Mein erster Gedanke um Mitternacht…

Gepostet am 31. Dezember, 2008 um 23:04 Uhr
Kategorien: Gedanken, Neues.

… ist in jedem Jahr an Silvester der gleiche. Er mag euch albern vorkommen, sentimental, so selbstverständlich wie banal. Aber er macht mein Herz frisch, und mutig. Alles neu.

Ich denke: “Es ist noch niemand gestorben in diesem Jahr.”

Eine kleine Liebesgeschichte zum Start:

YouTube Preview Image

Remember, everybody needs validation…

Es kann ja alles so schnell vorbei sein:

YouTube Preview Image

Aus diesem Grund und vielen anderen:

cheers

Aktion “Alles raus” zum Jahreswechsel (2)

Gepostet am 31. Dezember, 2008 um 15:26 Uhr
Kategorien: Neues, Privates.

Okay, Silberscheiben gehen in zwei Schichten raus, und ich fange mit der Software an.

games1

Spiele-Paket 1 ist was für hartgesottene Oldschool-Gamer, und besteht aus dem fetzigen Actionkracher “Incoming”, dem Gruselschocker “System Shock 2″, dem legendären Original-”Tomb Raider”, einer OEM-Version von “Flugsimulator 2004″, sowie den Partspielen “You don’t know Jack 2″ und “You don’t know Jack 3″.

Man mag das für veralteten Kram halten, aber Fakt ist: Programme wie “You don’t know Jack” und “System Shock 2″ haben wenig von ihrem Reiz verloren. Zu letzterem gibt es auch Erweiterungen im Internet, die der Grafik zeitgemäß auf die Sprünge helfen.

games2

Paket 2 ist was für die Gasgeber und Bleifüße: es enthält den ersten “Trackmania”-Teil, die Fortsetzung “Trackmania Sundown”, und den Spass-Racer “Käfer total”. Alle drei Spiele bieten tolle 3D-Grafik, viel Action, und laufen sogar klaglos auf modernen Netbooks (getestet auf einem Samsung NC 10). Bei “Trackmania” kann man im Internet außerdem Hunderte von Strecken nachladen, und an Turnieren teilenehmen.

Wer eines der Spiele-Pakete haben will, soll sich melden. Morgen sind dann Scheiben zu den Themen Science Fiction, Sex, und Sountracks dran…

BILD-Unfug zu Silvester

Gepostet am 31. Dezember, 2008 um 12:46 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Neues.

kiewel

Fakt: Die “ZDF-Hitparty” wurde schon im September 2007 aufgezeichnet.

Fakt: Das ZDF hat nie behauptet, die Sendung sei “aktuell” oder “live”, wie denn auch das erste Zitat eines (kurioserweise anonymen) ZDF-Sprechers belegt. Sie wurde auch nicht als “TV-Comeback” der zwischenzeitlich geschassten Andrea Kiewel bezeichnet – außer von BILD.

Fakt: Außer explizit so gekennzeichneten “Live-Shows” sind Unterhaltungssendungen aus organisatorischen Gründen praktisch grundsätzlich aufgezeichnet.

Es bleibt also die Frage, wo und von wem der Zuschauer “betrogen” wurde. Man ahnt es: gar nicht, und von niemandem.

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie:

Unter Betrug versteht man

  • im strafrechtlichen Sinn eine Täuschung, um den Getäuschten dazu zu veranlassen, so über sein Vermögen oder das eines Dritten zu verfügen, dass ein Vermögensschaden eintritt.
  • im nichtstrafrechtlichen Sinn eine Täuschung, die nicht auf einen Vermögensvorteil abzielt und damit eine strafrechtlich gesehen irrelevante Form des Betrugs ist (zur Abgrenzung auch als “Betrügerei” bezeichnet)

Ein Sturm im Sektglas, und vermutlich der verzweifelte Versuch eines Praktikanten, irgendeine Silvester-Schlagzeile zu konstruieren.

