Rickrolled – und Manilowned!

Gepostet am 30. November, 2008 um 22:52 Uhr
Kategorien: Lustiges, Neues.

Ich stehe dazu, dass ich den ollen Barry Manilow mag – Schmachtfetzen wie “Mandy”, “Looks like we made it”, “I write the songs”, und – jawohl! – auch “Copa Cabana”. Klassiker! Dass der Mann (oder die zur Farce operierte Menschmaschine, die mittlerweile unter seinem Namen auftritt) zur Selbstironie fähig ist, hat er ja schon im “Colbert Report” bewiesen:

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Aber das hier, das geht wirklich ganz bös nach hinten los – inklusive Manuel Andrack an der Gitarre (0:23), einer Anime-Figur am Keyboard (1:03), und Lady Sarah Ferguson im Chor (1:40):

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Und zu dem Album gibt es auch noch einen Werbespot, der eigentlich eher nach Verarsche im Stil von “Kentucky Fried Movie” aussieht:

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Nicht lustig? WOHL!

Gepostet am 30. November, 2008 um 13:41 Uhr
Kategorien: Lustiges, Neues.

Soll mir jemand erklären, warum Joscha Sauer nicht superreich, weltberühmt, und mit Statuen geehrt ist – während er koksend Models vögelt und von einem BILD-Journalist seine sensationelle Biographie schreiben lässt:

http://www.vimeo.com/1673483

Der ganze Rest hier.

Film-Manipulation für jedermann

Gepostet am 30. November, 2008 um 11:57 Uhr
Kategorien: Neues.

So geil wie gruselig:

http://www.vimeo.com/2345579

Bollshit: “Seed” & “1968 Tunnel Rats”

Gepostet am 29. November, 2008 um 20:55 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Neues.

Aus dem Urban Dictionary, frei übersetzt:

bollshit, der
zusammengesetztes Hauptwort, bestehend aus “Boll” (schlechtester Autor/Produzent/Regisseur aller Zeiten – siehe “Alone in the Dark”), und “Bullshit”

Definition:

(1) Beschreibt jedes Produkt aus dem Hause Boll
(2) Beschreibt einen Film, der qualitativ mit einem Boll-Produkt vergleichbar ist

Anwendung:

(1) “Mann, hast du gehört, wer ‘Dungeon Siege’ verfilmen soll?”
“Ja, aber da kommt doch nur wieder der übliche Bollshit bei raus.”
(2) “Wie fandest du die Szene in ‘Battlefield Earth’, in der Travo…”
“Hör mir auf mit diesem Bollshit!”

uwebollEs ist mal wieder an der Zeit, meine und eure Geduld zu strapazieren. Irgendwie ist mir die Aufgabe zugefallen, die allen Gesetzen der Physik widersprechende Karriere Uwe Bolls zu begleiten – es geht immer nur bergab, und er kommt doch nie unten an.

Bloodrayne 2 hatten wir, Postal hatten wir, FarCry hatten wir, und über die News habe ich hier, hier, und hier berichtet.

Es hat sich ja mittlerweile einiges geändert – nach dem brutalen Flop von “In the name of the king” kann Boll sich abschminken, mit mittelgroßen Budgets auf einen Kinostart in den USA zu schielen. Ab jetzt findet man seine Filme, wo sie hingehören – im DVD-Regal. An seiner Produktivität hat das nichts geändert, die nächsten fünf Regiearbeiten sind schon angekündigt (“Stoic” ist bereits abgedreht). Um das Pensum mit minimaler Vorbereitung und mit wenigen Drehtagen zu schaffen, hat er sich ein neues Produktionsmodell erdacht: Die Schauspieler rekrutieren sich fast ausschließlich aus lokalem Nachwuchs und Bolls Stammbesetzung (Paré, Moeller, Sanderson, Coppola, Ward). Ekeleffekte liefert grundsätzlich Trashfilmer Ittenbach (so lange wie Boll dabei, aber immer noch drei Stufen drunter angesiedelt), die Kamera macht Mathias Neumann, und die Soundtracks steuert Jessica de Rooij bei. Drehbücher sind nur noch grobe Leitfäden, die Dialoge werden von den Darstellern teilweise am Set improvisiert. Man kann das Dreharbeiten nennen, aber auch Impro-Theater.

