Palim, palim – eine Flasche Pommes Frites!

Gepostet am 31. Januar, 2009 um 17:42 Uhr
Kategorien: Lustiges, Neues.

Nicht ganz, aber nahe genug dran – Schweizer Woche bei ALDI:

rosti

“Ich mache mir jetzt eine Dose Rösti” – das klingt irgendwie… falsch.

Egal:  Ich mache mir jetzt eine Dose Rösti.

NACHTRAG für die Ernährungsneurotiker:

zutaten

Ruhe da vorne! Movie-Mania 2009 (14)
Heute: Alien Apokalypse

Gepostet am 31. Januar, 2009 um 01:09 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Movie-Mania 2009, Neues.

alienapocalypseUSA 2005. Regie: Josh Becker. Darsteller: Bruce Campbell, Renee O’Connor, Peter Jason u.a.

Der Sci Fi Channel in den USA ist sowas wie die letzte Zuflucht schrottiger Actionheuler mit futuristischem Hintergrund geworden. Fast 50 Filme haut man auf dem Samstagabend-Sendeplatz pro Jahr raus, und viele kleinere Firmen (Cinetel, UFO, NuImage) wären vermutlich pleite, wenn sie nicht regelmäßig auf die 750.000 Dollar zählen könnten, die Sci Fi pro Weltpremiere zuschießt.

Leider hat das Monopol von Sci Fi dem Genre an sich nicht gut getan, die Filme werden immer gleichförmiger: krude Monster-Schmonzetten, in denen zu jeder Werbepause einer stirbt (oder was explodiert), besetzt mit irgendwelchen “Kultstars” oder der zweiten Liga abgelaufener Genre-Serien. Die knackige Idee zählt mehr als die Sorgfalt in der Ausführung, und was die CGI angeht, befindet man sich meistens noch in den frühen 90ern.

Ein Sendeplatz, der das Experimentierfeld für Low Budget-Science Fiction sein könnte, ist ein zuverlässiger, deprimierender Müllplatz für Utopia-Schrott, den auf DVD keiner haben will. Ich muss es wissen: zwei meiner Filme sind da gelaufen…

Ein paar der schrägeren Produktionen werde ich in den nächsten Monaten sicher noch besprechen (“SS Doom Trooper” reizt mich, und mit “Crimson Force” habe ich ein Hühnchen zu rupfen), aber der heute anstehende “Alien Apokalypse” landete nur auf der Review-Liste, weil ich die DVD wenigstens einmal ansehen wollte, bevor das gute Stück auf den Wertstoffhof geht. Keine Sorge: Ist nur eine DVD-R. Ein Freund in Michigan hat mir den Film vor drei Jahren bei der Erstausstrahlung aufgenommen.

Selbst unter den billigen Heulern der Sci Fi Samstags nimmt “Alien Apokalypse” eine Sonderstellung ein: er gehört zu einem Quartett von Filmen, die vornehmlich mit deutschem Fond-Geldern finanziert worden sind. Die anderen drei: “The Man with the Screaming Brain” (ein horribler Fehlschuß, den Bruce Campbell sinnfrei bis heute verteidigt), “Puppet Master vs. Demonic Toys” (eine lange vor sich hin siechende Fortsetzung, die man dem Erfinder Charles Band aus der Hand nahm), und “Raptor Island” (sicher der brüllend doofste der bisherigen Sci Fi Produktionen, und deshalb demnächst mit einem Sequel geadelt).

Man merkt schon: das deutsche Geld wurde mal wieder gut angelegt – in den Taschen der amerikanischen Produzenten, die sich vermutlich scheckig gelacht haben über das, was bei uns durch die Endabnahme geht.

Nun hatte ich wenigstens bei “Alien Apokalypse” halbwegs Hoffnungen, mich zumindest durchschnittlich zu unterhalten: Bruce Campbell in der Charlton Heston-Rolle eines Astronauten, der nach seiner Rückkehr aus dem All die Erde von mannsgroßen Alien-Termiten befreien muss, in dem er die geknechtete Bevölkerung zum Aufstand peitscht? Klingt erheblich epischer, als man das von dieser Sorte Film gewohnt ist.

