BR – wie “Berufs-Ratgeber”

Gepostet am 29. März, 2008 um 20:49 Uhr
Kategorien: Lustiges, Neues.

Heute im Bayerischen Rundfunk:

16.05: “Der Kaiser von Schexing”
20.15: “Die Glasmacher von Theresiental”
21.50: “Der Orgelbauer von St. Marien”
23.15: “Der Jäger von Fall”
00.40: “Der Fischer vom Heiligensee”

P.S.: “Der Autor von Giesing” fehlt, aber was willze machen?

Was wurde eigentlich aus… “Astro Saga”?

Gepostet am 29. März, 2008 um 20:27 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Gedanken, Neues.

Das große deutsche Science Fiction Epos, einzig ernst zu nehmende “Star Wars”-Konkurrenz, Fahnenträger für die europäische SF, besser als alles andere und überhaupt: das ist “Astro Saga”.

Nie gehört? Kein Wunder.

Die “Astro Saga” ist ein Phantom, vielleicht eine Fata Morgana. Man sieht sie immer mal wieder am Horizont auftauchen, aber wenn man ihr näher kommt, entpuppt sie sich als Schall und Rauch. Irgendwann heute waberte der Name wieder durch mein Großhirn, und ich entschied mich, mal was drüber zu schreiben.

Begonnen hat die Geschichte, so es mich betrifft, irgendwann in den späten 80ern. Damals gab es die “Filmillustrierte”, bei der Leute wie Kai Meyer (heute erfolgreicher Romanautor) das Zepter schwangen. Irgendwann berichtete die Zeitschrift über mehrere Ausgaben von der “Astro Saga”, angereichert mit aufwändigen Modell-Shots und Designzeichnungen. Es wurde viel über das “Star Wars made in Germany” schwadroniert, und bei aller Liebe – danach sah es auch aus. Kaum ein Bild, kaum ein Charakterentwurf, der sich nicht direkt auf die Vorlage zurückführen ließ. Was als eigenständiges Epos angekündigt wurde, roch verdammt nach Fan-Plagiat. Ich blieb (obwohl immer auf ein deutsches SF-Projekt hoffend) extrem misstrauisch, zumal die Filmillustrierte die einzige Zeitschrift zu sein schien, die über “Astro Saga” berichtete. Das war umso verwunderlicher, da Bernd Kammermeier, der Chef der Trickfirma Panasensor, zumindest auf dem Papier die technischen Möglichkeiten besaß, so ein Projekt umzusetzen.

Die Jahre gingen ins Land, ich ging nach München, und immer wieder mal las ich einen Bericht in irgendeiner lokalen Zeitung, oder in einer Fanpostille – der Tenor unerbittlich: Es gab Probleme, aber nächstes Jahr, nächstes Jahr legen wir richtig los! Da waren ein paar Fans, die das Projekt hartnäckig als “das nächste große Ding” verteidigten, und bei denen machte man sich extrem unbeliebt, wenn man kritisch nachhakte: “Das ist wieder typisch – alles wird gleich kaputtgeredet. Du wirst dich noch wundern, wenn die AS wie eine Rakete abgeht! Leute wie Kammermeier braucht das Land, Leute mit Vision! Er ist der deutsche George Lucas!”

Wenn man zehn Jahre lang gehört hat, ein Film gehe “nächstes Jahr bestimmt” vor die Kameras, dann heftet man das irgendwann unter “R wie Rosinen im Kopf” ab. Man bezweifelt nicht die Begeisterung der Macher, nur ihre Fähigkeit, den Worten auch Taten folgen zu lassen.

Um 1998 herum kam ein ProSieben-Produzent auf mich zu – ich arbeitete damals in der Abteilung “internationale Koproduktion” des Senders. Die Idee, eine Neuauflage von “Raumpatrouille” zu produzieren, hatten wir gerade ad astra gelegt. Aber es sei ein Typ namens Bernd Kammermeier im Haus gewesen, der habe ein ziemlich cooles Promo für einen geplanten Science Fiction-Film namens “Astro Saga” gezeigt. Da spitzte ich natürlich gleich die Ohren. Der Produzent fragte mich als ausgewiesenen SF-Experten, ob ich Lust hätte, mit nach Frankfurt zu fliegen, um mir das “Studio” der Firma Panasensor mal vor Ort anzusehen. Klar hatte ich!

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Keine voreiligen Glückwunsche

Gepostet am 29. März, 2008 um 16:50 Uhr
Kategorien: Gedanken, Neues.

BluRay LogoOkay, der sogenannte Format-Krieg ist rum: HD DVD ist tot, BluRay hat gewonnen. Schade für Microsoft, wo man bei der XBOX 360 mal wieder aufs falsche Pferd gesetzt hat (gell, Bill, und dieses komische “Internet” ist ja auch keine Konkurrenz zu Multimedia-Enzyklopädien auf CD-Rom).

Allenthalben herrscht nun Freude, weil ein Konflikt zu Ende geht, der eigentlich nie hätte aufkommen dürfen. Die Tatsache, dass die Industrie weder aus dem VHS/Betamax/Video 2000-Debakel, noch aus dem Triumphzug der DVD als Monopol-Format gelernt hat, spricht für sich. Die Auguren versprechen nun aber den Durchbruch der hochauflösenden Silberscheibe auf breiter Front. Mittelfristig soll BluRay nicht nur der Nummer 1-Träger von Filmen werden, sondern auch Datenspeicher.

