CSU bei 43,4 Prozent – aber Wahlkampf in den USA ist einfach lustiger

Gepostet am 29. September, 2008 um 12:58 Uhr
Kategorien: Lustiges, Neues.

See more funny videos and funny pictures at CollegeHumor.

Die beste Beschreibung Palins in einem Kommentar bei “Crooks and Liars“: “A shallow, shitbrained cheerleader with a really mean vindictive streak and a penchant for the abuse of power.

TV-Tipp in eigener Sache

Gepostet am 28. September, 2008 um 12:43 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, In Arbeit, Neues.

LCR“Lost City Raiders” wird von ProSieben am 31.10.2008 um 20.15 Uhr ausgestrahlt. Richtig gelesen – Halloween!

Ihr werdet euch erinnern: LCR ist eine internationale Produktion von Tandem Communications, die ich vor ca. 4 Jahren entwickelt habe, aber nach der zweiten Drehbuchfassung abgeben musste, weil sich die Termine mit meiner Telenovela kreuzten. Deshalb habe ich auch nur den “Story & Concept by”-Credit. Bezahlt wurde ich allerdings als Autor, und damit ist alles soweit rund.

Weitere Informationen zur Ausstrahlung hier, hier und hier. Über das Projekt hatte ich ja auch schon hier, hier und hier geschrieben.

Zwei Wochen später kommt der Film auf DVD. Diesmal ohne Audiokommentar meinerseits.

UPDATE: Laut Datenblatt enthält die DVD auch ein “Making of” und immerhin eine “deleted scene”, kostet bei Amazon 26 Euro, und hat eine scheußliche Artwork.

Schon gemerkt?

Gepostet am 28. September, 2008 um 11:34 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Neues.

Letzte Woche:

“Erneut wird Quotenmeter.de-Redakteur Fabian Riedner hochwertige Filme vorstellen, die innerhalb der nächsten Tage im Fernsehen laufen.”

Diese Woche:

“Quotenmeter.de-Redakteure stellen hochwertige Filme vor, die innerhalb der nächsten Tage im Fernsehen laufen.”

Soweit ich das beurteilen kann: Seit sieben Tagen keine Kritik mehr von Fabian. Woran das liegen könnte? Keine Ahnung.

Aber nicht immer sind andere Kritiker auch bessere Kritiker.

Als Post Scriptum sei noch auf die Diskussion über die Kritik von Fernsehkritik.tv an Quotenmeter hingewiesen, wie sie im Forum von Quotenmeter stattfand:

———

kabal: Hallo, würde gerne wissen, was ihr zu der Kritik von Fernsehkritik.tv (Folge 16) so zu sagen habt. Würde mich brennend interessieren!

Fabian Riedner: Kein Kommentar

tangaträger: Der passende Thread dazu wurde ja leider gelöscht :roll:

———

NACHTRAG: Es hört nicht auf – Pretiosen aus einer neuen Kritik von Fabian:

Eine internationale Gruppe von Archäologie-Studenten auf den Grabungsfeldern der Insel, an Funden aus der Wikingerzeit forscht. Doch dann passiert das Unvorstellbare: Die Leiche der jungen Studentin Martina Flochten wird aufgefunden. Sie wurde nach dem Wikinger-Ritual mit dem Dreifaltigen-Tod niedergestreckt.

Auch schön:

So wurde sehr oft ein blauer Kamerafilter verwendet, sodass eine meist negative und traurige Stimmung vermittelt wird. Vor allem in der Toilette der Hochschule kommt dieses Ergebnis sehr gut zur Geltung.

Der beißt nicht, der will nur spielen!

Gepostet am 25. September, 2008 um 13:16 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Lustiges, Neues.

Aaron Eckhart (“Dark Knight”) bei Jon Stewart – man weiß nie genau, ob er witzig sein will, oder Stewart im nächsten Moment eine runterhaut:

Praktikanten hin oder her…

Gepostet am 25. September, 2008 um 10:35 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Neues.

… sollten nicht zumindest die Anreißer-Texte auf der Startseite der größten Boulevard-Zeitung Deutschlands halbwegs grammatikalisch korrekt und inhaltlich nachvollziehbar sein?

Bushido

“Hope” heißt Hoffnung (1)

Gepostet am 24. September, 2008 um 00:49 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Gedanken, In Arbeit, Neues, Privates.

HopeIch hatte es angedeutet, dann darauf verwiesen, es schließlich auch angekündigt – das Projekt wird sogar in meiner Biographie erwähnt. Und doch: Bisher habe ich mich eher zurückgehalten, was die Infos zum ZDF-Zweiteiler “Hope” angeht, den ich mit meiner Koautorin Katrin Kaiser geschrieben habe.

