Mehr Fernsehkult, bitteschön!

Gepostet am 31. August, 2007 um 19:02 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Gedanken, Neues.

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Ich wollte schon vor einigen Tagen einen Frustbericht darüber schreiben, wie armselig das deutsche Fernsehen mit seiner eigenen Geschichte umgeht – und dass z.B. die BBC ein ganz anderes Verhältnis zum britischen Film pflegt.

Dann sendete 3Sat diesen wunderschönen Thementag mit alten Schwarzweiß-Sendungen, und Katrin Bauernfeind als bezaubernd hintoupierter Ansagerin. Da steckte Liebe drin, die ich von den Öffentlich-Rechtlichen gar nicht mehr erwartet hatte.

Und was soll ich sagen? In der gleichen Woche entdecke ich bei SAT.1 Comedy (einem digitalen Spartenkanal) “Lachen Sie mit Stan und Ollie”- zur Primetime! Dabei handelt es sich um Zweitverwertungen klassischer Laurel & Hardy-Streifen, die mit einer Einführung des Altkomikers Theo Lingen versehen wurden. Produziert wurden die Zusammenstellungen laut Niggemeier und Reufsteck von 1975 bis 1980. Ich lasse das mal so stehen, obwohl ich mich an die Sendung nicht erinnern kann, und es schon auffällt, dass das ZDF Ende der 70er noch Moderations- elemente in Schwarzweiß herstellte. Vom Look her gehört “Lachen Sie mit Stan und Ollie” eher in die späten 60er.

Nun kann man über diese Intros denken was man will – ein alter Kollege von mir hasst sie aus tiefstem Herzen, weil er sie für borniert und oberlehrerhaft hält.

Aber es erstaunt doch, wie akademisch und kritisch man beim ZDF damals mit dem eigenen Programm umging. Es ist davon auszugehen, dass kaum einer der Zuschauer wirklich mitkam, wenn in schneller Folge US-Studios der 30er Jahre und ihre Producer erwähnt wurden.

Und kann sich jemand vorstellen, dass heute ein Sender die bevorstehende Comedy als “nicht ganz so lustig” bezeichnet?

Hört selbst:

Sowohl der Themenabend auf 3Sat wie auch die Sendung “Lachen Sie mit Stan und Ollie” vermitteln eine Ahnung davon, was in den Archiven der Öffentlich-Rechtlichen noch schlummert – bezahlt von den Gebühren der letzten Generationen. Ebenso wie die BBC befindet sich das deutsche Fernsehen in einer fast einzigartigen Situation – ihm gehören große Teile der in den letzten 40 Jahren produzierten Programme. In den USA z.B. sind die Rechte an die Produktionsfirmen zurückgegangen, die sich nun mit DVD-Boxen eine goldene Nase verdienen.

Man sollte bei ARD und ZDF lieber über digitale TV-Nostalgie- sender nachzudenken, die mit preiswerter Archivware bestückt werden können, und TV-Delikatessen des untergegangenen DFF senden, statt für überflüssige Nachrichtensender weitere Millionen rauszuhauen.

Großbritannien ist da deutlich weiter. BBC2 feiert heuer “The Summer of British Film”, eine Retrospektive mit über 70 Klassikern der letzten 100 Jahre, geordnet nach Genres. Und zu jede Genre gibt es eine 90minütige, fantastisch unterhaltsame Doku unter dem Oberbegriff “British Film Forever”. Insgesamt sieben mal anderthalb Stunden, entstanden in Zusammenarbeit mit den Nationalen Filminstitut. Dazu Kurzfilmprogramme und andere Leckereien.

Was genau ist die Ausrede der Öffentlich-Rechtlichen, sowas hierzulande nicht auch mal zu versuchen?

Okay, meine Erinnerungen an Princess Di…

Gepostet am 31. August, 2007 um 16:58 Uhr
Kategorien: Gedanken, Neues, Privates.

