HELL YEAH!!!

Gepostet am 27. November, 2007 um 20:09 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Neues.

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“Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull”

Wenn Spammer pampig werden (II)

Gepostet am 27. November, 2007 um 17:52 Uhr
Kategorien: Lustiges, Neues.

Ich bange um Leib und Leben!

Wenn Sie mir nicht antworten, werde ich forciert, Sie an eBay zurückzubringen, und ich gewährleiste Ihnen, daß Sie von ebay aufgehangen werden.

Lynchjustiz im World Wide Web. Musste es soweit kommen?!

Es ist die Endwarnung.

Entwarnung wäre mir lieber gewesen…

Liebe Frau Christine Wahl…

Gepostet am 27. November, 2007 um 15:45 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Gedanken, Lieber..., Neues.

… sie haben sicher ganz schön zu tun: Theaterkritikerin, Autorin für den Tagesspiegel, die taz, SPIEGEL online. Da bleibt für vieles keine Zeit. Zum Beispiel für’s Kino. Denke ich. Weil:

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Gut, bereits die Aussage “binnen kurzem” sei Fritzi zum umjubelten Theaterstar geworden, die hätten Sie sich verkneifen können. Schließlich fiel dem gedruckten SPIEGEL “schon” im September 2000 auf, wie sehr die Haberlandt (den Artikel setzt man bei großen Schauspielerinnen ja gerne mal dazu, siehe “die Garbo”) jede Aufführung adelt. Als Theaterkritikerin hätten Sie das durchaus besser wissen müssen/können/sollen. Schwamm drüber.

Aber “Jetzt entdeckt endlich auch das Kino ihr Ausnahmetalent”? Ehrlich? Wirklich? Dazu stehen Sie, dabei bleiben Sie?

Gut, es ist der ganze Aufhänger des Artikels, “das Fleisch”, wie man bei uns in der Redaktion zu sagen pflegte. Ohne den wäre der Beitrag hinfällig. Aber das macht es doch nicht richtiger.

“Kalt ist der Abendhauch” (2000). Sagt Ihnen nichts? Wie wäre es mit “Liegen lernen” (2003)? Auch nicht? Dann vielleicht “Erbsen auf halb 6″ (2004)? Hhhmmm…

Ich sage es diplomatisch mal so: Nur, weil man etwas nicht bemerkt hat, heißt das noch lange nicht, dass es nicht existiert. Fritzi Haberlandts Kinokarriere zum Beispiel. Die IMDB wäre auch in diesem Fall Ihr Freund gewesen…

Herzlich,

Torsten Dewi

Wortvogels Altlasten: “Sumuru”

Gepostet am 27. November, 2007 um 14:55 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, In Arbeit, Neues.

Sumuru

Beim Spätjahrsputz meiner Linkleiste ist mir aufgefallen, dass tatsächlich noch die Webseite zu “Sumuru” existiert, dem ersten Film, den ich geschrieben habe. In Südafrika gedreht, mit internationaler Besetzung (Alexandra Kamp, Michael Shanks), und mit über 10 Prozent in der Zielgruppe erfolgreich auf RTL2.

Dammich, das ist lange her! Keine Ahnung, warum die Webseite nie offline genommen wurde, aber mit Hintergrundberichten, seltenen und schicken Fotos, und ein paar interessanten Interviews gibt sie einen guten Einblick in die Produktion dieses Low Budget-Heulers, an dem ich mit großer Freude gearbeitet habe.

Die meisten Leute, die “Sumuru” als “Trash” bezeichnen, haben übersehen, dass der Film genau so geplant war. Gepitcht haben wir RTL2 damals “Barbarella meets Planet of the Apes” im Stil von “Baywatch”. Ich selber schielte immer auf den Stil der Pulp-SF-Magazine der 40er Jahre. Und den haben wir auch ganz gut getroffen, wie ich finde:

YouTube Preview Image

Klar war es eine harte Produktion, und dieser Tage werde ich sicher mal einen meiner berüchtigten Rückblicke schreiben, der kaum noch Fragen offen läßt. Aber unter dem Strich schäme ich mich für den Film kein bißchen.

