Die sehr große Astro Saga-Skriptkritik (5): Es war nicht alles schlecht…

Gepostet am 30. Juni, 2008 um 23:58 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Neues.

Intro, Teil1, Teil 2, Teil 3, Teil 4

Astro Saga 21So, ich habe mich nun ausführlich mit Kammermeier, dem Drehbuch, den Dialogen, und der Historie von Astro Saga auseinander gesetzt. Das Ergebnis ist nicht schön – entmutigend und ernüchternd fallen mir als zwei passende Adjektive ein.  Astro Saga ist das Paradebeispiel des alten Sprichwortes “Gut gewollt ist noch lange nicht gut gekonnt”. Das ärgert umso mehr, da Kammermeier eben kein Nerd ist, der im Partykeller seiner Eltern davon träumt, es dem SF-Establishment mal so richtig zu zeigen. Er ist ein Profi.

Kammermeier hat ein riesiges Studio. Er hat Referenzen. Die gezeigten Modelle und Zeichnungen haben absolut Hollywood-Standard. Das Promo, welches ich vor zehn Jahren zu Gesicht bekam, braucht sich vor teuren Studioproduktionen nicht zu verstecken.

Aber schon bei dem Promo zeigten sich die Probleme, die entstehen, wenn Kammermeier über das technische Element hinausgeht, wenn er versucht, eine Geschichte zu erzählen. Nicht einmal die drei oder fünf Minuten konnten damals das Interesse der Anwesenden halten – trotz Weltraum, Asteroiden, Spezialeffekten, und mysteriösen Artefakten. BPK widersprach in den Kommentaren meiner Kritik, das Promo der AS sei zwar technisch kompetent, doch insgesamt etwas zu mau gewesen, um potentielles Publikum zu teasern, mit dem Argument, es habe sich dabei gar nicht um ein Promo gehandelt:

Astro Saga 30Es war kein Promo, sondern der echte Anfang des Films, noch ohne die Hauptdarsteller, ohne zentralen Ort der Handlung. Es ist eigentlich die Pretitlesequence, die in einer Zeit 16 Jahre vor der Haupthandlung der Astro Saga liegt. Ich brauchte einen gewissen “gebremsten Schaum”, damit ich im Laufe des Films noch Schippe für Schippe nachlegen kann, ähnlich – ohne es stilistisch damit vergleichen zu wollen – wie bei Alien, wo man zunächst ein Raumschiff vorgestellt bekommt, sein Äußeres, sein Inneres, die Crew erwacht, frühstückt.“

Schon in solchen Aussagen äußert sich Kammermeiers leider sehr limitiertes Verständnis von Storytelling: Der Anfang von „Alien“ fährt nicht mit „gebremstem Schaum“, sondern tut das, was jeder gute Film tut: Er stellt uns den Ort der Handlung und die Haupfiguren vor. Und das extrem zügig und fettfrei: Weltraum, Nostromo, Mutter, Ripley, Dallas, zack zack zack. „Astro Saga“ hingegen beginnt mit einem Prolog an einem Asteroiden, zu dem wir nie zurückkehren werden – mit Figuren, die wir uns nicht merken brauchen. Sofort darauf springen wir ein Jahr voraus, zum Jupiter (und ja – es ist leider Gottes kein Zufall, dass Planet und Protagonist so heißen). Dritte Szene, nächster Sprung: 16 Jahre nach vorne, zu einem „Test-Mond“. Wieder ein Haufen Figuren. Kanonenfutter. Es wird noch eine Weile dauern, bis wir begreifen, dass eine dieser Figuren so etwas wie ein Protagonist sein soll.

Hier möchte ich vor allem zwei Dinge anmerken:

  • Es war Kammermeier, der zur Kritik von „Star Wars“ eine Liste von „Fehlern“ zitierte, nach der wir in „A new hope“ Luke Skywalker zu spät zu sehen bekommen. Wir haben es also mit jemandem zu tun, der es besser wissen müsste.
  • Die holperige und episodenhafte Einführung wäre noch okay, wenn die einzelnen Elemente sich rückblickend zu einem logischen Ganzen verbinden würden. Stattdessen könnte der gesamte Prolog gestrichen werden, denn er wird ein paar Seiten später mit dem simplen Satz “..discovered (…) on a mining asteroid years ago” ausreichend nacherzählt. Und Szene 2 hätte ebenso in einem Satz („when I found you as a baby inside a sphere“) abgehakt werden können.

Kammermeier hat zu wenig Gespür, welche Szenen seine Geschichte benötigt, und was er weglassen könnte. Wir sehen ständig große Schlachten, Raumschiffe, Ballereien. Aber wie wäre es mal damit gewesen?

  • Wir sehen, wie „Jupiter“ bei Balbur aufwächst, nach seiner Herkunft fragt, den Ruf des Alls verspürt, bis Balbur ihm die Wahrheit sagen muss.
  • Wir sehen die junge Siris, die mit ihrem Vater an der Entschlüsselung der Artefakte arbeitet. Dadurch merken wir, dass sie kompetent ist, und eine wirklich tiefe Bindung zu ihrem Vater hat, der in ihren Armen sterben wird.
  • Wir sehen Gider, der als Agent für Concor super korrekt auftritt, denn niemand soll merken wie verloren er sich als Synthet fühlt. Als Außenseiter der Menschheit ist er bereit, alles zu tun, um sich den Respekt der Spezies zu erkämpfen. Und koste es sein Leben…

Astro Saga 27Mit solchen Szenen würde man Figuren setzen, sie motivieren, für den Zuschauer nachvollziehbar machen. Stattdessen wird nur rumgeschrien, geballert, gerannt. BPK hat nicht den Blick des Erzählers, er hat nur den Blick des Modellbauers, der möglichst viele „showcases“ für sein Handwerk in 120 Minuten pressen will.

In der Filmschule lernt man, dass jede Szene in einem Film ein „Mini-Film“ ist, mit Anfang/Mitte/Ende, einem Konflikt, einer Wende, und einer wichtigen Information/Emotion für den Gesamtplot. AS reiht nur Szene an Szene, teilweise willkürlich, was die Lektüre zu einer Quälerei macht.

Es tut mir weh, sämtliche Probleme des Drehbuchs auf einen einzigen Punkt herunterbrechen zu können: Kammermeier ist kein guter Geschichtenerzähler. Vielleicht ist er ein guter Geschichtenausdenker, das kann ich nicht beurteilen. Aber ein guter Geschichtenerzähler ist er nicht.

An dieser Stelle möchte ich einmal mein Lektorat zu einem Fantasy-Skript zitieren, welches mir einen Nachmittag meines letzten Türkei-Urlaubs versaut hat: „Nun wäre ein Fantasy-Film von 0815-Format ja nicht grundsätzlich ein Problem, wenn der Autor wenigstens EINE eigene Idee gehabt hätte. Ich habe noch nie ein Skript gelesen, dessen Elemente so durch die Bank aus Klischees und Versatzstücken bestehen, die eigentlich seit 20 Jahren „durch” sind. Das ist ungefähr so, als würde man einen Science Fiction-Film schreiben, und erstmal eine Liste machen, deren Punkte es im Verlauf der Handlung abzuhaken gilt: Laserpistolen, Raumschiffe, Kommunikatoren, schicke Uniformen, fremde Planeten, Roboter, Explosionen, Außerirdische, Zeitreise. Die Summe der Teile ergibt nun mal kein Ganzes.“

Ich hatte damals keine Ahnung, wie präzise ich mit diesen Worten die Probleme der „Astro Saga“ zusammenfasste.

Okay, wir kommen langsam (und endlich!) zum Ende. Ich bin müde, habe mich an dem Projekt wie an BPK rechtschaffen abgearbeitet. Die meiste Energie wurde dabei sinnlos vergeudet in dem Versuch, irgendwie auf Kammermeiers Ebene zu kommen, Einblick in seine Weltsicht zu erlangen. Es erschien und erscheint mir unmöglich.

Ist „Astro Saga“ das schlimmste Skript, das ich je gelesen habe? Nein, lange nicht. Das wäre „The Maze“ (nie verfilmt). Und dann kommen da noch „It waits“, und ein paar andere. Aber keines dieser Skripts trat mit einem solchen Anspruch an, einer solch behaupteten Brillanz.

Ich habe selten einen Fall erlebt, in dem Wunsch und Wirklichkeit so weit auseinanderklaffen. BPK ist nicht bloss überzeugt, er ist davon durchdrungen, dass er Großes geleistet hat, an der Engstirnigkeit der Welt gescheitert ist, und dass die Tatsache, dass AS nie produziert wurde, allenfalls eine zu ignorierende Delle in seinem Selbstverständnis darstellt. Hält man das Skript daneben, dann kann man sich nur am Kopf kratzen: Was genau liest Kammermeier, wenn er das Skript liest? Wie wird aus dem kruden Plot in seinem Kopf die große Saga, aus den Pappkameraden mit den schlechten Dialogen eine Truppe mythischer Helden? Die Verzerrung der Realität, die dazu notwendig ist, erscheint mir phantastischer als alles, was BPK bisher zu Papier gebracht. Ein weit potenterer Stoff als die banale Mär der bösen Krieger von Sonstwoher.

Astro Saga 28

Und so bleibt eigentlich nur Enttäuschung übrig, und morbide Faszination. Was hätte die AS werden können, wenn BPK nicht nur eingebildetes, sondern tatsächliches erzählerisches Talent hätte? Wenn seine exzellenten Modelle im Gerüst einer starken Story gestanden hätten? Und wenn die einzig coole Szene im ganzen Skript – ferngesteuerte uralte Raumfighter mit längst toten, mumifizierten Piloten – auch nur den geringsten Sinn ergeben hätte?