Diana 1985 (c) WikipediaNachdem heute jeder was zu dem Thema schreibt, lasse ich mich auch nicht lumpen.

Ich habe zwei spezifische Erinnerungen an Diana Spencer. Die erste stammt vom Tag ihrer Hochzeit mit dem Kronprinzen Charles. 1981 war “Märchenhochzeit” sicher der inflationärst verwendete Begriff des Jahres. Bis heute ist der Kuss auf dem Balkon ein Zeitdokument, und selten fehlt er auf den Covern dieser fetten und billigen “Chronik”-Bücher.

Ich war damals kaum 13, und bei meiner Oma auf dem Bauernhof zu Besuch (müssen wohl Sommerferien gewesen sein). Es ging mir unheimlich auf den Senkel, dass meine Großmutter stundenlang vor dem Fernseher saß. Der Pomp der Hochzeit kam mir schon sehr extrem vor, aber mit einem frischen Satz Hormone musste ich zugeben, dass die Diana ganz toll aussah. Was sie an dem segelohrigen Prinzen fand? Das Wort “Status” hatte für mich damals noch keinen Wert…

1997. 28 Jahre alt, Redakteur bei ProSieben, schicke Wohnung (Galerie!) am Arsch der Welt (Zorneding!). Noch keinen Internet- Anschluss zu Hause, und über Antenne nur sieben Programme. Isolation. Außerdem irgendwie breiig im Kopf – vermutlich noch der Jetlag einer Geschäftsreise nach Amerika (hin geht, aber zurück ist der Teufel). Irgendwann gegen Mittag aus dem Bett gekrochen. Radio an. Diana hier, Diana da. Hat die schon wieder Geburtstag? Heiratet sie wieder? Zieht sie sich für den Playboy aus? Ich erinnere mich an ein herzliches Gähnen, und den langsam in das Gehirn kriechenden Verdacht, dass man so ausführliche Biographien im Radio doch nur hört, wenn jemand…

Ich schalte den Fernseher an, switche auf Videotext um. Schon die erste Schlagzeile bestätigt meine Ahnung: “England trauert: Di bei Unfall gestorben”.

Ich erinnere mich an die anderen unerwarteten Promi-Tode, die in der Gong-Redaktion zu hektischer Betriebsamkeit geführt haben: Stefano Casiraghi, Roy Black. Oder die beiden Bunte- Sonderhefte, die meine Mutter Anfang der 80er gekauft hatte: Romy Schneider, Gracia Patricia.

Mann, die ehemaligen Kollegen von “die aktuelle” und “Die2″ werden ein paar harte Wochen vor sich haben…

Von der Nachricht zum Presse-Overkill braucht es keine zwei Stunden, und in den nächsten Wochen werde ich schon die Erwähnung des Namens “Diana” zu hassen beginnen.

Am 31. August 1997 aber, mittags, breiig im Kopf, tut sie mir leid. Das hat sie nicht verdient, denke ich. Und das auch nicht…

Ich bin der Meinung “Das war – SPITZE!” 3

Gepostet am 31. August, 2007 um 13:07 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Gedanken, Neues, Privates.

RisikoHINWEIS: ZUERST DIE VORHERIGEN TEILE LESEN!

Nun denn, der Tag war gekommen, meiner großen Klappe Taten folgen zu lassen. Die Kameras waren in Position, das Publikum saß auf den Rängen, und die Studio-Lichter brannten. Ich beschloss, doch lieber auf die Weste zu verzichten, die mir den gewissen Studienrats-Touch hatte geben sollen…

Die erste Runde war ein Wissensspiel „alle gegen alle“. Man stand am Pult hinter seinem Buzzer, Kai las eine Frage vor, und wer zuerst mit der flachen Hand die Plastik-Halbkugel traf, durfte sich an der Antwort versuchen. Ich kann mich nicht einmal erinnern, ob ich zwei oder drei Gegner hatte. Man konnte an den Augen der Kandidaten sehen, dass trotz aller Kumpanei und vereinbarten Freundlichkeit nun der Kampf ums Geld in den Mittelpunkt rückte. Klar, es war nur ein Spiel – aber 15.000 Mark sind kein Spielgeld…

Erinnert ihr euch daran, dass ich gestern von der Spielregel sprach, erst dann den Buzzer zu drücken, wenn die Frage vollständig formuliert ist?