Nur sollte man für ein 100 Millionen Dollar-Konzept halt mehr als 50 tschechische Kronen Budget haben, sonst sieht das Ergebnis über weite Strecken eben doch so aus:

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Webcams, Online-Shopping, News:
Die schöne Welt des Web 0.2

Gepostet am 30. Januar, 2009 um 12:25 Uhr
Kategorien: Neues.

1969 – nicht ganz so daneben, wie man denken sollte:

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1981 – “we’re not in it to make money”. Damn straight!

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1993 – schöne neue Welt (Pornografie bleibt unerwähnt):

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Antworten, ohne zu antworten (2)

Gepostet am 29. Januar, 2009 um 13:06 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Gedanken, Neues.

Heuet läuft auf SAT.1 die neue Arztserie “Klinik am Alex” an – und der Produzent hat auf Quotenmeter.de sichtliche Probleme, die Unterschiede zu “Grey’s Anatomy” aufzuzeigen, ohne wieder bei den Ähnlichkeiten zu landen:

Was unterscheidet «Klinik am Alex» von dem US-Format?
Wir sind moderner und temporeicher. Die Storys sind stärker nach vorne ausgerichtet und eliptischer erzählt. Unser Ensemble ist gleichberechtigter. In den USA hat Grey eine überragend tragende Rolle, das gibt es bei uns in dieser Form nicht. Natürlich steht bei uns Luisa Keller im Mittelpunkt, aber alle Ärzte sind unglaublich wichtig.

Ich fühle mich sympathisch an die Autoren von “Anna und die Liebe” erinnert

NACHTRAG: SAT.1-Fiction-Chef Kosack ist im Gespräch mit SPIEGEL online ehrlicher: “”Klinik am Alex” ist eine moderne Medical-Serie mit einem Ensemble, dem auch kantige Figuren angehören. Ich bin kein “Grey’s”-Spezialist, aber natürlich gibt es Anleihen”.

Star Trek-Episoden zum selber basteln

Gepostet am 29. Januar, 2009 um 11:51 Uhr
Kategorien: Lustiges, Neues.

trekkit

Ruhe da vorne! Movie-Mania 2009 (13)
Heute: Lassiter

Gepostet am 29. Januar, 2009 um 01:50 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Movie-Mania 2009, Neues.

lassiter1 USA 1984. Regie: Roger Young. Darsteller: Tom Selleck, Jane Seymour, Joe Regalbuto, Bob Hoskins, Lauren Hutton

Tom Selleck. Geboren, um Fernsehstar zu sein, vergleichbar mit David Janssen, Mark Harmon, und Robert Urich. Produzenten war das schon in den 70ern klar. Er galt als “next big thing”. Sie schleusten den charismatischen Schauspieler mit dem Gardemaß von 1,92m durch ein halbes Dutzend (meist extrem mittelmäßige) Pilotfilme – leider erfolglos. Der Stoff, der ihm passte wie ein guter Anzug – sein “Dr. Kimble”, sein “Vega$” – , fand sich einfach nicht.

Doch Selleck bekam eine größere, bessere Chance – Spielberg wollte ihn als “Indiana Jones” haben! Kein Wunder: Wie kaum ein anderer Schauspieler (bis George Clooney auftauchte) verkörpert Selleck den Typus “klassischer Hollywood leading man” à la Cary Grant und Clark Gable. Wer konnte da besser in einer Neuauflage der Serials aus den 30ern den Helden geben?

Es gehört zu den Treppenwitzen der Filmgeschichte, dass Selleck “Raiders of the Lost Ark” ablehnen musste – weil plötzlich doch eines seiner Serienprojekte erfolgreich durchstarten konnte. Harrison Ford wurde daraufhin “Indiana Jones”, und Selleck wurde auf ewig “Magnum”.