Zu Erinnerung – und gerne auch als guter Vorsatz für Herrn Diekmann in 2009:

“Übergeigte Überschriften, die vom Text nicht gehalten werden, haben in BILD nichts zu suchen. Texte, die man nicht versteht, Bildunterschriften, die lieblos hingerotzt werden, machen unsere Zeitung kaputt.” (BILD-Chefredakteur Kai Diekmann, 2004)

Filmkritik: Alone in the Dark II

Gepostet am 30. Dezember, 2008 um 17:20 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Neues.

aloneinthedarkiiUSA 2008. Regie: Michael Roesch, Peter Scheerer. Darsteller: Rick Yune, Lance Henriksen, Rachel Specter, Ralf Moeller, Danny Trejo, P.J. Soles, Michael Paré, Zack Ward, Natassia Malthe, Jason Connery, Bill Moseley

Ich weiß: Ihr habt die Besetzung gelesen, und erstmal spontan in die Unterwäsche ejakuliert. Können wir jetzt weitermachen?

Ich kann diese ganzen Kritiken mit dem immer gleichen Tenor “Der Film mag Murks sein, aber der Cast ist ein feuchter Traum für jeden Horror-Fan” nicht mehr ertragen. Wirklich nicht. Das ist Unfug.

Reality Check: Die Zeiten, in denen es etwas besonderes war, eine “Horror-Legende” im Film zu haben, sind lange vorbei. Das ist heute eine etablierte Marketing-Strategie. Es verbessert die Reviews, und lockert die Euros auf der DVD-Börse. Boah, Robert Englund! Schau mal, Kane Hodder! Brinke Stevens, wie geil! Coole Sache, da spielt Angus Scrimm mit! Hunderte von Schauspielern, die nie Stars waren, und nie Stars sein werden, leben mittlerweile gut davon, dass Fans wirklich keine Grenzen kennen, wenn es um Götzenverehrung geht. Die finanzieren ihre Villen in LA mit Auftritten bei Conventions, und ein oder zwei fixen Drehtagen irgendwelcher direct to DVD-Peinlichkeiten, gerne auch für den Sci Fi Channel.

Es zeugt nicht von Respekt, solche Leute zu besetzen. Es gibt sie zu Hunderten, und sie sind billig zu haben.

Kleines Beispiel: der alberne Trash-Heuler “Kiss of the Vampire” konnte sich trotz des beschränkten Budgets von 525.000 Dollar immerhin Martin Kove (“Karate Kid”, “Shadowchaser”), Gary Daniels (“City Hunter”, “Submerged”), Daniel Goddard (“Beastmaster”), Matthias Hues (“Dark Angel” (“TC 2000″), Phil Fondacaro (“Meridian”, “The Creeps”), und Costas Mandylor (“Saw III”, “Fist of the North Star”) leisten. Macht das den Film besser, oder auch nur erträglich? Keine Sekunde.

YouTube Preview Image

Schlimmer noch: Zu viele bekannte Gesichter lenken ab, weil sich der Zuschauer nie wirklich auf die Geschichte einlässt. Es ist der emotionalen Bindung an den Film nicht dienlich, wenn man ständig denkt: “Kenn’ ich den nicht aus einem Bond-Film? Und hatte die Tusse da nicht mal ‘ne fette Duschszene in diesem Dingsbums-Streifen?”.

Kurzum: Ich hasse dieses anbiedernde Stunt-Casting mit irgendwelchen “Legenden” aus “Klassikern”, die selten mehr sind als zweit- bis drittklassige Knallchargen.

(mehr…)

Aktion “Alles raus” zum Jahreswechsel (1)

Gepostet am 29. Dezember, 2008 um 19:16 Uhr
Kategorien: Neues, Privates.