„Die beiden US-Schauspieler Walther Matthau und Jack…“

PRÖÖÖT!!!

„Torsten?“

„’Ein verrücktes Paar’!“

„Das ist richtig. Die Frage lautete: Die beiden US-Schauspieler Walther Matthau und Jack Lemmon wurden durch welche Rollen bekannt, die sie sowohl im Theater als auch auf der Leinwand spielten?“

„Schon klar.“

Ja, ich weiß! Soll man nicht machen! Aber wenn ich doch weiß, worauf es hinausläuft, dann warte ich doch nicht ab, ob irgendein anderer Kandidat mit nervösen Zuckungen eine Sekunde später auf den Buzzer hämmert! Scheiß auf die Regeln – Punkt ist Punkt!

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Ich bin der Meinung “Das war – SPITZE!” 2

Gepostet am 30. August, 2007 um 17:11 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Gedanken, Neues, Privates.

FragezeichenHINWEIS: ZUERST DEN VORHERIGEN TEIL LESEN!

Das saß ich nun als vor der Kamera, rutschte unsicher auf dem Hocker hin und her, wälzte im Kopf die Spiel- regeln, wie man vor einer Passbild-Kamera gut rüber- kommt (recht Schulter vor, leicht absenken), und kam mir vor wie Wim Thoelke im Praktikum. Die Fragen waren in der Tat einfach – ich beantwortete sie beiläufig, während ich mich freute, dass Kameras keinen Schweißgeruch aufzeichnen.

Ich fuhr an diesem Abend in der Überzeugung heim, die Sache komplett vergeigt zu haben.

Und doch (sonst käme dieser Artikel ja auch nie zur Pointe): So schlecht kann ich nicht gewesen sein. Drei Wochen darauf rief die Produktionsfirma aus Köln an. Man habe mein Band gesehen, mich für tauglich befunden, und wolle nun wissen, ob ich denn auch zwei Tage Zeit hätte, für die Aufzeichnungen vorbei zu schauen? Hatte ich natürlich.

Nun bat man mich noch, exakt drei Bücher zu meinen Spezial- gebiet („Science Fiction in Film und Fernsehen“) rauszusuchen. Ich fragte nach, warum das nötig sei – und kam auf diese Weise hinter das Geheimnis der „Koffer mit weiteren Büchern zu Ihrem Fachgebiet“, die man als Verlierer bei „Der große Preis“ immer in die Hand gedrückt bekam.

Es trägt sich nämlich folgendermaßen zu: Bei einer Quizsendung kann man es nicht riskieren, dass Kandidat und Schiedsrichter bei einer Frage auf unterschiedliche Antworten bestehen, weil sie einander widersprechende Bücher als Grundlage hernehmen. Simples Beispiel: Wer führte Regie bei „Das Ding aus einer anderen Welt“? Da KÖNNTE man „Christian Nyby“ sagen. Aber wer „Howard Hawks“ antwortet, liegt auch nicht ganz falsch. Die Filmhistoriker sind sich da uneins. Sowas kann die ganze Sendung versauen. Also bittet man den Kandidaten, jene Standardwerke beizubringen, aus denen dann die Fachfragen gestellt werden. Der Kandidat hat sein Wissen also aus derselben Quelle wie die Schiedsrichter in der Sendung. Und es waren genau diese Bücher, die bei „Der große Preis“ am Schluss im Koffer übergeben wurden.

