Ruhe da vorne! Movie-Mania 2009 (62) Abar: Black Superman, aka In your face, aka The first Black Superman

Gepostet am 31. März, 2009 um 20:37 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Movie-Mania 2009, Neues.

abar1USA 1977. Regie: Frank Packard. Darsteller: J. Walter Smith, Tobar Mayo, Roxie Young, Gladys Lum

Ich war nie ein großer Freund des Blaxploitation-Films. Ich verstehe zwar die Notwendigkeit des Genres, und den politischen Hintergrund seiner Aussagen, aber diese “der schwarze Supertyp zeigt es dem korrupten weißen Establishment”-Masche ermüdet mich schnell, zumal hier gerne Seximus, Chauvinismus, und Rechtlosigkeit als erstrebenswerte Eigenschaften propagiert werden. Auch technisch sind die meisten der Filme unter aller Sau, allen voran der Klassiker “Sweet Sweetback’s Baaadasss Song”.

Filmhistorisch ist der Blaxploitation-Film natürlich schon interessant – nach und nach annektierten die Schwarzen klassische weiße Autoritätsfiguren: Der Bulle, der Mafiaboss, Dracula, sogar Samson und die Gestapo! In diesen Streifen entstand eine afroamerikanische Gegenwelt, in der “honkies” nur Störfaktoren sind, und ihre Gesetze keine Gültigkeit haben.

Die Stilisierung des schwarzen Mannes zum ultrapotenten Übermenschen, an sich natürlich verdammenswert rassistisch, hat einen folgerichtigen Endpunkt: der schwarze Supermann. Das ultimative Gerechtigkeits-Symbol des weißen Mittelklasse-Amerikas, umgedeutet zum Ghetto-Helden. Es war nur eine Frage der Zeit, bis jemand darauf kam. Und die Zeit war 1977.

Es ist eine alte Hollywood-Faustregel, dass die Filme eines Genres immer dümmer und verzweifelter werden, je mehr dem aktuellen Trend die Luft ausgeht. Wenn das Zuschauerinteresse Hand in Hand mit dem Bugdet nachlässt, muss man sich als Produzent was einfallen lassen, um noch aufzufallen.

1977 war der Blaxploitation-Film am Ende, auch wenn das noch nicht alle Beteiligten mitbekommen hatten. Der revolutionäre schwarze Heldenfilm war längst von Hollywood absorbiert, analysiert, und keimfrei adaptiert worden. Der traurige Rest erging sich in bizarren Produktionen wie “Black Gestapo” oder dem deliriös-grandiosen “Gang Wars”.

“Abar: Black Superman” ist eine außerordentlich billige Produktion, über die nur wenig bekannt ist. Umso erfreuter war ich, als ich vor ein paar Jahren über ein Bootleg stolperte (mitterweile ist der Film relativ problemlos als offizielle DVD erhältlich).

Es geht um die schwarze Familie Kincaid, die in das Vorstadt-Viertel Meadow Park zieht. Leider sind sie bei den Nachbarn nicht willkommen – der weiße Mittelstand sieht sich von den Niggern bedroht:

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Schon das ist natürlich alberner Unfug: Die luschigen Babyboomer von LA als weißer Mob im Südstaaten-Stil der 50er? Nazi-Armbinden?

Wie dem auch sei: Familienoberhaupt Dr. Kincaid ist nicht bereit, zu weichen – und mehrfach muss ihm die Ghetto-Patrouille um den charismatischen Abar zur Seite stehen. Kincaid will “white suburbia” als bürgerlicher Schwarzer von innen heraus aufweichen, während Abar überzeugt ist, dass die Schwarzen nur als Gemeinschaft eine Chance gegen die hasserfüllten Weißen haben. Darüber diskutieren beide auf ausgiebigen Autofahrten ausführlich:

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Während die rassistischen Nachbarn Müll vor das Haus der Kincaids schütten und Parolen brüllen, mixt Onkel Doktor im Kellerlabor ein Mittelchen, welches im Bestfall einen Mann zum Supermann machen kann. Als der Sohn Kincaids von einem Rassisten überfahren wird, liegt die Lösung nahe: Abar schluckt den Trank.