StifteIch zelebriere die Zeit zwischen den Jahren – nicht etwa mit Faulenzerei, sondern mit kompletter Inventur und anschließender Ausmistung meines Besitzstandes (mein Haus ist sehr klein, und notorisch klamm, was Stauraum angeht). Heute habe ich (nach dem Umstieg auf DVD-R als Datenträger) an die 2000 selbstgebrannte CDs zum Wertstoffhof gefahren. Es hat allein drei Stunden gedauert, die ganzen Silberlinge mit einem Küchenmesser unbrauchbar zu machen. Das gibt morgen einen feinen Muskelkater.

Nun gibt es zwischen “brauch ich noch” und “kann in die Tonne” traditionell eine große Menge an Kram, der für mich nutzlos ist, sicher aber andernorts gute Dienste leisten könnte.

Und dieses Jahr habe ich mich entschlossen, einen Teil der ausgemusterten Schätzchen an meine Leser weiterzugeben, wenn sie denn möchten. Porto und Verpackung gehen auf mich.

Den Anfang macht heute ein Kontingent an Plastik-Kugelschreibern mit der Aufschrift “FantastiCon 96″ – Relikte einer böse schiefgelaufenen Veranstaltung, über die ich beizeiten noch berichten werde.

Ca. 100 Stück, neu, voll funktionstüchtig, in verschiedenen Farben, nur komplett abzugeben. Vielleicht was für einen Kleinbetrieb, in dem ständig die Kulis ausgehen, oder für eine Schule.

Schreibt mir an die Email-Adresse im Impressum, wenn ihr die Schreiber haben wollt – und vielleicht auch noch, warum. Ich wähle den Empfänger dann ganz undemokratisch nach Schnauze aus.

Filmkritik: Disaster Movie

Gepostet am 28. Dezember, 2008 um 22:56 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Neues.

disaster_movie

USA 2008. Regie: Aaron Seltzer und Jason Friedberg. Darsteller: Matt Lanter, Vanessa Minnillo, Kim Kardashian, Crista Flanagan u.a.

Warum tue ich mir das eigentlich an? Hier im Regal stehen (ungelogen) noch Hunderte von Filmen, die ich mir seit Ewigkeiten ansehen will. Große Hollywood-Klassiker, obskure Kunstfilme, billigster Trash aus den düsteren 70ern. Filme, die voraussichtlich Spaß machen.

Aber ich schaue “Disaster Movie” (und gestern nacht noch “Alone in the Dark II”, dazu kommen wir später). Ein Film, dessen Chance, nicht zu saugen wie ein Dyson, eigentlich gegen Null geht. Und 80 schmerzhafte Minuten später denke ich: “Okay, den bügelst du mit ein, zwei Sätzen ab, und dann hat die liebe Seele Ruh’”.

Wenn ich das könnte, bräuchte ich dieses Blog nicht. Das würde ich twittern.

Kleines Quiz – welcher Film gehört nicht hierher?

  • Date Movie
  • Epic Movie
  • Meet the Spartans
  • Superhero Movie
  • Disaster Movie

Erraten?

Falsch.

(mehr…)

Rezession, Kriegsangst, Global Warming: 2009 – Zeit für radikale Lösungsansätze

Gepostet am 28. Dezember, 2008 um 16:06 Uhr
Kategorien: Lustiges, Neues.

NATALIE PORTMAN & RASHIDA JONES Speak Out

Jingle Bolls, Jingle Bolls…

Gepostet am 27. Dezember, 2008 um 00:11 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Gedanken, Neues.

boll-fest-poster

Ich habe mittlerweile die Hoffnung aufgegeben, nicht mehr über Boll schreiben zu müssen. Klar ist es meine Entscheidung, aber es passieren immer wieder Dinge, DINGE, die meine Finger kribbeln lassen.

Nehmen wir das “Boll Film Fest”, welches letzte Woche in Los Angeles stattfand. Echt? Ein Boll Film Fest? Ist das der Regisseur, dessen Oeuvre eine Retrospektive braucht, dessen Gesamtwerk im Kontext gesehen werden muss? Echt jetzt?