Ich machte es mir erwartungsgemäß einfach, und suchte ein paar populärwissenschaftliche Bücher zum Thema Science Fiction raus, die wirklich nicht durch Faktentiefe überzeugten. Dort hielt man sich an die bekannten Filme und Serien, obskure Projekte blieben außen vor. Das reduzierte mein Fachgebiet auf den vergleichsweise leicht zu handhabenden Mainstream. Warum sollte ich mir auch selber Stöcke zwischen die Beine werfen?

In der Show erklärte mir übrigens ein Kandidat, es gäbe eine todsichere Methode, eine schon vergeigte Antwort rumzureissen:

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Wort- und fassungslos…

Gepostet am 30. August, 2007 um 10:57 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Neues.

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Ich bin der Meinung “Das war – SPITZE!” 1

Gepostet am 29. August, 2007 um 17:09 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Gedanken, Neues, Privates.

RisikoIch habe seit Tagen darüber nachgedacht, wie ich dem “Lotta in Love”-Monstrum einen weiteren Blick hinter die Kulissen der Branche folgen lassen kann. Sicher werde ich beizeiten mal erzählen, wie meine “Charmed”-Romane entstanden sind, und es gibt wahrlich genug Anekdoten über die Stars, denen ich begegnet bin. Aber es war ein harmloser Nebensatz in einer Email, die ich eben bekommen habe, der in meinem Gehirn deutlich hörbar “klick!” machte.

Ich war nämlich mal Kandidat bei “Risiko”.

(Disclaimer: Der Autor dieser Zeilen ist zu alt und faul, sich Details zu merken. Der Wahrheitsgehalt des folgenden Textes entspringt bestem Glauben, doch keinem perfekten Gedächtnis)

Das muss so 2001 gewesen sein. Ich wohnte noch in meiner alten Wohnung, arbeitete nur halbtags als Entwicklungschef bei Tandem Communications. Mein erster “Charmed”-Roman war auf dem Markt, immer noch beschwerten sich die Fans, dass ich keine neuen “SF TV Guides” mehr schreiben wollte, und mein Roller war noch ein roter Baumarkt-Plastikbomber. Einen gerüttelten Teil meiner Freizeit verplemperte ich damals im Forum von SF-Fan. de.

Und genau dort tauchte eines Tages das Posting einer jungen Dame auf, die ganz generell Leute suchte, die für eine Gameshow mit einem Fachgebiet aufwarten konnten.

Man kann sowas für albern halten. Gameshows. In die Kamera grinsen. Mama winken. Kai Böcking nett finden (oder so tun). Auf schlecht verdrahtete Buzzer hauen, als sei man eine Ratte im Testlabor. Nachmittagsprogramm beim ZDF. Kaffee & Kuchen- Unterhaltung fürs Altersheim.

Klare Sache – ich war sofort Feuer und Flamme. Die junge Dame bekam eine arg “pfiffig” formulierte Email von mir, in der ich meinen Komposthaufen nutzlosen Altwissens, den ich zwischen den Ohren trage, als showtauglich anpries. Ich hatte Fernsehen ja schon oft genug aus der Perspektive hinter der Kamera erlebt – davor gestanden hatte ich noch nie (gesessen schon: im Studiopublikum vom “Heißen Stuhl” – davon ein andermal).

Schon ein paar Tage darauf klingelte das Telefon, und die junge Dame der Casting-Agentur bedankte sich brav für die nette Email, und wollte wissen, ob ich denn fix ein paar Quiz-Fragen beantworten könne. So als Vorauswahl. Man bedenke: Das war zu einer Zeit, wo man nicht jeden Scheiß einfach googeln konnte. “Keine Sorge”, flötete die Casting-Lady, “das ist gar nicht so schwer. Sonst hätten wir ja nie Kandidaten”. Beruhigend.

“Nennen Sie mir doch einfach mal die Bundeskanzler der BRD in chronologisch korrekter Reihenfolge.”

Öhhh…

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Schnittmuster

Gepostet am 29. August, 2007 um 15:01 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Neues.