Der Grund? Ich hatte panische Angst, das Projekt könnte trotz allem noch platzen. Ich wollte nicht prahlen, und dann doch wieder der Depp sein. “Hope” war trotz des Aufwands ein intimes Projekt, das ich nicht durch großes Geschrei prostituieren wollte.

Das wird nun anders. Denn heute war erster Drehtag.

Dank einiger Pressemeldungen könnt ihr die wichtigsten Fakten zum Projekt anderswo nachlesen. Von mir bekommt ihr wie üblich den Einblick in den Entstehungsprozess, und den Blick hinter die Kulissen. Ich werde in den nächsten Wochen sicherlich ein paar Mal die Dreharbeiten besuchen, und euch darüber berichten.

“Hope” ist ein Projekt, das mir viel bedeutet. Weil es wichtig ist. Weil die Geschichte erzählt gehört. Weil es das ist, was ich für “gutes Fernsehen” halte. Weil ich stolz auf das Drehbuch bin. Weil es einen weiteren Schritt für mich als Autor bedeutet. Weil es schwer war. Weil es lange gedauert hat. Weil es mich mehr als einmal an die Grenzen dessen geführt hat, was ich zu leisten in der Lage bin.

szartikelDie Geschichte von “Hope” begann im Herbst 2003 mit dem nebenstehenden Artikel in der Süddeutschen Zeitung. Meine Koautorin hatte ihn gelesen, und als sie zusammen mit ihrer Mutter auf eine Kinovorstellungen wartete, beschloss sie, sich die Zeit in der Ausstellung zu vertreiben. Sie war schnell fasziniert von den Dokumenten über die starke, vor allem aber ungewöhnlich moderne Frau aus dem späten 19. Jahrhundert. Weil Katrin zu dieser Zeit auf meinen Ratschlag hin daran dachte, verstärkt Romane zu schreiben, kam ihr die Idee, “Hope” als Roman umzusetzen. Als wir uns das nächste Mal zu einem Glas Wein in ihrer Wohnung trafen, zeigte sie mir das Material von der Ausstellung, und meinte: “Das wäre doch bestimmt ein guter Stoff für einen historischen Roman, oder?”

Ich blätterte ein wenig, las eine kurze Biographie von Hope Bridges Adams Lehmann, schaute mir ein paar der Fotos an. Ich bin kein Freund historischer Dramen, und die Geschichte der Frauenbewegung aus der Zeit der Suffragetten finde ich enorm staubig. Aber es war unbestreitbar, dass die Biographie von “Hope” vollgepackt war mit magischen Momenten: befreundet mit Clara Zetkin, Bebel und Lenin, Entwicklerin einer TBC-Kur, Autorin eines Standardwerks zur Familiengesundheit, vehemente Verfechterin von Frauenrechten und Abtreibung, permanent angefeindet von den Hebammen-Verbänden und den politisch konservativen Kräften des Kaiserreiches, geschieden mit geteiltem Sorgerecht (damals unerhört!), etc. pp. Und dann hieß diese unglaubliche Frau auch noch Hope!

“Nun?” fragte Katrin ungeduldig. “Das ist doch ein guter Stoff, oder?”. Ich legte das Material beiseite, trank noch einen Schluck Weißwein (den mein Magen damals noch vertragen hat), und ließ mir für die Antwort ein paar melodramatische Sekunden Zeit. Dann sagte ich: “Scheiß’ auf den Roman – da machen wir erstmal einen Zweiteiler fürs Fernsehen draus. Roman geht hinterher immer noch.”

Hope Strasse

Ich war nicht von “Hope” überzeugt – es war mehr: ich habe instinktiv GEWUSST, hier den potentesten Stoff meiner bisherigen Autorenkarriere gefunden zu haben. Das Leben dieser Frau war ein Geschenk für jeden Schreiber. Bei späteren Meetings habe ich das immer so ausgedrückt: “Eine Horde dressierter Affen könnte daraus ein gutes Skript machen – es ist so phantastisch, dass man es praktisch nicht vergeigen kann.”

Natürlich findet das Leben Mittel und Wege, auch die tollsten Projekte zu sabotieren, und nicht ohne Grund hat es von diesem Abend bis zum ersten Drehtag fünf Jahre gedauert. Aber ich habe nie die Hoffnung verloren. There’s always Hope.

Kino-Kritik: FarCry (Far Cry? Farcry?)

Gepostet am 23. September, 2008 um 19:07 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Neues.