Egal. Was mir noch auffällt, ist die freche Behauptung des Posters, es handele sich bei “Far Cry” und “Tunnel Rats” um “Weltpremieren” (zweifellos, um Filmfans ins Kino zu treiben). Was lernen wir daraus? Deutschland gehört wieder mal nicht zum Rest der Welt, denn hier sind beide Filme längst gelaufen und gefloppt. Der Fairness halber sei allerdings nochmal erwähnt, dass der Sci Fi Channel meinen “Lost City Raiders” ebenfalls als “Weltpremiere” verkaufte – drei Wochen, nachdem er auf ProSieben gelaufen war.

Man darf auch die Frage stellen, warum Boll keine Filme zeigt, die wirkliche Premieren wären – z.B. “Stoic”. Ich habe das dumpfe Gefühl, der Doktor will sich die negative Vorab-Publicity ersparen. Seine Altwerke kann er hingegen risikolos präsentieren.

Eigentlich wollte ich schon seit Wochen auf die Dokumentation “Visiting Uwe” hinweisen, die man sich hier komplett ansehen kann. Was ist gut daran? Man bekommt einen wirklich ungefilterten Einblick in das (erschreckend banale) Leben von Uwe  Boll. Die Macher lassen ihn reden, ohne ihn über Gebühr zu kritisieren. Schon erstaunlich, wie präzise Boll die Klassiker der Filmgeschichte analysieren kann, ohne daraus auch nur das Geringste zu lernen. Es zeigt mal wieder, dass der Weg vom Filmkritiker zum Filmemacher doch weiter ist, als die meisten Menschen glauben mögen:

YouTube Preview Image

Klar hätte man Boll durchaus mal kritische Fragen stellen können / sollen / müssen – die Stiefelleckerei nervt nach einer Weile doch ein wenig. Und etwas weniger Kameraschnickschnack hätte auch geholfen. Die Macher wollen sich augenscheinlich selbst heftig in Szene setzen. Aber es sei ihnen gegönnt, denn das Endprodukt ist sehr sehenswert.

Sehr launig auch das IGN-Interview, in dem Boll seine Filme bewertet:

Wenn man davon ausgeht, dass die Macher ihre Filme notorisch überbewerten, dann kann ich mit den meisten Einschätzungen durchaus leben (insbesondere im Vergleich der Filme untereinander). Aber drei von fünf Sternen für den unerträglichen “Bloodrayne 2″? Der gute Doktor möge hier nochmal nachlesen.

Ich habe “Alone in the Dark 2″ seit Wochen im Schrank liegen, und werde ihn in diesen Tagen sicher noch besprechen. Warum gefällt mir die Vorstellung nicht?

Terror hat eine Karotten-Nase…

Gepostet am 26. Dezember, 2008 um 12:35 Uhr
Kategorien: Lustiges.

Kein Scherz – ein Original-Comic von 1957:

snowmenfromouterspacec1

Wer jetzt wissen MUSS, wie die Sache ausgeht – Klick auf das untere Bild führt zum Download der Story:

snowmenfromouterspaced_8bd39

(via That’s My Skull!)

You’ll never work in this town again: Filme, die Karrieren killten (Finale)

Gepostet am 25. Dezember, 2008 um 22:25 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Gedanken, Lustiges.

Es gibt auch noch die Teile 1, 2, und 3 zu lesen…

3000miles

3000 Miles to Graceland (2001)

Wieder so ein Film, den ich nicht gesehen habe – und konsequenterweise permanent mit “Harley Davidson und der Marloboro Mann” verwechsle. Kein Wunder: beide Gangster-Filme feiern den “American Spirit”, spielen teilweise in Las Vegas, und präsentieren zwei Hollywood-Stars verkleidet als Ikonen (hier Kevin Costner und Kurt Russell, dort Mickey Rourke und Don Johnson).

