Obama entlarvt!
Weil es so prima zu den Chick Tracts passt:
Please enable Javascript and Flash to view this Flash video.Schlimm, wenn sowas auf Comedy Central läuft – und man nicht wirklich drüber lachen mag…
Weil es so prima zu den Chick Tracts passt:
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Wer immer noch nicht glauben mag, wie hasserfüllt und geradezu absurd hysterisch religiöse Fanatiker sind, dem kann ich die “christlichen” Mini-Comics von Chick empfehlen. In den USA kriegt man die gerne ins Auto geworfen, wenn man das Fenster nicht genug hochgekurbelt hat. Aber mir wurde auch schon eins am Starnberger See in die Hand gedrückt (irgendwas mit Auschwitz – vermutlich waren die Juden selber schuld).
Nehmt euch mal zehn Minuten zur Lektüre – es lohnt sich!
Die “Chick Tracts” sind Geschichten voller Apokalypse, Depression, Galle, Pech und Schwefel. Es gibt keine Rettung, verdammt sind wir alle, manche eben nur verdammter als andere. Andersgläubige verdienen weder Mitleid noch Toleranz – nur Hass und Verfolgung.
Verleitet zu diesem Posting hat mich allerdings eine großartige Parodie auf die Chick Tracts, die als einzige Erlösung (naja…) die Anbetung der Großen Alten aus dem Cthulhu-Mythos anbietet:
USA 2009. Regie: Zack Snyder. Darsteller: Malin Akerman, Billy Crudup, Matthew Goode, Jackie Earle Haley, Jeffrey Dean Morgan, Patrick Wilson, Carla Gugino u.a.
Dies wird keine normale Filmkritik. Ich sehe mich außerstande, einen Film objektiv zu besprechen, auf den ich 18 Jahre gewartet habe – seit ich bei einem Urlaub in Irland in einem Comicshop eine gebrauchte Gesamtausgabe von “Watchmen” kaufte, und auf dem Rückflug in einem Rutsch durchlas.
Selbst für einen Atheisten wie mich ist “Watchmen” Religion. Nicht ein Comic – DAS Comic. Kein Superheldencomic – ein Comic über das Superheldentum. Nur wenige andere Werke der grafischen Literatur reichen an “Watchmen” heran: “Killing Joke”, “Dark Knight”, “Marvels”, “Maus”, “Kingdom Come”, “Death: The High Cost of Living”. Und selbst die rangeln sich nur um Platz zwei.
“Watchmen” erfüllt das Versprechen der grafischen Novelle wie kein zweiter gezeichneter Roman: komplexe Charaktere, verschachtelte Erzählebenen, Abweichungen, Subplots, Ambivalenzen, Epos und Pathos, griechische Tragödie. Und doch ist der Kern der Geschichte auf eine einzige alberne Episode der alten “Outer Limits”-Serie zurückzuführen.
“The world will look up and shout “Save us!”… and I’ll whisper “No.”"
Viele Regisseure haben sich in den letzten 20 Jahren am Versuch, “Watchmen” zu verfilmen, die Zähne ausgebissen. Das großartige Buch “The greatest Sci Fi movies never made” von David Hughes braucht acht Seiten, um alle Niederlagen aufzulisten. Burtons “Batman”-Autor Sam Hamm scheiterte ebenso wie Terry Gilliam, Joel Silver, und Darren Aronofsky.
Zwei Probleme lassen sich leicht identifizieren: die komplexe Narrative auf ein Maß herunterzubrechen, das ein Kinopublikum nicht überfordert; und die Tatsache, dass Watchmen bis in die 90er technisch nicht zu realisieren war. Das Budget hätte jedes Studio ruiniert – der gängige Witz lautete: “1 Million Dollar pro Seite”.
“You quit.”
Über die Jahre kam ich oft an den Punkt, an dem ich dachte: “Lasst es lieber. Warum etwas Unverfilmbares verfilmen?”. Selbst Autor Alan Moore äußerte sich ähnlich.
Nun ist “Watchmen” da.
