BILD entdeckt den Nibelungen-Drachen!
Entweder das – oder das aktuelle Titelbild von BILD.de ist der schlampigste Photoshop-Einsatz, der mir bei einer professionellen Webseite seit Jahren untergekommen ist:

Entweder das – oder das aktuelle Titelbild von BILD.de ist der schlampigste Photoshop-Einsatz, der mir bei einer professionellen Webseite seit Jahren untergekommen ist:

Heute geht es mit dem Mehrzweckbeutel weiter, einem launigen Team-Blog für vornehmlich Düsseldorfer, das einst vom Medienjournalisten Mario Sixtus aus der Taufe gehoben wurde. Seit er die Leitung abgegeben hat, dümpelt der Beutel ein wenig vor sich hin. Eigentlich schade.
Storytelling per Titelschutzanzeiger
Titelschutzanzeiger 2 – TV pfui
Durchbruch der Wissenschaft II
Die Wahrheit (selbst gephotoshopped!)
Ein (natürlich nicht mehr verfügbarer) Artikel hat mir damals übrigens eine Klageandrohung von Verona Pooth wegen Beleidung eingebracht. Aber das ist eine Geschichte für einen anderen Tag…
Ich habe schon vor der Existenz dieser Webseite Spuren im Netz hinterlassen – als Torsten Dewi, aber auch als “Hausrocker” (eigentlich war der Name “Wortvogel” nur ein Platzhalter, weil die Domain Hausrocker.de nicht rechtzeitig zur Verfügung stand). Ich trieb mich vorzugsweise (aber nicht ausschließlich) bei Ain’t It Cool News, SF-Fan.de, und mehrzweckbeutel.de rum.
Damit diese Webseite wirklich umfassend informiert, habe ich mal ein paar Links zu früheren Beiträgen gesammelt. Den Anfang machen einige Artikel bei SF-Fan.de:
Artikel “Spiderman auf der Leinwand”
Ich weiß, er ist 65. Und ich weiß, dass er vor ein paar Jahren noch deutlich fetter und unansehnlicher war. Aber schockiert hat es mich trotzdem, Gil “Buck Rogers” Gerard in dem schrottigen Monsterfilm “Bone Eater” zu sehen:

Vielleicht liegt es daran, dass Gil zu seiner besten Zeit ein Posterboy für männliche Virilität war (so eine Art TV-Burt Reynolds, bevor Reynolds den Job selber übernahm). Vielleicht liegt es auch daran, dass man mangels Karriere seinen Verfall nicht zeitnah miterlebt hat.
“Searching my past for things that I’ve seen
Is it my life, or something I’ve dreamed?”
(“Buck Rogers in the 25th Century” – Titelmusik)
Meine Probleme mit dem BILD-Schreiber Norbert Körzdörfer (aka David Blieswood) sind bekannt, und unter den Links nachzulesen. Kurz zusammengefasst: Ich halte ihn für einen entsetzlich pseudo-gefühligen Gefälligkeitsschreiber, der sich gerne als “Freund der Stars” geriert, Tom Cruise bis zur Selbstaufgabe verteidigt, und skrupellos für Promis und Produkte wirbt, ohne “Werbung” drüber zu schreiben. Egal, wie superlativ-überladen er auch von den Reichen und Schönen der Welt schreibt – Thema ist immer “seht her, was ich für ein einfühlsamer Autor bin”.
Wie es scheint, wollte Körzdörfer dieser Tage dringlich ein MacBook Air haben, ohne dafür zahlen zu müssen. Das ist auch kein Problem, denn für einen “Test” in der BILD stellt Apple gerne Geräte zur Verfügung.
Und einen “Test” hat Apple bekommen. Ich empfehle dringlich die Lektüre des mit dem Bild verknüpften Artikels.
Man könnte jetzt böse sein. Man könnte unterstellen, dass Körzdörfer den Mac Air nur ausgepackt hat, um sich damit fotografieren zu lassen, dann aber schon gescheitert ist, als er den Einschaltknopf gesucht hat. Aus diesem Grunde, so ließe sich mutmaßen, konnte er für seinen “Test” auch nur die wichtigsten Produktdaten vom Karton abschreiben. Aber das wäre reine Spekulation.
Man könnte auch die Frage stellen, warum ein Promi-Schreiber ein Notebook testet – und nicht die Computer-Redaktion von BILD, oder gar Computer-BILD? Man könnte fragen: “Wollte Körzdörfer so dringend ein MacBook Air”? Man könnte fragen: “Hätten die BILD-Computerexperten vielleicht tatsächlich mal nachgeschaut, was das MacBook Air so drauf hat?” Könnte man fragen. Die Erfahrung zeigt: Antworten bekommt man nicht.