Gemeinsam ist den Filmen außerdem, dass sie trotz der zur Entstehungszeit gewinnträchtigen Star-Paarungen nur ein sehr begrenztes Publikum erreichten: “Harley Davidson und der Marlboro Mann” blieb unter 10 Millionen, “3000 Miles” bei 15 Millionen US-Dollar hängen. Bei 62 Millionen Dollar Budget (größtenteils für die beiden Hauptdarsteller) schmerzt es in Hollywoods Geldbörsen. Nur Kevin Costner dürfte es egal sein: wer in seiner Karriere so konstant und so zielsicher Flops produziert, wird irgendwann resistent gegen Kritik und Realität.

“You’ll never work in this town again!”: Es ist das alte Lied – Demian Lichtenstein hat für so ziemlich jeden großen Popstar Musikvideos gedreht, und irgendwann gedacht, ein Spielfilm sei wohl nicht viel anders, nur länger. Seit dem Flop von “3000 Miles” muss er Low Budget-Filme mit No Names drehen, die er noch dazu selber produziert. Trotzdem verkündet seine Biographie tapfer, er sei “a major up-and-comer in Feature Film Direction”. Natürlich. Und ich habe in meine Regal auch schon den Platz für den Friedenspreis des deutschen Buchhandels freigeräumt…

YouTube Preview Image

rollerball

Rollerball (2002)

Man muss nicht immer unken: Es war keine schlechte Idee, “Rollerball” neu zu verfilmen – das Original ist bestenfalls ein “minor classic”, man kann der Idee von Brutalsport als Massenablenkung heute noch mehr abgewinnen als vor 30 Jahren (“American Gladiators” und “UFC” lassen grüßen), und mit John McTiernan hatte man einen Regisseur an Bord, der mehrfach bewiesen hat, dass er große Action inszenieren kann (“Predator”, “Stirb langsam”).

Doch dann ging alles schief. Und ich meine wirklich ALLES. Wer von den Beteiligten auf die Idee kam, die Wettkampf aus dem futuristischen Umfeld in den zerfallenden Ostblock zu verlegen, dürfte in einem gerechten Universum heute mit dem Blechnapf in der Fußgängerzone sitzen, um sich von vorbeikommenden Filmfans bespucken zu lassen. Dieser Ansatz raubt dem Film jedes Spektakel, jeden Science Fiction-Schauwert.

Und dann Hauptdarsteller Chris Klein – “Ostreicher” aus den “American Pie”-Filmen. Ein Typ, gegen den Casper van Dien als Charakterschauspieler durchgeht. Das Gesicht so leer wie das Hirn, und in der Performance souverän von seinem roten Plastikhelm geschlagen. Zu glauben, man könnte einen Big Budget-Film mit einer solchen Pfeife als Zugpferd in den Markt drücken, zeugt wirklich von heiliger Einfalt.

Auch die Kostars LL Cool J und Rebecca Romijn waren damals allenfalls TV-Film-Riege. Und Jean Reno? Macht bekanntlich für Geld alles, und nie wirklich schlecht. Er ist einer der Schauspieler, deren Karriere durch wirklich gar nichts zu beschädigen ist.

Ein vergurktes Konzept, ein komplett überforderter Hauptdarsteller – aber den Produzenten fiel noch mehr ein, um einen Misserfolg zu garantieren: sie flogen Harry Knowles von Ain’t It Cool News mit dem Privatjet zu einem Screening, in der Hoffnung, er werde den Film im Gegenzug auf seiner Webseite in den Himmel loben. Doch der texanische Filmklops hatte aus dem Debakel um “Godzilla” gelernt, und vernichtete “Rollerball” in einem ausführlichen Essay nach Strich und Faden: “This film is a complete embarrassment. Personally, if I were MGM, I’d digitally remaster and rerelease the original. It would gross more than this crap easily… The film is literally one of the worst conceived series of nonsensical action I’ve ever seen.