Ich glaube nicht dran.

Einige Skeptiker meinen, physische Speichermedien seien sowieso tot, die Zukunft liege eindeutig im Online-Speicher, also der Internet-Videothek, der Set Top Box, und dem iTunes-Abo. Filme besitzt man demnach nicht mehr, sondern bekommt sie für die Ansicht kurzfristig zur Verfügung gestellt, und zahlt eine Gebühr.

Falsch. “Haben wollen” ist ein Urtrieb des Jägers und Sammlers. Kein Mensch, der Briefmarken sammelt, wird sich mit Scans derselben zufrieden geben. “Kauf” impliziert für uns immer noch “Besitz”, und ich glaube es bedarf noch einiger gesellschaftlicher Umwälzungen, bis sich das ändert. Außerdem fehlt bei Online-Angeboten immer noch die permanente Verfügbarkeit – solange ich nicht überall und zu jeder Zeit mit Breitband- Geschwindigkeit online bin, packe ich lieber eine DVD zu meinem Notebook in den Rucksack.

Andere Skeptiker meinen, die komplette Umstellung der Hardware würde viele User (auch finanziell) überfordern. Kein Wunder – um BluRay-Filme richtig zu genießen, braucht man einen “full HD”-kompatiblen Fernseher, ein entsprechendes Abspielgerät, neue Kabel, etc. Und die verschiedenen “Zwischenformate” machen es dem 0815-Konsumenten praktisch unmöglich, eine kompetente Kaufentscheidung zu treffen.

Falsch. Die Industrie wird die Hardware durchsetzen, in dem sie einfach das Angebot an “prä-HDTV” ausdünnt. Die Umstellung auf Digital-TV in den USA beweist, dass auch die Politik sofort Gewehr bei Fuß steht, wenn es darum geht, dem Kunden eine Technologie aufzudrängen, um die er nicht gebeten hat. Und es ist ja nicht so, dass der Konsument besonders kritisch ist: Seit Jahren kaufen die Leute Flachbild-Fernseher, die bei normalem Betrieb mit Analog-Signal ein deutlich schlechteres Bild zeigen als die herkömmlichen Röhrengeräte. Als ich kürzlich bei meinen Eltern war, haute es mich fast um: Seitwärts scrollende Nachspänne sind auf deren Edelgerät praktisch gar nicht zu entziffern. Aber Hauptsache schön flach.

Ich glaube aus zwei ganz anderen Gründen nicht, dass sich BluRay in gleichem Maße durchsetzen wird wie die DVD:

1) Die Darstellungsqualität (richtige Hardware vorausgesetzt) mag der DVD zwar überlegen sein – aber wer will alle 11 Staffeln von “Frasier” NOCHMAL kaufen, um auch Niles’ Nasenhaare zählen zu können? Eine große Menge des Profits auf DVD wurde mit alten TV-Shows gemacht – hier ist das Feld abgegrast, und der Anreiz zum Neukauf geht gegen null. Natürlich werden die Trekker auch diesmal die neuen Enterprise-Box Sets absurd überteuert kaufen, aber das sind Nischen-Zielgruppen. Die breite Masse profitiert von der Abwärtskompatibilität des BluRay, und bleibt bei den alten Scheiben. Damit kommt der ganze Markt der “Klassiker” für dieses Medium nicht in Gang. Wie schon bei MP3 pro und JPG 2000 hat die Industrie die Schlüsselfrage vergessen: Wann ist “gut” dem Kunden “gut genug”? Ab wann ist die Qualitätssteigerung so schwierig wahrnehmbar, dass der Kunde lieber doch bei den bequemen und vertrauten Formaten bleibt? Ist die Qualität von DVD und MP3 wirklich so gering, dass ich dem Kunden einen kompletten Systemwechsel aufschwatzen kann? Ich habe da meine Zweifel.

2) Was sich nicht raubkopieren lässt, taugt nichts. Einige der wichtigsten Entwicklungen der letzten 20 Jahre (MP3, Divx, Bit Torrent) verdanken ihren Erfolg praktisch zu 100 Prozent der Tatsache, dass sie den freien Tausch ermöglichen. Breitband hin, Breitband her: Selbst wenn die BluRay-Scheiben geknackt werden – die zu übertragenden Datenmengen sind zu exorbitant, um sich durchzusetzen. 700 MB für ein Divx des neusten Lundgren-Heulers mag man durchgehen lassen – 20 GB überschreiten für Otto Normaluser die Schmerzgrenze. Die kritische Freak-Masse wird so nicht überschritten, und damit schwappt die BluRay-Welle auch nicht in die Konsumenten- Haushalte.

Nochmal: BluRay WIRD sich durchsetzen – das ist von Industrie und Politik gewollt. Und ein Technologiewechsel ist in der Tat fällig, schließlich haben die Röhrenfernseher seit 40 Jahren kaum was dazugelernt. Aber BluRay wird im Gegensatz zur DVD nicht das allgegenwärtige Universalmedium sein – Film, Spieleträger, Rohling, etc. Es ist nur ein “mehr” in vergleichbarer Verpackung, ohne den entsprechenden “Mehrwert”. Der Paradigmenwechsel (von analog auf digital) ist längst schon durch.

All South Park – all the time!

Gepostet am 25. März, 2008 um 22:15 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Neues.

