Lost City Raiders – coming at ya!
Halloween, ProSieben, 20.15 Uhr

Gepostet am 30. Oktober, 2008 um 17:55 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, In Arbeit, Neues.

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Okay, morgen Abend ist es soweit: Der international besetzte und produzierte Eventfilm “Lost City Raiders” feiert auf ProSieben seine Weltpremiere. Ich hoffe auf gute Einschaltquoten, denn schließlich war der Film meine Idee, und ich habe seinerzeit eine Menge Arbeit reingesteckt. Aus diesem Grund will ich an dieser Stelle auch nochmal ein wenig trommeln.

Angefangen hat die ganze Geschichte nach dem Erfolg von “Apokalypse Eis”. Mir kam die Idee, unseren Planeten mal nicht in Eis zu packen, sondern unter Wasser zu setzen. Das gab es schon in “Waterworld”, und wurde bei den “Simpsons” gnadenlos parodiert. Ich war ziemlich sicher, meine Sache zumindest etwas besser als Kevin Costner machen zu können.

Es mag vielleicht komisch klingen, aber ursprünglich sollte “Lost City Raiders” (damals noch unter dem Arbeitstitel “Sub Jockeys”) eine Art “Auf dem Highway ist die Hölle los werden”, nur eben unter Wasser. In der nahen Zukunft kämpfen Uboot-Teams aus verschiedenen Ländern darum, Wertsachen aus versunkenen Städten zu retten. Als ein Artefakt außerirdischen Ursprungs entdeckt wird, kommt es zu einem irrwitzigen Wettrennen mit allen Mittel (und Monstern!). Aus ein paar billigen Action-CGI-Heulern der Firma UFO (die “Apokalypse Eis” gedreht hatte) schnitt ich ein knalliges Promo zusammen.

Ich war überzeugt, dass sich der Film nicht nur verkaufen lassen würde, sondern auch vergleichsweise preiswert zu produzieren war. Schließlich spielte fast alles in den Ubooten, und die Computer-Modelle für die Unterwasser-Szenerien gab es zur Genüge. “Sub Jockeys” sollte ein schmutziger, wilder, billiger, witziger kleiner Scifi-Heuler für den internationalen Markt werden – all das, was “seaQuest DSV” versprochen, aber nie eingehalten hatte.

Tatsächlich waren gleich mehrere Sender an dem Konzept interessiert – eine überschwemmte Welt passte schließlich prima in die aktuelle Klimadiskussion. Mit dem Ansatz eines Action-Rennfilms hatte man allerdings seine Probleme. Man wollte es “wichtiger”, “relevanter”, und vor allem wollte man auch mal sehen, wie die Welt “über Wasser” aussieht. Genau das hatte ich aus Kostengründen eigentlich klein halten wollen. Es kommt eben immer anders…

Hier mal mein Promo, damit ihr wißt, wovon ich rede:

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Fick den Zynismus – mir gefällt’s

Gepostet am 29. Oktober, 2008 um 22:42 Uhr
Kategorien: Gedanken, Neues, Privates.
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Der erste Clip dieser Reihe kam besonders in Deutschland nicht so gut an – viele Kommentatoren fanden ihn affig, naiv, gutmenschlerisch, und offenkundig für eine Zielgruppe produziert, die sowieso (und sowieso demokratisch) wählt.

Scheiß drauf.

Ich glaube manchmal, dass Deutsche ein grundsätzliches Problem mit dem amerikanischen Mangel an Zynismus haben, der auch Intellektuelle und Künstler einschließt. Man kann das politische System der USA verstehen und trotzdem daran glauben, dass die “Idee USA” ein erstrebenswertes Ideal darstellt. Dass sich Dinge nur ändern, wenn man nicht “alles scheiße außer Mutti” zum Lebensmotto erhebt. Der Glaube an die Bedeutung des Individuums, der auf der einen Seite jede sozial gerechte Verteilung des Volksvermögens als Sozialismus schmäht, ist eben auch der Glaube daran, dass der Einzelne etwas bewirken kann. Selbst wenn er John Wilkes Booth, Lee Harvey Oswald, oder Mark David Chapman heißt…

Ich lebe lieber hier als drüben, halte unser System insgesamt für reifer und kopfgesteuerter. Aber manchmal, nur manchmal, würde ich mir so einen Spot vor der nächsten Bundestagswahl wünschen – mit allen deutschen Stars von Götz George bis Götz Alsmann, von Charlotte Roche bis Uschi Glas, von Max Goldt bis Zlatko, von Hans-Dietrich Genscher bis Gregory Gysi. Und ich möchte Hundertschaften engagierter junger Leute sehen, die für einen Kandidaten von Haustür zu Haustür ziehen. Nicht, weil sie dafür bezahlt werden. Sondern weil sie an ihn GLAUBEN. Glauben, weil sie im Wahlkampf Reden hören, nicht über Lohnnebenkosten und Pendlerpauschalen, sondern über eine Vision, einen Weg, eine Zukunft.

Ja, ja, hatten wir schon mal, ich weiß – während der kürzesten tausend Jahre deutscher Geschichte. Aber musste danach auch unbedingt der Glaube, dass Politik mehr sein kann als Tagesgeschäft, gleich mit begraben werden? Der Glaube, dass Politik gefälligst jeden etwas angeht?

