2008 – immer noch keine fliegenden Autos

Gepostet am 31. Dezember, 2007 um 16:07 Uhr
Kategorien: Gedanken, Lustiges, Neues, Privates.

FeuerwerkAls ich aufwuchs, in den 70er Jahren, war der Deal eigentlich klar: Spätestens zum Jahr 2001 treffen wir Aliens, können unsere Autos fliegen, leben wir in Unterwasserstädten, und ganz Manhattan ist ein Gefängnis.

Morgen ist 2008. Nix is.

Die einzig nennenswerten technologischen Fortentwicklungen der letzten 30 Jahre wurden auf dem Gebiet der Informations- und Kommunikationstechnologie gemacht: Internet, Handys, Notebooks. Es regiert nicht etwa der postapokalyptische Ur-Mann mit Schrotflinte und den Zugangscodes zu den letzten Atomraketen, sondern der Nerd mit den Administrator-Rechten im Netzwerk.

Wieder nicht passiert:

Schöne Scheiße.

Trotzdem: Es ist nicht alles schlecht, und ich ergreife die Gelegenheit beim Schopf, auf das Jahr 2007 zurück zu blicken.

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Selbstzufriedenes Schreibergesocks

Gepostet am 26. Dezember, 2007 um 23:30 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, In Arbeit, Neues.

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Von links: Produzentin Adina, Marc Hillefeld, der Wortvogel, Peter Kocyla, US-Coach Lee Goldberg, Produzent Christoph – das Team unseres aktuellen “Writers’ Room” beim Abschiedsessen vor Lees Rückreise nach Kalifornien.

Zwei Männer an diesem Tisch tragen lange Unterhosen…

Kleiner TV-Tipp-Nachtrag

Gepostet am 23. Dezember, 2007 um 15:22 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Neues.

Post ImpactJa ja, bin ja schon weg. Aber hinterher heißt es wieder, ich hätte doch darauf hinweisen sollen, dass am 1. Weihnachtstag um 23.40 Uhr auf RTL der maßgeblich von mir verbrochene “Apocalypse Eis” nochmal ausgestrahlt wird. Wer ihn noch nicht kennt, kann hier zuschlagen.

Wahrlich kein guter Film, aber ich stehe dazu.

Hogfather

Und weil wir gerade bei den Fernseh-Tipps sind: ProSieben zeigt am gleichen Tag die zweiteilige Terry Pratchett- Verfilmung “Hogfather”, die ich ausgesprochen gelungen fand (auch wenn ich für die Synchro nicht bürgen kann). Besonders Michelle Dockery in der Hauptrolle hat es dem Wortvogel ganz warm ums Herz werden lassen…

NACHTRAG zum Nachtrag: 15 Prozent in der Zielgruppe für die (schätze ich mal) vierte Ausstrahlung von “Apokalypse Eis” – geschlagen geben mussten sich Steven Seagal, Roger Moore, Morgan Freeman, Bruce Lee, Pierce Brosnan, und Marlon Brando. Wenn man bedenkt, dass AE neben Harry Potter und “Das Supertalent” das einzige Programm mit mehr als 15 Prozent Marktanteil war, dann hat der Film in diesem Bereich auch Armageddon, Pearl Harbor, Drei Engel für Charlie, Donna Leon, und Ben Hur geschlagen.

Weihnachtspause

Gepostet am 23. Dezember, 2007 um 14:52 Uhr
Kategorien: Gedanken, Neues, Privates.

Xmas DanceDie Tasche ist ge-, die Geschenke sind verpackt, und der Flieger nach Düsseldorf wird gerade aufgetankt. Die nächsten drei Tage gehören der Familie. Sicher wird es mir gelingen, auch mal am elterlichen Rechner meine Emails und Kommentare zu checken, aber erwartet keine größeren Beiträge.

Auf diesem Wege, und weil es angebracht ist: Danke meinen Lesern, meinen Kommentatoren, meinen Diskutanten.

Genießt die Tage.

Poster abgelehnt – jugendgefährdend?

Gepostet am 23. Dezember, 2007 um 13:59 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Neues.

Taxi to the Dark Side

Die Motion Picture Association of America hat das obige Poster als “nicht für alle Altersgruppen geeignet” klassifiziert. Stein des Anstosses: Der Sack über dem Kopf des Gefangenen.

Bei “Taxi to the Dark Side” handelt es sich um eine Dokumentation über die Verstrickungen der Amerikaner in Folter und Verschleppung.