Ghost Dog hält den Kasten sauber

Gepostet am 26. November, 2007 um 19:58 Uhr
Kategorien: Lustiges, Neues.

Das beste TV-Jahr aller Zeiten

Gepostet am 25. November, 2007 um 23:22 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Gedanken, Neues.

FrasierIch vermisse die 90er. Nicht generell. War so ein Jahrzehnt, das man auch hätte weglassen können. Alles nur retro, nix Neues mehr, scheiß Musik, scheiß Klamotten, und scheiß Politik. Kannze eigentlich knicken. Oder die 80er wiederholen.

Aber Fernsehen gab’s da!

Vor ein paar Tagen fiel mir auf, wie sehr ich die klassische Sitcom vermisse. Das, was man in Fachkreisen “multiple camera sitcom” nennt. Derzeit regiert ja die “single camera sitcom”, die im Stil von Dramaserien produziert wird: “The Office”, “My Name is Earl”, “Scrubs”, “Arrested Development”. Alles großartige Serien, keine Frage – aber ich vermisse das Bühnenbild à la Ohnsorg-Theater, die unsichtbare vierte Wand, das Gelächter des Publikums (und nein – “Krügers Woche” ist kein akzeptabler Ersatz). Ich vermisse die auf Karikatur-Format reduzierten Charaktere, die immer gleichen Plots, das “Tür auf, Tür zu”-Prinzip der klassischen Boulevard-Komödie.

CybillGerade in den 90ern wurde dieses Format perfektioniert, und statt der nervtötenden Familien-Glückseligkeit der 80er (Cosby, ALF, Full House) kam die “sophisticated sitcom” in Mode, die urbane Comedy mit Stil und Geschmack.

Und eben habe ich mir mal die Mühe gemacht, das beste Jahr für beinharte Sitcom-Fans zu ermitteln, in dem ich die Ausstrahlungen Dutzender Serien miteinander verglichen habe. Und der Sieger ist:

1998!

FriendsGenauer kann ich es nicht einkreisen, denn einige exzellente Serien liefen in diesem Frühjahr aus, einige moderne Klassiker starteten im Herbst. Aber es kann wohl keine schönere TV-Saison gegeben haben. Es war das gesegnete Jahr für TV-Junkies.

Nicht überzeugt? Hier das ultimative “heilige Dutzend” der Sitcoms, die man sich 1998 in einem Jahr ansehen konnte:

Just shoot meFriends (September 1994 bis Mai 2004) – kann man für trendigen Scheiß halten, ist aber eine perfekt geschriebene Beziehungs-Sitcom mit exzellenter Besetzung ohne Makel

Seinfeld (Juli 1989 bis Mai 1998) – kaum eine Serie hat eine derart eigene Handschrift entwickelt, und die Schwächen der Charaktere so konsequent durchgehalten (“no hugs, no lesson”).

Frasier (September 1993 to Mai 2004) – mein persönlicher “all time favorite”. Ohne Niles wäre mein Leben ärmer als ohne einige meiner besten Freunde.

Cybill (Januar 1995 bis Juli 1998) – Cybill Shepherd zeigt Talent zur Selbstparodie, Alicia Witt bezaubert mit den schönsten roten Haaren des US-Fernsehens, und Christine Baranski stiehlt trotzdem allen die Show. Nice work if you can get it…

Just Shoot Me (März 1997 bis Aug. ’03) – George Segal und Laura San Giacomo standen weit vorne in den Credits, aber die Serie gehörte Wendie Malick und David Spade, machen wir uns nichts vor.