USA 2009. Regie: Alex Turner. Darsteller: Shane West, Leonard Roberts, Theo Rossi, J.K. Simmons
Bevor die Allesseher unter meinen Lesern sich wieder beschweren: Ich kenne Alex Turners vielfach gelobten historischen Horrorfilm “Dead Birds” nicht. Der ist irgendwie an mir vorbeigegangen. Vielleicht packe ich in in diesem Jahr noch irgendwo in die “Movie-Mania” rein.
“Red Sands” ist demnach mein erster Turner-Film, und ich habe eigentlich nicht viel erwartet: ein direct to DVD-Kriegsfilm mit Horror-Gimmick, so eine Art “Behind enemy lines 3″ meets “Cabin Fever”. Oder “Dog Soldiers” in Afghanistan, mit einem Djinn anstelle von Werwölfen.
“Red Sands” (Drehtitel: “Stone House”) handelt von einem kleinen Trupp US-Soldaten, die in Afghanistan 2002 in ein abbruchreifes Haus in der Wüste abkommandiert werden, um von dort aus eine Straße zu überwachen, die als Transportroute von Al Quaida gilt. Doch nachdem einer der GIs den Kopf einer Statue zerschießt, ergeben sich erheblich gefährlichere Probleme als einheimische Terroristen. In einer sehr langen Nacht, während eines sehr schweren Sandsturm, macht ETWAS Jagd auf die Soldaten…
Um meine Kritik zu verstehen, sollte man zwei Emails kennen, die ich meinem Kumpel Onkel Filmi geschickt habe – eine davon, nachdem ich die ersten 20 Minuten gesehen hatte. Die andere nach dem Ende des Films.
Als 30. Eintrag der “Movie-Mania 2009″ gönne ich mir mal ein Special – der neue “Punisher: War Zone” lässt sich nur sehr schwer ohne eine Berücksichtigung der ersten beiden Verfilmungen besprechen.
Drei Filme, drei grundsätzlich verschiedene Ansätze. Gehen wir es chronologisch an. Ich kürze die Filme samt der Jahreszahl ab.
“The Punisher” (1989). Regie: Mark Goldblatt. Hauptdarsteller: Dolph Lundgren. Drehort: Sydney (als New York). Budget: 9 Millionen Dollar.
Story: Die Yakuza wollen die Macht in der Stadt übernehmen, und Frank Castle sieht sich gezwungen, ausgerechnet einem Mafiaboss zu helfen, dessen Sohn entführt wurde.
P89 stammt aus einer Zeit, als Superhelden-Filme keine Konjunktur hatten. “Superman IV” hatte die Franchise für mehr als 15 Jahre verbrannt, Billig-Filmer Albert Pyun drehte “Captain America” für lausige 2 Millionen Dollar, und Cannon kündigte eine kostengünstige Verfilmung von “Spiderman” an. Nur der erste “Batman” von Tim Burton kam groß in die Kinos, zog aber keine Superhelden-Welle nach sich, wie das später “X-Men” und Raimis “Spiderman” tun sollten. Kostümierte Helden galten einfach nicht als “big business” in Hollywood.
Kein Wunder, dass Mark Goldblatt froh sein konnte, wenigstens 9 Millionen Dollar für seine Umsetzung des Marvel-Comics zu bekommen. Die Zeichen standen günstig: Goldblatt ist einer der ganz großen Blockbuster-Cutter der Branche (“Terminator”, “Starship Troopers”, “Pearl Harbor”), und war bereits mit der schrägen Zombie-Komödie “Dead Heat” aufgefallen. Hauptdarsteller Dolph Lundgren war damals noch eine der ganz großen Branchenhoffnungen im Actiongewerbe, und weit bekannter als die Figur, die er spielen sollte.
Entsprechend dem Zeitgeist (“Superheldenkostüme sind lächerlich!”) wurde der Look des Punishers runtergefahren – kein Totenschädel ziert seine Brust. Als einsamer Rächer fährt er mit einem schweren Motorrad durch die Kanalisation.