SHAZAM!

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Nun würde man denken, es sei Zeit für ein paar saftige schwarze Tritte in weiße Ärsche, wie auch das amüsant fehlgeleitete Cover zum Re-Release links impliziert (was macht die Tusse von Technotronic da?).

Mitnichten: Abars Kräfte sind mehr mentaler Natur – Großaufnahmen seiner brauenlosen Augen lassen weiße Cops aufeinander losgehen, pusten Rassisten die Straße entlang, und geben Bordsteinschwalben die Kraft, ihren Pimps in die Klöten zu treten. Dafür muss der “schwarze Supermann” nicht mal einen Finger krumm machen.

Okay, besonders actionreich ist es nicht gerade, wenn der Held mit einem strengen Blick für Ordnung sorgt, aber dafür wird jetzt abgerechnet, richtig?

Leider nein. Abar hat die Kräfte kaum, da ist der Film auch schon aus. Wie es scheint, ist der Rassismus mit einer steifen Brise, ein paar Sprüchen von Martin Luther King, und einem unglaublich doofen Plot-Twist zu besiegen:

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Man fasst es nicht: Ein Film über den ersten “schwarzen Supermann” ergeht sich in stümperhaften Diskussionen über die Natur des amerikanischen Rassismus, und zeichnet die Black Power-Bewegung als friedfertige Versammlung politisch aufgeweckter Aktivisten, die natürlich keinem “honky” ein Haar krümmen würden.

Ich muss der traurigen Wahrheit ins Gesicht sehen: “Abar: Black Superman” ist kein trashiger Blaxploitation-Knaller wie “Black Gestapo” oder “Gang Wars”, sondern ein dröger Message-Film, der seine saftige Grundidee dem Prinzip der totalen Gewaltlosigkeit und der politischen Verantwortung opfert. Das hat die aufklärerische Kraft eines Beitrags in der Sesamstraße (“heute lernen wir den Buchstaben B – B wie “bourgeoiser weißer Drecksack”), und auch ungefähr die vergleichbare erzählerische Verve. Was sich die Amateurschauspieler hier zusammen stammeln, ist mit “peinlich” noch großzügig umschrieben. Kein Wunder, dass praktisch keiner der Beteiligten jemals wieder in die Nähe einer Filmkamera gelassen wurde.

Wie schade. “Black Superman” klang sehr vielversprechend. Aber als No Budget “Wir im Ghetto”-Solidaritäts-Regionaltheater kann er nicht einmal mehr ein müdes Lächeln provozieren.

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Ruhe da vorne! Movie-Mania 2009 (61) Heute: Sukiyaki Western Django

Gepostet am 30. März, 2009 um 22:45 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Movie-Mania 2009, Neues.

sukiyaki1Japan 2007. Regie: Takashi Miike. Darsteller: Hideaki Ito, Masanobu Ando, Koichi Sato, Kaori Momoi, und Quentin Tarantino

Immer wenn ich sage, dass ich über einen Film nicht viel schreiben kann, wird am Ende doch ein langer Review draus (nicht so lang wie die vom Doc Acula, aber ich habe schließlich auch ein Leben). Heute bin ich allerdings ziemlich sicher, dass die Wortzahl sich in Grenzen hält.

Mein ambivalentes Verhältnis zu Takashi Miike hatte ich bereits in der Kritik zu dem überraschend gelungenen “Like a Dragon” angedeutet – einerseits bewundere ich einen Regisseur, der 20 Jahre lange 4 Filme pro Jahr raushauen kann, ohne dabei auf das Trash-Level von Fred Olen Ray oder Jim Wynorski abzusacken. Andererseits wünsche ich mir bei jedem seiner Filme, er würde sich mal fünf Minuten lang überlegen, was er da macht – und was er damit sagen will. So verspielt und manisch temporeich sein Oeuvre auch ist, es mangelt ihm an erzählerischer Reife. Miikes Regie wirkt immer überdreht und hypernervös, als könne er sich nicht konzentrieren.