Ein ähnliches Schicksal widerfuhr zur gleichen Zeit übrigens Pierce Brosnan, der wegen “Remington Steele” die Rolle als neuer Bond (vorerst) nicht antreten konnte.

Selleck machte das Beste aus der Situation, wurde einer der bestbezahlten TV-Stars, und hat seit dem Ende von “Magnum” neben ein paar kleineren Filmrollen immer wieder gut bezahlte Gastrollen in Serien wie “Friends” gespielt. Neulich folgte er James Caan in die Serie “Las Vegas”, und seit ein paar Jahren spielt er in einer Reihe erfolgreicher TV-Filme den knurrigen Kleinstadt-Cop “Jesse Stone”.

Trotzdem muss der Verlust der “Indiana Jones”-Rolle geschmerzt haben, denn Selleck übernahm kurz darauf die Hauptrolle in gleich zwei Streifen, die ihn als Abenteurer in den 30ern erfolgreich machen sollten: “Höllenjagd bis ans Ende der Welt” und “Lassiter”. Gefilmt wurde jeweils in der jährlichen Drehpause von “Magnum”.

“Lassiter” handelt von dem Dieb Nick Lassiter, den die britische Regierung unter Androhung einer Gefängnisstrafe “überredet”, Diamanten im Wert von 10 Millionen Dollar aus der deutschen Botschaft zu stehlen, um deren Spionagearbeit in Südamerika zu sabotieren. Nick hat nicht die geringste Lust, sich mit den Nazis anzulegen – zumal er ahnt, dass die Briten ihn hinterher trotzdem hinter Gitter werfen werden. Also plant er, alle Beteiligten gegeneinander auszuspielen….

lassiter2

“Lassiter” ist ein perfektes Beispiel, warum Selleck nie der Kino-Durchbruch vergönnt war: an keiner Stelle gelingt es dem Film, Format und Größe der Leinwand zu füllen. Alles bleibt im Rahmen eines durchschnittlichen TV-Schinkens, und Selleck bekommt trotz seiner beachtlichen Leistung nicht die Chance, sich als Star zu präsentieren. Mittelmaß regiert, und in jeder Folge “Magnum” hat der Schauspieler mehr Action, mehr Humor, und bessere Dialoge zur Verfügung.

Dabei beginnt der Film ganz vielversprechend: Wir sehen Lassiter bei seinem aktuellen Einbruch, den er hauptsächlich deswegen durchziehen kann, weil eine reiche Ehefrau ihm sofort hemmungslos verfällt. In der nächsten Szene schlendert er lässig in weißer Smoking-Jacke durch einen eleganten Club, zeigt sich als Mann von Welt. Man könnte fast meinen, in einem zeitgenössischen “James Bond”-Film gelandet zu sein.

Doch dann geht es rapide bergab: Lassiter hat eine Lebensgefährtin, mit der er enervierend viel Laufzeit im Dauerstreit verbringt, ohne dass die Handlung davon profitieren würde. Er wird erpresst. was der Figur jede Freude an der “Arbeit” nimmt, und damit den Humor stark runterschraubt. Gedreht wurde augenscheinlich in den immer gleichen drei Häuserblocks, ein wirkliches Gefühl für das lebenslustige London der 30er Jahre stellt sich nur schwerlich ein.

Diamanten aus einer Botschaft zu klauen ist auch nicht gerade ein Knaller-Auftrag – hätte man da nicht was trashigeres nehmen können, z.B. die Pläne für eine neue Superwaffe der Nazis? Aber auf dieses Niveau möchte sich “Lassiter” eben nicht herablassen: der Streifen bleibt konsequent dem Abenteuerfilm der 40er verhaftet, leider auch technisch: sauber, aber stocksteif geschnitten, konservativ in der Planung und der Ausführung der (minimalen) Actionszenen, und gemächlich in der Erzählgeschwindigkeit. Das hätte in den 70ern noch gereicht, aber ironischerweise hatte “Indiana Jones” zu diesem Zeitpunkt die Latte schon ein paar Meter höher gelegt.