Davon unabhängig: Großartige Artwork. Könnte demnächst einen Platz in meinem Wohnzimmer bekommen (danke an Julian für den Tipp).

Tja, ähhh… (sprachlos)

Gepostet am 22. Dezember, 2007 um 15:54 Uhr
Kategorien: Neues.

Unser TV: Umschalten, nicht abschalten!

Gepostet am 21. Dezember, 2007 um 22:23 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Gedanken, Neues.

Fernsehen (c) Pixelio.deIch bin gerade mal wieder spontan geladen: Beim Kollegen Niggemeier hat gerade ein “Jörg” zum Rausschmiß von Andrea Kiewel folgendes abgelassen:

“Weil ich nicht nur „halbwegs” aufnahmefähig und mein kognitives Potenzial nicht nur „ausreichend” ist, habe ich meine Glotze vor Jahren auf den Müll geworfen. Damit gehörte ich schon damals zu denen, die Soziologen heute als Kulturelite bezeichnen ;-)

Da hilft auch der Smiley nicht – das ist Dummgewäsch der wirklich üblen Sorte, und ich bin “Sebastian” für seine Replik dankbar:

“Das heisst, man verliert ab einem gewissen Elitestatus die Fähigkeit, sich ein gescheites Programm auszuwählen und gibt lieber ganz auf?”

Eben. Ich kann es nicht mehr hören – deutsches Fernsehen ist scheiße, langweilig, hirntot, und vor allem: früher war alles besser. Das ist nostalgisch richtig, aber empirisch kompletter Blödsinn. Ich war in den 70er und 80er Jahren vor Ort, und ich erinnere mich gut:

  • drei bis vier Programme (mit ein wenig Glück noch flackerig die Holländer oder die Österreicher)
  • mono
  • kein Programm morgens
  • kein Programm nachts
  • zum umschalten aufstehen
  • Spielfilme frühestens nach fünf Jahren im Fernsehen auf strikt limitierten Programmplätzen
  • tschechische und holländische Billigserien im Nachmittagsprogramm
  • Jugendkultur von alten Menschen
  • Horror-Schnitte und Synchro-Lügen bei Hitchcock-Klassikern
  • Biedermann-Moderatoren
  • graue Pullunder im Telekolleg
  • US-Serien gnadenlos auf 45 Minuten runtergekürzt

Und jede Show die zwangsläufig gleiche dröge Mischung aus Fernsehballett, “Sketchen”, Musik und “Spielen”.

Na klar gab es damals auch “Extratour”, “Ein Herz und eine Seele”, “Kennen Sie Kino?”, “Berlin Alexanderplatz”, “Smog”, “Der Kommissar”, “Fleisch”, und “Der phantastische Film”. Aber das war alles so homöopathisch verteilt, dass man sein Leben nach der TV-Zeitschrift planen mußte – Videorekorder hatte ja kaum einer. Hatte man was verpaßt, war es futsch. Fernsehen war immer “für alle” – als Nischenfan fristete man ein Nischenleben. Nur retrospektiv verdichtet sich das Programm der 70er und 80er nostalgisch zur “guten alten Zeit”.

Besonders auffällig scheint mir, dass gerade diejenigen, die am meisten über das Fernsehen klagen, auch am meisten gucken. Heute hat man die Auswahl aus Dutzenden Sendern, ist aber fauler denn je, auch tatsächlich umzuschalten, um sich auf die Jagd zu begeben.

Man KANN sich über “Richterin Barbara Salesch” aufregen – man KANN aber auch zu arte umschalten. Man KANN “Beckmann” scheiße finden – man KANN den Abend aber auch bei Phoenix oder Bayern alpha verbringt. Man KANN sich von den Werbepausen auf ProSieben nerven lassen – man KANN aber auch Filme restauriert, in Breitwand, und im Zweikanalton auf MGM gucken.