Aus diesem Grund wollte ich eigentlich auch keine weiteren Filme von ihm besprechen. Aber die Bilder von “Sukiyaki Western Django” (und der Titel!) machten mich einfach zu heiß.

Inhaltlich ist SWD ein krudes Remake von “Für eine Handvoll Dollar”, der ja selber auf Kurosawas “Yojimbo” zurückgeht, und dessen Fantasy-Variation “Die Hexe und der Krieger” ich bereits besprochen habe.

Angesiedelt ist die Story in einem fiktiven japanischen Landstrich des 19. Jahrhunderts, der deutlich an den amerikanischen Westen erinnert. An geeigneten wie ungeeigneten Stellen rührt Miike dann auch noch ein wenig “Django”, “Spiel mir das Lied vom Tod”, und andere Spaghetti-Western unter.

Der Plot ist ja hinlänglich bekannt: In einem kleinen Ort bekriegen sich zwei Clans. Ein Fremder ohne Namen ™ stößt dazu, spielt alle gegeneinander aus, es wird viel geschossen, viel gestorben, und die Moral von der Geschichte ist wohl, dass irgendeiner immer schneller zieht als man selber.

Miike wäre nicht Miike, wenn er diese einfache Mär nicht mit denkbar bizarren Stilmitteln aufpolieren würde: Quentin Tarantino als Erzähler, diverse Flashbacks, gemalte Hintergründe, und eine komplett deplatzierte Zeichentrick-Sequenz halten die Staun-Region im Gehirn des Zuschauers auf Trab.

Das ist alles extrem schick gefilmt, und in der Actionchoreographie durchaus überzeugend. Miike-Standard seiner besser budgetierten Filme also.

Jetzt müsste der Kram bloss noch einen Unzen Interesse erzeugen können. Aber sogar das Pferd ist eingeschlafen:

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Miike schafft es, einen Plot zu vergeigen, der eigentlich nicht zu vergeigen ist. Keine der Figuren hat Profil, alles definiert sich über den Look, niemand ist wirklich ernstzunehmen, und der Held bleibt deutlich blasser als die Bösewichter (oder seine Mutter!). Dem Film mangelt einfach die Ruhe, um den Konflikt aufzubauen, um Spannung zu erzeugen. 95 Minuten permanentes Geballer ermüden sehr schnell. Ich mag gar nicht daran denken, dass die japanische Fassung über 20 Minuten länger ist.

SWD ist keine neue Interpretation der alten Geschichte – er ist die Nacherzählung eines aufgeregten kleinen Jungen, der alles mit wedelnden Armen und hochrotem Kopf erzählt, mit Worten, die die Subtilität von Wachsmalstiften haben.

Was dem Film aber komplett und endgültig das Genick bricht, ist der bizarre Versuch, mit japanischen Schauspielern auf englisch zu drehen. Sämtliche Dialoge sind übelst radegebrochen, und viele der Darsteller kann man überhaupt nicht verstehen. Englische Dialoge – und trotzdem braucht man Untertitel. So kommt kein Filmvergnügen auf. Und richtig schauspielern können die Darsteller angesichts der Belastung auch nicht. Das erinnert schmerzhaft an “Virus Undead“, und ist vergleichbar effektiv.

Kurzum: egal, wie erdbebensicher der Plot, wie bunt und beweglich die Kameraarbeit, wie launig mancher Einfall – Miike hat’s versaut. SWD ist ein mißglücktes Experiment, und ich werde mir nochmal “Like a Dragon” ansehen müssen, um mich zu überzeugen, dass der Regisseur in besseren Momenten sowas wie raues Talent besitzt.

