Der frühe Vogel fängt den Silberling…

Gepostet am 28. Oktober, 2007 um 04:00 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, In Arbeit, Neues.

Märchenstunde-DVDVersprochen ist bekanntlich versprochen: Die ersten drei (verschiedenen, eindeutig zuzuordnenden) Kommentatoren dieses Beitrages bekommen von mir eine signierte DVD mit den ProSieben- Märchenstunden “König Drosselbart” und “Schneewittchen”. Besonderer Dank geht an die Firma Rat Pack, aus deren Sortiment die Silberlinge stammen. Trostpreise gibt es keine, Rechtsweg ist ausgeschlossen, und wer meckert, fliegt raus.
Prost Winterzeit!

NACHTRAG: Wettbewerb vorbei – Manhunter, Peroy und Marcel Anacker haben gewonnen. Der Vogel gratuliert und schickt die Scheiben nächste Woche raus.

Lachen zum Frühstück

Gepostet am 24. Oktober, 2007 um 08:28 Uhr
Kategorien: Lustiges, Neues.

Scheißkalt: “Der eiskalte Tod”
und “30 days of night”

Gepostet am 22. Oktober, 2007 um 14:23 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Neues.

Ich fasse jetzt mal zwei Kinokritiken zusammen, weil sie thematisch gut zueinander passen. Wer sich dieses Double Feature auf der großen Leinwand gibt, sollte Glühwein und Angora-Socken mitnehmen…

30 days of night Poster Fangen wir mit der lange erwarteten Umsetzung der Splatter Graphic Novel “30 days of Night” an. Lang erwartet deshalb, weil die Vorlage Kultstatus hat, weil der Regisseur mit “Hard Candy” positiv aufgefallen ist, weil mit Josh Hartnett tatsächlich sowas wie ein “seriöser” Schauspieler dabei ist, und weil Ain’t It Cool News des Film pusht, als seien sie am Einspielergebnis beteiligt. Im Fandom erwartet man sowas wie einen neuen “Das Ding aus einer anderen Welt”, und zumindest am ersten Wochenende konnte sich der Film an die Spitze der US-Charts setzen. Aber taugt er auch was?

Story: Barrow ist die am nördlichsten gelegene Stadt Alaskas, und einmal im Jahr kommt es dort zu einer Nacht, die 30 Tage dauert. Die meisten Menschen machen in der Zeit Urlaub in sonnigeren Gefilden, nur etwas mehr als 150 Bürger bleiben als “Notbesetzung” zurück – ein tödlicher Fehler, wie sich schnell heraus stellt: Eine Horde außerordentlich starker und blutrünstiger Vampire fällt in den Ort ein, schneidet ihn von der Außenwelt ab, und veranstaltet ein beispielloses Massaker. Nur Sheriff Eben und ein paar Bekannte können sich auf einen Dachboden flüchten. Eine direkte Konfrontation mit den Blutsaugern fällt aus – man kann nur 30 Tage lang ausharren, bis die Sonne wieder aufgeht.

Kritik: Schade. Was hätte man aus DEM Thema nicht alles rausholen können! 30 Tage eingesperrt, mit Monstern überall, Hunger, Isolation, Angst, Verrat, Paranoia. Leider begnügt sich 30don mit dem armseligsten Horrorklischees, und setzt statt auf Spannung lieber auf Hardcore-Splatter und Action-Routine. Da werden saftig Hälse aufgerissen, Köpfe abgehackt, und Körper zerbröselt. Irgendeine innere Logik hat die Story nicht, und das Drehbuch hält es wie Adenauer: Was geht mich mein Geschwätz von gestern an? Ein schönes Beispiel ist die Szene zu Beginn des zweiten Aktes, als unsere Eingepferchten feststellen, dass die Vampire konsequent jedes Haus nach Überlebenden durchsuchen. Das führt allerdings weder dazu, dass unsere Protagonisten sich ein anderes Versteck suchen müssen, noch dazu, dass die Vampire sie finden. Es wird einfach nicht wieder aufgegriffen. Außerdem wird am Anfang großes Bohei gemacht, wie sorgfältig die Vampire sich auf die Blutjagd vorbereitet haben (z.B. haben sie alle Handys der Bewohner geklaut und verbrannt). Auf die Idee, auch den Laden mit den Nahrungsmitteln und Werkzeugen zu zerstören oder wenigstens zu bewachen, kommen die blutgeilen Schlauberger allerdings bis zum Schluß nicht.