Die durchschnittliche Schnittlänge amerikanischer Filme der letzten hundert Jahre in Sekunden:

(c) Cinemetrics

Für den Absturz nach 1990 ist wohl maßgeblich Michael Bay verantwortlich…

FFF 2007: “Rise: Blood Hunter”, “Edmond”

Gepostet am 29. August, 2007 um 00:58 Uhr
Kategorien: Fantasy Filmf. 07, Film, TV & Presse, Neues.

RISE: BLOOD HUNTER (USA 2006)

Rise Story: Reporterin Sadie Blake treibt sich für ihre Storys gerne in den gruseligeren Schichten der Gesellschaft herum. Das rächt sich böse, als sie ein paar Vampiren über den Weg läuft, die sie prompt “wandeln”. Sadie findet Unsterblichkeit und Blutdurst eher unsexy, und unter Anleitung des mysteriösen Arturo beschließt sie, dem Clan der Untoten den Garaus zu machen. Dieselbe Idee hat der Cop Rawlins, dessen Tochter bei den Vampiren ihr Leben ließ. Man schließt sich zusammen…

Kritik: Oh Mann, was für ein Kappes! Von dem Streifen hatte ich mir einen lustigen Abend versprochen – moderat budgetierter Actionhorror vom Autor von “Gothika” und “Snakes on a plane”, überdurchschnittlich besetzt mit Lucy Liu, Michael Chiklis, Carla Gugino, und Leuten wie Robert Foster, Marilyn Manson, und Nick Lachey in Gastauftritten. Das konnte doch kaum schiefgehen.

Aber “Rise: Blood Hunter” (übrigens durch “stupid German money” kofinanziert, daher vermutlich die teure Besetzung) ist geradezu ein Paradebeispiel, wie ein Regisseur/Autor wirklich ALLES falsch macht, was ihm in die Finger kommt:

  • Die Kamera steht gerne am falschen Platz – wir sehen Gegenstände, aber es fehlt die Großaufnahme, um sie zu erkennen
  • Actionszenen sind arhythmisch inszeniert, und verfügen über keinen Druck
  • Die Schauspieler sind komplett ungeführt, und ihre Leistung schwankt daher von Szene zu Szene
  • Der Ton des Films ändert sich mit jedem Schnitt, und schwankt hilflos zwischen Drama und schwarzer Komödie
  • Sadie hat keine nennenswerte Motivation, und ihr grundsätzliches Dilemma (als Vampirin braucht sie Menschenblut) wird nur angerissen
  • Es wird zwar erwähnt, dass Mentor Arturo eigene Ziele verfolgt, aber das wird nie weiter verfolgt
  • Der Film verläuft total gerade und vorhersehbar – Sadie wird Vampirin, bringt die anderen Vampire um, Ende
  • Die Vampire sind komplette Pussys ohne nennenswerte Kräfte oder Ziel, die eigentlich nur rumsitzen, um sich von Sadie abmurksen zu lassen – der Film hat null Drive und ein schnarchiges Finale

Würde “Rise: Blood Hunter” nicht mit Gallonen Kunstblut und ein paar Aufnahmen von Lucy Lius nacktem Hintern prahlen – er wäre kaum mehr als ein dröger Pilotfilm für eine TV-Serie.

Es wäre an dieser Stelle passend, eine Pointe unter Verwendung des Begriffes “blutleer” zu setzen, aber dazu habe ich keine Lust. Der Film hat meinen Humor nicht verdient.

Im Kino war der R: BH denn auch ein Flop, und Madame Liu ist die Karriereleiter seither noch eine Sprosse hinabgeklettert: Ab Herbst spielt sie in der TV-Serie “Cashmere Mafia” mit, einem armseligen Abklatsch von “Sex and the City”.

Sehr gnädige:

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EDMOND (USA 2005)

Edmond

Story: Edmond Burke ist ein kleiner Spießer mit langweiligem Job und ebenso langweiliger Ehe. Eines Abends will er “noch kurz mal raus”, hat aber nicht das geringste Interesse, jemals zurück zu kehren. Er stromert durch die Halbwelt und das Rotlicht-Viertel, versucht linkisch, Sex zu kaufen, und wird permanent über den Tisch gezogen. Doch langsam regt sich was in ihm, und das Tier wird wach: Edmond bewaffnet sich, und schlägt zurück.

