Mein Blog heißt nicht ohne Grund “Wortvogel”. Ich liebe Wörter. Ich liebe Sprache. Ich liebe alles, was daraus hervorgeht – Gespräche, Bücher, Lieder, Theaterstücke, Filme. Wer mich kennt weiß: Der Dewi redet genauso gerne, wie er schreibt.
Sprache ist mehr als die Übermittlung von Information, oder die Verbalisierung von Gedanken und Gefühlen. Sprache hat Ebenen, Subtexte, Geheimnisse, Codes. Wir verstecken in ihr oft mehr, als wir enthüllen.
Sprache ist auch Macht, und wer sich die Sprachhoheit sichert, kontrolliert eine der Stellschrauben menschlicher Kultur, und letztlich der Geschichte. Das wissen wir nicht erst seit Orwells “1984″, aber seither sollte es Allgemeingut sein, Schulwissen.
Und aus diesem Grund empfinde ich rar gewordene Empörung, wenn Sprache missbraucht wird, wenn im großen Stil Wörter verdreht und verweigert, wenn Definitionen gebeugt werden, um zu einer gewünschten Wahrnehmung zu passen.
Lenny Henry, einer der großartigsten Komiker Englands, hat den Sprachmissbrauch in einer Nachrichtenparodie mal sehr schön auf den Punkt gebracht, als man die von Störfällen geplagte Nuklearanlage Windscale in Sellafield umbenannte, um den belasteten Namen aus der Presse zu halten: “Windscale has been renamed Sellafield because it sounds nicer. In other news, radioactivity will in future be known as magic moon beams.”
Die Beispiele, um die es mir heute geht, sind nicht neu. Sie sind auch in den letzten Monaten immer wieder aufgegriffen und angeprangert worden:
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