Unglaublich, aber wahr: Alle South Park-Episoden sind nun offiziell, online, und in guter Qualität abrufbar.

Angesichts der Tatsache, dass man auch alle “Daily Show”- Episoden, und sämtliche Kinokritiken von Siskel & Ebert abrufen kann, gibt es endgültig gar keinen Grund mehr, den Arsch vom Sofa zu heben.

Stefan Aust hat schließlich auch mal für die “St. Pauli Nachrichten” geschrieben…

Gepostet am 21. März, 2008 um 17:51 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, In Arbeit, Neues.

TVSuendeZuerst habe ich überlegt, ob ich euch davon erzählen soll. Dann habe ich überlegt, ob es euch überhaupt was angeht. Dann habe ich mir gedacht, dass es doch eh komplett wurscht ist.

Wie ihr vielleicht schon mitbekommen habt, schreibt der Wortvogel immer dann, wenn es sich anbietet, Artikel für andere Leute. Zu diesen “anderen Leuten” gehören auch zwei sehr nette junge Damen, denen ich seit Äonen freundschaftlich verbunden bin, und die eine Redaktion namens Blattgold betreiben.

Bei Blattgold erscheinen Kochhefte, Kochbücher, und ein ganzes Rudel an kleinformatigen, kleinpreisigen TV-Zeitschriften wie “TV piccolino” und “TV 4×7″. Seit ca. 2 Jahren schreibe ich für diese Hefte die Kinoseiten. Das gibt nicht viel Geld, aber man kommt umsonst in Pressevorführungen, kann die Besprechungen vom Sofa aus schreiben, und lügt nicht, wenn man “Filmkritiker” auf der Visitenkarte stehen hat.

Aus verschiedenen Gründen kam es bei Blattgold kürzlich zum Engpass, und viele fertig gelayoutete Seiten warteten verzweifelt darauf, mit Text gefüllt zu werden.

Und zwar bei der “TV Sünde”, einem der zwei Möpse-Magazine.

Natürlich ist es in einer Erotik-Redaktion genau so, wie man es sich vorstellt: Chefredakteurin Francesca LaStella schwingt die pinkfarbene Latexpeitsche, alle Redakteusen waren früher Models, laufen in High Heels rum, reiben sich das Dekolleté mit Eiswürfeln, und auf einem Drehteller mitten im Redaktionsraum wird die Fotostrecke für das Cover-Girl geschossen. Koks wird im Kilosack geliefert, und der Kühlschrank hält nur Dildos und Schampus kalt. Bezahlt wird in Naturalien, jeder Pizzabote kommt auch mal dran. Journalistenalltag eben. Knallhart.

Soll niemand sagen, der Wortvogel wäre kein Retter in der Not – ich schwang mich auf meinen Roller, düste in die Redaktion, und klapperte drei Tage lang “Tittentexte” (wie ich das gerne despektierlich nenne) in die Tastatur. Von der Foto-Story zu den DVD-Tipps, von FKK-Reports zur Vorstellung eines Sex-”Second Life”-Klons.

Ein besonderes Problem bei den sechsseitigen Fotostrecken ist der Ausschnitt – nicht der zwischen den Brüsten, sondern der des Bildes. Heutzutage sind die jungen Damen ja alle ganzkörperrasiert, und da ist es eine Kunst für sich, Bilder zu finden, die nicht unter den Ladentisch müssen. Im Zweifelsfall muss das von Hugh Hefner für den Playboy erfundene “Schamhaar aus der Sprühdose” her (mittlerweile digital).

Es hat mir einen Heidenspass gemacht. Und ich werde es wieder tun, wenn meine Zeit es erlaubt.

Jetzt an der Tankstelle Eures Vertrauens.

Zuschauer vs. Wortvogel vs. BILD

Gepostet am 17. März, 2008 um 14:00 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Gedanken, Neues.

Papst Attentat

Gestern abend lief auf RTL “Das Papst-Attentat”, ein hochkarätig besetzter Thriller und Start einer Event-Krimireihe. Aufwändig, spektakulär in der Regie (Rainer Matsutani), solide in den Actionszenen, und mit immer neuen Twists, die den Zuschauer bei der Stange hielten. Klar war die Story komplett bei “Der Schakal” geklaut, und die Logik des Film ging immer genau dann hopps, wenn Autor Holger Karsten Schmidt versuchte, vom Vorbild abzuweichen, und alle Figuren auf Gedeih und Verderb irgendwie miteinander zu verbinden. Und an drei bis vier Dialogen hätte man auch nochmal feilen können. Trotzdem war “Das Papst-Attentat” Entertainment der Güteklasse A.

14,7 Prozent in der Zielgruppe. Zum Vergleich: “Dörtes Dancing” letzte Woche auf ProSieben – 22,8 Prozent.

Ich sollte ALDI-Kassierer werden – vom deutschen Fernsehen habe ich augenscheinlich keine Ahnung.

BILD Artikel

Zuverlässig textete BILD um Mitternacht schon online “Gestern sahen Millionen TV-Zuschauer den großen RTL-Thriller”. Und natürlich ist es an BILD, diesen Millionen zu erklären, wie “realistisch” der Film sei. Schließlich habe man “fünf Fehler entdeckt”.

Und pardauz: Der Wortvogel hat beim genauen Hinsehen in dem Artikel (klick links) AUCH fünf Fehler entdeckt. Da schauen wir doch mal ganz genau hin.