P89 war auf gutem Weg, Goldblatt und Lundgren in der Hackordnung Hollywoods nach oben zu schubsen – doch es sollte wohl nicht sein. Der Bankrott von New World Pictures kam dazwischen, und ein fest geplanter amerikanischer Kinostart fiel aus. Auch in vielen anderen Märkten ging der Film “direct to video”. In Deutschland schaffte es “The Punisher” zwar auf die große Leinwand, aber nur in einer komplett zerstückelten Fassung, die fast jede Actionsequenz kaputt macht. Die ist ungefähr so unterhaltsam wie die “Blast Killer”-Video-Version von John Woos “The Killer”.
Und meine Herren, ist das ein Jammer! Denn der Film rockt massiv das Haus. Hier stimmt wirklich alles: Lundgren als müde-deprimierter Antiheld mit Reibeisen-Stimme, düstere Locations im Großstadtdschungel, schick und effizient inszenierte Action, prima Soundtrack, und vor allem – Dialoge, die wirklich nach der zynischen Vorlage klingen:

Ihr erinnert euch vielleicht noch, dass ich im Kontext der neuen “Watchmen Motion Comics” von einem zehn Jahre alten Versuch namens “Multipath Adventures” sprach, bekannte Heldenfiguren (Superman, Zorro, Xena) als Webserien zu animieren. Dabei konnte man (im streng limitierten Rahmen) den Handlungsablauf beeinflussen, und sich zu einzelnen Figuren der Geschichte Informationen einblenden lassen. Jede Episode war zwischen sechs und acht Minuten lang, und jede Story umfasste ungefähr fünf oder sechs Episoden.
Leider gibt es den “b3D player” für den Browser in der benötigten Form nicht mehr, und die aktuellen Versionen von Firefox und IE könnten damit vermutlich auch nicht umgehen. Erschreckend, wie der Internet-Alzheimer um sich greift: eine gerade mal zehn Jahre alte Webserie eines großen Studios ist schon spurlos verschwunden – man kriegt allenfalls noch eine DVD-Version für ein paar Kröten bei Ebay.
Doch Wunder über Wunder – wider Erwarten tauchte gestern in einer Baumwoll-Einkaufstasche in meiner Abstellkammer ein VHS-Band auf. Darauf: zwei Stunden “Superman Multipath Adventure”, vor zehn Jahren bei ProSieben mit erheblichem technischen Aufwand vom PC überspielt.
Ich habe die Kassette nun am DVD-Rekorder digitalisiert, dann auf dem Notebook in ein DIVX-File umgewandelt, und schließlich eine Episode bei YouTube hochgeladen, damit ihr euch das selber mal anschauen könnt:
Klar, die Animation und die Qualität der Grafik bewegen sich auf dem Level des zweiten oder dritten “Tomb Raider”-Spiels, aber 1999 war das ziemlich “state of the art”. Ich vermute auch, dass man die Grafikengine eines PC-Spiels als Grundlage genommen hat – damit sind die Multipath Adventures entfernte Verwandte der Machinima-Filme.
Ich finde es spannend, sich zu überlegen, in welcher Qualität so ein Projekt heute möglich wäre…
USA 2008. Regie: Joe Tornatore. Darsteller: Katherine Hawkes, Daniel Goddard, Matthias Hues, Gary Daniels, Costas Mandylor, Phil Fondacaro, Martin Kove u.a.
Diesen Review habt ihr Onkel Filmi zu verdanken, der kackfrech behauptete, “Kiss of the Vampire” (aka “Immortally Yours”) sei noch lustig-schlechter als die Trash-Legende “Dracula 3000″, woraufhin ich mir den Film natürlich sofort vornehmen musste.
Und tatsächlich: “Kiss of the Vampire” setzt neue Maßstäbe, was die Definition des Begriffes “Drecksfilm” angeht. Von der ersten bis zur letzten Minute unfassbar dämlich, hilflos inszeniert, und mit schauspielerischen Leistungen, die nicht mal in einem Porno akzeptabel wären. Und das von einer Besetzung, die jedem Trashfan das Höschen feucht werden lässt:
Seit “Death Stone – Stein des Todes” hat sich kein Film mehr so konsequent bei der Resterampe des Actiongenres bedient.
Zu verdanken haben wir “Kiss of the Vampire” allerdings primär Hauptdarstellerin Katherine Hawkes, die den Film auch produzierte und schrieb. Nach eigener Aussage wollte sie sich einen Showcase schaffen, um in Hollywood aufzufallen. Das mag klappen – aber ganz anders, als Frau Hawkes sich das vorstellt.