Kein Zufall, dass der Trailer kaum etwas von den englisch gesprochenen Dialogen zeigt:

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The 50 worst films ever made:
Trash für Ein-, Auf-, Ab-, und Umsteiger

Gepostet am 30. März, 2009 um 01:12 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Lustiges, Neues.

Weil ich heute den ganzen Tag im Dienste der guten Sache unterwegs bin, lege ich euch diese extrem launige YouTube-Compilation ans Herz:

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Bonus – worst scene ever:

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Meine Meinung: Eine durchaus kompetente Liste, die erfreulicherweise auch ein paar aktuellere Stinker beinhaltet. “Sorceress” und “Great White” finde ich aber nicht für repräsentativ für ihre Genres, da wären “Iron Warrior” und “Devil Fish” geeignetere Kandidaten. Überhaupt wird der internationale Trashfilm zu wenig gewürdigt.

Eine einzige Platzierung finde ich allerdings eine Frechheit, weil der Film in meinen Augen tatsächlich herausragend gut ist – kommt ihr drauf?

Ruhe da vorne! Movie-Mania 2009 (60) Heute: The Incredible Hulk

Gepostet am 30. März, 2009 um 00:27 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Movie-Mania 2009, Neues.

hulk1USA 2008. Regie: Louis Leterrier. Darsteller: Ed Norton, William Hurt, Liv Tyler, Tim Roth

“Hulk” war der erste kurzfristige “Restart” einer Marvel-Lizenz, noch vor “Punisher: Warzone”. Obwohl Ang Lees “The Hulk” drei Jahre zuvor 250 Millionen Dollar an den Kinokassen eingespielt hat, war man insgesamt enttäuscht, denn weder die Kritik noch das Publikum hatten den Film wohlwollend aufgenommen. “The Incredible Hulk” sollte die Property wieder soweit auf Vordermann bringen, dass die Figur auch in Fortsetzungen und dem Team-Projekt “Avengers” auftreten kann. Inwieweit das gelungen ist, kommt wohl ganz darauf an, mit welchen Erwartungen man an den Film heran geht.

Ich selber war nie ein Fan der Idee, “Hulk” als Kinofilm umzusetzen. Der Appeal erschließt sich mir einfach nicht. Zwar ist die Jekyll/Hyde-Story durchaus mit Drama aufgeladen (anders als z.B. “Superman”), aber der wütende grüne Muskelklotz ist kein Held, zu dem man gerne aufschaut. Und der schwächliche Wissenschaftler Bruce Banner rangiert in der Coolness-Skala auch nicht gerade weit oben. Seine großen Taten sind Ergebnis der Unfähigkeit, sich unter Kontrolle zu halten, und nicht dem Drang geschuldet, ein Superheld zu sein. Wie Godzilla ist Hulk eher eine Gefahr für die Menschheit, und um ihn positiv zu setzen, muss man ihm ein zweites, noch furchterregenderes Monster entgegen setzen. Das limitiert die Story doch vergleichsweise stark.

Wenn man sich diese Beschränkungen vor Augen hält, ist “The Incredible Hulk” aber nicht nur ein guter Comic-Film, sondern auch eine deutliche Steigerung gegenüber Ang Lees unnötig existenzialistischem und mit Vaterkomplexen überladenen Vorgänger (den ich allerdings für besser halte, als der Rest der Welt das tut).

Erfreulicherweise bekommen wir die Entstehung des Hulk nicht noch einmal vorgekaut – sie wird diesmal in knappen, bewusst an die “Hulk”-TV-Serie angelehnten Bildern im Vorspann abgehakt. Bruce Banner befindet sich auf der Flucht vor dem Militär – und seinem unkontrollierbaren grünen Id. In Brasilien hofft er, durch Meditation und Atemtechnik lange genug ruhig zu bleiben, bis ein befreundeter Wissenschaftler ein Gegenmittel entdeckt hat. Doch ein einzelner Blutstropfen (den ausgerechnet Stan Lee trinkt!) verrät ihn, und nach einer Verfolgungsjagd durch eine Armensiedlung macht sich Banner auf den Rückweg nach Amerika. Dort trifft er seine alte Flamme Betty, seinen Erzfeind Colonel Ross (Bettys Vater), und den Söldner Emil Blonsky, der entschlossen ist, sich mit einem Supersoldaten-Serum dem Hulk ebenbürtig zu machen. Dadurch wird er zu “Abomination”, einer Art Über-Hulk, den Banner um jeden Preis stoppen muss.