Ich kann mir nicht helfen – das Video macht mich neidisch. “Daily Show” macht mich neidisch. Obama macht mich neidisch. Politik kann so geil sein.

P.S.: Joe der Klempner ist allerdings ein Arschloch.

Klatsch me if you can

Gepostet am 28. Oktober, 2008 um 02:06 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Gedanken, In Arbeit, Neues, Privates.

InTouchAm Flughafen im Zeitschriftenladen, im Flieger rechts neben der Stewardess, am Pool, im Restaurant, am Strand – beim Urlaub unter südlicher Sonne ist es praktisch unmöglich, den Paparazzi-Postillen auszuweichen: „OK!“, „Life & Style“, „InStyle“, „InTouch“, oder einfach nur „In“ – sie sind überall. Und während die Freundin kurz den Bikini an die Leine hängen geht, lässt man sich verführen, auch mal drin zu blättern. Dabei fiel mir auf, wie wenig diese Hefte mit der klassischen Yellow Press zu tun haben. Und es wurden viele Erinnerungen wach.

Flashback in die späten 80er: Ich bereitete mich in Düsseldorf auf mein Abitur vor, und jeder Schüler unserer Gesamtschule bekam das Angebot, mittels eines zweiwöchigen Praktikums mal in einen „richtigen“ Betrieb reinzuschnüffeln. Bei meinen Neigungen fiel die Entscheidung leicht: Ich ging zu einem Gazetten-Verlag, der bis heute mehrere preiswerte Frauenzeitschriften herausgibt. Der Einblick war faszinierend: Ich bekam das erste Mal ein Foto-Archiv zu Gesicht, nahm an Redaktionskonferenzen teil, telefonierte mit der Managerin von Otto Waalkes, und bewunderte die Fähigkeit des Jungredakteurs (erklärtes Lebensziel: Porsche fahren), Leute am Telefon zur Herausgabe vertraulicher Informationen zu überreden.

Ich lernte aber auch schnell die eher unangenehmen Seiten der Branche kennen: Geschichten wurden nicht bloss an den Haaren herbei gezogen – sie wurden schlichtweg erfunden. Eine Gerücht, die Schlagzeile einer Tageszeitung, ein beliebiges Foto, wirklich alles konnte zur Basis einer hanebüchenen Titelstory werden (man bedenke, dass es zu diesem Zeitpunkt noch nicht das „Caroline-Urteil“ gab, welches den Klatschschreibern gewisse Grenzen auferlegt). Damals noch extrem teure Grafiksoftware half fleißig mit: Prince Charles verließ plötzlich nicht mehr einen Marine-Kreuzer, sondern kam mit seiner Carmilla aus einem Zirkuszelt – was natürlich zu der legitimen Frage führen musste: was hat der verheiratete Charles („Die arme Diana!“) mit Carmilla im Zirkus zu suchen!? ZACK – Titelstory.

Goldene BlattNächstes Beispiel: Frank Elstner hatte sich einen neuen, kürzeren Haarschnitt zugelegt, und es gab ein Pressefoto vom ZDF dazu, aber keine Geschichte. Man trug mir auf, das knackig auf 15 Zeilen abzufeiern. Ich war ein wenig verdattert, denn „Frank Elstner war beim Friseur“ schien mir wenig berichtenswert. Ein älterer Redakteur half aus: War „Wetten dass…?“ nicht kurz vorher mal in China gewesen? Da hatte der Elstner doch sicher in einem Hotel übernachtet. Und man weiß ja, dass Hotelfriseure in Hintertuckistan nur einheimisch sprechen. Demnach ist es legitim zu behaupten, Elstner seien von einem sprachunkundigen chinesischen Hotelfriseur „aus Versehen“ die Haare weggeraspelt worden. Knapp, witzig, menschlich, und die gängigen Klischees werden auch noch bedient. Ist doch ganz einfach! Nicht wahr, aber ganz einfach…

Dezent widerlich der Umgang mit der angeblich respektierten Leserschaft: Es gab in den Heften eine Kontaktseite im klassischen „Einsame Herzen“-Stil. Naturgemäß versuchten viele Strafgefangene, hier eine Frau für den Neustart ins bürgerliche Leben zu finden. Deren Briefe wurden allerdings gleich aussortiert – es gab einen eigenen roten Stempel „Knacki!“, der satt auf die Umschläge geknallt wurde.

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“Hope” heißt Hoffnung (2): Set-Besuch

Gepostet am 23. Oktober, 2008 um 14:43 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Gedanken, In Arbeit, Privates.

buchkraussFünf Jahre habe ich insgesamt in das Projekt “Hope” investiert. Fünf Jahre, in denen ich keinen Moment gezweifelt habe. Es ist der Zweiteiler, an den ich ohne Angst meine gesamte weitere Karriere hänge. Wendepunkt, hoffentlich Höhepunkt, trotzdem auch Startpunkt.

Von der Entstehung werde ich beizeiten noch genauer berichten, schließlich ist bis zur Ausstrahlung noch mindestens ein halbes Jahr hin. Aber am 10.10. war ich bei den Dreharbeiten, und das wollte ich euch nicht vorenthalten.