Ich bin nicht sauer auf Kammermeier – ich bin sauer wegen der vertanen Zeit, seine wie meine. Wegen der vertanen Chance.  Wie schön wäre es gewesen, wenn ich hier hätte verkünden können: Ich habe es gelesen – und es ist großartig! Ein talentierter SF-Filmer aus und in Deutschland ist das, wonach ich seit Jahren suche. Und ich kann Kammermeier nicht genug für seinen Einsatz loben, so fehlgeleitet der auch gewesen sein mag. Im Gegensatz zu den meisten Schwätzern in dieser Branche hat er es wenigstens versucht, hat Zeit, Mühe und Geld investiert. Das ist schon eine ganz andere Liga als die Schreibtischhelden, die immer schwadronieren: “Wenn ICH mal einen SF-Film machen würde, der würde aber richtig knallen!”. Mit solchen Leuten will ich Kammermeier nicht in einen Topf geschmissen wissen.

Nur leider wird es nichts nützen. Kammermeier wird, statt die Scheuklappen endlich abzunehmen, den Tunnelblick perfektionieren. Gerade WEIL alle Kommentatoren (außer seinem Claqueur) hier seinen pathologischen Starrsinn monieren, wird BPK das als Beweis sehen, wie unverstanden er ist. Und als ich im Vorwort schrieb, dass er mich für diese Rezension zum Feind erklären würde, hatte ich noch gar nicht die Email erhalten, in der er zum Start dieser Beitragsreihe pünktlich verkündete:

Das ganze ist nämlich schlicht und ergreifend ein persönlicher Feldzug zwischen uns beiden. Irgendwas sonderte sie bereits vor zehn Jahren von allen anderen Menschen ab, mit denen ich in Sachen Astro Saga zu tun hatte. Mir ist es natürlich inzwischen klar, wo ich etwas mehr von Ihrem weiteren Lebensweg erfahren habe: Sie selbst wollen eigentlich einen großen SF-Film machen!

Nein, Herr Kammermeier, einen großen SF-Film will ich nicht machen. Das reizt mich nicht. Nicht jede Kritik ist Niedertracht, nicht jeder Kritiker ein Neider. Aber ich kann Ihnen sagen, was mich vor zehn Jahren von all den anderen Schreibern absonderte, denen Sie sonst Ihr Projekt präsentierten: Ich hatte meine Hausaufgaben gemacht, kannte mich in der Branche aus, und ließ mich von Ihren grandiosen Visionen nicht blenden. Das wird Sie irritiert haben.

Was mich überrascht: Alles, was ich mit limitierten Informationen (Gespräch, Prospekt, Promoreel) vermutete, hat sich gerade in Ihrem verbissenen Versuch, es zu widerlegen, erschreckend deutlich bestätigt. Als ich “Was wurde eigentlich aus… der ‘Astro Saga’?” schrieb, wollte ich mehr wissen über das Projekt. Jetzt ist mir klar: Ich wusste bereits alles, was es zu wissen gab. Es sind halt nur die Vermutungen zu Gewissheiten geworden.

Ich will gar nicht das letzte Wort haben. Ich erinnere dazu lieber an einen Streit, den BPK mit einem Kommentator hatte, der sich anmaßte, das Ergebnis meines Lektorats vorherzusagen. Und so sehr es mich schmerzt, und nicht wenig wundert: perfekter kann ich das Scheitern der Vision UND des Drehbuches „Astro Saga“ nicht in einem Satz zusammenfassen. Darum übergebe ich einfach nochmal an „Nathan“:

In Ansätzen interessante, aber zu sehr mäandernde, sich in narrative Irrelevanzen, halbgare Figuren-Konstellationen und zu aufgeblähte Vision verlaufende Fan-Fiction auf höherem, aber nicht hohem Niveau, die eine Spannbreite wie Herberts Dune-Saga suggerieren möchte, aber dazu die Finesse missen lässt – das würde ich angesichts der Historie des Projektes mutmaßen. Und das erwarte ich auch als Fazit von Wortvogels Kritik.“

Ist hiermit geschehen.

Herr Kammermeier, es tut mir leid.

Bildernachweis: (c) Bernd P. Kammermeier

Die sehr große Astro Saga-Skriptkritik (4): Die Dialoge

Gepostet am 26. Juni, 2008 um 14:48 Uhr
Kategorien: Neues.

Intro, Teil1, Teil 2, Teil3

Ja, das Thema ist leider einen eigenen Beitrag wert…

Kommen wir zu den Dialogen, die nicht immer von der Charakterführung zu trennen sind. Natürlich kann man jetzt alles auf den US-Autor Arthur Sellers schieben, der das Skript laut Kammermeier „gepolished“ hat, aber ich kann nur mit dem arbeiten, was mir vorliegt. Kurz zusammengefasst: mechanisch, hohl, emotional unglaubwürdig, anbiedernd, pubertär.

Auch dazu ein paar Beispiele.

Spocks BeerdigungErinnert ihr euch an die Beerdigung von Spock in „Star Trek II“? An Kirks bewegende Rede? Die funktionierte, weil sie echte Emotionen transportierte, das glaubwürdige Ende einer lebenslangen Freundschaft. Vor allem aber: Sie konzentrierte sich auf EINE Aussage über Spock: „Von all den Seelen, die mir auf meinen Reisen begegnet sind, war seine die bei weitem… menschlichste“.

So eine Rede hat „Astro Saga“ auch. Siris beerdigt ihren Vater, den wir nie lebend gesehen haben, und der uns deshalb herzlich schnuppe ist. Hier ist ihre Ansprache „uncut“:

You have the universe now, father. Was it worth it? They laughed, but you showed them. You opened the door and proved our ancestors were far ahead of us. So you must’ve understood the danger. They’re here, what do they want? How do we stop them? Did you expect the saviour described on the artifact to come too? I swear it, daddy — Nork will pay. Goodbye. I love you.“

Das ist an Hilf- und Orientierungslosigkeit nicht mehr zu überbieten. Dabei wäre es so einfach gewesen: „You have the universe now, father. Goodbye.“

Astro Saga 17Jedes Set an Charakteren scheint ganz eigene Probleme mit den Dialogen zu haben. Bei den bösen Baatas (Klingons by any other name) ist es die Verwendung von Eigennamen und Begriffen, die uns nichts sagen. Das mag schön „science fiction“-esk wirken, sorgt aber an den meisten Stellen nur für komplette Verwirrung. Szenenbeispiel:

OG’BAATA GOM

Found one! Doh’laam 2 has a tolerable starship on storage.

GOL’BAATA NORK

Begin restoration. We will head for Lama’dart the moment it’s operational.

Gom powers down the octahedron. A Baata enters with scanning instruments. He snaps a choppy salute.

BAATA #1

Gol’baata Nork! The other two Ka’umas are not on this asteroid!

Und das geht teilweise seitenlang so. Wer Star Trek den ungesunden Gebrauch von technobabble vorwirft, hat nie „Astro Saga“ gelesen.

Mein besonderer Liebling, was schmerzerzeugende Dialoge angeht, ist aber unser Held „Jupiter“. Er hat nämlich – und jetzt sollten Freunde von SF-Logik mal ganz genau aufpassen – die Menschensprache anhand einer Ausgabe von „Romeo und Julia“ gelernt, die sein außerirdischer Ziehvater Balbur bei sich rumliegen hatte.

BalburIch habe seitenweise Emails mit BPK zu diesem Thema ausgetauscht, weil es einfach keinen Sinn ergibt: Entweder spricht Balbur „irdisch“, dann braucht er das Buch nicht. Oder er versteht irdisch selber nicht, dann hilft auch das Buch nicht. Ihm fehlt ein analoger „Rosettastein“. BPK warf mir elend lange Erklärungen um die Ohren, wie Sprache funktioniert, und kultureller Austausch, aber die innere Logik in diesem Kontext wurde dabei einfach nicht deutlich. Am Schluss versteifte er sich dann darauf, es zumindest besser als „Star Trek“ gemacht zu haben – und viele andere Leute hätten die Idee gut gefunden.

Warum ich auf diesem Punkt so herumhacke? Weil er symptomatisch ist. BPK glaubt, jedes Detail der Astro Saga perfekt durchdacht zu haben. Deutet man ihn auf Fehler in seiner Logik hin, wird er extrem aggressiv, herablassend – nur um am Schluß mit einem Schulterzucken zu sagen: „Andere machen das noch viel falscher als ich“. An diesen Punkten zeigen sich die Verknöcherungen seines Egos besonders deutlich. Er kann es nicht vertragen, wenn man seine Konstruktion in Frage stellt.

Nun könnte ich sagen „Schwamm drüber – Details, Details“, aber das Shakespeare-Stück als Lehrbuch hat eine Konsequenz, die PBK bestimmt für einen Geistesblitz hielt, welche mich aber schlimmer in den Schlaf verfolgt hat als das Gesabbel von Jar Jar Binks: „Jupiter“ (ich KANN das nicht ohne Anführungszeichen schreiben!) spricht permanent wie Romeo! Oder wie Thor in den alten Lee/Kirby-Comics. Zum Beispiel so: „She has risen. Balbur! Greet thou our comely guest. For in matters of comportment, thou art my master.“ Ehrlich: man möchte dem Bengel alle fünf Minuten eins aufs Maul geben. Und das ist unser Held.

Ich lasse jetzt mal außer acht, dass in dem Skript generell zuviel gesabbelt wird (ruhige Momente scheinen Kammermeier zuwider zu sein), und dass es ständig schmerzhafte Anachronismen gibt (Wasserpfeifen, TV, Schweißbrenner, Musikgeräte). Ich lasse mir auch Sprüchlein wie „Just a nanosecond, please“ und “Thank the holy swamp bubble” reindrücken, wenn der Rest stimmt.

Astro Saga 16Aber bei Gott, BPK weiß einfach nicht, wann man es mal gut sein lassen sollte. Praktisch JEDER Dialog versucht, komisch zu sein, rein gar nichts geht ohne „coole Sprüche“ ab, und selbst in größter Not werfen sich die Protagonisten noch Anfeuerungsrufe wie beim Football zu (ich entschuldige mich, wenn das eine bewusste Hommage an „Flash Gordon“ war). Abgesehen davon, dass BPK diesen „Humor“ wie einen Teppich über den gesamten Film legt, und abgesehen davon, dass er den „Humor“ nicht etwa speziellen Figuren zuweist, sondern als Grundton ver(sch)wendet – abgesehen davon gibt es einen Grund, warum ich „Humor“ in diesem Zusammenhang in Anführungszeichen schreibe. Es ist einfach nicht lustig. Nichts. Gar nichts. Keine Pointe. Kein Spruch. Und nichts ist schlimmer als Humor, der nicht funktioniert. AS hat 103 Seiten davon.