Wenigstens gefielen Harry die Nacktszenen – die prompt vor dem Kinostart entfernt oder entschärft wurden.

Peinlich genug: Selbst der 1998er “Rollerball”-TV-Ripoff “Futuresport” mit Dean Cain war besser gewesen.

Lange Rede, kurzer Sinn: 70 Millionen Kosten, 25 Millionen Einspiel, und vernichtende Kritiken aus allen Ecken.

“You’ll never work in this town again!”: Es ist kaum vorstellbar, dass ein einzelner Film eine so gewichtige Karriere wie die von McTiernan vernichten konnte. Aber da der gute Mann sich durch seine Arroganzen in Hollywood sowieso nicht beliebt gemacht hatte, nutzte man die Chance, ihm den Flop in die Schuhe zu schieben. Noch vor dem Kinostart hatte er den Vertrag für den Travolta-Flop “Basic” unterschrieben, aber danach war Sense. Drei weitere Filme nennt die IMDB – aber allesamt “in Vorbereitung”. Seit sechs Jahren trug kein Film mehr den Credit “directed by John McTiernan”. Dafür hat John kräftig Ärger mit der Gerichtsbarkeit, weil er zu den Kunden des berüchtigten Hollywood-Detektivs Anthony Pellicano gehörte.

YouTube Preview Image

ballistic

Ballistic: Ecks vs Sever (2002)

Wir wissen alle, dass Hollywood immer auf der Suche nach dem “next big thing” ist, seien es Konzepte, Darsteller, Techniken, oder auch Regisseure. Es braucht mittlerweile nur einen Überraschungserfolg im Heimatland (garniert mit ein paar internationalen Preisen), um nach Amerika eingeladen zu werden. Siehe auch Florian Henckel von Donnersmarck. Nun trug es sich 1998 zu, dass der thailändische Regisseur Wych Kaosayananda mit dem Gangsterfilm “Fah” Aufsehen erregte. Außerdem nannte er sich coolerweise “Kaos”.

Beweisen sollte sich Kaos ausgerechnet an “Ballistic: Ecks vs. Sever”, einem mit deutschem Fond-Geldern ausgestatteten Action-Projekt, dem nacheinander Wesley Snipes, Jet Li, Vin Diesel und Sylvester Stallone abgesagt hatten. Kurzes Memo an alle Produzenten: Wenn Wesley Snipes absagt, ist WIRKLICH etwas nicht in Ordnung. Und tut mir leid – Antonio Banderas und Lucy Liu sind zwar durchaus Stars, aber einen Big Budget-Film kann keiner von beiden schultern.

Von allen Seiten ist zu hören, dass die Dreharbeiten die Hölle gewesen sein müssen, und wir unterstellen der Freundlichkeit halber, dass es an kulturellen Unterschieden gelegen hat. Das Ergebnis ist eine selten dumme, geradezu absurd schlecht zusammengestückelte Blendgranate, die keine Gefühle, sondern allenfalls Kopfschmerzen auslöst.

“You’ll never work in this town again!”: Von 70 Millionen Dollar Produktionskosten spielte “Ballistic” weltweit nicht einmal 20 wieder ein. Regisseur “Kaos” gilt seither als verschollen.

YouTube Preview Image

(mehr…)

Stille Nacht… heilige Nacht…

Gepostet am 24. Dezember, 2008 um 11:26 Uhr
Kategorien: Neues.
YouTube Preview Image

Maya-Kalender, Sternentore, 2012:
BILD spielt mal wieder Weltuntergang

Gepostet am 23. Dezember, 2008 um 11:03 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Lustiges, Neues.

maya

Ahhh, Prophezeiungen, Hokuspokus, Esoterik – so langsam kommt die 2012-Hysterie in Fahrt, und BILD-Autor Attila Albert ist ganz vorne mit dabei, wenn es darum geht, abstruse Theorien zu verbreiten. Erinnerungen an die Y2K-Panik werden wach.