Ich kann den Plot in seiner konfusen Dummdreistigkeit gar nicht komplett wiedergeben, ohne mich zu verheddern: Estelle lernt bei einer Oper den attraktiv-düsteren Alex kennen, der sich als Vampir herausstellt. Praktischerweise arbeitet Estelles Vater für ein obskures Syndikat an einem Mittel zur Erlangung der Unsterblichkeit, welches im Umkehrschluss auch geeignet sein sollte, Vampire in Menschen zu verwandeln. Die Vampire wiederum sehen Alex’ Bestrebungen, Frieden mit den Menschen zu suchen, eher kritisch. Dann taucht auch noch ein Vampirjäger mit eigener TV-Show auf, und ein paar Gangster machen Jagd auf junge Leute aus einem Grund, der mir entfallen ist. Am Schluss sind irgendwie fast alle tot, Estelle und Alex bekommen ihr Happy End, und der Zuschauer stellt fest, dass er nicht einmal mehr seine Schnürsenkel binden kann, weil alle grauen Zellen schreiend die Flucht ergriffen haben.
Was “Kiss of the Vampire” zu einer Perle macht, ist das komplette Unvermögen von Erstlings-Autorin Hawkes, die gewünschte “dunkle Liebesgeschichte” zu erzählen: Alex und Estelle haben sich kaum fünf Minuten gesehen, da will er für sie auch schon sein Leben als Vampir drangeben – nach einem ersten, eher biederen Abendessen im Restaurant. Romantik und Leidenschaft werden komplett behauptet, die Charaktere behalten ihre Griffel strikt bei sich. Katholisch-keuscher habe ich noch keine Lovestory gesehen, vor allem keine, die angeblich alle Grenzen sprengt. Katherine Hawkes hat ungefähr den Sexappeal einer Stehlampe, und Daniel Goddard sieht den ganzen Film über so aus:

Auch die Widerstände sind schwach konstruiert: Alex’ Ko-Vampir Sebastian (Gary Daniels im Standby-Modus) fürchtet, die Romanze könnte Aufmerksamkeit auf den Clan der Blutsauger lenken – nachdem diese gerade ein paar Leute in einer Disco gebissen, und sich dann mit fletschenden Zähnen vor den Augen der Polizei in Luft aufgelöst haben!
Matthias Hues als “Dog the (incompetent) Vampire Hunter” muss man gesehen haben, um es zu glauben.
So reiht “Kiss of the Vampire” Schenkelklopfer an Schenkelklopfer, und zum perfekten Vergnügen fehlt eigentlich nur ein etwas flotteres Tempo – aber das war bei 500.000 Dollar Budget und mit Joe Tornatore (Alt-Regisseur des unvergleichlichen Rotzklumpens “Grotesque”) nicht zu erwarten. Wäre ja auch ein Stilbruch, wenn der Film NICHT übertrieben ausgeleuchtet, schlecht getrickst, und mit der Heckenschere geschnitten wäre.
Die alles durchdringenden Inkompetenzen passen demnach wie Arsch auf Eimer, und das Ergebnis ist ein erfrischend unterhaltsames Totaldebakel, an dem sich jeder neue Schrottfilm der nächsten zehn Jahre messen lassen muss.
Ich bin an dieser Stelle gewillt, dass Ende des Films nicht nur zu spoilern, sondern zu zeigen – weil es mir sonst keiner glaubt:

Köpfe im Weltall. Ganz genau.
Seit gestern abend 22.58 Uhr in der SZ online:

Heute abend 20.30 Uhr immer noch bei BILD online:

Ally Sheedy, Star aus “Nummer 5 lebt”, “WarGames”, “St. Elmo’s Fire”, “Breakfast Club”, und “Bad Boys”:

Ally Sheedy, Gaststar aus “Psych”:

USA 1983. Regie: Lewis Teague. Darsteller: Dee Wallace Stone, Daniel Hugh Kelly, Christopher Stone, Danny Pintauro u.a.