Natürlich wird es heißen: “Andere Leute fanden die Dialoge total lustig!”. Und darum biete ich BPK und EB an, gerne ein paar der von ihnen für echte Knaller gehaltenen Sprüchlein in den Kommentaren zu präsentieren. Vielleicht spinne ich ja, bin humorlos und gemein – dann habt ihr meine Leser schnell auf eurer Seite.

Ach ja: Wie der Satz “like sci-fi energy fields or something” auch nur durch die erste Fassung gekommen ist, wird mir wohl ewig ein Rätsel sein. Figuren in einem SF-Film, die sich bewußt sind, dass sie fast in sowas wie einem SF-Film sind. Sechs Worte, die das ganze filmische Konstrukt hätten zusammenbrechen lassen, wenn es denn mal ordentlich gestanden hätte. Ich habe ungelogen zwei Minuten auf den Satz gestarrt, weil ich nicht glauben konnten, dass jemand sowas schreibt. Das wäre ungefähr so, als hätte Luke Skywalker (also der echte, nicht „Jupiter“) beim ersten Anblick von Darth Vader gesagt: „Der Typ sieht ja aus wie aus einem Horrorfilm!“.

Bildernachweis: “Star Trek II” (c) Paramount, andere (c) Bernd P. Kammermeier

Die sehr große Astro Saga-Skriptkritik (3): Strukturelles Elend

Gepostet am 25. Juni, 2008 um 15:37 Uhr
Kategorien: Neues.

Intro, Teil1, Teil 2

Nachdem ich im letzten Beitrag über die Story und ihre möglichen Verwandtschaften berichtet habe, möchte ich mich heute darauf konzentrieren, die inhaltlichen und strukturellen Probleme der “Astro Saga” zu beleuchten.

Astro Saga 10Ich hatte mir zuerst Notizen gemacht, wann immer mir etwas bei der Lektüre des AS-Skripts notizwürdig erschien. Das ist eine sehr lange Liste geworden, die euch wenig nützt, weil ihr die Zusammenhänge nicht kennt. Ich werde einige Perlen aber in den jeweiligen Unterpunkten aufgreifen. Als ich AS endlich durch hatte, habe ich mich deshalb daran gemacht, die grundlegenden Fehler und Schwächen zu identifizieren. Das überlappt sich teilweise etwas, ich bitte Redundanzen zu entschuldigen.

Keine nachvollziehbare Welt etabliert

Wir bekommen nie ein Gespür dafür, wie das Universum zur Zeit von AS aussieht. Die einzelnen Teile (Aliens, Concor Corporation, Gider) bilden nie ein plausibles Ganzes. Bei „Star Wars“ wurde klar gesetzt, welche politischen Kräfte es gibt, wer grundsätzlich was gegen wen hat, und was das Ziel jeder einzelnen Figur war. Das war auch relativ einfach, weil „Star Wars“ nie Bezug auf die Erde nahm, oder auf unseren Zeitrahmen („a long time ago in a galaxy far far away“, gelle?). Lucas konnte dieses Universum am grünen Tisch recht einfach planen. BPK gibt uns aber ein irdisches Datum (2119), und siedelt die Geschichte in unserer Milchstraße an. Das Problem: Keine Szene spielt auf der Erde, wir erfahren nie, wie die Menschheit es zu diesem Punkt geschafft hat, was die politischen Systeme sind, ob es nicht sowas wie Politik oder Militär geben sollte (die einzige erkennbare Macht ist Concor, aber das wird nie ausgeführt), wo auf einmal Aliens wie Balbur herkommen, was der technologische Ist-Zustand ist, etc. pp. Filme wie „Matrix“, „Blade Runner“ und „Fifth Element“ geben uns wenigstens das Gefühl, wie sich die Welt weiterentwickelt hat, ausgehend von der Gegenwart. AS ignoriert das völlig. Es ist ein Sammelsurium ohne Kern. Als Folge schert uns das gesamte Universum nicht, denn es bleibt eine Chiffre, ein vager Hintergrund für eine Abfolge von Verfolgungsjagden und Raumschlachten.

Astro Saga 12Kein Protagonist wird gesetzt

Ist nun Gider der Protagonist von AS? Ist es „Jupiter“? Ist es Bösewicht Nork, mit dem wir die meiste Zeit verbringen? „Star Wars“, und ich muss den Vergleich immer wieder anführen, ist die Geschichte von Luke Skywalker. An seiner Heldenreise entwickelt sich auch der Plot des Films. „Jupiter“ scheint eher zufällig in die Geschichte zu stolpern, und der Fokus des Drehbuchs liegt nie wirklich bei ihm. Was vorrangig daran liegen mag, dass er so extrem langweilig und nervend ist. Bei AS wurde vergessen, grundsätzlich mal zu überlegen, wessen Geschichte im Mittelpunkt steht.

Keine glaubwürdigen Emotionen

In AS gibt es Attitüden, aber keine wirklichen Emotionen – niemand verliebt sich, niemand hasst, niemand leidet. An keiner Stelle hat man das Gefühl, dass die Helden einander etwas bedeuten. Auch für den Bösewicht sind sie eher so etwas wie eine lästige Störung. Es geht für die Figuren letztlich um nichts, weder im materiellen, noch im ideologischen oder psychologischen Sinn. Darum sind sie auch keine Helden, respektive Protagonisten.

Antagonisten und Protagonisten ohne Beziehung

Luke ist der Sohn von Annakin, den er tot glaubt. Er wächst bei seinem Onkel und seiner Tante auf, wünscht sich ein Leben voller Abenteuer. Der Ruf einer schönen Frau erreicht ihn, und entflammt ihn für den Widerstand gegen das Imperium. Als Onkel und Tante von eben diesem Imperium ermordet werden, hat er endgültig sein Ziel gefunden (und seine Heimat verloren). Er rettet Leiah – nur um später festzustellen, dass sie seine Schwester ist. Sein bester Freund wird Han Solo. Han arbeitet für Geld – erst als er die Liebe Leiahs findet, wird er zum Kämpfer für die gute Sache. Der gemeinsame Feind, der u.a. Leiahs „Vater“ ermordet hat, stellt sich als Annakin Skywalker heraus – Luke kämpft gegen seinen Vater, statt gegen den Mann, der seinen Vater ermordet hat (immerhin hat Vader mit Obi Wan Kenobi Lukes Lehrmeister getötet).

Puuuhhh. Was fällt uns auf? Die Figuren haben Verbindungen untereinander, sind voneinander abhängig, brauchen und wollen einander, sind sich Antrieb und Hindernis zugleich. Die gesamte Geschichte kann nur in dieser Kombination so funktionieren. Das ist gutes Storytelling (was immer man auch sonst von „Star Wars“ halten mag).

Astro Saga 13Astro Saga? „Jupiter“ ist der Auserwählte. Ist halt so. Sagen seine Visionen, die schließlich nicht in Frage gestellt werden können. Gider ist eher zufällig dabei, weil er die Ankunft Norks miterlebt hat. Er hätte guten Grund, sich einfach aus dem Staub zu machen. Stattdessen nimmt er den Kampf gegen Nork auf, und schleppt Siris mit sich, die wirklich gar nichts zu der Handlung beiträgt (außer mal vor Angst in Ohnmacht zu fallen, oder von einem Monster attackiert zu werden). Es wird nicht definiert, wer die Figuren sind, wozu sie gebraucht werden, und warum sie überhaupt tun, was sie tun (bis auf „Jupiter“, weil der ja „erwählt“ ist, und deshalb nicht anders kann). Die Motivation der Charaktere rangiert knapp unter „Mortal Kombat“.

Protagonisten erbringen keine Eigenleistung

Wirklich niemand in der Gruppe der AS-Helden hat sowas wie ein besonderes Talent, mad skills. Keiner bringt etwas ein. Mit lächerlich wenig Aufwand und ein paar markigen Reden schlagen die sich irgendwie durch, bis sie am Ende auf Nork treffen. Und auch der stellt keine nennenswerte Gefahr da. Mühsal erleiden oder Opfer muss hier keiner bringen, das Gefahrenlevel liegt ungefähr bei „Spiel ohne Grenzen“. Alles, was die Figuren wissen müssen, wird ihnen von sporadisch auftauchenden Charakteren bereitwillig erklärt. Das wirft Fragen auf (wieso verrät Og’Baata Gom die Pläne? Woher weiß Balbur die Geschichte des Universums, aber scheinbar sonst niemand?), die aber niemals beantwortet werden. Hinzu kommt das Talent der Helden von AS, sich am laufenden Band abschießen und gefangen nehmen zu lassen. Das erinnert fast schon an „Bloodrayne 2“.

Wenn man sich die Protagonisten von AS so anschaut, dann hätten Doc Acula, Kelly Bundy und ich sicher keinen schlechteren Job bei der Rettung des Universums gemacht. Ich hätte aber auf jeden Fall ein Zeitfenster offen gelassen, um Kelly Bundy zu vögeln.

Astro Saga 14

Keine “innere Reise” der Figuren

Wir erinnern uns: Der naive Luke wird Held der Rebellion, und erfahrener Jedi-Ritter. Han wird vom geldgeilen Söldner (der natürlich zuerst schießt) zum edlen Ritter und Liebhaber. Leiah wird zum politischen Arm der Rebellion. Sowas nennt man „Charakterentwicklung“. Alle Figuren in AS sind, wenn wir sie das erste Mal treffen, fertig gesetzt. Niemand macht eine persönliche Entwicklung durch. „Jupiter“ erfährt zwar, dass er „auserwählt“ ist, an der Figur ändert das nichts. Gider und Siris bleiben, was sie sind – und was sie sind, wird auch nicht wirklich erklärt.