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Da reißt auch die Besetzung nicht viel raus: Josh Hartnett guckt deprimiert, und Melissa George hat zuviel an.

Für einen Studio-Streifen ist 30don zudem ziemlich schlampig inszeniert. Der visuelle Stil wechselt permanent, und die Kulisse sieht nur in den einleitenden Szenen realistisch aus, danach regieren Schaumstoff-Flocken und Spray-Schnee. Es gelingt dem Film in keiner Szene, das Gefühl von Verlorenheit und Isolation zu erzeugen, das “Das Ding aus einer anderen Welt” ausgezeichnet hat.

Was aber endgültig den Nagel in den Sarg schlägt, ist die Unfähigkeit von Skript und Regie, den Fortgang der Zeit zu verdeutlichen. Der ganze Gimmick, dass es in Barrow einen Monat lang nicht mehr hell ist, wird komplett verschwendet. Die Ereignisse des Films hätten sich genauso gut in einer einzigen Nacht abspielen können, und es fühlt sich auch so an. Die elende Warterei, die Angst, die Panik, all das bleibt komplett außen vor. Manchmal wirkt der Streifen wie eine weitere Variante von “Rio Bravo”, “Night of the Living Dead” oder “Assault – Anschlag bei Nacht” – mit dem Unterschied, dass die Vampire die meiste Zeit nicht wissen, wo sich Hartnett & Co. befinden, und daher das Versteck auch nicht belagern. Wo da die Suspense herkommen soll, hätte man sich auch schon in der Vorbereitung des Projekts fragen können.

Fazit: Splatter-Fans kommen auf ihre Kosten, aber alle, die von der Sam Raimi-Produktion mehr als durchschnittliche Horrorkost erwarten, werden hungrig nach Hause gehen. 2 von 6 Belas.

Wind Chill Poster Machen wir gleich mal mit dem zweiten Winter-Horrorfilm weiter.

Story: Eine Studentin sucht eine Mitfahrgelegenheit nach Delaware über die Weihnachtsfeiertage. Tatsächlich hat ein Kommilitione einen Platz in seinem Wagen frei. Doch der Fahrer entpuppt sich sehr schnell als mysteriös, und biegt auf eine abgelegene Nebenstraße ab. Und dann rast der Wagen in eine Schneewehe, und bleibt stecken. Auf die beiden Reisenden wartet eine lange Nacht voller Mißtrauen und unerklärlicher Ereignisse…

Kritik: Nein, ich war nicht zu faul, in der IMDB nachzuschlagen – die Protagonisten dieses Films haben keine Namen. Vielleicht soll es verdeutlichen, dass sie Chiffren sind, oder Archetypen, wie schon in “Rebecca” oder “Driver”. Nachvollziehen kann ich es allerdings nicht.

Im Gegensatz zu 30don ist “Der eiskalte Tod” eine bewußt “kleine” Produktion, die sich den Großteil der Laufzeit auf zwei Personen in einem eingeschneiten Wagen konzentriert. Produziert wurde der Film übrigens von George Clooney und Steven Soderbergh, die ihrem langjährigen Second Unit Director mal die Chance geben wollten, selber Regie zu führen. Als erster Gehversuch eignen sich Horrorfilme ja durchaus.

Bleiben wir erstmal positiv: “Der eiskalte Tod” baut ein nettes Szenario auf, die Darsteller sind gut, und die Isolation ist deutlich spürbarer als in 30don. Für ein Bruchteil des Budgets bringt uns der Streifen den “Horror Kälte” deutlich näher. Außerdem ist der Film nicht so dumm, einfach eine externe Bedrohung einzuführen – unsere Studentin kann nie sicher sein, ob die wirkliche Gefahr nicht direkt neben ihr sitzt.

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Aber damit hat es sich dann auch schon. Der Film zieht niemals wirklich an, was das Tempo angeht, verfällt immer wieder in dramaturgische Lethargie, und bringt ab und an scheinbar willkürlich okkulte Elemente ins Spiel, die am Schluß nur sehr unbefriedigend aufgelöst werden. Nach der Hälfte ist man als Zuschauer komplett verunsichert, was nun “wahr” und was nur “phantasiert” ist – hieraus zieht der Film aber keine Spannung, sondern nur Verwirrung. Es scheint, als hätten die Autoren der Simplizität ihres Konzepts nicht vertraut und deshalb versucht, es durch immer wieder neue Hinweise und Andeutungen “aufzupumpen”. Das klappt leider nur sehr bedingt, die Mythologie des Films bleibt krude und konfus.