“Hope” wird in München und im Umland gedreht, und zwar fast komplett an authentischen Schauplätzen. Es geht nur für sehr wenige Tage ins Studio, und das ist ungewöhnlich genug. Außendrehs und Locations sehen zwar toll und aufwändig aus, sind aber teurer, und schwer zu kontrollieren – immer wieder muss das komplette Team umziehen, und wenn das Wetter nicht mitspielt, verliert man neben einem Drehtag auch zigtausend Euro. Im Fall von “Hope” ging es aber nicht anders, denn kaum ein Handlungsort hat mehr als eine Handvoll Szenen (wenn man von Hopes Münchner Praxis mal absieht). Der Zweiteiler galoppiert schließlich durch über 50 Jahre, von London nach Leipzig, von Frankfurt nach München, vom Schwarzwald an die Front des Ersten Weltkriegs. Da lohnt es sich nicht, für zwei Minuten Sendezeit alles im Studio nachzubauen.

Einer der Bühnenbildner hat mir verraten, dass besonders Hopes Auto “Baby” Probleme bereitet hat, denn fahrtüchtige Vehikel Baujahr 1906 gibt es praktisch nicht mehr – und wenn, sind sie für kein Geld der Welt zu versichern. Also hat man Baby (eines der ersten Autos in München überhaupt) kurzerhand nachgebaut. Und es fährt sogar!

hopeset1Am Freitag, dem 10.10., wurde eine Sequenz gedreht, in der Hope und ihre Freundin Clara beim Versuch, in Leipzig Medizin zu studieren, konsequent torpediert und gedemütigt werden: Der Professor im Hörsaal nimmt sie nicht ernst, die ausschließlich männlichen Komilitonen reagieren anzüglich, und am Schluß werden die jungen Frauen sogar des Saales verwiesen, weil ihre bloße Anwesenheit “einen gesitteten Fortgang der Vorlesung unmöglich macht”.

Als ich diese Szene vor gut anderthalb Jahren erstmals schrieb, hatte ich einen dieser alten Hörsäle vor Augen, wie man sie in historischen Filmen gerne sieht – eine Art aufsteigende Arena mit Holzverschalung. Der Locationscout der Produktion fand aber in einem Krankenhaus der LMU ein noch schöneres Schmuckstück: Der ganze Saal war noch zeitgenössisch verkachelt! Und der Produzentin gelang es nach zähen Verhandlungen auch, eine Dreherlaubnis zu bekommen.

hopeset2Es gab nur ein Problem: Die Kopfseite des Saales, wo der Professor referieren sollte, war mit moderner Technik zugepflastert, und weder die modernen Lampen noch die elektrischen Geräte ließen sich so einfach verbergen. Man fand eine beeindruckend überzeugende Lösung: Es wurde eine Vorstellwand gebaut, die im Stil der restlichen Fliesung die modernen Teile des Saales verdeckte.

hopeset3Begeistert war ich auch von der Perfektion der restlichen Ausstattung: alte medizinische Schaubilder hatte man nach Vorbildern aus Leipzig rekonstruiert, und viele der im Saal versammelten Komparsen konnten mit beeindruckenden (angeklebten) Schnäuzern punkten.  Man lernt außerdem nie aus: Die Set-Fotografin hatte so eine Art schwarzen Schuhkarton um den Hals hängen, der eher nach laterna magica als nach moderner Spiegelreflex-Kamera aussah. Es stellt sich heraus, dass in der voluminösen Box die Kamera in Schaumstoff gebettet ist. Dadurch ist sie völlig lautlos, und es können Fotos gemacht werden, während die Filmkamera läuft.

hopeset4Es war schon fantastisch zu erleben, wie meine Dialoge bis auf das Komma genau auf Zelluloid gebannt wurden. Das habe ich in dieser Form bisher noch nicht erlebt. Regisseur Martin Enlen (“Tatort”, “Bella Block”) hat das Projekt beeindruckend souverän im Griff, und er war sich trotz der anstrengenden Dreharbeiten nicht zu schade, einmal mit dem lästigen Autor in die Kamera zu grienen.

Natürlich habe ich auch Heike Makatsch gesehen. Aber ich habe sie nicht angesprochen. Ein hilflos auf sie einstotternder Zeilenschinder KANN nicht gut für die Konzentration sein. Und Bilder habe ich von ihr auch nicht gemacht – sie hat nämlich ein Recht, die Freigabe abzulehnen. Und das wollte ich gar nicht erst riskieren. Sobald jedoch die ersten offiziellen Pressefotos genehmigt sind, werde ich sie euch natürlich zeigen.

Insgesamt bin ich vom Fortgang der Produktion begeistert, gleichzeitig aber auch beruhigt. Ich habe wahrlich genug Schindluder erlebt, der mit meinen Stoffen getrieben wurde, und in “Hope” setze ich (nomen est omen) große Hoffnungen. Der Set-Besuch hat mich erneut entflammt, und ich werde der Crew sicher noch einige Male auf die Nerven gehen. Und es wäre doch gelacht, wenn nicht noch irgendeine Requisite für mich abfällt, die ich als Erinnerungsstück mit nach Hause nehmen kann.