Es gibt jetzt zwei Möglichkeiten: Entweder ist die Idee genial – und es verwundert, dass Hollywood auf den Trick selber nicht gekommen ist. Oder die Idee ist scheiße – und passt damit perfekt zu Uwe Boll. Dreimal dürft ihr raten…

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Der Wortvogel geht einen zwitschern…

Gepostet am 28. November, 2008 um 18:02 Uhr
Kategorien: Gedanken, Neues, Privates.

twitterDer Kollege Sixtus hat eben die beeindruckende erste ZDF-Folge seine Minizins “Elektrischer Reporter” präsentiert, und da ging es um Twitter. Wenn ich das richtig verstanden habe, macht das heute jeder, muss man das haben, ist man nur in, wenn man drin ist.

Twitter gehört seit jeher zu den Anwendungen, deren Zweck sich mir nicht erschließt. Vielleicht, weil ich nicht viel unterwegs bin, und Updates wie “Kartoffelsuppe mit Maggi aufgepeppt – lecker!” für nicht mitteilenswert halte. Vielleicht, weil ich Handys und PDAs ablehne. Meine beiden Hände reichen zum abzählen sämtlicher SMS, die ich bisher mühsamst getippt habe. Oder auch nur, weil ich mich medial eh schon für überlastet halte.

Aber wenn der Sixtus sagt “das gehört sich”, dann macht der Wortvogel das. Und somit verkünde ich hiermit ein neues Nest des Vogels: in der Twitterosphere. Vorerst allerdings unspannend auf dem heimischen Sofa verortet. Und wenn es mich langweilt, klinke ich mich da auch schnell wieder aus.

Wenn jemand noch praktische Tipps hat, was an Plugins oder Sekundärdiensten lohnt, dann freue ich mich über Kommentare.

Supermodel vs. Arbeitsloser –
Heidi Klum gnadenlos!
(NACHTRAG)

Gepostet am 28. November, 2008 um 15:16 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Gedanken, Neues.

klumDie Hamburger Morgenpost hat die Story ausgegraben, BILD hat sie übernommen – Supermodel Heidi Klum verklagt einen Arbeitslosen aus Chemnitz auf 143.000 Euro Schadenersatz, weil er ein Foto von ihr zur Werbung für eine Party verwendet hat.

Die stinkreiche Heidi! Einen arbeitslosen Ossi!

Gefehlt hat mir bei dieser typischen “David gegen Goliath”-Geschichte in der Titelzeile eigentlich nur noch der Vorsatz “Gemein!”. Reich gegen arm, West gegen Ost, die Schöne gegen den Hässlichen – die Rollen sind fast so gut verteilt, wie BILD es vorgibt.

Dahinter steckt Günther Klum. Der macht sowas gerne. Er wittert überall den unangemessenen, weil unbezahlten Mißbrauch der Popularität seiner Tochter. Das Recht legt er in solchen Fällen gerne zu seinen Gunsten aus, und schreibt auch schon mal Protestnoten an Chefredakteure, wenn ihm Journalisten unbotmäßig auf die Zehen getreten sind. Alles für Heidi, natürlich. Ein ideales Feindbild für die Internet-Community.

Man möchte also durchaus auf der Seite von “Heinz F. (44)” stehen. Allein – es geht nicht.

Zwei Schritte zurück bitte.

Es wurde (bisher) niemand verklagt, wie das u.a. die BILD-URL suggeriert. Und schon gar nicht von Heidi Klum (die vermutlich und hoffentlich Besseres zu tun hat). Wie es aussieht, hat ein Anwalt im Auftrag von Heidis Vater und Manager Günther Klum eine Rechnung für die nicht abgesprochene Nutzung des Bildes verschickt. Ein ganz normaler Vorgang.

“Heinz F. (44)” hingegen bereitet mir deutlich mehr Kopfzerbrechen. Zuerst einmal hätte ich gerne die Frage beantwortet, wieso ein Arbeitsloser für das Plakat einer kommerziellen Tanzveranstaltung verantwortlich ist. Ob ihm nicht klar war, dass man das Bild der teuersten Werbeikone des Planeten nicht einfach neben ein paar regionale Biermarken montieren darf. Und ob 143.000 Euro Strafe nicht angemessen sind für so eine saublöde Ausrede: „Das Foto stand ohne Copyright und Honorarforderung im Netz“.