Will & Grace (Sept. 1998 bis Mai ’06) – und es sind immer wieder die Nebenfiguren: “It’s” Jack & Karen zeigten besonders ab der zweiten Staffel, wie man zwei schöne Hauptdarsteller an die Wand spielt.

Dharma & Greg (Sept. 1997 bis April ’02) – auf eine harmlose Art sexy, und die genauste Entsprechung einer “romantic comedy” im TV-Format.

Lateline (März 1998 bis März 1999) – nie so erfolgreich, wie es das Format verdient gehabt hätte, und es ist kein Wunder, dass sich “Back to you” mit Kelsey Grammer dort heute kräftig bedient.

Larry Sanders ShowEllen (März 1994 bis Juli 1998) – viele Serien sind daran zu Grunde gegangen, dass die Hauptfiguren miteinander im Bett gelandet sind. “Ellen” dürfte die erste Sitcom gewesen sein, bei der das “coming out” der Hauptdarstellerin das Ende einläutete.

Newsradio (März 1995 bis Mai 1999) – nochmal Medienbranche. Der Wortvogel ist ein Sucker für das Thema.

Married with Children (April ’87 bis ’97) – Klassiker. Punkt.

Larry Sanders Show (Aug. ’92 bis Mai ’98) – hinter den Kulissen der Branche zum Dritten. Auch wenn man Garry Shandling nicht mag – hier kam die Elite der Comedy-Szene zusammen.

Wenn ich mir anschaue, was für mauer Kram heuer als Sitcom durchgeht (“Rules of Engagement”, “Big Bang Theory”, “Back to you”), dann möchte ich heulen. Vor zehn Jahren ging das alles besser. Und die Frauen: Alicia Witt, Wendie Malick, Jennifer Aniston, Joely Fisher, Julia Louis Dreyfus, Christina Applegate…

Babylon 5Auch was Genre-Serien anging, konnte man sich 1998 nicht beschweren: Babylon 5, X-Files, Buffy, Highlander, Xena. Erste Sahne Programm, jede Woche frisch.

Paßt schon. 1998 war das Jahr. Ich war frische 29 Jahre alt, und alles war gut…

Wenn Spammer pampig werden…

Gepostet am 25. November, 2007 um 12:59 Uhr
Kategorien: Lustiges, Neues.

Briefkasten (c) pixelio.deAlle ein bis zwei Wochen schaue ich in den Spamfilter meines Email- Accounts, um sicherzugehen, dass keine reguläre Email dort feststeckt. Dabei gönne ich mir den Spaß, die Spams mit den absurderen Headern kurz zu überfliegen (die Nigeria- Scammer versuchen es mittlerweile auf die romantische Tour, na sowas!).

Besonders herausragend fand ich heute die Betreffzeile einer Email von “Ebay” (ja klar):

Wie oft sollen wir Sie noch anschreiben, Ihr Geld abzuholen ?

Geld? Ich? Wo muss ich unterschreiben?

Sagen Sie torsten.dewi@fake.org mal,

Ich wollte mich ja in torsten.dewi@fake.org umtaufen lassen – aber das Standesamt hat nicht mitgespielt!

wie oft sollen wir Sie, torsten.dewi@fake.org, noch anschreiben, Ihre 3000 EUR abzuholen ?

Weiß nicht – wie oft haben Sie es denn schon probiert?

Benötigen Sie echt 3 Erinnerungen um sich Ihr Bargeld abzuholen ?

Echt. So bin ich.

Oder haben Sie das Geld nicht nötig, bzw. wegen Reichtum geschlossen ? Und beim nächsten Stammtisch wieder rumheulen, wie schlecht es Ihnen geht

Ich nehme an keinen Stammtischen teil, vielleicht liegt’s daran.

In Ihrem Land leben über 30% der Menschen unterhalb der Armutsgrenze. Und Sie sind zu faul oder nicht in der Lage sich Ihre 3000 EUR abzuholen ?

Über 30 Prozent? Quelle bitte! Und dann gebt’s doch denen!