Farcry PosterIch geb’s ja zu: Uwe Boll entwickelt sich für mich zu einer ungesunden Obsession. Ich bin immer wieder auf seine Filme gespannt. Nicht etwa, weil mich sein konstantes Scheitern erheitert. Es ist seine absolute Lernresistenz, seine Fähigkeit, auch im zehnten solide budgetierten Film noch haufenweise alberne Anfängerfehler zu machen.

Boll ist nicht der schlechteste Regisseur aller Zeiten. Er ist nicht mal der schlechteste deutsche Regisseur, der international vermarktete Billigheuler dreht – das sind Leute vom Schlage Ittenbach, Lommel, und Büld.

Aber Ittenbach, Lommel und Büld versauen auch keine Franchises mit eingebauter Fanbasis, hauen ihren Kritikern nicht im Boxring eins aufs Maul, und versprechen nicht auf jeder Webseite, die genügend Bandbreite zur Verfügung stellt, dass ihre nächsten Filme der ganz große Wurf wären.

Um es einfach zu sagen: Es ist nicht schlimm, einen kleinen Dödel zu haben. Aber wenn ich mich mit offener Hose auf den Marktplatz stelle und schreie: “Meiner ist der Größte!”, und dabei debil lachend vier Zentimeter wedele, dann muss ich damit rechnen, einen gewissen Ruf zu erlangen.

Boll filmt seine vier Zentimeter – man kann sie in jeder Videothek ausleihen. Es gibt keinen Filmemacher, bei dem die Schere zwischen behauptetem und tatsächlichem Talent so weit auseinander geht wie Boll.

Jep, ich bin ins Kino geschlichen, um mir eine Pressevorstellung des neusten Boll-Knallers zu geben. Einen ersten Lacher erzielte ich bei den Kollegen, als auf der Leinwand die Tafel “Kino – Dafür werden Filme gemacht” erschien, und ich mir ein “Ja, aber bestimmt nicht von Uwe Boll” nicht verkneifen konnte. Vorturteile? Ich doch nicht.

Der Film hat erwartungsgemäß nur marginal mit dem Videospiel zu tun, auch wenn Boll im Chat behauptet, die Vorlage 1:1 umgesetzt zu haben. Diese lautet nach seinen Worten: “Jack Carver gegen Doctor Krieger”. Auf ungefähr diese inhaltliche Tiefe müssen wir uns dann auch einstellen. Weil sich aus unerfindlichen Gründen Til Schweiger bereit gefunden hat, in diesem Film mitzuspielen, ist Hauptfigur Jack Carver nun “Ex-Deutscher Elite-Soldat und nach Amerika ausgewandert” (O-Ton Boll). Wohlgemerkt: Der Film wurde in Kanada gedreht, und in diversen Einstellungen sieht man z.B. das Wort “Vancouver” an Hafenmauern stehen. Und egal wie sehr dieser “deutsche Elite-Soldat” ausgewandert ist – das erklärt nicht wirklich, warum er “Jack Carver” heißt. Aber genau das ist Bolls Masche: Alles wurscht, Hauptsache, ich habe einen duften Hauptdarsteller. Wer ihn nach Logik abklopft, muss ein Pedant sein, und liebt Filme nicht. Dass eventuell genau andersrum ein Schuh draus wird, versteht der gute Doktor nicht.

CarverDie Story (so man denn von einer sprechen will) läßt sich erfreulich knapp zusammenfassen: Journalistin Valerie (Emanuelle Vaugier) heuert den Skipper Jack (Schweiger) an, damit er sie zu einer Insel bringt, auf der ihr Onkel (Ralf Moeller) im Dienste des bösen Doktor Krieger (Udo Kier) steht, der Supersoldaten züchten möchte. Man wird entdeckt, gefangen, bricht aus, jeder schießt auf jeden, Happy End.

Man merkt: Der Plot regurgitiert sämtliche Universal Soldier/Cyborg Warrior/Ultimate Fighter-Klischees, was besonders durch die Teilnehme von Ralf Moeller mitunter echte Flashbacks verursacht. Die Supersoldaten sind natürlich nur so super, wie es das “Skript” gerade verlangt: Im Intro wird etabliert, dass ein unbewaffneter Supersoldat problemlos zehn schwer bewaffnete Elite-Soldaten plattmachen kann – aber im Finale werden die Supersoldaten eher beiläufig durch präzise Schüsse in Augen und Mund umgenietet.

