Twin Peaks? Barbaras Schöneberge?

Gepostet am 30. April, 2008 um 11:00 Uhr
Kategorien: Lustiges, Neues.

LTU PlayboyGerade wenn man denkt, deutsche Airlines seien nicht zur Ironie fähig, bekommt man im LTU-Flieger von Kapstadt nach München als Lektüre den Playboy angeboten – mit einem extra jugendfreien Cover für sensible Seelen. Selbiges ist aber in seiner Symbolik wieder so schön eindeutig, dass man gerne zugreift, und in zehn Jahren auf solide Wertsteigerung bei Ebay hoffen darf.

Darauf zu masturbieren? Eine Herausforderung.

Gut Ding will (Kurz)Weile haben…

Gepostet am 29. April, 2008 um 12:29 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Neues.

Manchmal liest man in Pressemeldungen Sachen, die mag man nicht glauben. Sachen, die genau so formuliert wären, wenn “Titanic” sie als Satire brächte.

Die ARD produziert eine 60teilige Reihe von Dokus, die 60 Jahre deutsche Geschichte chronologisch präsentiert. Jedes Jahr bekommt – 15 Minuten.

Und hier Thomas Baumann, ARD-Chefredakteur: “Das Reizvolle an diesem Projekt ist, dass es eben kein ‘schneller Fernsehritt’ durch 60 Jahre Geschichte wird. Jedem Jahr eine Viertelstunde zu widmen, das schafft den nötigen Tiefgang. Das erlaubt den ‘zweiten Blick’ über politische Schlagzeilen hinaus.

Nochmal: 15 Minuten.

Für ein Jahr, zwei Staaten, Politik, Gesellschaft, Unterhaltung, Menschen, Schicksale.

“Nötiger Tiefgang” my ass.

Der Horror!

Gepostet am 28. April, 2008 um 09:57 Uhr
Kategorien: Lustiges, Neues.

Beste BILD-Grafik aller Zeiten – anklicken für volle Größe:
BILD und die Schafe

Stolz auf Deutschland!

Gepostet am 27. April, 2008 um 23:18 Uhr
Kategorien: Gedanken, Neues.

Deutsche Fahne

Jawoll, ich bin’s – stolz auf Deutschland. Heute Abend ganz besonders.

Warum?

Weil sich eine ausreichende Mehrheit der Berliner heute gegen einen weiteren Betrieb des Flughafens Tempelhof ausgesprochen hat.

Die Volksabstimmung wäre sowieso nicht bindend gewesen – und Wowereit hätte sie ignoriert.

Es geht um etwas anderes – in einer beispiellosen Kampagne hatten Springers Boulevard-Blätter, allen voran BILD, in den letzten Monaten versucht, mit teilweise absurden nostalgischen Appellen Volkes Willen zu beeinflussen. Gegen jede Vernunft, gegen jede ökonomische Realität. Der Kampf wurde immer perfider, immer hanebüchener, je näher die Volksabstimmung rückte.

Für mich ging es darum heute um mehr als um die Abstimmung über Tempelhof – es ging um die Frage, in wie weit die BILD wirklich die Macht hat, die Kritiker wie Verteidiger ihr zusprechen. Die bisherige Bilanz solcher pseudo-journalistischen Machtspiele ist bestenfalls gemischt: Köhler hat sich von der BILD nicht erpressen lassen, Seehofer wurde von BILD über seine eigene Affäre gestolpert. Derzeit schießt das Blatt auf Charlotte Roche und Hape Kerkeling, gerne versteckt hinter dem Einstieg “BILD-Leser finden:”.

BILD hat in den letzten Wochen wirklich ALLES versucht, um die Emotionen der Leser aufzupeitschen, und ihre Köpfe von allen Fakten zu befreien, die so etwas wie eine vernünftige Entscheidung in Sachen Tempelhof ermöglicht hätten. Es ging nicht darum, einen Sieg für Berlin zu erringen – es ging um einen Sieg für die BILD. Deutungshoheit und Meinungsmacht sollten noch einmal bewiesen werden.

Nicht die Tempelhof-Betreibungs-Befürworter haben heute verloren.

Die BILD hat verloren.

Danke Deutschland, danke Berlin. Schönen Abend noch.

Letterman vs. die BILD-Übersetzer

Gepostet am 27. April, 2008 um 00:06 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Lustiges, Neues.

