Als Gegner und gleichzeitig williges Opfer der fortschreitenden Amerikanisierung unserer Gesellschaft stehe ich Halloween konsequent ambivalent gegenüber. “Süßes oder Saures” kann mit “Trick or Treat” nicht mithalten, die Simpsons-Specials werden immer schlechter, und anständigen “pumpkin mash” muss ich sowieso aus Michigan importieren (von Libby’s – mjamm!).
Aber wie soll man dem artifiziellen Getue böse sein, wenn SOWAS vor der Tür steht?

Und siehe – ich gab reichlich, und die Bande ließ sich begeistert (?) fotografieren, sowie auch diese beiden Schlawiner:

Es wäre allerdings nur fair, wenn man nun auch Sankt Martin (den Tag, nicht den Heiligen) abschaffen würde – warum soll ich mich pro Jahr gleich zweimal um Süßigkeiten anbetteln lassen?!
Und es erspart das lästige Lampions bauen…
Ich möchte heute ein neues Experiment beginnen. Die meisten, die mich kennen, kennen auch meinen Beruf: Ich bin Autor. Diejenigen, die mich nicht kennen, verweise ich gerne auf die Biographie, die sie in der Spalte rechts anklicken können.
Viele Menschen können sich unter dem Begriff “Autor” allerdings wenig vorstellen. Besonders bei mir, weil ich ja nicht nur einen Aspekt dieses Berufes beackere, sondern so ziemlich alles mache, was mit Texten zu tun hat. Und selbst wenn ich erkläre, dass ich gerade wieder an einem neuen Roman arbeite, bleibt die Frage offen: WIE arbeitet man an einem neuen Roman?
Aus diesem Grund habe ich mir gedacht, es könnte für Besucher dieser Webseite interessant sein, mir mal virtuell “über die Schulter zu schauen”.
Und das soll folgendermaßen geschehen:
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Ich bin in den letzten 12 Jahren viermal umgezogen, und meine Putzfrau räumt regelmäßig die Schränke aus. Wie kann dann sowas passieren?

Heute reinbekommen – ein Original-Frosch aus der “Märchenstunden”-Episode “Der Froschkönig” von ProSieben:

Ein grandioses Erinnerungsstück! Mein Dank an Rat Pack!
Manche Schlagzeilen verweigern sich jeglichen Kommentars…