Auslassen darf man sich aber über die Tatsache, dass Körzdörfer in den paar Zeilen, die er seinem Arbeitgeber als “Test” verkauft hat, ein paar echte Blieswood-Pretiosen versteckt hat. Die Text/Unsinn-Ratio ist mal wieder unschlagbar:
- “Es ist so dünn, dass man glaubt, es fliegt” – wenn man auch glaubt, dass der Osterhase die Eier bringt
- “Laptop dünn wie Papier” – heißt Papier mit einer Stärke von 1,9cm nicht schon Wellpappe?
- “Der dünnste Computer der Welt” – weder der dünnste Computer, noch das dünnste Notebook, hmtja
- “ohne DVD-Laufwerk, ohne Kompromisse” – man könnte im Einen schon das Andere sehen…
- “Multi-Touch-Track-Pad funktioniert wie das iPhone” – dann soll er damit mal telefonieren
- “mit einem brillant explodierenden LED-Monitor” – päng
- “Das Statussymbol 2008 für Technik-Freaks” – er meint wohl eher Lifestyle-Fetischisten
- “Dünn und sinnlich wie ein Zeigefinger” - WTF?
Das Ergebnis des BILD-Tests ist jedenfalls erfreulich: Körzdörfer hat jetzt ein MacBook Air – und die ganze Welt weiß es.
Die Serie “Knight Rider” ist besser als ihr Ruf. Großartiger Vorspann, klasse Musik, coole Autostunts, und ein simples 80er Jahre-Actionkonzept: Michael Knight jagt als Fahrer der Foundation für Recht und Verfassung mit seinem Superauto K.I.T.T. die Bösewichte in den ländlichen Gegenden der amerikanischen Westküste. Gelitten hat die Serie seit damals durch die zunehmend peinlichen Selbstproduktionen des Hauptdarstellers Hasselhoff, und seinen kompletten modischen Supergau mit Dauerwelle und Lederblouson.
“Knight Rider 2008″, der nach “Knight Rider 2000″, “Knight Rider 2010″, und “Team Knight Rider” vierte Versuch, Leben aus der Franchise zu quetschen, schafft das erstaunliche Kunststück, so schlecht zu sein, wie die Originalserie in unserer Erinnerung heute erscheint. Ein Hauptdarsteller dumm wie ein Schnitzel, schlechte CGI-Tricks wie aus “Viper”, die Produktionsqualität von “Renegade”, und ein Drehbuch, das Glen A. Larson nicht einmal bei “Nightman” hätte durchgehen lassen.
Aber der Reihe nach: Der Pilotfilm (dem hoffentlich keine Serie folgen wird) erzählt die Geschichte von Mike Traceur, einem coolen Rebellen, der in Las Vegas seine Kohle verzockt. Seine Jugendfreundin Sarah sucht ihn auf – ihr Vater Charles Graiman, der Entwickler des Superautos K.I.T.T. (Three Thousand statt Two Thousand), ist ermordet worden (oder dann doch nicht, wie sich bald herausstellt). Es muss verhindert werden, dass die Bösewichte seine Festplatte decrypten können, mit der man irgendwie alle nennenswerten Waffensysteme der Welt kontrollieren kann. Oder dass die Bösewichte K.I.T.T. in die Hände bekommen, der diese Daten ebenfalls besitzt. Also jagen Mike und Sarah MIT K.I.T.T. die Bösewichte, um zu verhindern, dass diese K.I.T.T. in die Hände bekommen – und um ihnen die Festplatte abzujagen, die sie sowieso nur mit Sarahs Hilfe decrypten können. Kompliziert wird die Sache noch dadurch, dass Charles Graiman gar nicht tot ist, sondern sich bei Mikes Mutter aufhält, die ihrem Sohn immer noch nicht gesagt hat, dass es schon einmal einen K.I.T.T. gab, der von Mikes Vater gefahren wurde, dessen Name… aber darauf kommt ihr sicher selber.
Erwähnte ich schon die lesbische FBI-Agentin?
Die stupide Rumfahrerei für 80 Minuten kulminiert schließlich in einer Verfolgungsjagd, in der Mike und Sarah alles tun, um Graiman zu retten – in dem sie bei Höchstgeschwindigkeit permanent den Wagen rammen, in dem er mit seinen bewaffneten Entführern sitzt. Na ja, unser Held heißt ja Mike Traceur, und nicht Schweinchen Schlau…
Der Plot von “Knight Rider 2008″ ist pappige 80er Jahre-Melasse, ungetrübt von Logik oder dem geringsten Verständnis für dramaturgische Weiterentwicklung in den letzten 25 Jahren. Im Versuch, den “Spirit” der Originalserie aufzugreifen, hat man darauf verzichtet, so etwas wie Dramatik oder echte Emotionen aufzugreifen. Es gibt keine nennenswerte Gewalt – und auch keine Reaktion auf die vorhandene Gewalt: Selbst der Tod von Mikes Mutter wird mit einem nonchalanten Schulterzucken hingenommen.