  • “Priester sind nicht zuständig für die Planung der Reisen des Papstes” – im Film schon
  • “In Wirklichkeit soll die Muttergottes nicht in Spanien, sondern 1927 in Fatima (Portugal) der Ordensfrau Suor Lucia erschienen sein und den Anschlag angekündigt haben” – im Film nicht
  • “Nur ein Kommandant der Schweizer Armee kann Sicherheitschef der Garde werden, kein Italiener” - im Film schon
  • “Der Vatikan ist nicht zuständig für die Sicherheit des Papstes beim Auslandsbesuch” – im Film schon
  • “Dabei ist der Papst in Wirklichkeit der einzige Staatschef der Welt, der von unbewaffneten Leibwächtern begleitet wird” – im Film nicht

Die wirklichen Skandal-Fehler hat BILD allerdings unterschlagen: Der Papst im Film ist gar nicht Benedikt XVI, sondern Clemens Paul I – und den gibt es überhaupt nicht! Seit wann wird der Papst überhaupt von Gesine Cukrowski beschützt? Und von Heiner Lauterbach bedroht? Das ist doch nie und nimmer richtig!

Da müssen beim Kölner Sender Köpfe rollen!

Sexy Hexy: Meine Abenteuer mit den knackigen „Charmed“-Schwestern

Gepostet am 16. März, 2008 um 19:09 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Gedanken, In Arbeit, Neues.

New CastScharfe Girls in knappen Tops ohne BH, die noch dazu Zauberkräfte haben – viel besser als „Charmed“ kann Fernsehen eigentlich nicht sein.

Ähem.

Man(n) kann über die Serie, die von Aaron Spelling als Trittbrett-Produkt zu „Buffy“ entwickelt wurde, sicherlich geteilter Meinung sein. Es ist eine Fantasy-Soap, die mit viel Girlpower Mädchenträume beflügelt, und gleichzeitig durch drei leckere Darstellerinnen dafür sorgt, dass auch die Männer nicht das Interesse verlieren.

Alyssa MilanoNoch bevor ProSieben die Serie für den deutschen Markt einkaufte, erwähnte ich bei einem Gespräch mit dem vgs-Verlag (für den ich schon viele Übersetzungen zu „Babylon 5“, „Lois & Clark“ und „Space 2063“ gemacht hatte), dass hier sicher ein Produkt für die Zielgruppe der jungen Mädchen zwischen 12 und 20 vor der Haustür stand, um dessen Lizenz man sich bemühen sollte. Das Problem damals: zur ersten und zweiten Staffel gab es in den USA keine Bücher, die man für den deutschen Markt übersetzen konnte. Also wurde die Idee erstmal auf Eis gelegt,

Es gingen ein, zwei Jahre ins Land, dann begann ProSieben mit der Ausstrahlung von „Charmed“. Sensationsquoten brachte die Serie nicht, aber sie etablierte sich schnell bei den jungen Frauen, die für die Werbekunden so interessant waren. vgs meldete erneut Interesse an, Bücher zu lizensieren, aber die Amerikaner schienen das Merchandising in diesem Fall komplett zu verschlafen. Mehr aus Verlegenheit schlug ich vor: „Ich könnte einfach auch die ersten paar Folgen novelisieren – sozusagen als Testballon“.

Dazu muss man wissen, dass in Deutschland drei Sorten von „Charmed“-Romanen veröffentlicht wurden: Die Übersetzungen amerikanischer „original novels“, also Geschichten, die nicht aus der Serie stammen; Novelisationen, die sich strikt an bereits ausgestrahlte Episoden halten; und brandneue „original novels“, die nur für den deutschen Markt geschrieben wurden.

Tatsächlich kaufte die vgs (ja, das schreibt man klein) von Paramount die Rechte, die ersten beiden Episoden der Serie zu einem Roman zusammen zu fassen. Ich schlug als Titel „Hexenpower“ vor, weil das für die junge weibliche Zielgruppe sehr fetzig klang. Natürlich machte sich Rechteinhaber Paramount eine Sackladung Sorgen – man musste dem Kölner Verlag vertrauen, bei der Umsetzung keinen Unfug zu veranstalten. Auch für die Gestaltung des Buches wurden genaue Richtlinien festgelegt – ich erinnere mich an einen späteren Fall, bei dem das Charmed-Logo weiß statt schwarz auf das Cover gedruckt worden war, was bei den Amerikanern für richtig Unmut sorgte. Die sind da sehr pingelig.

Ich selber war auch ziemlich nervös, denn bisher hatte ich mich nur mit Übersetzungen beschäftigt – die Umsetzung von TV-Episoden in Prosa war für mich Neuland. Außerdem stand ein Urlaub in Griechenland an, der meinen Zeitrahmen sehr einengte. Überhaupt – wie geht man sowas an? Die Episoden zehnmal hintereinander auf Video gucken, und dabei tonnenweise Notizen machen? Oder angucken und dabei quasi „live“ mitschreiben? Wieviel musste man für so eine Novelisierung überhaupt „dazudichten“? Der Verlag wollte summa summarum auf 200 Manuskriptseiten kommen (eine Manuskriptseite entspricht 30 Zeilen à 60 Anschläge), und ich hatte keine Ahnung, ob ich da strecken oder kürzen musste. Beim ersten Mal ist sowas immer ein Sprung ins kalte Wasser.