Keine Motivation (wants/needs) der Helden

Was genau WILL Gider? Was WILL Siris? Warum machen sie sich die Mühe? Bei „Jupiter“ kann feststellen, er habe als „Auserwählter“ keine Wahl (na ja), aber ansonsten besteht AS nur aus Figuren, deren Ziele behauptet sind. Die sogenannten „wants and needs“ existieren schlichtweg nicht. Und weil sie nicht existieren, können sie auch die Handlung nicht voran treiben. Das macht AS zu einer so zähen Lektüre. Wieder Star Wars: Luke will ein Held sein, eine schöne Frau retten, seinen Vater rächen. Han will Geld, und dann Leiah beeindrucken. Leiah will das alte politische System der Republik wieder einführen, und ihren Heimatplaneten rächen. Das allein hält die Handlung in Gang. Bei AS treten die Figuren auf der Stelle, und werden schmerzhaft spürbar vom Autor voran geschubst. Dem Bösewicht Nork geht es nicht besser: Schön, er will das Universum unterjochen (schnarch). Er redet davon, dass die Menschen ihren rechtmäßigen Platz als Herrscher einnehmen sollen. WEM gegenüber? Es wird ja nie etabliert, ob und wieviele Alien-Rassen es gibt, wie mächtig die sind, und was damit gewonnen wäre, sie zu beherrschen. Nork hat seine Pläne schlechter durchdacht als der durchschnittliche Bond-Bösewicht.

Keine Konflikte der Charaktere untereinander

Gider hat nichts gegen Siris, Balbur hat nichts gegen Gider, Siris hat nichts gegen “Jupiter”, “Jupiter” hat nichts gegen Gider, etc. – unser Helden-Quartett in AS ist die beigeste Truppe, die mir je untergekommen ist.

Stellen wir doch mal Star Wars dagegen: Luke ist verliebt in Leiah, Leiah nimmt Luke nicht ernst, Han ist scharf auf Leiah, Leiah kann Hans Macho-Attitüde nicht ab, Han findet Leiah zickig – und jeder hat eine eigene Meinung, wie (und ob) das Imperium zu besiegen ist. Schon der Aufbruch von Luke in “Empire strikes back” ist ein Konflikt: Yoda findet, dass Luke noch nicht bereit ist (Spannung beim Zuschauer – wird er sich deshalb von der Dunklen Seite verführen lassen?). AS’ einziger, wieder sehr behaupteter Konflikt: Gider findet die Art, wie “Jupiter” redet, blöd (wir auch, aber dazu später).

Es wäre nicht schwer gewesen, hier Abhilfe zu schaffen: Siris hasst aus irgendeinem Grund Syntheten, NIEMAND mag Aliens (außer “Jupiter”, er wurde ja von einem aufgezogen), Gider hält “Jupiter” für ein Sicherheitsrisiko, Balbur hat einen geheimen Grund, warum er “Jupiter” aufgezogen hat, etc. Alles machbar, alles möglich. Aber BPK läßt seine Figuren am ausgestreckten Arm emotional verhungern.

Ich weiß, wo dieses Problem herkommt: junge Autoren tun sich extrem schwer, ihre Protagonisten mit Fehler auszustatten, mit hässlichen Konflikten. Man idealisiert seinen Helden, weil man sich mit ihm identifiziert. Ich habe bei “Lotta” mal den Satz gebraucht: “Es fällt mir schwer, ihr wehzutun”. Das ist Empathie, es ist menschlich verständlich – aber dramaturgisch katastrophal, weil es die Figuren steril hält.

Kein “sense of time”

Ein weiteres Problem beim Storytelling von „Astro Saga“ ist die mangelnde Vermittlung von zeitlichen Abläufen. Sprünge zwischen Galaxien scheinen genau so schnell (oder schneller) abzulaufen als Sprünge innerhalb unseres Sonnensystems, kein Schlaf oder Zwischenstopp gibt uns ein Gefühl dafür, wieviel Zeit zwischen den Seiten 5 und 105 vergeht. Manchmal wird willkürlich ein „ticking clock element“ eingeführt (ein Raumschiff wird erst in X Stunden flugbereit sein), ohne dann tatsächlich handlungstragendes Element zu werden. Weil der Leser nie weiß, wann was passieren soll/muss, stellt sich so etwas wie Spannung gar nicht erst ein.

Astro Saga 20Permanente Exposition mangels Entdeckung

Weil unsere Helden (wie oben erwähnt) keine Eigenleistung vollbringen, sind sie darauf angewiesen, dass man ihnen sagt, was Sache ist. An drei Stellen hält das AS-Skript sehr unvermittelt inne, um eine Sackladung Exposition loszuwerden. Und wenn das mal nicht reicht, gehen wir halt gleich in die mystische Ebene (“Somehow knowing what’s expected of him” – steht tatsächlich so im Skript).

Unangenehme Messias-Symbolik

„Jupiter“ wäre gerne sowas wie Jonnie Goodboy aus „Battlefield Earth“, Paul Atreides aus „Dune“, und Jesus Christus – in einer Person. Retter der Menschheit, Sohn des Propheten, Auserwählter. Und das müssen dann eben auch die dumm-religiösen Wüstenvölker glauben, wenn man ihnen das sagt. Zweifel sind nicht angebracht, Beweise nicht von Nöten. Der eigene Name als Waffe, die Beherrschung der Jedi-Kräfte? Sowas hat „Jupiter“ nicht nötig. Glaubt’s ihm halt. Und laßt euch für ihn über den Haufen schießen.

Kein “forward thrust”

Wie ich bereits oben erwähnte, sorgt der Mangel an „wants and needs“, verbunden mit einem völligen Mangel an etablierten Charakter-Motivationen, für eine totale Abwesenheit von „Antrieb“. Eine gute Geschichte findet in den ersten fünf Minuten den Motor, der sie bis zum Ende trägt. Das funktioniert in ALLEN Genres: Wenn ein Kind verschwindet, und alles deutet darauf hin, dass die Mutter es ermordet hat – dann ist die Handlung in groben Zügen vorgegeben: Die Mutter muss sich auf die Suche nach dem Kind machen, ihre Unschuld beweisen, den wahren Täter finden, der Polizei ausweichen, etc. Oder „Terminator“: Schwarzenegger soll Sarah Connor töten, weil sie in der Zukunft den Anführer der Rebellen auf die Welt bringt – Kyle Reese soll das verhindern. In AS gibt es gar keinen solchen „Schub“: Ein Haufen Bösewichter überfällt unser Sonnensystem. Punkt. Und dann? Diese Frage kann auch PBK nie wirklich beantworten.

Astro Saga 26Beliebige Einschübe

Weil die Handlung von AS nicht genug Saft hergibt, um auch nur 30 Minuten zu tragen, werden ständig willkürlich Gefahren und Hindernisse aus dem Hut gezogen, die wir zwar von „Star Wars“ auch kennen, die bei AS aber nerven, weil sie sich im Finale häufen, in dem wir eigentlich nur sehen wollen, dass der Bösewicht endlich die Hucke voll bekommt. Man stelle sich vor, bei der finalen Attacke auf den Todesstern hätte Lukes X-Wing einen Platten gehabt, zwischenladen müssen, Tankstelle suchen, Reifen wechseln, etc. Bei AS sieht das dann so aus, dass unsere Helden auf dem Weg durch den Great Thinker zum Bösewicht nochmal von einem Monster angegriffen werden, dessen Attacke weitaus spannender ist als alles, was danach kommt. Dann stirbt ein zweitrangiger Krieger durch ein abgebrochenes Solarpanel, was sicher extrem teuer zu drehen wäre, aber storytechnisch und emotional null Folgen hat. Auf die Idee, dass der Bösewicht selbst unseren Helden Fallen und Hindernisse stellen sollte, kommt PBK nicht ein einziges Mal. Ach ja: Seine gigantische Armee hat der Bösewicht am Ende des zweiten Akts übrigens selbst vernichtet, weil er sie ja „bald“ nicht mehr braucht – was kann schon passieren, wenn er so lange in einem nicht voll funktionsfähigen Superraumschiff wartet, während sich draußen seine Gegner sammeln?

Astro Saga 23Kein sense of wonder

Science Fiction zeigt uns Dinge, die wir noch nie gesehen haben: Die Monolithen in „2001“, die Welt als Matrix in „Matrix“, oder so banale Dinge wie Jedi-Kräfte und Laserschwerter. Die SF erschafft Welten, die uns fremd sind, und doch schnell vertraut werden, weil in ihnen altbekannte Geschichten erzählt werden. AS hingegen erzählt nur Klischees, und bietet nicht EINE eigene, neue, oder wenigstens variierte Idee. Es ist eine schwach erzählte Space Opera mit einem Haufen zusammenhangloser Ballerszenen, die keinen emotionalen Impact besitzen. Und so, wie eine Anhäufung explodierender Autos keinen guten Actionfilm ergibt, ergibt die Anhäufung von Weltraumschlachten keinen Science Fiction-Film.

Dieser letzte Punkt wiegt umso schwerer, da es immer das erklärte Ziel von PBK war, den „sense of wonder“ in die Science Fiction zurückzubringen. Dafür fehlt es AS aber einfach an Epik, an Pathos, an einer substanziellen Mythologie. Diese Saga ist groß, ohne Größe zu haben.

Keine Themen

Die ist sehr wichtig – und leider auch sehr schwer zu erklären. Ein Film ist nicht nur eine beliebig erzählte Geschichte. Ein Film muss ein „Thema“ haben. Manchmal sogar mehrere. „Matrix“ handelt von der Frage, ob wir in einer falschen, aber erträglichen Wirklichkeit leben wollen – oder in der aussichtslosen Realität. „2001“ handelt von der Frage, ob der Mensch bereit für seinen Platz im Universum ist. „Terminator“ handelt von den Opfern, die wir in der Gegenwart für die Zukunft bringen müssen (und berührt damit auch das grundsätzliche Verhältnis Eltern/Kinder). „12 Uhr mittags“ ist ein Film über die Frage, ob man die von der Gesellschaft aufgestellten Gesetze auch dann um jeden Preis aufrecht erhält, wenn die Gesellschaft selbst einen Rückzieher macht.