“FarCry” zeigt wieder einmal sämtliche inhaltlichen und stilistischen Anfängerfehler, die Boll einfach nicht mehr passieren dürften:

  • Szenen ohne dramaturgische Notwendigkeit
  • Charaktere ohne dramaturgische Bedeutung (Krieger hält sich gleich DREI konkurrierende Teams von Spezialeinheiten – augenscheinlich nur als Kanonenfutter und Szenenfüller)
  • Widersprüchliche Dialoge (teilweise INNERHALB der Szenen)
  • Fehlende emotionale Reaktionen der Figuren (unsere Heldin bleibt erstaunlich ruhig, als sie feststellt, dass ihr Onkel in einen hirntoten Supersoldaten verwandelt wurde)
  • Frauenfeindlich (die Heldin ist wirklich selten dämlich, und muss sich ebenso permanent wie “Bloodrayne” retten lassen)
  • Kein erkennbarer Plot (Held kommt zu den Bösen, es gibt Remmidemmi, und dann ist aus)
  • Eine absurd unmotivierte Sexszene ohne Nudity (da werden böse Erinnerungen an “Alone in the Dark” wach)
  • Logik- und Anschlussfehler en masse

Splatter gibt es diesmal nicht, für einen Boll-Film ist diese deutsche Kino-Fassung enttäuschend unblutig (selbst ein Genickbruch wird ohne Geräusch runtergespielt). Der Regisseur selbst spricht von 30 geschnittenen Sekunden in 2 Szenen.

Die angeblichen 30 Millionen Budget sind ein Witz – nach meiner Erfahrung im internationalen Filmgeschäft würde ich eher so schätzen: 6 Millionen Budget, davon 2 für Schweiger, 1 für die Produzenten, und der magere Rest für den Dreh. “Far Cry” sieht nirgendwo aufwändiger aus als eine B-Produktion von New Image oder Towers of London. Diesen Actionbrei auf TV-Niveau hätte man auch in Bulgarien oder Südafrika drehen können. Der heimische Kino-Release ist offensichtlich und einzig der Beteiligung von Schweiger geschuldet.

Farcry

Schmerzhaft wird “Far Cry” durch den Versuch, Humor im Cannon-Stil einzubauen (Carver bekommt sogar einen fett-faulen Sidekick, der immer “lustige” Sprüche macht). Das geht gar nicht.

Nun zu den Darstellern: Schweiger hat sichtlich Spass an der Sache, und schlägt sich (im wahrsten Sinne des Wortes) ganz gut. Auch das übliche Boll-Repertoire (Moeller, Coppola, Paré, etc.) erfüllt seine Verträge. Leider ist Emanuelle Vaugier zwar sehr hübsch, aber keine gute Darstellerin. Der Brite Craig Fairbrass hätte Besseres verdient. Brutal ist es allerdings für Natalia Avelon (“Uschi Obermeier – Das wilde Leben”): Ich habe noch nie eine Schauspielerin gesehen, die so schnell von “Darling der deutschen Presse” auf “drittklassige Knallcharge” abgestürzt ist. Und Kier? Kier ist Kier.

Die Action in “Far Cry” ist reichlich, aber billig: Shootouts und einfache Verfolgungsjagden retten die Film über die 90 Minuten Laufzeit. In der Kampfchoreographie ist (wieder mal) alles derart konfus, dass man nichts erkennt.

Letzten Endes ist “Far Cry” kein Desaster wie “Seed” oder “Bloodrayne 2″, weil er auf billigem Niveau konstante Action bietet. Aber er ist so “tausend mal gesehen, und meistens besser”, und zeigt so gar keine Ambition mehr auf Seiten des Regisseurs, dass man ihn fix bei RTL2 um 2 Uhr morgens am Samstag verfeuern sollte.

100 Prozent DVD-Massenware, die aus Versehen im Kino gelandet ist.

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BONUS: Worst of Boll.

Ein nicht geschriebener Beitrag

Gepostet am 22. September, 2008 um 18:30 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Gedanken, Neues.

AtlasIch wollte heute eigentlich einen Artikel über den türkischen Evolutionsgegner Harun Yahya (eigentlich Adnan Oktar) und seinen “Atlas der Schöpfung” schreiben – aus aktuellem Anlass: Im neuen SPIEGEL findet sich auf Seite 145 ein Artikel über den “Darwin-Bezwinger”, den ich für ärgerlich oberflächlich und inkonsequent halte, weil er den Autor und sein kontroverses Werk zwar vorstellt, aber in keinster Weise vorführt. Die komplette Farce, die Yahya als Biologie-Buch verstanden wissen will, wurde kurz nach Drucklegung bereits als die fehlergespickte Propaganda entlarvt, die es ist. Interessant ist dazu die Diskussion auf Richard Dawkins Webseite. Den Atlas selbst kann man als PDF auf der Seite des Autors runterladen.

