Fantasy Filmfest 2008-Kritiken (3): Outlander / Hush / Shuttle
No retreat, no surrender – nach vier Filmen in Folge fühle ich mich wie der im Finale zusammengeknüppelte Fighter eines x-beliebigen Bloodsport-Klons, dem der Trainer zubrüllt, er soll VERDAMMT NOCH MAL wieder aufstehen, um dem korrupten Champion, der seinen Bruder auf dem Gewissen hat, die Faust ins Gesicht zu rammen.
Und wir wissen ja, wie die Geschichte ausgeht: man rappelt sich auf die Füße, schwankt ein bisschen, geht in die Kranich-Stellung, hört Stimmen (“den Rhythmus deiner Faust findest du im Schlag deines Herzens!”) – und drischt der Drecksau die Schneidezähne in den Rachen.
Geben wir uns also wieder ran – einer muss es ja machen…
Gestern hatte ich angekündigt, heute u.a. “Like a Dragon” zu besprechen. Das verschiebe ich auf morgen, weil “Hush” und “Shuttle” einfach inhaltlich und stilistisch ideal zusammen passen, und sicher auch ein prima Double Feature abgäben.
Ich möchte noch erwähnen, dass zwei von vier Filmen gestern BluRay-Screenings waren, die direkt von der Silberscheibe kamen. Und was soll ich sagen: selbst auf der großen Leinwand ist das Ergebnis mehr als beeindruckend. Keinerlei digitale Artefakte, extrem gute Auflösung, bildstabil, farbecht. Das schlägt locker die Hälfte aller Filmkopien, die man sonst in diesem Rahmen zu sehen bekommt.
Ein paar Worte noch zu den Sternchen-Bewertungen: Eigentlich hasse ich solche mathematischen Fallstricke, weil sie Vergleichbarkeit suggerieren, die nicht vorhanden ist. Den nachfolgenden Wertungen zufolge wäre OUTLANDER “schlechter” als SHUTTLE. Das ist natürlich Blödsinn. Die Bewertungen beziehen viele Faktoren ein, die ohne die Lektüre des ganzen Textes verloren gehen: Anspruch, Budget, Produktionsgeschichte, etc. Hinzu kommt, dass die Bewertungen aus dem Spirit des Fantasy Filmfest entstehen. Das ist eine andere Atmosphäre als beim heimischen DVD-Abend (Begleitung, Müdigkeit, Harndrang). Im Ergebnis kann das sowohl positive als auch negative Auswirkungen haben: Letztes Jahr habe ich z.B. “The Ferryman” extrem positiv bewertet, was ich mir seither immer wieder vorwerfen lassen muss.
Kurz gesagt: your mileage may vary.
Zu “Dog Eat Dog” (dem Ersatz für “Trailerpark of Terror”) nur ein paar Worte, weil ein vollständiger Review nicht lohnt: Eine kolumbianische Gangster-Dramedy um Geld, Verrat, und ziemlich siffige Männer in verschwitzten Hemden. Am Ende sind alle tot. Vergleichsweise unterhaltsam, wenn man auf sowas steht, aber als Beitrag beim FFF eigentlich fehl am Platze. Als große Moral nimmt man mit, dass das “Hotel Corso” in Cali sicher keine 3 Sterne bei Neckermann bekommt. Keine Bewertung.







Aus aktuellem Anlass: Es gibt ein neues, oberflächlich sehr interessantes Angebot im Internet – Mygazines. Ich werde nicht direkt verlinken, weil das Projekt rechtlich auf sehr fragwürdigen Beinen steht. Näheres dazu kann man in einem Artikel bei 

Story: Der kleine Sohn von Jabba dem Hutten wurde entführt. Der galaktische Supergangster bittet die Jedi um Hilfe, im Austausch gegen freies Geleit für die entfernten Routen – ein wertvoller Vorteil im Kampf gegen die Droiden-Armeen von Count Dooku. Doch Jabba ist clever genug, auch die Gegenseite ins Spiel zu bringen, und bald sind die Jedi und die Sith ausgiebig damit beschäftigt, sich gegenseitig Steine in den Weg zu legen. Hinzu kommt, dass Annakin gegen seinen Willen einen Padawan zugeteilt bekommt, die junge Ahsoka Tano. Zu seiner Überraschung stellt sie sich als talentierte Schülerin heraus…
In jeder Minute sieht man “The Clone Wars” an, dass es ein Ableger einer TV-Serie mit nur drei- bis zwölfminütigen Folgen ist: Eine nennenswerte Dramaturgie gibt es nicht, nur eine Abfolge von Highlights, wie der routinierte Tritt auf das Gaspedal im Sportwagen. Alles ist Bewegung, Farbe, Schwenk, Schnitt. Figuren sind Stichwortgeber, wie die Zwischensequenzen in Videospielen treten sie nur auf, um von einer Actionszene zur nächsten überzuleiten. Die Erkenntnis, dass die Spannung einer Actionszene neben dem Adrenalin auch aus unserer Sorge um die Charaktere gespeist wird, fehlt den Machern komplett.