NovelisationUm mich nicht ganz gaga zu machen, beschloss ich, mein Notebook mit nach Griechenland zu nehmen, um dort im Hotelzimmer zu schreiben. Nur leider war nicht davon auszugehen, dass es dort Videorekorder (oder Fernseher) gab. Techniken wie VCD waren mir damals fremd, und ich hatte die beiden Folgen ja auch nur auf Kassette. Was tun? Man mag es heute albern finden, aber ich entschloss mich zu einer Zwitter-Lösung: Ich stellte mein Notebook vor den Fernsehlautsprecher, und nahm mit dem eingebauten Mikrofon die Audio-Spuren der beiden Episoden als .wav-Dateien auf. Somit hatte ich schon zumindest die Dialoge auf der Festplatte. Dazu schrieb ich im Notepad eine Liste der einzelnen Szenen auf, und ergänzte sie um Angaben zur Kleidung, zu den Locations, und den Spezialeffekten. Damit fühlte ich mich gewappnet, das Projekt anzugehen.

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Der singulär nervigste Internet-Hansel aller Zeiten (und ja, ich kenne Chris Crocker)

Gepostet am 15. März, 2008 um 16:29 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Neues.

Was man nicht alles findet, wenn man nach dem Poster des Films “Scandal” mit Joanne Whalley Kilmer googelt:

Ausgrabungen der Prä-Wortvogel-Ära (3)

Gepostet am 15. März, 2008 um 13:12 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Gedanken.

Badmovies

Ach ja, Badmovies.de, Domäne des großartigen Dr. Acula (“Doc” für seine Fans). Sadistisch LANG sind seine Kritiken, aber lesenswert. Rechtschreibung ist seine Sache nicht, doch die Pointendichte der LANGEN Texte beschämt jede deutsche Sitcom. LÄNGERE Reviews zu den schlechtesten Filmen aller Zeiten findet man nirgendwo.

Klar, die Seite ist auch nicht perfekt – der Doc weigert sich standhaft, “Laser Mission” und “Tanz des Drachen” zu besprechen, und in das Forum sollte man sich nur mit einer gesunden Mischung aus Selbstüberschätzung und Schmerzfreiheit begeben. Struktur und Look der Seite werden der Qualität der SEHR LANGEN Besprechungen nicht gerecht.

Und genau da habe ich vor einigen Jahren mal ein paar Reviews veröffentlicht (allerdings nicht so LANGE wie die vom Doc), weil sie sonst niemand haben wollte:

Der Stein des Todes

Black Scorpion – The Television Series

Indian Superman Musical

Nachtrag: da schau an – dank Amazon US habe ich festgestellt, dass mein Black Scorpion Box Set mittlerweile mehr als 200 Dollar wert ist!

Beitrag 300 – und doch nur Kleinkram

Gepostet am 14. März, 2008 um 13:42 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, In Arbeit, Neues.

LCRSorry für meine Funkstille der letzten Tage, aber ich habe gerade viel zu tun:

  • Ein deutscher Sender hält nächste Woche einen “open pitch” für neue TV-Film-Ideen, und ich beteilige mich gleich für mehrere Firmen
  • Mein erstes Drehbuch für eine bekannte deutsche Krimiserie muss langsam fertig werden
  • Mein Konzept für eine neue Jugendbuch-Reihe hatte Abgabe vor den kommenden Buchmessen
  • Der von mir entwickelte “Lost City Raiders” (siehe Artwork) hatte gestern Drehstart in Südafrika, und ich versuche gerade, eine Reise zum Set in meinen Zeitplan zu quetschen
  • Ich habe keinen Reisepass
  • Ende des Monats ist eine Woche Türkei gebucht
  • Ich muss meinen aktuellen Wagen nächste Woche in Düsseldorf abgeben, der Nachfolger kommt erst zwei Wochen später

Das soll keine Beschwerde sein – ich empfinde es momentan mal wieder als außerordentlich erfreulich, ich zu sein.

Und nun räume ich noch ein paar Sachen auf, die sich angesammelt haben.

Der Wortvogel hat (die Adleraugen werden es bemerkt haben) nun auch ein sogenanntes Favicon. Modischer Schnickschnack, aber einige Leser haben drum gebeten.

Ich denke über einen neuen Look der Webseite zum zweijährigen Bestehen nach.

Leserin Comicfreak hat mal wieder ein schönes Beispiel für Layoutschlamperei geschickt:

Hexer

Wer den Fehler findet, darf ihn behalten.

Und die Leser Tornhill und Manhunter haben einen Streit über einen Beitrag auf dieser Webseite als Inspiration für einen Cartoon genutzt (Dank an Atum4 für die Idee).

Abschließend noch eine kuriose Parallele. Hier ein Satz aus dem ersten Drehbuch meines Films “Apokalypse Eis”, als Held Tom Parker auf die ewigen Eiswüsten blickt, die mal Europa waren:

“When things stay the same for a long time, life tricks us into believing they always will. “

Und hier ein Original-Audio-Clip aus der letzten Folge “Terminator: The Sarah Connor Chronicles”:

Nachruf: Maria Plotes (+2008)

Gepostet am 11. März, 2008 um 15:00 Uhr
Kategorien: Gedanken, Privates.