Hinterher war ich übrigens mit meiner guten Freundin D. noch im “Café Mozart” gleich um die Ecke. Dort herrscht Wiener Kaffeehaus-Atmosphäre, und es war mehr als bizarr, als ein halbes Dutzend Komparsen zur Drehpause dort einlief. Man fühlte sich tatsächlich sofort um 130 Jahre in die Vergangenheit versetzt – bis die Jungs ihre Handys rausholten…

Das große “Lost City Raiders”-Geheimnis

Gepostet am 19. Oktober, 2008 um 16:00 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, In Arbeit, Neues.

Beichtzeit: Autoren klauen wie die Raben. Sie nennen das gerne “sich inspirieren lassen”. Ich mache das auch. Manchmal reicht eine einzige Szene in einem Film, der mich vor 20 Jahren beeindruckt hat, um daraus die Inspiration für einen komplett neuen Streifen zu ziehen.

Viele meiner Leser wissen, dass ich seit Jahren an einem Buch über den B-Movie-Produzenten Charles Band arbeite. Einer der Filme, die mich zum Band-Junkie gemacht haben, war seinerzeit der erste “Trancers” mit Tim Thomerson. Ein perfekter “kleiner” Science Fiction-Film, der aus seiner flotten Idee eine ganze Menge rausholt. Es geht dabei um den “Trooper Jack Deth”, der durch die Zeit reist, um den den bösen Whistler zu stellen, der aus Menschen gefährliche “Trancer”-Zombies macht. Dabei trifft er auf die schöne Leena – seine Vorfahrin.

Man merkt schon: Ein Gebräu aus “Blade Runner” und “Terminator”. Aber mit viel Liebe gemacht, und mit Gespür für das Genre erzählt. Eine eher belanglose Randidee des Films war das untergegangene “Lost Angeles”, welches in dieser Sequenz kostengünstig, aber überzeugend eingeführt wird:

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Ich erinnere mich gut, wie beeindruckt ich in den 80ern von der Szene war. Und als ich die Chance bekam, mit “Lost City Raiders” meinen eigenen “versunkene Zivilisation”-Film zu verwirklichen, stand für mich fest – “Trancers” muss einfach die Ehre erwiesen werden.

Aus diesem Grund finden meine Helden im ersten Akt auch einen Gegenstand, der jedem Kenner der obigen Szene bekannt vorkommen dürfte, und der nun stolz mein Bücherregal ziert:

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Und natürlich sehen wir auch “Lost Angeles”, diesmal ein wenig aufwändiger als zu den Zeiten starrer Matte Paintings:

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Mein Traum war es gewesen, tatsächlich Tim Thomerson für die Rolle des “Pa Kubiak” zu bekommen – aber die Produzenten entschieden sich für den besser zu vermarktenden James Brolin. Trotzdem kann man immer noch problemlos erkennen, woher ich die Idee für den Charakter hatte:

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Da sage nochmal einer, es sei heutzutage nicht mehr möglich, seinen Helden Tribut zu zollen…

Autoren-Kauderwelsch

Gepostet am 15. Oktober, 2008 um 19:16 Uhr
Kategorien: Gedanken, In Arbeit.

schreibmaschineEin Leser hat vor ein paar Tagen drum gebeten, darum will ich heute mal ein paar Begriffe erklären, mit denen ich oft vielleicht zu sorglos um mich werfe. Natürlich könnte ich euch an die Wikipedia verweisen, oder auf Webseiten, die darauf spezialisiert sind, Fachtermini aus dem Filmbereich zu erläutern. Allein, es würde nichts helfen – im Gegensatz zum Drehbuch gibt es für die Entwicklungsphasen davor keine klaren Definitionen. Es zahlt sich für den hoffnungsvollen Jungautor immer aus, beim Produzenten nachzufragen, was genau er meint, wenn er von Outlines, Pitches und Treatments redet.

Hier also meine Definitionen, basierend auf 20 Jahren Erfahrung – und immer wieder umgeworfen…

Anfangen sollte ein Projekt mit einem verbalen Pitch beim Produzenten, für den man im Zweifelsfall auch ein paar Notizen zur Hand nehmen kann. Wenn man seine Idee nicht in zwei, drei knackigen Sätzen oder ebenso vielen Minuten umreißen kann, sollte man es gleich lassen. Kein Produzent wird erwarten, dass man die komplette Story schon runterbeten kann, aber klar sollte sein, dass man weiß, was das Thema des Films ist (und das ist etwas anderes als die Handlung), und wer die Hauptfiguren sind. Wo liegt der hauptsächliche Konflikt, was macht den Stoff für das Publikum interessant? Letzteres ist besonders relevant, wenn man einen historischen Stoff an den Mann bringen will.

scriptWenn alles gut gelaufen ist, wird der Produzent hoffentlich um ein Pitch Paper bitten, das zwei bis maximal vier Seiten umfassen sollte (und bei dem man mit Titelblättern und Textgrößen gerne rumgaukeln kann). Hier sollte schon klar werden, wie die Story des Films läuft, und was die dominanten Elemente sind. Man kann aber durchaus Lücken lassen, und es gibt Kollegen, die in dieser Phase absichtlich noch nicht das Ende verraten. Außerdem bietet es sich an, den Text sehr reißerisch und spannend zu schreiben, als müsse man den Leser förmlich am Schlafittchen packen. Ich selbst beschreibe das Projekt vor der Inhaltsangabe auch noch auf einer Seite – Hintergrund, Appeal, Zielgruppe, etc.