Ich habe gerade mal kurz überschlagen, was mir an “gutem” Fernsehen in diesem Jahr über den Weg gelaufen ist. Nicht unbedingt alles, was ich gucke – aber was ich als qualitativ hochwertig wahrnehme. Und das ist nicht wenig:

  • Dittsche
  • Tagesschau
  • Tatort
  • KDD
  • Stromberg
  • Pastewka
  • Druckfrisch
  • Zimmer frei
  • Hart aber fair
  • Sendung mit der Maus
  • Quarks & Co
  • Kontraste
  • Quer
  • terra-X
  • Aspekte
  • Scheibenwischer
  • Nano
  • Kulturzeit
  • Alpha Centauri
  • Vinyl
  • Der Dicke
  • Blind Date
  • Switch
  • Rockpalast
  • Fat Machines
  • Die Ludolfs
  • Kalkofes Mattscheibe
  • Nachtcafé
  • Türkisch für Anfänger
  • Ladyland
  • Bully & Rick
  • Extra 3
  • Zapp
  • Album
  • Genial daneben
  • Mitternachtsspitzen
  • Neues aus der Anstalt
  • nachtstudio
  • Pfarrer Braun

Dazu Mehrteiler, Reihen und TV-Filme:

  • Die Flucht
  • Steiff
  • Gabor Süden
  • Unter Verdacht
  • 2030 – Aufstand der Alten

Dazu US-Produktionen:

  • Dr. House
  • Heroes
  • Rome
  • Weeds
  • Deadwood
  • Six Feet Under
  • Scrubs
  • Sopranos
  • Bones
  • Prison Break
  • The Shield
  • Lost
  • Desperate Housewives
  • Battlestar Galactica
  • Arrested Development
  • Reno 911
  • Boston Legal
  • Law & Order
  • Gilmore Girls
  • Monk
  • Closer
  • Psych
  • Numbers
  • 24

Und obendrein haufenweise Dokumentationen, Retrospektiven, Regionales, Buch/Koch/Polit-Magazine, und eine Sackladung Kabarett.

Sollte doch eigentlich ausreichen, um auch die sozial isolierteste Existenz durch die Woche zu bringen – ganz ohne Soaps, Reality TV, Trash-Talk und Action News.

Ich mag das deutsche Fernsehen einfach nicht mehr schlechter reden, als es ist. Und darum möchte ich auch mal wissen… nein, nicht was euch am Programm ankotzt, sondern was euch gefällt. Was sind eure Lieblingssendungen, wofür lasst ihr auch schon mal das Abendessen stehen?

Eure Meinung ist gefragt!

Spielkind! Spielkind!

Gepostet am 21. Dezember, 2007 um 19:41 Uhr
Kategorien: Lustiges, Neues, Privates.

Bei der Lektüre eines alten “Grüne Leuchte”-Albums aus den frühen 80ern stieß ich gestern auf dieses Gewinnspiel:

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Und da fiel es mir siedendheiß wieder ein: Den “bigtrak” hatte ich mal besessen! Da muss ich so 12 gewesen sein. Ich weiß noch, wie begeistert ich davon war, dass man das Ding programmieren konnte (ideal, um den Dackel von Tante Marion zu erschrecken) – und wie schnell ich die Lust verlor, weil 16 Schritte halt doch grad mal gar nix sind. Und exakte Drehungen schafften die Gummiketten auch nicht.

Ein im Internet gefundenes Video verdeutlicht sehr schön, was der bigtrak drauf hatte:

Optisch sieht das Ding schon schneidig aus (eine Mischung aus “Ark II” und “Die Straße der Verdammten”), und schon drei Jahre später hätte ich mir wahrscheinlich meinen Kumpel Markus gegriffen, um mit seiner Super8-Kamera einen Science Fiction- Film im Sandkasten zu drehen. DAFÜR wäre der bigtrak ideal gewesen!

O tempora! O mores! O US-Splatter-TV!

Gepostet am 20. Dezember, 2007 um 18:35 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Lustiges, Neues.

Es ist doch erstaunlich, wie sehr sich die Maßstäbe verschieben: In den 80ern war es noch ein Skandal, als in der “Schwarzwaldklinik” eine Vergewaltigung (und kurz darauf eine Entmannung) angedeutet wurde. Oder als fünf Folgen der “Profis” wegen angeblicher Gewaltverherrlichung aus der Erstausstrahlung genommen wurden.

2007 kann man sowas im Fernsehen bestaunen:

Bones Episode 219

Wer es nicht gleich erkennt – es handelt sich um die Leiche eines Mannes, der aus einem Flugzeug geworfen wurde. Gesehen in der Serie “Bones”.

Und so ein Motiv hätte doch in den 80ern jedem Cover einer Italo-Schlachtplatte gut zu Gesicht gestanden:

Bones Episode 303

Wem’s noch nicht reicht – ein Klick vergrößert die Bilder.