Kritik: Es gibt wohl kaum potentere Kombinationen als Stuart Gordon (“Reanimator”) und Autorenlegende David Mamet (“Glengarry Glen Ross”). Dazu eine Besetzung der Kategorie “feuchter Traum”: William H. Macy, Mena Suvari, Julia Stiles, Natasha Richardson, Joe Mantegna, Jeffrey Combs.

Leider ist “Edmond” ein klassischer Fall von “Das Ergebnis ist nicht immer mehr als Summe der Teile”. Was ein kongenialer Mix aus “Taxi Driver” und “Falling Down” hätte sein müssen, der fiebrige Gewalttraum eines gegängelten Spießers, wird “dank” Gordons lebloser, pappiger Regie zu einer artifiziellen Meditation über die Natur der Zwischenmenschlichkeit, und das Gefühl als käufliches Produkt. Emotion kann Macht sein, muss gesetzt werden, ist durch Hilfsmittel wie Geld und Waffen erweiterbar.

Klingt trotzdem nicht schlecht? Tja, wenn die ganze Meditation denn wenigsten auf etwas hinaus liefe! Das Ende ist so bizarr wie unbefriedigend. Man hat das Gefühl, Gordon habe eine unbefriedigende Wendung am Schluß einfach weggeschnitten. Der Film ist plötzlich einfach vorbei. Vorhang. Danke. Vergessen Sie Ihre Jacke nicht.

Selbst Macy, gewöhnlich Garant differenzierter Darstellung, bringt kaum mehr als einen Dackelblick auf.

Das hier schmerzt mich sehr:

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Das Gesicht des Erfolges

Gepostet am 28. August, 2007 um 14:08 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Neues.

Hillefeld28,7 und 15,4 – Zahlen, aus denen Sieger gemacht sind. Wenn es sich dabei um Einschaltquoten auf ProSieben handelt…

Heute will ich zur Abwechs- lung mal nicht mich selber loben, sondern meinen Kumpel und Komplizen Marc Hillefeld, der auch schon auf ein paar schräge Projekte zurückschauen kann, und dessen “Märchenstunden”- Episoden “Rotkäppchen” und “Schneewittchen” Traum- quoten eingefahren haben. Genau genommen ist er damit sogar der erfolgreichste Serienautor der Sendergeschichte.

Mir selbst bleibt nur zu hoffen, dass die Begeisterung des Publikums für das Format noch zwei Wochen hält, bis meine eigene Episode “Drosselbart” auf Sendung geht.

Aber für heute erstmal: Glückwunsch, Hilli!

Schöner, bunter – billiger!

Gepostet am 26. August, 2007 um 12:04 Uhr
Kategorien: Bücherregal, In Arbeit, Neues.

Nibelungen 1

Ich bin mir nicht ganz klar, warum es scheinbar einen Wettbewerb gibt, in wie vielen Variationen man meine Nibelungen-Romane auf den Markt werfen kann. Bei der neuen Ausgabe für den Bertelsmann Buchclub macht mir das aber nichts, denn vom Design her gefällt mir diese Fassung am besten.

Sicher keine Revolution des Cover- Designs, aber sehr detailliert, sauber ausgeführt, und optisch ansprechend. Kann ich prima mit leben.

Der Buchclub bringt außerdem noch den zweiten Band raus, der ja vor nicht einmal einem halben Jahr bei Heyne erschienen ist.

Nibelungen 2Die schlechte Nachricht: Ich habe keine Ahnung, wann beide Bücher verfügbar sind, oder ob man Bertelsmann Club-Mitglied sein muss, um sie käuflich erwerben zu können.