Das Pitch Paper führt im Idealfall zum Auftrag für ein Exposé, und spätestens an dieser Stelle sollte ein Autor auch um eine Honorierung bitten. Schließlich verlangt das Exposé eine deutlich aufwändigere Ausarbeitung von sechs bis zwölf Seiten (für einen TV-Film). An diesem Punkt kann der Produzent erwarten, dass die Story “steht”: drei Akte, Heldenreise, Wendepunkte, Finale. Der Autor muss alle relevanten Fragen beantworten können. Dies erfordert mehr Arbeit, als die meisten Newcomer ahnen, denn es ist nicht damit getan, das Pitch Paper einfach mit vielen Adjektiven “aufzublasen”.

Bei den Honorarverhandlungen gibt es jede Menge Spielraum, und hier zählt (und zahlt) der Ruf des Autors mehr als bei Drehbüchern (die relativ tarifgebunden entlohnt werden). Man sollte auch immer bedenken, dass junge und hungrige Produzenten über weniger Barmittel für die Entwicklung verfügen als die Platzhirsche der Branche. Zwei Dinge sollte jeder Neuling beachten: zwischen “Abgabe” und “Abnahme” besteht ein extrem großer Unterschied. Im schlechtesten Fall ist außer Spesen nix gewesen, wenn der Produzent das Werk rundweg ablehnt. Und Verträge übertragen zu diesem Zeitpunkt dem Produzenten oft bereits das Recht an der Geschichte – damit ist man gebunden. Das sollte man sich gut überlegen. Es KANN sich lohnen, zu diesem Zeitpunkt noch auf eigene Rechnung zu schreiben, um den Stoff nicht zu verlieren.

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“Dies ist der Blog von Torsten Dewi –
ich bin leider gerade nicht zu Hause…”

Gepostet am 12. Oktober, 2008 um 14:09 Uhr
Kategorien: Neues, Privates.

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Ich bin für zwei Wochen wieder mal hier. Eigentlich Urlaub, aber es wäre doch gelacht, wenn ich nicht auch was arbeiten würde.

Trotz meiner Abwesenheit lohnt es sich aber, immer wieder mal vorbeizuschauen – ich habe ein paar Beiträge vorbereitet, die zeitgesteuert freigeschaltet werden. Und auch auf den Balearen gibt es Internet-Cafés, also werde ich alle zwei oder drei Tage mal Laut geben. Als Bonus gibt es voraussichtlich noch den ersten Gastbeitrag der Wortvogel-Geschichte.

Ich hoffe, ihr seid noch da, wenn ich wiederkomme…

Sexmesse: alles geht – oder?!

Gepostet am 11. Oktober, 2008 um 17:07 Uhr
Kategorien: Gedanken, Neues, Privates.

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Manchmal mache ich mir so meine Gedanken. Schwarze Gedanken. Weil die Welt klein und gemein ist. Absurd sowieso.

Eine mir liebe und teure Ex-Freundin, die mein Leben immerhin seit mehr als 20 Jahren begleitet, hat sich vor geraumer Zeit geschlechtlich neu orientiert (und ich bin gegen alle Kalauer deswegen resistent). Gestern erzählte sie mir, dass sie sich etwas getraut hat, was ich seit Jahren selber auf dem Zettel habe – sie ist mir ihrer Lebensgefährtin zu einer dieser trendigen Sexmessen gefahren, die in jeder größeren Stadt veranstaltet werden.

Mich selbst reizt die Idee auch. Ich habe zufällig vor zwei Wochen für die “TVSünde” einen langen Beitrag über die “Venus 2008″ in Berlin geschrieben. Die Mischung aus zur Schau getragener Obszönität und krampfhaft demonstrierter Spießbürgerlichkeit (die Wildecker Herzbuben treten auf dem “Venus-Oktoberfest” auf!) fasziniert mich, obwohl ich kein nennenswertes Interesse an Pornografie und/oder grenzwertigen Sexpraktiken habe. Maximale Öffentlichkeit für den eigentlich privatesten Bereich – wie geht das zusammen?

Die Sexmesse, die D. mit M. besuchen wollte, bietet die üblichen Rabatte für Studenten, Senioren, etc. – und einen für Paare, denn man will ja nicht nur chronische Internet-Masturbanten anlocken. Super, locker, tolerant.

Das Problem: D. und M. gestand man den Rabatt nicht zu. Er gilt expressis verbis nur für Hetero-Paare. Nachdem D. sich angemessen beschwert hatte, wurde sie mit M. der Lokalität verwiesen.

Unfassbar. Eine Messe, die vorgeblich Sexualität zelebriert, Toleranz für auch die wildesten Spielarten fordert und fördert, keine Scham- und Schmerzgrenze kennen will, diskriminiert schon am Eingang die homosexuelle Partnerschaft. Bundesregierung und Kirche können sich mit der Schwulen-Ehe arrangieren – aber Veranstalter einer Sexmesse verweigern sich? Ja, leck mich am Arsch – oder eben nicht.