Ich hätte mir gewünscht, der SPIEGEL würde gegen die hanebüchenen und hasserfüllten Thesen Yahyas mit scharfen, aber kontrollierten Argumenten vorgehen, wie es sich zur Verteidigung des Abendlandes und des gesunden Menschenverstandes gehört. Und ich wollte schreiben, wie sehr mich dieses Defizit ärgert, gerade vom “Sturmgeschütz der Demokratie”, um mal einen sehr veralteten Begriff zu entstauben.

Aber es hat sich erledigt. SPIEGEL online erledigt den Job für die Print-Schwester – zwar auch nicht mit sorgfältigen Argumenten, aber mit etwas, das sich am Ende als viel potenter herausstellt: man läßt Yahya selbst zu Wort kommen. Und der gute Mann entlarvt sich selbst besser, als ein Journalist das je gekonnt hätte. Wer nach der Lektüre dieses Interviews noch glaubt, es ginge Yahya um Wissenschaft, Biologie oder Fakten irgendeiner Zuordnung, der glaubt vermutlich auch noch an den Osterhasen.

Mission accomplished – und ich kann mich endlich mal raushalten.

George Michael scheißt in die U-Bahn

Gepostet am 21. September, 2008 um 12:42 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Neues.

George Michael ist mal wieder festgenommen worden. Mit Drogen. In einer öffentlichen Toilette. Das sage ich nicht, das sagt “Sunday People”, und in der Folge auch BILD online:

George Michael

Nun wissen meine Leser, dass ich ein großer London-Fan bin, und dort fanatisch gerne U-Bahn fahre. Nur: Eine Station “Victorian Sound End Green” kenne ich gar nicht.

Also habe ich das getan, was BILD-Redakteure nach Möglichkeit vermeiden: ich habe recherchiert. Zuerst einmal habe ich auf der Londonder Nahverkehrskarte die “Victoria”-Linie überprüft – ohne Erfolg. Dann habe ich mich am erwähnten Nobelviertel “Highgate” orientiert, aber die “Northern”-Strecke dort kennt ebenfalls keine “Victorian Sound End Green”-Station.

Bei der Überprüfung des Original-Artikels fällt mir auf, dass “Sunday People” genau genommen nicht von einer U-Bahn-Station spricht: “in the decrepit underground Victorian Sound End Green lavatories”. “Underground” kann auch schlicht genau das heißen – “unterirdisch”.

Verdächtig scheint mir, dass außer der BILD exakt EINE Webseite den Namen “Victorian Sound End Green” überhaupt kennt – eben die Vorlage “Sunday People”. Also dekonstruiere ich den Begriff noch weiter: “victorian” mag sich im Original durchaus auf die Bau-Ära beziehen, also viktorianisch. Damit wäre der Eigenname nur noch “Sound End Green”.

Aber auch den kennen nur BILD und “Sunday People”. Das läßt auf einen Schreibfehler schließen.

Ich rate: “Sound End Green” = “South End Green”? Schnell gegoogelt, und prompt wird aus einem Google-Treffer 30.000. Die BILD hat also einfach einen Schreibfehler der “Sunday People” ungeprüft übernommen, und die Zuordnung “viktorianisch” in den Eigennamen gehoben.

Und siehe da: Bei “South End Green” handelt es sich tatsächlich nicht um eine U-Bahn-Station, sondern um eine unterirdische viktorianische Toilettenanlage. Ob diese baufällig oder heruntergekommen ist (“decrepit”), wie “Sunday People” meint, kann ich nicht beurteilen, aber immerhin hat sie es vor einiger Zeit auf das Blog “Great Public Toilets of our Time” geschafft.

Interessant noch ein Detail, das BILD online ausläßt: laut “Sunday People” ist die Anlage nicht “ein berüchtigter Treffpunkt für Dealer und Süchtige”, sondern “a notorious hang-out for gays and drug dealers”. Soweit wollte man dann wohl doch nicht gehen…

Jetzt lese ich als nächstes die “Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung”. Wenn ich dort einen vergleichbaren Fehler finde, melde ich mich.

NACHTRAG 16.00 UHR:

George Michael 2

Und es ist mehr als typisch, dass BILD zwar den groben Fehler ausbessert – den Hinweis auf “die Station” im nachfolgenden Satz jedoch vergißt.