Am Ende bleibt ein Film, den man sich nach der Inhaltsangabe interessanter gewünscht hätte, der aber nie wirklich einen Rhythmus oder “flow” findet. 2 von 6 Belas.

Im Schweiße meines Angesichts…

Gepostet am 19. Oktober, 2007 um 11:58 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, In Arbeit, Neues.

Hier die Meldung – und hier das erste Ergebnis.

TV-Tipp zur Geisterstunde Sonntag (mdr)

Gepostet am 13. Oktober, 2007 um 22:11 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse.

Scheißer geht’s nimmer, aber gesehen haben muss man es trotzdem, damit man den Enkeln davon erzählen kann:

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Klick auf das Bild leitet zu einer grandiosen Kritik weiter!

NACHTRAG: Die immer zuverlässige Empfehlungs-Engine der Internet Movie Database dient Fans dieses Films u.a. “Lethal Weapon 2″ als vergleichbar an!

Ohne Worte

Gepostet am 13. Oktober, 2007 um 22:05 Uhr
Kategorien: Neues.

Link

Wortvogel in Entscheidungsnot!

Gepostet am 13. Oktober, 2007 um 21:12 Uhr
Kategorien: Neues.

Folgende Situation: Ich habe mal wieder einen Packen Original- Artworks ersteigert. Nun kam eine Email – der Produzent will sich aus familiären Gründen von einem Exponat nicht trennen, bietet im Gegenzug die freie Wahl aus 14 anderen exklusiven Motiven an. Kein Problem – für Charles Band tue ich fast alles.

Aber nun kann ich mich nicht entscheiden:

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Sieht klasse aus, ist aber vom Stil her sehr typisch für die Band- Filme aus der Full Moon-Ära. Habe ich auch schon ein paar von.

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Dieses Bild wiederum ist nicht so perfekt gemalt und trashy (es ist wohl eine frühe Variante von “Phantom Town”), dafür aber in einem Comic-Stil, den Band sonst nie verwendet hat.

Bis morgen muss ich mich entscheiden.

Was meint des Wortvogels treue Leserschaft?

Nachträge “Lotta in Love” und
“Zerbrochene Kinowirklichkeit”

Gepostet am 11. Oktober, 2007 um 15:30 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Lustiges, Neues.

Das hier ist mir eben erst wieder in die Hände gefallen – es gehört schon eine gesunde Mischung aus Ironie und innerer Größe dazu, zur Abschlussparty der Telenovela “Lotta in Love” solche T-Shirts drucken zu lassen:

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Und hier ist ein Aushangfoto zu dem grandios betitelten “Zwei Schlitzohren in der gelben Hölle” mit meinem Favoriten Brad Harris und Antonio Sabato (dem Vater des US-Soap-Schauspielers Antonio Sabato jr.):

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Die Dame im Bild ist Karin Schubert, die übrigens 1985 ins Pornofach wechselte. Ich habe das Bild selber vom Dia eingescannt, und erst in mehrfacher Vergrößerung kann man ein hübsches Detail entdecken:

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Madame Schubert ist augenscheinlich nachträglich in das Bild reinkopiert worden! Zweites schönes Detail: An der linken Hand von Sabato kann man sehen, dass der Grafiker sich nicht die Mühe machen wollte, die untere Banderole auch sauber hinter die Figuren zu legen.

Dudley DVD-CoverÄhnliches gilt augenscheinlich auch hier: Bei der DVD-Auswertung des Kinoflops “Dudley Do Right” wollte man offensichtlich vom damals überraschenden Erfolg der Serie “Sex and the City” profitieren, und hat die Hauptdarstellerin, die ursprünglich auf dem Motiv nicht zu sehen war, dazu kopiert. Sarah Jessica Parker mag es gefreut haben – aber selbst ich hätte das in einer halben Stunde glaubwürdiger hinbekommen. Photoshop ist nicht gerade meine Spezialität, aber hier stimmt wirklich gar nichts. Dank für den Tipp geht an meine fleißige Leserin Comicfreak.