Was aber noch wichtiger ist: Der Fall hat durchaus Präzedenz-Charakter. Ich gehe hier in München täglich an Plakaten vorbei, die für Clubs, Discos, und Veranstaltungen werben – mit Bildern von Eva Longoria, Jessica Biel, Jessical Alba, und Scarlett Johannsson. Schon oft habe ich mich gefragt, wie die damit durchkommen – ich bin keine Sekunde lang davon ausgegangen, dass hier für die Verwertungsrechte der Bilder bezahlt wurde. Und der aktuelle Fall scheint das zu belegen: Die Macher der Plakate klauen einfach ein hoch aufgelöstes JPG im Internet, und photoshoppen das zu ihrem Logo dazu.

Das. Geht. Nicht.

Wenn jemand ein Internet-Bild mit Quellen-Angabe klein auf seinem Blog zeigt, ist das zwar auch nicht koscher, meistens aber ohne kommerziellen Hintergrund, und leicht zu ändern. Eine stadtweite Plakatkampagne mit einem Star, der normalerweise sechsstellig für die Zurschaustellung seines Dekolletés kassiert, spielt in einer anderen Liga. Und da schützt Unwissenheit vor Strafe nicht. Man kann über die Höhe der Forderung sicher diskutieren (der Anwalt geht vermutlich nicht davon aus, von einem Arbeitslosen tatsächlich 143.000 Euro zu bekommen), aber in der Sache geht es um eine besonders schwere Verletzung von Bildrechten. In einem ähnlichen Fall verklagt Stripperin Dita von Teese derzeit einen Buchverlag.

Ich sag’s ungern: Günther Klum handelt richtig. Und andere werden es ihm nachmachen.

NACHTRAG 28.11., 18.50 Uhr: Da schau her, das ging aber schnell – nun ist in der Kopfzeile nicht mehr von einer “Klage” die Rede, und der Arbeitslose ist auch zu einem “Partyveranstalter” und sogar “Unternehmer” mutiert.

Bruce Lee + Nunchucks = Ping Pong???

Gepostet am 28. November, 2008 um 10:21 Uhr
Kategorien: Neues.

Großes (Tisch)tennis:

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Werbung für das Nokia N96 Bruce Lee Edition

Was die Welt wirklich braucht…

Gepostet am 27. November, 2008 um 20:00 Uhr
Kategorien: Gedanken, Neues.

IBM hat zum dritten Mal fünf Innovationen vorgestellt, die in den nächsten fünf Jahren die Welt verändern sollen:

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Die Erfahrung lehrt: selbst auf einer solchen Kurzstrecke liegen die Experten vermutlich massiv daneben. Die “Genanalyse für jedermann” sehe ich noch nicht vor der Haustür, das “sprechende Internet” halte ich für Kappes, aber die ausdruckbaren billigen Solarzellen sind eine tolle Sache.

Überhaupt scheint die Industrie teilweise in ganz falsche Richtungen zu forschen – brauchen wir wirklich MP3-Player mit 128 Gigabyte Speicher? Handys, die Nintendo-Systeme emulieren? Kühlschränke mit Internet-Anschluss? Defibrilatoren in Ubahn-Stationen? Digitale Bilderrahmen? Taschen-Projektoren?

Ich habe dieses Video zum Anlass genommen, mir mal zu überlegen, welche fünf Innovationen MEIN Leben massiv vereinfachen könnten. Ich pfeife mal auf Umweltschutz und AIDS-Prävention – welche täglichen Ärgernisse würde ICH den Ingenieuren auf die Agenda schreiben?

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Gerhard Schröder in Lebensgefahr?!

Gepostet am 27. November, 2008 um 12:07 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Lustiges, Neues.

Aus der neusten Folge von “Pushing Daisies”:pd

Rächt sich Hillu endlich am Altkanzler?

Jedem Arschloch seine Kamera

Gepostet am 25. November, 2008 um 18:46 Uhr
Kategorien: Gedanken, Neues.

bbIch habe den Rummel um die Volkszählung anno 1987 miterlebt. Die Aufrufe zum Boykott. Die Warnungen vor dem Polizeistaat, der seine Bürger ausschnüffelt, und gigantische Datenmengen unkontrollierbar zur politischen Kontrolle, zur Konsumsteuerung, und zum allgemeinen Unbill missbraucht. Die Tricks, um selbst die Hausnummer und die Automarke zu verschleiern. Bücher und Pamphlete, was zu tun ist, wenn der Volkszähler zweimal klingelt.

Wo kämen wir denn hin?

WIR hier unten sind das Volk. DIE da oben wollen uns unterdrücken. Multikulturelle Anonymität gegen den gesichtslosen Fascho-Staat. Der Feind ist überall, wenn wir nicht wachsam sind. So habe ich das gelernt.