Es gibt praktisch keinen Bereich, in dem “Knight Rider 2008″ nicht komplett bis zum Schultergelenk ins Klo greift: Die darstellerischen Leistungen rangieren von adäquat-beschämt (Bruce Davison, der es besser wissen sollte) über hundsmiserabel (Deanna Russo, die wirklich KEINE Emotion glaubwürdig hinbekommt) bis non-existent (Justin Bruening, der Posing mit Schauspielerei verwechselt). Es gibt Dialoge, bei denen sich die Fußnägel aufrollen. Die Motivation der Figuren ist in einem Maße unausgegoren, dass keinerlei Sympathie für die Protagonisten aufkommt (Mike ist zwar nie so lässig rebellisch, wie von ihm behauptet wird – aber dafür wenigstens grundlos). Als Bösewichte fungieren immer noch gesichtslose Handlanger, die beliebig abserviert werden. Der Vorspann verspielt jede Sympathie mit einer grausam aufgepeppten Variante des Original-Themas zu lächerlichen CGI-Spielereien. Ein Großteil der Fahrszenen ist armselig auffällig vor einer Greenscreen gemacht worden. K.I.T.T.s Fähigkeiten sind trotz moderner Effekttechniken…

Ach nein, diesem Teil gebe ich lieber einen eigenen Absatz. Das Auto. Der eigentliche Hauptdarsteller von “Knight Rider”, im Original wie auch hier. Zuerst einmal bin ich kein Nostalgiker: Der Mustang ist in meinen Augen eine gute Wahl für den neuen K.I.T.T.. Er passt in das frische Jahrtausend wie der schwule Transam in die 80er. Das Design des Cockpits ist mir zu überladen, und erinnert an den Bildschirm eines Sound-Editors – hier wäre weniger mehr gewesen. Die Stimme von Val Kilmer (kurzfristiger Ersatz für Will Arnett, der gehen musste, als die Produzenten herausfanden, dass er schon mal Werbespots für eine andere Automarke gesprochen hat) ist sehr passend, und hält die Balance von Coolness und Engstirnigkeit mit einem Hauch Ironie. In der Performance ist der neue K.I.T.T. allerdings eher schwachbrüstig: er fährt schnell, hat verschiedene Überwachungsmodi, und fährt spritsparend. All das, was “Knight Rider” allerdings zum Hit bei den verpickelten Jungs der späten 80er gemacht hat, wird tunlichst unterlassen: Keine Mauern werden durchbrochen, keine Straßensperren übersprungen. Richtig gelesen: nix mit Turboboost. Die Produzenten wollten wohl nicht allzuviele teure Mustangs schrotten. Die Idee, den K.I.T.T. aus einem Frachtflugzeug statt aus einem Truck fahren zu lassen, hatten wir schon in “Team Knight Rider”.
Und ja – es gibt ihn, den Gastauftritt von David Hasselhoff – ich überlasse es meinen Lesern, anhand des Screenshots zu entscheiden, wer von den beiden “Knight Ridern” mehr Charisma besitzt. Vielleicht ist es aber an der Zeit, sich mal bei dem alten “Looking for Freedom”-Gröler zu entschuldigen…
Generell ist “Knight Rider 2008″ angefüllt mit komplett schwachsinnigen Ideen: K.I.T.T. ist die erste halbe Stunde so souverän selbstständig, dass man das Gefühl hat, er käme ohne Fahrer besser klar. Warum ausgerechnet Mike der perfekte Steuermann sein soll, wird nie erklärt – er nimmt tatsächlich nach einer Pinkelpause erstmals eher aus Provokation hinter dem Steuer platz. Was genau hat es für eine Bedeutung, dass die FBI-Agentin lesbisch ist? Und wenn ich das richtig mitgerechnet habe, läuft Charles Graiman am Anfang geschlagene 2 Tage durch den Wald, bis er Mikes Mutter trifft. Er scheint ja in einer ziemlich einsamen Gegend zu leben…
Kurzum: Es fehlt die Simplizität des Originals, die allerdings nicht durch smartes Storytelling, sondern durch hanebüchenen Unsinn ersetzt wurde. Der kindische, aber nicht unsympathische Heroismus, mit dem Michael Knight selbstverständlich dem Bösen entgegen trat, ist einer nöligen “too cool for school”-Attitüde gewichen, die nur noch weh tut. Es fehlen Charme, Humor, Action, Style. Kein einziger Bestandteil von “Knight Rider 2008″ wirkt weniger als hingerotzt, besetzt mit ausrangierten Soap-Nasen, und ohne jegliches Verständnis für die Mechanismen der Serie umgesetzt.
Natürlich war der Pilotfilm von “Bionic Woman 2007″ beschissener. Aber der ist wenigstens beim heldenhaften Versuch, die Franchise aufzufrischen, gescheitert. “Knight Rider 2008″ bemüht sich an keiner Stelle, moderner Dramaturgie oder Technik Rechnung zu tragen. Es ist einfach lahmer Dreck.
Bleib mir wech damit.
Kürzlich bei Schmidt & Pocher:
Seit 2006 auf YouTube:
Ich habe leider den Nachspann der ARD-Sendung nicht zur Hand, um zu checken, ob man den Gag ordnungsgemäß eingekauft hat (wie seinerzeit bei “RTL Samtag Nacht”, “Sketchup”, etc.)
Dank an Kommentator Ron für den Hinweis
Kellie Pickler, Teilnehmerin bei “American Idol” und mittlerweile erfolgreiche Countrysängerin, bei der US-Variante von “Das weiß doch jedes Kind!”:
Models kennen sich aus – die müssen ja auf ihre Ernährung achten:
Und weil es mittlerweile schon ein Klassiker ist – Miss Teen South Carolina hat auch noch was zu sagen:
Es sind ja nicht nur Frauen – oder Einzelfälle:
NACHTRAG: Aber es besteht Hoffnung (dank an Julian):
Virginia Madsen, Schauspielerin – „Highlander 2″
(special guest appearance: Christopher Lambert)
„Highlander 2″ war die erste Weltpremiere, zu der ich eingeladen wurde – was mich schon hätte misstrauisch machen sollen, denn a) seit wann hat ein Fantasy-Blockbuster Premiere in München, und b) wieso wollten die mich wurstigen Nachwuchsschreiberling dabei haben? Egal, ich war begeistert, und damals nahm man noch alles mit, was kostenlos war. Ich trug mich auch für die Interviews ein, und wieder klingelten keine Alarmglocken – ausgerechnet Regisseur Mulcahy war zwar vor Ort, wollte aber nicht Rede und Antwort stehen. Blieben mir nur Christopher Lambert (damals so knapp wie nie mehr davor, ein echter Star zu werden, bis es ihn in die direct to DVD-Hölle verschlug) und Virginia Madsen, die ich bis dato nur in dem exzellenten Neo-Noir „The Dead can’t lie” mit Tommy Lee Jones gesehen hatte.
Das Interview mit Virginia war für den Nachmittag angesetzt, natürlich wieder in einer Münchner Hotelsuite. Wie üblich hatte ich die damals verfügbaren Quellen im Redaktionsarchiv gesichtet, um halbwegs vorbereitet zu sein. Das war noch lange vor dem Internet – ein paar Artikel aus Zeitschriften und die Eintragungen in einem Film-Lexikon mussten reichen.
Zwischenbemerkung: Es hat sich sehr oft gezeigt, dass es extrem von Vorteil ist, sich auf ein Interview wenigstens rudimentär vorzubereiten (was heute dank IMDB und Google wahrlich kein Problem mehr sein sollte). Bei gesichts- und talentlosen Vielschreibern irgendwelcher Pillepalle-Zeitschriften galt und gilt es als akzeptabel, gerade mal den Namen des Interview-Partners richtig schreiben zu können (richtige Aussprache optional). Da laufen die Interviews dann eher ab wie ein Bewerbungsgespräch: Wer sind Sie eigentlich? Was haben Sie früher gemacht? Weswegen sitzen Sie hier? Was machen Sie als nächstes? Möchten Sie unseren Lesern noch was sagen? Können wir schnell ein Foto machen, auf dem es aussieht, als seien wir beste Freunde?
Ich habe im Gegensatz dazu immer versucht, durch die Recherche Themen zu finden, die dem Star augenscheinlich am Herzen liegen, und diese dann als roten Faden für die Gesprächsführung zu nutzen. Und in der Tat haben mir diverse Promis bestätigt, dass es extrem erfrischend sei, jemanden zu treffen, der mehr Infos parat habe, als in der Kurzzusammenfassung des Presseheftes stehen.
Bei Virginia Madsen war ich im GONG-Fotoarchiv auf die Aufnahme eines Bikinis gestoßen – ohne Virginia drin, wohlgemerkt (schade). Ich steckte das Dia ein, und zeigte es ihr zu Beginn des Interviews mit der Frage, ob sie wisse, wieso wir das im Archiv hätten. Sie lachte herzlich, und erklärte mir, dass der Bikini von ihr mal für wohltätige Zwecke versteigert worden sei. Schon war das Eis gebrochen. Wir redeten über Gott und die Welt, ihren damaligen Ehemann Danny Huston (mit dem sie gerade „Becoming Colette” gedreht hatte), über „Hot Spot” von Dennis Hopper, und die Schwierigkeit, als Schauspielerin unter 30 ernst genommen zu werden.
Nur bei den Antworten zu „Highlander 2″ wurde sie erstaunlich mechanisch: es habe riesen Spaß gemacht, bunte Unterhaltung für die ganze Familie, so was muss ja auch mal sein, etc. Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, dass sie sich selbst einen Maulkorb auferlegt hatte (siehe auch Clive Barker). Ich bohrte ein wenig nach: Was sie denn selber von „Highlander 2″ halte? Virginia wand sich sichtlich: „Na ja, vielleicht hätte man ein bisschen mehr Augenmerk auf die Story legen können als auf die Spezialeffekte – aber es soll ja auch nur Unterhaltung sein”. Das ist sicher bis heute die negativste Aussage, die ich je auf einer Promotour über einen Film gehört habe (wenn man von der Pressekonferenz mit Götz George zu „Die Sturzflieger” mal absieht).
Das Interview mit Lambert fand an diesem Nachmittag nicht statt – der Star sei unpässlich, hieß es, vielleicht könne man das später im mondänen Park Café nachholen, wo die Party nach der Premiere stattfände. Okay, dachte ich – schauste dir zuerst einmal den Film an. Er lief im (mittlerweile abgerissenen) alten Mathäser, einem der größten Kinosäle Deutschlands. Man muss dazu wissen: Ich bin ein großer Fan sowohl des ersten Highlander-Films, als auch der ganzen Mythologie (inkl. TV-Serie). Aber als nach zwei Stunden im Saal das Licht wieder anging, spukte durch meinen Kopf der Spruch, der die Franchise seither böse verfolgt: „Es kann nur einen geben – und dabei hätte es bleiben sollen!” Die Fortsetzung war ein komplettes Desaster, und wenn ich mich recht erinnere, ist das im Kino gezeigte Ende am nächsten Tag schnörkellos rausgeschnitten worden (Connor wird zu einem Sternenwesen mit Strahlenkranz, der dann irgendwie noch Herzchenform annimmt).
Tatsächlich traf ich Christopher Lambert dann noch im Park Café – aber an ein Interview war nicht zu denken: Er war sturzbesoffen. Ich konnte es ihm wahrlich nicht verdenken…
Wolf Larson, Schauspieler – “Tarzan”
Der langmähnige Tarzan-Darsteller wurde von SAT.1 nach München geholt, denn der Sender hatte die neuen Abenteuer des Dschungel-Königs eingekauft. Im Pressematerial hielt man sich sehr bedeckt, was die Vergangenheit des Sonnyboys aus Kalifornien anging – es wurde nur erwähnt, dass er kleinere Rollen im Fernsehen gespielt hatte, und sich für wohltätige Zwecke einsetzte (sowas kommt immer gut).
Ich wusste es aber besser. Als gestählter Trashfilm-Fan kannte ich Larson aus den Andy Sidaris-Filmen “Picasso Trigger” und “Hard Ticket to Hawaii”. Dazu muss man wissen, dass Andy Sidaris immer sowas wie der Russ Meyer des Actionfilms war: Er drehte kleine, rasante Heuler mit Playmates und Muskelmonstern in den Hauptrollen, und heuerte als Bösewichte gerne ausgemusterte Hollywood C-Ware an (Pat Morita, Erik Estrada). Blanke Brüste, Explosionen, Verfolgungs- jagden, und zumeist die schöne Szenerie von Hawaii oder Texas geben den Sidaris-Filmen ihren ganz eigenen Charme.
Zuerst einmal lief das Interview sehr nett und höflich ab – Larson war offensichtlich ein Profi. Er erzählte vom Stolz, Tarzan spielen zu dürfen, und von der Vorbild-Funktion, die damit einher ging. Natürlich mache er alle Stunts selber, schade sei nur, dass der Tarzan-Schrei immer noch das Original aus den Weissmueller-Filmen sei. Die neben ihm sitzende Pressedame von SAT.1 war sichtlich zufrieden mit dem Fortgang des Interviews, und entschuldigte sich, um draußen nach dem nächsten Journalisten zu schauen. Die Tür war noch nicht ganz zu, da fragte ich Larson, was mich wirklich interessierte: “Wie war eigentlich die Arbeit mit Andy Sidaris?”
Ich befürchtete einen Moment lang, Wolf würde sauer sein, oder eine Antwort verweigern, weil er ja nicht hier saß, um seine alten Video-Kracher zu diskutieren. Aber stattdessen strahlte er auf einmal über das ganze Gesicht und rief: “Echt – du kennst Andy Sidaris?” Es sprudelte nur so aus ihm heraus: Es sei total cool gewesen, die Filme auf Hawaii zu drehen, man habe ständig knackige Mädels um sich gehabt, und am Abend wäre im Hotel immer fett Party gewesen. Besser hätte er es noch nie erlebt. Klar, die Filme seien letztlich Geschmackssache, aber er würde nie ein böses Wort über Andy verlieren.
Nach einem Weilchen Geplaudere über das Actionfilm-Business kam die SAT.1-Dame wieder rein, und war sichtlich erfreut, dass wir uns so gut verstanden. Wolf begleitete mich noch zur Tür, und bedeutete der Aufpasserin, dass er noch eine Minute mit mir allein haben wolle. Dann drehte er sich zu mir, und sprach eher leise: “Pass auf – diese Tarzan-Serie ist nicht so der Bringer, das weiß ich selbst. Wir hatten wenig Geld, und das musste auch alles übers Knie gebrochen werden. Aber die Staffel 2, die wir gerade gedreht haben, ist deutlich besser. Mit Sid Hayers haben wird da auch einen echten Profi-Regisseur dabei. Also sei bitte nicht so hart mit den ersten Folgen, okay?”
Tatsächlich ging ich mit der halbstündigen Serie nicht sehr streng ins Gericht – es war eine harmlose Produktion für Kids, die man ohne Stress gucken konnte, auch wenn sie dem Tarzan-Mythos nichts hinzufügen konnte. Genug Futter für eine nette halbe Seite im GONG.
Kurioses Detail am Rande: Ein paar Jahre später sollte die neue Serie “Tarzan: The Epic Adventures” (Fantasy-Quatsch im “Hercules”-Fahrwasser) nach nur einer Staffel eingestellt werden. Weil man aber weltweit zwei Staffeln vorverkauft hatte, behalf man sich damit, die Staffeln 2 und 3 der Larson-Serie (die vielerorts noch nicht gelaufen war) zu einer neuen einstündigen Staffel zusammen zu schneiden.
Und Wolf Larson? Der besann sich wieder auf seine Actionwurzeln, drehte die coole Serie “L.A. Heat”, war in Martial Arts-Machwerken wie “Expect no mercy” dabei, und ist heute immer noch hie und da in TV-Filmen zu sehen.
Wie kürzlich erwähnt, befinde ich mich derzeit auf der Suche nach prima Open Source und Freeware, um meine Rechner schlank und billig zu halten. Ein ganz spezielles Problem stellt die Tatsache dar, dass ich auf meinem 15 Zoll-Notebook nur mit 1024×768er-Auflösung fahren kann. Will sagen – riesige Bedienelemente und üppige Sidebars nehmen einfach zu viel Platz weg. Software muss für mich ein straffes, aber ansehnliches GUI haben. Aus diesem Grund habe ich nach zwei Tagen auch die an sich coole Google Sidebar wieder weggeblendet (als Bestandteil von Google Desktop bleibt sie auf dem System installiert). Sämtliche Systeminformationen und den Wlan/Internet-Status (plus Lautstärkeregler, Google-Suchmaske, und Datum/Uhrzeit) bekomme ich nun wieder über die veraltete, aber immer noch perfekt funktionierende Winbar. Die verbraucht auch nur wenig Ressourcen.
Was die Media Player anging, so setzte ich bisher auf die Kombination AIMP (Musik) und Zoomplayer (Video). Zoomplayer hat ein exzellent schmales GUI, und die Funktionen sind auch über die Tasten gut abrufbar. AIMP ist die ideale Freeware- Alternative zum ebenfalls langsam sinnlos mutierenden WinAmp. VLC ist mir insgesamt (trotz Skin-Option) zu häßlich.
Doch neulich stieß ich auf einen Player, dessen GUI zwar leider überdimensioniert ist (er läßt sich kaum kleiner machen als ein Drittel meines Bildschirms), dafür aber ein paar ganz leckere Zusatzfunktionen besitzt: Kantaris. Klingt wie ein alter C64-Shooter, sieht aber so aus:

Leider gibt es keine Möglichkeit, die futuristischen Bedien- elemente in einen Minimal-Modus zu versetzen. Das stört aber vor allem dann nicht, wenn man sowieso gerne Vollbild schaut.
Kantaris baut auf dem VLC auf, kann also so ziemlich alles darstellen, was man ihm in die Playlist wirft. Die eingebauten vier Visualisierungen für Musik sind extrem schick, und reichen für den Normalbedarf völlig aus. Die ganze Bedienung ist extrem durchdacht – nur hätte ich halt gerne die Möglichkeit, die Pausefunktion auf die Leertaste zu legen (Kantaris wird in dieser Version noch komplett per Maus gesteuert).
Richtig geil wird der Player, wenn man auf den Button “Last FM Radio” klickt – das Programm ist an den Anbieter “Last FM” angebunden. Man gibt einfach einen Künstler oder eine Stilrichtung ein, schon dudelt Kantaris vergleichbare Musik bis zum Abwinken. Ideal für den Hintergrund.

Am coolsten finde ich allerdings die Funktion, die sich hinter dem Button “Movie Trailers” verbirgt – eine Direktanbindung zur Apple-Webseite, über die man einfach auf ein paar Filmposter klickt, um sich die aktuellsten Trailer einzupfeifen:

Insgesamt ist Kantaris ein tolles Package für Leute, die lässig am Rechner arbeiten, Musik hören, ab und an ein paar Trailer schauen, und dabei keinen großen Stress wollen. Wenn am GUI des noch sehr jungen Programms gearbeitet wird, könnte hier ein echter Star auf dem Open Source Markt entstehen.
Ich hatte ja schon erzählt, dass ich nach einer Open Source-Alternative zum “Ashampoo Burning Studio” gesucht habe. Die meist empfohlenen Programme waren mir zu unhandlich in der Bedienung – wenn ich mal brenne, brenne ich viel und unkompliziert, und das muss dann zack zack gehen. Ein Leser wies mich auf BurnAware hin, das unter seiner “Haube” eine Kollektion aus winzigen Brennprogrammen für die einzelnen Gebiete (Daten, Musik, DVD) ist. Leider sind die Funktionen beschränkt, was z.B. die Verarbeitung von Images angeht.
Besser scheint mir da das Open Source-Programm InfraRecorder, das auch mit einer Nero-artigen Express-Oberfläche gestartet werden kann:

Sehr schön aufgeräumt. Wenn man sich dann einmal für eine Brennart entschieden hat, hilft einem ein Dateiexplorer weiter:

So geht das – und so geht das gut. Alle relevanten Informationen und Einstellungsmöglichkeiten sind gut erreichbar, und man muss sich keine halbe Stunde einarbeiten.
Und natürlich wieder alles kostenlos – aber wahrlich nicht umsonst.
Gestern habe ich mir die 43. Verleihung der Goldenen Kamera angesehen, weil DWDL mich um einen Bericht dazu gebeten hatte. Den findet ihr übrigens hier. Um nichts zu vergessen, habe ich die Sendung “live mitgebloggt”. Hier meine Notizen:
21:14 Bassige Off-Stimme wie beim Boxen – muss der Moderator angekündigt werden?
21:15 Thea Gottschalk – grausam gekleidet, Thomas mit alt werdendem „Schwung”
21:16 Platte Witzchen über Spears, Bohlen, Pooth – streiken die deutschen Autoren auch?
21:17 Schon der erste Preis – das ging ja fix. Für beste Schauspielerin (Laudator: Walter Sittler)
21:18 Schlechte Laudatio: Muss man die Leistung der Frauen immer besonders betonen?
21:19 Ulrike Krumbiegel vs. Jessica Schwarz vs. Katharina Wackernagel
21:20 Ausschnitte – erstaunlich gute Produktionen
21:22 Ulrike Krumbiegel bekommt die Goldene Kamera
21:23 Süß: Sie fragt deNiro nach einem Autogramm
21:24 Die unvermeidliche Schöneberger klingt live sehr dünn – und der “ironische” Song ist eher peinlich
21:26 Preis beste Show: Pilawa Geschichtsquiz vs. Restauranttester Rach vs. Schlag den Raab
21:28 Raab hält eine launige Rede, er ist ganz in seinem Element
21:31 Musik Act national: Jürgen Vogel über Tokio Hotel – WTF?
21:34 Bei soviel Lob – muss man Tokio Hotel jetzt ernst nehmen?
21:35 Bill Kaulitz redet nur dummes Zeug – ein gutes Management hätte das aus der Aufzeichnung entfernen lassen
21:37 Tokio Hotel on stage: Von Echt wäre der Song weniger peinlich gewesen (übles Playback!)
21:43 Beste Doku: Laudatorin Illner redet von MATT Romney? Die erzählte Anekdote glaube ich nie im Leben. Schweigen der Quandts vs. Die RAF vs. Helmut Schmidt
21:49 Maischberger hat gewonnen, bedankt sich artig
21:51 Kabaretteinlage. Richling – musste das auch noch sein? Tour de Doping? Sehr witzig. SAT.1 ist raus aus den Nachrichten? Falsch recherchiert. Fitz und Fotzi? Grundgütiger. War der Richling nicht mal wirklich gut? Ich denke nach. Nein.
21:57 Beste Schauspielerin international: Til Schweiger lobt Hilary Swank – arg abgelesen, und erbärmlich steif.
22:05 Netter Einschnitt von Gottschalk in de Niro-Film – erinnert mich an „Die Einsteiger” (kurios, dass Gottschalk das nicht erwähnt)
22:07 Wedel liest dem Fernsehen die Leviten – und bricht gleichzeitig eine Lanze dafür. Könnte ich ihn leiden – dafür bekäme er meinen Respekt.
22:09 Angsthasen vs. Contergan vs. Die Todesautomatik als beste TV-Filme. Hätte ich mir scheinbar doch ansehen sollen.
22:13 Contergan gewinnt – bewegender Auftritt der jungen Denise, die Geburtstag hat
22:18 Was macht Boris Becker auf der Bühne? Ach so – Starpower. Bester Musik Act international: Kylie Minogue.
22:19 Musste die Krankheit in den Clips erwähnt werden? Geschmacklos!
22:23 Kylies neuer Song enttäuscht: Spastische Tanztruppe zu Pop-Gedudel, wenigstens live gesungen.
22:27 Elstner hält eine trockene, aber angemessene Laudatio für Biolek
22:34 Die Clips sind großartig ausgewählt: Biolek IST Fernsehgeschichte (standing ovations)
22:37 Gruselige Zähne von Helen Schneider, die Hummelanekdote von Bio ist aber wissenschaftlicher Unsinn
22:42 Bezauberndes Duett von Bio und Helen – Sentimentalität muss erlaubt sein!
22:44 Cordula Strathmann stellt den Nachwuchspreisträger vor, macht ein siebenminütiges Comedyprogramm draus. Mag unangemessen sein, ist aber witzig. Ludwig Trepte ist atemberaubend, und angemessen verstockt.
22:54 Bester deutscher Schauspieler. Diesmal stellt Christiane Hörbiger vor: Matthias Brandt, Burghart Klaußner, Ulrich Tukur (was soll der Hut im Saal?)
22:59 Matthias Brandt hat gewonnen – völlig okay.
23:03 Klaus Meine stellt Rockwrack Chuck Berry vor, liest vom Blatt ab. Schwach.
23:10 Schönes Gedicht von Chuck, aber ein 40 Jahre altes Playback hätte man weglassen können.
23:15 Rudi Cerne zieht die Aktenzeichen XY-Nummer drei Minuten über die Witzigkeit hinaus: Folkerts vs. Hoger vs. Furtwängler – erwartbare Kandidatinnen.
23:23 Maria Furtwängler hat gewonnen. Ist um diese Uhrzeit auch schon egal.
23:27 Mario Adorf kündigt Robert de Niro an (Lebenswerk) – wieso? Mit Michael Ballhaus saß doch ein alter Weggefährte von de Niro im Publikum!
23:35 Überraschungsauftritt Martin Scorsese.
23:38 Scorsese erzählt zum umpfzigsten Mal von seiner Kindheit in New York.
Endlich vorbei: Um 25 Minuten überzogen auf 23:40 Uhr.
Erstaunlich: so ein Abend geht ja auch ohne die Ferres.
Ich habe im Publikum entdeckt: Robert DeNiro, Boris Becker, Hilary Swank, Udo Kier, Tokio Hotel, Alfred Biolek, Michael Mittermeier, Thomas Hermanns, Maybritt Illner, Dieter Wedel, Jessica Schwarz, Bettina Zimmermann, Vadim Glowna, Michael Ballhaus, Jörg Pilawa, Stefan Raab, Karl Dall, Jobst Benthues, Chuck Berry, Matthias Opdenhövel, Frank Elstner, Yvonne Catterfeld, Herbert Knaup, Kai Diekmann, Dieter Thomas Heck, Gottfried John, Vicky Leandros, Oliver Kalkofe, Klaus Wowereit, Sandra Maischberger, Wolfgang Stumph, Johannes B. Kerner, Jörg Wontorra, Harry Valerien, Matthias Alberti, Mariella Ahrens, Jo Brauner, Christiane Paul, Mario Adorf, Mark Keller, Helmut Thoma, Anja Kling, Armin Rohde, Peter Hahne, Kai Wiesinger, Frauke Ludowig, Maria Furtwängler, Helmuth Karasek, Werner Klatten, Sibel Kekili, Mike Krüger, Janin Reinhardt, Olli Dittrich, Michael Kausch, Ulrich Noethen, Susan Atwell, Ulrich Deppendorf, Martina Gedeck, Marietta Slomka, Ulrike Folkerts, und Frauke Ludowig.