Finden sie Ihr Verhalten nicht lächerlich – Arme Menschen würden es als lächerlich betrachten.

Hier fehlen mir wieder die Belege, z.B: Hugo K, arbeitsloser Schweißer aus Schwerin: “Ich betrachte das als lächerlich!”

Klicken sie jetzt zur Abholung:

Ich klick ja schon – auf den “endgültig löschen”-Button.

http://www.kohle-kassieren.be

Ach so – ich dachte, Ebay?!

Na ja, “Kohle kassieren” stellt sich schnell als “Kohle verzocken” heraus – der Link führt zu einem “Casino Tropez” (in Firefox bleibt die Seite leer, nur der Explorer läßt sich foppen), und prompt versucht man dort, mir fleißig prima Software auf den Rechner zu schaufeln.

Ich habe den Verdacht, die wollen mir gar keine 3000 Euro geben…

Sim Country

Gepostet am 24. November, 2007 um 14:20 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Gedanken, Neues.

RisikoGuyana bietet Großbritannien seinen Regenwald an – der fast so groß ist wie Großbritannien selbst. Im Gegenzug will das Land wirtschaftliche Unterstützung: SPIEGEL-Artikel.

Neu ist die Idee nicht: In einem Godzilla-Film der 90er hatten die Japaner in der Zukunft weite Teile Afrikas gekauft (so ich mich recht erinnere), und brutal zu Ende gedacht wurde das oben genannte Szenario in einem Comic (“Martha Washington” von Frank Miller vermutlich, könnte aber auch mal wieder “Watchmen” von Alan Moore gewesen sein). Ich selbst hatte vor 15 Jahren die Idee, unter dem Titel “Deal of the Century” einen Roman zu schreiben, in dem ein Billionär vom Schlage Bill Gates aus lauter Langeweile ein bankrottes Land aufkauft, bei der Sanierung letztlich aber an Politik und verknöcherten soziopolitischen Strukturen scheitert.

“Land gegen Geld” – klingt fast harmlos im Vergleich zum bisher praktizierten “Land gegen Gewalt”. Natürlich ist hier noch kein Tabu gebrochen – England könnte Land im Sinne von “Fläche” kaufen, nicht im Sinne von “Nation”. Sowas gab es bis weit ins 20. Jahrhundert ja regelmäßig – Alaska wurde ebenso verhökert wie New York.

Aber was wäre wenn? Es gibt Staaten (z.B. die Emirate und China), deren Wirtschaftskraft so groß ist, und der Budget- überschuß so üppig, dass sie ausgemergelte Entwicklungsländer auf Jahrhunderte aushalten könnten. Wären die Staaten Unternehmen – Saudi Arabien hätte sich Albanien schon längst im Zuge einer feindlichen Übernahme einverleibt. Und große Teile Afrikas. In den 80ern wären Teile Mittelamerikas (auch aus “sicherheitstechnischen Gründen”) den USA zugeschlagen worden. Die BRD hätte sich mit der DDR gar nicht wieder vereinigen müssen – wir hätten den ganzen Laden einfach aufgekauft.

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Im Auftrag des Agenten…

Gepostet am 22. November, 2007 um 12:26 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, In Arbeit, Neues.

Secret Agent XDie Frage kam gestern wieder auf – und nicht zum ersten Mal. Wie ist das mit Agenten in meiner Branche? Braucht man sie – oder sollte man sie erschießen, sobald man sie sieht? Parasitäre Lebensformen oder hilfreiche Heinzelmännchen, die sich schützend vor den Autor werfen, wenn es hart auf hart kommt? Segen oder Fluch? Beides?