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“The Incredible Hulk” schämt sich angenehm wenig, eine Comic-Verfilmung zu sein. Wie auch “Iron Man” wird die Vorlage nicht wie besessen mit Pseudo-Drama aufgeladen, sondern einfach und schnörkellos in bunte Bilder umgesetzt. Helden und Schurken sind so leicht identifizierbar, dass man ihnen auch schwarze und weiße Hüte hätte aufsetzen können. Kurios, dass man für solche Light-Performances eine Reihe so hochkarätiger Darsteller zu brauchen meinte.

Banner wird dreimal zum Hulk – einmal am Anfang, einmal in der Mitte, und einmal zum großen Finale. Die Materialschlachten sind erfreulich kindisch, absolut Rotznasen-tauglich, und der große Kampf Hulk/Abomination ist eine passgenaue Umsetzung alter Lee/Kirby-Spektakel.

Hulk SMASH!!!

Dass die Figuren diesmal deutlich flacher sind, und die CGI-Effekte an keiner Stelle fotorealistisch, trübt das Sehvergnügen kaum: “The Incredible Hulk” ist rasantes Haudrauf-Comic-Kino, bei dem einem so manches mal ein befriedigtes “ja-WOLL!” entfährt. Weil das alles nicht gar so ernst ist, bleibt sogar Raum für ein wenig Humor. Dazu gehört gleich ein halbes Dutzend (auch musikalische) Verweise auf die alte Hulk-TV-Serie.

Somit hätte der Film neben “Iron Man” (der mit einem hübschen Gastauftritt von Tony Stark referenziert wird) und “The Dark Knight” die dritte exzellente Comicverfilmung 2008 sein können. Doch er stolpert (wie eingangs angedeutet) darüber, dass der Hulk als Figur eher dröge ist, und keine Freude an seinem Dasein als 3 Meter-Monster empfindet. Wenn man das mal mit der Begeisterung Tony Starks vergleicht…

Ich versuche es mal mit einer Star Trek-Analogie: An TOS und TNG hatte mir immer das “to boldly go”-Element gefallen, der mutige Aufbruch in fremde Welten. In “Voyager” geht es um das Gegenteil: die Mannschaft ist in einem fremden Teil der Galaxis gestrandet, und möchte eigentlich nur nach Hause. Das fand ich immer extrem weinerlich und unlässig.

Genau so ist es mit dem Hulk: der Held muss in meinen Augen Spass daran haben, ein Held zu sein. So wie “Spiderman” oder “Die fantastischen Vier”. Und “Batman”, auch wenn der das nie zugeben würde. Dieses ständige Hadern mit seinem Schicksal geht mir auf den Zeiger. Schlimm ist doch allenfalls, dass er nicht mit Liv Tyler schnackseln kann, weil er sich dabei verwandeln würde (was ganz interessante Fragen über die Anatomie des Hulk aufwirft – und ob Betty Ross überhaupt was dagegen hätte).

Fazit: Sicher keine der besten Comic-Verfilmungen, aber in meinen Augen die bestmögliche Hulk-Verfilmung. Und das ist weit mehr, als ich erwartet hatte.

Als ironische Fußnote sei noch erwähnt, dass der zweite “Hulk”-Film bei vergleichbaren Kosten genau soviel eingespielt hat wie der Vorgänger. Ang Lee braucht also nicht grummeln.