NACHTRAG 17.30 UHR:

Auch “RTL exclusiv weekend” hat die BILD gelesen – und prompt die Behauptung von der “U-Bahn-Toilette” übernommen (bebildert wurde der Beitrag mit alten Aufnahmen der US-Toilette, in der George vor Jahren mal erwischt wurde).

Der neue Bond-Song “Another way to die” von Alicia Keys und Jack White

Gepostet am 20. September, 2008 um 21:29 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Neues.

Aus “Ein Quantum Trost” (dieser Titel – Grundgütiger!):

Quantum TrostDas Lied wird vielerorts schon kritisiert, und NATÜRLICH holt man das “Es ist nicht Shirley Bassey/Goldfinger!”-Argument hervor. Dabei wird übersehen, dass Bond-Songs immer sehr stark Kinder ihrer Zeit waren. A-ha? Duran Duran? Madonna? Tina Turner/Bono? Garbage?

Ich finde den Song gut. Er passt stilistisch zum “neuen, härteren” Bond, wie Daniel Craig ihn interpretiert. Ein Pop-Hit, der die Charts stürmen wird wie einst “For your eyes only”, “Living Daylights”, oder “View to a Kill”? Sicher nicht. Muss aber auch nicht sein.

“Zu hoffen, dass ich halbwegs gerecht komme” – Bullshit-Overload, abort, abort!!

Gepostet am 20. September, 2008 um 20:09 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Gedanken, Neues.

Maske Boll KörzdörferIch dachte, Uwe Boll hätte eine Sensation gelandet, als es ihm nach den massiven Flops von “House of the Dead”, “Alone in the Dark”, “Bloodrayne”, und “Schwerter des Königs” tatsächlich noch gelang, Til Schweiger für die Hauptrolle seines nächsten Films “Far Cry” zu verpflichten (bombing soon in a theatre near you).

Falsch gedacht. Seit drei Tagen macht die BILD ein Riesen-Buhei um die Tatsache, dass ausgerechnet Henry Maske in einem Film über Max Schmeling die Hauptrolle übernehmen soll. Mein persönlicher Liebling Norbert Körzdörfer zieht für seine substanzfreien Berichte alle Register: er ist sich nicht mal zu schade, mit Maske einen Kranz auf dem Grab von Schmeling abzulegen. Klar, der olle Maxe kann sich ja nicht mehr wehren.

“In einem stillen Gebet und einer inneren Zwiesprache mit seinem Freund, holt sich Henry Maske das O.K. für ein sensationelles Projekt: Henry Maske wird Filmstar! Er spielt in einer deutschen Großproduktion die Box-Legende Max Schmeling!”

An widerlicher Heuchelei sind die Artikel nicht zu übertreffen – aber das überrascht bei Körzdörfer auch nicht. Die simple Frage, wie ein abgehalfterter Ex-Boxer denn das schauspielerische Talent aufbringen soll, um eine Sportlegende zu spielen, schiebt man auf einen “alten Freund”, der Schmeling pflichtgemäß in den Mund legt: “Mich kann eigentlich nur einer spielen – der Henry Maske!”. Sicher. Also Henry Maske. Nicht Stephen Macht 1978 in dem TV-Film “Ring of Passion”, oder gar Til Schweiger 2002 in “Joe & Max”. Henry Maske. Der kann das.

Einen ersten Eindruck von Eloquenz und Charisma des ehemaligen Box-Stars bekommt man im Video zum Artikel.

Nicht klar war mir zuerst, dass es sich bei dem Maske-Projekt um einen Film von Uwe Boll handelt. Verwunderlich ist es aber nicht: Boll ist gut darin, das Springer-Blatt für gegenseitige Promotion einzuspannen – im Vorfeld von “Schwerter des Königs” wurde ein Jason Statham-Doppelgänger gesucht, und auch für “Far Cry” hat man sich wieder was einfallen lassen:

Far Cry

Mir persönlich gefällt sehr gut, dass die zu gewinnende Uhr augenscheinlich nicht das Modell ist, welches Jack Carver im Film trägt.

Grandios übrigens Körzdörfers Aussage zur Finanzierung des Films: “Zwei Hamburger Millionäre (die anonym bleiben wollen) möchten mit dem Film ein Denkmal setzen”. Ein Denkmal wird das sicherlich – für was oder wen, das bleibt abzuwarten…

Es ist für mich wirklich sowas wie die heilige Dreipeinlichkeit – Körzdörfer, Boll, und Maske: together at last! Es wächst zusammen, was zusammengehört. Und rutscht mir dann einig Vaterland den Buckel runter.

Endlich wieder da: Quotenmeter-Desaster

Gepostet am 20. September, 2008 um 13:27 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Neues.