Die US-Late Night-Moderatoren machen sich seit Monaten über die möglichen Präsidentschafts-Kandidaten lustig, und je enger es in den Umfragen wird, desto häufiger tauchen die Politiker auch selber auf, um souverän Humor zu beweisen (eine Folge “Colbert Report” hatte letzte Woche Hillary Clinton und John Edwards live, sowie Barack Obama per Satellit). Vor knapp einem Monat stattete John McCain der Zahnlücke einen Besuch ab, was BILD.de so bemerkenswert fand, dass man einen Videoschnippsel auf die Webseite hob.

Hier ein Screenshot:

Letterman bei BILD

Gut, dass BILD die Übersetzung eingeblendet hat – ich hätte den Gag von Letterman sonst völlig missverstanden:

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Des Rätsels Lösung: BILD hat den falschen Clip aus der Sendung ausgewählt – warum das bei der Untertitelung allerdings niemand gemerkt hat, ist mir ein Rätsel.

Außerdem interessant: Man vergleiche den BILD-Text mal mit einem Text von FOX News, was Ablauf, Wortwahl, und Pointen angeht. Zufall?

Google: Penis + Düsseldorf + Daily Show

Gepostet am 26. April, 2008 um 00:28 Uhr
Kategorien: Lustiges, Neues.

Colin Firth erzählt, dass ein Mann in einer New Yorker Toilette seinen Penis fotografiert hat:

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Vielleicht kann er nicht schreiben, vielleicht nicht Regie führen – aber zeichnen kann er!

Gepostet am 25. April, 2008 um 22:16 Uhr
Kategorien: Lustiges, Neues.

Klick für die volle Größe:

askarikatur.jpg

Wortvogel vs. Kammermeier -
The Great Astro Saga War! (Nachtrag)

Gepostet am 25. April, 2008 um 11:26 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Gedanken, Neues.

Seine “Abschiedsemail” beendet Kammermeier übrigens so:

Wenn ich mir den geistigen Müll der versammelten Kommentatorenschaft anschaue [...], da frage ich mich langsam, ob nicht hinter allen ein einziger, schizophrener, allerdings in sich homogener Multicharakter steckt.

Was für eine großartige Vorstellung!

Astro Saga Cartoon

Und ich bin Sparta. Mit Dank an den großartigen Tornhill.

Wortvogel vs. Kammermeier -
The Great Astro Saga War!

Gepostet am 24. April, 2008 um 16:26 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Gedanken, Neues.

Gestern kam eine Email von Herrn Kammermeier, die noch einmal Bezug nahm auf meine Aufforderung in den “Astro Saga”- Kommentaren, sein selbstgelobtes Drehbuch doch mal zur Verfügung zu stellen.

Notabene, Kammermeier hat sich entschieden, das Drehbuch NICHT zur Verfügung zu stellen.

Ich lasse den Text zuerst einmal unkommentiert, denn ich denke, er spricht für sich selbst. Nehmt euch Tee und Kekse, das dauert jetzt ein bisschen:

——————————–

Sehr geehrter Herr Dewi,

der Hinweis auf Ihre Email-Adresse war genau richtig.

Ich denke, ich sollte nun einmal die öffentliche Bühne verlassen, um einiges zu klären, bevor ich das Buch abschicke. Sie spielen die amerikanische Art des Miteinanders als belanglos herunter. Wahrscheinlich ist man deswegen dort auch so wenig erfolgreich. Mit der deutschen (?) Art des schroffen Tons haben wir es immerhin in den letzten Jahrzehnten geschafft, einen Welterfolg nach dem anderen zu plazieren. Wir wissen gar nicht mehr, wohin wir die Oscars noch stapeln sollen.

Was glauben Sie eigentlich, wer Sie sind, daß Sie auf höchstem Throne sitzend verkünden können: „Ich bin nicht am Menschen Kammermeier interessiert, sondern an der Astro Saga, weil mich SF interessiert.“?

Ich bin die Astro Saga! Ohne mich gäbe es sie nicht und ohne meine beharrlichen Bemühungen über lange Zeit, sie voranzubringen, gäbe es sie nicht mehr.

Ich weiß nicht, ob es irgendwelche Komplexe sind, die Sie umtreiben, so zu reagieren, ein wenig mehr Gelassenheit und Humor würde auch Ihnen gut zu Gesicht stehen. Beispiele? Sie unterstellen in Ihrer letzten Antwort, die Kritiken an der Astro Saga wären negativ gewesen, warum hätten Sie sonst geschrieben, daß diese – in meinen Augen – falsch gelegen hätten.