Zitat der Woche

Gepostet am 11. Oktober, 2008 um 12:54 Uhr
Kategorien: Lustiges, Neues.

Dana Gould, “Simpsons”-Autor, bei “Real Time with Bill Maher” über Sarah Palin: “Die ultimative Ironie – ein Pinup-Girl für Leute, die gegen Masturbation sind.

Auch schön – Russell Crowe in der “Late Late Show” auf Craig Fergusons Bemerkung, er habe mit 29 dem Alkohol abgeschworen: “Dann hast du gekniffen. Wer vor 30 mit der Trinkerei aufhört, hat es gar nicht ernsthaft versucht.”

TV-Tipp in quasi eigener Sache:
Lotta und die anderen flotten Bienen

Gepostet am 10. Oktober, 2008 um 08:21 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, In Arbeit, Neues.

Während ich auf Ibiza weile, wird Mallorca gleich nebenan von einem Schwarm tödlicher Bienen bedroht. Zumindest, wenn es nach SAT.1 geht:

Bienen

Wer genau hinguckt, wird meinen Namen im Nachspann in den Credits finden. Kein Wunder, ich habe meine schmierigen Finger schließlich fast überall drin.

Ich lasse der Einfachheit halber mal SAT.1 selbst den Inhalt zusammenfassen:

Atemnot! Hans wird mit Blaulicht in die Notaufnahme des Krankenhauses Son Dureta auf Mallorca eingeliefert. Es war eigentlich nur ein kleiner Bienenstich, aber der Befund spricht eher für eine lebensgefährliche Vergiftung. Dieser Meinung ist zumindest Hans’ Tochter Karla – auch wenn sie mit ihrer Diagnose ziemlich allein dasteht. Der Zustand ihres Vaters ist sehr ernst – sie muss etwas tun! Zusammen mit dem charmanten Biologen Ben macht sich Karla auf die Suche. In der alten Mühle ihres Vaters findet sie ein merkwürdiges Insekt: eine riesige Biene. Plötzlich überschlagen sich die Ereignisse auf der schönen Balearen-Insel:

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Eine ganze Schafherde fällt einem Bienenschwarm zum Opfer, fleißige Honigbienen werden attackiert, ein erschöpfter Surfer erliegt einem scheinbar harmlosen Stich … Und es kommt noch schlimmer: Karla und Ben erfahren am eigenen Leib, dass die gefährlichen Riesenbienen eiskalte Angreifer sind. Fühlen sie sich bedroht, gehen sie im Schwarm auf ihre Opfer los – mit tödlichen Folgen. Wer steckt hinter diesen Bienenangriffen? Wer kann sie aufhalten? Die gesamte Bienenpopulation und das ökologische Gleichgewicht stehen ebenso auf dem Spiel wie das Leben von tausenden Menschen. Und von Dr. Alvarez, dem Leiter des Entomologischen Institutes, können sie scheinbar keine Hilfe erwarten …

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Kein Wunder, dass der Bällchen-Sender nach dem überraschenden Erfolg von “Die Krähen” vor zwei Jahren erneut versucht, im Genre Tierhorror zu punkten.

Was ich nun damit zu tun habe? Nun, die Produktionsfirma hatte mich vor geraumer Zeit angeheuert, das Projekt zu entwickeln. Ich schrieb das Treatment für einen urbanen Bienen-Thriller, der in Berlin spielt. Dann wollten Sender und Produzent den Stoff lieber nach Mallorca verlegen. Damit hatte ich kein Problem, und schrieb ein neues Treatment. Dann wollte man aber diverse andere Dinge ändern, die meinem Verständnis des Genres widersprechen, und wir kamen überein, diesmal nicht überein zu kommen. Man trennte sich auf der Basis “kreativer Differenz”, aber freundschaftlich genug, dass ich auch weiterhin mit Rat und Tat zur Seite stand, während andere Autoren das Skript angingen. Der Scheck ist auch nicht geplatzt. In dieser Branche fällt das schon unter “Happy End”.

Produzent Martin Kircher von Wasabi lud mich sogar zu den Dreharbeiten nach Mallorca ein, aber das wäre genau zwei Tage nach meiner Rückkehr aus Südafrika gewesen, und dazu war ich einfach zu kaputt. Was schade ist, denn schließlich spielt ja meine eigene “Lotta” die Hauptrolle.

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Ich hätte mir einen Vorab-Screener des Films besorgen können, finde aber die Idee sexy, den Film quasi “vor Ort” zu schauen. Daher kann ich auch über die Qualität des Endprodukts nichts aussagen – aber Martin hat da mein Vertrauen.

Schaut einfach selbst mal rein!

(Fotos: SAT.1)

DVD-Kritik: “Starship Troopers 3″

Gepostet am 7. Oktober, 2008 um 14:22 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Neues.

ST3USA 2008. Regie: Ed Neumeier. Darsteller: Casper van Dien, Jolene Blalock, Danny Keogh, Stephen Hogan, Amanda Donohoe

Jessas, ein neuer “Starship Troopers”-Film: Hätt’s das gebraucht? Nach dem miserabeln Sequel, das ich nicht einmal zu Ende geguckt habe? Nach der erfolglosen CGI-Serie, die aber weit besser war, als manche Leute sich das eingestehen wollen? Nach der endlosen Diskussion, ob solche Filme den Militarismus kritisieren, oder eben doch nur zelebrieren?