Erste Lektion des neuen Jahrtausends: Der mündige Bürger verzichtet liebend gerne auf Datenhoheit, Privatsphäre, und Schamgrenzen, wenn er dafür Bonuspunkte, Freunde bei MySpace, oder zehn Sekunden auf YouTube bekommt.

Zweite Lektion des neuen Jahrtausends: Der sympathische Bodensatz des Bürgertums, der Pöbel, bewaffnet sich. Erst mit Handykameras, und dank einer Kooperation von BILD und Lidl ab dem 4. Dezember nun auch mit preiswerten Videokameras (samt Direktverbindung zur “Leserreporter”-Sektion bei BILD online). Film, Baby, film.

Kafka statt Orwell – wo wir nicht beobachtet werden, beobachten wir uns selbst. Wo unser Exhibitionismus an seine Grenzen stößt, übergibt er den Staffelstab wechselseitiger Kontrolle an den Voyeurismus. Nichts Privates mehr im öffentlichen Raum, grelles Licht in allen Nischen. Das Recht am eigenen Bild, es stirbt nicht durch Paragraphen, sondern durch Schulterzucken: “Wir haben gedacht, das sei okay – und außerdem: das Video stammt von einem Leser, WIR zeigen es ja nur”.

Lustig, peinlich, abartig, schamlos – künftig wird mit barer Münze gezahlt, wenn der krude Alltag dem öffentlichen Interesse zum Fraß vorgeworfen wird. Dann sehen wir endlich im Bewegtbild, wie der psychisch Kranke nackt über die Straße kriecht. Haben wir schließlich ein Recht drauf. Und wäre doch gelacht, wenn nicht auch ein paar “Busenblitzer” vorkommen. Mädels, zeigt dem Leserreporter, was ihr habt! Girls gone wild! Schwenk zum Lastwagen, der einen Golf zermalmt hat: “Hier stirbt gerade ein Mensch”. Schlimm, sowas. Josef Wagner wird auch noch drüber schreiben. Dann lieber weiter zu Oliver Kahn, der doch tatsächlich bei der Filmpremiere in der Seitenstraße an die Mülltonne gepinkelt hat. Konnte man genau sehen. BILD fragt einen prominenten Urologen: Sieht das Genital des Titans eigentlich gesund aus?

Großartig. Ganz großartig. Ich habe Big Brother gesehen – und er ist wir. Schlimm, dass uns die Ähnlichkeit mit Kai Diekmann (siehe Plakat) nicht früher aufgefallen ist.

“Lost City Raiders” – die Amis waren auch nicht schlauer als ihr… (NACHTRAG)

Gepostet am 25. November, 2008 um 17:30 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, In Arbeit, Neues.

statue

So langsam neigt sich die “Lost City Raiders”-Berichterstattung dem Ende zu. Letzte Woche bekam ich von der Produktionsfirma die DVD und den Soundtrack auf CD geschickt (letzterer ist deutlich besser, als ich nach Ansicht des Films in Erinnerung hatte). So albern das klingt: Ich bin sogar stolz, dass der Film in verschiedenen Fassungen als Raubkopie im Internet kursiert (“Die Bienen” hat wohl keinen Divx-Freak genug interessiert).

Samstag Abend lief LCR in America – als Teil der “Green Week” des Unternehmens NBC, zu dem auch das USA Network und der Sci Fi Channel gehören. Man erhoffte sich das für diese Sorte Film übliche Rating um 1.0 (fragt mich nicht, was das in absoluten Zahlen bedeutet). Es wurde 1.69, und damit ein Platz in den Top 5 der eigenproduzierten Filme des Jahres auf dem Sci Fi Channel. Eine glaubwürdige Quelle beschreibt die Reaktion des Senders als “over the moon!!!”.

Go fish.

NACHTRAG: Hier noch die offizielle Pressemitteilung zu den US-Zahlen:

ratings

Zufall – oder Vorhersehung?! (NACHTRAG)

Gepostet am 25. November, 2008 um 11:24 Uhr
Kategorien: Lustiges.

In den 90ern war ich ein großer Anhänger der Church of the SubGenius und ihres Gründers J.R. “Bob” Dobbs.

Gestern sah ich das Special “A Colbert Christmas – The Greatest Gift of all!”.

Und es fiel mir wie Schuppen von den Augen:

comp

Kann es sein? Ist Colbert “The One”? Der Auserwählte? Bob höchstselbst? Oder nur ein gefährlicher Betrüger?