Diese (falsche) Unterstellung können Sie ebenso wenig belegen, wie ich die Aussagen von George Lucas. Nur, daß ich die Worte vom Fox-Manager gehört habe. Und das Resultat war in der Tat, daß ich den Auftrag bekommen habe!

Solche Aufträge, sowie meine Regiearbeiten mit Oscarpreisträgern und anderes, mit „Rasenmähen“ zu vergleichen ist – entschuldigen Sie – geschmacklos (nicht wieder entschuldigen, Sie sind doch intelligent, Sie wissen genau, was Sie mit welcher Intention schreiben). Ich persönlich habe auch noch nichts von dem Erfolgsautoren Dewi gehört und putze Sie deshalb herunter. Ich habe Ihre Biographie gelesen und bin mir nicht sicher, ob Sie etwas mit dem obergrottenschlechten Nibelungen-Zweiteiler von rtl zu tun haben. Ich habe mir mühsam eine Hälfte angeschaut und war dann von asiatischen Schwertkämpfern mit schlecht animierten Pixeldrachen so angewidert, daß ich diesen schönen Stoff fast stärker verhunzt sah, als dies hin und wieder auf der Bühne geschieht. Harald Reinls Version war dagegen die purste Offenbarung. Es ist aber immer wieder die gleiche Vorgehensweise: Man nimmt einen bekannten Stoff (wegen des Brandings), nimmt ein paar „moderne“ Zutaten (und asiatische Schwertkämpfe, die man früher aus Eastern kannte [und die in Matrix wenigstens zu einer neuen Blüte stilisiert wurden], sind halt aktuell top), einige bekannte Schauspieler, ob sie die Rolle verkörpern können oder nicht und – schwupps – fertig ist die Laube. Aber das wurde dann ja wenigstens gemacht!

Soll ich lachen? Ich schaue mir seit Jahren kaum noch deutsche Fernsehergüsse an, weil sie größtenteils einfach nur schlecht sind.

(mehr…)

Afrika! Afrika!

Gepostet am 24. April, 2008 um 15:22 Uhr
Kategorien: Neues, Privates.

Ich bin aus Südafrika zurück, habe 343 Emails aufgearbeitet, einen übervollen Briefkasten, eine angefressene Schildkröte, drei Maschinen Schmutzwäsche, und einen permanent mißverstandenen selbsternannten SF-Mogul. Endlich mal Zeit, euch an meinen Reise-Erlebnissen der letzten Wochen teilhaben zu lassen.

Zuerst einmal meine Galerie über Kapstadt und Umgebung – weder Bilder noch Beschreibungen können der Schönheit dieses Fleckchens Erde gerecht werden. Ich versuche es trotzdem (klick auf Bild öffnet die Galerie):

Das beliebteste Auto Südafrikas - der VW Chico, die immer noch gebaute Variante des uralten Golf

Die Galerie vom Set meines “Lost City Raiders” kommt Anfang nächster Woche.

NACHTRAG: Der SPIEGEL aktuell zum Thema Kapstadt.

NACHTRAG II: Der SPIEGEL zum Thema Citi Golf.

Filmkritik: “Iron Man”

Gepostet am 23. April, 2008 um 22:11 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Neues.

Iron Man PosterSTORY: Waffenkonstrukteur und Playboy Tony Stark wird bei einem Rebellenangriff im Nahen Osten schwer verletzt und gefangen genommen. Er entkommt, in dem er sich aus den Waffenteilen, die er für seine Entführer zu einer Rakete zusammenbasteln soll, eine massiv bewaffnete Rüstung baut. Zurück in den USA erklärt Stark seinen Rückzug aus dem Rüstungsgeschäft, und baut heimlich eine verbesserte Variante seines Kampfanzugs. Das ist auch bitter nötig, denn sein plötzlicher Pazifismus macht ihm viele mächtige Feinde. Am Ende steht er einer waffenstarrenden Mega-Variante seiner Rüstung gegenüber, und es kommt zum Showdown der Menschmaschinen…

KRITIK: Wenn man mir vor zwei Jahren gesagt hätte, dass einer der lahmsten Superhelden aller Zeiten die Grundlage für einen der besten Superhelden-Filme bilden würde – ich hätte verächtlich geprustet (diesen Pruster, der das herablassende “ja sicher!” ersetzt). Dieser Hurra-Patriot des militärisch-industriellen Komplexes, der ebenso rassistisch wie dumpf aus den 60er gekrochen kam, war nie ein Favorit – nicht bei den Fans, nicht bei den Autoren, nicht bei mir.