Die gute Nachricht: Mit 9 Euro ist das Buch erstmals preislich da angekommen, wo Taschenbücher meiner Meinung nach sein sollen.

Bonus: Der Verlag hat mir versichert, dass man diesmal meinen Namen im Innenteil richtig geschrieben hat.

Happy Birthday to… äh, me…?

Gepostet am 24. August, 2007 um 23:40 Uhr
Kategorien: Gedanken, Neues.

Fireworks 1Man mag es kaum glauben, und es wundert mich ja selbst: Vor genau einem Jahr stellte ich den ersten Eintrag hier online, und gab den Wortvogel damit der Öffentlichkeit preis. Es gibt weder Grund zum Eigenlob noch zur heuchlerischen Melancholie, denn genau genommen habe ich erst vor einem halben Jahr angefangen, ernsthaft an meine Beiträge ranzugehen. Aber ein wenig Nabelschau sei erlaubt.

Es überrascht mich doch, welche Beiträge teilweise große Resonanz hervorriefen (klassische Tagesschau, SPIEGEL-Titel, Quotenmeter), und wie schnell die Besucherzahlen in die Höhe schossen. Schließlich habe ich versucht, das Versprechen des Titels immer zu halten: “100 Prozent Torsten Dewi”. Der Wort- vogel soll eben KEIN weiteres Medienblog sein, kein monothe- matischer Branchenspiegel, und keine weitere Linkwüste mit Verweisen auf die tollen Sachen, die andere machen.

Ich muss mich aber der Tatsache stellen, dass mein Blog mitt- lerweile satte fünfstellige monatliche Besucherzahlen aufweist, und ich nicht mehr ausschließlich für Mama und die Freunde in Berlin texte. Ich erkenne da eine gewisse Verantwortung – und stelle mich ihr auch. Die Resonanz auf die “Lotta”-Serie hat mich ebenso überrascht wie motiviert. Ich werde also versuchen, künftig auch weiterhin aus dem Nähkästchen zu plaudern, soweit es die Vertragslage und meine persönlichen Rücksichtnahmen erlauben.

Was mich am meisten freut: Die Themen, die mir schon in der Entstehung besonders am Herzen liegen, scheinen auch die stärksten Reaktionen hervorzurufen.

Es werden sich ein paar Dinge ändern. In den nächsten Wochen schon. Aber was zählt – das bleibt:

Katz & Gold (c) Torsten Dewi

Danke an alle, denen der Vogel die Klicks wert war…

Einem der Besten zum 50. Geburtstag!

Gepostet am 24. August, 2007 um 20:38 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Gedanken, Neues.

Wenn eine Institution einen runden Geburtstag begeht, dann feiert das Land – nicht nur den Jubilar, sondern auch die eigene Bewunderung für eben diesen. Es gibt Sondersendungen im Fernsehen, Rückschauen auf die Karriere, und allenthalben kriechen ehemalige Weggefährten aus dem Gebüsch, um den pflichtgemäßen Kotau zu machen. Das Feuilleton schreibt sich die Finger wund, auch wenn immer nur die gleichen Phrasen dabei herauskommen.

Blacky Fuchsberger hat es gerade hinter sich (80), Reiner Erler noch vor sich (75).

Doch diese Woche rauscht es im Blätterwald stärker als sonst, denn es gilt einen Mann der Sprache zu feiern, einen intellektuellen Säbelschwinger, dem der Begriff „Komiker“ schon vor zwanzig Jahren zu klein wurde.

Es erreicht ein Mann die Grenze zum halben Jahrhundert, der sich aus dem Kabarett-Ghetto hochgedient hat, im Fernsehen lange den Clown gab, es auch mal in großen Kino-Produktionen versuchte, und nun seit einigen Jahren erfolgreich auch breitere Publikumsschichten auf der Mattscheibe begeistert. Er hat Bücher geschrieben, am Theater geglänzt, in Talkshows brilliert.

Er ist die intellektuelle Speerspitze, Schwert und Schild des Bildungsbürgertums, Maßstab für kulturelle Deutungshoheit.