Die gleichen Argumente lassen sich übrigens auch beim unterhaltsameren, weil wenigstens etwas beweglicheren “Höllenjagd bis ans Ende der Welt” recyceln.

Was dem Film außerdem schadet: Zu dem uncoolen Auftrag gibt es nicht mal einen spannenden Gegner. Die (natürlich sexuell perverse) deutsche Adelige Kari von Fürsten ist an keiner Stelle mehr als mechanisches Hindernis für Lassiter, ein Plot-Element, welches er im Showdown dann auch einfach durch einen Kinnhaken aus der Handlung befördert.

Auf der Plus-Seite kann man allenfalls das gediegene Produktionsdesign, den nackten Hintern von Jane Seymour, und das unbestreitbare Charisma von Tom Selleck verbuchen.

Wem darf man die Schuld an dem unterwältigenden Ergebnis zuschieben? Selleck nicht, das ist klar. Ich würde mal sagen – wenn man einen Kino-Film machen will, dessen Ziel es ist, sich von den TV-Produkten des Hauptdarstellers abzuheben, dann sollte man vielleicht für das Drehbuch und die Regie keine Leute anheuern, die ihr Geld sonst damit verdienen, belanglose Fernsehware abzuliefern. Mit Regisseur Young hatte Selleck sogar bei “Magnum” schon gearbeitet.

Kommen wir zum Fazit: “Lassiter” ist ein banaler, und nicht gut gealterter Abenteuerfilm “klassischen” Zuschnitts, dem für einen gelungenen Abend einfach das Spektakel abgeht, und der für gediegene Unterhaltung nicht smart genug ist. Heute würde man so etwas für HBO oder Showtime produzieren, und kein Hahn würde danach krähen.

Abenteuer mit Artwork (1)

Gepostet am 28. Januar, 2009 um 14:19 Uhr
Kategorien: Gedanken, Neues, Privates.

Ich habe euch in den letzten Tagen wahrlich mit ausreichend Geschichten zu meiner Entrümpel-Aktion genervt, aber eine geht noch. Mindestens.

Zu den Dingen, die ich endlich ordentlich zusammen gesucht und verpackt habe, gehört meine Sammlung an Original-Artwork. Wie schon erwähnt: Die Einzigartigkeit im Zeitalter digitaler Reproduktion fasziniert mich. So fielen mir heute wieder ein paar wirklich schöne Stücke in die Hände, an denen hübsche Anekdoten hängen.

burtonFangen wir mit dieser (auf 125 Exemplare limitierten uund signierten) Litho aus Tim Burtons Comic “Oyster Boy” an. Ich war damals in LA, und besuchte mit meiner Chefin häufiger den Laden ihrer Freundin Dawn. Dawn ist übrigens die Ehefrau von Rick, dem Oscar-ausgezeichneten Produktionsdesigner von “Big Lebowski”, “Sleepy Hollow”, und demnächst “Wolf Man”.  Bei “Storyopolis” kann man nicht nur pädagogisch hochwertiges Spielzeug und Bücher kaufen, sondern auch original Zeichnungen und Grafiken aus Büchern, von Covern, aus Magazinen, etc. Dawn hat mehrere tausend Stück.

In “Storyopolis” fühle ich mich immer wie im Himmel angekommen. Wir haben dort eines Abends nach Ladenschluss mal den Geburtstag von Hannes Jaenicke gefeiert – auf dem Tresen stand ein Geschenkkorb, den Dawn noch für Sylvesters Stallones Sohn Sage fertig machen musste. Das war 1997 oder 1998.