Rosenkrieg QM

Disclaimer: Nach einer heftigen Auseinandersetzung über die inhaltliche und stilistische Qualität des Online-Angebots “Quotenmeter” bot mir die Redaktion 2007 überraschend eine bezahlte Mitarbeit an. Dieses habe ich abgelehnt, und schreibe seither sporadisch für die Konkurrenz DWDL. Ich kritisierte damals u.a., dass die Kolumne “Riedners Filme” nicht nur qualitativ inakzeptabel sei, sondern auch Filme ohne jeglichen aktuellen Bezug bespreche – der Zuschauer erhalte gar nicht die Möglichkeit, sich eine eigene Meinung zu bilden.

“Riedners Filme” is back! Und in der neuen Form sogar mit aktuellem Bezug – die besprochenen Filme laufen laut QM “innerhalb der nächsten Tage”. Mit Sicherheit würde sich Fabian Riedner eher ein Bein abkauen, als zuzugeben, dass er die Idee unter anderem von mir hat.

Ich wollte Quotenmeter ignorieren. Ich wollte keinen weiteren Streit. Die qualitativen Defizite der Texte sind längst bekannt, und auch an anderen Stellen dokumentiert worden. Aber gleich die erste neue Ausgabe von “Riedners Filme” ist eine solche Perle, dass ich es einfach nicht lassen kann. Es ist meine humoristische Pflicht, ganz besonders, da Kritik im Quotenmeter-Forum praktisch habituell gelöscht wird.

Nachfolgend der Text in seiner Gänze, ungekürzt, aber kommentiert.

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Superhelden nach Feierabend

Gepostet am 19. September, 2008 um 16:54 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Neues.

No heroics

Es ist nicht “Spaced”, nicht mal “Coupling” – Grundgütiger, ich fand “My Hero” witziger! Aber “No heroics” hat einen gewissen lässigen Charme, und es ist allemal faszinierend, wie die Briten das Thema Superhelden als Sitcom durch den Kakao ziehen:

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Kann man aus sowas eine lang laufende Serie machen? Keine Ahnung. Aber “Electroclash” ist süß, und das allein dürfte mich durch die erste Staffel bringen…

Warren Ellis findet’s auch gut.

Knight Rider 2008 – Die Serie:
Nicht ob schlecht, nur wie schlecht

Gepostet am 18. September, 2008 um 19:44 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Neues.

Knight RollerNACHTRAG: IMDB vermeldet “Only 7.3 million people tuned in, far below the 12.7 million who watched the two-hour Knight Rider TV movie in February.

Ich hatte seinerzeit den TV-Film zu neuen “Knight Rider”-Serie böse verrissen. Zu meiner Überraschung stand ich damit nicht allein: selbst hartnäckigste KITT-Apologeten wandten sich mit Grausen. Unter 42 Kommentaren zur Kritik gab es nur zwei, die lauthals forderten, der Serie eine Chance zu geben, weil: alles wird besser, alles wird gut.

Okay, sage mir keiner nach, ich wäre ein Spielverderber. Ich habe mir eben (Hulu sei Dank) die erste offizielle Folge der neuen Serie angesehen, und mich dabei durchaus von meinen Vorurteilen frei gemacht. Schließlich hatten die Macher mit Gary Scott Thompson (“Vegas”, “The Fast and the Furious”) einen neuen Showrunner an Bord geholt. Das ließ darauf schließen, dass man die Defizite des TV-Films durchaus einsah. Und Einsicht ist bekanntlich der erste Schritt zur Besserung.

Nicht gut tat dem ph-Wert meiner Magensäure allerdings ein Interview mit Thompson, in dem dieser zwar ankündigte, vieles anders machen zu wollen, aber einen völligen Bruch mit dem TV-Film sorgsam vermied. Selbst das mag verständlich sein: Der TV-Film hatte sehr gute Einschaltquoten, und man pisst nicht auf das Produkt, welches das College der Kinder finanziert. Ich hoffte nur, Thompson würde hinter den Kulissen konsequenter an den Neustart herangehen.

Und was soll ich sagen? “A Knight in Shining Armor” ist mit dem missglückten Pilotfilm vom Februar tatsächlich nicht zu vergleichen. Die Episode ist… wait for it… noch beschissener.

EyeLetzte Woche ging ja in Verschwörerkreisen die These um, der erste Start des Large Hadron Collider könnte ein miniaturisiertes Schwarzes Loch erschaffen, das dem Leben auf unserem Planeten ein Ende setzt. Und genau so ist es auch gekommen. Das Schwarze Loch ist da – in Form einer Fernsehepisode.