AS hat kein Thema, stellt keine Fragen. Bösewicht taucht auf, will sich alles gewaltsam untertan machen, wird besiegt, Ende. Es gibt kein moralisches Fundament, kein Gedankenspiel, an dem wir uns festhalten können.

Ich habe mit BPK ausführlich über ein paar dieser Themen gesprochen, und ich bin überzeugt, dass er der Meinung ist, natürlich sorgfältig die Motivationen und Themen der Figuren gesetzt zu haben. Das Problem: es ist nicht im Skript. Immer wieder mal werden den Protagonisten Sachen in den Mund gelegt, die ihre Beweggründe erklären sollen, aber das ist nie mehr als behauptet. Was immer in Kammermeiers Kopf sein mag, er hat es nicht vermocht, es auch auf das Papier zu bringen. Ich glaube ihm, dass er jahrelang recherchiert hat, um die linguistisch-historischen Details vorzubereiten, aber am Ende klingt es doch wieder wie klingonisch, und die emotionale Ebene bleibt komplett unterversorgt.

Das alles wäre wahrlich schon genug. Wenn es doch nur alles wäre…

Zufall, alles Zufall – oder?

Gepostet am 24. Juni, 2008 um 16:13 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Neues.

DVD Cover

Die sehr große Astro Saga-Skriptkritik (2): Die Story – geklaut, beklaut, oder vergeigt?

Gepostet am 24. Juni, 2008 um 10:00 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Neues.

Intro, Teil 1

Worum geht’s denn nun eigentlich?

Astro Saga 6In Rücksprache und auf Bitten des Autors sollte ich mir eine ausführliche Schilderung der AS-Handlung verkneifen. Albern genug, denn meine Zurückhaltung würde nur dann Sinn ergeben, wenn ich vermeiden wollte, dem künftigen Zuschauer der AS zuviel zu verraten. Da AS aber nicht produziert wurde (und vermutlich auch nie produziert wird), bliebe alles, was ich hier nicht sagen darf, auch künftig im Dunkeln.

Doppelt albern wird die Sache, weil Kammermeier selbst schon in den 80ern der “Film Illustrierte” einen ziemlich umfangreichen (und größtenteils immer noch stimmigen) Einblick gab:

Astro Saga Story

Dazu muss man allerdings sagen: Alles, was in der linken Spalte steht, ist Backstory, kommt also im Film nicht vor. Die rechte Spalte repräsentiert vergleichsweise akkurat, was auch in meiner Skriptfassung zu lesen war.

Wie ihr sicher mitbekommen habt, hat sich das Thema mittlerweile erledigt, weil Kammermeier selbst sein Skript zum Verkauf anbietet. Die Story ist damit Allgemeingut.

Ich fasse es nochmal grob mit eigenen Worten zusammen:

Im Weltraum des Jahres 2103 werden Artefakte gefunden, die 17 Jahre später ein Tor öffnen, durch das die Baata-Armee des bösen Nork kommt, um unser Universum zu unterjochen. Glücklicherweise wurde das bereits vorausgesehen, und der Jüngling „Jupiter“, der von dem Sumpfmond-Alien Balbur großgezogen wurde, ist auserwählt, Nork die faltenfreie Stirn zu bieten. An seiner Seite hat er Gider, einen Agenten der mächtigen Concor Corporation von der Venus, und Siris, die Tochter eines ermordeten Wissenschaftlers, der an der Entschlüsselung der Artefakte gearbeitet hat. Sie versuchen, Nork aufzuhalten.

Alles „Stargate“, oder was?

Astro Saga 7BPK gibt sich in Artikeln große Mühe, den immer wieder aufkommenden Vergleich mit „Star Wars“ abzustreiten. Er sieht AS in der Tradition von „2001“, will aber nicht so abgehoben sein. Was an Ähnlichkeiten zu „Star Wars“ vorlag, habe er sowieso in eine andere Richtung entwickelt, die sich Emmerich dann als „Stargate“ unter den Nagel gerissen hat. Zumindest sieht BPK sein Projekt also in einer Reihe mit den ganz großen Werken der Kino-SF stehen.

In der Tat: Man kann AS keine zu große Ähnlichkeit mit „Stargate“ vorwerfen.

AS ist ein waschechter „Star Wars“-Klon. Und kein besonders guter. Geschrieben von jemanden, der anscheinend nicht verstanden hat, wieso Star Wars funktioniert. Vom Handling der Technologie über die Figurenkonstellation, vom pseudo-mystischen Anspruch bis zur Erzählstruktur. Nur eben ohne eine echte Begabung für diese Sorte Stoff (Witze über das Talent von George Lucas bitte hier einfügen).

Es macht mich ehrlich gesagt fassungslos, wie jemand etwas so sehr abstreiten kann, was so offensichtlich ist. Nach der gleichen Logik wäre „Der Millenium-Mann“ kein Abklatsch von „Der Sechs-Millionen-Dollar-Mann“, und „Crimson Force“ kein Abklatsch von „Sumuru“ gewesen. Und ja, das war ein Insider-Gag. Muss auch mal erlaubt sein.

„Jupiter“ ist Luke, Siris ist Leiah, Gider ist Han, Balbur ist Yoda, Nork ist Darth Vader, Swampmoon ist Dagobah, der „Great Thinker“ ist der Todesstern. Man kann es bestreiten, aber das macht es nicht weniger wahr.

Astro Saga 8

Mal langsam zum mitschreiben: Ein Bösewicht will sich die Menschheit untertan machen, und zwar mit Hilfe eines gigantischen Schlachtschiffes. Ein Jüngling, der bei einem verquer redenden Sumpfmond-Gnom in die Lehre gegangen ist, sieht es als seine (durch Visionen und seltsame Kräfte erkannte) Aufgabe an, den Bösewicht zu stellen, mit dem er unbekannterweise in einem verwandtschaftlichen Verhältnis steht. Zur Seite steht ihm dabei nicht nur sein Lehrmeister, sondern ein cooler schlagkräftiger Agent, und eine attraktive junge Frau, die gerade ihren Vater verloren hat. Am Schluss kommt es zum großen Kampf auf dem Schlachtschiff, nachdem unsere Helden u.a. Bekanntschaft mit einem kloakigen Monster gemacht haben, welches dort lebt.

Darf ich an dieser Stelle kurz anmerken, dass Ralph Sander in seinem AS-Artikel für die Starlog einen Vergleich von Lucas und Kammermeier ablehnte, weil dieser KAMMERMEIER nicht gerecht werde?

Man kann natürlich einwerfen: “Moment mal, auch Lucas hat sich bloß an die Eckpfeiler der ‘Heldenreise’ gehalten – wieso ist das bei Kammermeier plötzlich verwerflich?”. Ganz einfach: Weil Kammermeier nicht nur die analogen Elemente der Heldenreise verwendet, sondern sie auch in das gleiche Umfeld setzt, mit den gleichen Szenarien. Er plagiiert die Heldenreise eben nicht an ihrer Quelle, sondern ausgehend von Lucas. Und das nicht besonders gut.

AS ist ein Amalgam aus Star Wars und Empire Strikes Back – ohne Laserschwerter, ohne Unterhaltungswert, ohne Gespür für Coolness. Der Mangel an erzählerischer Wucht ist dabei besonders schmerzlich, denn letztlich ist der „große Showdown“ eine maue Schlägerei zwischen „Jupiter“ und dem Bösewicht mit dem einfallsreichen Namen Nork. Bei der sich „Jupiter“ übrigens erneut als kompletter Warmduscher erweist.

Nicht nur die grundlegende Erzählstruktur, auch diverse einzelne Sequenzen stammen direkt aus dem „Star Wars“-Universum: Dagobah, die Flucht von Mos Eisley, die Flucht vom Todesstern, Jabbas Barke, das Monster in der Presse, etc. Alles recycelt.

Astro Saga 29

An diversen Stellen streut BPK dann noch Sequenzen ein, die augenscheinlich aus anderen SF-Filmen stammen, die er mal gesehen hat. So ist Concor auf der Venus eindeutig nach der Tyrell Corporation in „Blade Runner“ modelliert. Der Charakter Gamal hingegen erinnert an Jonnie Goodboy aus „Battlefield Earth“, wenn er als Stammeskrieger mit antiken Handbüchern plötzlich Raumgleiter fliegen kann.

Astro Saga 9Ob das Dimensionstor nun eine direkte Referenz zu „Stargate“ darstellt, erscheint mir irrelevant, denn Dimensions- und Zeittore gab es in der SF schon 30 Jahre vorher. Darauf haben weder Emmerich noch BPK ein Monopol. Was man allerdings mit Sicherheit sagen kann: Emmerich hat aus dem Thema ungleich mehr rausgeholt als BPK. Man mag „Stargate“ für kindisch und prätentios halten, aber es ist ein vergleichsweise stimmiges SF-Universum, das immerhin Stoff für einen Kinofilm, zwei TV-Serien, TV-Filme, und eine Zeichentrickserie bot.

Überhaupt war die ganze leidige Emmerich-Geschichte kaum aufzudröseln. BPK besteht ja darauf, dass Emmerich sich bei ihm die Inspiration für “Stargate” bei der “Astro Saga” geklaut hat. Ich habe allerdings aus berufenem Mund erfahren, dass Emmerich das grobe Konzept zu „Stargate“ bereits Jahre vor seiner Begegnung mit Kammermeier entworfen hatte, damals noch unter dem Namen „Nekropolis“. Das schließt natürlich nicht aus, dass er sich Ideen und Konzepte bei Kammermeier geklaut hat, aber es zeigt doch, dass die Vorkommnisse nicht schwarz/weiß zu bewerten sind. Wenn es stimmt, wäre es verwerflich – und würde mich überhaupt nicht wundern. Aber selbst wenn es stimmt, dann könnte man die These aufstellen, dass die MGM Kammermeier genau deswegen einen Vertriebs-Vorvertrag für AS gegeben hat – um ihn ruhigzustellen. MGM hatte schließlich „Stargate“ produziert, und war nicht daran interessiert, in einen langjährigen Rechtsstreit verwickelt zu werden. Eine Vermutung, klar, aber Kammermeier selbst gibt zu, dass er von einer umfassenden Klage gegen Emmerich abgesehen hat, um sich bei MGM kein Ei zu legen. Man könnte also ein cleveres Manöver von MGM unterstellen, aber dafür habe ich keine Beweise, nur Indizien. Und es soll hier auch gar nicht Thema sein.