Wil Wheaton ist ein Schauspieler, der nie wirklich den Sprung vom Kinderdarsteller in die Erwachsenen-Liga geschafft hat. Mangelndes Talent kann es nicht sein – mit “Stand by me – Das Geheimnis eines Sommers” hat er in den 80ern bewiesen, was in ihm steckt.
Wheatons Problem: Er hat eine Rolle angenommen, die ihn schlimmer in eine Schublade geprügelt hat, als das bei Roger Moore und James Bond der Fall war. Und um einen oben drauf zu setzen, hat Wheaton in dieser Rolle den Hass des gesamten SF-Fandoms auf sich gezogen.
Die Rede ist natürlich von “Wesley Crusher”, dem oberklugen und armseligen Muttersöhnchen an Bord der Enterprise 1701-D, das nicht einmal fummeln durfte, als Ashley Judd ein gleichaltriges Crewmitglied spielte (immerhin hat SIE rechtzeitig den Absprung geschafft – ich denke, in ihrem offiziellen Resumée wird man die Trek-Gastauftritte kaum noch finden).
Das muss ganz bitter sein – die Karriere Star Trek opfern, und dann sogar von den Trekkern gehasst werden…
Wer Wil Wheaton einmal kennen gelernt hat, der weiß, dass der Kerl nicht nur blitzgescheit, sondern auch wirklich witzig ist. Mit viel Sarkasmus begegnet er dem Frust, niemals mehr zu sein als ein “ausgewachsener Wesley”. Mit einer Biographie hat er das Thema auch zu Geld gemacht.
Nun hat Wheaton aber noch ein neues Betätigungsfeld gefunden – und eine neue Chance, mit Trek abzurechnen:
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Als ich Kind war, da waren Filmplakate mit wenigen Ausnahmen noch gemalt. Und schon an der Qualität der “Gemälde” konnte man ungefähr absehen, wie hochwertig die Filme waren. Das verwässerte ein wenig in der Video-Ära, weil es da plötzlich viele talentierte “No Name”-Zeichner gab, und mitunter Motive anderer Streifen wiederverwertet wurden.
Seit Anfang der 90er gibt es kaum noch gemalte Postermotive. Es ist einfacher, ein paar Fotos der Darsteller, verbunden mit ein paar Actionszenen, am Computer zu einer Collage zu montieren, und dann per Farbfilter und Verfremdungseffekt auf “schick” zu trimmen. Das ist erheblich billiger, und auch variabler, weil man ein Motiv immer wieder neu für DVD-Cover, Anzeigen, Plakate etc. zusammenstellen kann. Das Geld für “Maler” gibt heute keiner mehr aus. Mediendesigner regieren dieses Feld, die auch noch jeden No Name-Slasher mit ein paar Tricks aus der Grafik-Kiste wie die Fortsetzung zu “7even” aussehen lassen.
Und heute kam mir ein Beispiel unter die Augen, das sehr schön aufzeigt, WARUM mich das stört…
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Ich mag dicke Wälzer, insbesondere lexikalische Rückschauen, Chroniken, “gesammelte Werke”. Die Logenplätze in meinem Bücherregal nehmen Hardcover-Edelversionen ein wie “The complete Calvin & Hobbes”, “The complete Farside”, “The complete cartoons of the New Yorker”, die fünfbändige Ausgabe “Deutschland im SPIEGEL”, und so weiter, und so fort. Ich mag fette Wälzer, die mir einen nostalgischen wie kompletten Überblick über eine Epoche, eine Generation, eine Kultur, oder einfach eine Comic-Serie erlauben. Das spart mir auch das hamsternde Sammeln einzelner Hefte und Artikel.
Aus diesem Grund freute ich mich auch wie ein Schnitzel, als zum 50. Geburtstag von “Deutschlands großer Jugendzeitschrift” der ultimative Rundumschlag zwischen Buchdeckeln angekündigt wurde: “Bravo: 1956-2006″. Besser wäre da wohl nur noch eine DVD mit allen gescannten Ausgaben des pubertären Klatschblatts. Der Preis von 58 Euro schien mir zwar happig, aber eine gute Ausstattung und immerhin fast 800 Seiten sind nicht zu verachten. Gottseidank konnte ich mir das weinende Auge verkneifen, denn mein Agent brachte mir den Schinken von der Buchmesse mit.
Vor zwei Tagen war “Bravo: 1956-2006″ erstmals meine Bettlektüre. Mit einem Gewicht von gefühlten 30 Kilogramm ist es kein Vergnügen, das Buch auf dem Bauch zu balancieren, ich empfehle die stabile Seitenlage.
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“Ich könnte noch einige Superlative hinzufügen, wie, dass mittlerweile insgesamt rund ein halber Meter Presse über mich erschien, dass ich in mehreren Verlagen dieser schönen Republik mittlerweile der teuerste Autor bin, dass meine Bücher sogar schon übersetzt wurden und anderes mehr. Aber hören wir auf, es wird peinlich.”
(aus der Einleitung)
Und diesen Überflieger, diesen Mega-Autor, diesen in seiner Bescheidenheit erschütternden Groß- Literaten kennen Sie nicht?!
Ich auch nicht.
Eins vorab – ich habe für dieses Buch nicht bezahlt. Es lag im Büro meines Agenten, und da ich mich derzeit mit der Arbeit an einem Roman quäle, von dem ich doch hoffe, dass er ein Bestseller wird, nahm ich mir dieses Sachbuch mal als Wannenlektüre mit. Ratgeber, wie man gute Bücher schreibt, gibt es ja nun mehr als genug – mehr als gute Bücher, scheint mir mitunter.
Noch bevor ich mich daran machte, “Wie schreibe ich einen Bestseller?” zu lesen, warf ich Google an, um dem kuriosen Widerspruch von Werbetext und Aufmachung auf den Grund zu gehen – es interessierte mich, warum ein angeblicher Bestseller-Autor, von dem ich noch nie gehört hatte, seine Insider-Tricks in einem sichtlich billig zusammengestümperten Band eines Kleinverlags ausplaudert.
Was ich herausfand, war ungleich spannender als das Buch selbst…
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Wem ich Oliver Kalkofe vorstellen muß, der ist hier auf der falschen Webseite. Der Wadenpinkler unter den deutschen Fernsehkritikern ist mit seiner “Mattscheibe” schließlich schon seit 13 Jahren auf der… naja, Mattscheibe. Der Firma Rat Pack ist es zu verdanken, dass nach dem Aus beim Pay-TV die Sendung (in einem längeren Format) ein neues Heim bei ProSieben fand. Seither werden die Episoden auch regelmäßig auf mit Extras vollgepackten DVDs verkauft.
Die Hardcore-Fans wie ich, die schon 1994 die Videorekorder anwarfen, um die knapp zehnminütige Verbalakrobatik Kalkofes für die Nachwelt (und zahllose Partys) zu archivieren, schauten lange in die Röhre: Aus rechtlichen Gründen drohten die alten Premiere-Folgen in den Archiven zu verschimmeln. Bis jetzt!
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