Coming soon

Gepostet am 19. Dezember, 2007 um 01:21 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Neues.

Eigentlich mag man keine Hoffnung investieren:

Ossis Eleven Plakat

Wahr ist aber: Ich kenne den Regisseur Oliver Mielke ganz gut (er ist eigentlich Chef der Firma “Entertainment Factory”, die viele maßgebliche Comedy-Produktionen für ProSieben gestemmt hat). Und er ist ein Guter. Ich unterstelle einfach mal, dass er sich was ganz Besonderes ausgesucht hat, um erstmals auf dem Regiestuhl Platz zu nehmen.

Ich predige ja selber immer, dass man nicht über Dinge herziehen soll, die man noch gar nicht gesehen hat.

Also: Deutscher Film, überrasche mich! Deutsche Comedy, mach mich lachen! Ich bin willens…

Echte Vögel kotzen nicht

Gepostet am 18. Dezember, 2007 um 15:39 Uhr
Kategorien: Lustiges.

Hatte ich ganz vergessen – diesen Clip habe ich vor über einem Jahr auf YouTube eingestellt:

Der Kurzfilm basiert grob auf einem grandiosen Comic gleichen Titels des unübertrefflichen Walter Moers.

SPIEGEL-Archiv (und mehr) kostenlos!

Gepostet am 17. Dezember, 2007 um 13:49 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Neues.

SPIEGELDie Kollegen von DWDL haben es soeben vermeldet: Ab Februar eröffnet SPIEGEL online ein neues Wissen & Recherche-Portal, auf dem neben diversen Bertelsmann-Lexika auch das gesamte Archiv des gedruckten SPIEGEL abrufbar sein wird. Bisher kostete das Geld (für Abonnenten der Print-Ausgabe ca. 3 Euro im Monat).

Eine prima Sache, wie ich finde – das spart mir Geld, denn ich habe bisher tatsächlich das kostenpflichtige Archiv-Abo besessen.

Grundsätzlich kann es nur von Vorteil sein, wenn das geballte kulturelle Erbe des Hamburger Magazins, dessen Namen Alt-Kanzler Kohl nicht in den Mund nimmt, auch breiteren Bevölkerungsschichten zur Verfügung steht. Es wird nicht nur einfacher, Zeitgeschichte nachzulesen, sondern auch Strömungen und Zeitgeist innerhalb der Redaktion aufzuspüren.

Es ist spannend wie ein Krimi, einfach mal die ersten Artikel zum Stichwort “AIDS” oder “Internet” aus dem digitalen Keller zu holen. Und mitunter ist es auch ernüchternd, wenn man die retrospektiv hysterischen Kampagnen zu Themen wie “Waldsterben” und “Wiedervereinigung” analysiert. Wie oft der SPIEGEL Helmut Kohl schon abgeschrieben hatte, wäre eine eigene Doktorarbeit wert…

Der Vogel hätte keinen Vogel, wenn er nicht auch was zu mäkeln hätte.

  1. Angesichts des exorbitanten Gewinns, den das Magazin abwirft, könnte man eigentlich erwarten, dass die alten Ausgaben im Archiv wenn schon nicht als Volltext, dann doch wenigstens in hochauflösenden Graustufen gescannt werden. Meistens scheint man hier auf alte Microfiche-Archive zurückgegriffen zu haben, die nicht einmal die Qualität einer schlechten Fotokopie erreichen.
  2. Die Navigation des Archivs läßt noch schwer zu wünschen übrig. Sie ist langsam, unhandlich, und man klickt sich einen Wolf. Wären Vorschauen auf die Artikel denn SO schwer?
  3. Es sollte ein eigenes Archiv der SPIEGEL-Titelbilder geben (als Ersatz habe ich mir dieses Buch besorgt), und Titelgeschichten sollten automatisch auch das Titelbild beim Download beinhalten.
  4. Es wäre halt schön, auch KOMPLETTE Hefte als pdf laden zu können, statt nur einzelner Artikel.

Insgesamt aber ein Schritt in die richtige Richtung. Den Lesern dieses Blogs lege ich nahe, mal die Artikel zum Thema Gewaltvideos zu lesen – besonders die 84er Titelgeschichte “Zum Frühstück ‘Ein Zombie hing am Glockenseil’”, mit dem grandiosen Interview unter der Headline “Alle haben gekotzt, nur ich nicht”…

Filmkritik: “1 Mord für 2″

Gepostet am 16. Dezember, 2007 um 23:02 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Neues.