Ich muss auch in den weiteren Beiträgen massiv auf die Ähnlichkeiten zu „Star Wars“ hinweisen. Man kann AS nicht lektorieren, ohne ständig zu bemerken, dass Lucas exakt die gleiche Geschichte einfach deutlich besser erzählt hat. “Astro Saga” ist “Star Wars”, aber ohne Jedis, ohne Laserschwerter, ohne Chewbacca, ohne C3PO, ohne R2D2, ohne den Millennium Falcon. Dafür mit endlosen Raumschlachten und ganz viel Luke Skywalker.

Und warum das alles so ist? Nächstes Mal gehe ich in die Details…

Apokalypse WOW!
Habe ich was Falsches gesagt?!

Gepostet am 23. Juni, 2008 um 15:52 Uhr
Kategorien: Neues.

Eis

Hier fallen gerade keine Hagelkörner vom Himmel, sondern EISBROCKEN!

Update:

20 Minuten später:

Sonne

Scheck? Welcher Scheck?

Gepostet am 23. Juni, 2008 um 14:19 Uhr
Kategorien: Neues.

Vor ein paar Wochen bekam ich eine unerwartete Email aus den USA – ob ich wohl DER Torsten Dewi sei, der “Post Impact” geschrieben habe? Trotz ausreichender Gründe, das zu bestreiten, gab ich mich zu erkennen. Man teilte mir mit, bei der WGA (Writer’s Guild of America) wären Tantiemen für Auslandsrechte eingegangen, die mir nun zustünden.

Ich hielt das für einen Gag, eine neue Variante des Nigeria-Scams, oder den Versuch meines Finanzamtes, mir irgendwelche nicht existenten Tricksereien unterzuschieben. Warum sollte ich WGA-Tantiemen bekommen? Der Film war nicht unter WGA-Ägide entstanden, und Mitglied der WGA war ich auch nicht.

Ich verbuchte die Anfrage unter “seltsam, seltsam” – bis heute der Scheck in der Post lag (Klick für die vergrößerte Fassung):

Unerwartete Zahlungen (dazu zähle ich auch die Tantiemen meiner Bücher) nenne ich immer “Spassgeld”. Man hat nicht das Gefühl, dafür wirklich gearbeitet zu haben, und kann es daher sorglos auf den Kopf hauen. Die Summe geht euch nix an – aber soviel sei verraten: Ich muss auch künftig im Schweiße meines Angesichts schuften.

Ich denke daran, mir den Scheck einrahmen zu lassen. Nur so.

R.I.P. George Carlin

Gepostet am 23. Juni, 2008 um 12:01 Uhr
Kategorien: Neues.

Einer der besten US-Komiker ist gestorben. Hier “7 words you can’t say on TV”, ein Text, der ihn berühmt gemacht hat:

Und weil’s mein Thema ist:

If you see God, George, kick his ass for me, will ya?

Die sehr große Astro Saga-Skriptkritik (1): Das viel zu rechtfertigende Vorwort

Gepostet am 22. Juni, 2008 um 00:18 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, In Arbeit, Neues.

Soweit alle wieder auf dem neusten Stand? Frisch im Kopf? Nochmal auf dem Topf gewesen? Tüte Chips bereit gestellt? Telefon von der Gabel genommen? Testament gemacht?

Astro Saga LogoIn vielerlei Hinsicht ist „Astro Saga“ eine der faszinierendsten Geschichten, die ich je erlebt habe. Nicht das Skript selbst, Gott bewahre. Ich rede von den Reaktionen, die mein erster, noch vergleichsweise unschuldig gemeinter Beitrag nach sich zog. „Astro Saga“ hat surrealen Schauwert, Platz für Verschwörungstheorien, fast schon religiöse Gefechte.

Wir rekapitulieren…

Ich hatte eine These in den Raum gestellt: AS ist eine Chimäre, die Phantasterei eines Mannes, der sich selbst auf Augenhöhe mit Lucas, Kubrick & Co. sieht – mit dem einzigen Schönheitsfehler, dass er sein Projekt nicht verwirklichen konnte. Ich hoffte darauf, im Fandom auf jemanden zu stoßen, der etwas Licht ins AS-Dunkel bringen konnte. Nie hätte ich damit gerechnet, dass sich BPK selbst zu Wort melden würde. Doch die Freude über das direkte Feedback aus erster Hand wich bald außerordentlicher Verwirrung – Kammermeier warf wahllos mit Anekdoten und Namen um sich, um seine eigene Legende zu untermauern, fühlte sich unverstanden, um dann genau das Bild zu bestätigen, das ich von ihm hatte. Doch er brachte sich damit in eine Zwickmühle: Je mehr er insistierte, dass sein AS-Skript großartig sei, desto weniger plausible Gründe konnte er vorbringen, es nicht herauszurücken. Schließlich (und gegen den Rat guter Freunde, wie er in einer Email betonte) schickte er mir eine Fassung. Englisch, datiert 20.7.1997. Signatur handschriftlich: „Viel Spaß beim Lesen! Kammermeier“. Eine Drohung?

Ich brauchte eine Woche, und sicher zwei Dutzend Anläufe, um mich durch die 103 Seiten zu fressen. Normalerweise lese ich ein Skript in zwei Stunden. Und ich schreibe keine sechs Seiten Notizen. In dieser Zeit flogen seitenlange Emails zwischen Kammermeier und mir hin und her, von sehr schwankendem Tonfall: Er war freundlich und kooperativ, wenn wir nicht über AS sprachen (er bot mir sogar an, das verloren gegangene Raumschiff-Modell aus „Sumuru“ nachzubauen), verging sich aber in bizarre, sehr verkrampfte Theorien, wenn es darum ging, das Debakel der „Astro Saga“ zu erklären. Sein Tenor blieb dabei immer: Ich habe keine Fehler gemacht – ich habe mich nur mit den falschen Leuten eingelassen. So viele Fehlschläge mit der AS und allen anderen von ihm geplanten SF-Projekten (Euro Cargo, Strangers in the Night, Space Spiders, Moontrap 2) – sah er nicht mal die theoretische Möglichkeit, es könne an ihm oder an der Qualität der Projekte liegen? Nein. Kammermeier machte komplett dicht: er wisse, dass er gut schreiben könne, und er habe Bewertungen von Dutzenden von Leuten, die sein Skript toll fanden. Ich blieb hartnäckig: aber waren das nach eigener Beschreibung nicht Leute, die entweder branchenfremd waren, oder von der realisierten AS profitiert hätten, also nicht wirklich objektiv waren? Und wieso waren nicht Dutzende anderer Investoren eingesprungen, als der private Finanzier ausfiel?

Astro Saga 2Kammermeier wurde immer vager – und schriller. Er ist ein Meister des „agitated rant“, des aufgebrachten Schwadronierens. Er antwortet nicht gerne auf konkrete Fragen oder Kritik, sondern wiederholt ad infinitum dieselben Sprachhülsen und Phrasen, Vorwürfe und Rechtfertigungen. Es ging soweit, dass ich jede Frage mit der expliziten Notiz „BITTE ANTWORTEN“ versah, um deutlich zu machen, dass ich durchaus auf der Suche nach Antworten war. BPK bestand darauf, er habe keine Probleme, etwas zu verstehen, schließlich habe er einen nachgewiesenen IQ von 146. Den korrigierte er in seiner nächsten Email auf 126. Ich fand das albern, fühlte mich aber mittlerweile von Kammermeier persönlich herausgefordert.

Auch mein Ton wurde härter: Immer öfter sagte ich BPK auf den Kopf zu, dass seine Behauptungen bizarr bis unglaubwürdig seien, und ich darin einen ziemlich guten Hinweis sähe, warum er AS nicht habe umsetzen können.

Kammermeier konnte natürlich auch das nicht annehmen: Erfolg in dieser Branche sei ausschließlich auf Glück oder Protektion zurückzuführen. Ob ich denn nicht wisse, dass Emmerich seine ersten Filme von seinem Papa finanziert bekommen habe? So laufe doch der Hase in Deutschland! Er selbst habe nie reiche Eltern gehabt, oder einen bekannten Namen. Meinen Einwurf, dass das doch für mich auch gelte (ich zog seinerzeit mit 15.000 Euro Schulden nach dem Tod meines Vaters in ein möbliertes Zimmer nach München), ließ er nicht gelten. Stattdessen beschwerte er sich, dass man seine Frau nicht zu Bernd Eichinger durchgestellt habe, als diese ihn wegen eines unglücklich verlaufenen Termins (mit einem Eichinger-Praktikanten) zur Rede stellen wollte.

Irgendwann begriff ich, dass es gar nicht möglich war, auf eine Verständnisebene mit BPK zu kommen. Er ist ein Mensch, der sich sein Weltbild in Stein gegossen hat. Für ihn ist 2 + 2 = 5. In dieser Welt ist sein Ego intakt, die Astro Saga brillant, und die Branche nur darauf aus, ihn zu demütigen (ich inklusive).

Astro Saga 1Ich musste also die Entscheidung treffen: Was jetzt? Breche ich das „Experiment Astro Saga“ ab, schicke es wieder in die Obskurität zurück? Verzichte ich darauf, das Skript zu besprechen, weil man mir sowieso vorwerfen wird, nicht objektiv zu sein, und Kammermeier nur eine reinwürgen zu wollen? Wer mich kennt, ahnt die Antwort: Kommt ja gar nicht in Frage! Ich habe in den letzten 20 Jahren hunderte von Drehbüchern gelesen und lektoriert, von Freunden und von Feinden. Ich habe gelernt, und ich bin vergleichsweise stolz darauf, meine persönlichen Ressentiments dabei an der Eingangstür abzugeben. Wichtiger noch: Im Gegensatz zu Kammermeier kann ich Mensch und Werk auseinander halten.