Aber “Iron Man” rockt. Plain and simple. Der Film boostert sich rasant durch 118 Minuten ohne jegliches Füllmaterial, eckt dabei nirgendwo an, und geht als Sieger über die Ziellinie, ohne die Tankanzeige auch nur auf Reserve zu haben. In einem Jahr, in dem mich von den erwarteten Blockbustern allenfalls noch Indiana Jones IV und Dark Knight reizen, ist das mal ein richtig guter Einstieg.

Robert Downey als Tony Stark

Mit “Iron Man” hat sich Jon Favreau (auch in der Nebenrolle als Chauffeur auf der Leinwand zu sehen) nach ein paar eher mauen Filmen spontan zu meinem Liebling gemausert, was Comic-Adaptionen angeht – gerade weil er eben nicht versucht, dem Streifen seinen Stempel aufzudrücken. “Iron Man” ist eine so perfekte und selbstlose Verfilmung wie “Spiderman 2″ – man bekommt exakt das, was man als Teenager in den Bildheftchen gesehen hat, und zwar als fettestes Breitwand-Spektakel.

Hier nur mal die Eckpunkte, die den Film so sympathisch machen:

  • Eine makellose Besetzung von Robert Downey jr. bis Gwyneth Paltrow, von Jeff Bridges bis Clark Gregg (allerdings konnte ich weder Samuel Jackson als “Nick Fury”, noch Hilary Swank irgendwo ausmachen). Kein Stunt-Casting der großen Namen wegen, sondern wirklich exzellente Schauspieler in passenden Rollen.
  • Ein perfektes Produktionsdesign – groß, bunt, genau den Tacken überdreht, den nur eine Comic-Adaption verträgt, ohne dabei in Design-Kitsch zu verfallen (Batman, ich rede mit DIR!). Ich würde für die Villa von Tony Stark töten!
  • Exzellente Effekte und sauber inszenierte Actionszenen, die niemals selbstverliebt oder aus Spektakelgründen gedehnt wirken (Transformers, ihr seid gemeint!)
  • Ein erfreulich rockiger Score, der teilweise an die Cannon-Filme der 80er erinnert (deren besten Werken man eine Seelenverwandtschaft zu “Iron Man” nicht absprechen kann, besonders was die coolen Sprüche angeht)
  • Erfreulich wenig Zielgruppen-Hurerei – es gibt keine nennenswerte Lovestory, keine süßen Kinder, keine Tiere, und der Held muss auch nicht 20 mal das Kostüm wechseln, um entsprechende Actionfiguren zu verkaufen.
  • Der “Sense of Wonder” bleibt intakt – man spürt Starks Begeisterung, wenn er seinen Kampfanzug testet, man fliegt begeistert mit ihm, wenn er durch die Wolken düst (wie bei Spiderman durch die Schluchten von Manhattan). Hier wird das Heldendasein nicht entzaubert oder dämonisiert, sondern zelebriert.
  • Eine von vorne bis hinten sauber durchkonstruierte Heldenreise, die so perfekt und fettfrei alle Wegmarken absolviert, dass man aus dem Drehbuch ein Lehrbuch für Skriptdramaturgie machen könnte.
  • Der Film wirkt so teuer wie nötig, aber nie aufdringlich bombastisch – für “Iron Man” hätte man keinen Dollar mehr oder weniger ausgeben dürfen.

Iron Man im Flug

Wenn ich dem Film überhaupt einen Vorwurf machen könnte, dann ist es allenfalls die übertriebene Perfektion des Drehbuchs: Wer das Prinzip der Heldenreise oder die Archetypen der Superhelden-”Origins” kennt, der kann im Kopf schon vorplotten, was in den jeweils nächsten Szenen passiert: Protagonist ist ein Arsch, traumatisches Erlebnis “reinigt” ihn, er nimmt den Kampf auf, scheitert zuerst, findet Verbündete, hat erste Erfolge, trifft großen Erzfeind, gerät in die Defensive, und nutzt schließlich das im Verlauf der Geschichte angesammelte Wissen, um aus der “David gegen Goliath”-Perspektive heraus den Sieg zu erringen (der immer auch ein Sieg über die eigene, dunkle Vergangenheit ist). “Iron Man” weicht von diesem Prinzip keine Sekunde ab, tut es aber so perfekt, dass man schon arg zynisch sein muss, um sich daran zu stören.