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Ruhe da vorne! Movie-Mania 2009 (59) Heute: Chrysalis

Gepostet am 29. März, 2009 um 01:13 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Movie-Mania 2009, Neues.

chrysalis1Frankreich 2007. Regie: Julien Leclercq. Darsteller: Albert Dupontel, Marie Guillard, Marthe Keller, Melanie Thierry, Claude Perron, Patrick Bauchau

Mit dem französischen Kommerz-Kino habe ich die selben Probleme wie mit dem aktuellen Hongkong-Film: alles sehr schnieke, sehr glatt, und die hohen Budgets lassen mich grün vor Neid werden – aber meistens steckt im schicken Paket nur heiße Luft, bestenfalls belangloser Zeitvertreib. Style over content. Es ist kein Wunder, dass mich die silbergraue Designer-Welt von “Chrysalis” ein ums andere Mal an den Superdieb-Film “Silver Hawk” mit Michelle Yeoh erinnert. Oder an Werbungen für Mercedes und teure Uhren.

Irgendwann im Paris des neuen Jahrtausends: Polizist David verliert seine Partnerin an einen Killer. Zeitgleich wird die junge Mélanie bei einem Autounfall schwer verletzt. Als sie in der Klinik ihrer Mutter erwacht, ahnt sie nicht, dass ihr Schicksal mit dem von David verknüpft ist. Es geht in beiden Fällen um “Chrysalis”, eine Maschine, die Gedanken digital speichern – und übertragen kann.

Zugegeben, diese Plotbeschreibung ist sehr dünn. Aber das ist der Film leider auch. Ein belangloser, mit begrenzten futuristischen Elementen und aufgepumpten Actionszenen angehauchter Krimi, dessen zwei Handlungsstränge zu willkürlich nebeneinander her laufen, um uns am Ende, wenn sie sich endlich überschneiden, noch zu interessieren.

chrysalis2Die Welt von “Chryalis” ist eine Welt ohne echtes Leben, ohne echte Farben. Gebürstetes Aluminium, nackter Beton, semi-transparente Scheiben dominieren. David spricht mehr mit dem Computer, der seine Wohnung steuert (“Licht an!”), als mit seiner neuen Partnerin Marie. Die Menschen sind ästhetisch, ätherisch, perfekt auf eine hingeschminkte und antrainierte Weise. Die Einbrüche von Gewalt in diese fast auf THX1138-Niveau gefühlsreduzierte Welt wirken wie temporäre Störungen des Systems.

Dem Look angemessen verhalten sich alle Figuren steif, distanziert, fast mechanisch. Es ist unmöglich zu beurteilen, ob die Schauspieler außerhalb dieses kühlen Theaters in der Lage wären, darstellerisch zu überzeugen. Selbst die Grand Madame des 70er-Films, Marthe Keller, arbeitet sich hilflos an solchen Monologen ab:

So bleibt ein schicker, aber entsetzlich leerer Film, der irgendwo zwischen “Blade Runner” und “Shattered” vergessen hat, eine eigene Identität zu entwickeln. Seelenloses Designer-Kino.

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Kurioserweise habe ich “Chrysalis” am gleichen Abend wie “The Broken” gesehen, und beide Filme haben fast die exakt gleichen Probleme, den Zuschauer für die dargebotene Welt zu interessieren.

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Abschließende Gedanken zum Ende von “Battlestar Galactica”

Gepostet am 28. März, 2009 um 17:46 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Gedanken, Neues.

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Achtung: Wer das Ende der Serie nicht gesehen hat, und keine Spoiler mag, sollte diesen Artikel tunlichst meiden!

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“Also available in puppy”: Die schöne neue Medienwelt der Ursula von der Leyen

Gepostet am 28. März, 2009 um 10:46 Uhr
Kategorien: Lustiges, Neues.

Ein virales Video, das bei vielen deutschen Politikern vermutlich einen ungesunden “Echt? Sowas geht?”-Reflex auslöst:

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(man entschuldige die derzeitige Ballung von Video-Beiträgen – anderweitige Verpflichtungen halten mich auf Trab)

Amerikaner vs. Klischees: 1:0

Gepostet am 27. März, 2009 um 23:22 Uhr
Kategorien: Neues.
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Nur frei machen darf sie nicht…

Gepostet am 27. März, 2009 um 22:14 Uhr
Kategorien: Neues.