Ich sollte vielleicht mal ein Missverständnis aufklären: ich habe mein Leben nicht damit verbracht, Filme zu schauen. Unseren ersten Videorekorder bekamen wir erst 1988, und als Teenager hatte ich selten genug Geld, um ins Kino zu gehen. Im Kinderzimmer gab es keinen Antennenanschluss, der Apparat diente nur als Monitor für meinen C64. Auch später war es nie mein erklärtes Ziel, jeden Abend vor der Glotze zu verbringen.
Seit fast 10 Jahren schaue ich zudem sehr selektiv – meistens PayTV oder DVD. Ich zappe mich nicht Donnerstag Nacht um 3 Uhr durch die Programme, um auf RTL 2 die geschnittene Version von “Airboss 3: The Payback” zu sehen.
Mein Ruf als Filmversteher basiert zu einem großen Teil auf meiner Beschäftigung mit der entsprechenden Literatur – Enzyklopädien aus den USA, Zeitschriften, Dokumentationen (am Wochenende gönne ich mir eine 30 Jahre alte, 13stündige Reihe über den amerikanischen Stummfilm). Außerdem kann ich mir das, was ich gesehen und gelesen habe, sehr gut merken. Es ging mir nie wirklich darum, möglichst viele Filme zu sehen. Stattdessen wollte ich den Kontext verstehen, Kino in einem größeren Zusammenhang sehen. Welche gesellschaftlichen Entwicklungen haben welche Filmgenres beeinflusst? Wie haben sich die Vertriebssysteme der Studios auf die unabhängigen Produzenten ausgewirkt? Welche Megatrends haben den Markt geprägt?
Ein Film ist sowohl Einzelwerk, als auch Bestandteil einer mehr als 100 Jahre dauernden Historie, und fast noch mehr Spass als der reine Konsum macht mir die Einordnung in das große Gesamtbild Kino. Ich sehe mich weniger als Filmfan – mehr als Filmgeschichtsfan.
Ähem.
Viele pompöse Worte, um die Tatsache zu rechtfertigen, dass ich bis gestern Abend “Cujo” noch nie gesehen hatte. Und das, obwohl ich genau in der richtigen Altersklasse spiele – als der Film rauskam, war ich 15, und wie der Rest der Welt ein Stephen King-Fan.
Ich weiß nicht, ob jüngere Leser sich vorstellen können, wie es Anfang der 80er in den Kinos aussah: King WAR King. Die Dekade von 1976 bis 1986 war sein goldenes Zeitalter, die Studios rissen sich um seine Stoffe. Praktisch alle relevanten und klassischen King-Verfilmungen stammen aus dieser Periode: “Carrie”, “Shining”, “Dead Zone”, “Christine”, “Stand by me”, “Firestarter” – und “Cujo”. Meistens mit begrenzten Budgets gedreht, aber mit großem PR-Rummel in die Kinos gebracht. King-Filme waren Ereignisse, Events, auf die man als Teenager mit der gleichen Spannung wartete wie auf die neue Otto-LP.
King war massenkompatibler Grusel, der noch nicht krampfhaft auf die jugendliche Zielgruppe schielte. Im Mittelpunkt standen normale Menschen, normale Familien, deren mühsam aufgebautes normales Leben lustvoll zerstört wurde, um zu sehen, ob sie am Schicksal scheitern würden. Johnny Smith, Jack Torrance, und Carrie White bezahlten ihre Transgressionen mit dem Leben – Donna Trenton, Dennis Guilder, und Ben Mears entpuppten sich als Überlebenstypen. Man kämpft für das, was man liebt, bedingungslos. Und sei es nur der Status Quo.
“Cujo” ist in vielerlei Beziehung eine prototypische King-Verfilmung: begrenzt im Aufwand (Budget 5 Millionen Dollar), aber mit Sorgfalt gemacht, vor und hinter der Kamera mit solider B-Ware bestückt. Kein Spielberg hätte damals den Platz von Lewis Teague einnehmen wollen, keine Kathleen Turner eine Dee Wallace Stone um die Hauptrolle beneidet. Aber das war auch nicht nötig: der Name “Stephen King” auf dem Kinoplakat garantiert den Erfolg.