Zuerst einmal: Ich selbst habe mich 12 Jahre ohne Agent durch die Branche gekämpft. Übersetzer, Sachbuchautor, Romanautor, Drehbuchautor – geht alles auch auf eigene Kappe und Verantwortung. Dazu braucht man allerdings ein gesundes Ego und die Rückendeckung, auch mal was falsch machen zu dürfen. Wer lieber in seinem stillen Kämmerlein hockt und jeder sozialen Interaktion ausweicht, wird um einen Agenten nicht herum kommen – solche Autoren zieht man bei jeder Honorarverhandlung sauber über den Tisch.

Man wird sowieso erst aus Schaden klug – oberflächlich lesen sich die meisten Verträge nämlich ganz prima. Der Teufel steckt aber im Detail. Ein Beispiel: Wenn man als Romanautor sein erstes Drehbuch erfolgreich angeboten hatte, sollte man das Kleingedruckte lesen – wahrscheinlich hat man nach Unterschrift nicht das Recht, die Romanfassung zum eigenen Film zu schreiben! Oder die Staffelung der Honorare: traditionell versuchen Verlage und Produktionsfirmen, zur Minimierung des eigenen Risikos den Großteil der Auszahlungen an Leistungen zu binden, die erst sehr spät (oder bei mangelndem Senderinteresse gar nicht) erbracht werden. Bis dahin muss der Autor von Pellkartoffeln und Quark leben. Ebenfalls beliebt: Der Autor soll erst einmal in Vorleistung gehen, ein tolles Konzept erarbeiten, DANN könne man über einen Vertrag reden. Nur: Mit dem Konzept kann der Produzent schon alle Sender abklappern, und wenn niemand zugreift, ist es Essig mit dem versprochenen Vertrag. Außer Spesen nix gewesen? Ach was: Inklusive Spesen nix gewesen!

Wer sich aber zutraut, seine eigenen Interessen konsequent zu vertreten, hat die Möglichkeit dazu. Große Teile der Verträge sind sowieso Industriestandard (was nicht von der Verantwortung enthebt, sie immer wieder genau zu lesen!). Produzenten treffen sich auch mit gänzlich “freien” Autoren zum Pitch. Ich mahne allerdings zur Vorsicht bei Produzenten, die sich explizit freuen, wenn ein Autor keinen Agenten hat…

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Zwischenstand

Gepostet am 21. November, 2007 um 13:45 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, In Arbeit, Neues.

SchreibwerkzeugNein, der Wortvogel ist nicht ins Klo gerutscht. Und ins Ausland fliehen musste er auch nicht. Der Wortvogel muss derzeit (schockschwerenot!) arbeiten. Eine (nicht) gänzlich neue Erfahrung, noch dazu mit allem, was bei trostloser Lohnarbeit dazu gehört: Langweiliges Büro, hässlicher Schreibtisch, und festgelegte Arbeitszeiten (allerdings nicht festgelegt genug, um Überstunden und Wochenend-Schichten zu verhindern).

Bis ich dazu komme, das Drama in seiner ganzen Breite zu erzählen, verrate ich euch hier erstmal, um was es geht: Ein großer Privatsender hat bei diversen ebenso großen Produktionsfirmen jeweils vier bzw. fünf Drehbücher für neue Serien im “us style” in Auftrag gegeben, die nach Fertigstellung um den Produktionsauftrag konkurrieren. Dabei soll mit einem “Writers Room” gearbeitet werden, in dem die Autoren zusammen alle Schritte und Stoffe besprechen, bis vier vollständige und abgenommene Bilder-Treatments vorliegen (ganz grob gesagt: Drehbücher ohne Dialoge). Dann schnappt sich jeder ein Bilder-Treatment, und schreibt die erste Buchfassung.

Na ja, und man hat sich dann entschieden, den Wortvogel um Mitarbeit zu bitten (will sagen: der Wortvogel hat den Erfinder der Serie angehauen, und seine Agentin hat gleichzeitig bei der Produktionsfirma Lobbyarbeit geleistet). War alles sehr kurzfristig, und insbesondere der Umstieg auf feste Arbeitszeiten sollte sich noch als Fluch erweisen.