Maria Plotes

Es sind manchmal die Nebensätze, die beiläufig ins Gespräch gestreuten Informationen, die einen aus der Spur bringen. Ich habe heute morgen mit meiner Mutter telefoniert. Sie erzählte eine halbe Stunde lang von ihrem Urlaub in der Türkei. Von den Ausflügen, dem zu teuren Bier, dem schönen Wetter.

Und dann, fast ansatzlos: “Ach ja, nur zu deiner Information: Maria ist tot.”

Maria, das ist Maria Plotes, geborene Krümling. Die zweite Ehefrau meines vor einigen Jahren verstorbenen Großvaters. Meine Stiefoma. Irgendwie verwandt mit Gudrun Landgrebe (Großtante, wenn ich mich recht erinnere).

Maria ist tot.

Vielleicht dachte meine Mutter, es würde mich nicht sehr belasten – nach einem schweren Streit hatte ich den Kontakt zu Maria vor einigen Jahren abgebrochen. Zuletzt gesehen hatte ich sie vor drei Jahren bei einem Weihnachtsessen. Wir haben kaum zwei Worte gewechselt.

Maria hatte es nicht leicht, als sie nach dem Tod meiner Großmutter in die Familie kam – sie war schon länger die Geliebte meines Opas gewesen, und die Kinder und Enkel begegneten ihr mit jener präventiven Abneigung, die jede Sippe an den Tag legt, wenn ein “Eindringling” auftaucht. Dass Maria überhaupt die Integration in die Familie schaffte, lag nur an der selten angefochtenen Authorität meines Großvaters. Ihr eigener Charakter war nicht hilfreich: Auch in ihren 40ern noch unverheiratet und kinderlos, war sie zwar hoch gebildet, intelligent und selbstständig, aber auch sehr kühl und distanziert. Liebenswürdigkeit und Herzenswärme gehörten nicht zu ihren Stärken. Man konnte exzellent mit ihr diskutieren, aber zur “Oma” fehlte ihr die Seele. Sie war nicht die Glucke – sie war die Kämpferin: Im Krieg hatte sie ihre Ausbildung gemacht, teilweise war das Sekretariat, in dem sie arbeitete, wegen der Bombenangriffe in Bergwerke und Bunker verlegt worden. Danach schlug sie sich im Wirtschaftswunder-Deutschland als Single-Frau durch. Eine Leistung, die heute kaum noch nachvollziehbar ist.

Nein, sie war keine einfache Frau. Und sie heiratete spät einen Mann, der nicht einfach war – und in eine Familie, die es ihr nicht einfach machte. Aber sie hatte sich nun einmal entschieden, im Alter in einer Ehe den Schutz zu suchen, den sie brauchte – und wie immer war sie bereit, den notwendigen Preis dafür zu zahlen. Ich glaube, dass sie manchmal ein Herz aus Stahl brauchte, um das durchzustehen.

Nach dem Tod meines Großvaters verfiel sie körperlich immer schneller, Umbauten im Bad, Treppenlift, und Gehhilfe konnten nur noch bedingt ein “normales Leben” ermöglichen. Sie fiel immer häufiger hin, verletzte sich. Ich habe gehört, dass sie unter massiven Stimmungsschwankungen litt, sicher auch unter Altersstarrsinn. Je mehr sie auf die Hilfe anderer angewiesen war, desto mehr lehnte sie diese ab.

Ich verabscheue den Ausdruck “es ist sicher besser so”, wenn man vom Tod eines Menschen spricht. Aber in diesem Fall?

Zumindest starb sie so friedlich, wie man es ihr nur wünschen konnte, und auf eine Art, die mir selbst nicht unangenehm wäre: Meine Tante fand Maria heute morgen in ihrem Fernsehsessel. Der Apparat war noch an. Sie hat wohl irgendwann gestern nacht einfach die Augen zugemacht.

Friede, Maria. Das ist er. Und keine Schmerzen mehr.

Genre-TV reloaded 1:
Terminator: The Sarah Connor Chronicles

Gepostet am 9. März, 2008 um 13:31 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Gedanken, Neues.

Es ist ein gutes Jahr für die Fans von phantastischen Serien – nur hat es scheinbar niemand gemerkt. Gerade der prototypische SF-Fan scheint auf Genre-Shows nur anzuspringen, wenn sie Raumschiffe und Aliens zeigen. Dabei hat gerade die TV-Saison 2007/08 aufgezeigt, dass SciFi/Fantasy/Horror eine Bandbreite hat, die noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen wäre.

Natürlich war nicht alles Gold, was glänzt, und einige Shows sind nicht so gelaufen, wie man es sich gewünscht hätte. Trotzdem verdient der Mut der Macher Respekt. Und ich verwurste meine Gedanken zu den neuen Serien jetzt mal zu einem Rundum- schlag. In den nächsten Tage besprechen ich “Terminator: The Sarah Connor Chronicles”, “Pushing Daisies”, “Babylon Fields”, “Bionic Woman”, “Moonlight”, und “New Amsterdam”. Ausgenommen habe ich von diesem Beitrag “Flash Gordon” – weil ich die Serie anderweitig bereits in Grund und Boden getreten habe.

