Mehr Fernsehkult, bitteschön!
Ich wollte schon vor einigen Tagen einen Frustbericht darüber schreiben, wie armselig das deutsche Fernsehen mit seiner eigenen Geschichte umgeht – und dass z.B. die BBC ein ganz anderes Verhältnis zum britischen Film pflegt.
Dann sendete 3Sat diesen wunderschönen Thementag mit alten Schwarzweiß-Sendungen, und Katrin Bauernfeind als bezaubernd hintoupierter Ansagerin. Da steckte Liebe drin, die ich von den Öffentlich-Rechtlichen gar nicht mehr erwartet hatte.
Und was soll ich sagen? In der gleichen Woche entdecke ich bei SAT.1 Comedy (einem digitalen Spartenkanal) “Lachen Sie mit Stan und Ollie”- zur Primetime! Dabei handelt es sich um Zweitverwertungen klassischer Laurel & Hardy-Streifen, die mit einer Einführung des Altkomikers Theo Lingen versehen wurden. Produziert wurden die Zusammenstellungen laut Niggemeier und Reufsteck von 1975 bis 1980. Ich lasse das mal so stehen, obwohl ich mich an die Sendung nicht erinnern kann, und es schon auffällt, dass das ZDF Ende der 70er noch Moderations- elemente in Schwarzweiß herstellte. Vom Look her gehört “Lachen Sie mit Stan und Ollie” eher in die späten 60er.
Nun kann man über diese Intros denken was man will – ein alter Kollege von mir hasst sie aus tiefstem Herzen, weil er sie für borniert und oberlehrerhaft hält.
Aber es erstaunt doch, wie akademisch und kritisch man beim ZDF damals mit dem eigenen Programm umging. Es ist davon auszugehen, dass kaum einer der Zuschauer wirklich mitkam, wenn in schneller Folge US-Studios der 30er Jahre und ihre Producer erwähnt wurden.
Und kann sich jemand vorstellen, dass heute ein Sender die bevorstehende Comedy als “nicht ganz so lustig” bezeichnet?
Hört selbst:
Sowohl der Themenabend auf 3Sat wie auch die Sendung “Lachen Sie mit Stan und Ollie” vermitteln eine Ahnung davon, was in den Archiven der Öffentlich-Rechtlichen noch schlummert – bezahlt von den Gebühren der letzten Generationen. Ebenso wie die BBC befindet sich das deutsche Fernsehen in einer fast einzigartigen Situation – ihm gehören große Teile der in den letzten 40 Jahren produzierten Programme. In den USA z.B. sind die Rechte an die Produktionsfirmen zurückgegangen, die sich nun mit DVD-Boxen eine goldene Nase verdienen.
Man sollte bei ARD und ZDF lieber über digitale TV-Nostalgie- sender nachzudenken, die mit preiswerter Archivware bestückt werden können, und TV-Delikatessen des untergegangenen DFF senden, statt für überflüssige Nachrichtensender weitere Millionen rauszuhauen.
Großbritannien ist da deutlich weiter. BBC2 feiert heuer “The Summer of British Film”, eine Retrospektive mit über 70 Klassikern der letzten 100 Jahre, geordnet nach Genres. Und zu jede Genre gibt es eine 90minütige, fantastisch unterhaltsame Doku unter dem Oberbegriff “British Film Forever”. Insgesamt sieben mal anderthalb Stunden, entstanden in Zusammenarbeit mit den Nationalen Filminstitut. Dazu Kurzfilmprogramme und andere Leckereien.
Was genau ist die Ausrede der Öffentlich-Rechtlichen, sowas hierzulande nicht auch mal zu versuchen?
Nachdem heute jeder was zu dem Thema schreibt, lasse ich mich auch nicht lumpen.
HINWEIS: ZUERST DIE VORHERIGEN TEILE LESEN!
HINWEIS: ZUERST DEN VORHERIGEN TEIL LESEN!

Ich habe seit Tagen darüber nachgedacht, wie ich dem “Lotta in Love”-Monstrum einen weiteren Blick hinter die Kulissen der Branche folgen lassen kann. Sicher werde ich beizeiten mal erzählen, wie meine “Charmed”-Romane entstanden sind, und es gibt wahrlich genug Anekdoten über die Stars, denen ich begegnet bin. Aber es war ein harmloser Nebensatz in einer Email, die ich eben bekommen habe, der in meinem Gehirn deutlich hörbar “klick!” machte.
Story: Reporterin Sadie Blake treibt sich für ihre Storys gerne in den gruseligeren Schichten der Gesellschaft herum. Das rächt sich böse, als sie ein paar Vampiren über den Weg läuft, die sie prompt “wandeln”. Sadie findet Unsterblichkeit und Blutdurst eher unsexy, und unter Anleitung des mysteriösen Arturo beschließt sie, dem Clan der Untoten den Garaus zu machen. Dieselbe Idee hat der Cop Rawlins, dessen Tochter bei den Vampiren ihr Leben ließ. Man schließt sich zusammen…


28,7 und 15,4 – Zahlen, aus denen Sieger gemacht sind. Wenn es sich dabei um Einschaltquoten auf ProSieben handelt…
Die schlechte Nachricht: Ich habe keine Ahnung, wann beide Bücher verfügbar sind, oder ob man Bertelsmann Club-Mitglied sein muss, um sie käuflich erwerben zu können.
Man mag es kaum glauben, und es wundert mich ja selbst: Vor genau einem Jahr stellte ich den ersten Eintrag hier online, und gab den Wortvogel damit der Öffentlichkeit preis. Es gibt weder Grund zum Eigenlob noch zur heuchlerischen Melancholie, denn genau genommen habe ich erst vor einem halben Jahr angefangen, ernsthaft an meine Beiträge ranzugehen. Aber ein wenig Nabelschau sei erlaubt.