Als ich das erste Mal die Grafik-Archive durchwühlte, erlaubte ich mir einen klassischen Anfängerfehler: weil ich mich nicht entscheiden konnte, kaufte ich gleich alles, was mir gefiel. Insgesamt sieben Bilder, wenn ich mich recht erinnere. Kostenpunkt um die 4000 DM. Dazu muss man wissen: Ich war damals Mitte 20, und hatte keine Ahnung, dass Kreditkarten ein Limit haben. Netterweise erklärte sich meine Chefin bereit, die Grafiken (gut verpackt) mit nach München zu nehmen, weil ich noch nach Las Vegas wollte. Ich war das erste Mal in Amerika, und wollte die Dienstreise mit einem Privat-Ausflug krönen.

Die Katastrophe ließ keine 24 Stunden auf sich warten…

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Granatenstark oder grottenschlecht?
You be the (Space) Judge!

Gepostet am 28. Januar, 2009 um 00:29 Uhr
Kategorien: Lustiges, Neues.
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Großbritannien, wie der Schotte Craig Ferguson es sieht…

Gepostet am 28. Januar, 2009 um 00:05 Uhr
Kategorien: Lustiges, Neues.

gb

Super sweet sexy Seventies Sci Fi!

Gepostet am 26. Januar, 2009 um 21:52 Uhr
Kategorien: Neues.

ZACK! – neues Wallpaper:
70s

Werbewahnsinn, Flashmobs und gut trainierte Augenbrauen

Gepostet am 26. Januar, 2009 um 19:43 Uhr
Kategorien: Lustiges, Neues.

Ich kann den Laden auch nicht leiden, aber Werbung machen können sie:

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Und das hier ist angeblich NICHT digital getrickst – ich kann es aber nur schwerlich glauben:

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“Deer Lucy” bei BILD: Web-TV mau mau (Nachtrag auf Hinweis von BILD)

Gepostet am 26. Januar, 2009 um 14:12 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Gedanken, Neues.

deerlucyUmtriebig sind sie bei BILD, was das Internet angeht, das muss man den Verantwortlichen bei Deutschlands größter Boulevardzeitung lassen. Nach ein paar Jahren Lethargie im Netz, als die Webseite praktisch 1:1 der gedruckten Ausgabe entsprach, müht man sich redlich, den Konsumenten mit Schnickschnack zu erschlagen: Handwerker-Börse, Schnitten-TV, Handy-Reporter, “Volks”-Produkte, Promi-Videoblogger, Mini-Reportagen. Und was nicht sofort greift, wird auch ratzfatz wieder dicht gemacht.

Natürlich ist bei BILD immer alles “neu”, “exklusiv”, und “einmalig”. So wie heute die erste Episode von “Deer Lucy”, eine Art Web-Variante meiner Telenovela “Lotta in Love”, allerdings in iPhone-tauglichen 5 Minuten-Häppchen, zweimal die Woche.

Ist “Deer Lucy” (nettes Wortspiel, dürfte an der Zielgruppe wohl geradewegs vorbeigehen) “die 1. Web-TV-Serie”? Selbstverständlich nicht. Auch nicht die zweite, zehnte, oder hundertste. Schon im ersten New Economy-Boom in den 90ern lag die Idee auf der Hand (ich erinnere mich gerne an die Vampir-Serie “New Blood” in pixeliger Briefmarken-Grafik), und das Thema boomt seit zwei, drei Jahren wieder, als gäbe es einen Preis für Geldverschwendung zu gewinnen: “Sanctuary”, “Star-Ving”, “The Bu”, etc..

Auch die Produktionsfirma MME hätte BILD freundlich darauf hinweisen können, dass das Krönchen der ersten deutschen, professionell produzierten Web-TV-Serie der letzten Jahre dann doch eher “They call us Candygirls” zusteht, der Nightclub-Soap von MySpace. Die kommt nämlich auch von MME.

“Exklusiv” ist “Deer Lucy” bei BILD aber, das stimmt – weil BILD die Serie ja auch bezahlt. Ich bin nicht sicher, ob der Begriff der Exklusivität für sowas vorgesehen ist. Und ob es ratsam ist, die Inhalte eben nicht freizugeben, damit User sie in ihre Blogs einbinden können, darf diskutiert werden. Statt das Produkt zum User zu bringen, verlangt BILD vom User, zur Webseite zu kommen. Das hat sich in der Vergangenheit nicht bewährt.