In den Stunden vor der Veröffentlichung tat  Kammermeier übrigens genau das, was ich vermutet hatte – er versuchte, die freie Besprechung seines Drehbuches zu verhindern. In einer Email behauptete er plötzlich, ich dürfe kein einziges Detail aus dem Drehbuch bekannt geben, es sei denn, jemand habe vorher schon darüber berichtet. Also auch keine inhaltlichen Fakten oder Zitate. Aus Rücksichtnahme auf sein Copyright solle ich solche Auslassungen doch lieber auf private Emails beschränken – oder ihm den Text vorab zuschicken, damit er problematische Passagen streichen könne. Nur, damit ich nicht “angreifbar” werde. Dieses generöse Angebot kam mit dem Hinweis auf seinen Anwalt…

Gestern Nacht stellte ich diesen Teil hier unter dem Titel „Das rechtfertigende Vorwort“ online, in einer ungleich ausführlicheren und härteren Fassung (meine Abhandlung über die „Astro Saga“ umfasste zu diesem Zeitpunkt bereits monströse 37 Manuskriptseiten). Eine Stunde später, ich lag schon im Bett, griff ich noch einmal nach meinem Notebook, und setzte den Status des Beitrags wieder auf „unveröffentlicht“. Ich fühlte mich schlecht, klein, und gemein. Klar, es hatte Heidenspass gemacht, mir nach den ermüdenden Wochen im Clinch mit Kammermeier den Frust von der Seele zu schreiben, und das Projekt AS wie auch die Person Kammermeier mit massiver rhetorischer Härte in den Boden zu stampfen. Immer sachlich korrekt, aber mit einer ganzen Batterie von sprachlichen Cruise Missiles. Angriffsfläche hatte er mir genug geboten, es war also sehr leicht gewesen.

Astro Saga 3Trotzdem: Ich las die Texte wieder und wieder – und es fühlte sich nicht richtig an. Es klang hysterisch, wütend, unkontrolliert. Alles Eigenschaften, die ich haben mag, die ich aber nicht gerne für alle Welt zur Schau trage. Und mir wurde klar, dass meine Leser sie nicht nachvollziehen können, denn sie haben ja keine geschätzten 100 Seiten Korrespondenz mit Kammermeier (und das Drehbuch) durchlitten. Der einzige Leser, der einen Kommentar schrieb, bevor ich den Beitrag wieder offline nahm, drückte es so aus: „Gefühlsmäßig: – Ein Stück weit Mitleid mit BPK. – Ein Stück weit Ungewissheit, was passiert, wenn man einen Menschen wie BPK in die Ecke drängt“.

Damit war klar – ich war dabei, mir einen Bärendienst zu erweisen. Ohne den kompletten Background las sich der Bericht wie die persönliche Rache an Kammermeier, die er eben nicht sein sollte. Und er würde Kammermeier zum geprügelten Underdog machen.

Ich kam zu der ganz hässlichen Frage: Soll ich es nicht lieber gut sein lassen?

Aber ich kann nicht zurück. Ich kann den Berg nicht besteigen, und drei Meter vor dem Gipfel sagen: Das reicht. Auch für mein eigenes Seelenheil braucht die Geschichte der „Astro-Saga“ im Rahmen des Wortvogel-Blogs einen Abschluss. Vielleicht keinen schönen, keinen sauberen, und keinen friedfertigen. Aber einen fairen und endgültigen. Das schulde ich nicht BPK. Das schulde ich vermutlich nicht mal meinen Lesern. Aber ich schulde es mir. Ich habe einfach zuviel investiert, um es einfach so gut sein zu lassen. Und darin bin ich BPK vielleicht nicht so unähnlich.

Astro Saga 5Also habe ich den gesamten Text jetzt noch einmal überarbeitet, geglättet, präzisiert, verfeinert. Kein Argument ist rausgefallen, meine Meinung bleibt klar wie das Wasser eines Bergsees. Doch ich formuliere sie nun mit weniger Wut im Bauch, und mit mehr Rücksicht darauf, dass meine Leser meinen Frust nicht nachvollziehen können – und Kammermeier es ja sicher nicht darauf angelegt hatte, mich zu provozieren.

Begleitet mich also in den nächsten Tagen, wenn ich schweren Herzens nach dem Gewehr greife, um dem leidenden, alten und schwer verletzten Gaul „Astro Saga“ den Gnadenschuss zu geben. Weine nicht, kleiner Timmy, es ist besser so.

Wie geil ist das denn?

Gepostet am 21. Juni, 2008 um 21:37 Uhr
Kategorien: Lustiges, Neues.

Sehr geil ist das:

Birds

Die “Vögel-Barbie” (hi hi). Via hier.

iriver-Ärger: Mein MP3-Player kann “Doom”

Gepostet am 21. Juni, 2008 um 00:43 Uhr
Kategorien: Gedanken, Neues.

iriverIch brauche nicht wirklich einen MP3-Player. Ich bin nicht oft unterwegs, und wenn ich tatsächlich vor die Tür gehe, höre ich gerne den Sound der Welt, die mich umgibt. Warum so viele Menschen Interesse daran haben, sich durch Stecker im Ohr von ihrer Umgebung zu isolieren, wird mir immer ein Rätsel bleiben.

Trotzdem habe ich mir vor ca. anderthalb Jahren einen iriver H10 gekauft, weil er mit 99 Euro als Auslaufmodell spottbillig war. Ich dachte mir: 5GB mit Hörspielen und Comedy-Programmen sind genau das, was ich in der Türkei am Pool brauche, um nicht vor Langeweile durchzudrehen. Das war auch ganz prima so. Funktionen wie Radio oder Bildbetrachter habe ich nie benutzt.

Erwartungsgemäß hat das Gerät seither rumgelegen. Ausnahme: Vor einem halben Jahr stieß ich im Netz auf eine Open Source-Firmware namens “Rockbox“, die den Player deutlich leistungsfähiger macht. Ob man es glaubt oder nicht – er kann sogar “Doom” spielen! Aber optisch fand ich die Oberfläche wenig ansprechend, und “Doom” wollte ich auf dem Gerät ja gar nicht spielen. Husch husch, zurück in die Schublade.

Nun habe ich mir vor ein paar Monaten ein neues Auto gekauft – den kleinen Toyota Aygo, Sondermodell CKIN2U. Abgesehen von der prima Vollausstattung (Klimaanlage, Zentralverriegelung, CD-Autoradio, Leder/Alcantara-Sitze) brachte der noch ein paar schickschnackige Sachen mit: CK-Parfüm für Sie und Ihn, eine Notebook-Tasche (die sich tatsächlich als ideal für mein Subnotebook herausstellte), und ein 2GB-MP3-Player, der sich über ein Aux-Kabel an das Autoradio anschließen lassen sollte.

Der Player, ein hilfloses chinesisches Plagiat des alten iPod mini, stellte sich augenblicklich als unbrauchbar heraus: Die Tasten klemmten, und das Handling war eine Katastrophe. Diesen Müll stöpselte ich nicht einmal testweise in mein Autoradio. Ich behielt aber die Idee im Kopf, aus meinem iriver H10 eine Musikstation für meinen Wagen zu machen.

Heute abend setzte ich mich ran. Die alte iriver-Firmware war noch drauf, ich musste sie nur wieder richtig benennen, um die Rockbox loszuwerden. Von der Installation der Rockbox-Software wußte ich noch, dass man zum Start-Knopf auch die Select-Taste gedrückt halten muss, damit der H10 als externe Festplatte erkannt wird. Ich löschte die Rockbox-Dateien, schaufelte fleißig Mp3s in das Verzeichnis “Music”, und zog dann wieder den Stöppsel. Ergebnis: nix. Das Gerät erkannte zwar die korrekte Firmware, aber die aufgespielte Musik nicht. Auch der Menüpunkt “Datenbank aktualisieren” schuf keine Abhilfe.

Was tun? Die CD mit der Original-Software von iriver hatte ich nicht mehr, Handbuch auch nicht. Nun bin ich kein Programmierer, und ein Tüftler auch nicht. Aber ich bin hartnäckig, und extrem stur. Außerdem glaube ich an die Macht des Internets, wenn es um Lösungen geht. Mein Motto: Jedes Problem, das man haben kann, haben 100 andere auch gehabt. 10 davon haben sich im Internet beschwert, und mindestens 1 hat eine Lösung parat.

Von iriver selbst war keine Hilfe zu erwarten, denn dort hat man nicht einmal mehr die Treiber für den Player vorrätig. Vielen Dank.

Erste Hilfe kam von der Webseite “Safe Manuals“, die alte Betriebsanleitung hortet.  Dort wurde ich fündig. Ich stieß erstmals auf Begriffe wie UMS und MTP, die mir aber noch nichts sagten. Eine Google-Suche brachte mich darauf, dass MTP ein Modus für Musikplayer ist, mit dem sie sich am PC anmelden – und der bedeutet, dass sie nur über den Windows Mediaplayer oder hauseigene proprietäre Software mit Inhalten zu befüllen sind. Schöne Scheiße, das war mir erheblich zu kompliziert. Ich lernte auch, dass ich durch die On/Select-Kombination den MTP-Modus schon umgangen hatte – nur so konnte man MP3-Dateien überhaupt per drag&drop in den Pfad “Music” schaufeln.

Nun kam ich der Sache schon näher: Wie es aussah, ist die Firmware darauf geeicht, nur Musik anzuerkennen, die im MTP-Modus quasi “offiziell” aufgespielt wurde. Kein Wunder, dass er meine von Hand übertragenen Songs nicht erkannte! Ich fand es aber auch ein wenig skandalös, dass iriver hier so restriktiv vorging. Es stellte sich heraus, dass es einen Workaround für das Problem gibt: Statt über den Menüpunkt “Musik” muss man auf dem Player über “Browser” die Dateien von Hand auswählen. Das wiederum war mir erheblich zu unkomfortabel.