Ich nehme zwar an, dass jeder die Story in Grundzügen kennt, aber auch weil sie in der Umsetzung des Romans verändert wurde, fasse ich nochmal kurz zusammen: Donna Trenton ist nach außen die perfekte Hausfrau und Mutter. Doch ihr Gewissen ist belastet: sie hat eine Affäre mit dem Kleinstadt-Stecher Steve, und ihr Sohn ist ungewöhnlich ängstlich und kränklich. Während ihr Mann auf Dienstreise ist, will Donna ihren alten Wagen zur Camber-Farm bringen, um ihn preiswert reparieren zu lassen. Sie hat keine Ahnung, dass der dort lebende Bernhardiner Cujo von Tollwut in ein rasendes Monster verwandelt wurde. Die mit Eiter und Schweiß überzogene Bestie sieht das Auto als eine überdimensionierte Dose Hundefutter, für die es nur noch einen richtigen Dosenöffner braucht. Zwei endlose Tage wird die Belagerung dauern.

Tatsächlich wird “Cujo” seinem Ruf und meinem Anspruch in weiten Teilen gerecht: Dee Wallace Stone ist die perfekte Normal-Frau Marke King, die Belagerung des schrottreifen Pinto ist fettfrei und schockstark inszeniert, und die Kameraarbeit des damaligen Hollywood-Newcomers Jan de Bont trotz der begrenzten Location sehr einfallsreich. Besonderes Lob muss an die Hundetrainer und die Effektleute gehen, die gemeinsam eine perfekte Illusion erschaffen, wenn es um den rasenden Bernhardiner geht. Tierhorrorfilme scheitern oft genug daran, dass die Bedrohung zu inszeniert wirkt – Hunden und Katzen sieht man an, dass sie eigentlich nur spielen wollen. Nicht so bei “Cujo” – er ist eine tollwütige Maschine, nur noch von Schmerz und Hunger getrieben.
Das Problem: Die Macher vertrauen dem Belagerungs-Plot nicht genug, um ihn auf volle 90 Minuten zu strecken. Stattdessen müssen wir erstmal die Hälfte der Laufzeit mit den häuslichen Problemen Donna Trentons verbringen. Zwar sehen wir parallel schon die Gefahr durch den erkrankten Hund, aber man ist doch geneigt, dem Bildschirm zuzurufen: “Mach hin – ich will die Frau im Auto belagert sehen!”. Bei “Abwärts” hat Carl Schenkel auch keine 40 Minuten gebraucht, um alle Beteiligten in den Fahrstuhl zu bekommen.
Die breite Auswalzung von Donnas Kleinstadt-Leben ist umso unverständlicher, da die einzelnen Elemente in der zweiten Hälfte nicht aufgegriffen werden. Im Gegenteil: wenige Filme gehen so abrupt zu Ende, nachdem die große Gefahr besiegt ist, wie “Cujo”. Hier wird keiner der Subplots mehr aufgeräumt.
Auch wenn der Film endlich zur Sache kommt, läuft mitnichten alles glatt: die smarte Regie und die exzellente Kameraarbeit können kaum verbergen, dass das Skript Durchhänger hat: Donna bleibt bis fünf Minuten vor Schluss einfach zu reaktiv, zu passiv. Sie unternimmt keinen ernsthaften Ausbruchsversuch, versucht gar nicht erst, Cujo abzulenken oder zu überlisten. Und was ihren Sohn angeht: Es ist löblich, dass Tad keine altkluge Rotznase ist, sondern seinem Alter gemäß furchtbare Angst vor dem “Monster” hat. Das ist durchaus realistisch. Aber in einem Kinofilm ist ein Kind, das permanent flennt und schreit, ganz schnell die Top-Nervensäge. Schon nach zehn Minuten hofft man, der Hund möge die kleine Heulsuse endlich kriegen, damit Ruhe ist. Kontraproduktiv.
Trotz der Mängel ist “Cujo” ein solider, durch und durch von Profis gemachter Horrorfilm “klassischer” Prägung, der weniger auf Gimmicks und Grausamkeiten setzt, und dafür mehr auf eine bestechende Grundidee, und einen ungewöhnlichen Antagonisten. Einerseits würde ich mir ein Remake wünschen, um den ersten Akt zu verknappen, und das Duell Donna/Cujo etwas zu stärken – andererseits würde man heute vermutlich CGI benutzen, um die komplizierteren Hunde-Stunts zu realisieren. Und wer will DAS schon sehen?