Es wäre auch nicht BILD, wenn man die Details hinbekäme:

graz1

graz2Alles viel Drumherum-Gerede, und wir sind noch nicht einmal bei der ersten Folge angekommen. Wenden wir uns also von der Form ab, und dem Inhalt zu.

Vorab: so unerträglich pseudo-hip wie das Schnepfen-Ghetto “Candygirls” (von dem scheinbar keine neuen Folgen produziert werden), ist “Deer Lucy” nicht. Die neue Serie verlangt nicht von uns, hohlen geilen Luxus-Tussen dabei zuzusehen, wie sie jedes Klischee der Klatschpresse durchleben. Es gibt tatsächlich sowas wie eine Hauptfigur, und eine grobe Story.

“Deer Lucy” handelt vom Provinz-Girl Lucy, das nach Berlin zieht, um als Talent-Scout bei der Plattenfirma “Deer Records” anzufangen (später wird dann voraussichtlich ihr eigenes musikalisches Talent entdeckt). In der Pilotepisode schafft sie es immerhin aus dem Reisebus in die U-Bahn-Station, und dann auf einen Parkplatz. Für mehr reichen die fünf Minuten nicht.

Technisch ist die Serie ziemlich gut gemacht: Die Nachtszenen sind gut ausgeleuchtet, die Kameraarbeit ist flott, der Schnitt auch, und in den ein, zwei Sätzen, die jede Figur aufsagen darf, offenbart sich auch kein schauspielerisches Debakel. Graziella Schazad ist allemal sympathischer als die “kuhäugigen Blondinen” (SPIEGEL), die sonst Telenovelas bevölkern.

Und doch: So richtig Freude will nicht aufkommen. Vielleicht bin ich einfach zu weit von der Zielgruppe entfernt (ich habe einen Penis, und darf legal Alkohol trinken). “Deer Lucy” versucht eine klassische TV-Dramaturgie ins Häppchen-Format runterzubrechen, statt für das Web eine neue Erzählstruktur zu finden. Selbst stille Szenen wirken gehetzt, es gibt keine Durchatmer, keinen Spielraum für Details. Jeder Satz zählt, jeder Komparse treibt die Handlung, alle Figuren werden ständig durch unglaubliche Zufälle aufeinander getrieben. Diese geschlossene Welt, die keinen Abstand zwischen Personen und Ereignissen kennt, wirkt hilflos überkonstruiert, und bedient sich dann schnell aller Klischees der Metropole Berlin: hier sind halt alle irgendwie kreativ, independent, und total crazy, weißt du?

Reflektion, Abwägung, Zweifel, Zögern, Entscheidung? Keine Zeit, keine Zeit, keine Zeit! Bevor man in einer Folge drin ist, ist man auch schon wieder draußen. “Berlin, Berlin” für hyperaktive Nachtschwärmer.

So finde ich es sehr schwer, Sympathie für Lucy zu entwickeln, oder mich um sie zu sorgen – ein elementares Dilemma hat sie ja nicht. Das mögen Big Brother- und Anime-gestählte SMS-Dauerversender anders sehen, die haben vielleicht andere Ansprüche, oder simplere Möglichkeiten zur Identifikation. Vielleicht braucht es aber auch ein paar Episoden, bis man sich “eingesehen” hat.

Ist das die neue Web-TV-Welt? Komprimierte Minisoden im Trailer-Stil, permanenter Köder, Bruzzeln ohne Steak?

Kurios genug, dass der Trailer der Trailer-Telenovela sympathischer und ausgeglichener wirkt als das Endprodukt – auch wenn einige der Dialogzeilen böse knarzen:

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Ich verkneife mir vorerst ein endültiges Urteil, werde noch drei, vier Folgen ansehen, und mich dann wieder melden. Bis dahin heißt es: Der Versuch ehrt, und nur Versuch macht kluch…

NACHTRAG: Aus dem BILD-Umfeld kam die Bitte, darauf hinzuweisen, dass “Deer Lucy” sehr wohl auf eigenen Blogs und Webseiten eingebunden werden kann – zwar nicht so komfortabel wie bei YouTube, aber immerhin. I stand corrected.

