Fantasy Filmfest 2007: Unrest
UNREST (USA 2006, 85 min, englische OV)
REGIE: Jason Todd Ipson
DARSTELLER: Corri English, Scott Davis, Joshua Alba, Jay Jablonski, Derrick O’Connor
DREHBUCH: Chris Billett, Jason Todd Ipson
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Story:
Medizinstudentin Allison ist zwar Agnostikerin, aber scheinbar nicht sehr robust – beim ersten Anblick einer Leiche im Anatomie-Seminar bricht sie kotzend ohnmächtig zusammen. Auch in den darauf folgenden Nächten in der Pathologie wird sie das Gefühl nicht los, dass irgendetwas mit der Leiche „Norma“ nicht stimmt. Sie scheint sich – zu bewegen? Außerdem kommt es im Krankenhaus immer wieder zu einigen sehr seltsamen Todesfällen. Allison recherchiert, und stößt auf einen Totenkult der Azteken, der scheinbar an der Leiche in der Kühlkammer klebt…
Kritik:
„Unrest“ gehört zu ersten Staffel des „After Dark“- Horrorfilm-Festivals, welches diesen Herbst in die zweite Runde geht (weitere Streifen dieser Veranstaltung sind „Gravedancers“ und „The Abandoned“). Dabei werden hauptsächlich solche Filme präsentiert, die mangels großen Verleihs oder Budgets keine eigene Kinoauswertung rechtfertigen, aber für den reinen DVD-Start eigentlich zu schade sind. Die Veranstalter legen dabei ihr Augenmerk auf den Unterhaltungswert für ein breites Publikum.
Und tatsächlich: Im Rahmen der niedrig gesteckten Ziele kann „Unrest“ überzeugen. Zwar werden die okkulten Elemente extrem gering gehalten, aber die permanente Leichenschnippelei im neonbeleuchteten, fast immer menschenleeren Krankenhaus sorgt für wohlige Gruselstimmung. Die diversen Morde werden vage genug gehalten, um die Neugier des Zuschauers zu garantieren. Ob sich Leiche „Norma“ nun wirklich bewegt, bleibt sorgsam unbeantwortet – ziemlich lange kann der Zuschauer alle Vorkommnisse noch Allisons überhitzter Fantasie zuschreiben.
Obwohl der Film kaum mehr als ein Krankenhaus und ein paar wenige Darsteller zu bieten hat, zeigt er doch deutlich, was mit ein bißchen Sorgfalt aus einem begrenzten Budget herauszuholen ist.

Auch beim Skript können die Autoren punkten: Allison und ihre Komilitonen sind für einen Slasher (und das ist „Unrest“ letztlich) erstaunlich gut gezeichnet, und die Dialoge sind nicht gar so künstlich wie bei den meisten Vertretern des Genres. Es gelingt Corrie English mühelos, ihre Figur halbwegs authentisch wirken zu lassen. Da sieht man auch über ein paar handwerkliche Patzer (Medizinstudenten werden nicht mit „Doktor“ angesprochen) hinweg.
Aber es scheint der Fluch des diesjährigen FFF zu sein, dass die meisten Filme auf der Zielgeraden stolpern. Die an sich recht interessante Backstory der Leiche wird nur sehr oberflächlich abgehandelt, und für das Ende ist den Autoren dann rein gar nichts mehr eingefallen. Es gab dieses Jahr bisher noch keinen anderen Film, bei dem ich mit einem solchen „Was? Das war es jetzt?“-Gefühl entlassen wurde. Na ja, mit der Ausnahme von “End of the Line”…
Weiteren Punkte-Abzug gibt es für den unsinnigen Versuch, einen Subplot über “Agnostizismus gegen Spiritualität” einzubauen, der auch prompt zu rein gar nichts führt.
Trotzdem bekommt „Unrest“ eine überdurchschnittliche Bewertung, denn im Gegensatz zu Filmen wie „The Messengers“ und „Dead Silence“ hat er einen Unterhaltungswert, der sein Budget und seine Darsteller deutlich übertrifft. Dafür gebührt den Machern schon Respekt.

Positiv:
Die Darsteller, der creepige Realismus, Anatomie-Gore
Negativ:
Extrem schwache Schlusspointe, ein paar logische Fehler
Hört nicht auf mich:
“Every now and then there are movies like Unrest that comes along and pretty much saves the day and restores your faith in what horror films are all about. Lots of kudos of course goes to Jason Todd Ipson for having created something that manages to keep you on the edge of your seat for the whole time.” – Evil Dread