Sleuth PosterUnd gleich noch ein Remake eines Klassikers aus den 70ern: Bei “1 Mord für 2″ handelt es um die Neuverfilmung von Joseph L. Mankiewicz’ “Mord mit kleinen Fehlern”.

Zuerst einmal ein paar Worte zur Vorlage: Das Original ist ein Paradebeispiel für den “klassischen” Krimi, der seine Wurzeln im Theater hat, und wenig auf Schaueffekte und Action setzt. Irgendwo zwischen “Columbo” und “Mord im Orient-Express” treffen sich dort der Friseur Milo Tindle (Michael Caine) und der Schriftsteller Andrew Wyke (Laurence Olivier), um auzuhandeln, ob der virile, aber bankrotte Milo mit der schönen Ehefrau des stinkreichen, aber moralisch korrupten Andrew abziehen darf. Im behaglichen Landhaus kommt es zu einem intellektuellen Duell, das Klassenkampf und Hahnenkampf zugleich ist.

Sleuth OriginalMan kann natürlich hier schon die Frage stellen: Warum musste “Sleuth” überhaupt neu verfilmt werden? Nichts an der Geschichte ist gealtert, oder bedarf einer Überarbeitung. Aber wenn man die Chance hat, den Schauspieler des “Milo” im Remake den “Andrew” spielen zu lassen, wenn man mit Kenneth Branagh einen der besten Shakespeare- Regisseure an Bord hat, und wenn das Drehbuch von einem Literatur- Nobelpreisträger geschrieben wird (Harold Pinter), dann kann man getrost mal über die Sinnfrage hinwegsehen.

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Erfreulicherweise haben sich alle Beteiligten Mühe gegeben, zwar im Rahmen der Original-Story zu bleiben, ohne sich dieser sklavisch verpflichtet zu fühlen. Das Remake greift das Grundkonstrukt auf (basierend auf Anthony Shaffers Theaterstück, der beim Original auch das Drehbuch verfaßte), dekonstruiert es aber schon ab dem zweiten Akt, so dass selbst Fans der Vorlage völlig überrascht werden. Milo ist hier kein Friseur, sondern Schauspieler, und Andrew ist ein Bestseller-Autor von King’schem Ausmaß, dessen äußerlich behaglich wirkendes Landhaus Beton- und Stahl-Eingeweide aufweist, die eher in eine postmoderne Galerie passen würden. Wykes Haus ist ein eiskalter Schrein, ein Altar, um dem Ego des Schriftstellers zu huldigen. Es ist außerdem eine Bühne, auf der Michael Caine und Jude Law mit Wucht gegeneinander anspielen können. Im zweiten Akt dreht der Film dann völlig ab, und schlittert in ein Finale, über das man sicher geteilter Meinung sein kann.

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Natürlich muss man für einen Film wie “1 Mord für 2″ seinen Anspruch an die cineastischen Mittel zurückfahren – es ist und bleibt verfilmtes Theater, auch wenn Kenneth Branagh besser als jeder andere geeignet ist, die Umsetzung nicht allzu statisch und banal aussehen zu lassen.

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Man gebe sich keiner Illusion hin: “1 Mord für 2″ ist blitzsauberes Schauspielerkino, theatralisch, dramatisch, überhöht, theoretisch, an keiner Stelle realistisch oder subtil. Wer hier Authentizität zu sehen glaubt, hält auch Wrestling für einen Sport. Es ist, als hätte man die beiden Hauptdarsteller von der Kette gelassen wie Kampfhunde, die sich nun ineinander verbeißen. Wie im Original messen sich zwei Generationen und zwei Schulen der Schauspielerei, ohne einen Sieger ermitteln zu können. Und Drehbuchautor Pinter zieht aus den vielfältigen Überschneidungen von Caine und Law einiges an Material: Wyke denkt zuerst, Tindle sei Friseur, und Tindle wiederum fragt Wyke gleich am Anfang “What’s it all about?” – der Schlüsselsatz der Hauptfigur aus “Alfie”, die sowohl Law als auch Caine (1966 und 2004) gespielt hat. Man merkt in jeder Szene die Spielfreude aller Beteiligten – ob vor oder hinter der Kamera.