Für eine Serie ist ein “Writers Room” in der Tat eine prima Sache, auch wenn er den Arbeitsgewohnheiten vieler deutscher Autoren krass widerspricht: er stellt nämlich sicher, dass alle Beteiligten dieselbe Vorstellung von dem Konzept und den Figuren haben, und Denkfehler zeitnah identifiziert uns ausgemerzt werden können. Weil eine solche Arbeitsweise aber in Deutschland noch praktisch unbekannt ist (ebenso wie der Aufbau der Geschichte an den Figuren, und nicht am Plot), wurde in der ersten Woche Lee Goldberg eingeflogen, um uns zu coachen, wie man neudeutsch sagt. Das war hart, aber sehr lehrreich, wurde uns doch in zwei Tagen im Schnelldurchlauf eingetrichtert, was Lee normalerweise in wochenlangen Seminaren vermittelt. Danach begaben wir uns unter seiner Ägide daran, die Storys für die ersten fünf Episoden zu plotten. Weil Details vertraulich sind, benutze ich mal den Arbeitstitel “Killerinstinkt” für die Serie.

Mit Lee zu arbeiten war klasse – noch lustiger waren aber die Mittagspausen: Mich interessierte weniger, wie es bei “Monk” und “Psych” abläuft – schließlich hat der Mann auch an echten Trashknallern wie “Cobra” (mit Michael Dudikoff!) und “She-Wolf of London” mitgearbeitet. Und wie erhofft hatte er grandiose Anekdoten vom Set zu erzählen, die mir wieder einmal bestätigen: Schauspieler sind strunzdumme Gesichtsverleiher, die ohne gutes Skript keinen anständigen Satz rausbringen. Es fiel mir außerdem auf, dass die Branche tatsächlich ein Dorf ist, denn Lee und ich haben Dutzende gemeinsamer Bekannte in Hollywood: Danny Bilson, Carlton Eastlake, Diane Duane, Bryce Zabel, Brent Friedman, etc. …

In der zweiten Woche wurden wir vom Konferenzraum eines Hotels in angemietete Räume in einem Business Center umgelagert. Lee war mittlerweile wieder in Amerika, und die verbleibenden Autoren mühten sich redlich, aus den entworfenen Geschichten sogenannte “Beatsheets” zu machen (Treatments, in denen alle nennenswerten Szenen der Folge enthalten sind). Das hat in einigen Fällen besser, in anderen schlechter geklappt – zumal die einzige Autorin im Team spontan das Handtuch warf (im Chor: “ICH KANN SO NICHT ARBEITEN!”).

Diese Woche ist die Aufgabe, aus den Beatsheets komplette Bilder-Treatments zu machen, was seine ganz eigenen Probleme birgt: Mit Feedback von drei Seiten (inklusive Lee, der die Beatsheets übersetzt bekommen hat) ist es mitunter mehr Jonglier-Akrobatik als kreatives Handwerk.

Nebenher muss auch noch am “testimonial” gearbeitet werden. Auch so eine neue Unsitte bei den Sendern: Man dreht (oft genug mit Ersatz-Schauspielern) ein paar Beispielszenen, um zu zeigen, wie die fertige Serie ungefähr aussehen soll. Klar, früher reichte für sowas die Phantasie der Redakteure, wenn sie das Drehbuch lesen, aber heute? Jeder Blick ins Programm bestätigt, was Michael Ende in der “Unendlichen Geschichte” vor Ewigkeiten propagierte: Die Phantasie stirbt aus.

Wir hoffen, über Weihnachten die ersten Fassungen der Drehbücher (dann wenigstens zu Hause) schreiben zu können, die im Januar beim Sender vorgelegt werden. Und dann entscheidet sich, ob noch vor Produktionsbeginn sieben weitere Drehbücher geordert werden – oder das Projekt den Weg allen Irdischen geht.