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Craig Ferguson, Next Big Thing: “Shame on you, you manipulative hypocrite!”

Gepostet am 12. September, 2008 um 19:01 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Gedanken, Lustiges, Neues.

Craig FergusonEs ist nichts besonderes, wenn man Jon Stewart und die “Daily Show” mag. Oder Stephen Colbert und den “Colbert Report”. Das Internetz macht es einfach, die skurrilen Späße über die ganze Welt zu verteilen. Colbert und Stewart haben es auf die Cover von “Rolling Stone”, “GQ”, und diverse andere Hochglanzmagazine gebracht. Ihre Satire-Sendungen sind für junge Amerikaner meinungsbildender als die klassischen News-Medien.

Traditionelle Late Night-Shows hingegen habe ich seit Jahren nicht mehr gesehen: ich war mal ein Fan von Leno, aber der wurde irgendwann zu platt. Dann hat mir Conan sehr gefallen, aber der hat nachgelassen, seit Sidekick Andy Richter weg ist.

Vor ein paar Jahren hörte ich, dass in der “Late Late Show” Craig Kilborn durch Craig Ferguson ersetzt wurde. Ich dachte bei mir: Ferguson, der schleimige britische Boss “Mr. Wick” aus der “Drew Carey Show”? Genau der. Ich recherchierte ein wenig: Ferguson, eigentlich ein schottischer Komiker mit schwerer Trinker-Vergangenheit, hatte als Gast bei Late Shows solchen Spass gehabt, dass er mal testweise als Urlaubsvertretung eingesetzt wurde. Daraus wurde dann schnell das Engagement bei CBS (produziert von Letterman).

Man muss sich klar machen, dass man als Late Late Show spät in der Nacht weder viel Budget, noch hochkarätige Gäste bekommt. Fergusons Set ist eher ärmlich, ein Dutzend Claqeure verstecken sich hinter der Kamera, es gibt keine Band, und selbst den Titelsong musste Ferguson selber singen. Derzeit muss Ferguson mindestens zweimal die Woche Julie Chen einladen, die Frau des CBS-Chefs – weil sie “Big Brother” moderiert, und man dann mal in den Container schalten kann.

Late Late ShowKurzum: Craig Ferguson macht die Spätschicht im TV, bevor Infomercials und Wiederholungen von Gameshows abgenudelt werden. Er könnte wie Carson Daly und Jimmy Kimmel darauf setzen, irgendwann nachzurutschen, wenn ein Platz über ihm frei würde, wenn z.B. Conan für Letterman nachrückt. Danach sieht es momentan allerdings nicht aus.

Craig Ferguson ist anders. Er sieht ungebügelt aus, ist geradezu verdächtig gut gelaunt, improvisiert weite Teile seines 20minütigen Eröffnungs-Monologs, und hat in kürzester Zeit eine erstaunliche Menge an “catch phrases” etabliert: “It’s a great day for America, everyone”, “I KNOW! Shut up and I’ll tell you!”, “You cheeky monkeys”, “I know a place up on Hollywood Boulevard…”. Er schlägt auch immer gerne mal auf den Teleprompter, dass das ganze Bild wackelt. Eine weitere Spezialität sind Anspielungen, er sei homosexuell (nicht wahr).

Kein Moderator spielt außerdem so sehr mit dem “System Late Night”: Er macht sich über die gefakte Live-Ausstrahlung lustig (die Show wird am frühen Abend aufgezeichnet), den Warmup-Komiker, und das auf Klatschen trainierte Publikum. Außerdem hat er sich mal die Mühe gemacht zu erklären, dass Late Night-Shows nicht ankündigen dürfen, wann sie pausieren, damit die Zuschauer auch die Wiederholungen einschalten. Am Ende jeder Sendung hat er die Beine auf dem Tisch, die Krawatte offen, und sinniert bei einer Tasse Tee sinnfrei zum Thema “What did we learn on the show tonight, Craig?”.

Was Craig aber am meistens auszeichnet: Man merkt die Leidenschaft und die Freude, mit der er seine Show moderiert. Er hat tatsächlich SPASS an der Sache, und das macht ihn zutiefst menschlich. Er ist nicht nur ein grandioser Standup-Komiker, sondern auch ein einfühlsamer und spontaner Interviewer.

Und aus diesem Grund mache ich es hiermit zu meiner heiligen Aufgabe, Craig Ferguson vom Geheimtipp zum Kult zu befördern. Anfangen will ich mit einem Monolog, der eine für das Publikum unerwartet ernste Wendung nahm:

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