Genug drum herum geredet:

(mehr…)

Zukunft – frisch aus der Vergangenheit

Gepostet am 19. August, 2007 um 20:22 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Neues.

Seufz. Ich wollte nicht mehr über die “Masters of Science Fiction” schreiben. Zu banal, zu einfallslos, zu tausendfach dagewesen.

Auch die neue Episode “Jerry is a man” läuft nach dem bereits bekannten Muster ab: Zwei halbwegs bekannte Darsteller (Anne Heche und Malcolm McDowell), kanadische Außenlocations, und ein bißchen Edel-CGI.

Natürlich fangen wir wieder mit einem aufwändigen Shot an, der den Zuschauer dranhalten soll, auch wenn er nichts mit dem Inhalt der Episode zu tun hat:

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Soweit, so gut.

Leider ist die Story, die auf diesen Shot folgt, so banal wie irgendwas: Eine reiche Frau kämpft vor Gericht um das Lebenrecht eines nur zum Zwecke der Minenräumung gezüchteten Biowesens in Menschenform, genannt “Jerry”.

Jesus. Nur vier Folgen, und schon klauen die wieder bei sich selber? Die praktisch identische Story “I, Robot” von Eando Binder aus dem Jahr 1939 war bereits für die “Outer Limits”- Serie in den 50er UND in den 90er Jahren verfilmt worden. Diese Version (basierend auf einer Heinlein-Kurzgeschichte von 1947) unterscheidet sich nur marginal, und hat nicht mal ein interessantes moralisches Kern-Dilemma, zumal sie hoffnungslos veraltet ist: 1947 mag man noch geglaubt haben, dass eines Tages Drohnenwesen dazu verwendet werden, freiwillig in Krisengebieten auf Minen zu treten. Heute wissen wir, dass das eine Aufgabe nicht-humanoider Maschinen ist.

Und muss eigentlich jeder Androide seit ‘87 wie Data aussehen?

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Okay – Uralt-Plot, leblose Umsetzung, schnarchige Dramaturgie. Kann man wenigstens auf knackige Effekte hoffen? Na ja, da gibt es dieses Matte Painting:

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Nicht schlecht oder?

Fast so gut wie das hier:

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Das stammt aus dem Pilotfilm der Serie “Buck Rogers” von 1979, und wurde seither dutzendfach wiederverwendet.

Die großmäulig angekündigten “Masters of Science Fiction” verwenden fast 30 Jahre alte Matte Paintings einer Pulp-Serie!

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen…

Und danach wird es nicht besser: Die zweite “futuristische” Stadtansicht sieht so aus:

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Ich weiß nicht, für wie utopisch Kanadier das Swiss Re-Gebäude in London halten (bei den Einheimischen trägt es den Spitzna- men “Die Gurke”), aber es gleich zu Science Fiction zu erklären?

Eine 60 Jahre alte Story, 30 Jahre alte Effekte – genau so habe ich mir qualitativ hochwertige SF immer vorgestellt…

Drei Folgen, drei Rohrkrepierer – die “Masters of Science Fiction” gehören ganz schnell abgehakt und vergessen. Und doch werde ich nächste Woche auch die letzte Folge anschauen. Basiert schließlich auf Harlan Ellison. Mir wird ganz blümerant…

Einigt euch!

Gepostet am 18. August, 2007 um 15:28 Uhr
Kategorien: Lustiges, Neues.

Kann doch so schwer nicht sein…

SPIEGEL:

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IMDB:

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Wikipedia deutsch:

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Wikipedia englisch:

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Who’s who Deutschland:

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Da bin ich ja froh…

Gepostet am 18. August, 2007 um 13:28 Uhr
Kategorien: Fantasy Filmf. 07, Film, TV & Presse, Neues.

… dass ich dem Film “Black Water” in meiner Kritik vieles vorgeworfen habe – nicht aber mangelnden Realismus