Natürlich wollte ich so eine Knochenarbeit (zehn Stunden Diskussion am Tag, sechs Tage die Woche) nach “Lotta in Love” nicht mehr auf mich nehmen. Aber der Job wird sehr gut bezahlt, ich habe keine anderen Sachen “auf Halde”, und da ich nicht Scheffe bin, lastet auf mir auch nur begrenzte Verantwortung. Außerdem mag ich die Firma, meine Ko-Autoren, und die betreuende Redakteurin. Das muss dann als Motivation reichen.

Deutsche Filmtitel der 70er

Gepostet am 10. November, 2007 um 15:12 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Lustiges, Neues.

WestworldMit großer Freude lese ich dieser Tage in den kurzen Stunden der Kontemplation wieder ein paar schräge Filmbücher: Lotte Eisners “Die dämonische Leinwand”, ein Sammelband über DDR-Film- und TV-Produktionen, und “Filme 71-76″, ein Handbuch der katholischen Filmkritik, aus dem später das “Lexikon des internationalen Films” hervorging. Das Handbuch scheint mir viele obskure Titel zu enthalten, die später aus Platzgründen ausgemustert wurden, darunter auch Pornos. Besonders gefallen hat mir aber der Reigen deutscher Filmtitel, die so wohl nur in den 70er Jahren entstehen konnten. Ich werde nächste Woche sicher ein paar Delikatessen zusammenschreiben, aber hier nur schon mal ein Kostproben:

  • Die alles zur Sau machen
  • Die auf heißen Öfen verrecken
  • Die im Dreck krepieren
  • Die im Sattel verrecken
  • … die im Staub verbluten
  • Die sich in Fetzen schießen
  • … die sich selbst zerfleischen

Mich düncht, in den 70ern herrschten Nihilismus und autodestruktive Tendenzen…

Ich bin mir nicht sicher, was ich davon halten soll: Einerseits sind die Titel phantastisch reißerisch, knallbunt, und sehr deskriptiv. Andererseits liegen sie oft genug völlig neben der Spur, und haben keinen wirklichen Bezug zum Filminhalt. Tendenziell sind sie auch immer recht lang, ganz im Kontrast zur heutigen Schlagwort-Kultur. Was meint ihr?

Ach ja: Der exzellente Western “3:10 to Yuma” (mit dem unglücklichen, weil irreführenden deutschen Titel “Todeszug nach Yuma” versehen) ist ein Remake, dessen Original hierzulande als “Zähl bis 3 und bete” lief…

Häppchen

Gepostet am 4. November, 2007 um 17:14 Uhr
Kategorien: Neues.

Okay, ich habe etwas geschlampt bei den Updates – gibt aber viel zu erzählen dieser Tage, und ich gelobe Besserung. Hier als Überbrückung ein paar Delikatessen:

Schau an – der Wortvogel hat es mit einem Zitat aus seinem Review in den Trailer von “Ex Drummer” geschafft (danke an Peroy für den Hinweis)

Das Zitat der Woche – Starkoch Wolfram Siebeck gänzlich unironisch auf die Frage, ob er tatsächlich gar nicht reich sei: “Überhaupt nicht! Woher denn? (…) Gut, das Haus in der Provence habe ich zusammen gespart. Aber sonst lebe ich von der Hand in den Mund. Ich kann mir nicht mal Reparaturen leisten für meine drei Autos”. Nicht etwa in der Titanic – im Focus!

Die Schmerzen! Schmerzen:

Bublath ist der deutsche Dawkins:

Die neue “Pastewka”-Staffel ist mies gestartet – das deutsche Publikum ist bei mir unten durch.

“Dank” des Autorenstreiks in den USA gibt es ab Montag keine neuen Folgen von “Daily Show” und “Colbert Report”. Endlich Zeit, um sich alle alten Folgen der “Daily Show” mal in Ruhe anzusehen – ich empfehle besonders “Back in black with Lewis Black”…