NACHTRAG: Das Mem ist erfolgreich gesetzt:

dobbs

Meine Prophezeiung 2009: Bullshit

Gepostet am 24. November, 2008 um 15:24 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Gedanken, Neues.

psiDWDL berichtet gerade, dass RTL am 3. Januar die Sendung “Die Prophezeiung 2009″ ausstrahlt, in der Hellseher die Ereignisse des nächsten Jahres voraussagen.

Man kann so eine Sendung halbwegs seriös aufziehen: Der Sender prüft die Referenzen der “Hellseher”, lässt sich präzise Vorhersagen geben, notariell beglaubigen, und verpflichtet die Zu(kunfts)schauer, in genau einem Jahr die überprüfte Trefferquote zu kommentieren.

Und aus meinem Hintern fliegen Paviane.

Mir reicht schon das Zitat aus der Presseerklärung des Senders: “Es gibt [aber] auf dieser Welt Menschen, so genannte Medien, die durch übersinnliche Fähigkeiten die Möglichkeit haben, schon jetzt in die Zukunft zu blicken”.

Ääähhh… nein. Gibt es nicht. Es gibt nur Menschen, die das behaupten. Leider auch Menschen, die das glauben. Und Menschen, die sich auch von 300 Jahren voller Gegenbeweise nicht belehren lassen. “Hellsichtige Medien” arbeiten gerade im Bereich Jahresvorhersage (sehr beliebt in Frauenzeitschriften) mit zwei einfachen Tricks:

- Vage Behauptungen ohne Zeit und Ort (“es wird in der Weltpolitik zu großen Verwerfungen kommen, besonders in der zweiten Jahreshälfte”). Nach Ablauf des Jahres ordnet man genehme tatsächliche Ereignisse der Vorhersage zu (“ich bezog mich natürlich auf den Tod des koreanischen Diktators” oder “damit war die Finanzkrise gemeint”). Im nächsten Jahr wird der Hellseher dann einfach behaupten, er habe den Tod des koreanischen Diktators oder die Finanzkrise “präzise vorausgesagt”. Das nennt man in der Branche “retrofitting”.

- Wiederholte Behauptung eines Ereignisses, das irgendwann auf jeden Fall eintritt. Beliebt ist die Vorhersage des Papst-Todes (alternativ: Attentat!) – wenn man zwanzig Jahre lang prophezeit, der Würdenträger werde sterben, liegt man erfahrungsgemäß irgendwann richtig. Kein Hellseher wirbt für seine Talente mit der Aussage “Ich habe den Tod des Papstes 2005 vorhergesagt – und im Gegensatz zu den letzten zwölf derartigen Prophezeiungen habe ich diesmal nicht daneben gelegen”.

Hellseher und Weissager profitieren enorm davon, dass ihre Aussagen nur von Skeptikern in vergleichsweise kleinen Zirkeln überprüft werden. Jede alberne Modezeitschrift bringt regelmäßig “Ihr Liebeshoroskop für das neue Jahr”, aber NIEMALS einen Artikel “Ihr Liebeshoroskop vom letzten Jahr – was war wirklich dran?”. Wenn man an der Täuschung verdient, räumt man der Wahrheit ungern Platz ein.

Wer tatsächlich glaubt, dieser Unfug habe irgendeine Basis, darf sich gerne hier vom Gegenteil überzeugen lassen. Und hier hat die SZ auf deutsch was zum Thema zu sagen. Ebenfalls empfehlenswert scheint mir der Wahrsagercheck.

Ich finde dieses Spiel mit der menschlichen Leichtgläubigkeit so widerlich wie die ProSieben-Suche nach den Aliens mit Uri Geller. Und darum werde ich tun, was RTL (voraussichtlich) nicht tut: Ich werde die Aussagen der “Medien” protokollieren, und in einem Jahr an dieser Stelle zur Debatte stellen.

NACHTRAG - Leser-Tipp von Ute:

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Gmail Motiv-iert

Gepostet am 20. November, 2008 um 12:11 Uhr
Kategorien: Neues.

Nur wenige Computerbesitzer, die ich kenne, sind Puristen. Der Mensch will seine Individualität ausdrücken, und der PC gibt wahrlich genügend Gelegenheit: Themes, Wallpaper, Icons, Bildschirmschoner, etc.

Google hingegen hat Simpel-Weiß zum Standard erhoben, mit einem Look, der anno 1998 schon nicht mehr modern ausgesehen hätte. Ich selbst hatte das Webmail-Interface seit ein paar Monaten mit dem Firefox-Plugin “Google redesigned” angepasst.