Gesehen in Köln:

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Cat Shit One – WTF???

Gepostet am 27. März, 2009 um 17:16 Uhr
Kategorien: Neues.
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Seriously. WHAT. THE. FUCK?

Vermutlich die einzig wahnfreie Methode, den türkischen “Rambo” zu vermarkten

Gepostet am 27. März, 2009 um 15:55 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Lustiges, Neues.

Mit Humor:

Family Guy vs. Star Trek TNG:
Ich bin sowas von dabei!

Gepostet am 27. März, 2009 um 11:42 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Lustiges, Neues.
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“Food and food like products”

Gepostet am 26. März, 2009 um 19:31 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Lustiges, Neues.

Die neue US-Sitcom “Better off Ted” ist für einen TV-Junkie wie mich ideal: ironisch, smart, elegant – ob sich Otto Normalzuschauer damit anfreunden kann, wage ich allerdings zu bezweifeln. In meinen Augen droht der Serie das gleiche Schicksal wie “Jake in Progress” und “Arrested Development”.

Definitiv sehenswert sind auf jeden Fall die Werbespots für das Industrie-Konglomerat Veridian, die immer wieder auftauchen:

Ruhe da vorne! Movie-Mania 2009 (57) Heute: Mann unter Feuer (2004)

Gepostet am 26. März, 2009 um 10:10 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Movie-Mania 2009, Neues.

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USA 2004. Regie: Tony Scott. Darsteller: Denzel Washington, Dakota Fanning, Radha Mitchell, Christopher Walken, Giancarlo Giannini, Rachel Ticotin, Marc Anthony, Mickey Rourke

Ich empfehle, vor diesem Review noch einmal die Kritik zur ersten Verfilmung des Romans zu lesen.

Es hat ein wenig länger gedauert, aber nun habe ich endlich die Zeit gefunden, mich auch mal mit Tony Scotts “Man of Fire”-Version auseinander zu setzen. Was mich so lange aufgehalten hat? Ganz einfach: ich kann Tony Scott nicht besonders leiden, bin kein massiver Fan von Denzel Washington, und scheue mich jeden Abend, einen Film einzulegen, der fast zweieinhalb Stunden Laufzeit mitbringt. Das schlaucht.

Das ändert aber nichts daran, dass es wirklich faszinierend ist, beide Fassungen miteinander zu vergleichen. Sie sind sich ähnlicher, als ich zuerst vermutet hatte – und auch verschiedener.

Das Grundkonstrukt ist erhalten geblieben: John Creasy wird als Bodyguard für die kleine Pita angeheuert (diesmal ist Mexiko City der Schauplatz). Widerwillig freundet er sich mit dem Mädchen an. Sie wird brutal entführt, Creasy durch mehrere Kugeln verletzt.

An dieser Stelle schielte ich überrascht auf den Timer des DVD-Players: es war nicht mal eine Stunde rum, der Film hatte noch eine komplette Spielfilmlänge für das, was in der ersten Version nur noch der dritte Akt gewesen war: Creasys Jagd nach den Schuldigen.

Aber dazu kommen wir später. Erst einmal fällt auf, dass “Mann unter Feuer” in der ersten Stunde alle von mir monierten Schwächen von “Man on Fire” nicht wiederholt: die Figuren werden ordentlich vorgestellt, bekommen Background und Charakter, werden für den Zuschauer nachvollziehbar. Die Beziehungen, die existenten und die sich entwickelnden, erscheinen plausibel, fast schon unvermeidlich. Creasy ist kein Sozialautist mehr, Pitas/Sams Familie keine Ansammlung von Gesichtern im Hintergrund.