Ob es am Tag vor Heiligabend angebracht ist, von einem bevorstehenden möglichen Weltuntergang zu schwafeln, sei mal dahingestellt. Ist das nicht die Zeit im Jahr, in der BILD sonst lieber frohe Botschaften und Bibeln unter die Leute bringt? Zumal wir bei der Wirtschaftskrise ruhig etwas Aufmunterung brauchen könnten.

Schwamm drüber. Schauen wir mal, was BILD unter der Überschrift “Maya-Kalender endet: Geht die Welt in vier Jahren unter?” aufbereitet.

Es sieht nicht gut aus. In zehnjährige Staatsanleihen würde ich nach der Lektüre des Artikels nicht mehr investieren.

Der Mann, den die BILD als “Maya-Forscher” zitiert, betreibt eine Webseite unter maya.at – lesenswert, wenn man im gediegenen Freundeskreis über verschwurbelte Eso-Texte lachen möchte. Beispiel aus dem ersten Absatz der Einführung in das Thema Maya-Kalender: “Alle Erdenzyklen werden von ZEIT-Programmen (auch viert-dimensionale ZEIT genannt) gesteuert. Der Steuerungsschlüssel ist bekannt, er ist kodiert durch ein 260er Modul – bei den Mayas TZOLKIN genannt. Dieses 260er Modulprogramm ist fraktal und nicht linear zu verstehen, das heißt, eine Einheit, ein KIN (so werden die 260 Teilaspekte = Kosmische Tore, bezeichnet) kann die spezielle Energie für einen Tag oder eine größere, lineare Zeiteinheit sein.

Genau. So hat mir mein Backwarenfachverkäufer die Sache neulich auch erklärt.

Laut Herrn Kössner sind 2012 die Kins alle, und irgendwie schneidet uns die Sonne von der energetischen Verbindung zum Zentrum des Kosmos ab. Das kann man sich auch in diesem Clip nochmal erklären lassen.

Und was bedeutet das, so unter dem Strich?

2012

Schade nur, dass Bild keinen der “Experten” namentlich nennt, die von Sternentoren und neuartigen Erfindungen am 21.12.2012 sprechen. Ich wäre auch gerne mal Mäuschen auf einer Fachtagung, auf der sie einander widersprechen.

Aber halt! Am Ende meldet sich ja doch noch ein echter Wissenschaftler zu Wort:

2012_2

Wir halten also fest: Außer Eso-Spesen (mal wieder) nix gewesen. Und in mir wächst der Verdacht, dass Attila Albert sich eigentlich auf einen ganz anderen Kalender bezieht:

maja

Nicht lachen, SPIEGEL – du kommst auch noch dran!

Neues aus dem ALDI-Verlag

Gepostet am 23. Dezember, 2008 um 00:46 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Neues.

aldibuch

BILD “erklärt” ja in letzter Zeit sehr gerne – Hockenheim, die Uniform von Prince Charles, linke Chaoten, und die Reden von Barack Obama.

Aber wer erklärt eigentlich BILD die Welt? Ich meine nicht mal die ganz großen Sachen – aber zum Beispiel den Unterschied zwischen “Discounter” und “Buchverlag”?

Weil: Heute hat die BILD groß aufgemacht, dass man mit dem Schnäppchenplaner 2009/2010 “Aldidente & Co.” prima Geld sparen kann.

Das Buch ist von Hagen Rudolph, und erscheint im Eichborn Verlag. BILD sollte das wissen – es steht schließlich auch so im Shopping-Link gleich unter der Cover-Abbildung.

BILD schreibt aber wörtlich: “Die Discounter Aldi und Lidl und Tchibo haben den „Aldidente & Co. Schnäppchenplaner 2009/2010“ auf den Markt gebracht und darin Sonderangebote aufgelistet, die sie 2009 im Sortiment haben werden.”