Der Reiz der Geschichte liegt nicht in der Frage, welcher der beiden Männer “gewinnen” wird, oder wer “die Wahrheit” sagt – viel spannender ist die Tatsache, dass es dem Zuschauer unmöglich gemacht wird, sich mit einem der beiden Männer anzufreunden. Immer wenn man überzeugt ist, den “Helden” identifiziert zu haben, wird ein Puzzleteil enthüllt, das die Loyalität wieder kippen läßt. Der Zweikampf Tindle/Wyke ist deshalb so prickelnd, weil es keinen “Guten” und keinen “Bösen” gibt. In seiner moralischen Ambivalenz erinnert “1 Mord für 2″ z.B. an “Abwärts”, einen anderen klaustrophobischen Thriller.

Die Freude am Film hängt also maßgeblich davon ab, ob man sich einlassen will, ob man Freude am Kammerspiel hat, ob man Genuss aus geschliffenen Dialogen und satten Darstellungen zieht. Wer vom Kino einen Mehrwert zum Theater verlangt, ist hier falsch.

Ich selbst fand “1 Mord für 2″ großartig, extrem unterhaltsam, und geradezu elektrisierend – aber ich will nicht verschweigen, dass durchaus kompetente Kollegen mit der Meinung aus dem Kino kamen, gerade knapp 90 Minuten an eine prätentiöse Eitelkeit weithin überschätzter englischer Kulturträger verschenkt zu haben.

Filmkritik: „I am Legend“

Gepostet am 15. Dezember, 2007 um 17:48 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Neues.

I am LegendNACHTRAG 16.12.: 76,5 Millionen Dollar am ersten Wochenende, weit jenseits der Insider-Erwartungen.

Sage keiner, der Wortvogel kenne sich nicht aus: Ich habe Richard Mathesons Geschichte “I am Legend” gelesen und das Comic, ich habe die BBC-Radio-Adaption gehört, und mir die Vincent Price-Version “The Last Man on Earth” besorgt, lange bevor es sie auf DVD gab. Und “Der Omega Mann” mit “Knarre” Heston gehört zur heiligen Dreifaltigkeit der Heston/70er/Hollywood-SF, neben “Planet der Affen” und “Jahr 2022 – die überleben wollen”. Im DVD-Player wartet sogar “I am Omega” auf mich, der krude Billig-Trittbrettfahrer mit Marc “hatte ich nicht mal ‘ne Karriere?” Dacascos. In dem sehr lesenswerten Buch “The greatest sci-fi movies never made” (kaufen! – gibt’s gebraucht schon für 3 Pfund!) habe ich außerdem die schmerzhafte zehnjährige Entstehungsgeschichte des Films nachgelesen.

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Langes Geschreibsel, kurzer Sinn: Ich weiß, wovon ich rede, ich habe Respekt vor der Vorlage, und ihr könnt mir glauben, wenn ich vorab schon mal sage, dass die Neuverfilmung mit Will Smith massivst rockt.

Ja ja: Der Regisseur hat sein Geld mit J.Lo-Videos verdient, Autor Akiva Goldsman haben wir “Batman & Robin” zu verdanken (und “Lost in Space”), und Will Smith ist bei mir nach “Wild Wild West” immer noch nicht im grünen Bereich angekommen. Gründe, “I am Legend” a priori zu verteufeln, gibt es also mehr als genug.

Und dennoch: Der Film beweist, dass auch aufgeblasene Effekt-Spektakel für das Popcorn-Publikum noch Herz und Hirn haben können. Wer nach “Spiderman 3″, “Shrek 3″, “Pirates of the Caribbean 3″ und “Transformers” endgültig den Sargdeckel der Blockbuster zunageln wollte, wird zum Jahreswechsel tatsächlich nochmal bekehrt. Schöne Bescherung.

Gehen wir in die Details…

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Ich sag mal – kann man so lassen

Gepostet am 14. Dezember, 2007 um 13:16 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Neues.

Dark Knight PosterEs ist eigentlich nicht meine Absicht, hier eine Seite für regurgitierte Film-News aufzumachen, aber wenn etwas solche Begeisterung auslöst wie das abgebildete Plakat, dann kann ich mich nicht zurückhalten.

Bin ich der Einzige, der davon überzeugt ist, dass es sich bei dem internationalen “Dark Knight”-Poster nicht um ein Foto handelt, sondern um eine Zeichnung des legendären Alex Ross?

Wie dem auch sei – ein so kontemplatives Plakat habe ich einem Superhelden-Streifen nicht zugetraut. Klickt drauf!