Tintenschmerz

Gepostet am 25. Januar, 2009 um 20:24 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Neues.

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In Deutschland fiel die Verfilmung von Cornelia Funkes Bestseller noch mit über einer Million Zuschauer solide aus den Top Ten, aber nur Platz 7 mit knapp 8 Millionen US-Dollar bei 2655 Kopien in den USA? Das ist ein Debakel, und dürfte alle Hoffnungen für die geplante Trilogie begraben. Umso erstaunlicher, da “Inkheart” als einziger Familienfilm eigentlich freie Bahn hatte – einziger nennenswerter Neustart war das Vampir/Werwolf-Spektakel “Underworld 3″.

Man kann davon ausgehen, dass der Verleih Warner Bros. den Braten frühzeitig gerochen hat: ein Fantasy-Spektakel startet man gewöhnlich im Sommer oder vor Weihnachten – aber man versenkt es nicht im kinototen Januar. Auch die Kritiker waren wenig begeistert: 36 % bei Rotten Tomatoes, 47 % bei Metacritic.

Vielleicht ist das Publikum aber auch einfach die aufgeblasenen, kaum noch unterscheidbaren Fantasy-Epen leid (“The Seeker”, “Golden Compass”, “Prince Caspian”), die seit “Harry Potter” und “Herr der Ringe” die Multiplexe verstopfen…

Das Wort zum Sonntag

Gepostet am 25. Januar, 2009 um 01:14 Uhr
Kategorien: Lustiges, Neues.
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Keine Krise – neue US-Serien: Lie to me, United States of Tara, Beast, Watchmen

Gepostet am 24. Januar, 2009 um 23:52 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Neues.

Ich weiß, ich hänge mit der “Movie Mania 2009” hinterher, aber manchmal muss der Beruf Vorrang haben. Das dürfte sich zum Wochenende allerdings etwas entspannen, und deshalb verpasse ich dem US-Fernsehen mit diesem Beitrag einen schnellen Rundumschlag, was die Neustarts angeht.

Auch in Amerika geht es den Fiction-Serien momentan nicht gut. Immer mehr Sendeplätze werden von Shows und Reality-TV usurpiert, NBC schafft für die Neuausrichtung von Jay Lenos “Tonight Show” sogar den 22.00 Uhr-Sendeplatz für Serien ab. Die Zeiten, in denen man locker ein Dutzend großartiger Sitcoms in einer Woche sehen konnte, sind definitiv vorbei.

Der Unterschied zum deutschen Markt: man merkt es den verbleibenden Serien nicht an, dass sie aus einem schrumpfenden Segment stammen – und ein ständig wachsender Marktanteil von Kabel- und Pay-Sendern zeigt sich nur zu begierig, in die Bresche zu springen. Bezeichnend, dass viele der besten Serien nicht mehr bei den Networks laufen, sondern im Nischenprogramm: “Battlestar Galactica”, “The Closer”, “Monk”, “Burn Notice”, “Psych”, “Testees”, “Flight of the Conchords”.

Die heute von mir vorgestellten Neustarts stellen gerade in dieser Hinsicht eine prima Mischung dar.

Lie to me

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Viele US-Kinostars der zweiten Liga gehen irgendwann zum Fernsehen, wenn sie die Schnauze vom Rattenrennen voll haben, und ihr Geld mal etwas stressfreier verdienen möchten. Jeff Goldblum steigt bei “Law & Order” ein, Laurence Fishburne bei “CSI”, und Joe Mantegna relaxed bei “Criminal Minds”.

“Hollywood-Stars” ist auch der rote Faden, der sich heute durch die Reviews ziehen wird…

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