Der Preis für den coolsten Klassik-Trailer Februar 2009 geht an:

Privatmann Gerhard Schröder reist in den Iran – und Henryk M. Broder gibt vor, was der Altkanzler dort bitteschön sagen sollte. So die Titelzeile. Oder was Schröder sagen könnte. So der Anreißertext.
Lassen wir mal außen vor, dass ich die Broder-Rede für durchaus intelligent und klug strukturiert halte – aber seit wann geben wir vor, was Ex-Kanzler sagen sollten oder könnten? Wäre es nicht angebrachter, sich Schröders Rede anzuhören, und diese dann zu diskutieren?
In Haltung und Absicht finde ich dieses Beitrag leider wieder sehr Broder-typisch anmaßend, herablassend, und sich selbst beweihräuchernd. Aus dem “Achse des Guten”-Elfenbeinturm lässt sich den Diktatoren und Kriegstreibern der Weltpolitik prima widerschreiben – Konsequenzen gibt es keine, und Rücksicht muss man auch nicht nehmen.
(aktuelle Schlagzeile der Tageszeitung mit dem besten Riecher)
USA 1990. Regie: Sandra Weintraub. Präsentator: John Saxon
Abteilung: Auf der Lüneburger Heide, da gab’s ‘ne Keilerei…
“The Best of the Martial Arts Films” (auch bekannt unter dem späteren Titel “The Deadliest Art”) ist eigentlich nur ein Abfallprodukt, eine Kompilation alter Szenen, die notdürftig mit ein wenig Moderation und ein paar Interviews zu einer “Dokumentation” aufgepeppt wurde.
Aber dennoch hat sich Bolle ganz köstlich amüsiert.
Man kann der Kampfsportfilm-Produzentin Sandra Weintraub natürlich vorwerfen, hier leichten Reibach machen zu wollen. Und man läge damit nicht falsch. Aber die in einen groben Kontext gestellten Fights aus geschätzten zwei Dutzend Kloppern der 60er, 70er, und 80er (ohne die Hits von heute!) haben halt einen beträchtlichen Unterhaltungswert. Hier wird noch in Handarbeit getreten, geschlagen, gesprungen, und gemeuchelt – mit teilweise sichtbar schmerzhaften Konsequenzen für die teilnehmenden Akteure.
Obwohl kaum mehr als 15 Jahre alt, hat diese Dokumentation beträchtlichen nostalgischen Wert, der über den “Best of”-Charakter weit hinausgeht: Jet Li haben wir es zu verdanken, dass in späten 80ern der Kampf an Drahtseilen ungesund populär wurde, und spätestens seit “Matrix” kämpfen nicht mehr Menschen, sondern Polygonmodelle aus dem Computer miteinander. Beide Ansätze, die zum Niedergang des klassischen Martial Arts-Films beigetragen haben, kommen hier praktisch und glücklicherweise nicht vor. “Best of the Martial Arts Films” ist im besten Sinne “oldschool”.
Den Machern gelingt es zudem, durch geschickte Auswahl von Clips und Interviews die verschiedenen Charaktere der Genre-Stars herauszuarbeiten: Jackie Chan als der Gottvater der modernen Actionchoreographie, Sammo Hung als lebender Gummiball, und vor allem Yuen Biao als agiler Fighter. Gerade sein Name ist im Westen kaum geläufig, und die hier gezeigten Szenen machen deutlich, wie unfair das ist.

Aber nicht nur die Asiaten dürfen zeigen, was sie drauf haben: Benny “the Jet” Urquidez, Richard Norton, Cynthia Rothrock, Keith Cooke, und ein praktisch unbekannter belgischer Newcomer repräsentieren die Speerspitze des Kino-Kampfsports der 80er Jahre.
Man lernt auch viel, z.B. dass Jackie Chan mit seinen Englischkenntnissen nicht mal an der Tanke ein Kaugummi kaufen könnte.