Es gab nur EINEN Grund, aus dem ich mir die DVD zugelegt habe: “Starship Troopers 3: Marauder” wurde teilweise im selben Studio gedreht wie mein “Lost City Raiders”, und deshalb war ich neugierig. Außerdem verblüffte mich die Tatsache, dass man mit Ed Neumeier als Regisseur und Casper van Dien in der Hauptrolle mehr Original-DNA für das Projekt hatte, als bei DVD-Sequels gewöhnlich zur Verfügung steht.

Story: Es läuft nicht gut im Kampf gegen die Bugs. Eine letzte Bastion auf dem Planeten Roku San muss aufgegeben werden. Johnny Rico, mittlerweile Colonel, fällt unangenehm auf, und wird wegen Insubordination auf der Erde vor Gericht gestellt. Weil aber ein Raumschiff mit dem für die Propaganda unerlässlichen Sky Marshall Anoke (und Ricos Ex-Flamme Lola) auf einem unwirtlichen Planeten abgestürzt ist, bietet man Rico einen Deal an…

Kritik: Ahhh, wie oft kann man schon sagen, von einem DVD-Sequel positiv überrascht zu werden? Exzellente Effekte, gute Darsteller, satte Action, und jede Menge Blut & Schweiß-Machotum mit philosophischen und religiösen Untertönen. ST3 äfft ST nicht nach – ST3 hat ST tatsächlich VERSTANDEN. Natürlich hat man in jeder Beziehung ein paar Dollar weniger investiert, aber das fällt nicht weiter auf, weil der Streifen glatt wie eine Maschine läuft, und in Ton und Attitüde das Starship Troopers-Universum mitunter sogar noch besser einfängt als das Original.

Hinzu kommt, dass ST3 schlichtweg Spass macht. Er ist bunt, laut, frech und gemein. Bei der Anzahl an Schießereien, Raumschlachten und Monsterattacken erwacht der 14jährige in jedem Kritiker. Man ärgert sich beim Nachspann, dass man morgen keinen Schulhof hat, auf dem man aufgeregt davon erzählen kann, wie “boah cool!” der Film war. Die haben sogar Roboter-Kampfanzüge – echt, ey!

Lachen musste ich, als ein paar “Inspirationen” der Macher offensichtlich wurden – und gleichzeitig sehr schön den Unterschied von Blockbuster und DVD-Sequel illustrierten.

Hier Angelina Jolie in “Sky Captain”:

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Und hier Jolene Blalock (“Enterprise”):

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“Starship Troopers 3″ ist ein DVD-Sequel, wie es sein soll: Die Elemente des Originals bleiben erhalten, es wird nur ein wenig auf kleinerer Flamme gekocht. Warum das so schwer sein soll, ist mir ein Rätsel, aber Dutzende von Silberscheiben-Nachfolgern sind daran schon gescheitert (“Hollow Man 2″, “Mimic 2″, “Species 3″, “Dragonheart 2″).

Ein intelligenter Actionfilm, ein durchdachtes Science Fiction-Konzept, 100 Prozent Entertainment – da kannste den Blockbuster-Müll, der vielfach die Kinos verstopft, komplett gegen eintüten: “Riddick”, “Next”, “Babylon A.D.”, “Aeon Flux”, “Ultraviolet”, ihr seid gemeint.

“Starship Troopers 3″ ist so verdammt nah am ersten Film, dass er durchaus eine Kinoauswertung verdient hätte. Ich möchte ein Theater finden, das für einen Abend die Blueray-Scheibe auf die große Leinwand wirft. Dazu eine Flasche Bier und ein paar gut gelaunte Kumpels. I’m doing my part!

(Ach ja: Statt der eher drahtigen Dina Meyer hat man diesmal die üppige Jolene Blalock dabei – und verkneift sich prompt die obligatorische Duschszene. Ich. Bin. Enttäuscht.)

Irgendwann nenne ich mich Bollvogel…

Gepostet am 6. Oktober, 2008 um 21:25 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Lustiges, Neues.

Sorry, aber ich bin ausgelaugt, Ende der Woche geht es zwei Wochen nach Ibiza, und die Worte, sie fließen nicht mehr so flüssig wie einst.

Leser Alexander machte mich auf eine faszinierende Kritik zu “Far Cry” in der “Neuen Osnabrücker Zeitung” aufmerksam:

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Da sage einer, der deutsche Blätterwald jenseits der BILD sei nicht mehr zu Realsatire fähig. Und dabei meine ich nicht einmal die Frage, was wohl mit dem “Striemengucken” gemeint ist…

Online findet man den Artikel bei der NOZ übrigens nicht – eine Suche auf der Webseite führt zu einer erheblich stimmigeren Kritik im Veranstaltungskalender “Toaster”.

SPIEGEL online setzt auf Abrissbirne

Gepostet am 5. Oktober, 2008 um 15:19 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Neues.

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Aus “tear down” wird also das wortwörtliche “abzureißen”, statt das sinngemäße “niedermachen”?