Es wäre wirklich ein faszinierendes Experiment, beide Fassungen mal nebeneinander laufen zu lassen, denn eine Stunde lang erzählen sie die gleiche Geschichte in der gleichen Geschwindigkeit – einmal spröde und unzugänglich, einmal glattgeschliffen und durchgestylt.

Nach einer Stunde trennen sich allerdings die narrativen Wege. Wo “Man on Fire” im dritten Akt von Creasys Versuch handelt, Sam zu retten, geht es Creasy in “Mann unter Feuer” nur darum, das Mädchen zu rächen – er glaubt ja bis kurz vor dem Ende, sie sei bereits tot. Diese Unterscheidung der Motivation reißt die beiden Versionen stärker auseinander, als man im ersten Augenblick glauben mag. Tony Scotts Creasy ist eine (wenn auch verletzte) Killermaschine, die professionell daran geht, die Schuldigen auszumerzen. Der alte Creasy hingegen ist ein verzweifelter Schwerverletzter, der sich gegen das Schicksal aufbäumt. Dass dieser Unterschied natürlich dem Hollywood-Kommerz geschuldet ist, dürfte niemanden verwundern.

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Denzel Washington geht also nach der Entführung von Pita 90 Minuten lang auf Rachefeldzug – und das ist ungefähr 60 Minuten zu lang. Wir befinden uns nach dem sorgfältigen Setup plötzlich auf Tony Scott-Territorium: hochgejazzte Bilder, schicker Splatter, eiskalte Typen, viel Geballer, Explosionen. Das sorgsam aufgebaute Drama der ersten Stunde ersäuft in Hollywood-Klischees vom starken Helden, der den Abschaum ins Jenseits pustet.

Ich will damit nicht sagen, dass dieser Teil von “Mann unter Feuer” langweilig oder unbefriedigend ist – Scott ist zu sehr Profi, um sich die Butter vom Brot nehmen zu lassen. Aber je mehr er sich in der Technik und der Mechanik der Geschichte verliert, desto unmenschlicher wird der Film auch. Creasys Alkoholproblem? Vergessen. Seine Verletzungen? Unwichtig.

manonfire3Teil des Problems ist auch Denzel Washington, der zu glatt, zu kalkuliert, zu sauber spielt. Sein Creasy wirkt trotz aller Bemühungen niemals so gebrochen wie Scott Glenn. Und Dakota Fanning ist als Pita auch niemals mehr als furchtbar süß. Die ganzen unausgesprochenen Subtexte in der Beziehung von Creasy und Sam aus “Man on Fire” haben in “Mann unter Feuer” keinen Platz, und das ist sehr schade. Wenn man die Unterscheidung treffen kann, will ich es hiermit tun: “Mann unter Feuer” ist wahnsinnig erpicht darauf, “edgy” zu sein, hat aber keinerlei Ecken und Kanten.

Auf der positiven Seite sei allerdings vermerkt, dass die Scott-Version die Umstände der Entführung erheblich glaubwürdiger und zugänglicher auflöst – Verdienst von Drehbuchautor Brian Helgeland, dem wir auch schon den weithin unterschätzten “Payback” verdanken.

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“Mann unter Feuer” ist in jeder Beziehung ein knallhartes Mainstream-Produkt, perfekt inszeniert, mit atmosphärischen Bildern, rasiermesserscharfen Schnitten, und durchweg hoher Geschwindigkeit. Er funktioniert erheblich reibungsloser als “Man of Fire”,  weil es ihm über weite Strecken gelingt, sich an die emotionalen Befindlichkeiten des Zuschauers anzudocken. Irgendwann driftet er aber zu lange und zu deutlich in die Klischees des Remmidemmi-Actionsfilms ab, und bekommt am Schluß nur noch mühsam und halbherzig die Kurve zurück zum eigentlichen Drama.

The Horribly Slow Murderer with the Extremely Inefficient Weapon

Gepostet am 25. März, 2009 um 22:27 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Lustiges, Neues.
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(Tipp von Zorf, und der hat’s von ihm)