T SCCTerminator – The Sarah Connor Chronicles: Fangen wir gleich mal mit meiner liebsten neuen Genre-Serie an. Ich hatte mir von T:TSCC wirklich nichts versprochen. Serien basierend auf Kinofilmen sind selten mehr als maue Zweitverwertung (auch wenn ich zu den vermutlich fünf Zuschauern gehöre, die an der RoboCop-Serie Spaß gefunden haben). Noch dazu gehören die Terminator-Filme zu den gewalttätigsten, actionreichsten, und teuersten Blockbustern aller Zeiten – sowas auf TV-Format einzudampfen, ist eigentlich ein Himmelfahrtskommando. Obendrauf noch die Tatsache, dass kein einziger Schauspieler der Filme mit dabei ist, und man hat ein vorprogrammiertes Desaster (was als Analogie zur Terminator-Storyline fast schon wieder ironisch ist).

Aber T:TSCC gelingt es nicht nur, die komplexe Mythologie der Filme sorgsam weiterzuspinnen – auch die Actionfans kommen hier auf ihre Kosten. Man hat wirklich an nichts gespart: Exzellente Darsteller, außergewöhnlich saubere Kameraarbeit, rasant geschnittene Stunts, und ständige Plot-Twists halten den Zuschauer in Atem. Ich habe bisher (vielleicht mit der Ausnahme der ersten neuen “Galactica”-Staffel) keine SF-Serie gesehen, die so homogen und stolperfrei aus den Puschen gekommen ist.

Inhaltlich schließt T:TSCC an den zweiten Kiinofilm an, transplantiert Sarah und John allerdings schon im Piloten in das Jahr 2007. Zur Seite steht ihnen diesmal “Cameron” (har har), ein knackiger Terminator in Frauenform. Wie üblich geht es darum, den Aufbau von Skynet zu verhindern, Cyborgs auszuweichen, und immer wieder unter dem Radar der Polizeibehörden zu bleiben. Sarah, John und Cameron sind Terroristen in einem Freiheitskampf, der für den Rest der Welt noch gar nicht begonnen hat. Immer wieder gibt es Szenen aus der Vergangenheit und den verschiedenen Varianten der möglichen Zukunft.

T TSCC CastDie Besetzung der Serie kann man nicht genug loben: Lena Headey gefällt mir mittlerweile besser als Linda Hamilton, Thomas Dekker nervt erfreulich wenig als John, und Summer Glau spielt zwar im Grunde genommen dieselbe Rolle wie in “Firefly” (emotional verkrüppelte Kampfmaschine), macht das aber ausnehmend gut – und sexy. Es ist der Serie hoch anzurechnen, dass es ihr gelingt, ein paar schmierige Soap-Schauspieler glaubwürdig ins Charakterfach zu hieven: Brian Austin Green (“Beverly Hills 90210″), Brian Bloom (“Melrose Place”), und Matt McColm (“Nightman”).

Man kann darüber diskutieren, ob es für eine TV-Serie angeraten ist, ein wenig mehr Humor als die Spielfilme zu haben. T:TSCC ist so beinhart und grimmig wie die Vorlage, und manchmal ermüdet es ein wenig, wenn die Charaktere so gar keine Verschnaufpausen bekommen. Und natürlich schert sich die Serie genau so wenig um Zeitparadoxa wie die durchschnittliche Episode von “Time Tunnel”: John könnte z.B. dem jungen Kyle Reese erklären, was er wissen muss, um die originale Mission des ersten Terminators von vorne herein scheitern zu lassen. Aber wer solche Maßstäbe anlegt, ist bei SF-TV sowieso falsch.

Die komplexe Backstory, die vielen Charaktere, die verschiedenen Zeitebenen – all das führt zu einem weiteren Problem, mit dem T:TSCC von Folge zu Folge mehr kämpft: Man investiert viel Konzentration, um den Details zu folgen. Die Serie droht an ihrer eigenen Komplexität zu ersticken. Obwohl die erste Staffel auch wegen des Autorenstreiks auf 9 Folgen beschränkt war, braucht es am Schluss fast fünf Minuten, um die Zuschauer durch eine Zusammenfassung halbwegs auf den aktuellen Stand zu bringen. Mittendrin einsteigen ist praktisch unmöglich – und wird sicher ein Stolperstein bei dem Versuch, in der nächsten Staffel noch Zuschauer zu gewinnen. Und für den deutschen Markt sehe ich da rabenschwarz…

Fazit: T:TSCC ist Science Fiction, wie ich sie mir schon lange gewünscht habe – anspruchsvoll, dynamisch, erwachsen, und mit der Sorgfalt einer “großen” Network-Serie umgesetzt.

Das perfekte Arschloch-Dinner

Gepostet am 7. März, 2008 um 13:49 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Gedanken, Neues.

Promi Dinner

“Das perfekte Promi-Dinner” ist die wöchentliche Celebrity- Variante der täglichen Plebs-Kochshow “Das perfekte Dinner”. Natürlich geben sich da bestenfalls Ex-Promis, meistens aber nur Möchtegern-Promis den Kochlöffel in die Hand. Das kann in einigen Fällen sympathisch empörend sein (H.A. Schulte, SIE sind gemeint!), und dann wieder nostalgisch- knuddelig (Michael Schanze und Grit Böttcher!).

“Das perfekte Promi-Dinner” wird in den anderen Vox-Reality- Shows penetrant betrailert. An einem durchschnittlichen Abend kann man damit rechnen, locker 10 mal auf die nächste Sendung hingewiesen zu werden.