Kurzum: Wer als Neuling mal einen Überblick über die Kampfsport-Filmszene der 70er und 80er bekommen will, ist hier genau richtig. Und wer einfach gerne zusieht, wie sich Leute gegenseitig auf kreative Art verhauen, auch.
Und jetzt dürfen all die Kids, die mit dem CGI-Overkill moderner Martial Arts aufgewachsen sind, sich mal ansehen, wie das richtig gemacht wird (man entschuldige die scheiß Muzak):
In Deutschland ist die Dokumentation übrigens Anfang der 90er auf Video erschienen. Es war eine meiner ersten Pressekassetten, nachdem ich nach München gezogen war.
Nach meinen Informationen ist “Knight Rider 2008″ eingestellt, und nachdem ich mich insgesamt drei mal mit der schmerzhaft schlechten Serie auseinander gesetzt habe, wollte ich es damit auch gut sein lassen. Allerdings haben die Produzenten noch einen letzten Rettungsversuch gestartet, und nach ein paar Leseranfragen sehe ich mich genötigt, das zu kommentieren. Grundlage dafür sind die Episoden 11, 12, 13.
Ziel der ganzen Aktion: Den Cast massiv ausdünnen, und das Konzept wieder näher an den Original-”Knight Rider” ranbringen. Weniger explizit die Vorgabe, nicht mehr ganz so grottendämliche Skripts zu liefern.
Der Zweiteiler 10/11 ist Dreh- und Angelpunkt der Neuausrichtung: ein verrückter Bösewicht mit Massenvernichtungswaffen bedroht Amerika. In Zuge der Ermittlungen wird Agentin Carrie bei einer Explosion so schwer verletzt, dass sie den Dienst quittieren musss. Ein noch größerer Schock ist der vergleichsweise banal inszenierte Tod von Charles Graiman, dem Erfinder von KITT.
Natürlich sind die Dialoge immer noch erbärmlich, Deanna Russo setzt andauernd den genau falschen Gesichtsausdruck auf, und bei den Humor-Versuchen knirscht man unweigerlich mit den Zähnen. Die Logik der Story orientiert sich weiterhin an den Anforderungen von hyperaktiven Zehnjährigen. Dazu wird die ganze Comic-Attitüde von einer erschreckend zynischen Haltung unterminiert, die KN2k8 eigentlich für Kids ungeeignet erscheinen läßt: etwaige Gegner werden mit einer beiläufigen Brutalität gekillt, dass es schon nicht mehr lustig ist. Ich bin ja wirklich nicht pingelig, aber mehr als einmal habe ich die Macher innerlich verflucht.
ABER: das Ding hat SPEED! Ich kann mich an keine TV-Episode der letzten Jahre erinnern (von “24″ mal abgesehen), die ein derartiges Tenpo vorlegt. Im Grunde genommen ist “Day turns into Knight” eine 42minutige Actionsequenz, deren Rasanz auch die Schwächen bei der Story und den Effekten niederbügelt. Zu blöd, dass “Knight Rider 2008″ seinen Stilwechsel ausgerechnet mit einer Folge einleitet, die erstmal glaubwürdig beweist, dass auch das ursprüngliche Konzept funktionieren könnte.
Selbst Justin Bruening, bisher als Charisma-Vakuum aufgefallen, darf beweisen, dass er die Serie durchaus stemmen könnte – wenn “Michael Knight” sich selbst (und damit das Publikum) zur Abwechslung mal Ernst nimmt. Ironie ist nicht seine Stärke, aber den entschlossenen Einzelkämpfer gibt er ziemlich überzeugend.
“Knight to King’s Pawn” ist die Übergangs-Episode, die mit dem Rest des alten Konzepts aufräumt, damit in Folge 13 der endgültige Neustart stattfinden kann. Graiman ist beerdigt, Torres entpuppt sich als linke Socke, das bisherige Team wird aufgelöst. Katalysator, um alle noch Beteiligten wieder an einen Tisch zu bringen, ist ausgerechnet KARR, der “böse KITT” aus der alten Serie. Da hoffte ich nun natürlich auf fette Auto vs. Auto-Action, aber weit gefehlt.
Ladies and Gentleman – KARR 2008: