Wegen Überfüllung geschlossen!

Gepostet am 29. Mai, 2007 um 13:47 Uhr
Kategorien: Neues, Privates.

GoogleMan bekommt nicht gerne Fehlermeldungen von einem Email-Server. Das bedeutet immer Ärger. Eben kam aber was, mit dem ich eigentlich nicht gerechnet hatte:

PERM_FAILURE: SMTP Error (state 13): User over quota

Will sagen: meine 2,8 Gigabyte Speicher bei Gmail sind pickepackevoll. Und dass, obwohl mich der Anbieter online immer noch freudig hinweist: “Warum sollten Sie etwas löschen, wenn Sie über 2.000 MB Speicher verfügen?!”

Das kommt davon – immerhin bin ich bei Gmail von Anfang an dabei, und immer wieder verschicke ich Layout-Seiten, die mal eben 12 MB brauchen.

Also – aufräumen, ob Google das nun will oder nicht!

Leider merkt man schnell, dass Google den Frühjahrsputz nicht nur für unnötig hält, sondern auch nicht sonderlich enthusiastisch unterstützt. Wenn man nämlich größere Mengen an Mails löschen will, stößt man schnell an die Grenzen der spartanischen Suchfunktion.

Suche nach speziellen Anhängen? Fehlanzeige. Suche nach Größe einer Mail? Fehlanzeige. Suche nach bestimmten Dateitypen? Fehlanzeige. Löschen von Anhängen, aber nicht der Mail selbst? Fehlanzeige.

Liebe Googler, da müsst ihr nochmal ran. Suchfunktionen verfeinern! Oder den Speicherplatz auf 5 GB aufstocken. Das überlasse ich euch.

Nachtrag: Ach so, ja – was habe ich denn nun gemacht, um das Problem zu lösen? Ich habe einfach alle Emails von und an Amazon und Ebay gelöscht, ebenso wie alle Emails mit dem Wort “Newsletter” im Absender. Dazu noch die Emails mit gelayouteten Seiten an Redaktionen. Rappeldifatz sind wieder 600 MB frei. Und dank Outlook habe ich sowieso alles auch auf der Festplatte gesichert.

BILD belästigt mich (III)

Gepostet am 27. Mai, 2007 um 10:11 Uhr
Kategorien: Gedanken, Neues.

Es ist ein ebenso altes wie grausames und zynisches Spiel. Ist die Verzweiflung groß genug, und bringt die Hoffnung keinen Trost mehr, dann kriechen die Ratten aus ihren Verstecken:

maddie.jpg
BILD stellt als Feigenblättchen zwar die Frage “Wie glaubwürdig ist sie?” – müht sich aber um keine Antwort.

Natürlich hat die BILD nicht überprüft, was an der Aussage der “Hellseherin” dran ist, dass sie bereits “über 300″ Straftaten zusammen mit der Polizei aufgeklärt hat. Oder ob es stimmt, dass es laut ihren “Visionen” eine Lösegeldforderung gegeben hat. Auch, dass es genügend Literatur gibt, die beweist, dass in solchen Fällen grundsätzlich mediengeile Scharlatane am Werk sind, ist für die Titelgeschichte irrelevant.

Wenn die Leiche der kleinen Maddie gefunden wird – fragt dann jemand bei der “Hellseherin” nach, ob sie das in ihre Vita aufnimmt? Wird ihr jemand ins Gesicht spucken, weil sie konsequent vom Leid der Eltern profitiert hat? Klagt jemand Scotland Yard wegen der Verschwendung von Steuergeldern an?

Kaum 10 Uhr am Pfingstsonntag – und ich möchte schon wieder kotzen…

Ach SPIEGEL…

Gepostet am 26. Mai, 2007 um 11:14 Uhr
Kategorien: Gedanken, Neues.

Zu sagen, dass ich dich mag, wäre untertrieben. Ich liebe dich. Ich vergöttere dich. Meine Bereitwilligkeit, dich zu verteidigen, ist nahezu grenzenlos, trotz böswilliger Patzer gerade im Unterhaltungsbereich. Als Zeichen meiner Wertschätzung verkneife ich es mir sogar, jedes Jahr das Abo zu kündigen, um nach einer Schamfrist eine neue Prämie abzugreifen.

Aber dein neuer Titel geht gar nicht. Der ist so dumm wie falsch. Ich weiß gar nicht , wo ich anfangen soll.

SpiegelGrundsätzlich geben die Atheisten Gott nicht die Schuld – weil sie ja nicht an ihn glauben! Darum sind sie ja auch Atheisten, gelle?

Atheisten führen auch keine Kreuzzüge – Kriege für den Glauben sind uns fremd, denn Atheismus ist nicht “eine andere Form von Glauben”, sondern die Verweigerung desselben. Leider sind solche sprachlichen Verzerrungen im Sinne der Theisten, Sprüchlein wie “beten am Altar der Wissenschaft” eignen sich dazu, die Ratio auf den Stand eines bestenfalls gleichwertigen Alternativ-Glaubens zu reduzieren.

Gäbe es Gott, so wäre das Leid der Welt ihm kaum anzulasten – “Schuld” (wenn man einen so vorbelasteten Begriff verwenden will) geben die Atheisten den Fundamentalisten, den Einpeitschern der jeweiligen Religionen, den skrupellosen Kriegsgewinnlern der spirituellen Konflikte. Gott wäre im schlimmsten Falle nicht “schuld”, sondern bekäme eine Anzeige wegen unterlassener Hilfeleistung.

Lassen wir uns mal auf den Gedanken ein, dass der (gern auch falsche und falsch verstandene) Glaube Schmach und Schande über die Welt gebracht hat – dann würden Atheisten darin immer noch nicht die Ursache allen Übels sehen. Im Gegensatz zu religiösen Fanatikern gelingt es den meisten Atheisten nämlich, Verantwortung rational zuzuteilen. Grundlage der atheistischen Theorie ist eher, dass die organisierte Religion für mehr Leid verantwortlich ist, als sie durch Barmherzigkeit und Gottes Werk lindert. Einfach gesagt: Die Heilsarmee wiegt die Kreuzzüge nicht auf, die Caritas hilft den Opfern der Inquisition auch nicht mehr.

Und letztlich: Warum geht es hier um “neue” Atheisten? Der Atheismus hat seine Einstellung zu Gott und zur organisierten Religion nie geändert. Irgendwelche Trends oder Spaltungen im atheistischen Lager sehen zu wollen, geht an der Sache vorbei.

Wir fassen zusammen:

  • “Gott ist schuld” – falsch
  • “Gott ist an allem schuld” – falsch
  • Kreuzzug – falsch
  • neue Atheisten – falsch

Bisschen viel auf einmal, oder?

Der Titel ist also in jeder denkbaren Beziehung hanebüchen und irreführend, und spielt den Theisten, die die Diskussion auf ein “unsere Gott-Religion gegen eure Wissenschafts-Religion”- Niveau reduzieren wollen, in die Hände.

Die Geschichte, die ich wirklich mal lesen möchte, ist diese: “Wäre die Menschheit ohne Religion besser gefahren?”. Vielleicht zum Advent. Und die peinliche Anbiederung an den “neuen Glauben” überlassen wir weiter Kai Diekmann, ja?

Vor 30 Jahren wurde der Krebs besiegt!

Gepostet am 25. Mai, 2007 um 18:01 Uhr
Kategorien: Film, TV & Presse, Gedanken, Neues.

Nee, warte mal. Stimmt nicht. Ging vielleicht der 3. Weltkrieg zu Ende? Das letzte hungernde Kind in Afrika bekam ein Hanuta in die Hand gedrückt? Wurde der männliche Steward, der sonst drei Jahre später angefangen hätte, AIDS zu verbreiten, von einer Straßenbahn überfahren? Nichts dergleichen.

Der historische Moment, dem es zu gedenken gilt, und dem heute jeder Blogger über 30 scheinbar ein paar Zeilen widmen muss, lässt sich selbst in der Parodie augenblicklich zuordnen:

muppetstarwars.jpg

Jep, vor 30 Jahren startete in den USA der Film “Star Wars”. Und krempelte nebenbei unser Verständnis des Begriffes “Popkultur” komplett um.

Ich würde gerne zynisch sein, das alles albern und überblasen finden, besonders angesichts der späteren Verbrechen des Bärtigen (Stichworte Ewoks, Jar Jar, Annakin).

Aber ich kann nicht. Auch mich hat der “Krieg der Sterne” verändert. Ich war damals 10 Jahre alt, und es war der erste Film, den ich zweimal gesehen habe. Im Europa 1-Kino in Düsseldorf (gibt es schon lange nicht mehr). Ich sah den Film, fuhr nach Hause, schlief, stand auf, und sah ihn nochmal, auch wenn mein Taschengeld sowas eigentlich nicht hergab. Es war nicht mal die Story, oder die Darsteller, oder die Effekte. Für mich setzte “Star Wars” in zwei Bereichen Maßstäbe, die ich seitdem mit mir trage.

Nummer 1: Die Musik. Ich habe kein gutes Ohr für Soundtracks. Aber John Williams’ Fanfaren und Märsche hoben mich schier aus den Sitzen. Ich fühlte Adrenalin in meinen Adern wie nie zuvor. Und es dauert zwanzig Jahre, bis ich verstand, dass hier die gleichen manipulativen Techniken funktionierten, die Leni Riefenstahl bei “Triumph des Willens” eingesetzt hatte. Es war mir egal. Es ist mir egal. “Krieg der Sterne” spielt nicht nur im Weltraum – Licht und Ton nehmen den Zuschauer dahin mit. Mittendrin statt nur dabei.

Nummer 2: “Star Wars” löste das Versprechen seines Posters ein. Bis dahin waren Science Fiction-Poster immer marktschreierisch gewesen, hatte Spektakel offeriert, die kein Film bieten konnte. Aus den Raumschlachten wurden auf der Leinwand peinliche Plastikmodelle an Bindfäden, und die furchterregenden Aliens entpuppten sich als torkelnde Männer in Pappmaché-Kostümen. Man war es gewöhnt – die Poster waren Werbung, dem kein Produkt entsprechen konnte.

Nicht so “Star Wars”. Keinem Postermaler der Welt wäre es gelungen, das schiere Spektakel und die fantastischen Welten auf A0-Format zu bannen. “Star Wars” ging bis an die Grenze – und dann darüber hinaus.

“Star Wars” bewies, dass Film mehr als ein Abklatsch meiner Fantasie sein konnte – er bewies, dass etwas meine Fantasie sprengen konnte. Er versetzte mich in einen bis dahin ungekannten Rausch, gab mir den unbedingten Glauben daran, dass irgendwo da draußen das ganz große Abenteuer wartet.

Heute, mit fast 40 Jahren, würde ich George Lucas gerne mal in die Eier treten. Aber ich bin sicher, der zehnjährige Torsten von 1978 würde sich laut schreiend dazwischen werfen.

Danke dafür.

P.S.: Und hey – Laserschwerter! Wie cool ist das denn?

Neuzugang

Gepostet am 25. Mai, 2007 um 12:29 Uhr
Kategorien: Gedanken, Lustiges, Neues.

Ich sammle nichts. Keine Nilpferde, keine Warcraft-Figuren, keine afrikanischen Fruchtbarkeits-Statuen, keine Briefmarken. Was ich an Büchern habe, das brauche ich auch. Genau so sieht es mit DVDs aus.

Aber der Mensch braucht ein Hobby. Und da ich großartige Cartoonisten verehre, habe ich mich entschieden, Original-Zeichnungen zu sammeln. Das ist kein seltenes, und daher umso teureres Hobby. Aber es nimmt wenig Platz weg.

Rattelschneck bewundere ich schon sehr lange, und auf der Webseite kann man nun auch Originale kaufen. Meinen Favoriten (“Zwei Mikrowellen-Herde? Respekt!” “Klar – zum überspielen!”) gab es leider nicht mehr – dafür aber dieses Prachtexemplar, kürzlich bei SPIEGEL online zu bewundern:

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Drei… zwei… eins… meins!

BILD belästigt mich (II)

Gepostet am 22. Mai, 2007 um 13:29 Uhr
Kategorien: Gedanken, Neues.

BILD verfälscht, behauptet, insinuiert, unterstellt, manipuliert – das alles ist bekannt.

BILD kann aber auch in die Zukunft sehen. So geschehen heute Nacht, zur Geisterstunde.

Da fand sich nämlich folgender Artikel auf der Titelseite des Online-Angebots:

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Zur Information: Die Einschaltquoten bekommen die ganz wichtigen Senderbosse zum Frühstück, der Rest der Welt hat sie gegen 9 Uhr auf dem Schreibtisch liegen. So langen brauchen Firmen wie die GfK, um das Datenmaterial auszuwerten.

Wie konnte die BILD also drei Stunden nach Ausstrahlung eines Films schon wissen, dass “Millionen” zugesehen haben?

Einfache Antwort: Gar nicht. Sie sind bloß davon ausgegangen, weil klar war, dass “Das Inferno” selbst im schlechtesten Fall mehr als eine Million Zuschauer haben würde. Was die BILD geschrieben hat, war also nicht FAKT, sondern ERWARTUNG. Es wurde nur als Fakt verkauft.

Hier wäre der Zusatz “vermutlich” hilfreich gewesen, hätte die BILD aber ihrer implizieren Allwissenheit beraubt.

Nicht weiter schlimm? Klar – wenn Hillary Clinton im Präsidentenwahlkampf 2008 vorne liegt, kann man dann ja auch eine Woche vor der Wahl titeln “Hillary neue US-Präsidentin!”. Oder wie wäre es mit “Der Papst wird sterben!”? Stimmt ja auch – irgendwann.

Zeitungen leben von FAKTEN und deren INTERPRETATION. Um des Druckschlusses willen voraussichtliche Ereignisse als Tatsachen zu behaupten, ist in höchstem Maße unseriös.

Und das passt dann ja schon wieder ganz prima zur BILD.

P.S.: Ach ja – die “Millionen” Zuschauer waren nicht schwer zu erraten. Aber woher weiß BILD, was sich diese Millionen alle gefragt haben?

P.P.S.: Mit der groben Vereinfachung/Verfälschung kann ich zwar leben, aber dennoch: Natürlich hat nicht ProSieben den Fernsehturm abgefackelt, sondern die Produktionsfirma Wiedemann & Berg. Und eben diese wurde im Artikel dann auch interviewt. Aber diese Unterscheidung wäre für die Titelzeile sicher zu kompliziert gewesen.

BILD belästigt mich

Gepostet am 22. Mai, 2007 um 13:12 Uhr
Kategorien: Gedanken, Neues.

Ich will gar nicht ständig über die BILD schreiben. Dafür gibt es BILDblog. Und andere. Der Wortvogel handelt von mir – steht ja auch schon in der Titelzeile.

Aber man lässt mir keine Wahl.

Die BILD ist in meinen Augen in den letzten Jahren wieder deutlich in die übelriechendsten Ecken des politisch und ideologisch motivierten Kampagnen-Journalismus verfallen. Missliebige Politiker und Prominente werden mit Häme und Halbwahrheiten in die Ecke gedrängt, während Kai Diekmann die Fahne des kleines Mannes hoch hält. Was sich das Blatt bei Horst Köhler im Fall der Begnadigung von Christian Klar erlaubte, gehört für mich in die Rubrik “Nötigung”. Es reicht nicht mehr, die Gegenwart verzerrt darzustellen – neuerdings wird auch wieder verstärkt die Vergangenheit umgedeutet.

Auch Horst Seehofer kennt die Methoden der BILD. Als es um die Nachfolge Stoibers ging, brachte die Zeitung seine bis dahin geheim gehaltene Geliebte auf den Titel. Von der hatte man zwar in Insider-Kreisen der Hauptstadt gewusst, aber es gab keinen Grund, das in die Öffentlichkeit zu zerren. BILD fand es opportun, das zu ändern.

Und heute ist Seehofer wieder dran:

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Man beachte – das Baby kommt “in vier Wochen”! Was ist der Aufhänger der Geschichte? Wo ist die Meldung, die Neuigkeit? Und was soll das Ausrufezeichen, als sei es bemerkenswert, dass eine hochschwangere Frau in Kürze niederkommt?

Lag es daran, dass Seehofer sich kürzlich wieder mit seiner Ehefrau in die Öffentlichkeit gewagt hat? Musste die BILD gegensteuern?

Vielleicht war es für Diekmanns Truppe einfach mal wieder wichtig zu zeigen, dass man JEDEN und IMMER diffamieren kann, wenn er die Boulevard-Todsünde begeht, die BILD im letzten Absatz des Artikels offenbart:

“BILD wollte von Seehofer und seiner Freundin wissen: „Haben Sie sich jetzt getrennt?“ Beide waren gestern nicht zu erreichen.”

Sich BILD gegenüber nicht zu erklären – das geht nun wirklich nicht.

Satz der Woche – ach was, des Monats!

Gepostet am 21. Mai, 2007 um 19:30 Uhr
Kategorien: Gedanken, Neues.

Ellen Tauscher ist Demokratin, und “Vorsitzende des Untersuchungsausschusses für Strategische Streitkräfte im Repräsentantenhaus”. Steht zumindest im neuen SPIEGEL. Dort wird sie nämlich interviewt.

Es geht um den Raketen-Schild, der vielleicht nicht funktioniert, der uns vor einer Gefahr bedrohen soll, die vielleicht nicht besteht, und der mindestens 4 Milliarden Dollar kostet. Wenigstens spaltet er dafür die westliche Allianz.

Nun sollte man meinen, Madame Tauscher hätte auch jenseits des parteipolitischen Kalküls Verständnis für Europäer, die ungern hastig und ohne Absprache Großwaffensysteme im Vorgarten installiert haben möchten.

Mitnichten:
Tauscher-Zitat

14 Worte, die sehr viel über das Selbstverständnis der Amerikaner aussagen.

14 Worte, die prophezeien, dass auch mit einem Demokraten im Weißen Haus nicht schlagartig globale Vernunft regieren wird.

14 Worte – eine Warnung.

Nachtrag: Wer übrigens meint, hier sei was in der Übersetzung schiefgegangen, der kann das Interview online auch im Original nachlesen. Und es bleibt dabei: “People should actually be looking forward to it because it provides them the protection that we think they need.”

Kleines Lehrstück in Sachen Heuchelei

Gepostet am 20. Mai, 2007 um 13:20 Uhr
Kategorien: Gedanken, Neues.

Die BILD schreibt heute unter der Überschrift
“Paris Hilton will Knast-Tagebuch schreiben!”:

“Ach, herrje! Wir dachten, wir hätten mal 23 Tage verdiente Zwangsruhe von Berufs-Blondine Paris Hilton (26). Doch weit gefehlt: Paris will uns aus der Zelle heraus mit ihren gedanklichen Ergüssen penetrieren. Kurz: Sie schreibt ein Knast-Tagebuch!”

Ach herrje – zweifelt irgendwer daran, dass die BILD dann auch in erster Reihe stehen wird, wenn es darum geht, dieses Knast-Tagebuch abzudrucken?!

Die Promis unablässig ausschlachten und gleichzeitig höhnend verachten – niemand kann das so gut wie Diekmanns Truppe.

Heuchelei fehl am Platz: Falwell (‘33-’07)

Gepostet am 17. Mai, 2007 um 14:09 Uhr
Kategorien: Gedanken, Neues.

Falwell

Nil nisi bene, und so weiter – ich weiß. Aber wenn das Universum sich entscheidet, auch mal einen abzuberufen, für den das Wort “Gott” von “bigott” kommt, dann werde ich keine Krokodilstränen vergießen.

Der US-Prediger und christliche Aktivist Jerry Falwell ist platt – im Nichts, wenn ICH Recht habe; in der Hölle, wenn SEIN Weltbild stimmt.

Falwell gehörte zu der Sorte Fanatiker, die sich für bessere Menschen halten, weil sie gegen Schwule, Schwarze, Gewerkschafter, Demokraten und Feministen sind. Und er war immer besonders konsequent – für seine Anhänger haute er auf die Pauke, und hinterher bestritt er einfach gerne mal, die kontroversen Aussagen überhaupt gemacht zu haben. Im Zeitalter von Video und YouTube wurde das leider immer schwieriger. Für mich der Höhepunkt: Seine (gemeinsam mit Pat Robertson) aufgestellte Behauptung, die Anschläge vom 11. September wären die “Strafe” für Homosexualität und andere Abartigkeiten in der Metropole.

Es ist bezeichnend, dass kein noch so absurder und menschenverachtender Ausspruch der Popularität des Universitäts-Gründers wirklich schaden konnte. Sogar der liberale Republikaner John McCain versuchte im letzten Jahr, mit dem Religionsfanatiker seinen Frieden zu machen. Es ist erbärmlich, dass so einer seine Uni “Liberty University” nennt – wo doch die Freiheit (des Denkens und Handelns) dort auf dem Lehrplan nicht gerade obenan steht

Jerry Falwell war ein Parade-Beispiel des engstirnigen und von Hass getriebenen Pseudo-Gläubigen, der seine eigenen menschlichen Defizite durch die Bibel zu rechtfertigen suchte. Keinen Deut besser als Pat Robertson, Jim Bakker, Ted Haggard, oder Jimmy Swaggart. Ein Mensch, der sich so sehr in den Unzulänglichkeiten anderer suhlte, dass er keine bei sich selbst suchen musste.

Kurzum: nicht schade drum.

Eine schöne Übersicht gibt mal wieder Wikipedia.

BILDblog, übernehmen Sie!

Gepostet am 16. Mai, 2007 um 19:48 Uhr
Kategorien: Gedanken, Lustiges, Neues.

HalmichNachdem BILDblog sich entschieden hat, meine Recherchen über “jetzt erstmals nackte Promis” fortzuführen, mühe ich mich auch gar nicht mit weiteren Ausführungen, sondern verweise gleich auf die Kollegen.

Zu ergänzen wäre allenfalls noch, dass Regima Halmich sich bereits VOR Maxim und VOR Playboy ausgezogen hatte – anno 1998, im deutschen Penthouse.

3:0 für die Verdammten

Gepostet am 13. Mai, 2007 um 16:44 Uhr
Kategorien: Gedanken, Lustiges, Neues.

Bob DobbsEndlich mal wieder ein Pflichtprogramm – die fünf Teile einer “Nightline”-Diskussion zum Thema “Gott ist wissenschaftlich beweisbar”.

Ich hatte vom christlichen Radikal-Konvertierer Ray Comfort ein wenig mehr Substanz erwartet – seine Argumentation ist so transparent, dass selbst ich sie lässig abgebügelt hätte.

Mindestens ebenso unterhaltsam wie die Auseinandersetzung fand ich zwei Kommentare zu den Videos.

“Rapid Rationalist” Brian hatte seine ziemlich scharfe Freundin Kelly dabei, die in High Heels und mit beängstigender Oberweite über wissenschaftliche Methodik referierte (sie selber scheint gleich diversen Gesetzen der Statik zu widersprechen).

Angesichts der Tatsache, dass Ray Comfort und Kirk Cameron gerade zuvor ausgeführt hatten, dass bereits der “lüsterne Gedanke” eine Todsünde darstelle, kommentierte Mr. Bronson: “I bet when she stood up, Ray and Kirk committed adultery in their hearts.”

Und den ganzen Versuch, Gott ohne Rückbezug auf die Bibel zu beweisen, fasste Mr. Bronson so zusammen: “Trying to prove God exists without mentioning the Bible is like trying to prove Chewbacca exists without mentioning “Star Wars”.”

Mein Sonntag kann als gerettet betrachtet werden.

Wider das BILD-Monopol!

Gepostet am 12. Mai, 2007 um 14:55 Uhr
Kategorien: Gedanken, Lustiges, Neues.

… auf schlampige Recherche und dumme Fehler.

SPIEGEL, Ausgabe 1/99:

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Man kann das für eine Kleinigkeit halten, den Lapsus Memoriae eines Redakteurs, der für Banalitäten wie Groschenromane kein Interesse zeigt. Aber die wirkliche Frage ist doch: Wenn der SPIEGEL bei Alltäglichkeiten schlampt, wie steht es dann mit der Faktenlage bei Themen, die wir selber nicht überprüfen können? Deuten Fehler im Kleinen nicht auch auf Fehler im Großen?

Kurzschreibgedächtnis

Gepostet am 9. Mai, 2007 um 15:03 Uhr
Kategorien: Gedanken, Lustiges, Neues.

SiegelJa ja, auf Bush rumhacken, der BILD einen reinwürgen, sich über SAT.1 und RTL aufregen – ich suche mir nicht gerade schwer zu treffende Opfer für meine kleinen Tiraden. Da kann man leichten Applaus ernten, und ernster Widerspruch steht nicht zu erwarten. Billige Polemik vom Herrn Dewi, wie immer.

Heute also wieder BILD.

Die BILD zeigt gerne nackte und halbnackte Frauen. Besonders, wenn sie prominent sind. Und noch lieber, wenn die Bilder aus dem Springer-eigenen Glanzblättchen “Maxim” kommen. Corporate Synergy, so sieht sie aus.

Natürlich muss das alles knackig betextet werden, und marktschreierisch heißt es regelmäßig: “nackt wie nie!”, “endlich mal ohne!”, “jetzt ganz frech und sexy!”. Dazu gerne holperige Wortspiele mit dem Namen der Society-Dame.

So auch heute: “Giulia völlig unversiegelt …” . Har har. Und für alle, die es nicht gleich verstanden haben, lautet der erste Satz des begleitenden Texts: “So unversiegelt haben wir diese Dame ja noch nie gesehen!”

Tenor: Losrennen, “Maxim” kaufen, im Klo einschließen.

Nur: Leute mit mehr als einem Kurzzeitgedächtnis erinnern sich dunkel, Giulia Siegel schon mal in weit weniger als einem Bikini gesehen zu haben. Im Playboy 3/99, um genau zu sein. Schon klar – mit der Schlagzeile “heute fast so nackt wie vor acht Jahren!” wäre den Kollegen von “Maxim” nicht geholfen gewesen.

Einzelfall? Ach was!

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6:3 – Heimsieg für Absurdistan

Gepostet am 8. Mai, 2007 um 13:14 Uhr
Kategorien: Gedanken.

In der Ronald Reagan-Bücherei in Simi Valley stellten sich zehn republikanische Bewerber um die Präsidentschaft der Vereinigten Staaten den Delegierten. Im Stil von “7 Tage, 7 Köpfe” durften Leute wie McCain, Giuliani und der Mormone Mitt Romney um die Gunst der eigenen Partei buhlen.

Mittendrin die Frage des Moderators: “Wer von Ihnen glaubt an die Evolutionstheorie – Handzeichen, bitte?”

Drei Hände, zögerlich (Brownback, Tancredo, Huckabee). McCain als einziger “sowohl als auch” irgendwo dazwischen. Sechs dagegen.

Noochmal: Sechs Kandidaten der Republikaner leugnen die Evolution. SECHS. 60 Prozent. Darunter Giuliani, der ehemalige Bürgermeister von New York.

Darf man nach George Bush noch einen Präsidenten wählen, der VORAB klar macht, dass sein Weltbild nicht von der Realität zu erschüttern ist?

Dass ein US-Präsident einer Religion angehört, lasse ich durchgehen. Dass diese Religion seine Politik beeinflusst, ist schon sehr heikel, vielleicht jedoch unvermeidlich. Wenn ein US-Präsident jedoch die wissenschaftlichen Grundlagen der Weltgemeinschaft verleugnet, ist das verantwortungslos – warum Klimaschutz, wenn doch der liebe Gott das alles so gewollt hat?

KORREKTUR: Ein aufmerksamer Leser hat mich darauf hingewiesen, dass ich mich verhört habe – die Frage lautete, wer NICHT an die Evolution glaubt. Es steht also 3:6. Ich bitte das zu entschuldigen.