Wirklich überrascht hat mich der Film nur mit der allerletzten Dialogzeile, die eine interessante Entwicklung für die Fortsetzung erhoffen lässt…

Anmerkung übrigens: Der Trailer gibt einen perfekten Eindruck vom Endprodukt – wem das hier nicht gefällt, soll sich das Geld für die Kinokarte sparen:

 

Da bleibt nicht viel zu sagen, außer: reingehen! Scheiß auf DVD, scheiß auf Premiere, scheiß auf Raubkopien aus dem Netz. DAS. IST. KINO.

NACHTRAG: Habe eben erfahren müssen, dass der Nick Fury- Auftritt eventuell nach dem Nachspann kam. Und ja – ich bin nicht lange genug sitzen geblieben. Das hat man nun davon.

James Bond – unerhört!

Gepostet am 22. April, 2008 um 21:25 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Neues.

Schon mal eine Bond-Titelmelodie gehört, die ihr noch nie gehört habt? Hört mal

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

rein.

Kurz: Es ist die abgelehnte Titelmusik zu “Never say never again” von Stephen Forsyth, gesungen von Phyllis Hyman. Nähere Details bei Tim Lucas.

Gefällt mir. Sehr gut sogar.

Feedback!

Gepostet am 21. April, 2008 um 10:46 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Gedanken, Neues.

Aus gegebenem Anlass verweise ich nochmal auf meinen Artikel zu “Astro Saga” – Produzent Kammermeier hat sich in den Kommentaren ausführlich zu Wort gemeldet. Wer also die Geschichte “aus erster Hand” hören will, sollte sich einlesen.

Am Set von… „Star Command“ (Update!)

Gepostet am 19. April, 2008 um 16:08 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, In Arbeit.

Star Command Logo

In der Branche heißt es: Seinen ersten Set-Besuch vergißt man nicht. Das stimmt.

CluedoBei mir war das „Cluedo“, die komplett in die Hose gegangene Krimi-Mitrate-Sendung von SAT.1 aus dem Jahr 1992, basierend auf dem gleichnamigen Brettspiel. Ich war damals frisch angeheuerter Randspalten-Abtipper bei der Fernsehzeitschrift GONG. Man hatte uns per Bus in das Schloß Leonberg gekarrt, in dem die Fiction-Elemente gedrehten worden waren, und bei Sekt und Häppchen konnten wir uns mit den Stars unterhalten. Ich brachte die SAT.1-Sprecherin ziemlich in Verlegenheit, als ich ganz naiv fragte, wie denn das Mitrate-Element für die Zuschauer funktionieren solle, wenn nicht nur die fiktionalen Einspieler, sondern auch die Studio-Sequenzen samt Moderation schon vorproduziert seien. Ihre etwas verdatterte Antwort. Gar nicht. Der Mörder, die Tatwaffe, und der Tatort seien ja festgelegt. Aber wieso sollten dann Zuschauer anrufen, wenn der Moderator der Aufzeichnung nicht darauf eingehen könne? Ohne es zu wissen, hatte ich den Fehler in der Grundkonstruktion der Show gefunden – dabei dachte ich bloss, ich hätte da was mißverstanden. Auf jeden Fall war das Konzept damit für mich gegessen, und entsprechend erfolglos war die Mitrate-Sendung, bei der das Mitraten sinnlos war, dann auch. Aber gelohnt hat sich der Abend auf dem Schloss dennoch: Ich hatte einen Streit mit einer sehr zickigen Jutta Speidel, und ein paar Bierchen mit einem mächtig coolen Manfred Lehmann (u.a. Synchronstimme von Bruce Willis, und „Praktiker – 20 Prozent auf alles, außer auf Tiernahrung!“), der viele klasse Anekdoten aus seinen Italo-Kriegsfilmen mit Klaus Kinski, Lewis Collins, und Lee van Cleef zum Besten gab.