So einen Babelfisch-Unfug kann man natürlich gerne den Agenturen unterschieben, auf deren Meldungen der Artikel basiert, aber das enthebt SPIEGEL online nicht von der Pflicht des “nochmal drüberlesen”. Auch am Sonntag.

No love for Doctor Boll

Gepostet am 4. Oktober, 2008 um 13:05 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Gedanken, Neues.

UPDATE: 45.000 Zuschauer haben am ersten Wochenende den Film in 201 Kopien gesehen – magerer Platz 9 der Charts. Nicht mal schlecht für Boll, aber miserabel für Schweiger.

Kein gutes Omen zum Deutschlandstart von “Far Cry” – Hauptdarstellerin Natalia Avelon distanziert sich bei Clixoom recht deutlich von ihrer neusten Rolle. Angesichts ihrer “Leistung” kann man diese Kommentare allerdings auch als Steinwurf aus dem Glashaus werten…

Avelon

Grundsätzlich finde ich es nicht legitim, einem Film bei der Promotion in die Kniekehlen zu treten. Natalia hat die Rolle freiwillig angenommen, und ist dafür bezahlt worden, ihr Gesicht hinzuhalten – und das gilt nicht nur für das belichtete Zelluloid, sondern auch für die Vermarktung. Es steht ihr schlicht nicht zu, dem Arbeitgeber in den Rücken zu fallen. “Offene Worte” und “ehrliche Meinung” hin oder her – wenn es ihr so am Herzen liegt, sich zu distanzieren, soll sie das nach der Kinoauswertung machen (ich habe über dieses Thema schon einmal geschrieben).

Bei einem Boll-Film kann ja auch niemand behaupten, er hätte keine Ahnung gehabt, worauf er sich einläßt – und das Drehbuch hat sie sicher vorher gelesen…

Freakfutter

Gepostet am 2. Oktober, 2008 um 23:42 Uhr
Kategorien: Bücherregal, Film, TV & Presse, Gedanken, Neues.

Ich weiß: Ich habe in den letzten Tagen einen ganzen Haufen Videoclips verlinkt, und das widerspricht eigentlich der Idee hinter diesem Blog. Genuiner Content, das ist das Ziel. Leider liegt momentan recht viel Arbeit an. Trotzdem werde ich versuchen, in den nächsten Tagen ein paar interessante neue Sachen zu präsentieren. Zur Nacht gibt es heute ein paar Lesetipps – ich habe einfach mal nachgeschaut, was gerade ausgelesen neben meiner Matratze rumliegt.

GroschenhefteNeulich schon mal erwähnt, aber allemal erneut erwähnenswert ist “Grusel, Grüfte, Groschenhefte”, ein wirkliches Schatzkistchen für Freunde billiger Schundschmöker von “Dan Shocker” bis “Dämonenland”. Autor Jochen Bärtle hat eine beeindruckende Menge an Informationen über praktisch alle Horrorheftserien der letzten 40 Jahre zusammengetragen, und lexikalisch aufgearbeitet. Das Buch ist nicht perfekt: das Layout ist amateurhaft, es sind viele Rechtschreibfehler zu vermelden, der Schreibstil ist eher so lala, und mit 27,50 Euro ist der Band schlichtweg zu teuer. Aber trotz alledem bringt Bärtle die Begeisterung für das Thema gut rüber, es gibt eine tolle (zu mager geratene) Galerie mit Titelbildern, und man erfährt Sachen, die lachen machen (Heilmedizin-Papst Hademar Bankhofer war Hauptautor der Horrorserie “Occu”!). Aus diesem Grund empfehle ich das Buch trotzdem – wer die Ausgabe scheut, sollte sich zumindest mal die sehr umfangreiche Webseite des Autors ansehen.

BrookerEbenfalls schon erwähnt habe ich Charlie Brooker, einen permanent angefressenen britischen TV-Kolumnisten, der mit der großartigen Serie “Charlie Brooker’s Screenwipe” bewiesen hat, wie unterhaltsam es sein kann, die Mechanismen der TV-Branche zu lernen (und sich dann über sie lustig zu machen). Er hat als Videospiel-Reviewer angefangen, dann eine Webseite mit einem hysterisch komischen (aber fiktiven) Fernsehprogramm bestückt, und schließlich den Part des Fernsehkritikers beim angesehen “Guardian” übernommen. Man kann sich alle Beiträge von Brooker dort im Archiv erlesen, aber ich rate ab: MitScreenburn “Screen Burn” und “Dawn of the Dumb” gibt es zwei exzellente Sammlungen in Taschenbuchform, die man bei Amazon in England vergleichsweise preiswert kaufen kann. Die zwei bis drei Seiten langen Essays eignen sich ideal als Klo- und Badewannenlektüre, oder für die S-Bahn. Man muss allerdings aufpassen, nicht durch spontane Lacher öffentliches Ärgernis zu provozieren. Außerdem sollte man mitunter bereit sein, ein paar Namen der britischen TV-Society zu googeln, wenn man wirklich alles verstehen will, was der gute Charlie durch den Kakao zieht. Man kommt zu der beruhigenden Erkenntnis, dass das britische Fernsehen auch nicht besser ist als das deutsche.

Wenn Stefan Niggemeier und Oliver Kalkofe ein Kind zeugen würden – es wäre Charlie Brooker!

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