Nun sind Trailer dazu da, den Zuschauer zu animieren, eine Sendung einzuschalten, die er sonst vielleicht nicht gucken würde. Vox ist es in dieser Woche jedoch gelungen, dieses Prinzip komplett auf den Kopf zu stellen: Die widerlichen Clowns aus dem Dschungel-Camp, die am Sonntag für die Kamera kaspern, würde ich mir nicht einmal für Geld anschauen.

Selten hat das Prekariat der Unterhaltungsbranche 30 Sekunden lang so sehr darum gebettelt, eine Verlängerung der großzügig gewährten 15 Minuten Ruhm zu erhalten. Selbstdarsteller, die kein Selbst zum darstellen mehr haben. Verzweifelte Grimassen, um möglichst viele Nahaufnahmen zu ergattern. Celebrity bitchslap.

Eigentlich schauen wir das Promi-Dinner ganz gern. Diesmal nicht.

Der Trailer als Warnung. Danke, Vox!

Erinnerung: Meine Geburt als Filmkritiker

Gepostet am 5. März, 2008 um 19:42 Uhr
Kategorien: Gedanken, Privates.

Kinosaal (c) Pixelio.deIch weiss nicht mehr, was der erste Film war, den ich als Kind im Kino gesehen habe. Laut Aussage meiner Mutter war es “Bambi”, und ich muss Rotz und Wasser geheult haben, als Bambis Mutter starb. Da war ich wohl 3.

Der erste Film, an den ich mich erinnern kann, ist “Ein Käfer gibt Vollgas”, der Herbie-Ripoff von Rudolf Zehetgruber. Ich war 4. Damals gab es in Düsseldorf-Eller ein letztes Kino (als meine Eltern dorthin zogen, waren es vier gewesen) – seit Mitte der 70er ist es einem Tapetenhandel gewichen.

Ich war schon als Kind magisch angezogen von der flimmernden Leinwand. Damals gab es für mich nur zwei Sorten Filme: solche, die mich unterhielten, und solche, die mich langweilten. Das war mein Maßstab für “gute” oder “schlechte” Filme. “Planet der Affen” war demnach supergeil, “Love Story” war doof. Küssen ging gar nicht. Klare Regeln.

“Batman hält die Welt in Atem” änderte das. Ich war sechs Jahre alt, als der Film aus mir einen Kritiker machte.

Monster des GrauensIn den Schulferien gab es damals immer die Jugend- Matinee in den Düsseldorfer Innenstadt-Kinos (mal im Berolina, mal im Savoy, mal im Rex). Dort konnte man sich für 3 Mark einen Film anschauen, der in den meisten Fällen schon in die Jahre gekommen war, und definitiv für ein kindliches Publikum ausgewählt wurde. Immerhin: Hier fand meine erste Begegnung mit dem japanischen Kino statt, in der Form von “Monster des Grauens greifen an”. Ein “guter” Film (siehe oben).

Tja, und irgendwann war dann “Batman hält die Welt in Atem” dran – eine Kinoversion der Batman-TV-Serie, von der ich allerdings noch nie gehört hatte. Ich wusste nur: Batman! Im Kino! Schließlich war ich damals schon ein massiver Fan der Comics, und konnte es kaum abwarten, die coolen Abenteuer des Gotham-Rächers in Bewegung zu erleben.

Batman ComicDazu muss man wissen, dass die Ehapa-Alben der damaligen Zeit die Silver Age-Abenteuer abdruckten, in denen Batman ziemlich ernst gefahren wurde, und deutlich an James Bond angelegte Abenteuer erlebte (das Batmobil als Sportwagen, internationale Schauplätze, glamouröse Gegner wie Ra’s al Ghul). Denny O’Neil prägte mein Verständnis davon, was einen Superhelden ausmacht – und wie er aussieht. Und sowas erwartete ich gefälligst auch im Kino.

Und dann DAS:

Adam West

Ich kam aus dem Kino und wusste nicht, wohin mit meiner Wut. DAS sollte Batman gewesen sein? MEIN Batman? NIE! IM! LEBEN! Adam West sah als Bruce Wayne ja noch ganz gut aus, aber als Batman mangelte es ihm einfach an Statur. Und wieso hatte die Maske so doofe Linien im Gesicht? Warum trug Robin Strumpfhosen? Was sollte die Szene mit der albernen Bombe? Bat-Anti-Haifisch-Spray?

Ich wusste damals noch nichts von “camp”, von “trash”, von “pop art”. Ironie war mir als Konzept fremd.

Ich stand auf der Straße, in meinem Kopf schwirrten die Gedanken. Und eine Erkenntnis: “Ich bin vielleicht erst 6 Jahre alt, aber ich lasse mich nicht verscheißern – das war ein DRECKSFILM!”. Es war das erste Mal in meinem Leben, dass ich einen Film nach seiner Qualität, und nicht nach seinem Unterhaltungswert beurteilte.

Und weil ein Kritiker ein Publikum braucht, radelte ich sofort nach Hause, und erzählte meinen Kumpeln auf dem Bolzplatz davon.

Im Grunde genommen hat sich 34 Jahre später nicht viel geändert…

I am Legend: Alternative Ending

Gepostet am 5. März, 2008 um 17:52 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Neues.

Keine Ahnung, wo das herkommt (vermutlich vom DVD-Release).

Besser oder schlechter?

NACHTRAG:  Video bei YouTube gelöscht.