte.

Random Thoughts:

  • Wie ärgerlich für Roland Kickinger, dass er dem T-800 zwar seinen gestählten Körper leihen durfte – auf den Hals aber die digital rekonstruierte Birne des jungen Arnold Schwarzenegger getackert wurde (nur drei Szenen – aber ein erstaunlich wirksamer Effekt, den man im nächsten Teil gerne hätte ausbauen können)
  • Moon Bloodgood hat mich die ganze Zeit abgelenkt – weil sie aussieht wie die Moderatorin Chrissie von “Ehrensenf”
  • Die Seelenverwandtschaft mit “Mad Max 2″ wäre vielleicht nicht ganz so offensichtlich gewesen, wenn man sich das struwelige Waisenmädchen gespart hätte
  • Obwohl John Connor von den Zeitreisen weiß, die u.a. Kyle Reese unternommen hat, wird das Thema (und die dafür notwendige Technologie) im Film kein einziges Mal angesprochen
  • Das PG13-Rating, das der Film in den USA unbedingt brauchte, erweist sich durchaus als Problem: Die Gewalt der Roboter gegen die Menschen bleibt teilweise zu zurückhaltend, trotz aller Action mangelt es an der Terminator-notwendigen Härte
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NACHTRAG:

Leser Strabo hat mich auf diesen Artikel hingewiesen, der sehr schön die teilweise drastischen Veränderungen aufzeigt, die das ursprüngliche Skript durchgemacht hat. Es erklärt auch viele der Probleme die ich oben angesprochen habe: warum die Heldenzeit auf zwei Figuren, nämlich Marcus und Connor, verteilt wird; warum die Terminatoren Kyle nicht ermorden; was die Figur von Helena Bonham Carter eigentlich sollte; warum das Ende so albern ist, etc. Man kann sich nur vorstellen, wie T4 dann ausgesehen hätte – nicht bloss unterhaltsam, sondern auch vergleichsweise smart und fokussiert. VIELE SPOILER!

Mitmachen: Anywhere, Anytime, Anything!

Gepostet am 25. Mai, 2009 um 18:16 Uhr
Kategorien: Gedanken, Neues.
astaire

Gestern fiel mir eine beliebte Frage aus der Schulzeit ein, die ich hier einem viel größeren Publikum zur Diskussion stellen kann.

Sie lautet: Wenn ihr Zeit, Ort, und Umstände frei bestimmen könntet, wo, wann und wie würdet ihr leben wollen?

Meine eigene Antwort: Als reicher Schnösel im New York der 30er. In der Welt, wie man sie aus den Fred Astaire-Filmen kennt: Hotel-Suiten mit Marmorboden und 500 Quadratmeter, jeden Abend in mondänen Clubs Champagner schlürfen, mit literarischen Größen der Zeit abhängen, die Sommer in den Hamptons verbringen, Chauffeur und Smoking als Standard.

Mich reizt die Zeit, weil man viele Übel der Zivilisation noch nicht hatte (Atombombe, AIDS, Dieter Bohlen), oder noch nicht wahrnahm (Umweltverschmutzung, Überbevölkerung, Multikulti). Trotzdem waren die coolen und notwendigen technischen Erfindungen schon gemacht: Telefon, Flugzeug, Kino. Abends geht man in die Weltpremiere von “King Kong”, und danach in den Cotton Club nach Harlem.

Was wärt ihr denn gerne? Römischer Zenturio? Mätresse am Hof des Sonnenkönigs? Samurai im feudalen Japan? Modedesigner im London der Swinging Sixties? Oder einfach – hier und jetzt?

Terminator: Die Erlösung – bad or badass? Jetzt mit Boxoffice-Updates (3. Update)

Gepostet am 24. Mai, 2009 um 12:27 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Neues.

terminator-erloesung-plakatWow, die ersten Kritiken zu “Terminator: Salvation”  sind wirklich vernichtend.

Harry Knowles bei AICN reißt den Film in Stücke. Absolut lesenswert – und nachvollziehbar. Kollege Massawyrm sieht es anders – aber seine Kritik liest sich auch nicht viel positiver.

Roger Ebert (2 Sterne): “Believe me, I would have enjoyed traveling forward through time for two hours, starting just before I saw the movie.”

Toronto Star (1 1/2 Sterne): “Terminator Salvation: It’s back, and it’s bad”

Globe and Mail (2 Sterne): “What its predecessors had, this sequel sorely lacks”

USA Today: “Bale is surprisingly one-dimensional as John Connor, the leader of the human Resistance movement whose destiny is linked to the future of mankind in this doomsday action franchise. He seems to be simply recycling his gravelly Dark Knight growl.”

SF Gate: “Whoever thought in 2003 that we’d look back on “Terminator 3: Rise of the Machines” as the good old days?”

34 Prozent bei Rotten Tomatoes, 51 bei Metacritic.

Das sieht nicht gut aus…

UPDATE: Nikki Finke spricht – der große Abräumer wird demnach “Nacht im Museum 2″ mit 85 Millionen, während “Terminator: Salvation” nur 60 macht (weil der wohl auch keine Frauen zieht). Ich glaube, das Rennen wird knapper. In den Wochen drauf wird es sich splitten: NiM2 macht mehr Kohle in den USA, während T4 weltweit die Nase vorn hat.

UPDATE 2: Ups, das sieht aber gar nicht gut aus. Das Wochenende zeigt sich insgesamt etwas schwächer als erwartet – für die 4 Tage (inkl. Feiertag) prognostiziert man mittlerweile 70 Millionen für “Nacht im Museum 2″ – der klare Gewinner. “Terminator 4″ kommt demnach auf nur 52 Millionen.  Optisch wird das Ergebnis etwas besser ausfallen, weil T4 schon am Donnerstag startete, NiM2 erst am Freitag – und es wäre gelacht, wenn der Verleih in den Jubel-Pressemeldungen die 13 Millionen nicht einfach draufschlägt. Aber Fakt ist: T4 ist schlechter gestartet als “Monster vs. Aliens”, “Fast and Furious”, “Wolverine”, “Star Trek”, und eben “Nacht im Museum 2″. Es ist außerdem der erste “Terminator”, der nicht auf Platz 1 landet (und das schließt den preiswerten ersten Teil mit seinem begrenzten Start in 1000 Kinos mit ein). Wenn der Film kein Stehvermögen hat, könnte das ein richtiges Trauerspiel werden…

UPDATE 3: Okay, das 3 Tage-Wochenende (ohne Feiertag) liefert sehr ernüchternde Zahlen: 53 Mio für “Nacht im Museum 2″, und schlechte 43 für “Terminator: Salvation”. Damit liegt McGs Film noch hinter den Zahlen von “Watchmen”, und dürfte zumindest im Heimatland der erste Groß-Flop des Sommers werden. Erfreulich auf Platz 3: “Star Trek” ist an “Angels & Demons” vorbeigezogen. Der Film zeigt wirklich Steherqualitäten, und wird nächstes Wochenende die 200 Millionen-Marke in den USA erreichen.

Gehirnjogging für Filmfans

Gepostet am 23. Mai, 2009 um 22:08 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Lustiges, Neues.

Die Zeitschrift Empire hat sich zum 20. Geburtstag was Tolles einfallen lassen – ein Suchbild, in dem 50 Filmtitel der letzten 20 Jahre versteckt sind:

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Das Prinzip ist einfach: Filmtitel entdecken, anklicken, eingeben. Den offensichtlichsten Treffer gebe ich vor: “Gladiator”.

Ich habe in 20 Minuten 30 Titel gefunden – bei den anderen hakt’s (noch).

Wieviel schafft ihr?