Aber damit sind wir noch nicht am Ende – böse getroffen hat es seinerzeit auch die von mir sehr bewunderte Silvia Seidel. Als “Anna” wurde sie zum Star, trieb Millionen Mädchen ins Ballett, scheiterte aber dann bei dem Versuch, eine dauerhafte Karriere ohne Tanzschuhe aufzubauen. Nach ein paar harten Jahren ist es ihr aber gelungen, wieder Fuß zu fassen, und ich kann jedem Leser empfehlen, sich Karten zu besorgen, wenn Silvia mal in einem Theaterstück in der Stadt gastiert. Sie ist großartig.

Der Film, mit dem Silvia in den USA etabliert werden sollte, hieß “Faith” (in Deutschland auch “Ballerina”). Ein dummer Schmonzes, der sich gleichzeitig an “Anna” und an “Flashdance” ranhängen wollte, gewürzt mit viel Rosamunde Pilcher-Melodram. Wie wenig Vertrauen die Macher in das Projekt und die Darstellerin hatten, zeigt sich an der Artwork (sorry für die Qualität, bessere Beispiele fanden sich auf die Schnelle nicht).

Fangen wir mit dem deutschen Poster an:

Faith Poster Wer Silvia Seidel damals kannte weiß, dass sie (durch jahrelangen Ballettunterricht bedingt) EXTREM dünn und drahtig gebaut war. Dieses Poster ist eine offensichtliche Fotomontage, bei der man Silvias Kopf auf den Körper einer deutlich üppigeren Tänzerin (Stripperin?) aufmontiert hat. Im Original kann man sehr schön die Schnittlinie am Hals sehen.

Man stelle sich vor, wie sehr das Silvia getroffen haben muss, als man sie für den eigenen Film nicht postertauglich fand. Leider haben Schauspieler selten Mitspracherecht.

“Faith” konnte man in den USA auch auf Video und Laserdisc kaufen – da sah er allerdings so aus:

Faith DVD Cover

Unglaublich, aber wahr – “Faith” wird mittlerweile als Thriller vermarktet, mit der knackigen Titelzeile “Alone on the streets, she will do anything to survive”. Klingt mehr nach einem Prostituiertenreißer mit Jodie Foster als nach Silvia Seidel.

Dieses Beispiel zeigt sehr schön, mit welcher Skrupellosigkeit Filme “rebranded” werden, um sie einem ahnungslosen Publikum unter Vortäuschung falscher Tatsachen unterzuschieben.

Soviel für heute – ich bleibe dran!

Das Reisende – eine Kurzgeschichte

Gepostet am 7. Oktober, 2007 um 15:28 Uhr
Kategorien: Bücherregal, In Arbeit, Neues.

Anmerkung: Dies ist eine Kurzgeschichte, die ich für die zweite Staffel der “Böse Nacht Geschichten” verfaßt habe. In der ersten Staffel hatte ich mit “Schnauze voll” sehr klassische Krimistrukturen bedient, um die teilweise sehr schrägen Stories der Kollegen (Eschbach, Hohlbein, etc.) auszugleichen. Bei Staffel 2 war es umgekehrt – wie hatten sehr viele traditionelle Kurzkrimis, darum wollte ich ein wenig aus der Rolle fallen. Gelesen wurde die Geschichte in der Sendung von Andrea Kempter.

Das IchWir näherte sich dem Planeten von seiner sonnenabgewandten Seite. Als reines Energiewesen mied es starke solare Strahlung. Sie kitzelte unangenehm. Als das IchWir jünger gewesen war, viele Millionen Jahre jünger, war es bei einer Supernova unvorsichtigerweise in eine starke Sonneneruption geraten, und die Impulse hatten es fast zerrissen. Seither wußte es, wie wichtig es war, sich vom WirIch-Kollektiv nicht zu entfernen.

Und doch – wie so viele IchWir seiner Generation verspürte dieses junge Energiebündel einen unstillbaren Drang ins Universum, den Hunger nach etwas, das die Wesen, aus denen seinerzeit das WirIch hervorgegangen war, aufgegeben hatten, um die höhere Bewußtseinsstufe zu erreichen. Es verzehrte sich nach Gefühlen, die aus Fleisch geboren waren, nach wildem Rausch und unbezähmbarem Verlangen.

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Endlich! SPIEGEL auf BILD-Niveau!