Das ist nun nicht mehr nötig – seit gestern bietet Gmail (oder Googlemail, wie man in Deutschland zu sagen verpflichtet ist) 31 Designs an, auf deutsch in den “Einstellungen” kurioserweise unter “Motive” zu finden. Man hat sich augenscheinlich von den Blog-Themes à la Wordpress inspirieren lassen (anklicken):

gmail

Einfacher geht’s nicht – man klickt ein Motiv, und schon wird das gesamte Interface umgestellt. Und weil die neuen Designs hausintern entwickelt wurden, passen sie auch hinten und vorne. Eine nennenswerte Belastung für die Verbindung oder den Prozessor ist nicht damit verbunden.

Das klingt jetzt alles sehr theoretisch, darum habe ich mal ein paar Themes testweise aktiviert, und zeige die hier.

Schön “Matrix”-style – Terminal:

gmail-terminal

Was für die Freundin – Süßigkeiten:

gmail-sweets

Für Kids mit DSL-Anschluss – Schreibtisch:

gmail-schreibtisch

Ich habe mich letztlich für das recht einfache Farbschema “Neu” entschieden, weil es mich an Wordpress erinnert, und  sehr gefällig daherkommt:

gmail-neu

Insgesamt eine prima Sache – wenn Gmail sich bloß endlich entscheiden könnte, das alberne “Beta”-Label zu entfernen…

Operation Noah + Blast = Dracula 3000 ?!

Gepostet am 19. November, 2008 um 18:05 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Neues.

Ein paar Tage in Berlin, und schon bin ich wieder total aus dem Rhythmus – in welcher anderen Metropole kann man mal eben böse auf Piste gehen, und in einer Kneipe prompt mit einem sechsköpfigen Nasenflötenorchester konfrontiert werden, während man ebenso zufällig der Kostümdesignerin des neuen Science Fiction-Films “Pandorum” (mit Dennis Quaid, gedreht in Berlin) über den Weg läuft?

Egal, ich werde in den nächsten Tagen mal wieder etwas mehr reinhauen, damit ihr mir nicht zur Konkurrenz davon lauft. Heute aber erstmal eine kleine Geschichte darüber, wie Fitzelchen von Filmen über die Jahre durch die Welt reisen.

onEs war einmal ein Film namens “Operation Noah”. Ein Bombenleger-Thriller auf einer Ölplattform. Produziert 1998 von ProSieben. Ein schickes Teil, denn es war Boom-Zeit bei den Privaten. Man hatte Geld für gute Besetzungen und edle CGI. Die Story: Auf einer Ölbohrinsel wird Weihnachten gefeiert, die Firma läßt sogar die Familien der Angehörigen per Hubschrauber einfliegen. Nur ein paar Bomben trüben das Glück, denn ein Fanatiker will die Regierung zur Energiewende “überreden”. Protagonistin ist eine junge Technikerin namens “Lucky” (Stephanie Philipp), die in Hollywood-Tradition mit Kneifzange und Schraubenzieher an bunten Drähten fummeln muss. Den Kommissar an Land gibt “uns Uwe” Ochsenknecht. Mehr “Sprengkommando Atlantik” als “Stirb langsam”…

Der Film erreichte ein Einschaltquote von 13,4 Prozent bei den 14-49jährigen. Regisseur Bornhak brauchte nach “Operation Noah” neun Jahre, um sein nächstes Projekt zu stemmen (die Uschi Obermeier-Bio “Das wilde Leben”). Die Zeit bis dahin vertrieb er sich mit der lukrativen Arbeit an Werbespots. Drehbuchautor Horst Freund knackte den Jackpot, und schrieb bisher sieben “Tatort”-Folgen, was ihn finanziell schon bis zur Rente durchbringen sollte.

Das allein ist noch keine spannende Geschichte. Aber manchmal geht die Branche seltsame Wege: Dem Vernehmen nach war es der Produzent Werner Possardt, der Anfang des neuen Jahrtausends die Rechte an dem Stoff in den internationalen Markt verkaufte. Soweit ich mich erinnere, sollte zuerst Martin Lawrence (“Bad Boys”) die Hauptrolle in dem Remake übernehmen, das inhaltlich deutlich mehr in Richtung “Stirb langsam” gerückt wurde. Dazu paßt, dass “Stirb langsam”-Erfinder (und “Streetfighter 2″-Regisseur) Steven de Souza die Adaption des Druchbuches übernahm.

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