Ich stellte mich auf den Standpunkt, dass die Open Source-Geeks nie im Leben so eine bescheuerte Handhabung des Players durchgehen lassen konnten, zumal das alles sicher nicht Linux-kompatibel war. Also googelte ich noch ein wenig weiter, und stieß auf eine Software, die mir schon vom Namen her sympathisch war: easyH10. Und siehe da: Genau DAS hatte ich gesucht! easyH10 ist ein kleines Tool, das die auf den Player geschaufelten MP3 nachträglich mit einer für den H10 lesbaren Datenbank versieht. Das geht sehr fix, und völlig problemlos.

Dank easyH10 kann ich nun meinen iriver H10 mit der hauseigenen Firmware nutzen, ohne bei der Befüllung auf die proprietäre Software (oder gar Windows Mediaplayer 10) angewiesen zu sein. So und nicht anders hatte ich mir das vorgestellt, und der erste Hörtest eben im Auto hat gezeigt: es ist eine dufte Sache.

Wieder einmal zeigt sich: wer aufgibt, verliert.

Schreibe ich das, weil ich so furchtbar stolz auf mich bin, weil der Mensch mal wieder über die Maschine gesiegt hat? Teilweise. Hauptsächlich schreibe ich das aber, weil ich finde, DASS SO EIN SCHEISS ERST GAR NICHT VORKOMMEN DÜRFTE!! Was soll der Müll? So ein Drama kann man doch keinem Normaluser zumuten! Wo bleibt da die Bedienungsfreundlichkeit? Warum steht nicht im Handbuch, dass MTP den UMS-Modus blockiert? Wieso sind die Unterlagen und Downloads eines zwei Jahren alten Players nicht mehr auf der iriver-Webseite?

Man kann das auch so ausdrücken:
YouTube Preview Image

Mit Computer-Usern kann man es ja machen. Ein schönes Beispiel, dass es auch anders geht, ist mein flammneues Navi, ein Medion GoPal. Weil der Hersteller korrekterweise davon ausgeht, dass die meisten Autobesitzer keine PC-Cracks sind, und das Gerät womöglich während der Fahrt handhaben, ist es wirklich idiotensicher zu bedienen. Mit der selbsterklärenden Oberfläche kam sogar mein Stiefvater zurecht, und der fasst sowas sonst nicht mit der Kneifzange an. Testweise habe ich mal die zugehörige Software an meinem PC installiert, um das Kartenmaterial zu sichten. Schau an, auch hier dominiert das Prinzip “Gucken, klicken, fertig”.

Kann/sollte das nicht immer so sein?

Aber saucool is’ schon: Mein MP3-Player kann “Doom”…

Die sehr große Astro Saga Skript-Kritik:
Lese-Empfehlungen

Gepostet am 19. Juni, 2008 um 22:05 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Gedanken, Neues.

Nein, ich habe es nicht vergessen – meine ausführliche Besprechung des Drehbuches von Bernd Kammermeiers unverfilmtem “opus magnum” kommt. Die “Astro Saga” wird so ausführlich besprochen, wie es mir möglich ist. Es wird ein Mehrteiler, wie ihr ihn vom “Wortvogel” kennt. Und es würde mich freuen, wenn ihr euch wieder zahlreich und lautstark beteiligen würdet.

Vorab möchte ich euch die Möglichkeit geben, selber nachzulesen, was in den letzten 20 Jahren über die Astro Saga geschrieben wurde.

Die bisherigen Beiträge und die Diskussion zu dem Thema findet ihr hinter diesen Links:

http://wortvogel.de/?p=1058

http://wortvogel.de/?p=1281

http://wortvogel.de/?p=1288

http://wortvogel.de/?p=1289

http://wortvogel.de/?p=1294

http://wortvogel.de/?p=1324

Von Kammermeier selbst kam dieser Artikel aus dem Jahr 1985:

BILD 1985

Kai Meyer, mittlerweile einer der erfolgreichsten deutschen Genre-Autoren, schrieb als Teenager bereits enthusiastische Berichte über das Projekt für die “Film-Illustrierte”. Er war so nett, uns beide Artikel einzuscannen. Per Klick auf das Bild könnt ihr die Artikel als PDF laden.

Film Illustrierte

In der Moviestar konnte man in den 90ern einen weiteren Artikel lesen. Auch hier gilt – Klick für das PDF:

Moviestar

Kammermeier selbst versuchte in den 90ern, mit einem schön gestalteten Prospekt Interessenten zu werben:

Astro Saga Prospekt

Auch Ralph Sander, Autor des Buches “Das Star Trek Universum”, hat einen begeisterten Artikel für die deutsche Ausgabe der Zeitschrift “Starlog” geschrieben. Er hat mir jedoch untersagt, diesen abzudrucken, weil er sich nach eigener Aussage von der damaligen Präsentation der Astro Saga hinter das Licht geführt fühlte, und das Thema heute nicht mehr aufgerührt sehen möchte. Obwohl das Abdruck-Recht beim damaligen Infinity-Verlag liegt, respektiere ich Ralphs Wunsch, zu dieser Diskussion nichts beizutragen.

Wenn ihr die Artikel gelesen habt, kennt ihr den Hype. Ab dem Wochenende gibt es dann die Wahrheit. Die ganze Wahrheit. Und nichts als die Wahrheit. So wahr mir… ach ne, an den glaube ich ja nicht.

Ich werde übrigens häufiger auf die Kürzel BPK (für Bernd P.  Kammermeier) und AS (für Astro Saga) zurückkgreifen, also stellt euch bitte darauf ein.

Ein Leckerli für wahre SF-Feinschmecker

Gepostet am 18. Juni, 2008 um 23:02 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Neues.

Bevor James Cameron Regisseur von “Terminator” und “Titanic” war, arbeitete er als Modellbauer und Designer u.a. für den B-Movie-Papst Roger Corman. Und DAVOR war er Filmstudent. Zu den meistgesuchten Raritäten dieser Ära gehört ein zwölfminütiger Kurzfilm, mit dem Cameron die Möglichkeiten des geplanten Films “Xenogenesis” darstellen wollte.

Tatsächlich hatte ich mal ein Bootleg-Tape von “Xenogenesis” in richtig schlechtem Zustand, und fand es außerordentlich faszinierend. Camerons Erzählsprache und die Themen, die ihn beschäftigen, sind selbst in dem kruden Kurzfilm schon deutlich erkennbar. Mehr noch: Design und einzelne Ideen wurden kaum verändert später in “Planet des Schreckens”, “Terminator” und “Aliens” wiederverwendet.

Im Internet habe ich eine etwas erträglichere Kopie von “Xenogenesis” als Quicktime gefunden. Der Film ist angeblich mittlerweile Public Domain, also lizenzfrei. Ich habe ihn in zwei Teile aufgesplittet, und auf YouTube hochgeladen.

Teil 1:

Teil 2:

Firefox 3 – Feedback – Fantastico

Gepostet am 17. Juni, 2008 um 23:03 Uhr
Kategorien: Neues.

FF3Nun ist er also raus, der “Firefox 3″ Browser, und weil ich ein Herdentier bin, habe ich am Download-Rekordversuch der Mozilla-Stiftung teilgenommen, obwohl ich locker ein paar Tage hätte warten können. Seit zwei Stunden arbeite ich mit dem “Volksbrowser” (wenn schon deutsch, warum dann nicht “Volksbrauser”?).

Hier meine ersten Eindrücke:

  • Installation stressfrei, alte Lesezeichen und Einstellungen werden übernommen, Plugins auf Kompatibilität geprüft, neue Versionen werden notfalls nachgeladen, geht sehr fix
  • Von 28 Plugins funktionieren 21 sofort, 2 kriegen ein Update, fünf verweigern den Dienst vorläufig. Störend ist das allerdings nur bei Roboform, welches bei mir sämtliche Passwörter und Logins verwaltet.
  • Ärgerlich: Fire-FTP macht ein Update, versagt aber dann am Zertifikat, als ich auf den Server mit meiner Webseite zugreifen will. Da muss mein IT-Experte nochmal ran.
  • Neues Standard-Theme ist schnörkellos und ein wenig langweilig, leider sind bei den Themes noch wenige an Firefox 3 angepasst. Auf Noia 3 muss ich also noch warten.
  • Erstes Surf-Gefühl: In der Tat deutlich fixer als die vorherige Fassung. Die Webseiten poppen komplett auf den Schirm. Toll. Die “Awesome-Bar” macht es leicht, öfter besuchte Seiten auch ohne Lesezeichen wiederzufinden. Passwort-Speicherung ist schön komfortabel geregelt. Die Lesezeichen-Verwaltung ist etwas aufgeräumter, aber das ist mir schnuppe.
  • Ganz besonders erfreulich: Wie es aussieht, haben die Entwickler das lästige Speicherfrass-Problem halbwegs in den Griff bekommen – während der Browser früher gerne mal 400mb RAM unter seine Fittiche nahm, hält er sich hier relativ konstant unter 150mb, und gibt die Ressourcen auch sofort wieder frei, wenn ein speicherintensiver Tab geschlossen wird. Vorbildlich!

Abgesehen davon, dass Firefox3 sowieso Pflicht ist (es sei denn, man steht auf Opera), kann ich den Download nur empfehlen. Sensationen gibt es keine, aber die wurden im Vorfeld ja auch nicht versprochen.

UPDATE: sxipper scheint eine gute Freeware-Alternative zu Roboform zu sein, die noch dazu Roboform-Daten importiert, und mit FF3 kompatibel ist. Einziges bisher entdecktes Manko: Die Daten lassen sich nicht so schick und übersichtlich exportieren wie mir Roboform.

UPDATE 2: Das Problem mit den FTP-Zugängen per Fire-FTP wurde durch ein Update ebenfalls behoben. Läuft wie geschmiert.

Toyboize – außerordentlich gelungen

Gepostet am 17. Juni, 2008 um 14:19 Uhr
Kategorien: Lustiges, Neues.

Fucking Enya: