Appetitanreger 2008

Gepostet am 27. Januar, 2008 um 16:42 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, In Arbeit, Neues.

Schaut euch das mal an…

Wir reden drüber, wenn ich wieder da bin…
Lost City Raiders

Wegen Urlaub geschlossen: 21.1.-28.1.08

Gepostet am 21. Januar, 2008 um 09:00 Uhr
Kategorien: In Arbeit, Neues, Privates.

Urlaub
Sodele, der kaum nennenswerte Winter neigt sich dem Ende zu – und den Wortvogel zieht es gegen alle Regeln nach Süden. Für eine Woche weile ich nun auf Ibiza, und bevor jemand meine Email-Adresse vor Neid an die Spam-Bots weitergibt – dort wartet Arbeit auf mich: die hoffentlich vorläufig letzte Fassung meines Zweiteilers. Und selber kochen muss ich auch.

Bis dahin setze ich die Kommentare in den Moderationsmodus – ohne meine Genehmigung kommt hier kein Pieps durch. Vermutlich werde ich unter der Woche mal im Internet-Café von Eulalia vorbeischauen, und angesammelte Nachrichten freigeben.

Damit es für euch nicht ganz so schlimm ist: Ich bin fest entschlossen, auf Ibiza auch meinen nächsten mehrteiligen “Mega-Eintrag” für das Blog zu verfassen, an dem ihr euch nach meiner Rückkehr die Zähne ausbeißen könnt.

Bis dahin: Bleibt mir gewogen!

Lieber deutscher Zuschauer…

Gepostet am 21. Januar, 2008 um 08:52 Uhr
Kategorien: Lieber....

… wir sind durch dick und dünn gegangen in den letzten zehn Jahren – “Apokalypse Eis” hat dir gefallen, gell? Über “Sumuru” hast du dich heftig, wenn auch vielleicht nicht “gut” amüsiert. “Vollgas” muss ich noch bei dir abarbeiten, schon klar. Und “Lotta in Love”? Manchmal ist es für eine Beziehung besser, wenn man nicht über alles spricht. Wenigstens hast du mir trotzdem noch die Tür aufgemacht, damit ich dir meine “Märchenstunde” zeigen konnte.

Kein Zweifel, du warst immer gut zu mir, deutscher Zuschauer. Und ich habe dich auch immer verteidigt – gegen die Klugscheißer, die dich als dumpfes Prekariat abqualifizieren; gegen die Senderchefs, die in dir nur Zahlen und Zielgruppen sehen; gegen die Produzenten, die dir meist wenig zutrauen.

Aber lieber deutscher Zuschauer, SO LANGSAM HABE ICH VON DIR DIE SCHNAUZE VOLL! Du nörgelst am laufenden Band, es mangele an Qualität, in Amerika sei alles besser, früher war es auch besser, und die Sender täten alles, dich für dumm zu verkaufen. Du erzählst am laufenden Band, dass es dir um gute Drehbücher geht, spannende Geschichten, glaubwürdige Darsteller. Dann, ja DANN würdest du der deutschen Serie gerne wieder eine Chance geben.

10,8 – 11,3 – 11,4

Das sind die Einschaltquoten der ersten Folgen von “Die Anwälte”, “Herzog”, und “Maddin in Love”.

Zuschauer, jetzt mal im Ernst – was soll der Scheiß?! Ich könnte ja verstehen, wenn du die neuen Serien guckst, und dann entscheidest: “Das ist nix für mich”. Aber DU SCHAUST JA NICHT MAL REIN!

Herrgott, was fehlte denn? Die Kritiken haben sich fast überschlagen, und mit Nils Ruf, Kai Wiesinger und Maddin Schneider sind doch auch genügend bekannte Gesichter dabei gewesen, um Ärsche auf das Sofa zu kriegen. Es sind GUTE PRODUKTIONEN, mit Liebe zum Detail gemacht. Trüffel im Schweinetrog. Trotzdem – bei dir hatten die Neustarts keine Chance.

Ich kenne ein paar der Autoren und Produzenten, die sich für diese Serien mit Herzblut und Feuereifer ins Zeug gelegt haben. Hätten die nicht wenigstens mal einen wohlwollenden Blick verdient? Eine halbe Stunde hätte dir doch nicht weh getan, lieber Zuschauer. Aber du hast dir lieber die x-te Wiederholung von “Kevin – Allein zu Haus” auf Vox angesehen (über 15 Prozent!).

Wie gesagt: Wenn es dir nicht gefällt, musst du es nicht gucken. Aber bilde dir deine Meinung doch wenigstens am lebenden Objekt, und nicht aus dem niederen Fundus deiner Vorurteile.

Hochgelobte Formate mit neuen Folgen (Pastewka, Angie, Post Mortem) magst du ja anscheinend auch nicht. Dabei hatte man sich hier ebenfalls alle Mühe gegeben, die erkannten Fehler auszumerzen, und bei der Qualität noch eine Schippe draufzulegen.

Bist du vielleicht generell fernsehmüde, deutscher Zuschauer? Aber nein:

14,0 – 20,1 – 33,6

Das sind die Quoten der ersten Folgen von “Big Brother”, “The next Uri Geller”, und “Ich bin ein Star – holt mich hier raus!”

Sekt predigen, aber Selters schauen? Man sagt gerne: Der Zuschauer bekommt das Programm, das er verdient. Wenn das stimmt, dann mag ich gar nicht, was mir das aktuelle Programm über dich verrät, lieber deutscher Zuschauer.

Vielleicht brauchen wir eine Auszeit voneinander. Ich schreibe wieder ein Buch oder zwei, und du besorgst dir die Criterion DVD-Edition von “Berlin Alexanderplatz”, um zu sehen, ob gutes Event-Fernsehen auch ohne Veronika Ferres funktioniert.

Nein, sag’ jetzt nichts. Ich bin gerade sauer. Laß mich einfach in Ruhe. Ich gehe mal eben eine Runde um den Block…

Hobby-Kryptographen gesucht!

Gepostet am 20. Januar, 2008 um 20:50 Uhr
Kategorien: Neues, Privates.

Kann jemand diesen Namen entziffern?

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Quelle:

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Lieber Matthias Kremp…

Gepostet am 19. Januar, 2008 um 15:05 Uhr
Kategorien: Lieber..., Neues.

… wir hatten ja schon das Vergnügen, als Sie der Atari VCS-Konsole allerlei Fähigkeiten andichteten, die selbst die Entwickler des Gerätes überraschen dürften.

Für das nett gedachte, aber bisher banale und vor allem gruselig schlecht gelayoutete Projekt “Eines Tages” haben Sie sich nun des Brotkastens angenommen. Die Belanglosigkeit und Austauschbarkeit des Textes ist vermutlich gewollt – soll sich ja jeder Ex-64er-Freak damit identifizieren können.

Aber ich hätte da noch ein paar Fragen:

  • Als Sie mit dem C64 am Fahrrad-Lenker vom Gebrauchtkauf heimfuhren, wie sie so schön nostalgisch schreiben – wo war da der Farbfernseher, den sie zwei Absätze weiter unten angeblich zusammen mit dem Computer gekauft haben?
  • Wieso erwähnen Sie nicht, dass die “halbe” Auflösung von 160×200 dem Multicolor-Modus diente, während die gelobpreiste 320×200-Auflösung für Spiele praktisch unbrauchbar war, weil monochrom?
  • Wieso werfen Sie Auflösung und Darstellungsmodus in einen Topf? 25×40 Zeichen sind nämlich dasselbe wie 320×200 Pixel.
  • Warum brauchten Sie, um Ihr erstes Basic-Programm zu stoppen, den zusätzlich eingebauten Reset-Schalter? Hatte Ihr C64 keine Run/Stop-Taste mehr?

Wenigstens bin ich nicht der Einzige, der Ihnen auf die Finger schaut: “In einer älteren Version dieses Artikels stand, dass die Disketten für den C64 eine Speicherkapazität von 80 Kilobyte hätten, aufgrund der vielen Hinweise konnten wir das richtigstellen, es sind 170 Kilobyte. Wir bitten diesen Fehler zu entschuldigen.”

Also Schwamm drüber, weil “Eines Tages” die ungefilterten Erinnerungen von normalen Menschen reflektieren soll, mit all ihren Fehlern und Gedächtnislücken? Nichts da: “Matthias Kremp ist Redakteur bei SPIEGEL ONLINE im Ressort Netzwelt.

Sie kriegen Geld für sowas. Eine Runde Schämen scheint angebracht.

“Bei uns ist der Text nicht so wichtig” – reloaded

Gepostet am 18. Januar, 2008 um 21:14 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Gedanken, In Arbeit.

Fake Frankfurter

Ich erwähnte ja vor ein paar Tagen den FAS-Artikel von Peer Schader, in dem auch ich zitiert wurde. In meinem Gespräch mit dem Journalisten am Donnerstag wurde eine ganze Reihe von Themen angesprochen, die dann aus Platzgründen keinen Eingang in den Artikel fanden.

Das finde ich schade.

Darum kapere ich die Idee der Story ganz frech, und beantworte für euch nochmal ein paar Fragen, die ihr gar nicht gestellt habt.

Warum gibt es in Deutschland keine mächtige Autorengewerkschaft wie in Amerika?

Richtiger wäre: Warum gibt es in Amerika eine mächtige Autorengewerkschaft? Das geht meines Erachtens auf die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts zurück, als die großen Hollywood-Studios ihre Macht zementierten. Damals waren Drehbuchautoren fest angestellte Lohnschreiber, die auf Weisung der Produzenten arbeiteten. Und als Angestellte waren sie darauf angewiesen, sich zu organisieren, um für bessere Arbeitsbedingungen zu kämpfen. Alle profitierten davon.

In Deutschland sind Autoren (mit wenigen Ausnahmen) Freiberufler, die kaum Kontakt untereinander haben. Ebenso gut könnte man fragen, warum es keine Gewerkschaft der Bildhauer oder Straßenmusiker gibt.

Hat es Nachteile, dass es keine Autorengewerkschaft gibt?

Natürlich. Es gibt keine verbindlichen Tarife – wer will, kann junge und hungrige Drehbuchschreiber gnadenlos ausnutzen. Soziale oder medizinische Absicherung muss individuell geregelt werden, bei Verhandlungen haben die Autoren keine Stimme. Gerne werden Budget-Kürzungen vom Sender über die Produzenten direkt an die Autoren durchgereicht, weil diese das schwächste Glied in der Kette sind. Besonders übel: Autoren haben praktisch keine Handhabe, wenn Produzenten oder Regisseure ihre Drehbücher nach Belieben umschreiben. Wer sich nicht gut verkaufen kann, zieht den Kürzeren.

Warum gründen die Autoren dann keine Gewerkschaft?

Weil eine Gewerkschaft eben auch bedeutet, Autonomie aufzugeben. In den USA schlägt die WGA ihren Mitgliedern ja nicht vor zu streiken – sie befiehlt es. Und die Strafen für Streikbrecher sind drakonisch. Diese Unterwerfung unter eine (noch zu gründende) Gilde ist den meisten Autoren, die als Einzelkämpfer arbeiten, suspekt.

Aber die Vorteile liegen doch auf der Hand!

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Jon Stewart – American Hero

Gepostet am 18. Januar, 2008 um 19:32 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Neues.

Ich denke, wer diesen Clip noch nicht kennt, sollte jetzt emotional ganz tief einatmen – Jon Stewart in seiner ersten “Daily Show” nach den Anschlägen vom 11. September 2001:

Schade nur, wie schnell die Einigkeit Amerikas und der (w/r)estlichen Welt politischen Ego-Trips geopfert wurde…

Jon Stewart vs. Dummschwätzer

Gepostet am 17. Januar, 2008 um 14:00 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Gedanken, Lustiges, Neues.

Die konservative Medienlokomotive Bill O’Reilly meinte kürzlich, der Autorenstreik in den USA würde die Moderatoren der Comedy-News-Shows wie “Colbert Report” und “Daily Show” als Marionetten entlarven, die ohne Skript nicht einmal wüßten, in welche Kamera sie schauen müßten.

Natürlich war auch hier der Wunsch der Vater des Gedankens – Stephen Colbert und Jon Stewart sind feste politische Größen, und das nicht erst, seit Stewart als Gast in “Crossfire” den aufgeblasenen Tucker Carlson plattgemacht hat:

Ich habe mir nun eine Woche lang “Daily Show” und “Colbert Report” angeschaut, die derzeit ohne Autoren auskommen müssen. Das Ergebnis ist nicht nur erstaunlich – es ist geradezu widersinnig: Die Shows sind in vielen Beziehungen besser geworden. Ohne eine Sackladung Pointen in der Rückhand wirken Colbert und Stewart ehrlicher, ihre Kommentare haben an Menschlichkeit gewonnen (bei Colbert muss man allerdings relativieren, weil er einen fiktiven fiktionalen Charakter spielt). Viele Sätze besonders von Jon Stewart entspringen nun authentischer Verzweiflung und Empörung, weil sie nicht mehr nur Anlauf für einen Zinger sind.

Mehr als je zuvor wird deutlich, dass Stewart längst kein humoristischer Hampelmann mehr ist – sondern ein rhetorisch brillanter, gut gebildeter, und extrem flexibler Politkommentator.

Selten kam das so schön heraus wie bei dem Interview mit Jonah Goldberg in der gestrigen Show. Wenn Michael Bay statt Actionfilmen Interviews schneiden würde, sähe das vermutlich ähnlich aus:

Wer nun glaubt, hier habe der Schneideraum Stewarts Argumente ins rechte (linke) Licht gerückt, der sollte sich mal ansehen, was Jon vor ein paar Monaten mit dem konservativen Kommentator Chris Matthews machte, als dieser sein Buch promoten wollte:

Und als Schmankerl noch ein deutscher Radio-Clip – unfassbar:

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Endlich – Kino wieder Boll-frei!

Gepostet am 15. Januar, 2008 um 07:17 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Neues.

Platz 14 in der ersten Woche, knapp über 3 Millionen Dollar Einspiel – das blamable US-Ergebnis von “Schwerter des Königs” läßt sich nicht mit Verweis auf zu erwartende DVD-Verkäufe schönreden. Und endlich, ENDLICH hat Uwe Boll es auch eingesehen.

Interessant scheint mir, dass weder in dem Artikel noch sonstwo die aktuelle Spiele-Adaption “Far Cry” mit Till Schweiger erwähnt wird. Kaum vorstellbar, dass der nicht zumindest hierzulande durch ein paar Projektoren genudelt wird.

Das Universum hat also seine Balance gefunden: Künftig wieder Woody Allen im Kino, und Uwe Boll auf der Silberscheibe (oder im Mülleimer). So gehört sich das.

P.S.: Ja, ich bin hämisch. Ich habe “House of the Dead”, “Alone in the Dark”, “Bloodrayne”, “Bloodrayne 2″ und “Postal” durchlitten, das habe ich mir ehrlich verdient.

Lese-Pflicht

Gepostet am 13. Januar, 2008 um 11:31 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, In Arbeit, Neues.

Heutige Ausgabe der “Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung”, Seiten 21 und 29. Der Vogel zwitschert in “old media”.

Jetzt auch online verfügbar (Dank an Monsieur Niggemeier für den Tipp).

Darf ich bekannt machen?
Wortvogel – Internet. Internet – Wortvogel

Gepostet am 12. Januar, 2008 um 18:02 Uhr
Kategorien: Gedanken, Privates.

Bevor ich mich nächste Woche an eine Reihe von ausufernden Texten und Reportagen für dieses Blog begebe, möchte ich heute mal ein wenig anekdoteln. Dabei geht es um meine erste Begegnung mit dem Internet.

C64In den 80ern war ich schon fleißig mit Computern unterwegs (C64), aber seien wir ehrlich – wie 99 Prozent meiner Altersgenossen spielte ich damit rum, was der Competition Pro Joystick hergab. Hausaufgaben? Dazu hätte ich einen Drucker gebraucht. Lernprogramme? Wie öde. Die einzige kreative Arbeit, bei der mir mein Brotkasten zur Seite stand, war die Gestaltung des Horror-Fanzines “Dark Palace” (darüber eines Tages mehr).

PowerplayWas ich an Informationen aus der Branche brauchte, bekam ich von der “Happy Computer”, der “Powerplay” und ein paar völlig überteuerten Ausgaben der britischen “C+VG” am Hauptbahnhof. Dort blätterte ich auch manchmal in den ausliegenden Heften der CHIP, verstand aber (der Location angemessen) nur Bahnhof. Zumindest bekam ich mit, dass man mit Akustikkopplern irgendwie Daten über die Telefonleitung verschicken konnte. Warum und wozu, erschloss sich mir nicht. Das klang alles arg nach KGB und NASA.

Ende der 80er wurde es eher schlimmer als besser: Zum Umzug nach München wurde der C64 eingemottet, und nicht wieder hervorgeholt, bis ich ihn 1999 samt und sonders dem Gamebase-Projekt spendete (ein paar Disketten-Boxen hatten mir mittlerweile den Plumpser in das Schildkrötenbecken übel genommen). Ich war also für mehr als zwei Jahre “computerfrei”.

Ich wurde bekanntermaßen Redakteur beim GONG, wo man “schon” 1991 von Schreibmaschine auf Textverarbeitung umgestiegen war. Das lief entsprechend erbärmlich “old school”: Texte unter DOS in Word 5.5 (glaube ich) tippen, am Gemeinschaftsdrucker ausdrucken, in den Satz geben, dort eintippen lassen, den Ausdruck korrigieren, etc. Die “Druckerschlange” waren damals nicht etwa die im Druckerpuffer wartenden Druckaufträge, sondern die genervten Redakteure mir Kaffeetassen und Zigaretten, die darum beteten, nicht durch einen Papierstau von der weiteren Arbeit abgehalten zu werden. Wenigstens war es der Firmenkultur dienlich – man kam ins Gespräch…

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Selbst heute weiß ich noch, mit welcher Fingerfertigkeit man nach einiger Zeit die notwendigen Routinekommandos per Tastatur-Kürzel in die Textverarbeitung reinhackte (Datei – Übertragen – Speichern - Alles).

Irgendwann wurde mir klar, dass ich viel Zeit sparen konnte, wenn ich die Programmspalten von SAT.1, die ich damals betreute (der Glamour!), zu Hause in Ruhe in die Tasten haute, und auf Diskette mit in die Redaktion nahm. Ein “Schlepptop” musste her. Und den Spitznamen trug mein Vobis Highscreen nicht ohne Grund: 20MB Festplatte, halbhoher CGA-Bildschirm, Diskettenlaufwerk, ausklappbarer Handgriff wie bei einer Reise-Schreibmaschine, und solide 4,9 Kilogramm Lebendgewicht. Wenigstens war BTX vorinstalliert – was mir nicht weiterhalf, weil ich keine Ahnung hatte, was ich damit sollte. Aber es war mir über 4000 DM wert.

Das Schlepptop begleitete mich brav durch die nächsten zwei Jahre, und im Gegensatz zu den aktuellen Multimedia-Monstern versuchte es niemals, mich durch Internet, MP3, Spiele, oder Pornos von der Arbeit abzulenken. Dafür danke ich ihm noch heute. Erst vor drei Monaten habe ich das (noch bedingt lauffähige) Wrack zum Wertstoffhof gebracht.

Wortvogel in USA (re.)

Für die “TV Serien” war ich dann 1994 in Amerika – ein paar Leser hatten bei einem Star Trek-Wettbewerb eine Reise gewonnen, die u.a. ins National Air and Space Museum nach Washington führte. Einer der Gewinner schaute sich im Geschenke-Shop die ausgestellten Waren zwar genau an, stellte sie aber immer wieder mit den Worten zurück ins Regal: “Kaufe ich übers Netz – ist einfacher”. So erfuhr ich vom Internet, in dem man also offenbar prima Sachen einkaufen konnte.

Nochmal: Die bis dahin verbreitete Mailbox- und BBS-Kultur war an mir total vorbeigegangen. Das war nicht meine Baustelle. Computer waren isolierte und glorifizierte Schreibmaschinen.

Aber der Hinweis des Trekkers hatte mich angespitzt, und wieder daheim bestellte ich mir das Buch “In acht Sekunden um die Welt”. Leider stellte sich schnell heraus, dass ohne einen PC mit funktionierendem Modem die Materie praktisch nicht zu verstehen war. Und über das WWW stand da auch kaum was drin – es ging zumeist noch um mühselige Einwählereien in Datenbanken und Mailboxen. Das schien mir sehr “geeky”, und ich verstand nicht genau, welchen Vorteil das haben sollte.

Ungefähr zu dieser Zeit begannen auch Mainstream-Medien, über dieses “weltweite Datennetz” zu berichten. Das klang schon recht spannend. Und ein Leser, mit dem ich im regen Kontakt stand, erzählte mir, dass man im Netz Nacktfotos von Kelly Bundy finden konnte. Nackfotos! Von Kelly Bundy!

Nun wollte ich doch mal wissen, was es damit auf sich hatte!

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Dito

Gepostet am 10. Januar, 2008 um 13:15 Uhr
Kategorien: Gedanken.

Warum kann ich nicht so schön wie “Scrubs”-Erfinder Bill Lawrence erklären, warum ich schreibe?

“I write because it makes me feel cool even though I know I’m not. I write for revenge on everyone that ever wronged me. Tim Stenger, you know what I’m talking about. I write to heal (myself, not the world – I’m not a wizard). I write because I’m lucky; we all know how many elements of success are beyond our control. I write because I secretly believe luck had nothing to do with it. I write because I’m arrogant, because I’m insecure, because I’m depressed, angry, joyous, drunk, bored. But most of all, I write because I’m full of shit.”

Ich hätte für die Beantwortung der Frage “Why I write” mindestens zehn Seiten gebraucht – und es trotzdem nicht so perfekt getroffen.

Zensur? F**k dat S**t!

Gepostet am 5. Januar, 2008 um 20:47 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Lustiges, Neues.

Late Night Moderator Jimmy Kimmel hat in seiner Show ein Segment, das auf einer wirklich frischen Idee basiert – er zensiert an sich harmlose Fernsehbeiträge, die erst durch die Piepstöne unglaublich obszöne Assoziationen wecken. Einen Emmy für den Autor, der darauf gekommen ist!

This Week in Unnecessary Censorship:
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German street cred fo’ realz! E-Yo!

Gepostet am 5. Januar, 2008 um 10:43 Uhr
Kategorien: Lustiges, Neues.
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Lesen, gucken, lernen – True Films

Gepostet am 4. Januar, 2008 um 23:57 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Neues.

True Films CoverDas sowieso für Kreative empfehlenswerte Blog Read Write Web wies mich eben auf ein absolut unwiderstehliches Angebot hin. Unwiderstehlich weil lesenswert UND für lau: Kevin Kellys großartiges Buch “True Films” über die 200 besten Dokumentationen aller Zeiten. Als PDF gerade mal 4,3 Megabyte groß, 199 Seiten, und mit kontext- sensitiven Werbeanzeigen, die aber nur anschauen muss, wer tatsächlich den überfrachteten Adobe Reader 8 benutzt (ich selber bin schon for langer Zeit auf PDF XChange umgestiegen).

Mini-Nachtrag: Capone hat bei AICN gerade seine Liste der 15 besten Dokumentationen 2007 veröffentlicht:

1. Lake of Fire
2. Terror’s Advocate
3. King of Kong: A Fistful of Quarters
4. Nanking
5. Crazy Love
6. Helvetica
7. No End in Sight
8. Jimmy Carter: Man from Plains
9. My Kid Could Paint That
10. The Pervert’s Guide to Cinema
11. Sicko
12. For the Bible Tells Me So
13. Mr. Untouchable
14. An Unreasonable Man
15. In the Shadow of the Moon