Aber natürlich war es für mich interessanter, Dreharbeiten von Produktionen zu besuchen, dir mir als Fanboy entgegen kamen. Davon gab es nur kaum welche in Deutschland. Von ein paar Amateurfilmchen abgesehen ist die Science Fiction hierzulande halt doch sehr dünn gesät. Star Command CGIDarum wurde es auch 1995, bis eine Einladung aus dem Fax rutschte, die mir die Hände feucht machte: „Star Command“, eine dem Pressetext zufolge aufwändige deutsch amerikanische Weltraumoper, und potentieller Pilotfilm zu einer gleichnamigen Serie. Gedreht wurde das versprochene Effektfeuerwerk unter der Regie von E. W. Swackhamer in den alten Babelsberg-Studios in Potsdam. Diese wechselten damals praktisch im Wochenrhythmus den Besitzer, und waren immer darauf erpicht, große Produktionen an Land zu ziehen. Nun war die TV SERIEN, für die ich viel geschrieben hatte, schon eingestellt, und für den GONG war das Thema zu obskur. Trotzdem ließ sich mein Chefredakteur breitschlagen, mich „on location“ zu schicken. Das Geld für solche Reisen saß noch locker. Heute ist ein DSL-Zugang und Google als Startseite die Grundlage jeder „Recherche“, und „Interviews“ werden dankbar aus dem Pressematerial abgeschrieben (und dann gerne noch frech als „exklusiv“ verkauft). Ein Anruf in den Babelsberger Studios brachte Ernüchterung: Die Produktion war fast schon abgeschlossen, der letzte Drehtag stand kurz bevor. Die Pressemeute hatte man vor zwei Wochen bereits durch das Studio geschleust. Die Frage war also: abblasen oder durchstarten? Hätte ich mich für ersteres entschieden, gäbe es diesen Beitrag nicht.

Ich flog also nach Berlin, und ließ mich von einem Taxi nach Potsdam kutschieren. Die Studios sahen immer noch relativ heruntergekommen aus, und besonders gut vorbereitet war man auf meinen Besuch nicht – eine Produktionsassistentin führte mich eher widerwillig in die große Halle, und sagte mir, ich solle mich erstmal eine Weile umsehen, bis sie geklärt hätte, ob jemand für Interviews zur Verfügung stünde. Fotos solle ich bitte keine machen – es gäbe ja einen Satz freigegebener Pressebilder (die allesamt langweilig waren).

ArtieSchade eigentlich. Die Sets, die in meinem Beisein abgerissen wurden (u.a. eine Raumschiff-Brücke), sahen ausgeleuchtet und eingerichtet sicher nicht schlecht aus. Im grellen Licht der Studiolampen waren sie nur noch ein Haufen Sperrholz mit Blinklichtern, fast schon tragisch. Es standen nur noch ein, zwei kleinere Sets, auf denen die letzten Szenen gedreht wurden. Als ich dorthin weiterschlenderte, sah ich knackige junge Mädchen in silbernen Stiefeln und weißen Miniröckchen, die besser in einen „Austin Powers“-Film gepaßt hätten, als in einen vorgeblich ernsthaften Science Fiction-Film. Und gleich um die Ecke stieß ich fast gegen… Nummer 5! Nein, dann doch nicht – aber der Roboter, der mir den Weg versperrte, sah verdammt nach der Hauptfigur der beiden 80er Jahre-Comedys aus. Ein Regieassistent erklärte mir, dass es sich dabei um A.R.T.I.E. handelte (keine Ahnung mehr, was das Akronym bedeutet – aber es war auch ein Insider-Gag, der sich auf den Produzenten Artie Mandelberg bezog). Insgesamt war ich schwer unterwältigt. Das sah doch sehr billig und campy aus (alle gehässige Verweise auf „Sumuru“ bitte…. jetzt!).

Chad EverettEs traf sich für meine Arbeit gut, dass gerade Mittagszeit war, und die verbliebenen Darsteller zum Essen wanderten. Dabei gelang es mir, mich vorzustellen – und der alte Haudegen Chad Everett nahm sich sofort meiner an. Ich erinnerte mich noch gut an ihn, denn er hatte einst die Hauptrolle in der Serie „Hagen“ gespielt, die meine Mutter sehr mochte. Ein klassischer „harter Kerl“ im TV-Format, sehr attraktiv gealtert, und von einer professionellen Freundlichkeit, von der sich viele deutsche „Stars“ zwei bis sieben Scheibchen abschneiden könnten. Chad bot mir an, mit ihm zusammen zu essen. Kurios wurde es, als er nach ein paar Höflichkeiten fragte, welchem Glauben ich angehöre, Noch nicht der zynische Atheist, der ich heute bin, antwortete ich: „Ich wurde römisch katholisch erzogen“. Chad nickte zufrieden, und legte dann los: Er sei wiedergeborener Christ, Jesus habe ihn vom Teufel Alkohol befreit, und er habe die Rolle in „Star Command“ nur angenommen, weil sie ihm erlaubte, eine „christlich erleuchtete Prophetin“ in der Nähe von Passau zu besuchen.

Ach. Du. Scheiße.

(mehr…)

Alltag in Südafrika

Gepostet am 13. April, 2008 um 23:08 Uhr
Kategorien: Lustiges, Neues.

Schild