Gepostet am 7. Oktober, 2007 um 14:37 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Neues.

Es hat ja lange genug gedauert…

In den letzten Monaten war ein merklich qualitativer Niedergang der Beiträge auf SPIEGEL online zu bemerken. Immer mehr greift man auf zweifelhafte Meldungen von Klatschseiten und Boulevardzeitungen zurück, gerne plappert man Wikipedia-Artikel nach, und es schleichen sich in bedenklichem Maße Flüchtigkeits- und Rechtschreibfehler ein.

So wie hier:

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Der Ex-Stecher von Paris Hilton heißt nur leider nicht Robert Salomon, sondern Rick Salomon. Ist das wichtig? Nicht mehr als der überstrapazierte Sack Reis in China. Ex-US-Justizminister Alberto Gonzalez wurde ja neulich auch mal folgenlos David Gonzalez genannt. Aber es zeigt eine unangenehme Schlampigkeit in den Details, die zu einer Schädigung der gesamten SPIEGEL-Reputation führt, denn: kann ich dem SPIEGEL bei den unwichtigen Society-Details schon nicht glauben, wie sieht es dann bei Themen aus, mit denen ich mich gar nicht auskenne, bei denen ich auf die Glaubwürdigkeit des SPIEGEL vertrauen muss?

VCS-Artikel Schauen wir uns zum Beispiel heute mal diesen Artikel auf SPon an. Eine Würdigung zum 30. Geburtstag der Videpspiel-Konsole Atari VCS. Die hatte ich selber auch, aber sehr spät (so um 1982 rum). Vorher war ich stolzer Besitzer des Systems Philips G7000 gewesen.

Der Artikel ist, oberflächlich betrachtet, in Ordnung. Natürlich gibt es keinerlei neue Erkenntnisse, alles ist aus online erhältlichen Quellen zusammen geschrieben. Nennenswerte Eigenleistung des Autors: keine. Es gibt auch keine Zitate, Matthias Kremp hat sicher nicht mal zum Telefon gegriffen, um bestimmte Behauptungen von den Beteiligten verifizieren zu lassen. Man wundert sich über bestimmte Auslassungen (Artikel über das VCS-System sind seit 1990 gesetzlich verpflichtet, hämisch über das Debakel des “E.T.”-Spiels und den darauf folgenden Niedergang der Konsole zu schreiben), und ein paar sprachliche Hopser (Kremp erwähnt zweimal kurz aufeinander folgend, dass die Konsole ca. 30 Millionen mal verkauft wurde – Wikipedia spricht übrigens von 40 Millionen).

Das alles wäre okay – ich erwarte vom SPIEGEL nicht die Fachkenntnis einer Fachzeitschrift. Ich kann auch damit leben, dass der Artikel nicht einmal mir was Neues erzählen konnte – und ich bin nun wahrlich kein Experte, was Videospiel-Konsolen angeht.

Was mich aber ärgert, sind die massiven Fehler und der ganz große Patzer, den sich Kremp am Schluss erlaubt:

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Immer wieder unbezahlbar – die Simpsons!

Gepostet am 3. Oktober, 2007 um 14:18 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Lustiges, Neues.

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Schlagzeilen-Dummfug, neuste Version

Gepostet am 3. Oktober, 2007 um 14:00 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Gedanken, Neues.

Stern CoverMeine Begeisterung für Richard Dawkins dürfte regelmäßigen Lesern dieses Blogs bekannt sein. Und meine Abneigung gegen religiösen Glauben, der sich das Mäntelchen der Rationalität umlegt, und sich in streng wissenschaftliche Belange einmischt, auch. Da empöre ich mich über Häuptlinge ebenso wie über Indianer. Ich stehe auf der Seite der Atheisten und Agnostiker. Besonders allergisch reagiere ich, wenn die vernünftigen Thesen der Atheisten auf dumme und falsche Phrasen reduziert werden, die dann den liberalen Medien die Gelegenheit geben, sich auf die wohlfühlige Seite der “Spirituellen” zu schlagen.

Gerade die Thesen und die Vorgehensweise von Richard Dawkins wurden in den letzten Wochen in einem Maße verzerrt dargestellt, dass man den sympathischen und sehr bedächtigen Professor für einen christenfressenden Hysteriker halten musste.

Und nach dem SPIEGEL gibt sich nun der Stern die Ehre…

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