Nun mag die textende Weihnachtsaushilfe in der Redaktion gedacht haben: “Das können ja eigentlich nur die Discounter selber wissen, was sie 2009 verkaufen werden, also stecken die bestimmt irgendwie dahinter.”

Ähhh… nicht ganz. Wer erklärt’s der BILD? Vielleicht die BILD selbst, als sie vor zwei Jahren über den Schnäppchenführer 2007/2008 schrieb:

“Die Idee zum Buch kam dem Autor während seiner Studentenzeit. Bei Alltagseinkäufen fiel ihm auf, dass sich die Angebote der Discounter Jahr für Jahr wiederholten. Drei Viertel der Aktionsartikel werden sogar in der gleichen Woche wie im Vorjahr angeboten!”

Es kann also Entwarnung gegeben werden: ALDI und Co. gehen NICHT unter die Buchverlage, und haben auch sonst nichts mit den Schnäppchenratgeber zu tun (darum vermeidet der Verlag auch tunlichst die Verwendung der Firmen-Logos).

Die vergessenen Kritiken:
Mutant Chronicles und 100 Feet

Gepostet am 21. Dezember, 2008 um 23:04 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Neues.

mutchronposter

Mutant Chronicles (2008) Regie: Simon Hunter. Darsteller: Thomas Jane, Ron Perlman, Devon Aoki, Sean Pertwee, Benno Fürmann, John Malkovich.

Es spricht nicht gerade für den Film, dass ich völlig verschnarcht habe, ihn zu besprechen. Dabei hatte ich die Screener-DVD schon vor Monaten bekommen, und nach erster Recherche gehofft, zumindest in Deutschland einer der ersten Reviewer zu sein. Schwamm drüber.

Story: Im Jahr 2707 haben politische Systeme ausgedient, vier Konzerne beherrschen die Welt (angelehnt an Amerika, Russland, Deutschland, und Japan). Diese führen in einer Mischung aus dem Brettspiel “Risiko” und “1984″ permanent Krieg um Ressourcen und Territorien. Als eine Detonation ein uraltes Siegel auf dem Schlachtfeld aufreißt, kriechen Wesen aus der Erde, die bald als Nekromutanten die ganze Menschheit bedrohen. Man beschließt, den aussichtslosen Kampf aufzugeben, und so viele Menschen wie möglich ins Weltall zu evakuieren. Doch die Mönche der “Bruderschaft” glauben, dass ein “Auserwählter” die Nekromutanten stoppen kann, und Firmenchef Constantine schickt deshalb Mitch und eine Truppe knallharter Soldaten los, den Kampf aufzunehmen.

mutchron1

Kritik: Ich war eigentlich ziemlich neugierig, als mir “Mutant Chronicles” in die Finger kam – als Teilzeit-Nerd hatte ich noch nie von dem zugehörigen Rollenspiel oder den Comics gehört, aber erste Nachforschungen ergaben, dass der EXTREM aufwändig aussehende Film mit der A-Besetzung tatsächlich unabhängig finanziert worden war. Das allein ist eine Leistung, die meinen Respekt verdient. Skeptisch machte mich allerdings die Tatsache, dass MC seinen DVD-Erststart zwei Jahre nach Ende der Dreharbeiten in Brasilien hatte, und bisher keine Kino-Starttermine vorlagen. Hinzu kam, dass der Autor sowohl “Event Horizon” und “Firestarter 2″ verbrochen hatte. Und wenn man einen englischen Indie-Filmer anheuert, weil (in dieser Reihenfolge) Stephen Norrington (“League of Extraordinary Gentlemen”), John Carpenter (“Ghosts of Mars”) und Roger Christian (“Battlefield Earth”) abgewunken haben, dann läuten bei mir endgültig die Alarmsirenen.

(mehr…)

Warmduscher-Wrestling

Gepostet am 21. Dezember, 2008 um 17:44 Uhr
Kategorien: Lustiges.

Ich hab’s ja schon immer geahnt:

YouTube Preview Image